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Die
Erfindung betrifft eine Reinigungsvorrichtung zur Reinigung von
Helmen und/oder Stiefeln durch Behandlung mit einem Gas.
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Bestimmte
Gase eignen sich gut dazu, Geruchsstoffe in geruchsneutrale Stoffe
umzuwandeln. Nachteilig ist, dass diese Gase oft auch giftig sind, wodurch
ihr Einsatz in von Menschen frequentierten Räumen Einschränkungen
unterliegt.
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Die
Erfindung hat es sich zur Aufgabe gemacht, eine Reinigungsvorrichtung
zur Reinigung eines Helmes und/oder Stiefeln zu schaffen, bei der mittels
eines Gases eine gründliche
Reinigungswirkung erreicht wird und die sich zum Betrieb innerhalb eines
von Menschen frequentierten Raumes eignet.
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Diese
Aufgabe wird durch die in Anspruch 1 wiedergegebene Erfindung gelöst.
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Die
erfindungsgemäße Reinigungsvorrichtung
ist in einen Reinigungsbereich und einen Versorgungsbereich unterteilt.
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Der
Reinigungsbereich ist so dimensioniert, dass er Platz für Stiefel
und/oder mindestens einen Helm bietet.
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In
dem Reinigungsbereich ist Ozongas vorgesehen. Ozon eignet sich zur
Reinigung besonders, da es eines der stärksten technisch verfügbaren Oxidationsmittel
und eines der wirksamsten Desinfektionsmittel ist. Dabei ist es
umweltfreundlich, denn es besteht nur aus drei Atomen Sauerstoff
und trägt
keine andere Chemikalie in den Prozess ein. Durch Oxidation werden
Gerüche
von Tabak, Tieren, Abwässern,
Ammoniak und auch Brandgerüche
entfernt. Ozon entfernt Gerüche,
indem es die Moleküle,
die für
die Gerüche
verantwortlich sind, wie zum Beispiel Schwefelwasserstoff (H2S),
Ammoniak und andere organische Verbindungen durch chemische Reaktionen
zerstört.
Sämtliche
Keime, Bakterien und Viren werden durch Ozon abgetötet. Zurück bleiben
in der Regel geringe Mengen Kohlendioxid und Wasser.
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Der
Reinigungsbereich ist gegenüber
seiner Umgebung zumindest weitgehend ozondicht schließbar. Hiermit
ist gemeint, dass die Umgrenzung des Reinigungsbereiches im geschlossenen
Zustand dazu beiträgt,
dass zumindest nahezu kein Ozon ungewollt aus dem Reinigungsbereich
heraus gelangt. Nicht ausgeschlossen werden soll durch die Verwendung
dieses Begriffes eine Anordnung, bei der Ozon gewollt aus dem Reinigungsbereich
heraus, etwa in den Versorgungsbereich leitbar ist.
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Vorzugsweise
sind Mittel zur Neutralisation des Ozons, welches nicht während des
Reinigungsvorganges umgewandelt wurde (überschüssiges Ozon), vorgesehen.
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Durch
diese Anordnung ist gewährleistet, dass
Ozon in für
eine schnelle und gründliche
Reinigung ausreichender Konzentration verwendet werden kann und
dieses dennoch nicht in einer für
den Menschen gesundheitsgefährdeten
Konzentration in die Umgebung entweicht. Denn die Anordnung stellt sicher,
dass das Ozon während
des Reinigungsvorganges von der Umgebung abgeschottet ist und das überschüssige Ozon
anschließend
unschädlich
gemacht wird, sodass, etwa während
des Entnahmevorgangs der gereinigten Gegenstände, allenfalls noch Restozon
in unbedenklichen Konzentrationen austritt. Die Halbwertszeit von
Ozon bei 20 Grad Raumtemperatur liegt bei etwa 20 Minuten. In normaler
Umgebung zerfällt
das Ozon innerhalb von ca. einer Stunde komplett zu Sauerstoff.
