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Die Erfindung betrifft ein Kontaktlamellenteil zum Übertragen eines elektrischen Stroms oder eines elektrischen Signals zwischen einem ersten Kontaktelement und einem damit verkuppelbaren zweiten Kontaktelement, gemäß dem Oberbegriff von Patentanspruch 1. Das Kontaktlamellenteil weist eine Mehrzahl sich im Wesentlichen parallel zueinander in einer Längsrichtung erstreckender Kontaktlamellen mit jeweils einer Kontaktzone zum Kontaktieren des ersten Kontaktelements und/oder des zweiten Kontaktelements auf.
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Das erste Kontaktelement ist bspw. eine Kontaktbuchse, in die das zweite Kontaktelement in Form eines Kontaktstifts oder Kontaktsteckers zur Verkupplung in einer Steckrichtung einführbar ist, wobei das Kontaktlamellenteil einen Stromflusspfad zwischen der Kontaktbuchse und dem Kontaktstecker bildet.
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Ferner betrifft die Erfindung einen Steckverbinder mit einem solchen Kontaktlamellenteil.
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Kontaktlamellenteile mit einer Vielzahl von Kontaktlamellen zum Übertragen elektrischer Ströme oder Signale zwischen zwei Kontaktelementen sind bekannt. Regelmäßig sind die Kontaktlamellen dabei derart elastisch oder biegsam eingerichtet, dass sie im Verkupplungszustand unter einer mechanischen Vorspannung eng an zumindest einem der Kontaktelemente anliegen, um auf diese Weise einen geringen Kontaktwiderstand zwischen dem Kontaktlamellenteil und dem Kontaktelement sicherzustellen.
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Wie in 6 gezeigt ist, können Kontaktlamellenteile nach Art eines Lamellenkäfigs 620 derart im Inneren einer Kontaktbuchse 600 gehalten sein, dass die Kontaktlamellen des Kontaktlamellenteils zumindest abschnittsweise in einen Aufnahmeraum zur Aufnahme eines Kontaktstifts 610 hineinragen. Dazu weisen bspw. mittig angeordnete Kontaktabschnitte der Kontaktlamellen eine radial nach innen vorstehende Biegung auf. Wenn nun der komplementär zu der Kontaktbuchse 600 ausgebildeter Kontaktstift 610 in den Aufnahmeraum eingeführt wird, werden die Kontaktlamellen elastisch radial nach außen verformt und liegen dann in einem Verkupplungszustand unter einer mechanischen Vorspannung eng an dem Kontaktstift 610 an.
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Es hat sich allerdings herausgestellt, dass für die Verkupplung von Steckverbindungen, die mit derartigen Kontaktlamellenteilen ausgestattet sind, vergleichsweise hohe Steckkräfte erforderlich sind, da die Kontaktlamellen dabei elastisch verformt werden müssen. Ferner ist insbesondere für die Übertragung hoher elektrischer Ströme oder zur Übertragung von Hochfrequenzsignalen ein besonders geringer Kontaktwiderstand erforderlich, der mittels herkömmlicher Kontaktlamellenteile nicht in zuverlässiger Weise dauerhaft bereitstellbar ist.
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In Anbetracht der beschriebenen Probleme ist es die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein zur Übertragung von Hochstrom oder HF-Signalen geeignetes Kontaktlamellenteil bereitzustellen, das gleichzeitig eine besonders einfache Montage erlaubt.
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Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Kontaktlamellenteil mit den in Anspruch 1 gekennzeichneten Merkmalen und durch einen Steckverbinder gemäß Anspruch 16 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den abhängigen Ansprüchen beschrieben.
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Ein erfindungsgemäßes Kontaktlamellenteil zeichnet sich dadurch aus, dass die Kontaktzone einer ersten Kontaktlamelle in der Längsrichtung versetzt zu der Kontaktzone einer zweiten Kontaktlamelle angeordnet ist.
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Unter der Kontaktzone einer Kontaktlamelle kann derjenige Abschnitt entlang der Längsachse der Kontaktlamelle verstanden werden, in dem die Kontaktlamelle in einem verkuppelten Zustand unter elastischer Vorspannung an zumindest einem Kontaktelement wie etwa einem Kontaktstift oder an beiden Kontaktelementen wie etwa einem Kontaktstift und einer Kontaktbuchse anliegt. Dabei kann die Kontaktlamelle in der Kontaktzone quer zu ihrer Längsrichtung elastisch verformbar sein, so dass sie beim Verkuppeln des ersten Kontaktelements und des zweiten Kontaktelements, zwischen denen die Kontaktlamelle wirkt, unter mechanischer Vorspannung in enge Anlage an zumindest eines der Kontaktelemente gedrückt wird, insbesondere an beide Kontaktelemente gedrückt wird.
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Bspw. weist die Kontaktlamelle in ihrer Kontaktzone eine Biegung, Krümmung, Torsion, Verkippung, Verwindung, Schrägstellung o. dgl. auf, so dass sie in der Kontaktzone zumindest abschnittsweise aus einer Lamellenebene heraus hervorragt, wobei dieser vorragende Abschnitt zur Kontaktierung zumindest eines Kontaktelements unter mechanischer Vorspannung vorgesehen ist. Unter einer Lamellenebene wird in diesem Zusammenhang eine Ebene verstanden, die durch die Längsachse der Kontaktlamelle und eine Querachse in Richtung der Lamellenbreite aufgespannt wird.
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Bei einer in der Längsrichtung versetzten Anordnung der Kontaktzonen zweier Kontaktlamellen gibt es zumindest eine Schnittebene senkrecht zur Längsachse, die nur die Kontaktzone einer der beiden Kontaktlamellen schneidet. Mit anderen Worten erstreckt sich die Kontaktzone der ersten Kontaktlamelle in der Lamellenlängsrichtung nicht über denselben Längsabschnitt wie die Kontaktzone der zweiten Kontaktzone. Insbesondere ist die Kontaktzone der ersten Kontaktlamelle derart versetzt zu der Kontaktzone der zweiten Kontaktlamelle angeordnet, dass es keine Schnittebene senkrecht zur Längsachse gibt, die beide Kontaktzonen schneidet. Mit anderen Worten hat die Kontaktzone der ersten Kontaktlamelle in der Längsrichtung bereits aufgehört, wenn die Kontaktzone der zweiten Kontaktlamelle beginnt. Alternativ laufen die Kontaktzonen der beiden Kontaktlamellen nur über einen vorgegebenen Teilabschnitt in der Längsrichtung nebeneinander.
