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Die Erfindung betrifft ein hermaphroditisches Kontaktelement nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
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Ein solches hermaphroditisches Kontaktelement umfasst eine Kontaktlamelle, über die das hermaphroditische Kontaktelement mit einem baugleichen, anderen hermaphroditischen Kontaktelement entlang einer Steckrichtung steckend verbunden werden kann.
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Hermaphroditische Kontaktelemente dieser Art weisen Eigenschaften sowohl eines Kontaktstifts als auch einer Kontaktbuchse auf. Solche hermaphroditischen Kontaktelemente sind derart ausgestaltet, dass sie mit baugleichen, anderen hermaphroditischen Kontaktelementen steckend in Eingriff gebracht werden können, um auf diese Weise eine elektrische Kontaktierung zwischen den Kontaktelementen herzustellen und zum Beispiel elektrische Leitungen miteinander zu verbinden.
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Zudem sind hermaphroditische Kontaktelemente bekannt, die lediglich durch eine Kontaktlamelle gebildet sind (sogenannte einlamellige hermaphroditische Kontaktelemente). Baugleiche hermaphroditische Kontaktelemente weisen hierbei identische Kontaktlamellen auf, die so aneinander angesetzt werden können, dass bei steckender Verbindung eine elektrische Kontaktierung zwischen den Kontaktelementen hergestellt wird. Ausführungsformen solcher einlamelliger hermaphroditischer Kontaktelemente sind zum Beispiel aus der
US 5,167,528 , der
JP 2005-5158 A und der
US 8,998,645 B2 bekannt.
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Einlamellige hermaphroditische Kontaktelemente können den Vorteil mit sich bringen, dass sie einfach und kostengünstig gefertigt werden können und zudem flexibel verwendbar sind.
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Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein hermaphroditisches Kontaktelement zur Verfügung zu stellen, das einfach und kostengünstig fertigbar und flexibel einsetzbar ist.
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Diese Aufgabe wird durch einen Gegenstand mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
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Demnach weist die Kontaktlamelle einen Buchsenabschnitt und einen flächig erstreckten Schwertabschnitt auf, wobei der Buchsenabschnitt eine Basis und zumindest ein zu der Basis umgebogenes Umgriffselement aufweist und beim steckenden Verbinden des hermaphroditischen Kontaktelement mit dem anderen hermaphroditischen Kontaktelement der Buchsenabschnitt mit dem Schwertabschnitt des anderen hermaphroditischen Kontaktelements und der Schwertabschnitt mit dem Buchsenabschnitt des anderen hermaphroditischen Kontaktelements in Eingriff gelangt.
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Das hermaphroditische Kontaktelement weist demnach einen Buchsenabschnitt und einen Schwertabschnitt auf. Der Buchsenabschnitt erfüllt die Funktion einer Kontaktbuchse, in die ein Schwertabschnitt eines baugleichen, anderen hermaphroditischen Kontaktelements eingesteckt werden kann. Der Schwertabschnitt erfüllt demgegenüber die Funktion eines Kontaktstifts, der mit einem Buchsenabschnitt eines baugleichen, anderen hermaphroditischen Kontaktelements in Eingriff gebracht werden kann. Beim steckenden Verbinden gelangen der Buchsenabschnitt und der Schwertabschnitt des hermaphroditischen Kontaktelements mit dem jeweils zugeordneten Schwertabschnitt und Buchsenabschnitt des anderen, baugleichen hermaphroditischen Kontaktelements in Eingriff, sodass die hermaphroditischen Kontaktelemente elektrisch miteinander kontaktieren und somit eine elektrische Verbindung hergestellt wird.
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Weil beim steckenden Verbinden über den Buchsenabschnitt und den Schwertabschnitt des hermaphroditischen Kontaktelements ein steckender Kontakt mit einem baugleichen, anderen hermaphroditischen Kontaktelement hergestellt wird, sind die hermaphroditischen Kontaktelemente, wenn die steckende Verbindung hergestellt ist, aneinander abgestützt. Es wird somit eine zuverlässige elektrische Kontaktierung zwischen den hermaphroditischen Kontaktelementen bereitgestellt, ohne dass eine weitere Abstützung der Kontaktelemente gegeneinander notwendig ist. Die hermaphroditischen Kontaktelemente werden über ihre Buchsenabschnitte und Schwertabschnitte so miteinander in Kontakt gehalten, dass die hermaphroditischen Kontaktelemente mechanisch miteinander verbunden und elektrisch miteinander kontaktiert sind.
