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Die Erfindung betrifft einen Anodenkorb zur Aufnahme von löslichem Anodenmaterial in einer Galvanisieranlage und eine Galvanisieranlage mit einem solchen Anodenkorb.
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Um ein Werkstück mit einer metallischen Schicht zu galvanisieren, kann in einen Behälter mit einem elektrisch leitfähigen Elektrolyten ein metallisches Anodenmaterial eingetaucht werden, wobei zwischen dem Anodenmaterial und dem Werkstück eine elektrische Spannung angelegt wird. Es ist allgemein ein Ziel, ein solches Abscheiden von Metall auf einem Werkstück mit einer vorbestimmten Schichtdicke zu erreichen. Bei vielen Anwendungen ist es zudem erwünscht, die Schicht mit einer möglichst gleichmäßigen Schichtdicke auf der Oberfläche des Werkstückes abzuscheiden.
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Es gibt mehrere Möglichkeiten, die Schichtdickenverteilung auf einer Werkstückoberfläche zu beeinflussen. Generell besteht eine Möglichkeit darin, das Verhältnis aus der Oberfläche der Anode zur Oberfläche der Kathode, als welches das Werkstück gepolt wird, zu verändern. Dies kann zum Beispiel dadurch erreicht werden, dass die Zahl der in einem Elektrolytbehälter angeordneten Anoden aus einem löslichen Anodenmaterial erhöht oder verringert wird. Eine solche Maßnahme bewirkt eine Veränderung der elektrischen Feldverteilung zwischen einer Anode und dem als Kathode geschalteten Werkstück. Da die Feldverteilung die Schichtdickenverteilung beeinflusst, lässt sich auf diese Weise die Dicke einer abgeschiedenen metallischen Schicht auf dem Werkstück variieren. Die Veränderung der Anodenzahl stellt jedoch nur eine relativ grobe Maßnahme zur Beeinflussung der Schichtdickenverteilung dar.
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Eine etwas genauere Steuerungsmöglichkeit der Schichtdickenverteilung lässt sich dadurch erreichen, indem ein Teil der Oberfläche einer im Elektrolyten eingetauchten Anode abgeklebt wird, um die freie Oberfläche der Anode zu verringern. Ein solches Abkleben ist jedoch arbeitsintensiv und fehleranfällig. Eine ähnliche Maßnahme ist in der
DE 2 260 803 A1 beschrieben. Dort ist ein Anodenkorb offenbart, der in dem Bereich, in dem ein Ionenaustritt unerwünscht ist, geschlossen ausgebildet ist. Ein solches Verschließen wird dadurch erreicht, dass der Anodenkorb in dem gewünschten Bereich beidseitig mit einer die Korbmaschen verschließenden und auf dem Anodenkorb fest haftenden Kunststoffbeschichtung versehen ist. Eine solche Beschichtung lässt sich jedoch nur mit relativ großem Aufwand wieder entfernen. Dies kann erforderlich sein, wenn sich die Größe der zu galvanisierenden Teile und somit deren Oberfläche ändert. So kann die Schichtdickenverteilung bei einer ersten Charge der Werkstücke sehr gut sein, wohingegen bei einer zweiten Charge der Werkstücke mit einer kleineren Oberfläche starke Schichtdickenschwankungen auftreten.
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In
US 4,323,433 ist eine Anode beschrieben, die stabförmig ausgebildet ist. Die Anode ist von einem rohrförmigen, elektrisch isolierenden und säurefesten Gehäuse umgeben, welches am oberen Ende offen ist und am unteren Ende einen Boden mit einem Loch aufweist, durch welches sich die Anode erstreckt. Durch einen oberen Bereich des Gehäuses, welcher nicht dem Elektrolyten ausgesetzt ist, reichen Schrauben bis zur Anodenoberfläche, um damit das Gehäuse mit der Anode zu fixieren. Der untere Bereich der Anode ist von dem Gehäuse nicht umgeben, sodass dieser Bereich von elektrischen Feldlinien erreicht werden kann. Mit dieser Anodenvorrichtung ist es somit möglich, die Feldlinien im oberen Bereich der Anode zu eliminieren. Nachteilig ist jedoch eine hohe Feldlinienkonzentration am unteren Ende der stabförmigen Anode. Dort erfolgt ein starker Materialabtrag der Anode, sodass sich während des Galvanisierens deren Geometrie von einem Zylinder zu einem Konus verändert. Somit ändert sich nicht nur die verfügbare Anodenfläche, sondern auch der Abstand zu einem zu galvanisierenden Werkstück. Nach einem längeren Galvanisieren nimmt am unteren Ende der Anode der Abstand zu einem benachbart dazu angeordneten Werkstück zu, sodass in diesem Bereich des Werkstückes die erreichbare Schichtdicke abnimmt.
