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Die
Erfindung betrifft eine Biogasanlage zur Herstellung von Biogas
durch anaerobe Nassvergärung eines Biomasse enthaltenden
Substrats in einem einstufigen Durchflussverfahren nach dem Oberbegriff
des Anspruchs 1.
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Die
Biogasgewinnung zur Energieerzeugung gewinnt vorrangig im landwirtschaftlichen
Bereich zunehmend an Bedeutung. Die Gründe dafür
sind im Wesentlichen der Erschließung neuer Einkommensquellen
in der Landwirtschaft durch eine staatliche geförderte
regenerative und umweltverträgliche Energiegewinnung. Die
dafür bekannten Biogasanlagen sind meist für einen
kontinuierlichen einstufigen Betrieb ausgelegt mit einem Fermenterbehälter,
in dem in einem anaeroben Nassvergärungsprozess zur Gewinnung
von Biogas Biomassen vergoren werden. Je nach den Gegebenheiten
sind einem solchen Fermenter ein Nachfermenter und ein Endlager
sowie separate Gasspeicher für das erzeugte Biogas nachgeordnet.
Zur Beschickung des Fermenterbehälters mit vergärbaren
Stoffen ist diesem eine meist automatisierte Zudosiereinrichtung
vorgeschaltet, wobei für flüssige Substratbestandteile
Pumpen und für feste Biomassen Feststoff-Zudosiereinrichtungen
gegebenenfalls mit Wägeeinrichtungen und Befüllschnecken
oder Förderbändern verwendet werden. Zudem sind
in den Behältern und Fermentern Rühr einrichtungen
für eine gleichmäßige Verteilung der
Substratbestandteile angebracht (
EP 1 251 165 A1 ).
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Ein
Problem bei solchen Fermentationsprozessen ist in allgemein bekannter
Weise, dass die Biomasse insbesondere Biomassenfeststoffe in der Fermenterflüssigkeit
regelmäßig nicht gleichmäßig verteilt
sind, da sie z. B. aufschwimmen und sich im Bereich der Flüssigkeitsoberfläche
ansammeln, wenn das spezifische Gewicht der Biomasse geringer ist
als dasjenige der Fermenterflüssigkeit, z. B. von Wasser.
Andererseits kann aber das Problem bestehen, dass Biomasse bei einem
höheren spezifischen Gewicht auf den Fermenterbehälterboden
absinkt und sich dort Sinkschichten ansammeln. Auch eine derartige
Ansammlung von Biomasse bewirkt eine ungleichmäßige
Biomasseverteilung in der Fermenterflüssigkeit, was sich
insgesamt nachteilig auf den Wirkungsgrad des Fermentationsprozesses
und damit nachteilig auf den Wirkungsgrad der Biogasherstellung
auswirkt.
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Für
kontinuierlich in einem einstufigen Durchflussverfahren arbeitende
Biogasanlagen sind bisher zylindrisch aufgebaute Fermenterbehälter
in grundsätzlich zwei Anordnungen verwendet worden:
Beispielsweise
ist ein Fermenter einer Biogasanlage mit einer Rühreinrichtung
für eine Durchmischung bekannt (
DE 199 28 212 A1 ), bei
der der Fermenterbehälter aus einem zylinderrohrförmigen
liegenden Tank mit einer horizontalen Zylinderachse und mit einer
zentral horizontal liegenden Rührwelle besteht, an der
axial und radial zueinander versetzt eine Mehrzahl von Rührpaddeln
angeordnet sind. Ein solcher liegender Tank mit einer Paddelrühreinrichtung kann
mit vertretbaren Mitteln nicht beliebig groß gestaltet
werden, so dass entsprechende Fermenterbehälter zweckmäßig
nur in begrenzten Größenordnungen projektiert
werden. Nachteilig sind Reparatur- und Wartungsarbeiten an solchen
Paddelrühreinrichtungen nur mit erheblichem Aufwand und
bei entleertem Fermenterbehälter möglich. Eine
Anordnung mehrerer solcher liegender Zylindertanks zur Herstellung
einer großen Biogasanlage erfordert ungünstig
viel Platz, da zwischen den liegenden Zylindertanks viel ungenützter
Platz verbleibt.