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Der Schwertabschnitt ist vorzugsweise flächig entlang einer Ebene erstreckt, in der die Steckrichtung liegt und entlang derer auch die Basis des Buchsenabschnitts erstreckt ist.
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Der Schwertabschnitt und die Basis des Buchsenabschnitts sind somit koplanar zueinander angeordnet, erstrecken sich also entlang der gleichen Ebene, sind dabei in der Ebene aber zueinander versetzt, sodass beim Verbinden der Schwertabschnitt des hermaphroditischen Kontaktelements mit dem Buchsenabschnitt des baugleichen, anderen hermaphroditischen Kontaktelements und der Buchsenabschnitt des hermaphroditischen Kontaktelements mit dem Schwertabschnitt des anderen hermaphroditischen Kontaktelements in Eingriff gelangt.
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In einer Ausgestaltung ist der Schwertabschnitt entlang der Steckrichtung zu dem Buchsenabschnitt versetzt. Zwischen dem Schwertabschnitt und dem Buchsenabschnitt besteht somit ein räumlicher Abstand, wobei unterschiedliche Ausgestaltungen bezüglich der Anordnung des Buchsenabschnitts und des Schwertabschnitts relativ zueinander möglich sind.
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In einer Ausgestaltung ist beispielsweise der Buchsenabschnitt an einem vorderen Ende der Kontaktlamelle geformt. Bei dem vorderen Ende kann es sich beispielsweise um ein freies Ende der Kontaktlamelle handeln, das beispielsweise einer an die Kontaktlamelle angeschlossenen elektrischen Leitung abgewandt ist. Das vordere Ende kann beispielsweise einem anderen hermaphroditischen Kontaktelement, mit dem das hermaphroditische Kontaktelement zu verbinden ist, zugewandt sein, sodass das hermaphroditische Kontaktelement über sein vorderes Ende an das andere hermaphroditische Kontaktelement zum Zwecke der elektrischen Verbindung angesetzt werden kann.
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In diesem Fall ist der Schwertabschnitt, betrachtet vom vorderen Ende der Kontaktlamelle, vorzugsweise hinter dem Buchsenabschnitt angeordnet. Der Schwertabschnitt ist somit räumlich entlang der Steckrichtung zu dem vorderen Ende der Kontaktlamelle beabstandet.
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Um bei dieser Ausgestaltung eine Verbindung der Buchsenabschnitte mit den Schwertabschnitten der baugleichen hermaphroditischen Kontaktelemente zu ermöglichen, kann zwischen dem Buchsenabschnitt und dem Schwertabschnitt beispielsweise ein Verjüngungsabschnitt geformt sein, im Bereich dessen die Kontaktlamelle verjüngt ist. Insbesondere kann der Verjüngungsabschnitt zum Beispiel eine oder mehrere Ausnehmungen aufweisen die in die Kontaktlamelle eingeformt sind und die Kontaktlamelle im Bereich des Verjüngungsabschnitts so verjüngen, dass die Breite der Kontaktlamelle im Bereich des Verjüngungsabschnitts, gemessen entlang einer Querrichtung quer zur Steckrichtung, gegenüber dem Schwertabschnitt reduziert ist.
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Der Buchsenabschnitt kann beispielsweise zwei Umgriffselemente aufweisen, die jeweils zu der Basis des Buchsenabschnitts umgebogen sind und zum Beispiel mit Köpfen an von der Basis abliegenden, freien Enden aufeinander zu weisen. Die Umgriffselemente können hierbei, gemessen entlang der Querrichtung, einen Abstand zueinander aufweisen, der größer oder gleich der Breite des Verjüngungsabschnitts im Bereich der zumindest einen Ausnehmung ist. Dies ermöglicht, den Verjüngungsabschnitt eines anderen, baugleichen hermaphroditischen Kontaktelements durch die Umgriffselemente hindurchzuführen, um die Umgriffselemente in Eingriff mit dem Schwertabschnitt des anderen, baugleichen hermaphroditischen Kontaktelements zu bringen und auf diese Weise eine steckende Verbindung zwischen den hermaphroditischen Kontaktelementen herzustellen.