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Der Abstand zwischen der Kontaktzone der ersten Kontaktlamelle (bzw. demjenigen Punkt der Kontaktzone, der am weitesten aus der Lamellenebene hervorrangt) und der Kontaktzone der zweiten Kontaktlamelle (bzw. demjenigen Punkt der Kontaktzone, der am weitesten aus der Lamellenebene hervorrangt) in der Längsrichtung kann mehr als 10%, bevorzugt mehr als 20%, insbesondere 40% oder mehr der Gesamtlänge der Kontaktlamellen betragen.
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Die Erfindung geht auf die Erkenntnis zurück, dass bei herkömmlichen Kontaktlamellenteilen die Kontaktzonen aller Kontaktlamellen in derselben Schnittebene liegen, insbesondere jeweils in der Mitte der jeweiligen Kontaktlamelle. Beim Verkupplungsvorgang müssen deshalb die Kontaktzonen aller Kontaktlamellen gleichzeitig elastisch verformt werden, damit diese in enge Anlagen an das Kontaktelement gebracht werden. Aus diesem Grund muss zu einem bestimmten Zeitpunkt eine besonders hohe Steckkraft aufgebracht werden, wodurch der Montagevorgang erschwert wird. Dagegen sind bei dem erfindungsgemäßen Kontaktlamellenteil die Kontaktzonen einzelner Kontaktlamellen in der Längsrichtung versetzt zueinander angeordnet, so dass beim Verkupplungsvorgang zunächst die erste Kontaktlamelle und erst anschließend die zweite Kontaktlamelle elastisch zu verformen ist. Hierdurch kann die maximal aufzubringende Steckkraft verringert und insbesondere halbiert werden, und gleichzeitig kann ein guter Kontaktwiderstand bereitgestellt werden.
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Da bei dem erfindungsgemäßen Kontaktlamellenteil ferner die Kontaktzonen zweier Kontaktlamellen in zwei voneinander in der Längsrichtung der Lamellen beabstandeten Schnittebenen liegen, kann nicht nur ein guter elektrischer Kontakt, sondern auch eine zuverlässige mechanische Verbindung zwischen dem Kontaktlamellenteil und den Kontaktelementen bereitgestellt werden, da entlang der Längsachse der Kontaktlamellen zumindest zwei beabstandete Kontaktpunkte vorgesehen ist, an denen die Kontaktlamelle an dem Kontaktelement anliegt. Ein Verkupplungszustand zwischen den beiden Kontaktelementen kann dadurch stabilisiert werden.
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Im Hinblick auf eine zuverlässige elektrische Kontaktierung zwischen den Kontaktzonen der Kontaktlamellen und den damit zu kontaktierenden Kontaktelementen hat es sich als zweckmäßig erwiesen, dass die Kontaktlamellen zumindest im Bereich ihrer Kontaktzonen jeweils um ihre eigene Längsachse tordiert und/oder schräggestellt sind.
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Unter einer Torsion um die eigene Achse wird eine Verwindung, eine Drehung und/oder eine Verkippung der Kontaktlamelle im Verlauf ihrer Längserstreckung verstanden. Eine Torsion kann bspw. dadurch bereitgestellt werden, dass eine erste Querschnittsfläche der Kontaktlamelle in einer ersten senkrecht zu der Längsachse verlaufenden Schnittebene im Wesentlichen einer zweiten Querschnittsfläche der Kontaktlamelle in einer zweiten, davon beabstandeten Schnittebene entspricht, jedoch gegenüber der ersten Querschnittsfläche um einen vorgegebenen Winkel verdreht oder verkippt ist.
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Bspw. hat die Kontaktlamelle zumindest abschnittsweise die Form eines Stegs mit einer vorgegebenen Stegbreite in einer Breitenrichtung, wobei der Steg im Verlauf der Längsachse der Kontaktlamelle zunehmend gegenüber der ursprünglichen Breitenrichtung verkippt ist. In einigen Ausführungsformen definieren die Breitenrichtung des Stegs in einem nicht verkippten Stegabschnitt und die Längsachse des Stegs die Lamellenebene, wobei der Steg entlang seines Längsverlaufs zunehmend gegenüber der Lamellenebene verkippt ist, bspw. bis hin zu einem Verkippungswinkel von mehr als 5° und weniger als 90°, insbesondere mehr als 15° und weniger als 45°. Den maximalen Verkippungswinkel gegenüber der Lamellenebene weist die Kontaktlamelle bevorzugt in der Kontaktzone auf, die zum Kontaktieren des ersten Kontaktelements und/oder des zweiten Kontaktelements vorgesehen ist.
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Vorzugsweise verläuft dabei die Längsachse der Kontaktlamelle in jeder Schnittebene im Wesentlichen durch die Lamellenmitte. Mit anderen Worten hat die Kontaktlamelle nicht in ihrer Längsrichtung als Ganzes einen gekrümmten oder gebogenen Verlauf, sondern einen geraden, aber um die eigene Achse tordierten Verlauf. Alternativ ist erfindungsgemäß ein gleichzeitig um die eigene Achse tordierter und bzgl. der Längsachse gekrümmter Verlauf der Kontaktlamelle denkbar. Im Falle einer gekrümmt verlaufenden Kontaktlamelle hat auch die Längsrichtung L der Kontaktlamelle einen gekrümmten Verlauf, der der gekrümmten Längserstreckung der Kontaktlamelle folgt.
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Kontaktlamellen mit bzgl. der Längsachse gebogenem oder gekrümmtem Verlauf haben weit voneinander beabstandete Kontaktpunkte zum Kontaktieren der beiden Kontaktelemente. So kontaktiert das in 6 gezeigte Kontaktlamellenteil im Verkupplungszustand den Kontaktstift in der Mitte der Kontaktlamellen und die Kontaktbuchse an den beiden Enden des Kontaktlamellenteils in der Längsrichtung. Dabei verläuft der Stromführungspfad von der Mitte der Kontaktlamellen in der Längsrichtung der Kontaktlamellen bis hin zu den beiden Enden des Kontaktlamellenteils. Dies kann zu einem vergleichsweise hohen Kontaktwiderstand durch das Kontaktlamellenteil und einer damit ggf. verbundenen Erwärmung und Verlusten führen.