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Bei
einer anderen Ausführungsform, werden zylindrische Fermenterbehälter
mit vertikaler Zylinderachse meist als Hochbehälter oder
teilweise im Erdboden versenkte Behälter aus Beton oder
Stahl eingesetzt. (
EP
1 130 084 B1 ;
DE
200 08 186 U1 ), die in allgemein bekannter Weise durch
eine Betondecke, eine Stahldecke oder durch ein ein- oder zweilagiges
Foliendach, welches gegebenenfalls einen Gasspeicher bildet, gasdicht
abgedeckt sind. Bei solchen zylindrischen Fermenterbehältern
werden regelmäßig Rühreinrichtungen in
der Art von höhenverstellbaren Tauchrührgeräten
oder seitlich durch eine Behälterwand eingeführten
Rührgeräten verwendet. Auch hier ergeben sich
bei nebeneinander angeordneten zylindrischen Behältern,
beispielsweise einem Hauptfermenter, einem Nachfermenter und einem Endlager
eine unzureichende Grundflächenausnützung, durch
rundungsbedingte schlecht nutzbare Freiräume zwischen den
Behältern. Bei großen Biogasanlagen mit einer
Mehrzahl von Fermenterbehältern wächst dieser
Nachteil erheblich. Wenn zur Behebung eines solchen Nachteils die
Behälterdurchmesser größer gewählt
werden sollten, führt dies zu bautechnisch hohem Aufwand
und zudem besteht das Problem, dass eine Einpassung solcher großer Zylinderbehälter
mit großer Bodenflächenausdehnung in allen Richtungen
in vorhandene Geländestrukturen und Grundstückseigentumsverhältnisse
zu Schwierigkeiten führen kann. Rechteckige Fermenterbehälter,
die einfach aneinander gereiht werden könnten, sind wegen
rührtechnisch unzureichend erfassbarer Eckräume
ungeeignet. Jedoch ist auch das Rühren und effektive Durchmischen
des Substrats mit Rühreinrichtungen, beispielsweise mit Tauchrührgeräten
in den vorstehenden zylindrischen Behältern grundsätzlich schwierig,
da beispielsweise bei einer gleichmäßig umlaufenden
Substratbewegung im Zylinderbehälter im Bereich der Zylinderachse
praktisch keine Substratbewegung und Substratdurchmischung erfolgt.
Um dem entgegenzuwirken ist es erforderlich, in aufwendiger Weise
die Höhenstellungen und Winkelstellungen der Tauchrührgeräte
regelmäßig zu verändern und den Rühr-
und Durchmischungsvorgang mit relativ hohem Energieaufwand durchzuführen.
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Aufgabe
der Erfindung ist es demgegenüber eine Biogasanlage vorzuschlagen,
bei der zur Vermeidung von Schwimm- und Sinkschichten eine effektivere
und energiesparendere Rühreinrichtung verwendbar ist und
zudem Projektierungsfreiräume hinsichtlich eines kompakten
Aufbaus bei sparsamer Verwendung der erforderlichen Grundfläche
möglich sind.
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Diese
Aufgabe wird mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
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Gemäß Anspruch
1 besteht der wenigstens eine Fermenterbehälter aus zwei
parallel verlaufenden, langgestreckten und gegensinnig durchströmten
Längskanälen, wobei die jeweils benachbarten Kanalenden
der Längskanäle durch Kanalumlenkbögen
miteinander verbunden sind dergestalt, dass eine ringförmig
langgestreckt umlaufende Endloskanalstruktur als Langfermenter gebildet
ist.
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Durch
die umlaufende Endloskanalstruktur mit benachbarten gegenläufigen
Längskanälen und Kanalumlenkbögen kann
eine entsprechend umlaufende Substratströmung erzeugt werden,
welche hinsichtlich der Durchmischung besonders effektiv für den
Fermentationsprozess und damit für eine effektive Biogasausbeute
ist. Da hier ersichtlich weitgehend laminare gleichmäßige
umlaufende Strömungsverhältnisse vorliegen, ohne
dass die Strömung stark durch Umlenkungen, ungleichmäßige
Strömungsgeschwindigkeiten oder Turbulenzen wesentlich
beeinflusst ist, ist der Energieaufwand zur Aufrechterhaltung einer
solchen Strömung vergleichsweise gering. Die gesamte Energiebilanz
der Biogasanlage unter Einbeziehung der Rührtechnik wird
somit verbessert, ohne dass die Gefahr von ungünstigen
Ausbildungen von Schwimm- oder Sinkschichten gegeben ist.