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Vorteilhaft kann sein, dass der Buchsenabschnitt an einer dem vorderen Ende zugewandten Seite eine schräg zur Steckrichtung geneigte Auflaufschräge aufweist. Dies ermöglicht, dass der Buchsenabschnitt des hermaphroditischen Kontaktelements am vorderen Ende der Kontaktlamelle beim steckenden Verbinden der hermaphroditischen Kontaktelemente auf den Buchsenabschnitt des anderen hermaphroditischen Kontaktelements auflaufen kann, sodass die Buchsenabschnitte der hermaphroditischen Kontaktelemente aufeinander aufgleiten und aneinander vorbei bewegt werden können. Dies kann unter elastischer Verformung der hermaphroditischen Kontaktelemente erfolgen, die hierzu zumindest abschnittsweise elastisch verformbar ausgebildet sind, sodass durch Auflaufen der Buchsenabschnitte aufeinander die Kontaktlamellen der hermaphroditischen Kontaktelemente gegeneinander ausgelenkt und somit aneinander vorbei bewegt werden können.
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Sind die Buchsenabschnitte der hermaphroditischen Kontaktelemente aneinander vorbei bewegt worden, schnappen die Kontaktlamellen vorzugsweise zurück in ihre nicht verformte, entspannte Ausgangsstellung, in der die Buchsenabschnitte jeweils in Eingriff sind mit dem Verjüngungsabschnitt des jeweils anderen hermaphroditischen Kontaktelements und somit durch weiteres steckendes Verbinden der hermaphroditischen Kontaktelemente die Buchsenabschnitte mit den Schwertabschnitten in steckenden Eingriff gebracht werden können.
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In einer anderen Ausgestaltung kann der Schwertabschnitt an dem vorderen Ende der Kontaktlamelle geformt sein. In diesem Fall ist der Buchsenabschnitt, betrachtet vom vorderen Ende der Kontaktlamelle, hinter dem Schwertabschnitt angeordnet und somit räumlich entlang der Steckrichtung vom vorderen Ende beabstandet. Es ergibt sich eine Anordnung, bei der der Schwertabschnitt, mit Bezug auf das vordere Ende, vor dem Buchsenabschnitt angeordnet ist, sodass beim steckenden Verbinden der hermaphroditischen Kontaktelemente zunächst die Schwertabschnitte aufeinander aufgleiten und sodann mit den hinter den Schwertabschnitten angeordneten Buchsenabschnitten in Eingriff gelangen.
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Unabhängig von der konkreten Anordnung des Buchsenabschnitts und des Schwertabschnitts relativ zueinander kann das zumindest eine Umgriffselement an der Basis des Buchsenabschnitts so ausgestaltet sein, dass es in einer verbundenen Stellung der hermaphroditischen Kontaktelemente eine seitliche Kante des Schwertabschnitts des anderen hermaphroditischen Kontaktelements umgreift. Das Umgriffselement ist zum Beispiel nach Art einer Lasche ausgebildet, die zu der Basis des Buchsenabschnitts umgebogen ist, sodass über das Umgriffselement eine formschlüssige Verbindung zwischen den Kontaktlamellen der hermaphroditischen Kontaktelemente hergestellt werden kann.
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In einer Ausgestaltung trägt das zumindest eine Umgriffselement an einem von der Basis abliegenden, freien Ende einen Kopf, der in der mit dem anderen hermaphroditischen Kontaktelement verbundenen Stellung des hermaphroditischen Kontaktelements mit dem Schwertabschnitt des anderen hermaphroditischen Kontaktelements in Anlage ist. Im Bereich seines Kopfes kann das Umgriffselement zum Beispiel konvex gekrümmt sein, sodass über den Kopf eine definierte Anlage, gegebenenfalls unter Herstellung einer mechanisch festen (kraftschlüssigen) Pressverbindung, erreicht werden kann.
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Weist der Buchsenabschnitt zwei Umgriffselemente auf, so sind diese an einander abgekehrten Kanten der Basis angeordnet und jeweils so zu der Basis umgebogen, dass sie mit ihren Köpfen aufeinander zu weisen und der Buchsenabschnitt im Querschnitt eine einem C ähnelnde Form aufweist.
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In einer Ausgestaltung ist das zumindest eine Umgriffselement um näherungsweise 180° gegenüber der Basis umgebogen. Das zumindest eine Umgriffselement ist zum Beispiel an einer äußeren, seitlichen Kante der Basis geformt und so zur Basis umgebogen, dass sich das Umgriffselement näherungsweise parallel zur Basis erstreckt, sodass der Schwertabschnitt eines anderen, baugleichen hermaphroditischen Kontaktelements in Zwischenlage zwischen die Basis und das zumindest eine Umgriffselement gebracht werden kann.