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Demgegenüber sind um die eigene Längsachse tordierte oder verkippte Kontaktlamellen auf engem Raum, nämlich im Bereich der Kontaktzone, sowohl zur Kontaktierung des ersten Kontaktelements als auch zur Kontaktierung des zweiten Kontaktelements geeignet. Dies liegt daran, dass ein erster Seitenrand der verkippten Kontaktzone auf der gegenüberliegenden Seite der Lamellenebene angeordnet ist wie der zweite Seitenrand der Kontaktzone, so dass der Stromführungspfad im Wesentlichen in einer Querrichtung durch die Kontaktlamellen verlaufen kann.
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Bei einer besonders bevorzugten Ausführungsform ist die Kontaktlamelle in der Kontaktzone derart schräggestellt, dass der Stromführungspfad in einer Breitenrichtung von dem ersten Seitenrand der Kontaktzone zu dem zweiten Seitenrand der Kontaktzone verläuft, wobei der erste Seitenrand das erste Kontaktelement und der zweite Seitenrand in im Wesentlichen derselben Schnittebene das zweite Kontaktelement elektrisch kontaktiert.
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Bevorzugt ist die erste Kontaktlamelle die der zweiten Kontaktlamelle benachbarte Kontaktlamelle. Mit anderen Worten kontaktiert die erste Kontaktlamelle zumindest eines der Kontaktelemente in einer anderen Schnittebene als die unmittelbar benachbarte zweite Kontaktlamelle, die parallel neben der ersten Kontaktlamelle verlaufen kann. Durch diese „Entzerrung” der durch unmittelbar benachbarte Kontaktlamellen bereitgestellten Stromflusspfade kann eine lokale Erwärmung des Kontaktlamellenteils und/oder der Kontaktelemente verringert werden, was das Kontaktlamellenteil geeignet zur Übertragung hoher Ströme macht.
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Gemäß einer besonders bevorzugten Ausführungsform sind die Kontaktzonen der Kontaktlamellen alternierend in zwei voneinander beabstandeten und senkrecht zu der Längsrichtung verlaufenden Kontaktebenen angeordnet. Mit anderen Worten sind die Kontaktzonen jeweils zweier benachbarter Kontaktlamellen in verschiedenen Schnittebenen angeordnet. Dabei schneiden die Kontaktebenen jeweils denjenigen Punkt der jeweiligen Kontaktzone, an dem die Kontaktzone am weitesten aus der Lamellenebene hervorsteht. Der Abstand der beiden Kontaktebenen in der Längsrichtung kann mehr als 5 mm und weniger als 5 cm betragen, insbesondere mehr als 1 cm und weniger als 3 cm, was mehr als 40% der Gesamtlänge der Kontaktlamellen entsprechen kann. Die alternierende Anordnung der Kontaktzonen benachbarter Kontaktlamellen verbessert zum einen eine Verkupplungsstabilität und minimiert zum anderen die für eine Verkupplung erforderliche Steckkraft, da diese an zwei beabstandeten Steckpositionen jeweils mit etwa um die Hälfte verringertem Gesamtbetrag aufzubringen ist.
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Bei einigen Ausführungsformen sind die Kontaktzonen der Kontaktlamellen nicht einfach alternierend (XYXYXY etc.) in unterschiedlichen Kontaktebenen angeordnet, sondern in einer anderen Abfolge. Bspw. sind die Kontaktzonen in einer mehrfach alternierenden (bspw. XXYYXXYY etc.) oder einer nicht alternierenden Abfolge (bspw. XYYXXX etc.) vorgesehen. Der in der vorliegenden Anmeldung gebrauchte Begriff „alternierend” umfasst auch eine mehrfach alternierende Abfolge.
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Ein erfindungsgemäßes Kontaktlamellenteil kann auch zur Schirmübergabe zwischen einem ersten Kontaktelement und einem zweiten Kontaktelement verwendet werden. In diesem Zusammenhang hat es sich als vorteilhaft erwiesen, dass eine erste Teilmenge der Kontaktlamellen einen ersten vorgegebenen Breitenverlauf entlang ihrer Längsachse und eine zweite Teilmenge der Kontaktlamellen einen zweiten vorgegebenen Breitenverlauf entlang der Längsachse aufweist, der sich von dem ersten Breitenverlauf unterscheidet. Bei bestimmten Ausführungen stellt der Breitenverlauf der ersten Teilmenge der Kontaktlamellen im Wesentlichen eine Umkehrung des ersten Breitenverlaufs der ersten Teilmenge der Kontaktlamellen dar.
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Dabei können die Kontaktlamellen der ersten Teilmenge und die Kontaktlamellen der zweiten Teilmenge alternierend vorgesehen sind. Mit anderen Worten haben jeweils zwei benachbarte Kontaktlamellen entlang der Längsrichtung einen voneinander abweichenden und insbesondere einen etwa umgekehrten Breitenverlauf. Bspw. verjüngen sich die Kontaktlamellen der ersten Teilmenge ausgehend von dem einen Ende des Kontaktlamellenteils in einem vorgegebenen Maße, während sich die Kontaktlamellen der zweiten Teilmenge ausgehend von demselben Ende des Kontaktlamellenteils in dem vorgegebenen Maß verbreitern.
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Es hat sich nämlich herausgestellt, dass ein derart alternierender Breitenverlauf benachbarter Kontaktlamellen zu einer verbesserten Schirmwirkung führen kann, insbesondere wenn das Kontaktlamellenteil in Form eines vorzugsweise geschlossenen Lamellenkäfigs ausgebildet ist, der zumindest einen signalführenden Leiter umlaufen kann. Wenn zwei benachbarte Kontaktlamellen ihren Breitenverlauf nebeneinander in gleichem Maße verändern, führt dies zu einer besonders sprunghaften Änderung in einer durch die Kontaktlamellen bereitgestellten Schirmung bzw. zu einer Wellenimpedanzänderung auf kurzer Strecke. Ein sich alternierend verändernder Breitenverlauf benachbarter Kontaktlamellen „entzerrt” derartige Sprünge in der Schirmung und führt insgesamt zu einer konstanteren Wellenimpedanz über die Längserstreckung des Kontaktlamellenteils.
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Vorzugsweise weisen die Kontaktlamellen jeweils einen sich ausgehend von einem ersten Lamellenende erstreckenden Torsionssteg auf, der bis hin zu der Kontaktzone zunehmend aus einer Lamellenebene heraus verkippt verläuft, wobei die Lamellenebene eine Tangentialebene an eine nicht verkippte Fläche des Torsionsstegs ist. Solche sogenannten Kontaktlamellen mit „Drehfederprinzip” ermöglichen einen besonders geringen Kontaktwiderstand und definierte Kontaktpunkte an den beiden Kontaktelementen bei kurzem Strompfad über die einzelnen Lamellen.
