-
Die Erfindung betrifft ein Kettenlaufwerk gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
-
Derartige Gleisketten oder Kettenlaufwerke (oft auch als Raupenfahrwerk bezeichnet) werden bei schweren Fahrzeugen (z. B. Baggern) eingesetzt, insbesondere im unbefestigten Gelände. Solche Gleisketten werden unter diesem Schlagwort in WIKIPEDIA gezeigt und beschrieben, insbesondere für Baumaschinen oder auch Militärfahrzeuge. Am Beispiel des Leopard-Panzers wird eine Gleiskette mit sog. Endverbindern veranschaulicht. Hierbei sind die einzelnen Kettensegmente (oft mit Gummipolstern) an seitlich abstehenden Achsen randseitig mit schlaufenartigen Ösen verschraubt. Somit werden pro Kettenelement zwei Gelenke gebildet, wobei zusätzlich auch Mittelverbinder vorgesehen sein können (wie in der
DE 1950947 A1 beschrieben). Die für höhere Fahrgeschwindigkeit erforderliche Elastizität der Raupenkette wird hierbei durch gummigelagerte Bolzen innerhalb der Kettenelemente erzielt, wie z. B. im
US-Patent 2,433,409 oder der
DE 198 20 175 grundsätzlich gezeigt ist. Diese Bauweise besitzt jedoch einen sehr hohen Fertigungsaufwand.
-
Zudem sind die schlaufenförmigen Endverbinder hierbei einteilig, insbesondere als Schmiedeteile (mit teurer Herstellung) ausgeführt und zudem schwierig zu montieren, da die Bolzenlager bzw. die überstehenden Achsbolzen leicht verbogen und/oder tordiert sein können. So müssen zur Montage oft Press- oder Schlagwerkzeuge eingesetzt werden, um die Fahrzeugkette aufzuziehen (oder zu demontieren).
-
Daher liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine einfache Vorrichtung zur Verbindung der Fahrzeugkette zu schaffen, so dass eine leichtere Montage erzielt werden kann.
-
Bei der vorliegenden Erfindung sind seitlichen Achsbolzen mit randseitig und damit gut zugänglich angeordneten Endverbindern gekoppelt, die parallel zum Gleiskettenverlauf hälftig geteilt sind und jeweils eine Ringnut aufweisen, in die eine Kunststoff-Lagerhülse als kombiniertes Axial-/Radiallager eingesetzt ist. Hierdurch können die beiden Endverbinder-Hälften weitgehend baugleich und damit kostengünstig gefertigt werden. Durch die vorgeschlagenen Ringnuten können die Lagerhülsen einfach eingelegt und montiert werden, bevor die Endverbinder-Hälften verschraubt werden, bevorzugt durch je eine Schraube. Somit wird die Kunststoff-Lagerhülse sicher gehalten. Zur einfachen Montage des Kettenlaufwerk und der Vielzahl an randseitigen Endverbindern ist die jeweilige Lagerhülse bevorzugt in Achsbolzen-Richtung geteilt ist, insbesondere in Vertikalrichtung.
-
Es sei darauf hingewiesen, dass die bevorzugt hantelförmigen Achsbolzen ebenfalls wenigstens eine Ringnut aufweist, so dass die Kunststoff-Lagerhülse jeweils formschlüssig im Endverbinder und der Ringvertiefung im Achsbolzen gehalten ist. Bevorzugt weisen die sich somit in Radialrichtung gegenüberliegenden Ringnuten zur Aufnahme der buchsenförmigen Lagerhülse ein gleiches Tiefenmaß auf. Wenn als Wandstärke der Lagerhülse z. B. 10 mm gewählt ist, beträgt das Einstichmaß in der äußeren Endverbinder-Ringnut 5 mm und das Einstichmaß im Achsbolzen ebenfalls 5 mm. Die Einstichtiefen können jedoch auch z.B. in Verhältnis 60:40 sein. Der Außenumfang der Lagerhülse kann zur gleichmäßigen Einpassung in die Ringnut gerändelt oder profiliert werden, wobei die Lagerhülse aus hochtragfähigen Kunststoffen wie PE, PA oder PTFE besteht. Somit ergibt sich jeweils eine hochbelastbare Buchse mit der kombinierten Funktion als Axial- und Radiallager, das zwischen den Endverbinder-Hälften und den abgestuften Achsbolzen sicher gelagert ist.
