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DE202008009751U1 - Schreib-, Zeichen-, Mal- oder Kosmetikstift - Google Patents

Schreib-, Zeichen-, Mal- oder Kosmetikstift Download PDF

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DE202008009751U1
DE202008009751U1 DE200820009751 DE202008009751U DE202008009751U1 DE 202008009751 U1 DE202008009751 U1 DE 202008009751U1 DE 200820009751 DE200820009751 DE 200820009751 DE 202008009751 U DE202008009751 U DE 202008009751U DE 202008009751 U1 DE202008009751 U1 DE 202008009751U1
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polymer
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JS Staedtler GmbH and Co KG
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    • A45D40/20Pencil-like cosmetics; Simple holders for handling stick-shaped cosmetics or shaving soap while in use
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Abstract

Schreib-, Zeichen-, Mal- oder Kosmetikstift, umfassend eine farbabgebende polymergebundene Mine und einen polymergebundenen Holzersatzwerkstoff, wobei der Holzersatzwerkstoff die Mine der Länge nach zumindest teilweise bedeckt oder umgibt, und wobei zwischen der Mine und dem Holzersatzwerkstoff mindestens eine Haftvermittlerschicht angeordnet ist,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Mine und der Holzersatzwerkstoff jeweils mindestens ein Polymer aufweisen, wobei das mindestens eine Polymer in der Mine zu dem mindestens einen weiteren Polymer im Holzersatzwerkstoff inkompatibel ist,
und dass die mindestens eine Haftvermittlerschicht einerseits an das mindestens eine Polymer in der Mine und andererseits an das mindestens eine weitere Polymer im Holzersatzwerkstoff ankoppelt.