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Dabei sind im Hinblick auf eine Erleichterung der Montage vorzugsweise die Torsionsstege zumindest zweier benachbarter Kontaktlamellen, insbesondere aller Kontaktlamellen, bzgl. ihrer Lamellenebenen in dieselbe Richtung um ihre jeweiligen Längsachsen verkippt.
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Im Hinblick auf eine insgesamt gute Schirmungswirkung durch das Kontaktlamellenteil hat es sich als vorteilhaft erwiesen, dass der Torsionssteg zumindest im Bereich der Kontaktzone eine erste Breite aufweist und in Richtung auf das andere Lamellenende in einen Verbindungsstab mit einer zweiten Breite übergeht, die kleiner ist als die erste Breite, insbesondere weniger als halb so breit. Ein vergleichsweise breiter Torsionssteg bei kleiner Stegdicke bietet ein für eine Torsion um die eigene Achse besonders geeignetes Torsionsmodul. Eine Verjüngung der Stegbreite hin zu einem dünnen Verbindungsstab im Anschluss an die beim Verkupplungsvorgang zu tordierende Kontaktzone verbessert die Tordierbarkeit der Kontaktzone und erleichtert somit den Verkupplungsvorgang.
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Vorzugsweise sind die beiden Verbindungsstäbe zweier benachbarter Kontaktlamellen derart in der Längsrichtung versetzt zueinander angeordnet sind, dass keine senkrecht zur Längsrichtung verlaufende Schnittebene beide Verbindungsstäbe schneidet. Auf diese Weise wird verhindert, dass zwischen zwei benachbarten Kontaktlamellen zumindest bereichsweise ein breiter Schlitz gebildet ist, der sich im Hinblick auf eine gute Schirmungswirkung negativ auswirken kann.
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Im Hinblick auf eine gute Schirmungswirkung hat es sich als zweckmäßig erwiesen, dass sich der Torsionssteg mit bevorzugt im Wesentlichen konstanter Breite über mehr als die Hälfte, insbesondere über mehr als 75% der Gesamtlänge der Kontaktlamelle erstreckt. Ein langer Torsionssteg vereinfacht die Verdrehbarkeit bzw. Verkippbarkeit der Kontaktlamellen beim Verkupplungsvorgang. Eine konstante Breite und insbesondere eine konstante Querschnittsfläche des Torsionsstegs ermöglichen eine gleichmäßige Spannungsverteilung entlang der Kontaktlamellen bis hin zur Kontaktzone, die jeweils ein Ende des Torsionsstegs bilden kann, an dem der Torsionssteg in den schmaleren Verbindungsstab übergehen kann.
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Damit können die Kontaktlamellen in zwei Bereiche mit unterschiedlichem Querschnitt eingeteilt sein, nämlich den Torsionssteg und den Verbindungsstab, wobei der Torsionssteg den einen Bereich elastisch hält und der Verbindungsstab eine verkürzte Bauweise ermöglichen kann.
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Im Hinblick auf einen geringen Kontaktwiderstand zwischen dem Kontaktlamellenteil und den Kontaktelementen bei Bereitstellung eines kurzen Strompfads über das Kontaktlamellenteil hat es sich als zweckmäßig erwiesen, dass die Kontaktzonen der Kontaktlamellen jeweils einen ersten Seitenrand zum Kontaktieren des ersten Kontaktelements unter elastischer Vorspannung und/oder einen zweiten Seitenrand auf der entgegengesetzten Seite der Längsachse der jeweiligen Kontaktlamelle zum Kontaktieren des zweiten Kontaktelements unter elastischer Vorspannung aufweisen.
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Ein besonders kurzer Strompfad kann dadurch bereitgestellt werden, dass eine geometrische Verbindungslinie zwischen dem ersten Seitenrand der Kontaktzone (bzw. dem am weitesten von der Lamellenebene entfernten Punkt der Kontaktzone auf der einen Seite der Lamellenebene) und dem zweiten Seitenrand (bzw. dem am weitesten von der Lamellenebene entfernten Punkt der Kontaktzone auf der anderen Seite der Lamellenebene) im Wesentlichen senkrecht zu der Längsrichtung verläuft.
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Im Hinblick auf die Bereitstellung eines kompakten Bauteils, das auf einfache Weise zwischen zwei Kontaktelemente eingebracht werden kann, hat es sich als vorteilhaft erwiesen, dass die Kontaktlamellen sich jeweils zwischen einem ersten Verbindungskörper wie etwa einem ersten Trägerstreifen oder Trägerring und einem davon in der Längsrichtung beabstandeten zweiten Verbindungskörper wie etwa einem zweiten Trägerstreifen oder Trägerring erstrecken. Der Trägerring ist nicht notwendigerweise rund, sondern kann auch eine eckige Geometrie, bspw. eine viereckige Geometrie, insbesondere eine rechteckige oder quadratische Geometrie oder eine ovale Geometrie haben. Vorzugsweise ist der Trägerring rund, insbesondere kreisrund.
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Die Kontaktlamellen können die beiden Verbindungskörper miteinander verbinden. Bspw. verlaufen die einzelnen Kontaktlamellen jeweils unter gleichen Abständen zu den jeweils benachbarten beiden Kontaktlamellen zwischen den beiden Verbindungskörpern. Die Verbindungskörper können als quer, insbesondere senkrecht zu der Längsrichtung der Kontaktlamellen verlaufende Querstege vorgesehen sein, insbesondere als Trägerringe oder Trägerstreifen.
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Bei einigen Ausführungsformen schließen die Kontaktlamellen und die Verbindungskörper jeweils einen Winkel von 90° zwischen sich ein. Solche Ausführungsformen können als gerade Lamellenkäfige ausgebildet sein. Bei anderen Ausführungsformen verlaufen die Kontaktlamellen jeweils unter einem Winkel zu den Verbindungskörpern. Bspw. beträgt der Winkel zwischen der Längsachse der jeweiligen Kontaktlamelle und der Erstreckungsrichtung der als Trägerstreifen ausgebildeten Verbindungskörper jeweils mehr als 45° und weniger als 90°, insbesondere mehr als 75° und weniger als 90°. Solche Ausführungsformen können als schräge Lamellenkäfige ausgebildet sein. Bei schrägen Lamellenkäfigen verläuft die Längsrichtung der Kontaktlamellen jeweils nicht senkrecht zu der Erstreckungsrichtung der Trägerstreifen, und die einzelnen Kontaktlamellen laufen aufgrund der durch die Schrägstellung bedingten Wölbung der Längsachsen L der Kontaktlamellen nicht exakt parallel zueinander, sondern im Wesentlichen parallel zueinander.