-
Die Achsbolzen sind bevorzugt in Form von hantelförmigen Achsstummel gestaltet, die am Eckbereich der plattenförmigen Kettensegmente befestigt sind, insbesondere angeschweißt sind. Die genannte Hantelform ergibt sich durch den etwa mittigen Ringnut-Einstich mit einem kleineren Durchmesser, der beidseits von durchmessergrößeren Bünden begrenzt ist. Der zum Kettenschuh hin positionierte Bund des Achsstummels kann so gut am Rand des jeweiligen Kettensegments angeschweißt werden, zumal die Kettensegmente aus einem gut schweißbaren Walzstahlprofil bestehen. Dies hat zudem den Vorteil einer kostengünstigen Herstellung (im Vergleich zum Schmieden). Weiterhin kann auch eine Teillänge der Achsbolzen in das entsprechend gestaltete Kettensegment eingesteckt und dort befestigt bzw. verschweißt werden.
-
Die hälftig geteilten Endverbinder weisen bevorzugt je eine zentrale Klemmschraube auf, so dass die beiden Endverbinder-Schalen passgenau über den zwei Achsbolzen und den dazwischen eingesetzten Lagerhülsen montiert werden können. Zur Indexierung der beiden Endverbinder-Schalen können auch Zentrierstifte vorgesehen sein, wie dies bei geteilten Lager oft zusätzlich angewendet wird. Die Endverbinder können auf ihrer Außenseite auch Abweisbleche besitzen, um das Einlaufverhalten an den antreibenden Kettenrädern zu verbessern. Ebenso können in den Ringnuten Stifte zur Verdrehsicherung der Lagerhülse vorgesehen sein, obwohl durch die passgenaue Klemmung ein „Wandern“ der Lagerhülse grundsätzlich verhindert wird.
-
Nachstehend wird die Erfindung anhand der Zeichnung näher erläutert. Hierbei zeigen:
- 1 eine schematische Draufsicht auf eine Raupenkette mit seitlichen Endverbindern,
- 2 eine Darstellung eines Kettensegments mit randseitigen Achsbolzen, und
- 3 eine vergrößerte Seitenansicht eines zur Montage vorgesehenen Endverbinders.
-
In 1 ist ein Bereich eines Kettenlaufwerks 1 mit zwei Teilen einer Raupenkette dargestellt, wobei hier zwei benachbarte Kettenschuhe bzw. Kettensegmente 1a seitlich durch randseitige Endverbinder 3 miteinander gekoppelt sind. Jedes Kettensegment 1a besitzt eine etwa rechteckige Tragplatte, auf der Gummipolster 1b befestigt sein können, und vier Achsbolzen 2, die jeweils im Eckbereich befestigt sind, insbesondere an die Tragplatte angeschweißt sind. Je zwei benachbarte Achsbolzen 2 sind durch einen Endverbinder 3 gekoppelt, wie im mittleren Bereich von 1 mit Strichlinien gezeigt. Eine aufwändige, innenliegende Gummilagerung (mit Rohren und eingepassten Gummibuchsen) ist somit zur Bildung der jeweils zwei Gelenkachsen nicht mehr nötig. Die Endverbinder 3 und die damit umgriffenen Achsbolzen 2 benachbarter Kettensegmente 1a bilden somit einen stabilen Verbund, wobei eine exakte seitliche Führung an den Achsbolzen 2 erzielt wird.
-
Die Endverbinder 3 sind hier parallel zum Gleiskettenverlauf (mit Doppelpfeil angedeutet) geteilt als zwei Halbschalen (vgl. 3) ausgeführt, um die Enden der Achsbolzen 2 in Art einer Doppelschelle zu umschließen. Die Bolzenenden sind hierbei so ausgeführt, dass diese gegenüber dem mittleren Bereich der Achsbolzen 2 eine Durchmessererhöhung aufweisen. Somit wird eine Ringnut 4' geschaffen, die einer entsprechend geformten Ringnut 4 des jeweiligen Endverbinders gegenüberliegt. Im Gegensatz zu den bekannten Verbindungen mit tangential angefrästen Bolzenenden bei einteiligen Verbindern wird der Achsbolzen 2 kaum geschwächt. In diese Ringnuten 4, 4' ist eine Kunststoff-Lagerhülse eingesetzt, wie im links unteren Bereich von 1 dargestellt ist (vgl. Pfeil A). Diese Ringnuten 4, 4' zur Aufnahme der schraffiert dargestellten Lagerhülse 5 weisen bevorzugt ein gleiches Tiefenmaß auf. Wenn die Wandstärke der buchsenartigen Lagerhülse 5 z. B. 10 mm beträgt, ist das Einstichmaß in der äußeren Ringnut 4 (in der Endverbinder-Halbschale) etwa 5 mm und das Einstichmaß im Achsbolzen 2 ebenfalls 5 mm. Der Außenumfang der Lagerhülse 5 kann zur gleichmäßigen Einpassung in die Ringnuten 4, 4' gerändelt oder profiliert werden. Die Lagerhülse 5 ist aus hochtragfähigen Kunststoffen wie PE, PA oder PTFE hergestellt. Somit ergibt sich jeweils eine hochbelastbare Buchse mit der kombinierten Funktion als Axial- und Radiallager, das zwischen den Endverbinder-Hälften und den abgestuften Achsbolzen 2 sicher gelagert ist.