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Durch
die langgestreckte Ausgestaltung der Fermenterbehälter
in der Art von Langfermentern können mehrere Fermenterbehältern
mit ihren Langseiten eng aneinander gereiht werden, ohne dass schwierig
nutzbare Zwischenräume entstehen. Zudem ergeben sich dadurch
Projektierungsfreiräume zur Anpassung an Platzverhältnisse
hinsichtlich von Bodenstrukturen und Grundbesitzverhältnissen.
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Konkret
wird mit Anspruch 2 vorgeschlagen, dass der Fermenterbehälter
als langgestreckte Fermenterwanne mit endseitigen Wannenrundungen ausgeführt
ist, wobei die langgestreckten gegensinnig durchströmten
Längskanäle beidseitig einer in der Längsmitte
der Wanne verlaufenden vertikalen Mittenwand gebildet sind. Zur
Ausbildung der Kanalumlenkbögen hat die Mittenwand eine
kürzere Länge im Vergleich zur Innenlänge
der Fermenterwanne und weist jeweils einen Mittenwandlängsabstand zwischen
den Mittenwandlängsenden zu der in Längsrichtung
gesehenen Innenseite der Wannenrundung auf. Durch eine gemeinsame
Wand der Längskanäle als Mittenwand einer Fermenterwanne ergibt
sich ein sehr platzsparender und kompakter Gesamtaufbau, wobei auch
die Kanalumlenkbögen bautechnisch einfach und kostengünstig
im Gesamtbauwerk integrierbar sind.
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Um
die Strömungsumlenkung in den Kanalumlenkbögen
zu begünstigen, wird mit Anspruch 3 vorgeschlagen, dass
der Mittenwandlängsabstand zwischen den Mittenwandlängsenden
und der jeweils zugeordneten in Längsrichtung gesehenen
Innenseite der Wandrundung größer oder zumindest
gleich der Quererstreckung eines Längskanals ist.
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Ein
strömungsmäßig effektiver, kostengünstiger
Gesamtaufbau wird nach Anspruch 4 dadurch erreicht, dass die Längskanäle
eine Bodenwand, äußere vertikale parallele Längsseitenwände
sowie eine gemeinsame Mittenwand aufweisen, wodurch sich jeweils
ein rechteckiger Kanalquerschnitt ergibt. Die endseitig anschließenden
Kanalumlenkbögen sind dabei in einfacher Weise durch die
Bodenwand und halbkreisförmig gebogene, äußere
vertikale Bogenwände gebildet.
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Um
die vorstehenden positiven Effekte und Vorteile zu optimieren, soll
nach Anspruch 5 die Länge des Längskanals mit
den im Wesentlichen gerade verlaufenden Kanalwänden wenigstens
so lang wie seine Quererstreckung sein. Vorzugsweise soll diese Länge
jedoch wenigstens zweimal und besonders bevorzugt wenigstens 2,5
mal so lang sein. Die positiven Effekte treten bei langen Längskanalerstreckungen
umso deutlicher auf. Dabei soll auch eine angemessene Quererstreckung
vorgesehen werden, da sonst die Kanalumlenkbögen relativ
eng werden und dadurch die Gleichmäßigkeit einer
umlaufenden Substratströmung gestört werden könnte.
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Konkret
sind als vorgeschlagene Langfermenter sehr große Behälter
bis 10.000 m3 und mehr bei Quererstreckungen
von beispielsweise 10 bis 20 m, Längserstreckungen von
50 bis 100 m und Höhen von 10 m einfach möglich,
wie sie bisher mit den bekannten Fermenterausführungen
für Biogasanlagen in der Größe nicht
verwendet wurden.
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Auch
längsseits aneinander gereihte kleinere Behältereinheiten
können bauraumeffektiv und rührtechnisch gut beherrschbar
zu Großanlagen kombiniert werden.
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Gemäß Anspruch
6 können die Wände solcher Fermenterbehälter
je nach den Gegebenheiten aus Beton und/oder Stahl und/oder Kunststoff,
insbesondere aus zusammenfügbaren Fertigteilelementen hergestellt
werden.