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Ferner ist es möglich, dass bei der in
US 4,323,433 beschriebenen Anodenvorrichtung aufgrund einer normalen Bewegung des Elektrolyten Elektrolyt-Spritzer bis zu den Schrauben im oberen Bereich der Anode gelangen, sodass dort mindestens ein chemisches Auflösen der Anode erfolgt. Dies kann bewirken, dass die Andruckkraft der Schrauben auf die Anodenoberfläche nachlässt, sodass sich die Position des Gehäuses relativ zur Anode verändert. Das Gehäuse kann somit nach unten absinken und die von den Feldlinien erreichbare Anodenoberfläche verringern. Damit ändert sich ebenfalls mit zunehmender Galvanisierdauer das Verhältnis aus Anodenoberfläche zu Werkstückoberfläche. Eine gleichmäßige Schichtdickenverteilung ist mit einer Vorrichtung gemäß
US 4,323,433 während einer längeren Galvanisierdauer somit nicht erreichbar.
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In
US 5,776,327 ist ein Anodenkorb beschrieben, der mit löslichem Anodenmaterial befüllt werden kann. Der Anodenkorb besteht aus einem Drahtgeflecht und ist in einer Anodenmaske eingesetzt, welche den Anodenkorb eng umschließt. An einer Seitenfläche der Anodenmaske, welche dem zu beschichtenden Werkstück zugewandt ist, besitzt die Anodenmaske eine Aussparung, sodass das Drahtgeflecht sichtbar ist. Zusätzlich sind an dieser Seitenfläche mehrere Platten angebracht, die relativ zur Anodenmaske in ihrer Höhe verstellt werden können. Durch die Positionierung der Platten ist es möglich, die Feldlinienverteilung zu dem Werkstück zu beeinflussen. Wenn sich jedoch in einer anderen Charge die Größe der Werkstücke ändert, muss der gesamte Anodenkorb aus dem Elektrolytbehälter entnommen werden, um die Position der Platten zu verstellen. Dazu muss der Galvanisiervorgang unterbrochen werden. Zudem wird dabei eine beträchtliche Menge an Galvanisierschlamm aus feinen und feinsten Verunreinigungen des Elektrolyten in Form von Partikeln vom Boden des Elektrolytbehälters nach oben bewegt. Beim nachfolgenden Galvanisiervorgang gelangen diese Partikel dann auf die nächsten Werkstücke und werden mitgalvanisiert. Derartige Werkstücke stellen Ausschuss dar. Es ist bekannt, dass nach einem derartigen Anodenaushub mehrere Stunden erforderlich sind, um den Elektrolyten wieder so zu beruhigen, dass keine Partikel mehr im Elektrolyten schwimmen und sich auf der Oberfläche der Werkstücke absetzen. Der Einsatz eines Anodenkorbes gemäß
US 5,776,327 führt beim Galvanisieren von Werkstücken mit unterschiedlichen Abmessungen daher zu einem beträchtlichen Produktionsausfall und zu Ausschussteilen.
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Auch in
US 4,077,864 ist ein mit löslichem Anodenmaterial befüllbarer Anodenkorb beschrieben. Der Anodenkorb ist mit elektrisch nicht leitfähigen Abschirmungen in Form einer Anodenmaske versehen, welche auf einer einem Werkstück zugewandten Seite Öffnungen aufweisen. Wenn sich die Größe der Werkstücke ändern sollte, muss der Galvanisiervorgang ebenfalls unterbrochen und der Anodenkorb aus dem Elektrolytbehälter entnommen werden, sodass er durch einen Anodenkorb mit anderen Abmessungen und anderer Größe der Öffnungen ausgetauscht werden kann. Dabei treten die oben beschriebenen Nachteile auf.
