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Die
vorliegende Erfindung betrifft ein Scharnier, insbesondere für
Möbel, mit einem lösbar an einer Montageplatte
fixierbaren Scharniergehäuse, in dem ein Lineardämpfer
aufgenommen ist, und einem über einen Schwenkmechanismus
an dem Scharniergehäuse gehaltenen Scharnierteil, wobei
der Lineardämpfer an einer Seite mit dem Scharniergehäuse
und an der gegenüberliegenden Seite mit dem Schwenkmechanismus
gekoppelt ist, sowie ein Werkzeug zur Demontage eines Lineardämpfers.
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Die
EP 1 375 797 offenbart ein
Scharnier für Möbel, bei dem ein Scharniergehäuse
an einem Möbelkorpus fixiert ist. An dem Scharniergehäuse
ist über einen mehrteiligen Schwenkmechanismus ein Scharnierteil
gelagert, das mit einer verschwenkbaren Klappe verbunden ist. In
dem Scharniergehäuse ist ferner ein Lineardämpfer
vorgesehen, der bei einer Schließbewegung ein Zuschlagen
der Klappe vermeidet. Der Lineardämpfer ist dabei in dem Scharniergehäuse über
eine Feder gelagert und an der gegenüberliegenden Seite
ist an einer Kolbenstange des Lineardämpfers ein Bolzen
eingefügt, der eine Verbindung mit dem Schwenkmechanismus herstellt.
Die Montage des Lineardämpfers an dem Scharnier ist dabei
relativ aufwendig, da eine Ausrichtung des Lineardämpfers
zu den Verbindungsteilen erfolgen muss. To leranzen können
dabei nur durch Einsatz eines Federelementes ausgeglichen werden.
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Die
EP 1 555 372 offenbart ein
Scharnier, bei dem in einem Scharniergehäuse ein Lineardämpfer aufgenommen
ist. Ein Dämpfergehäuse ist dabei endseitig in
einem Scharniergehäuse festgelegt. An der gegenüberliegenden
Seite ragt eine Kolbenstange aus dem Dämpfergehäuse
heraus und ist mit einer Öffnung versehen, in die ein Bolzen
eingefügt ist, der eine Kopplung mit einem Schwenkmechanismus des
Scharnierteils herstellt. Dadurch kann die Kolbenstange durch eine
Bewegung eines Scharnierteils und des Schwenkmechanismus bewegt
werden. Auch bei diesem Scharnier ist nachteilig, dass die Montage
des Dämpfers mühsam ist und zudem die Kolbenstange
mit relativ großem Durchmesser ausgerüstet werden
muss, damit eine entsprechende Öffnung zum Einstecken eines
Bolzens ausgebildet werden kann. Eine Demontage des Lineardämpfers ist
nicht beabsichtigt, so dass für unterschiedliche Anwendungsfälle,
beispielsweise beim Verschwenken von Klappen mit einem unterschiedlichen
Eigengewicht ein Auswechseln des kompletten Scharniers erforderlich
ist.
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Es
ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung ein Scharnier, insbesondere
für Möbel sowie ein Werkzeug zur Demontage eines
Lineardämpfers von einem Scharnier zu schaffen, mittels
dem eine einfache Montage und Demontage des Lineardämpfers
möglich ist. Zudem soll auch ein nachträgliches Auswechseln
des Lineardämpfers an dem Scharnier durchführbar
sein.
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Diese
Aufgabe wird mit einem Scharnier mit den Merkmalen des Anspruches
1 sowie einem Werkzeug mit den Merkmalen des Anspruches 9 gelöst.
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Erfindungsgemäß ist
bei dem Scharnier der Lineardämpfer in dem Scharniergehäuse
aufgenommen und durch Einfügen in das Scharniergehäuse
an gegenüberliegenden Seiten verrastet. Dadurch kann der
Lineardämpfer auf einfache Weise an dem Scharnier montiert
werden, ohne dass Werkzeuge erforderlich sind. Zudem kann der Lineardämpfer ausgewechselt
werden, beispielsweise um das Scharnier für das Verschwenken
von unterschiedlich schweren Klappen einzusetzen. Denn dann müssen auch
die Dämpfungskräfte durch den Lineardämpfer angepasst
werden.
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Dies
ermöglicht eine bessere Abstimmung des Scharniers an das
jeweilige Möbelteil.