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Lamellenkäfige haben nicht notwendigerweise im Querschnitt eine kreisrunde Geometrie, sondern können auch oval oder eckig ausgebildet sein. Bspw. kann eine viereckige Geometrie des Lamellenkäfigs zur Kontaktierung eines Kontaktschwerts in einer Vierkantbuchse o. dgl. vorgesehen sein.
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Das eine Ende jeder Kontaktlamelle kann mit dem ersten Verbindungskörper verbunden sein, und das entgegengesetzte zweite Ende jeder Kontaktlamelle kann mit den zweiten Verbindungskörper verbunden sein, so dass die Gesamtheit der Kontaktlamellen durch die beiden Verbindungskörper stabil zusammengehalten werden kann. Das Kontaktlamellenteil kann als einteiliges bzw. einstückiges Bauteil bspw. aus Metall gefertigt sein. Bspw. kann das Kontaktlamellenteil als Metall-Stanzteil ausgebildet sein. Ein Trägerring kann ein vollständig umlaufendes Ringelement oder ein teilweise umlaufendes Ringelement sein, das bspw. um einen Winkel von mehr als 180°, insbesondere mehr als 270° umläuft.
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Im Hinblick auf die Bereitstellung eines kompakten Bauteils hat es sich ferner als zweckmäßig erwiesen, dass die Kontaktlamellen zur Ausbildung eines Lamellenkorbs oder Lamellenkäfigs zumindest abschnittsweise in einer in einer Umfangsrichtung umlaufenden Anordnung vorgesehen sind, insbesondere in einer im Wesentlichen (teil-)ringförmigen Anordnung. Ein als (teil-)ringförmiger Lamellenkäfig ausgebildetes Kontaktlamellenteil kann bspw. in einer zylindrischen Steckbuchse (erstes Kontaktelement) aufgenommen werden, in die ein zylindrischer Kontaktstift (zweites Kontaktelement) einsteckbar ist. Ferner kann ein als (teil-)ringförmiger Lamellenkäfig ausgebildetes Kontaktlamellenteil auf einem zylindrischen Kontaktstift zum Verkuppeln mit einer Steckbuchse angeordnet werden. Die Längsrichtung der Kontaktlamellen entspricht dabei der Verkupplungsrichtung, in der der Kontaktstift in die Kontaktbuchse einführbar ist.
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Ein in Umfangsrichtung zumindest teilweise oder vollständig umlaufendes Kontaktlamellenteil kann dadurch hergestellt werden, dass die beiden Enden einer zunächst flachen Anordnung aus zwei Trägerstreifen mit dazwischen verlaufenden Kontaktlamellen einander angenähert oder miteinander verbunden werden, so dass eine umlaufende Anordnung von Kontaktlamellen entsteht.
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Gemäß einem weiteren Aspekt der vorliegenden Erfindung wird ein Steckverbinder bereitgestellt.
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Gemäß einer ersten möglichen Ausführungsform weist der Steckverbinder eine Kontaktbuchse zum Verkuppeln mit einem Kontaktstift auf, wobei in der Kontaktbuchse ein Kontaktlamellenteil nach einem der vorhergehenden Ansprüche gehalten ist.
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Gemäß einer zweiten möglichen Ausführungsform weist der Steckverbinder einen Kontaktstift zum Verkuppeln mit einer Kontaktbuchse auf, wobei auf dem Kontaktstift ein Kontaktlamellenteil nach einem der vorhergehenden Ansprüche gehalten ist.
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Der Kontaktstift bzw. die Kontaktbuchse können eine im Wesentlichen zylindrische Form haben, und das Kontaktlamellenteil kann in Form eines teilringförmigen oder ringförmigen Lamellenkäfigs gebildet sein. Alternativ kann der Kontaktstift in Form eines Kontaktschwerts und die Kontaktbuchse in Form einer Vierkantbuchse ausgebildet sein. In diesem Fall kann das Kontaktlamellenteil im Querschnitt eine eckige Kontur haben.
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Der Kontaktstift kann dadurch mit der Kontaktbuchse verkuppelbar sein, dass er in einer parallel zu den Längsachsen der Kontaktlamellen verlaufenden Steckrichtung in die Kontaktbuchse eingeführt wird, bis die Kontaktzonen der Kontaktlamellen des Kontaktlamellenteils sowohl die Innenwand der Kontaktbuchse als auch die Außenwand des Kontaktstifts elektrisch und unter mechanischer Vorspannung kontaktieren.
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Vorzugsweise sind die Kontaktzonen der Kontaktlamellen jeweils derart um ihre jeweilige Lamellenachse tordiert bzw. verkippt, dass ihre ersten, radial nach außen gerichteten Seitenränder zum elektrischen Kontaktieren einer Innenwand der Kontaktbuchse vorgesehen sind und ihre zweiten, radial nach innen gerichteten Seitenränder in ein von dem Kontaktlamellenteil umlaufenes Innenvolumen zur Aufnahme des Kontaktstifts hineinragen.
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In der nun folgenden Beschreibung wird die Erfindung unter Bezugnahme auf die beigeführten Zeichnungen erläutert. Darin zeigt:
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1 eine erste Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Kontaktlamellenteils in einer schematischen Ansicht,
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2 eine zweite Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Kontaktlamellenteils in einer schematischen Ansicht,
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3A eine dritte Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Kontaktlamellenteils in einer perspektivischen Ansicht,
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3B die in 3A gezeigte Ausführungsform in einer Ansicht von vorne,
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4 die in 3A gezeigte Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Kontaktlamellenteils zusammen mit einem Kontaktelement in Form eines Kontaktstifts,
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5A einen erfindungsgemäßen Steckverbinder mit einem in einer Kontaktbuchse aufgenommenen Kontaktlamellenteil,
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5B den in 5A gezeigten Steckverbinder in einer perspektivischen Ansicht, und
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6 einen Steckverbinder mit einem herkömmlichen Kontaktlamellenteil.
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In 1 ist eine erste Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Kontaktlamellenteils 100 in einer schematischen Ansicht gezeigt. Das Kontaktlamellenteil 100 besteht aus zwei in einer Querrichtung verlaufenden Verbindungskörpern 250, 251 in Form von Trägerstreifen, zwischen denen sich eine Mehrzahl von parallel zueinander verlaufenden Kontaktlamellen 120, 121 jeweils in einer Längsrichtung L erstreckt. Die Verbindungskörper 250, 251 erstrecken sich dabei jeweils in der Lamellenebene und sind als Trägerstreifen ausgebildet.