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In einer Ausgestaltung weist das hermaphroditische Kontaktelement einen mit der Kontaktlamelle verbundenen Anschlussabschnitt zum Anschließen einer elektrischen Leitung an das hermaphroditische Kontaktelement auf. Der Anschlussabschnitt kann beispielsweise einen Crimpbereich aufweisen, über den ein (abisoliertes) Leiterende einer elektrischen Leitung durch Krimpen mit dem Kontaktelement verbunden werden kann. Der Anschlussabschnitt kann hierbei einstückig mit der Kontaktlamelle geformt sein, sodass das Kontaktelement insgesamt einstückig geformt sein kann.
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Beispielsweise ist die Kontaktlamelle als gebogenes, metallenes Blechteil, beispielsweise ein Stanzbiegeteil, geformt. Die Kontaktlamelle ist vorzugsweise elektrisch gut leitfähig und kann hierzu beispielsweise aus einem Kupfermaterial geformt sein.
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Eine Baugruppe weist zwei steckend miteinander zu verbindende hermaphroditische Kontaktelemente der vorangehend beschriebenen Art auf, die baugleich ausgebildet sind und entlang der Steckrichtung steckend miteinander verbunden werden können. Der Buchsenabschnitt eines jeden hermaphroditischen Kontaktelements gelangt hierbei mit dem Schwertabschnitt des jeweils anderen hermaphroditischen Kontaktelements in Eingriff, sodass auf diese Weise eine gegeneinander abgestützte, mechanisch feste, elektrisch kontaktierende Verbindung zwischen den Kontaktelementen geschaffen wird.
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Der der Erfindung zugrunde liegende Gedanke soll nachfolgend anhand der in den Figuren dargestellten Ausführungsbeispiele näher erläutert werden. Es zeigen.
- 1 eine Ansicht eines ersten Ausführungsbeispiels eines hermaphroditischen Kontaktelements;
- 2 eine Draufsicht auf das hermaphroditische Kontaktelement;
- 3 eine Seitenansicht des hermaphroditischen Kontaktelements;
- 4 eine frontale Ansicht des hermaphroditischen Kontaktelements;
- 5A eine Ansicht zweier hermaphroditischer Kontaktelemente vor dem Verbinden;
- 5B eine Seitenansicht der Anordnung gemäß 5A;
- 6A eine Ansicht der hermaphroditischen Kontaktelemente beim Verbinden;
- 6B eine Seitenansicht der Anordnung gemäß 6A;
- 7A eine Ansicht der hermaphroditischen Kontaktelemente beim Verbinden;
- 7B eine Seitenansicht der Anordnung gemäß 7A;
- 7C eine Draufsicht auf die Anordnung gemäß 7A;
- 8A eine Ansicht der hermaphroditischen Kontaktelemente in verbundener Stellung;
- 8B eine Draufsicht auf die Anordnung gemäß 8A;
- 8C eine Schnittansicht entlang der Linie A-A gemäß 8B;
- 9 eine Ansicht eines anderen Ausführungsbeispiels eines hermaphroditischen Kontaktelements;
- 10 eine Draufsicht auf das hermaphroditische Kontaktelement;
- 11 eine Seitenansicht des hermaphroditischen Kontaktelements;
- 12 eine frontale Ansicht des hermaphroditischen Kontaktelements;
- 13A eine Ansicht zweier hermaphroditischer Kontaktelemente vor dem Verbinden;
- 13B eine Seitenansicht der Anordnung gemäß 13A;
- 14A eine Ansicht der hermaphroditischen Kontaktelemente beim Verbinden;
- 14B eine Seitenansicht der Anordnung gemäß 14A;
- 14C eine Draufsicht auf die Anordnung gemäß 14A;
- 15A eine Ansicht der hermaphroditischen Kontaktelemente in verbundener Stellung;
- 15B eine Schnittansicht entlang der Linie B-B gemäß 15A;
- 15C eine Draufsicht auf die hermaphroditischen Kontaktelemente in verbundener Stellung;
- 16 eine Ansicht eines weiteren Ausführungsbeispiels eines hermaphroditischen Kontaktelements;
- 17 eine Draufsicht auf das hermaphroditische Kontaktelement;
- 18 eine Seitenansicht des hermaphroditischen Kontaktelements;
- 19 eine frontale Ansicht des hermaphroditischen Kontaktelements;
- 20A eine Ansicht zweier hermaphroditischer Kontaktelemente vor dem Verbinden;
- 20B eine Draufsicht auf die Anordnung gemäß 20A;
- 21A eine Ansicht der hermaphroditischen Kontaktelemente beim Verbinden;
- 21B eine frontale Ansicht der hermaphroditischen Kontaktelemente beim Verbinden;
- 21C eine Draufsicht auf die hermaphroditischen Kontaktelemente beim Verbinden;
- 22A eine Ansicht der hermaphroditischen Kontaktelemente beim Verbinden in anderer Lage zueinander;
- 22B eine Draufsicht auf die Anordnung gemäß 22A;
- 23A eine Ansicht der hermaphroditischen Kontaktelemente in der Lage gemäß 22A, 22B beim Verbinden; und
- 23B eine Draufsicht auf die Anordnung gemäß 23A.
