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Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur schnellen und effektiven Vernichtung von Ungeziefer, durch welches beispielsweise Ameisen, Käfer, Fliegen und Spinnen innerhalb von Sekunden vernichtet werden, ohne Leiden für die Tiere zu verursachen.
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Stand der Technik
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Ungeziefer ist im häuslichen Bereich und teilweise auch in privaten und öffentlichen Grünanlagen oftmals unerwünscht. Während hierzulande beispielsweise Spinnen keine Gefahr für den Menschen darstellen, so sind doch Phobien oder zumindest starke Abneigungen gegen Spinnen relativ verbreitet. Von manchen heimischen Insekten, insbesondere von Bienen und Wespen, geht auch eine ernstzunehmende Gefahr aus, nämlich für Menschen, die allergisch gegen Bienen- und Wespenstiche sind. Andere Insekten wie z.B. Ameisen sind vorrangig lästig, da sie in Staaten leben und durch ihre Vielzahl natürlich im häuslichen Bereich, aber auch im Außenbereich als störend empfunden werden. Es besteht daher ein Bedarf, unerwünschte Insekten effektiv zu beseitigen.
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An Lösungen zur Ungeziefervernichtung gibt es bereits eine ganze Bandbreite. Diese reicht von einfachen Hausmitteln wie der Ameisenvernichtung durch Backpulver bis zu klassischen Bioziden, die in der Regel in flüssiger Form auf die zu vernichtenden Tiere aufgesprüht oder vernebelt werden.
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Obwohl Insekten und auch Spinnentiere in vielen Bereichen zwar auf der einen Seite lästig und unerwünscht sind, handelt es sich bei diesen auf der anderen Seite doch auch um nützliche Tiere, deren Leben keineswegs qualvoll, sondern so human wie möglich beendet werden sollte. Dies ist bei der o.g. Anwendung von Bioziden und auch bei der Anwendung von Hausmitteln, wie dem bereits erwähnten Backpulver gegen Ameisen in der Regel nicht der Fall, denn nach Exposition der Tiere mit den jeweiligen Stoffen leiden diese über einen unangemessen langen Zeitraum und finden ein ausgesprochen qualvolles Ende.
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Eine andere Möglichkeit der Ungeziefervernichtung besteht darin, die unerwünschten Tiere thermisch abzutöten, was einerseits durch Hitze- und auch durch Kälteeinwirkung möglich ist. Als Hitzeeinwirkung ist insbesondere eine Heißluftbehandlung bekannt, die sich je nach Höhe der Temperatur der eingesetzten heißen Luft aber auch über einen vergleichsweise langen Zeitraum von ein bis zwei Stunden erstrecken muss, um eine effektive Vernichtung zu garantieren. Überdies ist diese Methode nicht lokal anwendbar, um beispielsweise ein in der Wohnung vorkommendes einzelnes Insekt oder eine einzelne Spinne zu töten.
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Unter dem Handelsnamen „Cryonite“ ist ein Kälteschaum auf Basis von Kohlenstoffdioxid bekannt. Das Kohlenstoffdioxid ist in einer Druckflasche enthalten, die über einen Schlauch mit einer Sprühlanze und einer speziellen Auslassdüse verbunden ist. Durch punktuelles Aufbringen des -78,5 °C kalten Kohlenstoffdioxid-„Schnees“ auf ein Insekt wird dieses binnen Sekunden getötet, ohne einen Kälteschutz aufbauen zu können. Obwohl sich diese Methode der Insektenvernichtung durch ihre Schnelligkeit auszeichnet, die es erlaubt, die Tiere ohne Leiden zu vernichten, so sind doch die Größe und das hohe Gesamtgewichtes des Gerätes, insbesondere der CO2-Flasche, nachteilhaft. Dies mag zwar einen professionellen Insektenvernichter nicht stören, aber für den normalen Haushaltsgebrauch sind Größe und Gewicht des Cryonite-Systems eher weniger praktikabel.
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Aufgabe der Erfindung
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Es ist daher die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine alternative für eine effektive Ungeziefervernichtung bereitzustellen, die die aus dem Stand der Technik bekannten Nachteile überwindet und sich vorzugsweise durch eine besonders einfache und gesundheitlich sowie ökologisch unbedenkliche Anwendbarkeit sowie äußert schnelle Wirksamkeit auszeichnet.
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Allgemeine Beschreibung der Erfindung
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Die Erfindung löst diese Aufgabe mit den Merkmalen der Ansprüche und insbesondere mit einer Vorrichtung zur Ungeziefervernichtung, die aus einer gefüllten Aerosoldose besteht, wobei die Aerosoldose ausschließlich ein biozidfreies Ungeziefervernichtungsmittel enthält und die Vorrichtung eingerichtet ist, das biozidfreie Ungeziefervernichtungsmittel bei Betätigung der Aerosoldose mit einer Temperatur von max. -25 °C freizusetzen.