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Die Kontaktlamellen 120, 121 erstrecken sich jeweils ausgehend von dem ersten Verbindungskörper 250 bis hin zu dem zweiten Verbindungskörper 251 und sind einteilig mit den beiden Verbindungskörpern bspw. als Stanzteil aus Metall o. dgl. gebildet. Benachbarte Kontaktlamellen 120, 121 haben jeweils in der Querrichtung denselben Abstand zueinander.
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Das Kontaktlamellenteil 100 ist zum Übertragen eines elektrischen Stroms oder Signals zwischen einem ersten Kontaktelement und einem zweiten Kontaktelement (nicht gezeigt) vorgesehen. Dazu weist jede Kontaktlamelle eine aus der Lamellenebene herausragende Kontaktzone 130, 131 auf, die zum Kontaktieren zumindest eines Kontaktelements unter Vorspannung vorgesehen ist. Bei der in 1 dargestellten Ausführungsform sind die Kontaktzonen 130, 131 jeweils als Wölbungen bzw. Biegungen der Kontaktlamellen ausgebildet, die derart nachgiebig sind, dass sie in Richtung auf die Lamellenebene elastisch verformbar sind, wenn das Kontaktlamellenteil zwischen zwei (ebenen) Kontaktelementen aufgenommen wird.
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Dabei ist die Kontaktzone 130 einer ersten Kontaktlamelle 120 in der Längsrichtung L versetzt zu der Kontaktzone 131 einer zweiten Kontaktlamelle 121 angeordnet, die die der ersten Kontaktlamelle 120 benachbarte Kontaktlamelle ist. Die erste Kontaktzone 130 bzw. der am weitesten von der Lamellenebene entfernte Punkt der ersten Kontaktzone wird von einer ersten senkrecht zu der Längsachse verlaufenden Kontaktebene E1 geschnitten, und die zweite Kontaktzone 131 bzw. der am weitesten von der Lamellenebene entfernte Punkt der zweiten Kontaktzone wird von einer zweiten senkrecht zu der Längsrichtung L verlaufenden Kontaktebene E2 geschnitten, die um einen vorgegebenen Abstand A1 entlang der Längsrichtung L von der ersten Kontaktebene E1 entfernt ist. Der Abstand A1 kann größer sein als 10% der Gesamtlänge der Kontaktlamellen, insbesondere größer als 40% der Gesamtlänge der Kontaktlamellen.
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Die Kontaktzonen 130, 131 zweier benachbarter Kontaktlamellen 120, 121 sind jeweils in unterschiedlichen Kontaktebenen E1, E2 angeordnet, so dass entlang der Querrichtung eine alternierende Anordnung von Kontaktzonen gebildet ist.
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Bei der dargestellten Ausführungsform erstrecken sich die beiden als Trägerstreifen ausgebildeten Verbindungskörper 250, 251 senkrecht zu den Längsachsen L der Kontaktlamellen. Durch ringförmiges Aufrollen der in 1 dargestellten Trägerstreifen mit den dazwischen verlaufenden Kontaktlamellen wird ein gerader Lamellenkäfig gebildet.
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Bei anderen erfindungsgemäßen Ausführungsformen (nicht dargestellt) erstrecken sich die Längsachsen L der Kontaktlamellen jeweils unter einem Winkel (bspw. ein Winkel zwischen 45° und 90°) zu den parallel zueinander verlaufenden Trägerstreifen. Durch ringförmiges Aufrollen der beiden Trägerstreifen wird dann ein schräger Lamellenkäfig gebildet.
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Eine besonders bevorzugte Ausführungsform der Erfindung ist in 2 dargestellt. Gezeigt ist ein erfindungsgemäßes Kontaktlamellenteil 200 in einer schematischen Darstellung.
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Auch das Kontaktlamellenteil 200 weist eine Mehrzahl von etwa parallel nebeneinander verlaufenden Kontaktlamellen 220, 221 auf, die sich jeweils zwischen einem ersten Verbindungskörper 250 in Form eines Trägerstreifens und einem zweiten Verbindungskörper 251 in Form eines Trägerstreifens erstrecken.
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Die Kontaktlamellen 220, 221 erstrecken sich jeweils stegartig in einer Längsrichtung L, während sich die einteilig damit gebildeten Verbindungskörper 250, 251 etwa senkrecht dazu in der Querrichtung erstrecken. Die Querrichtung und die Längsrichtung spannen eine Lamellenebene auf, die hier der Papierebene entspricht. Durch ringförmiges Aufrollen der in 2 dargestellten Trägerstreifen mit den dazwischen verlaufenden Kontaktlamellen wird ein gerader Lamellenkäfig gebildet.
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Bei anderen erfindungsgemäßen Ausführungsformen (nicht dargestellt) erstrecken sich die Längsachsen L der Kontaktlamellen jeweils unter einem Winkel (bspw. ein Winkel zwischen 45° und 90°) zu den parallel zueinander verlaufenden Trägerstreifen. Durch ringförmiges Aufrollen der beiden Trägerstreifen wird dann ein schräger Lamellenkäfig gebildet.
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Jede Kontaktlamelle 220, 221 weist eine Kontaktzone 230, 231 zum Kontaktieren jeweils zweier Kontaktelemente auf.
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Das Kontaktlamellenteil 200 ist zur Anordnung zwischen den zwei Kontaktelementen zum Übertragen eines elektrischen Stroms zwischen den Kontaktelementen vorgesehen. Das eine Kontaktelement kontaktiert dabei die Kontaktzonen der Kontaktlamellen von der einen Seite der Lamellenebene, und das andere Kontaktelement kontaktiert dabei die Kontaktzonen der Kontaktlamellen von der anderen Seite der Lamellenebene.
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Die Kontaktlamellen 220, 221 sind dazu nach Art von Drehfedern ausgebildet, die jeweils zumindest im Bereich ihrer Kontaktzonen 230, 231 um die eigene Längsachse A verkippt oder schräggestellt sind. Ein erster Seitenrand der Kontaktzonen liegt damit auf der einen Seite der Lamellenebene (oberhalb der Papierebene) und dient zum Kontaktieren des ersten Kontaktelements unter elastischer Vorspannung, und ein zweiter gegenüberliegender Seitenrand der Kontaktzonen liegt auf der anderen Seite der Lamellenebene (unterhalb der Papierebene) und dient zum Kontaktieren des zweien Kontaktelements unter elastischer Vorspannung. Hierdurch wird ein besonders kurzer Strompfad bereitgestellt, der im Wesentlichen senkrecht zu der Längsrichtung L über die Kontaktlamellen führt.