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In
US 5,788,829 ist eine Galvanisiervorrichtung beschrieben, mit der eine gleichförmige Schichtdicke auf einem zu beschichtenden Werkstück möglich sein soll. Die Vorrichtung weist eine Anode und eine Kathode auf, wobei die Kathode in Form eines Rahmens ausgebildet ist, an dem zu beschichtende Werkstücke angehängt sind. An den beiden äußeren Rändern des Kathodenrahmens sind Platten vorgesehen, welche nicht zu den zu beschichtenden Werkstücken gehören. Sie werden zwar wie die Werkstücke galvanisiert, jedoch dienen sie nur dazu, die hohe Feldlinienkonzentration von den Rändern des Kathodenrahmens abzuhalten. Damit ist es möglich, dass die Werkstücke, die am Rand des Kathodenrahmens eingehängt sind, einer ähnlich hohe Feldlinienkonzentration ausgesetzt sind, wie die Werkstücke in der Mitte des Kathodenrahmens. Ein Anodenkorb ist in der
US 5,788,829 nicht beschrieben.
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In der
EP 2 176 451 B1 ist ein Anodenkorb beschrieben, der lösliches Anodenmaterial aufnehmen kann. Der Anodenkorb weist Abschirmungen aus selbstpassivierendem Material auf, welche mit dem Anodenkorb elektrisch verbunden sind. Die Abschirmungen besitzen Öffnungen von mindestens 2 mm Breite. Damit soll es möglich sein, den Verbrauch von im Elektrolyten vorhandenen organischen Additiven an der Anodenoberfläche zu verringern. Ein Einfluss auf eine Schichtdickenverteilung oder eine Feldlinienverteilung ist in der Druckschrift nicht erwähnt.
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In der
US 2,559,926 ist eine Galvanisiervorrichtung mit einem Elektrolytbehälter und darin vorgesehenen Anodenkörben für die gleichmäßige Beschichtung von Rohren beschrieben. Die Rohre sind schräg in dem Elektrolytbehälter angeordnet. Ein mit löslichem Anodenmaterial befüllbarer Anodenkorb ist aus einer Drahtwendel gebildet, in welcher ein Behältnis eingesetzt ist. Das Behältnis weist an der Seitenwand Bohrungen auf, durch die Ionen des aufzulösenden Anodenmaterials gelangen können. Die Form des Anodenkorbes und des darin befindlichen Behältnisses ist im oberen und mittleren Bereich zylinderförmig, am unteren Rand jedoch konisch ausgebildet. In dem konischen Bereich sind keine Bohrungen in dem Behältnis mehr versehen, sodass der Anodenkorb in diesem unteren Bereich dicht verschlossen ist. Um die benachbart zu dem Anodenkorb verlaufenden Rohre gleichmäßig zu beschichten, werden die Rohre während des Galvanisiervorganges um ihre eigene Achse gedreht.
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Mit der in
US 2,559,926 dargestellten Vorrichtung ist es jedoch nicht möglich, Werkstücke mit anderen Abmessungen aufzunehmen, ohne die Vorrichtung vollständig umzubauen. Die Form und die Fläche der Anoden sind starr und unveränderlich. Die Vorrichtung ist auch nur für Rundmaterial als zu beschichtendes Werkstück, nicht aber für Flachmaterial geeignet. Ferner ist in
US 2,559,926 erwähnt, dass die Vorrichtung nur für niedrige Stromdichten von max. 4 A/dm
2 geeignet ist.
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Es ist eine Aufgabe der Erfindung, einen Anodenkorb bereitzustellen, mit dem eine gleichmäßige Beschichtung eines Werkstückes entlang seiner gesamten Oberfläche während einer langen Galvanisierdauer erreichbar ist. Ferner soll dies bei unterschiedlichen Werkstückgrößen möglich sein, ohne den Galvanisierprozess unterbrechen zu müssen. Mit dem Anodenkorb soll ein Werkstück in Form eines Rundmaterials oder Flachmaterials gleichmäßig beschichtet werden können, wobei dies auch bei hohen Stromdichten bis 100 A/dm2 möglich sein soll. Ferner soll eine Galvanisieranlage mit einem solchen Anodenkorb bereitgestellt werden.
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Die Aufgabe wird durch den Gegenstand des Anspruchs 1 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen sind Gegenstand der Unteransprüche.
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Der erfindungsgemäße Anodenkorb zur Aufnahme von löslichem Anodenmaterial in einer Galvanisieranlage, weist auf:
- – ein Anodenkorbgehäuse, welches geeignet ist, das lösliche Anodenmaterial aufzunehmen,
- – eine untere Anodenkorbblende, welche mindestens teilweise einen unteren Bereich des Anodenkorbgehäuses umgreift,
wobei die Anodenkorbblende mittels einer ersten Justiervorrichtung in der Höhe verstellbar ist, wobei die erste Justiervorrichtung in einem oberen Bereich des Anodenkorbgehäuses oder außerhalb des Anodenkorbgehäuses angeordnet ist.