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Im
Vergleich zu zylindrischen Fermenterbehältern sind die
gerade verlaufenden Außenwände der Längskanäle
in Querrichtung durch das nach außen drängende
Gewicht der Substratflüssigkeit statisch stärker
beansprucht. Um mit den Außenwänden die statischen
Erfordernisse erfüllen zu können und diese dennoch
kostengünstig ohne zu große Wandstärken
ausführen zu können wir mit Anspruch 7 vorgeschlagen,
die Außenwände in Querrichtung durch äußere
Stützbauten, beispielsweise Betonstützen abzustützen.
Zusätzlich oder gegebenenfalls alternativ können
auch gegenüberliegende Außenwände im oberen
Bereich durch Zugklammern zusammengespannt werden.
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Vorzugsweise
können solche Zugklammern als begehbare und Technikelemente
tragende Brückenstege ausgeführt werden, so dass
diesen eine Doppelfunktion zukommt.
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Längskanäle
und Kanalumlenkbögen die durch eine Bodenwand und vertikale
Kanalwände gebildet sind, müssen gasdicht abgedeckt
werden. Dazu wird mit Anspruch 8 vorgeschlagen, eine solche Abdeckung
durch eine Betondecke und/oder durch Stahlplatten und/oder durch
ein Foliendach gasdicht auszuführen. Alle diese Dachaufbauten
sind allgemein bekannt. Insbesondere sind auch mehrlagige Foliendächer
bekannt, welche im Innenbereich als Gasspeicher verwendet sind.
Die vorstehenden unterschiedlichen Arten von Abdeckungen können
je nach den Gegebenheiten auch zur gasdichten Abdeckung von Teilkanalflächen
kombiniert werden.
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Konkret
wird dazu in einer bevorzugten Ausführungsform nach Anspruch
9 vorgeschlagen, dass die Längskanäle durch ein
einfach ausführbares giebeldachförmiges Foliendach
und die halbkreisförmigen Kanalumlenkbögen jeweils
durch eine Betondecke abgedeckt sind.
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Auch
bei der erfindungsgemäßen Fermenterbehälterausführung
können nach Anspruch 10 in den Abdeckungen, insbesondere
in den Betondeckenund/oder Foliendachbereichen Revisionsöffnungen,
insbesondere Revisionsschächte und/oder Sichtfenster angeordnet
werden. Zur Herstellung der beschriebenen Strömung werden
nach Anspruch 11 vorzugsweise an den Längskanälen
und/oder gegebenenfalls auch in den Kanalumlenkbögen wenigstens
eine Rühreinrichtung angeordnet, mit der das Substrat im
Fermenterbehälter in eine in der Endloskanalstruktur umlaufende
Bewegung versetzbar ist. Gut geeignet sind nach Anspruch 12 Tauchrührgeräte
mit einem elektrisch oder hydraulisch angetriebenen Motor, die vorzugsweise
höhenverstellbar durch einen Revisionsschacht im Fermenterbehälter
oder gegebenenfalls an einem Brückensteg angeordnet sind.
Bei einer Anordnung solcher Tauchrührgeräte in den
Längskanalbereichen können diese in Strömungsrichtung
justiert werden, wodurch einerseits eine effektive Funktion erreicht
wird und die bisher übliche Einrichtung für eine
Winkelverstellung der Tauchrührgeräte entfallen
kann. Grundsätzlich können jedoch auch hier an
sich bekannte Rührgeräteanordnungen durch eine
Fermenteraußenwand eingesetzt und verwendet werden.
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Kompakte
Anordnungen auch im Hinblick auf Kombinationen zu Großanlagen
ergeben sich nach Anspruch 13 dadurch, dass wenigstens zwei Fermenterbehälter
und/oder ein Endlagerbehälter mit gleichem Aufbau längsparallel
nebeneinander angeordnet sind. Unter Einbeziehung eines befahrbaren
Silos ist es zweckmäßig, auch eine Silowand längsparallel
unmittelbar benachbart zu einer Fermenterbehälterlängswand
anzuordnen. In einer Weiterbildung einer solchen Anordnung wird
mit Anspruch 14 vorgesehen, dass zumindest einer der Fermenterbehälter
oder ein Endlagerbehälter eine vergleichsweise geringere
Längserstreckung aufweist und im dem dadurch geschaffenen
Freiraum ein Technikgebäude angeordnet ist. In einem solchen Technikgebäude
können beispielsweise Pumpen, Steuerungen, ein Blockheizkraftwerk,
ein Gasspeicher oder andere Technikbauelemente der Biogasanlage
angebracht sein. Insgesamt wird dadurch eine sehr kompakte Anlagengröße
unter vorteilhaft geringem Verbrauch von Bodenfläche erreicht.