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1 bis 8A-8C zeigen ein erstes Ausführungsbeispiel eines hermaphroditischen Kontaktelements 1, das entlang einer Steckrichtung E elektrisch mit einem baugleichen, anderen hermaphroditischen Kontaktelement 1' in Verbindung gebracht werden kann, um eine elektrische Kontaktierung zum Beispiel von an die hermaphroditischen Kontaktelemente 1, 1' angeschlossenen elektrischen Leitungen 2 herzustellen.
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Das hermaphroditische Kontaktelement 1, wie es in 1 bis 4 in unterschiedlichen Ansichten dargestellt ist, weist eine Kontaktlamelle 10 und einen mit der Kontaktlamelle 10 einstückig verbundenen Anschlussabschnitt 14 auf. Über die Kontaktlamelle 10 kann das hermaphroditische Kontaktelement 1 an ein baugleiches, anderes hermaphroditisches Kontaktelement 1' angesetzt werden, wie dies in 5A-5C bis 8A-8C dargestellt ist. Über den Anschlussabschnitt 14 kann demgegenüber eine elektrische Leitung 20 mit einem abisolierten Leiterende 20 elektrisch an das hermaphroditische Kontaktelement 1 angeschlossen werden, indem das Leiterende 20 in einen Crimpbereich 140 des Anschlussabschnitts 14 eingelegt und mit dem Anschlussabschnitt 14 vercrimpt wird, um auf diese Weise die elektrische Leitung 2 elektrisch mit dem Kontaktelement 1 zu kontaktieren und mechanisch an dem Kontaktelement 1 festzulegen.
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Die Kontaktlamelle 10 ist zusammen mit dem Anschlussabschnitt 14 einstückig zum Beispiel als metallenes Stanzbiegeteil aus einem elektrisch gut leitfähigen Metallmaterial, zum Beispiel einem Kupfermaterial, gefertigt. Das hermaphroditische Kontaktelement 1 stellt hierbei ein einlamelliges Kontaktelement dar, mit einer (einzigen) Kontaktlamelle 10, über die eine elektrische und mechanische Verbindung mit einem baugleichen, anderen hermaphroditischen Kontaktelement 1' hergestellt werden kann.
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Die Kontaktlamelle 10 weist, an einem vorderen Ende 100, einen Buchsenabschnitt 11 auf, der durch zwei zu einer Basis 113 umgebogene Umgriffselemente 110 geformt ist. Die Umgriffselemente 110 sind an seitlichen Kanten der Basis 100 angeordnet und um näherungsweise 180° zu der Basis 113 umgebogen, sodass die Umgriffselemente 110 mit Köpfen 111 aufeinander zu weisen und einen näherungsweise C-förmigen Buchsenabschnitt 11 ausbilden.
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An den Köpfen 111 sind die Umgriffselemente 110 an einer der Basis 113 zugewandten Seite konvex gekrümmt, sodass über die Köpfe 111 eine pressende Verbindung mit der Kontaktlamelle 10 des baugleichen, anderen hermaphroditischen Kontaktelements 1' hergestellt werden kann.