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Der Anodenkorb weist somit eine untere Anodenkorbblende auf, welche in der Höhe mittels einer ersten Justiervorrichtung in der Höhe verstellbar ist. Die Anodenkorbblende ermöglicht es, dass keine Feldlinienkonzentration an einem unteren Ende der Anode auftritt. Stattdessen gibt es einen stetig abnehmenden Übergang der Feldlinien in den Bereich hinter der Anodenkorbblende. Der Übergang fällt umso größer aus, je weiter die Anodenkorbblende von der Oberfläche des Anodenkorbes beabstandet ist. Da die Anodenkorbblende in der Höhe verstellbar ist, kann eine Anpassung an unterschiedlich große zu galvanisierende Werkstücke erfolgen. Diese Anpassung geschieht erfindungsgemäß mittels einer ersten Justiervorrichtung, die in einem oberen Bereich des Anodenkorbgehäuses oder außerhalb des Anodenkorbgehäuses angeordnet ist. Durch diese Anordnung oberhalb des Anodenkorbgehäuses ist es für einen Bediener einfach möglich, die Höhe der Anodenkorbblende auch im laufenden Betrieb einer Galvanisierungsanlage zu verändern, sodass der Anodenkorb nicht aus dem Elektrolytbehälter entnommen werden muss. Damit werden keine feinen Partikel vom Boden des Elektrolytbehälters aufgewirbelt, woraufhin sich keine Partikel auf der Oberfläche der Werkstückes ablagern und mitgalvanisiert werden können. Durch Einsatz des erfindungsgemäßen Anodenkorbes wird somit eine hohe Anlagenverfügbarkeit und geringe Ausschussrate erreicht. Alternativ kann die Höhenverstellung auch außerhalb des Anodenkorbgehäuses erfolgen, was für einen Bediener der Galvanisierungsanlage ergonomischer sein kann.
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Bevorzugt weist der Anodenkorb eine zusätzliche obere Anodenkorbblende auf, welche mindestens teilweise einen oberen Bereich des Anodenkorbgehäuses umgreift und mittels einer zweiten Justiervorrichtung in der Höhe verstellbar ist, wobei die zweite Justiervorrichtung in einem oberen Bereich des Anodenkorbgehäuses oder außerhalb des Anodenkorbgehäuses angeordnet ist.
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Eine zusätzliche obere Anodenkorbblende ermöglicht eine noch bessere Anpassung der Feldlinienverteilung an unterschiedliche Werkstückabmessungen. Ein weiterer Vorteil kommt hinzu: Ein Elektrolytbehälter ist üblicherweise derart aufgebaut, dass der Elektrolyt an einer Seite des Elektrolytbehälters abfließt, sodass der Elektrolytpegel etwas zu dieser Seite hin geneigt ist. Dies bewirkt, dass entlang der Breite des Elektrolytbehälters eine ungleiche Elektrolytverteilung und somit eine ungleiche Feldlinienverteilung vorliegt. Ein ungleiches Elektrolytniveau kann auch dadurch erzeugt werden, indem eine unterschiedlich starke Lufteinblasung in den Elektrolyten erfolgt. Eine obere Anodenkorbblende kann die Folgen dieser Ungleichheit verringern, da eine entlang der gesamten Breite des Elektrolytbehälters gleiche verfügbare Höhe der Anoden einstellbar ist. Zudem ermöglicht die obere Anodenkorbblende eine einfache Anpassung an eine jeweilige Höhe eines Warenträgers, mit dem die Werkstücke in den Elektrolyten eingetaucht werden.
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Bevorzugt ist die erste und/oder die zweite Justiervorrichtung an den Anodenkorb angebracht. Damit kann ein Bediener auf einfache Weise für jede einzelne Anode die Höhe der jeweiligen Anodenkorbblende einstellen. Es ist dabei möglich, nur mit geringem mechanischem Aufwand eine zuverlässige Justierung der Anodenkorbblende zu erreichen.