Description

  • Die Erfindung betrifft einen Schreib-, Zeichen-, Mal- oder Kosmetikstift, umfassend eine farbabgebende polymergebundene Mine und einen polymergebundenen Holzersatzwerkstoff, wobei der Holzersatzwerkstoff die Mine der Länge nach zumindest teilweise bedeckt oder umgibt, und wobei zwischen der Mine und dem Holzersatzwerkstoff mindestens eine Haftvermittlerschicht angeordnet ist.
  • Stifte der eingangs genannten Art sind prinzipiell bekannt. Der Holzersatzwerkstoff ersetzt dabei das üblicherweise zur Halterung der farbabgebenden Mine vorgesehene, natürlich gewachsene Holz.
  • Holzgefasste Stifte, bei denen die Mine von natürlichem Holz umgeben bzw. ummantelt ist, sind seit langem bekannt. In den letzten Jahren steigt aufgrund der mangelnden Verfügbarkeit von Holz der Preis für qualitativ hochwertige Hölzer, was sich direkt auf die Herstellungskosten der Stifte auswirkt. Zudem werden zur Herstellung von Stiften vergleichsweise große natürliche Holzvorkommen verbraucht.
  • Es wird aus diesem Grund bereits seit Jahren versucht, die natürlichen Hölzer durch Holzersatzwerkstoffe zu ersetzen, die preisgünstiger sind und die natürlichen Holzvorkommen schonen.
  • So sind aus der DE 42 30 792 C2 bereits coextrudierte Stifte bekannt, welche eine polymergebundene Mine und anstelle von Holz zur Umhüllung der Mine einen Schaft aus Holzersatzwerkstoff in Form von geschäumtem Polymer aufweisen. Nachteilig ist es jedoch bei derartigen Stiften, dass ein solcher Holzersatzwerkstoff einen niedrigen E-Modul und somit eine hohe Elastizität aufweist, welche allerdings die Mine üblicherweise nicht aufweist. Dadurch kann es zum Bruch oder einer Schädigung der Mine im Stift kommen. Um dieses Problem zu umgehen, wird die Mine in der Regel ebenso elastisch eingestellt, was nun wiederum zu einer signifikanten Verschlechterung der Schreibeigenschaften der Mine führt.
  • Weiter ist es als nachteilig anzusehen, dass ein Stift mit einem Holzersatzwerkstoff aus geschäumtem Polymer für den Benutzer ein zu natürlich gewachsenem Holz unähnliches Spitzverhalten aufweist. Das gewohnte Spitzgeräusch und die dem natürlich gewachsenen Holz eigene Sprödigkeit fehlen.
  • Weiter sind coextrudierte Stifte mit polymergebundenen Minen und polymergebundenem Holzersatzwerkstoff bekannt, wobei der Holzersatzwerkstoff anorganische Füllstoffe aufweist. Bei derartigen Stiften ist es als nachteilig anzusehen, dass deren Spitzbarkeit aufgrund der anorganischen Füllstoffe als ungenügend einzustufen ist.
  • Aufgabe der Erfindung ist es daher, einen Schreib-, Zeichen-, Mal- oder Kosmetikstift zu schaffen, der ein Spitzverhalten aufweist, das dem eines holzgefassten Stifts ähnelt und der zudem eine Mine mit ausgezeichneten Schreibeigenschaften aufweist.
  • Die Aufgabe wird für den Schreib-, Zeichen-, Mal- oder Kosmetikstift, umfassend eine farbabgebende polymergebundene Mine und einen polymergebundenen Holzersatzwerkstoff, wobei der Holzersatzwerkstoff die Mine der Länge nach zumindest teilweise bedeckt oder umgibt, und wobei zwischen der Mine und dem Holzersatzwerkstoff mindestens eine Haftvermittlerschicht angeordnet ist, gelöst indem die Mine und der Holzersatzwerkstoff jeweils mindestens ein Polymer aufweisen, wobei das mindestens eine Polymer in der Mine zu dem mindestens einen weiteren Polymer im Holzersatzwerkstoff inkompatibel ist,
    und indem die mindestens eine Haftvermittlerschicht einerseits an das mindestens eine Polymer in der Mine und andererseits an das mindestens eine weitere Polymer im Holzersatzwerkstoff ankoppelt.
  • Es hat sich gezeigt, dass es zur Erreichung der gesetzten Aufgabe erforderlich ist, die Mine und den Holzersatzwerkstoff auf Basis unterschiedlicher Polymerbindungen auszubilden, damit einerseits die erforderlichen Schreibeigenschaften der Mine und andererseits die erforderliche Steifigkeit und Spitzbarkeit des Holzersatzwerkstoffs erreicht werden können. Weiterhin hat es sich gezeigt, dass hierzu in der Mine und im Holzersatzwerkstoff zueinander inkompatible Polymere erforderlich sind. Das bedeutet, dass der Minenwerkstoff und der Holzersatzwerkstoff keine oder eine nur unzureichend feste Verbindung miteinander eingehen. Dadurch ist die Mine im Gebrauch nicht ausreichend gestützt und bricht beim Schreiben häufig ab. Aus diesem Grund wurde versucht, zwischen der Mine und dem Holzersatzwerkstoff mindestens eine Haftvermittlerschicht anzuordnen. Es hat sich überraschend gezeigt, dass mindestens eine Haftvermittlerschicht, die einerseits an das mindestens eine Polymer in der Mine und andererseits an das mindestens eine weitere Polymer im Holzersatzwerkstoff ankoppelt, eine feste und permanente Verbindung zwischen der Mine und dem Holzersatzwerkstoff herstellt. Ein damit hergestellter Stift weist die erforderlichen Eigenschaften hinsichtlich Spitzbarkeit und Schreibeigenschaften der Mine auf und ähnelt einem holzgefassten Stift zum verwechseln.