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Im Rahmen der vorliegenden Erfindung wurde gefunden, dass Ungeziefer, wie z.B. Insekten oder Spinnentiere, das unerwartet mit Kälte konfrontiert wird, keinen körpereigenen Kälteschutz aufbauen kann und binnen weniger Sekunden stirbt. Während die Tiere die jahreszeitlich bedingten Temperaturschwankungen häufig durch den Aufbau eines Kälteschutzes schadlos überstehen können, sind sie einer spontanen Kälteexposition schutzlos ausgeliefert. Denn bei der spontanen Exposition der Tiere mit extremer Kälte gefriert das Wasser in den körpereigenen Zellen, woraufhin die Zellwände von den gebildeten Kristallen durchstochen werden und das Tier augenblicklich stirbt.
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Dies macht sich die vorliegende Erfindung zunutze und stellt eine gefüllte Aerosoldose als Vorrichtung zur Ungeziefervernichtung bereit, die ausschließlich ein biozidfreies Ungeziefervernichtungsmittel enthält. Da die Vernichtung des Ungeziefers gemäß der Erfindung auf thermischem Wege erfolgt, kann gänzlich auf den Einsatz klassischer Biozide verzichtet werden. Das in der Aerosoldose enthaltene Ungeziefervernichtungsmittel ist daher biozidfrei und wird bei Betätigung der Aerosoldose, in der Regel per Knopfdruck, mit einer Temperatur von max. -25 °C freigesetzt.
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Bei dem Ungeziefervernichtungsmittel handelt es sich vorzugsweise um ein Treibmittel oder um ein Treibmittelgemisch. Das Treibmittel ist dabei vorzugsweise Propan, Butan, Dimethylether, Difluoroxonium oder eine Mischung aus zwei oder mehreren dieser Verbindungen. Besonders bevorzugt enthält das Ungeziefervernichtungsmittel ausschließlich das Treibmittel oder besteht zu mindestens 90 Gew.-%, zu mindestens 95 Gew.-%, zu mindestens 98 Gew.-% oder zu mindestens 99,0-99,99 Gew.-% aus Treibmittel. Es ist jedoch nicht das Treibmittel als solches, das Auslöser für den sofortigen Tod der Tiere ist, sondern ausschließlich die durch die Freisetzung des Treibmittels erzeugte Kälte von -25 °C oder noch kälteren Temperaturen, z.B. von -25 bis -60 °C.
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Gemäß einer alternativen Ausführungsform der Erfindung besteht das Ungeziefervernichtungsmittel aus Treibmittel sowie weiteren biozidfreien Zusätzen, beispielsweise Aromastoffen, wobei der Anteil an weiteren biozidfreien Zusätzen an dem Ungeziefervernichtungsmittel insbesondere < 5 Gew.-%, < 3 Gew.-% oder < 1 Gew.-% beträgt.
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Die erfindungsgemäße Vorrichtung zur Ungeziefervernichtung, die aus der befüllten Aerosoldose besteht, ist eingerichtet, das enthaltene biozidfreie Ungeziefervernichtungsmittel bei Betätigung der Aerosoldose mit einer Temperatur von max. -25 °C, insbesondere mit einer Temperatur von -40 bis -50 °C und insbesondere mit einer Temperatur von ca. -45 °C freizusetzen, beispielsweise in Form eines „Schnees“, eines Eis-Nebels, eines Frost-Nebels oder eines Frost-Gels, die bei Umgebungstemperaturen von über 0 °C innerhalb weniger Sekunden sublimieren.
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Ein besonderer Vorteil der erfindungsgemäßen Vorrichtung ist natürlich darin zu sehen, dass diese keinerlei Biozide als Inhaltsstoffe enthält und somit im Gegensatz zu klassischen Insektenvernichtungsmitteln deutlich gesundheitsschonender im Gebrauch ist. Auch wird durch die Anwendung der Vorrichtung kein Kohlenstoffdioxid freigesetzt, was als Treibhausgas bekanntermaßen zum Treibhauseffekt beiträgt und daher aus ökologischen Gründen ebenfalls vermieden werden sollte. Ein weiterer großer Vorteil der erfindungsgemäßen Vorrichtung liegt überdies darin, dass diese aufgrund ihrer nur durch die Ausmaße der Aerosoldose bedingten geringen Größe sehr handlich und portabel ist. Im Haushalts- und Gartenbereich ist das Ungeziefervernichtungsmittel daher jederzeit problemlos und schnell zur Hand, und kann beispielsweise auch bequem in der Handtasche o.ä. mitgeführt werden.
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Die Anwendung der erfindungsgemäßen Vorrichtung zeichnet sich dadurch aus, dass eine Aerosoldose, die ausschließlich ein biozidfreies Ungeziefervernichtungsmittel enthält, mit ihrer Auslassöffnung auf ein zu vernichtendes Ungeziefer gerichtet wird, und durch Betätigung der Aerosoldose, insbesondere per Knopfdruck, das biozidfreie Ungeziefervernichtungsmittel mit einer Temperatur von max. -25 °C, beispielsweise mit einer Temperatur von -25 bis -60 °C, und besonders bevorzugt mit einer Temperatur von ca. -45 °C, freigesetzt wird und das zu vernichtende Ungeziefer kontaktiert.