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Gemäß einer
bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung umfasst der Lineardämpfer
ein Dämpfergehäuse und eine in dem Dämpfergehäuse
geführte Kolbenstange, wobei eine Verrastung des Lineardämpfers
im Wesentlichen senkrecht zur Bewegungsrichtung der Kolbenstange
erfolgt. Denn um einen ausreichenden Verfahrweg der Kolbenstange
in dem Dämpfergehäuse zu gewährleisten,
ist der Lineardämpfer meist in Längsrichtung des
Scharniergehäuses angeordnet. Dies ermöglicht
auch eine kompakte Bauweise des Scharniers, wobei dann vorzugsweise
die Montagerichtung senkrecht zur Bewegung der Kolbenstange erfolgt,
was ein einfaches Auswechseln des Lineardämpfers ermöglicht.
Das Scharniergehäuse ist meist über Rastmittel
an einer Montageplatte gehalten und kann mit wenigen Handgriffen
von der Montageplatte entfernt werden. Dann bildet das Scharniergehäuse
eine offene Aufnahme aus, die gut zugänglich ist und in
der der Lineardämpfer eingesetzt ist.
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Vorzugsweise
ist an der Kolbenstange endseitig ein Rastelement festgelegt. Das
Rastelement kann dabei auf die Kolbenstange aufgesteckt sein und über
Rast- oder Klemmmittel fixiert sein. Auch ein Verkleben des Rastelementes
an der Kolbenstange ist möglich. Das Rastelement kann einen
Gabelkopf aufweisen, in den ein Bolzen eingerastet ist. Der Gabelkopf
kann dabei eine gewisse Elastizität aufweisen und den Bolzen
um etwas mehr als die Hälfte des Durchmessers umgreifen,
um für eine rastende Festlegung des Bolzens innerhalb des
Rastelementes zu sorgen.
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Um
den Dämpfer vorrangig auf Druck zu beanspruchen, kann das
Rastelement an der Kolbenstange mit einem Bolzen des Schwenkmechanismus und
das Dämpfergehäuse an dem Scharniergehäuse festgelegt
sein. Denn meist wird der Lineardämpfer so gestaltet, dass
die Kolbenstange in eine Bewegungsrichtung mit geringerer Kraft
in dem Dämpfergehäuse verschiebbar ist als in
die gegenüberliegende Richtung. Der Lineardämpfer
soll insbesondere dann wirksam sein, wenn das Scharnierteil mit
der Klappe in eine geschlossene Position bewegt wird, so dass die
Kolbenstange in dieser Position in das Dämpfergehäuse
eingedrückt wird, so dass der Lineardämpfer vorrangig
auf Druck beansprucht wird. Dies ermöglicht die Aufnahme
relativ hoher Dämpfungskräfte und hält
die Belastung der Kolbenstange gering. Dadurch kann die Kolbenstange
relativ dünn ausgebildet sein, da nur geringe Zugkräfte
und hohe Druckkräfte wirken, die allerdings auch mit geringem Materialeinsatz übertragen
werden können.
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Erfindungsgemäß wird
auch ein Werkzeug zur Demontage eines Lineardämpfers von
einem erfindungsgemäßen Scharnier bereitgestellt,
das mindestens einen Haken aufweist, mittels dem der Lineardämpfer
in dem Scharniergehäuse hintergreifbar ist, um die Verrastung
des Lineardämpfers in dem Scharniergehäuse zu
entkoppeln. Dadurch kann auf einfache Weise der Lineardämpfer
bei Bedarf aus dem Scharniergehäuse gelöst und
ausgewechselt werden. Dies ist insbesondere dann notwendig, wenn
an dem Scharnierteil eine Klappe gelagert ist, die im Gewicht von
den Standardgewichten abweicht und insofern ein Lineardämpfer
für höhere oder niedrigere Dämpfungskräfte
eingesetzt werden soll. Dann kann auf einfache Weise der Lineardämpfer
nach Demontage des Scharniergehäuses von der Montageplatte
entfernt und ersetzt werden.
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Vorzugsweise
umfasst das Werkzeug ein ersten Haken für den Eingriff
mit einem Dämpfergehäuse und einen zweiten Haken
für den Eingriff mit einer Kolbenstange des Lineardämpfers.