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Rückseitig des vorderen Endes 100 schließt an den Buchsenabschnitt 11 ein Verjüngungsabschnitt 12 an, der gegenüber dem Buchsenabschnitt 11 und einem an den Verjüngungsabschnitt 12 anschließenden Schwertabschnitt 13 entlang einer Querrichtung Q verjüngt ist. Der Verjüngungsabschnitt 12 ist insbesondere durch einander gegenüberliegende Ausnehmungen 120 an der Kontaktlamelle 10 gebildet, durch die die Kontaktlamelle 10 im Bereich des Verjüngungsabschnitts 12 auf eine Breite B2 reduziert ist (siehe 2).
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Die Breite B2 ist insbesondere kleiner oder gleich (oder nur geringfügig größer) einem Abstand B1 zwischen den Köpfen 111 der Umgriffselemente 110, sodass der Verjüngungsabschnitt 12 des hermaphroditischen Kontaktelements 1 zwischen den Umgriffselementen 110 des baugleichen, anderen hermaphroditischen Kontaktelements 1' hindurchgeführt werden kann, wenn die hermaphroditischen Kontaktelemente 1, 1' miteinander verbunden werden, wie dies nachstehend noch erläutert werden soll.
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Der an den Verjüngungsabschnitt 12 anschließende Schwertabschnitt 13 ist gegenüber dem Verjüngungsabschnitt 12 erweitert und ist seitlich durch Kanten 130 begrenzt.
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Zum Verbinden der hermaphroditischen Kontaktelemente 1, 1' miteinander werden die hermaphroditischen Kontaktelemente 1, 1' entlang einer Steckrichtung E einander angenähert, wie dies im Übergang von 5A, 5B hin zu 6A, 6B dargestellt ist. Dabei gelangen die Buchsenabschnitte 11 an den vorderen Enden 100 der Kontaktlamellen 10 miteinander in Anlage und laufen mit stirnseitig an den Buchsenabschnitten 11 gebildeten Auflaufschrägen 112 aufeinander auf, sodass die Kontaktlamellen 10 entlang einer Höhenrichtung H senkrecht zur Steckrichtung E unter elastischer Verformung der Kontaktlamellen 10 zueinander ausgelenkt werden und eine Ausweichbewegung A zueinander ausführen. Dadurch gleiten die Buchsenabschnitte 11 übereinander, bis die Buchsenabschnitte 11 einander passiert haben und zurück in ihre entspannte Ausgangsstellung schnappen, wie dies in 7A-7C dargestellt ist.
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Nachdem sich die Buchsenabschnitte 11 passiert haben, befinden sich die Buchsenabschnitte 11 jeweils im Bereich des Verjüngungsabschnitts 12 des jeweiligen anderen hermaphroditischen Kontaktelements 1, 1', wie dies aus 7A-7C ersichtlich ist. Der Verjüngungsabschnitt 12 ist hierbei zwischen den Köpfen 111 der Umgriffselemente 110 hindurch in den jeweiligen Buchsenabschnitt 11 eingeführt worden, sodass eine jede Kontaktlamelle 10 im Bereich des Buchsenabschnitts 11 des jeweils anderen Kontaktelements 1', 1 zu liegen kommt.
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Werden die Kontaktelemente 1, 1' nunmehr weiter entlang der Steckrichtung E aufeinander aufgesteckt, wie dies im Übergang von 7A-7C hin zu 8A-8C dargestellt ist, so gleitet der Schwertabschnitt 13 eines jeden Kontaktelements 1, 1' in den Buchsenabschnitt 11 des jeweils anderen Kontaktelements 1', 1 ein, sodass in verbundener Stellung die Umgriffselemente 110 des Buchsenabschnitts 11 eines jeden hermaphroditischen Kontaktelements 1, 1' den Schwertabschnitt 13 des jeweils anderen hermaphroditischen Kontaktelements 1', 1 an den Kanten 130 umgreifen und über die Köpfe 111 der Umgriffselemente 110 in (elastisch vorgespannter, pressender) Anlage mit dem Schwertabschnitt 13 sind.
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In verbundener Stellung sind die hermaphroditischen Kontaktelemente 1, 1' somit mechanisch miteinander verbunden und elektrisch miteinander kontaktiert. Die hermaphroditischen Kontaktelement 1, 1' sind hierbei über ihre Kontaktlamellen 10 mechanisch gegeneinander abgestützt, indem die Schwertabschnitte 13 mit den Buchsenabschnitten 11 in Eingriff sind und somit ein Form- und Kraftschluss zwischen den Buchsenabschnitten 11 und den Schwertabschnitt und 13 besteht.