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Bevorzugt wird das zu vernichtende Ungeziefer für eine Dauer von 1 bis 10 Sekunden mit dem biozidfreien Ungeziefervernichtungsmittel kontaktiert. Besonders bevorzugt ist auch eine Expositionsdauer von 1 bis 5 Sekunden und sogar von 1 bis 3 Sekunden ausreichend, um das Ungeziefer durch die Kälteeinwirkung zu vernichten.
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Bevorzugt wird die Aerosoldose während der Betätigung in einem Abstand von 5 bis 50 cm zu dem zu vernichtenden Ungeziefer gehalten. Ein optimaler Abstand zwischen Ungeziefer und Auslassöffnung der Aerosoldose beträgt 10 bis 30 cm und insbesondere 15 bis 25 cm.
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Gemäß einer Ausführungsform beträgt die Menge an freigesetztem Ungeziefervernichtungsmittel ca. 0,5 bis 10 mg/s.
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Das Ungeziefervernichtungsmittel wird z.B. in schneeförmiger Form oder in Form eines gefrosteten Gels oder Eisnebels aus der erfindungsgemäßen Vorrichtung freigesetzt und sublimiert bei Raumtemperatur innerhalb weniger Sekunden rückstandslos. Entsprechend eignet sich die Verwendung der Vorrichtung insbesondere auch für Anwendungen an empfindlichen Textilien oder Oberflächen sowie an elektronischen Geräten.
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Bei Kontaktierung bzw. Exposition des zu vernichtenden Ungeziefers mit dem - 25 °C kalten oder noch kälteren Ungeziefervernichtungsmittel gefriert augenblicklich das Wasser in den Zellen der Tiere zu Eiskristallen, die die Zellwände durchstechen, wodurch das Tier binnen Sekunden, beispielsweise innerhalb von 1 bis 3 Sekunden, stirbt.
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Die erfindungsgemäße Vorrichtung kann zur Vernichtung jeglichen Ungeziefers verwendet werden. Beispielhaft seien lediglich Bettwanzen, Flöhe, Motten, Ameisen, Silberfische, Asseln, Mücken, Wespen, Spinnen, Fliegen, Kakerlaken, Schaben, Käfer und Zecken als besonders geeignet erwähnt. Weiterhin sind auch Entwicklungsvorstufen dieser, insbesondere Larven und Eier, für die Anwendung der Vorrichtung geeignet, da hier auf analoge Weise durch die Kälteeinwirkung von -25 bis -60 °C eine Abtötung erfolgt.
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Die Erfindung betrifft weiterhin auch die Verwendung einer Aerosoldose, die ein biozidfreies Ungeziefervernichtungsmittel enthält und eingerichtet ist, das biozidfreie Ungeziefervernichtungsmittel bei Betätigung der Aerosoldose mit einer Temperatur von max. -25 °C freizusetzen, zur Vernichtung von Ungeziefer. Das zu vernichtende Ungeziefer kann dabei ausgewählt sein aus der Gruppe, die Bettwanzen, Flöhe, Motten, Ameisen, Silberfische, Asseln, Mücken, Wespen, Spinnen, Fliegen, Kakerlaken, Schaben, Käfer und Zecken sowie Entwicklungsvorstufen dieser, insbesondere Larven und Eier dieser, umfasst.
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Genaue Beschreibung der Erfindung
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Die Erfindung wird nun genauer anhand eines Beispiels beschrieben.
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Beispiel 1: Verwendung einer erfindungsgemäßen Vorrichtung zur Vernichtung einer Spinne
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Eine auf dem Fußboden sitzende Spinne soll mittels einer mit einem Propan/Butan-Gemisch gefüllten Aerosoldose vernichtet werden. Außer dem Treibmittel-Gemisch enthält die Aerosoldose keine weiteren Bestandteile.
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Die Aerosoldose wird nun mit ihrer Auslassöffnung in einen Abstand von ca. 25 cm zu der Spinne gebracht und es wird für 2 Sekunden der Auslöser betätigt, sodass das Treibmittel-Gemisch während dieser Zeit in Form eines Eisnebels und mit einer Temperatur von etwa - 45 °C freigesetzt wird. Die Spinne ist augenblicklich tot. Auf der Spinne sowie um diese herum auf dem Fußboden ist eine weißliche Ablagerung erkennbar, die an Raureif erinnert. Diese sublimiert restlos innerhalb von 15 Sekunden.
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Die in der vorstehenden Beschreibung sowie in den Ansprüchen offenbarten Merkmale der Erfindung können sowohl einzeln als auch in beliebigen Kombinationen für die Verwirklichung der Erfindung in ihren verschiedenen Ausführungsformen wesentlich sein.