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Gemäß einer weiteren Ausführungsform weist der Anodenkorb einen Diaphragmakorb mit einem Diaphragmatuch auf, welche zwischen dem Anodenkorbgehäuse und der unteren Anodenkorbblende angeordnet sind. Ein Diaphragmatuch ist eine Membran, welche auf dem Diaphragmarahmen gleichmäßig aufgespannt werden kann. Indem das Diaphragmatuch zwischen der Anode und der Anodenkorbblende vorgesehen ist, ist die Anodenkorbblende maximal von der Anode entfernt und bildet einen äußeren Bestandteil des Anodenkorbes. Somit kann die Anodenkorbblende einfach mittels einer Stange oder eines Stabes mit der ersten und/oder zweiten Justiervorrichtung gekoppelt sein, ohne mit anderen Teilen des Anodenkorbs in Eingriff zu kommen.
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Bevorzugt ist die untere Anodenkorbblende und/oder die obere Anodenkorbblende aus einem elektrisch isolierenden Werkstoff gebildet. Dies kann ein Kunststoff wie Polypropylen sein, welcher einfach mechanisch zu bearbeiten ist und nur ein geringes spezifisches Gewicht aufweist.
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Die Aufgabe wird für die Galvanisieranlage durch den Anspruch 6 gelöst.
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Weitere Vorteile und Merkmale der Erfindung werden mit Bezug auf die nachfolgenden Zeichnungen erklärt, in welchen zeigen:
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1 eine schematische Darstellung einer ersten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Anodenkorbes;
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2 eine schematische Darstellung einer zweiten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Anodenkorbes; und
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3 eine schematische Darstellung einer erfindungsgemäßen Galvanisieranlage.
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1 zeigt einen Anodenkorb 1, der mittig ein Anodenkorbgehäuse 2 aufweist. Das Anodenkorbgehäuse 2 besteht aus einem anodisch resistenten Werkstoff, der aus einem Metall wie zum Beispiel Titan oder aus einem Kunststoffgebildet sein kann. Das Anodenkorbgehäuse 2 ist geeignet, lösliches Anodenmaterial 3 aufzunehmen. Dieses Anodenmaterial 3 ist in 1 in Kugelform dargestellt, kann jedoch jede beliebige andere Form aufweisen. Das Anodenkorbgehäuse 2 besitzt einen Anodenkorbgehäuseboden 4, welcher so dicht ausgebildet ist, dass sich kleine metallische Partikel und Anodenschlamm im ruhenden Anodenkorb ansammeln können und nicht in den Elektrolytbehälter absinken.
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Das Anodenkorbgehäuse 2 ist von einem Diaphragmakorb 5 umgeben, auf welchem ein Diaphragmatuch 6 gespannt ist. Ein Diaphragmatuch 6 ist vorteilhaft, um Verunreinigungen in Form von kleinen Partikeln des Anodenmaterials zurückzuhalten und nicht in den Elektrolyten gelangen zu lassen. Damit wird verhindert, dass sich derartige Partikel auf einem zu galvanisierenden Werkstück ablagern. Das Diaphragmatuch 6 besteht bevorzugt aus einem Maschengewebe aus Polypropylen.
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Im unteren Bereich des Anodenkorbes 1 ist eine Anodenkorbblende 7 vorgesehen, welche das Anodenkorbgehäuse 2 und den Diaphragmakorb 5 mit dem Diaphragmatuch 6 mindestens teilweise umgreift. Zwischen der Anodenkorbblende 7 und dem Diaphragmatuch 6 ist ein Abstand 8 vorgesehen, welcher so dimensioniert ist, dass die Anodenkorbblende 7 vertikal auf- oder abwärts bewegt werden kann, ohne das Diaphragmatuch 6 zu berühren. Eine derartige vertikale Bewegung erfolgt mittels eines Stabes 9, der an der Anodenkorbblende 7 befestigt ist. Der Stab 9 ist ein Teil der Anodenkorbblende 7. Bei einem zylinderförmigen Anodenkorbgehäuse 2 und einem zylinderförmigen Diaphragmakorb 5 kann es sinnvoll sein, die Anodenkorbblende 7 ebenfalls zylinderförmig auszubilden. Eine solche Geometrie hat eine ausreichende Eigenstabilität oder ein ausreichendes Widerstandsmoment, um zu erwartende mechanische Belastungen bei der Montage oder im Galvanisierprozess ohne Schaden zu widerstehen.