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Zum Lösen der hermaphroditischen Kontaktelemente 1, 1' voneinander werden die hermaphroditischen Kontaktelemente 1, 1' entgegen der Steckrichtung E zueinander verschoben, bis die Buchsenabschnitte 11 wiederum im Bereich der Verjüngungsabschnitte 12 zu liegen kommen und somit die Kontaktlamellen 10 voneinander abgenommen werden können.
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Dadurch, dass die Kontaktelemente 1, 1' jeweils mit einer (einzigen) Kontaktlamelle 10 ausgebildet sind und integral als metallenes Stanzbiegeteil gefertigt werden können, ergibt sich eine einfache, kostengünstige Fertigung, bei zuverlässigem Verbinden unter mechanischer Abstützung der Kontaktlamellen 10 aneinander.
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Ein weiteres Ausführungsbeispiel von hermaphroditischen Kontaktelementen 1, 1' zeigen 9 bis 15A-15C.
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Während bei dem Ausführungsbeispiel gemäß 1 bis 8A-8C der Buchsenabschnitt 11 an einem vorderen Ende 100 der Kontaktlamelle 10 geformt ist, ist bei dem Ausführungsbeispiel gemäß 9 bis 15A-15C die Reihenfolge des Schwertabschnitts 13 und des Buchsenabschnitts 11 umgekehrt. So ist an dem vorderen Ende 100 der Kontaktlamelle 10 des hermaphroditischen Kontaktelements 1, 1' ein Schwertabschnitt 13 geformt, an den rückseitig ein Buchsenabschnitt 11 anschließt. Der Buchsenabschnitt 11 weist wiederum zwei Umgriffselemente 110 auf, die zu einer Basis 113 umgebogen sind und mit Köpfen 111 einander angenähert sind.
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An die Kontaktlamelle 10 schließt auch bei den hermaphroditischen Kontaktelement 1, 1' gemäß 9 bis 15A-15C ein Anschlussabschnitt 14 mit einem Crimpbereich 140 zum Anschließen einer elektrischen Leitung 2 an.
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Um die hermaphroditischen Kontaktelemente 1, 1' des Ausführungsbeispiels gemäß 9 bis 15A-15 C miteinander zu verbinden, werden die hermaphroditischen Kontaktelemente 1, 1' entlang einer Steckrichtung E aneinander angesetzt, wie dies im Übergang von 13A, 13B hin zu 14A, 14B ersichtlich ist. Dabei gleiten die Schwertabschnitte 13 der Kontaktlamellen 10 der hermaphroditischen Kontaktelemente 1, 1' aufeinander auf und gelangen, wie aus dem Übergang von 14A-14C hin zu 15A-15C ersichtlich, mit dem Buchsenabschnitt 11 des jeweils anderen hermaphroditischen Kontaktelements 1, 1' in Eingriff.
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In verbundener Stellung, dargestellt in 15A-15C ist der Schwertabschnitt 13 eines jeden hermaphroditischen Kontaktelements 1, 1' in Eingriff mit dem Buchsenabschnitt 11 des jeweils anderen hermaphroditischen Kontaktelements 1', 1, wobei der Schwertabschnitt 13 von den Umgriffselementen 110 umgriffen und mit den Köpfen 111 in Anlage ist, wie dies zum Beispiel aus der Schnittansicht gemäß 15B ersichtlich ist.
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Wiederum weisen die hermaphroditischen Kontaktelemente 1, 1' jeweils eine (einzige) Kontaktlamelle 10 auf und können einfach und kostengünstig zum Beispiel als metallenes Stanzbiegeteil hergestellt sein.
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Bei dem Ausführungsbeispiel gemäß 16 bis 21A-21C weisen hermaphroditische Kontaktelemente 1, 1' jeweils eine Kontaktlamelle 10 auf, an der ein Schwertabschnitt 13 und ein Buchsenabschnitt 11 geformt ist. Der Buchsenabschnitt 11 ist hierbei durch ein einziges, zu einer Basis 113 umgebogenes Umgriffselement 110 geformt, das mit einem Kopf 111 dem Schwertabschnitt 13 zugewandt ist. Seitlich an die Basis 113 schließt ein Anschlussabschnitt 14 mit einem Crimpbereich 140 zum Anschließen einer elektrischen Leitung 2 an.