Alternativ kann das Werkzeug auch eine Aufnahme zum Umgreifen des
Dämpfergehäuses aufweisen, die auf das Dämpfergehäuse
aufgeschoben werden kann, um den Lineardämpfer dann zu
hintergreifen und zu entkoppeln.
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Die
Erfindung wird nachfolgend anhand zweier Ausführungsbeispiele
mit Bezug auf die beigefügten Zeichnungen näher
erläutert. Es zeigen:
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1 eine
geschnittene Seitenansicht auf ein erfindungsgemäßes
Scharnier;
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2A und 2B zwei
Seitenansichten des Scharniers der 1 bei der
Demontage des Lineardämpfers;
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3 eine
vergrößerte Detailansicht des Werkzeuges mit dem
Lineardämpfer;
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4 eine
Seitenansicht des Werkzeuges mit dem Lineardämpfer, und
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5A und 5E mehrere
Ansichten des erfindungsgemäßen Scharniers bei
der Demontage des Lineardämpfers mit einem modifiziertem
Werkzeug.
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Das
Scharnier 1 umfasst ein Scharniergehäuse 2,
das an einer nicht dargestellten Montageplatte an einem Möbelkorpus
fixierbar ist. Das Scharniergehäuse 2 ist über
einen mehrteiligen Schwenkmechanismus 4 mit einem Scharnierteil 3 verbunden, das
mit einer Klappe, Tür oder einem anderen verschwenkbaren
Bauteil gekoppelt ist.
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Das
Scharniergehäuse 2 ist als im Querschnitt U-förmige
Leiste ausgebildet, die zur Montageplatte hin offen ist. In dem
Scharniergehäuse 2 ist ein Lineardämpfer 5 angeordnet,
der ein zylindrisches Dämpfergehäuse 9 und
eine verschiebbar gelagerte Kolbenstange 6 umfasst. An
der Kolbenstange 6 ist endseitig ein Rastelement 7 aufgesteckt,
an dem ein Gabelkopf ausgebildet ist. In dem Gabelkopf ist ein Bolzen 8 eingerastet,
der Teil des Schwenkmechanismus 4 ist und bei einem Verschwenken
des Scharnierteils 3 relativ zu dem Scharniergehäuse 2 bewegt
wird. An der gegenüberliegenden Seite ist an dem Dämpfergehäuse 9 integral
ein weiterer Gabelkopf 10 ausgebildet, in den ein Bolzen 11 eingerastet ist.
Der Bolzen 11 ist an dem Scharniergehäuse 2 festgelegt.
Durch ein Verschwenken des Scharnierteils 3 relativ zu
dem Scharniergehäuse 2 wird somit die Kolbenstange 6 relativ
zu dem Dämpfergehäuse 9 bewegt, so dass
Dämpfungskräfte auf das Scharnier 1 übertragen
werden. Der Lineardämpfer 5 ist dabei so gestaltet,
dass eine Bewegung der Kolbenstange 6 aus dem Dämpfergehäuse 9 heraus
leichtgängig erfolgt, ein Eindrücken der Kolbenstange 6 in das
Dämpfergehäuse 9 jedoch schwergängig
gestaltet ist, um ein Zuschlagen einer Klappe oder Tür
zu vermeiden. Entsprechende Lineardämpfer 5 sind
als Fluiddämpfer, insbesondere Hydraulikdämpfer
einsetzbar.
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Um
eine Anpassung der Dämpfungskräfte beim Verschwenken
des Scharnierteils 3 vornehmen zu können, ist
der Lineardämpfer 5 auswechselbar an dem Scharnier gehäuse 2 gehalten.
Wie in 2A gezeigt ist, wird zum Auswechseln
des Lineardämpfers 5 zunächst ein Rastmechanismus 15 betätigt, um
das Scharniergehäuse 2 von der Montageplatte am
Möbelkorpus zu entfernen. Anschließend wird ein Werkzeug 20 mit
einem ersten Haken 21 und einem zweiten Haken 22 in
das nun zugängliche Scharniergehäuse 2 eingefügt.
Dabei greift der Haken 21 an dem Gabelkopf 10 des
Dämpfergehäuses 9 an, während
der Haken 22 an der Kolbenstange 6 ansetzt.