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Anhand
einer Zeichnung wird die Erfindung näher erläutert.
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Es
zeigen:
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1 eine
Draufsicht auf einen Fermenterbehälter (ohne Abdeckung),
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2 eine
Draufsicht und Schnitte durch eine erste Ausführungsform
eines Fermenterbehälters ähnlich 1,
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3 eine
Draufsicht und Schnitte einer zweiten Ausführungsform eines
Fermenterbehälters,
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4 eine
Draufsicht und einen Längsschnitt einer dritten Ausführungsform
eines Fermenterbehälters,
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5 eine
schematische Draufsicht auf eine Anordnung einer Biogasanlage und,
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6 eine
schematische Draufsicht auf eine Anordnung einer Biogas-Großanlage.
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In 1 ist
eine Draufsicht auf einen Fermenterbehälter 1 einer
Biogasanlage gezeigt. An sich bekannte weitere Bauteile der Biogasanlage, insbesondere
eine Zudosiereinrichtung, sowie die Abdeckung des Fermenterbehälters 1 sind
wegen der besseren Übersichtlichkeit weggelassen. Der Fermenterbehälter 1 ist
als langgestreckte Fermenterwanne ausgeführt mit jeweils
gegenüberliegenden geraden vertikalen und parallelen Längsseitenwänden 2, 3,
an die sich halbkreisförmig gebogene äußere
vertikale Bogenwände 4, 5 als Wannenrundungen anschließen.
Die halbkreisförmigen Bogenwände 4, 5 haben
jeweils einen Kreismittelpunkt 6, 7, so dass die
Längsseitenwände 2, 3 gerade
im Bereich zwischen den durch die Kreismittelpunkte 6, 7 eingezeichneten
strichpunktierten Querlinien verlaufen.
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Weiter
ist eine Mittenwand 8 im Fermenterbehälter 1 errichtet,
die vertikal in der Längsmitte verläuft und deren
Mittenwandlängsenden in einem Mittenwandlängsabstand
entsprechend Pfeil 9 von der in Längsrichtung
gesehenen Innenseite der jeweiligen Bogenwände 4, 5 liegen.
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Durch
den wannenförmigen Behälter 1 in Verbindung
mit der Mittenwand 8 werden zwei langgestreckte gegensinnig
durchströmbare Längskanäle 10, 11 ausgebildet.
Die Quererstreckung entsprechend Pfeil 12 der Längskanäle 10 und 11 ist
jeweils geringer als die Mittenwandlängsabstände 9,
wodurch jeweils Kanalumlenkbögen 13, 14 an
den jeweiligen Endseiten der Längskanäle 10, 11 ausgebildet
sind. Dadurch sind im Längskanal 10 eine Substratströmung
entsprechend dem Strömungspfeil 15 und im anderen
Längskanal 11 eine gegensinnige Strömung
entsprechend dem Strömungspfeil 16 herstellbar,
welche unter Einbeziehung der Kanalumlenkbögen 13, 14 zu
einer endlos umlaufenden Strömung führt. Der Rückversatz
der Mittenwandenden (Pfeil 9) und damit der größere
Querdurchmesser in den Bereichen der Kanalumlenkbögen 13, 14 im
Vergleich zur Quererstreckung (Pfeil 12) in den Längskanälen 10, 11 begünstigt
die Strömungsumlenkung von einem Längskanal in
den anderen.
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Schematisch
und strichliert sind die Lagen von Serviceschächten 17, 18 in
einer möglichen Betonabdeckung (siehe 2)
eingezeichnet, in denen an sich bekannte höhenverstellbare
Tauchrührgeräte 19, 20 zur Erzeugung
der Substratströmung aufgenommen sind. Vorteilhaft sind
die Tauchrührgeräte hier strömungseffektiv
im Bereich der Längsströmung in den Längskanälen 10, 11 angeordnet.