Daher findet selbst bei einem Betrieb in einem geschlossen Raum und
wiederholt in geringen Mengen austretendem Restozon keine bedenkliche
Steigerung der Ozonkonzentration in dem Raum statt.
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Bevorzugt
wird das überschüssige Ozon
von dem Reinigungsbereich in den Versorgungsbereich geleitet und
die Mittel zur Neutralisation des überschüssigen Ozons sind in dem Versorgungsbereich vorgesehen.
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Diese
Mittel umfassen vorzugsweise einen Filter, besonders bevorzugt einen
Aktivkohlefilter.
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Bevorzugt
ist das Ozon durch Ozon-Generatoren aus Sauerstoff/Stickstoff-Mischungen mittels elektrischer
Entladung bereitgestellt. Diese Gasmischung findet sich in der normalen
Luft, so dass in der bevorzugten Ausführungsform keine weiteren Betriebsstoffe
notwendig sind. Hierdurch ist die Reinigungsvorrichtung einfach
zu bedienen.
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Das
Ozon kann auch durch UV-Bestrahlung von Luft oder UV-C Bestrahlung
von Sauerstoff erzeugt werden.
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Vorzugsweise
ist das Ozon unmittelbar vor seiner Anwendung – bevorzugt in dem Versorgungsbereich – bereitgestellt
und ist in den Reinigungsbereich leitbar.
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Vorzugsweise
ist ein Schlauch vorgesehen, der von dem Versorgungsbereich durch
ein Loch etwa in der Mitte des Bodens des Reinigungsbereiches führt und
das Ozon von dem Versorgungsbereich in den Reinigungsbereich leitet.
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In
einer wichtigen Ausführungsform
sind in dem Reinigungsbereich Ozonaustrittsvorrichtungen vorgesehen,
die so an einen Helm angepasst sind, dass sie in den dort eingebrachten
Helm hineinragen und/oder es sind Ozonaustrittsvorrichtungen vorgesehen,
die entsprechend an Stiefel angepasst sind. Hierdurch wird erreicht,
dass das Ozon im Inneren des Helmes und/oder der Stiefel und damit
in den besonders reinigungsbedürftigen
Bereichen austritt, was zu einer besonders effektiven Reinigung
führt. Vorzugsweise
sind die Austrittsvorrichtungen so vorgesehen, dass Helm und/oder
Stiefel über
diese gestülpt
werden können.
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Mit
Vorteil weist der Boden des Reinigungsbereiches in der Nähe seines
Randes mindestens eine Durchbrechung auf, durch welche das überschüssige Ozon
in den Versorgungsbereich absaugbar ist. Die Anordnung der Absaugdurchbrechung am
Boden des Reinigungsbereichs ist unter anderem deshalb vorteilhaft,
weil Ozon schwerer als Luft ist. Es sinkt also zu Boden und konzentriert
sich von unten nach oben auf. Daher kann es am Boden besonders effektiv
abgesaugt werden.
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Es
kann ein Luftentfeuchter vorgesehen sein, der die Luftfeuchtigkeit
der Luft im Reinigungsbereich nicht über einen bestimmten Wert ansteigen lässt. Vorzugsweise
lässt der
Luftentfeuchter die Luftfeuchtigkeit der Luft im Reinigungsbereich
nicht über
70% ansteigen. Hierdurch ist die Wirksamkeit der Ozonreinigung auch
dann gewährleistet,
wenn die Reinigungsvorrichtung in einer Umgebung mit hoher Luftfeuchtigkeit
betrieben wird. Es kann auch eine Heizung und/oder eine Kühlung vorgesehen sein,
die die Luft in der Reinigungsvorrichtung in einem für die Wirksamkeit
der Reinigung erforderlichen Temperaturrahmen hält. In einer Ausführungsform liegt
dieser Temperaturrahmen zwischen –10 Grad Celsius und +35 Grad
Celsius, da sich gezeigt hat, dass die Wirksamkeit in diesem Bereich
gegeben ist. Es kann auch eine Heizung zur Einhaltung des oben erwähnten Luftfeuchtigkeitsgrenzwertes
vorgesehen sein. Es können
ein Sensor und ein Regelungselement vorhanden sein, die die Luftfeuchtigkeit und/oder
Lufttemperatur in dem Reinigungsbereich selbsttätig überwachen und regeln.