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Die Kontaktzonen 230, 231 jeweils zweier benachbarter Kontaktlamellen sind in der Längsrichtung versetzt zueinander angeordnet. Hierdurch ergibt sich insgesamt eine alternierende Anordnung von Kontaktzonen in der Erstreckungsrichtung der Verbindungskörper 250, 251. Mit anderen Worten wird die Kontaktzone 231 einer ersten Kontaktlamelle 221 (bzw. der am weitesten von der Lamellenebene entfernte Punkt der Kontaktzone) von einer ersten Kontaktebene E1 geschnitten, und die Kontaktzone 230 einer zweiten Kontaktlamelle 220 (bzw. der am weitesten von der Lamellenebene entfernte Punkt der Kontaktzone) wird von einer zweiten Kontaktebene E2 geschnitten, die von der ersten Kontaktebene E1 beabstandet ist, wobei der Abstand A1 größer sein kann als 25% der Gesamtlänge der Kontaktlamellen, insbesondere größer sein kann als 50% der Gesamtlänge der Kontaktlamellen.
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Die Kontaktlamellen 220, 221 weisen jeweils zum einen einen die Kontaktzonen aufweisenden Torsionssteg 225 mit einer ersten Breite B1 in der Querrichtung und zum anderen einen dünneren Verbindungsstab 226 mit einer zweiten Breite B2 in der Querrichtung auf. Der Torsionssteg 225 erstreckt sich jeweils ausgehend von einem der Verbindungskörper 250, 251 in Richtung auf den anderen Verbindungskörper 251, 250 bis hin zu der Kontaktzone, in der er verkippt ist. Im Anschluss an die Kontaktzone geht der Torsionssteg 225 jeweils in den Verbindungsstab 226 über, der den Torsionssteg mit dem anderen Verbindungskörper verbindet, den Torsionssteg damit stabilisiert und dessen elastische Verformung quer zu der Lamellenebene ermöglicht.
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Zwei benachbarte Kontaktlamellen weisen dabei jeweils einen umgekehrten Breitenverlauf auf. Bspw. ist der Torsionssteg der ersten Kontaktlamelle 220 mit dem ersten Verbindungskörper 250, und der Verbindungsstab der ersten Kontaktlamelle 220 mit dem zweiten Verbindungskörper 251 verbunden. Umgekehrt ist der Verbindungsstab der zweiten Kontaktlamelle 221 mit dem ersten Verbindungskörper 250 und der Torsionssteg der zweiten Kontaktlamelle 221 mit dem zweiten Verbindungskörper 251 verbunden. Hierdurch ergibt sich ein alternierender Breitenverlauf der Kontaktlamellen, der zu einer Kontaktlamelle mit besonders guter Schirmungswirkung führt, da die dünnen und damit einen großen Spalt erzeugenden Verbindungsstäbe 226 jeweils versetzt zueinander angeordnet sind.
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Die Torsionsstege 250 können sich dabei jeweils über mehr als die Hälfte, insbesondere über mehr als 75% der Gesamtlänge der Kontaktlamellen erstrecken und vorzugsweise eine im Wesentlichen konstante Stegbreite aufweisen.
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In den 3A und 3B ist eine dritte bevorzugte Ausführungsform der Erfindung in Form eines geraden Lamellenkäfigs dargestellt. 3A zeigt ein erfindungsgemäßes Kontaktlamellenteil 200 in einer perspektivischen Ansicht, und 3B zeigt das Kontaktlamellenteil 200 in einer Ansicht von vorne.
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Das Kontaktlamellenteil 200 ist nach Art eines Lamellenkorbs ausgebildet, der in einer Umfangsrichtung U zumindest teilweise umläuft. Dabei ist eine Mehrzahl sich jeweils in einer Längsrichtung L erstreckender Kontaktlamellen 220, 221 in der Umfangsrichtung U nebeneinander angeordnet. Die Kontaktlamellen 220, 221 erstrecken sich jeweils ausgehend von einem ersten Verbindungskörper 250 in Form eines Teilrings oder Ringsegments bis zu einem zweiten Verbindungskörper 251 in Form eines Teilrings oder Ringsegments.
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Das in 3a gezeigte Kontaktlamellenteil kann durch ringförmiges Verbiegen des in 2 dargestellten flachen Kontaktlamellenteils hergestellt werden, so dass im Hinblick auf die Anordnung und den Aufbau der Kontaktlamellen 220, 221 auf die obigen Erläuterungen verwiesen werden kann.
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Insbesondere sind die Kontaktlamellen jeweils zumindest im Bereich ihrer Kontaktzonen 230, 231 um ihre eigene Achse tordiert bzw. verkippt. Jede Kontaktlamelle weist einen Torsionssteg 225 auf, der ausgehend von einem Kontaktlamellenende zunehmend gegenüber einer Lamellenebene verkippt ist, wobei der Bereich maximaler Verkippung die Kontaktzone der jeweiligen Kontaktlamelle festlegt. Die Lamellenebene ist dabei durch eine Tangentialebene an eine nicht verkippte radiale Außenfläche des Torsionsstegs definiert.
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Ebenso wie bei der in 2 dargestellten Ausführungsform sind die Kontaktzonen zweier benachbarter Kontaktlamellen in der Längsrichtung L versetzt zueinander angeordnet, so dass sich eine alternierende Anordnung der Kontaktzonen in der Umfangsrichtung ergibt. Anstelle der dargestellten alternierenden Anordnung der Kontaktzonen kann auch eine andere Abfolge der Kontaktzonen in der Umfangsrichtung vorgesehen sein. Das Kontaktlamellenteil 200 ist zum Übertragen eines elektrischen Stroms zwischen einem ersten Kontaktelement wie etwa einer Kontaktbuchse und einem zweiten Kontaktelement wie etwa einem Kontaktstift vorgesehen. Die radial nach außen vorstehenden ersten Seitenränder 240 der Kontaktzonen 230, 231 sind zum Kontaktieren einer Innenwand der Kontaktbuchse unter mechanischer Vorspannung vorgesehen, und die nach innen in ein Innenvolumen des Lamellenkorbs hineinragenden zweiten Seitenränder 241 der Kontaktzonen 230, 231 sind zum Kontaktieren einer Außenwand des Kontaktstifts unter mechanischer Vorspannung vorgesehen. Dies ist in 3B besonders deutlich erkennbar. Ferner ist in 3B erkennbar, dass die Torsionsstege der Kontaktlamellen bzgl. ihrer jeweiligen Lamellenebenen jeweils in dieselbe Richtung um ihre jeweiligen Längsachsen A verkippt sind.