-
In 2 ist ein Bereich des Kettenlaufwerks 1 auf dem Boden stehend gezeigt, wobei der Kettenschuh 1a mit den Gummipolstern 1b abgestützt ist. Zudem ist hier eine Stützrolle 1c im Halbschnitt gezeigt. Die Achsbolzen 2 sind hier als Achsstummel 2' gestaltet, die am Eckbereich der plattenförmigen Kettensegmente 1a befestigt sind, insbesondere angeschweißt sind. Der hier rechte Achsstummel 2' ist stumpf am Rand des Kettensegments 1a angeschweißt, wobei die Kettensegmente 1a bevorzugt aus einem gut schweißbaren Walzstahlprofil bestehen. Dies hat zudem den Vorteil einer kostengünstigen Herstellung im Vergleich zum Schmieden. Wie in 2 links eingezeichnet, kann auch eine Teillänge des Achsbolzens 2 in das entsprechend gestaltete Kettensegment 1a eingesteckt sein und dort verschweißt werden.
-
In 3 ist ein Endverbinder 3 in Montageposition gezeigt, also mit voneinander entfernten Halbschalen, die zur Koppelung der beiden Achsbolzen 2 bzw. Achsstummel 2' mit einer zentrale Klemmschraube 3' (vgl. auch 1, rechts) letztlich zusammengespannt werden. Vorher wird die Lagerhülse 5 eingesetzt, die bevorzugt in Achsbolzen-Richtung geteilt ist. Zur passgenauen Montage können auch Zentrierstifte 3" vorgesehen sein, ebenso wenigstens ein Stift 7 zur Verdrehsicherung der Lagerhülse 5 in einer der Ringnuten 4 bzw. 4'. Am Endverbinder 3 können zur Außenseite hin auch Abweisbleche 6 angeordnet sein, um die Laufruhe des Kettenlaufwerks 1 zu erhöhen. Der hier rechts dargestellte Achsstummel 2' ist entsprechend der Schnittlinie B in 2, links geschnitten. Hieraus ist die enge Passung der Lagerhülse 5 (bzw. deren zwei Hälften) ersichtlich. Bei der Montage wird dann die Lagerhülse 5 in die Ringnut 4 des Endverbinders 3 eingedrückt und sowohl radial als auch axial verankert.
-
Der in 3 links dargestellte Achsbolzen 2 entspricht der Ansicht gemäß dem Pfeil A in 1. Somit ist die Ringnut 4' im Achsbolzen 2 verdeckt und als Strichlinie dargestellt. Ebenso ist in dieser Position der radiale Überstand der hohlzylinderförmigen Lagerhülse 5 ersichtlich, der zum passgenauen Eingriff in die gegenüberliegende Ringnut 4 im Endverbinder 3 dient. Wie mit dem mittigen Pfeil in 3 angedeutet, wird schließlich die Klemmschraube 3' angezogen, wobei diese bevorzugt in der oberen Schale des Endverbinders 3 versenkt wird. Hierdurch ist die Klemmschraube 3' zur Montage (und Demontage der Gleiskette) optimal zugänglich. Damit ist die Lagerhülse 5 zwischen den beiden Schalen des Endverbinders 3 so fixiert, dass keine axiale Verschiebung erfolgen kann. Die Achsbolzen 2 bzw. 2' sind bevorzugt bündig zur Außenfläche der Endverbinder 3 ausgerichtet und koppeln so die Kettensegmente 1a zueinander, wobei ein Abrutschen der Endverbinder 3 von den Bolzen 2 durch den Formschluss der Lagerhülse 5 in den Ringnuten 4 bzw. 4' sicher verhindert wird.
-
Aufgrund der vorgeschlagenen Endverbinder 3 mit formschlüssig verankerten Lagerhülsen 5 liegt eine leichte Montage bzw. Demontierbarkeit der Kette mit einfachen Werkzeugen vor. Ein Anheben des Fahrzeugs ist aufgrund der guten Zugänglichkeit nicht erforderlich. Zudem wird die Unfallgefahr bei der Montage der Gleiskette am Fahrzeug vermindert. Bei einer Beschädigung einzelner Kettensegmente können diese bei Bedarf auch direkt am Fahrzeug ausgetauscht werden.
-
ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
-
Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde automatisiert erzeugt und ist ausschließlich zur besseren Information des Lesers aufgenommen. Die Liste ist nicht Bestandteil der deutschen Patent- bzw. Gebrauchsmusteranmeldung. Das DPMA übernimmt keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.
-
Zitierte Patentliteratur
-
- DE 1950947 A1 [0002]
- US 2433409 [0002]
- DE 19820175 [0002]