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In
einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung weist der Reinigungsbereich
einen Deckel auf. Hierdurch wird eine besonders einfache und zuverlässig abdichtbare
Zugriffsmöglichkeit
geschaffen.
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Der
Reinigungsbereich umfasst vorzugsweise Glas, besonders bevorzugt
Plexiglas.
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Zweckmäßiger Weise
weist der Reinigungsbereich und bevorzugt auch der Versorgungsbereich die
Form eines Quaders auf.
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Vorzugsweise
stimmen die – bevorzugt
quadratischen – Grundflächen der
beiden Quader zumindest annähernd überein.
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In
der bevorzugten Ausführungsform
ist der Reinigungsbereich unmittelbar auf dem Versorgungsbereich
angeordnet.
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In
einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist der Reinigungsbereich
so an die Größe eines
Helms und/oder Stiefel angepasst, dass er nicht wesentlich größer ist,
als es zur Aufnahme von einem Helm und/oder zwei Stiefeln erforderlich
ist.
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Als
besonders bevorzugt hat sich eine Grundfläche der beiden Quader von etwa
501 mm mal 501 mm erwiesen. Die Höhe des Versorgungsbereichs
beträgt
vorzugsweise etwa 720 mm, die Höhe des
Reinigungsbereiches vorzugsweise etwa 500 mm.
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In
einer weiteren Ausführungsform
beträgt die
Höhe des
Versorgungsbereiches 800 mm.
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Der
Ozongenerator arbeitet in der bevorzugten Ausführungsform mit einer Leistung
von etwa 400 mg/h. Dies ist ausreichend, um Helm und Stiefel innerhalb
von etwa 20 Minuten gründlich
zu reinigen.
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Um
die Bedienungsfreundlichkeit der Reinigungsvorrichtung zu steigern,
sind in einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung voreingestellte
Zeitintervalle als Reinigungsdauer wählbar.
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Diese
Zeitintervalle betragen vorzugsweise zehn, 20 und 30 Minuten.
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Um
die Reinigungsvorrichtung auch an ungewöhnliche Verschmutzungsgrade
anpassbar zu gestalten, weist sie in einer Ausführungsform eine Wählbarkeit
der Reinigungsdauer in Minutenschritten auf. Die maximal wählbare Reinigungsdauer
beträgt hierbei
bevorzugt 90 Minuten.
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Vorzugsweise
weist die Reinigungsvorrichtung ein Bedienfeld auf, welches eine
Folientastatur umfasst.
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Um
dem Benutzer eine Rückmeldung über die
noch zu verbleibende Reinigungszeit zu geben, umfasst die Vorrichtung
vorzugsweise eine Anzeige, auf der diese verbleibende Reinigungszeit
angezeigt ist.
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In
einer bevorzugten Ausführungsform
sind die das Ozon leitenden Schläuche
aus Silikon vorgesehen und 100% ozonbeständig.
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Bevorzugt
ist eine Vorrichtung vorgesehen, die das Ozon über den Schlauch unter den
Helm und/oder die Stiefel bläst.
Da Ozon schwerer als Luft ist, sinkt überschüssiges Ozon nach unten.
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Mit
Vorteil ist eine Absaugpumpe vorgesehen, die das überschüssige Ozon
bevorzugt jeweils rechts und links in dem Reinigungsbereich ansaugt, und
die dreimal so viel Gas absaugt, wie der Ozongenerator produziert.
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Vorzugsweise
ist eine Steuerung der Absaugpumpe vorgesehen, die sie nach Abschalten des
Ozongenerators noch mehrere Minuten weiterlaufen lässt, um
eventuell vorhandenes Ozon abzusaugen.