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4 zeigt die in 3A dargestellte Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Kontaktlamellenteils 200 zusammen mit einem Kontaktelement in Form eines Kontaktstifts 520. Der Kontaktstift 520 wird zur Verkupplung in einer Steckrichtung S in ein Innenvolumen des teilringförmigen Kontaktlamellenteils 200 eingeführt.
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Im Verlauf des Verkupplungsvorgangs werden zunächst die gegenüber der Umfangsrichtung U verkippten Kontaktzonen 230 der ersten Kontaktlamellen 220 elastisch verformt, indem sie von der Außenwand des Kontaktstifts 520 radial nach außen gedrängt und dabei teilweise rücktordiert werden. Erst anschließend werden die ebenfalls gegenüber der Umfangsrichtung U verkippten Kontaktzonen 231 der zweiten Kontaktlamellen 221 elastisch verformt, die in der Längsrichtung L, die der Steckrichtung S entspricht, gegenüber den Kontaktzonen 230 der ersten Kontaktlamellen 220 um einen Abstand A1 versetzt sind. Hierdurch wird der Verkupplungsvorgang erleichtert.
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5A zeigt einen erfindungsgemäßen Steckverbinder 500 mit einem in einer Kontaktbuchse 510 aufgenommenen Kontaktlamellenteil 200. Das Kontaktlamellenteil 200 kann radial nach außen vorstehende Vorsprünge wie etwa Nasen 512 aufweisen, mittels derer das Kontaktlamellenteil 200 in der Kontaktbuchse 510 fixiert werden kann. 5B zeigt den in 5A gezeigten Steckverbinder 500 in einer perspektivischen Ansicht.
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Die Kontaktbuchse 510 ist im Wesentlichen hohlzylindrisch geformt und dient zum Einführen eines komplementär geformten Kontaktstifts 520 in der Steckrichtung S.
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Das Kontaktlamellenteil 200 weist eine Mehrzahl von in einer Umfangsrichtung U nebeneinander angeordneten und sich in der Steckrichtung S erstreckenden Kontaktlamellen 220, 221 auf, deren Kontaktzonen derart um die jeweilige Lamellenachse verkippt sind, dass ihre ersten Seitenränder 240 zum elektrischen Kontaktieren einer das Kontaktlamellenteil umlaufenden Innenwand der Kontaktbuchse 510 vorgesehen sind und ihre zweiten Seitenränder 241 in ein von dem Kontaktlamellenteil umlaufenes Innenvolumen 550 zur Aufnahme des Kontaktstifts 520 hineinragen.
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Die Kontaktzonen benachbarter Kontaktlamellen sind jeweils in der Steckrichtung versetzt zueinander angeordnet. Ferner sind die Breitenverläufe benachbarter Kontaktlamellen jeweils im Wesentlichen umgekehrt vorgesehen. Hierdurch kann zum einen ein einfacher Verkupplungsvorgang ermöglicht werden. Zum anderen kann aufgrund der kurzen Strompfade ein geringer Kontaktwiderstand ermöglicht werden, so dass das erfindungsgemäße Kontaktlamellenteil zur Übertragung von Hochstrom geeignet ist. Ferner kann eine gute Schirmungswirkung bereitgestellt werden, so dass das erfindungsgemäße Kontaktlamellenteil zur Übertragung von Signal oder zur Abschirmung eines oder mehrerer Signalleiter eingesetzt werden kann.
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Anstelle der in den Figuren dargestellten einfach alternierenden Anordnung der Kontaktzonen benachbarter Kontaktlamellen 220, 221 in zwei Kontaktebenen kann auch eine andere Abfolge vorgesehen sein. Wenn diejenigen Kontaktlamellen, deren Kontaktzonen sich in der ersten Kontaktebene E1 befinden, mit X bezeichnet werden, und diejenigen Kontaktlamellen, deren Kontaktzonen sich in der zweiten Kontaktebene E2 befinden, mit Y bezeichnet werden, kann in der Erstreckungsrichtung der Trägerstreifen U bspw. anstelle der einfach alternierenden Abfolge XYXYXY, die in den Figuren dargestellt ist, eine doppelt alternierende Abfolge XXYYXXYY oder eine mehrfach alternierende Abfolge XXXXYYYYXXXXYYYY o. dgl. vorgesehen sein. Alternativ kann eine unsymmetrisch alternierende Abfolge XYYXYY, XXYXXY, XYYYXYYY, XXXYXXXY o. dgl. vorgesehen sein. Weiter alternativ ist die Abfolge der Kontaktlamellen X und der Kontaktlamellen Y nicht alternierend, bspw. XYYXXYYY o. dgl. Weiter alternativ ist eine dritte Gruppe von Kontaktlamellen Z vorgesehen, deren Kontaktzonen in der Längsrichtung L versetzt sowohl zu den Kontaktzonen der ersten Kontaktlamellen X als auch zu den Kontaktzonen Y der zweiten Kontaktlamellen vorgesehen sind.
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Bezugszeichenliste
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- 100
- Kontaktlamellenteil
- 120
- erste Kontaktlamelle
- 121
- zweite Kontaktlamelle
- 130
- Kontaktzone der ersten Kontaktlamelle
- 131
- Kontaktzone der zweiten Kontaktlamelle
- 200
- Kontaktlamellenteil
- 220
- erste Kontaktlamelle
- 221
- zweite Kontaktlamelle
- 225
- Torsionssteg
- 226
- Verbindungsstab
- 230
- Kontaktzone der ersten Kontaktlamelle
- 231
- Kontaktzone der zweiten Kontaktlamelle
- 240
- erster Seitenrand der Kontaktzone
- 241
- zweiter Seitenrand der Kontaktzone
- 250
- erster Verbindungskörper
- 251
- zweiter Verbindungskörper
- 500
- Steckverbinder
- 510
- Kontaktbuchse
- 512
- Nasen
- 520
- Kontaktstift
- 550
- Innenvolumen
- 600
- Kontaktbuchse
- 610
- Kontaktstift
- 620
- Kontaktlamellenteil
- A
- Kontaktlamellenachsen
- A1
- Abstand zwischen den Kontaktzonen zweier benachbarter Kontaktlamellen
- B1
- erste Breite
- B2
- zweite Breite
- E1, E2
- Kontaktebenen
- L
- Längsrichtung
- S
- Steckrichtung