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Wie
in 2B gezeigt ist, kann durch Ziehen an dem Werkzeug 20 in
eine Richtung im Wesentlichen senkrecht zur Längsachse
der Kolbenstange 6 eine Entrastung des Lineardämpfers 5 erfolgen.
Hierbei ziehen die Haken 21 und 22 gleichzeitig
an dem Dämpfergehäuse 9 und der Kolbenstange 6.
Der Lineardämpfer 5 ist dann an dem Werkzeug 20 gehalten,
wie dies in 3 dargestellt ist. In dieser
Position kann der Lineardämpfer 5 weiter verwendet
werden, wobei eine Entkopplung der Kolbenstange 6 durch
ein Verschwenken eines Griffelementes 24 erfolgt, der dafür
sorgt, dass der Haken 22 sich von der leicht zerbrechlichen
Kolbenstange 6 löst (4). Dann
kann der Lineardämpfer auf einfache Weise von dem Werkzeug 20 entfernt
werden.
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Zum
Einsetzen eines weiteren Lineardämpfers 5, der
beispielsweise andere Dämpfungseigenschaften aufweist,
wird der Lineardämpfer 5 lediglich in das Scharniergehäuse 2 eingefügt
und dann an den Bolzen 8 und 11 verrastet. Hierfür
ist kein Werkzeug erforderlich, auch wenn ein Werkzeug natürlich eingesetzt
werden kann. Es ist lediglich erforderlich, dass die Rastmittel
in Form der Gabelköpfe mit ihrer offenen Seite auf die
Bolzen 8 und 11 aufgesetzt und eingedrückt
werden. Aufgrund der Elastizität der Gabelköpfe
ist ein leichtes Verrasten und eine entsprechend schnelle Montage
möglich.
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In
den 5A bis 5E ist
eine weitere Ausführungsform eines Werkzeuges 30 gezeigt,
mittels dem ein Lineardämpfer 5 bei einem erfindungsgemäßen
Scharnier 1 demontiert werden kann. Das Scharnier 1 ist
wie bei dem vorangegangenen Ausführungsbeispiel ausgebildet
und umfasst einen Lineardämpfer 5, der an einer
Seite mit einem Bolzen an dem Scharniergehäuse 2 und
an der gegenüberliegenden Seite über ein Rastelement 7 an
einen Bolzen des Schwenkmechanismus 4 verrastet ist.
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Das
Werkzeug 30 umfasst seitlich einen ersten Haken 31 und
gegenüberliegend einen zweiten Haken 32, die zusammen
eine im Wesentlichen zylindrische Aufnahme ausbilden.
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In
einem ersten Schritt (5B) wird das Werkzeug 30 so
auf den Lineardämpfer 5 aufgesetzt, dass die Haken 31 und 32 die
Kolbenstange 6 übergreifen und somit die Kolbenstange 6 zwischen
die Haken 31 und 32 gelangt.
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In
einem zweiten Schritt wird dann das Werkzeug 30 in dem
Scharniergehäuse 2 entlang des Lineardämpfers 5 verschoben
(5C) bis die Haken 31 und 32 das
Dämpfergehäuse 9 umgreifen und nicht
mehr im Bereich der Kolbenstange 6 angeordnet sind.
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Anschließend
wird das Werkzeug 30 aus dem Scharniergehäuse 2 herausgezogen
(5D), wobei eine Entrastung des Rastelementes 7 und
des Gabelkopfes 10 erfolgt.
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In
dieser Position hält das Werkzeug 30 den Lineardämpfer 5 an
dem Dämpfergehäuse 9 (5E).
In das Scharnier 1 kann nun ein weiterer Lineardämpfer 5 eingerastet
werden.
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In
dem dargestellten Ausführungsbeispiel sind die Rastmittel
zur Fixierung des Lineardämpfers 5 an dem Scharniergehäuse 2 bzw.
dem Schwenkmechanismus 4 jeweils als Gabelkopf ausgebildet. Es
ist natürlich auch möglich, andere Rastmittel
vorzusehen, beispielsweise Hakenelemente, Federstege, Rastnasen.
Zudem können die entsprechenden Rastmittel auch am Scharniergehäuse 2 oder
am Schwenkmechanismus 4 festgelegt sein, so dass an dem
Lineardämpfer 5 nur das jeweilige Gegenstück zu
dem Rastmittel angeordnet ist.
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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- - EP 1375797 [0002]
- - EP 1555372 [0003]