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Die
Erfindung soll nun an Hand von in den Zeichnungen dargestellten
Ausführungsbeispielen weiter
verdeutlicht werden. Es zeigen:
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1 eine
Frontalansicht einer besonders zur Helmreinigung geeigneten Vorrichtung;
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2 eine
Seitenansicht einer Vorrichtung nach 1;
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3 eine
Frontalansicht einer besonders zur Stiefelreinigung geeigneten Vorrichtung;
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4 eine
Seitenansicht einer Vorrichtung nach 3.
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Die
als Ganzes mit 100 bezeichnete Reinigungsvorrichtung unterteilt
sich in einen Reinigungsbereich 1 und einen Versorgungsbereich 2.
In der in 1 und 2 dargestellten,
für die
Reinigung von Helmen optimierten Ausführungsform, umfasst der Reinigungsbereich
eine mittig angeordnete Ozonaustrittsvorrichtung 4. In
dem für
die Reinigung von Stiefeln optimierten Ausführungsbeispiel, das in 3 und 4 gezeigt ist,
umfasst der Reinigungsbereich zwei Ozonaustrittsvorrichtungen 4, über die jeweils
ein Stiefel gestülpt
werden kann.
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Das
Ozon wird durch einen Ozongenerator in dem Versorgungsbereich aus
der in der normalen Luft vorhandenen Sauerstoff/Stickstoff-Mischung mittels
elektrischer Entladung erzeugt und über einen Schlauch oder mehrere
Schläuche
in den Reinigungsbereich geleitet. Der Ozongenerator arbeitet mit
einer Leistung von etwa 400 mg/h.
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Die
das Ozon leitenden Schläuche
sind aus Silikon vorgesehen und 100% ozonbeständig.
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Der
Ozongenerator bläst
das Ozon über
den Schlauch oder die Schläuche
unter den Helm und/oder die Stiefel. Da Ozon schwerer als Luft ist, sinkt überschüssiges Ozon
nach unten.
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Der
Versorgungsbereich 2 umfasst eine Absaugpumpe. Die Absaugpumpe
saugt überschüssiges Ozon
jeweils rechts und links am Boden in dem Reinigungsbereich 1 an.
Die Pumpe saugt dreimal so viel Gas ab, wie der Ozongenerator produziert.
In dem Versorgungsbereich 2 ist ein Aktivkohlefilter vorgesehen,
der das abgesaugte Ozon neutralisiert.
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Die
Absaugpumpe ist so gesteuert, dass sie nach Abschalten des Ozongenerators
noch mehrere Minuten weiterläuft,
um eventuell vorhandenes Ozon abzusaugen.
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Seitlich,
im oberen Bereich des Versorgungsbereiches 2, weist die
Reinigungsvorrichtung (100) ein Bedienfeld 5 auf,
welches eine Folientastatur 5a umfasst, über die
die erwünschte
Reinigungsdauer eingebbar ist. Der Ozonisierungsvorgang ist über das
Bedienfeld 5 in Gang setzbar und auch abbrechbar. Im gleichen
Bereich ist eine Anzeige 6 vorgesehen, welche die noch
jeweils verbleibende Restreinigungszeit anzeigt.
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Der
Versorgungsbereich 2 ist über eine Tür 7 zugänglich.
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Der
Reinigungsbereich 1 weist einen Deckel auf.
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Der
Reinigungsbereich hat die Form eines Würfels mit etwa 50 cm Kantenlänge. Er
ist unmittelbar auf dem quaderförmigen
Versorgungsbereich 2 mit gleicher Grundfläche angeordnet,
dessen Höhe etwa
72 cm beträgt.
Der Reinigungsbereich umfasst Plexiglas.
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- 100
- Reinigungsvorrichtung
- 1
- Reinigungsbereich
- 2
- Versorgungsbereich
- 3
- Boden
des Reinigungsbereiches
- 4
- Ozonaustrittsvorrichtung
- 5
- Bedienfeld
- 5a
- Folientastatur
- 6
- Anzeige
- 7
- Tür