Zudem ist die Möglichkeit von Sichtfenstern 21, 22 in
einer Beton- oder gegebenenfalls Stahlabdeckung angedeutet.
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2 zeigt
weitere Einzelheiten der ersten Ausführungsform entsprechend 1.
Dabei entspricht 2a der 1,
wobei hier eine Abdeckung als Betondecke 23 angebracht
ist, wie dies insbesondere im Längsschnitt 2b und
im Querschnitt 2c ersichtlich ist.
Die weiteren 1 entsprechenden Bauteile sind
mit gleichen Bezugszeichen bezeichnet. Aus den Schnittdarstellungen
ist zu ersehen, dass die Mittenwand 8 nach oben bis zur
Betondecke 23 durchgeht und diese mitträgt. Grundsätzlich
könnte die Mittenwand 8 oben auch mit einem Freiraum
zur Betondecke 3 enden.
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In
einer zweiten Ausführungsform nach 3 ist der
Grundaufbau des Fermenterbehälters 1 gleich entsprechend 1 und 2,
so dass auch in 3 für gleiche Bauteile
gleiche Bezugszeichen verwendet sind. In 2 ist zur
Abstützung von Seitenkräften der Fermenterbehälter
teilweise im Boden versenkt. In der Ausführungsform nach 3 sind dagegen
bei einem Hochbehälter die besonders statisch nach außen
belasteten Längsseitenwände 2, 3 jeweils
durch Stützbauten 24, 25 abgestützt.
Zudem sind bei der Ausführungsform nach 3 lediglich die
Bereiche der Kanalumlenkbögen 13, 14 durch halbkreisförmige
Betondeckenteile 23' und 23'' abgedeckt, während
der Bereich der Längskanäle 10, 11 durch
ein giebeldachförmiges Foliendach 26 abgedeckt
ist, welches, wie in 3c strichliert
angedeutet, in an sich bekannter Weise auch zweilagig ausgeführt
sein kann.
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Die
dritte Ausführungsform nach 4 entspricht
weitgehend der zweiten Ausführungsform nach 3,
so dass auch hierfür gleich Bauteile gleich Bezugszeichen
verwendet sind. Der Unterschied besteht hier darin, dass die beiden
Längsseitenwände 2, 3 durch
einen Brückensteg 27 verbunden sind, der einerseits
zur Stabilisierung die Funktion einer Zugklammer haben kann und
andererseits für Wartungszwecke begehbar ist und eine Tragfunktion
beispielsweise für Serviceschächte 17 und Tauchrührgeräte 19 haben
kann. Als Abdeckung sind hier zwei Foliendachbereiche 26' und 26'' verwendet, die
sich ausgehend vom Brückensteg 27 auch über die
Bereiche der Kanalumlenkbögen 13, 14 erstrecken.
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Aus 5 ist
die Möglichkeit eines sehr kompakten Aufbaus einer Biogasanlage
in einer schematischen Draufsicht ersichtlich. Dabei ist parallel
zu einer Silowand 28 eines Fahrsilos 29 ein Endlagerbehälter 30 mit
dem erfindungsgemäßen Aufbau und einer Länge
entsprechend der Silowand 28 angeordnet. Längsparallel
zu diesem ist ein etwas kürzerer Fermenterbehälter 1 angebracht,
so dass dadurch in einem Freiraum 31 Platz für
ein Technikgebäude 32 geschaffen ist. Insgesamt
wird somit hier eine etwa rechteckige Grundfläche optimal
ausgenützt, ohne dass nicht oder nur schlecht nutzbare Freiräume
verbleiben.
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In 6 ist
der Aufbau nach 5 weiter zu einer Anordnung
einer Biogas-Großanlage 33 weitergeführt,
wobei hier vier längere Endlagerbehälter 30 mit
drei kürzeren Fermenterbehältern 1 in
einer parallelen Anreihung kombiniert sind, so dass auch hier ein
Freiraum 31 für ein Technikgebäude 32 verbleibt und
auch hier eine optimale Grundflächenausnützung
vorliegt.
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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- - EP 1251165
A1 [0002]
- - DE 19928212 A1 [0004]
- - EP 1130084 B1 [0005]
- - DE 20008186 U1 [0005]