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Das Ausführungsbeispiel gemäß 16 bis 21A-21C ermöglicht das elektrische Kontaktieren von hermaphroditischen Kontaktelementen 1, 1' miteinander entlang unterschiedlicher Steckrichtungen E.
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So können die hermaphroditischen Kontaktelemente 1, 1', wie in 20A, 20B und 21A-21C dargestellt, mit aufeinander zu weisenden vorderen Enden 100 von Schwertabschnitten 13 aufeinander gesteckt werden, sodass die Schwertabschnitte 13 der hermaphroditischen Kontaktelemente 1, 1' jeweils mit dem Buchsenabschnitt 11 des anderen hermaphroditischen Kontaktelements 1', 1 in Eingriff gelangen, wie dies im Übergang von 20A, 20B hin zu 21A-21C dargestellt ist. Die Anschlussabschnitte 14 erstrecken sich hierbei nebeneinander, sodass Leitungen 2 bei aneinander angeschlossenen Kontaktelementen 1, 1' zur gleichen Seite von den miteinander verbundenen Kontaktelementen 1, 1' weggeführt werden können.
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Die hermaphroditischen Kontaktelemente 1, 1' ermöglichen aber auch ein Ansetzen entlang einer anders gerichteten Steckrichtung E, wie dies in 22A, 22B und 23A, 23B dargestellt ist. So können die hermaphroditischen Kontaktelemente 1, 1' auch so aneinander angesetzt werden, dass das vordere Ende 100 am Schwertabschnitt 13 der Kontaktlamelle 10 des einen hermaphroditischen Kontaktelements 1 einer seitlichen Kante 130 des Schwertabschnitts 13 der Kontaktlamelle 10 des anderen hermaphroditischen Kontaktelements 1' angenähert wird, um die Kontaktelemente 1, 1' unter einem Winkel von näherungsweise 90° (bezogen auf eine durch den Anschlussabschnitt 14 vorgegebene Kabelabgangsrichtung einer an das jeweilige Kontaktelement 1, 1' angeschlossenen elektrischen Leitung 2) miteinander in Eingriff zu bringen.
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Dadurch, dass bei sämtlichen Ausführungsbeispielen Buchsenabschnitte 11 und Schwertabschnitte 13 miteinander in Eingriff gebracht werden, stützen sich die Kontaktlamellen 10 der hermaphroditischen Kontaktelemente 1, 1' in verbundener Stellung zueinander ab. Weitere Maßnahmen für ein Abstützen sind nicht erforderlich. Auf diese Weise kann eine mechanisch feste, elektrisch zuverlässig kontaktierte Verbindung zwischen den hermaphroditischen Kontaktelementen 1, 1' gewährleistet werden.
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Der der Erfindung zugrunde liegende Gedanke ist nicht auf die vorangehend geschilderten Ausführungsbeispiele beschränkt, sondern lässt sich auch in andersgearteter Weise verwirklichen.
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Hermaphroditische Kontaktelemente können zum Verbinden ganz unterschiedlicher elektrischer Baugruppen, insbesondere elektrischer Leitungen, miteinander dienen. Die Kontaktelemente können hierbei Bestandteil eines Steckverbinders sein, um durch steckende Verbindung von Steckverbinderteilen eine elektrische Kontaktierung einer Baugruppe von Leitungen miteinander bereitzustellen.
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Bezugszeichenliste
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- 1
- Hermaphroditisches Kontaktelement
- 10
- Kontaktlamelle
- 100
- Vorderes Ende
- 11
- Buchsenabschnitt
- 110
- Umgriffselement
- 111
- Kopf
- 112
- Auflaufschräge
- 113
- Basis
- 12
- Verjüngungsabschnitt
- 120
- Ausnehmung
- 13
- Schwertabschnitt
- 130
- Seitliche Kante
- 14
- Anschlussabschnitt
- 140
- Crimpbereich
- 2
- Elektrische Leitung
- 20
- Leiterende
- A
- Ausweichbewegung
- B1, B2
- Breite
- E
- Steckrichtung
- H
- Höhenrichtung
- Q
- Querrichtung
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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- DE 102005054590 A1 [0004]
- EP 2360792 B1 [0004]
- EP 1965470 B1 [0004]
- US 2389115 [0004]
- DE 1003311 B [0004]
- US 2745076 [0004]
- US 5167528 [0005]
- JP 2005005158 A [0005]
- US 8998645 B2 [0005]