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Der Stab 9 reicht bis in den oberen Bereich des Anodenkorbes 1, wo er mittels einer ersten Justiervorrichtung 10 in der Höhe eingestellt und fixiert werden kann. Bei der in 1 dargestellten Ausführungsform ist die erste Justiervorrichtung 10 so ausgebildet, dass sie am Anodenkorbgehäuse 2 des Anodenkorbes 1 angebracht ist. Dies ermöglicht ein einfaches Verstellen der vertikalen Position der Anodenkorbblende 7 relativ zum Anodenkorb 1. In 1 ist die erste Justiervorrichtung 10 in Form einer Klemmvorrichtung dargestellt. Es sind jedoch beliebige andere Möglichkeiten denkbar, um den Stab 9 mit dem Anodenkorbgehäuse 2 vertikal verstellbar zu verbinden. Dies kann manuell oder elektrisch zum Beispiel mittels eines Motors erfolgen. Die jeweilige vertikale Position der Anodenkorbblende 7 erfolgt in Abhängigkeit von einer Geometrie eines zu galvanisierenden Werkstückes.
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Der Anodenkorb 1 lässt sich mittels eine Anodenkorbhakens 11 an einem Träger 12 einhängen. Der Träger 12 ist so dimensioniert, dass eine ausreichende elektrische Stromstärke in den Anodenkorbhaken 11 und von dort zum Anodenkorbgehäuse 2 geleitet werden kann. Der besondere Vorteil bei dem erfindungsgemäßen Anodenkorb liegt darin, dass ein vertikales Verstellen der Anodenkorbblende 7 möglich ist, ohne den Anodenkorb 1 von dem Träger 12 zu entfernen oder das Anodenkorbgehäuse 2 mit dem löslichen Anodenmaterial 3 zu bewegen. Daher werden keine kleinen Partikel im Elektrolytbehälter aufgewirbelt, woraufhin sich auch keine derartigen Partikel auf der Oberfläche eines zu beschichtenden Werkstückes ablagern. Damit kann ein Produktionsausfall zur Beruhigung des Elektrolyten vermieden werden.
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Zwischen dem Anodenkorbgehäuse 2 und dem Diaphragmakorb 5 ist ein Abstand 13 vorgesehen. Ebenso ist zwischen dem Diaphragmakorb 5 und dem Diaphragmatuch 6 ein Abstand 14 vorgesehen. Diese Abstände sind in 1 nur der besseren Erkennbarkeit dargestellt. In der Praxis können diese Abstände so klein sein, bis ein Berührkontakt vorliegt.
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2 zeigt eine schematische Darstellung einer zweiten Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Anodenkorbes 20. Dieser Anodenkorb 20 weist zusätzlich eine obere Anodenkorbblende 21 auf, welche mit einem Gestänge 22 verbunden ist. Die Anodenkorbblende 21 lässt sich mittels des Gestänges 22 durch Einsatz einer zweiten Justiervorrichtung 23 vertikal verstellen, welche außerhalb des Anodenkorbgehäuses angeordnet ist. Analog dazu kann die erste Justiervorrichtung 10 ebenfalls außerhalb des Anodenkorbgehäuses 2 angeordnet sein.
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3 zeigt in einer schematischen Darstellung eine Galvanisieranlage 100 mit einem Elektrolytbehälter 101, der mit einem Elektrolyten 102 bis zu einem Pegel 103 gefüllt ist. Ein zu beschichtendes Werkstück 104 ist an einem Träger 105 befestigt und in den Elektrolyten 102 eingetaucht. Zur rechten und zur linken Seite des Werkstückes 104 ist jeweils ein Anodenkorb 20 mit einer unteren Anodenkorbblende 7 und einer oberen Anodenkorbblende 21 im Elektrolyten 102 eingetaucht. In der Galvanisieranlage können mehrere Anodenkörbe 20 in Reihe hintereinander oder bogenförmig angeordnet sein. Die Anordnung wird im Wesentlichen durch die Gestalt des zu beschichtenden Werkstückes bestimmt.
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Die vertikale Positionierbarkeit der Anodenkorbblenden 7 und 21 ermöglicht es, die Feldlinienverteilung zwischen dem rechten Anodenkorb 20 und dem Werkstück 104 und zwischen dem linken Anodenkorb 20 und dem Werkstück 104 so einzustellen, dass eine gleichmäßige Schichtdickenverteilung der galvanisierten Schicht auf dem Werkstück 104 erreicht wird.
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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- DE 2260803 A1 [0004]
- US 4323433 [0005, 0006, 0006]
- US 5776327 [0007, 0007]
- US 4077864 [0008]
- US 5788829 [0009, 0009]
- EP 2176451 B1 [0010]
- US 2559926 [0011, 0012, 0012]