  • Um die Spitzbarkeit von erfindungsgemäßen Stiften zu beurteilen, wurden diese angespitzt. Als mit geringem Kraftaufwand spitzbar gilt hierbei ein Stift, der bei der Prüfung bzw. Anspitzung ein so genanntes Spitzmoment von kleiner als 10 Ncm aufweist. Das Spitzmoment wird in einer zu diesem Zweck entwickelten Prüfmaschine bestimmt, indem ein Prüfkörper in Form eines Stifts 20 s lang kontinuierlich gespitzt wird. Das während der Anspitzung ermittelte durchschnittliche Drehmoment [in Ncm], das zum kontinuierlichen Anspitzen eines Stifts mit einem Durchmesser von 7,6 ± 0,2 mm mit einer Drehzahl von 43 U/min bei bereits vorhandenem Spitzkegel, d. h. bereits im gewünschten Winkel angespitzt, in einem handelsüblichen Spitzer mit neuer Klinge erforderlich ist, wird als Spitzmoment bezeichnet.
  • Das Prinzip einer Vorrichtung zur Messung des Spitzmoments ist in der 1 zur Erläuterung dargestellt. Ein Spitzer 1 wird dazu in einer, mit einer Drehmoment-Messvorrichtung 2 verbundenen Halterung 3 befestigt. Ein Stift 5 wird in einer Aufnahme 4 rotierbar bereitgestellt und in den Spitzer 1 eingeführt. Es erfolgt ein pneumatischer Vorschub des rotierenden Stifts 5 in Richtung des Spitzers 1 mittels einer Vorschubeinrichtung 6, die auf die Aufnahme 4 des Stiftes 5 mit einer Vorschubkraft von 20 N einwirkt (siehe Pfeil rechts im Bild). Das während des Spitzvorgangs des Stifts 5 von der Drehmoment-Messvorrichtung 2 gemessene Drehmoment wird aufgezeichnet und über die Prüfdauer gemittelt, um das Spitzmoment zu bestimmen.
  • Die für den Gebrauch als Umhüllung für Minen von Stiften erwünschte Biegebruchfestigkeit des Holzersatzwerkstoffs liegt insbesondere bei mindestens 50 MPa. Der Elastizitätsmodul liegt vorzugsweise bei mindestens 5000 MPa. Die Bestimmung von Biegebruchfestigkeit und Elastizitätsmodul erfolgt im 3-Punkt-Biegeversuch in Anlehnung an DIN 52186 (Prüfung von Holz – Biegeversuch).
  • In 2 ist eine Messvorrichtung zur Durchführung eines derartigen 3-Punkt-Biegeversuchs dargestellt. Es werden zylindrische Prüfkörper 7 in Form von Stiften mit einem Durchmesser von 7,6 ± 0,2 mm und einer Länge von 180 ± 5 mm verwendet. Der Prüfkörper 7 wird auf beweglichen Rollen 8 mit einer Stützweite von 100 mm gelagert (Abstand der Mittelpunkte der Rollen 8). Die Krafteinleitung erfolgt mittig mit einem Prüfstempel 9. Rollen 8 und Prüfstempel 9 haben einen Radius von 15 mm. Während der Prüfung wird der Prüfkörper 7 gleichmäßig belastet, bis der Prüfkörper 7 bricht. Aus der erforderlichen Bruchkraft und der gemessenen Durchbiegung des Prüfkörpers 7 unter zunehmender Last werden die Biegebruchfestigkeit und der Elastizitätsmodul des Prüfkörpers 7 bestimmt.
  • Beispiele für Schreib-, Zeichen- oder Malstifte sind insbesondere Bleistifte oder Farbstifte. Beispiele für Kosmetikstifte sind insbesondere Kajalstifte oder Lipliner.
  • Vorteilhafte Ausgestaltungen des erfindungsgemäßen Stifts sind nachfolgend aufgeführt.
  • Es hat sich besonders bewährt, wenn das mindestens eine Polymer in der Mine aus Polystyrol oder SAN gebildet ist.
  • Weiterhin hat es sich bewährt, wenn das mindestens eine weitere Polymer im Holzersatzwerkstoff aus der Gruppe der Polyolefine gewählt ist.
  • Polyolefine im Holzersatzwerkstoff sind inkompatibel mit Polystyrol oder SAN in der Mine.
  • Die mindestens eine Haftvermittlerschicht ist vorzugsweise aus einem Copolymer, einem Blockpolymer, einem Pfropfpolymer oder einer Polymermischung gebildet.
  • Besonders bevorzugt ist es, wenn die mindestens eine Haftvermittlerschicht aus einem Styrol-Budatien-Copolymer und/oder einem Styrol/Ethenbuten/Styrol-Block-Copolymerisat ausgebildet ist, um ein Polyolefin im Holzersatzwerkstoff an Polystryrol oder SAN in der Mine anzukoppeln.
  • Die Wirkungsweise des Haftvermittlers wird anhand nachfolgender Figuren näher erläutert.
  • In 3 oben, sind inkompatible Polymere 10 und 20 dargestellt, die an ihren Grenzflächen ohne jede Verbindung miteinander vorliegen. In 3 unten hingegen ist zu erkennen, dass unter Anwesenheit eines Haftvermittlers 30 eine Brückenbildung zwischen den Domänen der an sich inkompatiblen Polymere 10 und 20 ausgebildet werden. Durch den Haftvermittler werden die Polymere verträglich/kompatibel oder zumindest teilverträglich.
  • 4 zeigt beispielhaft an zwei Polymer und die zueinander inkompatibel sind. Es handelt sich um Polystyrol und Polyethylen. Diese Polymere bilden untereinander keine Verbindung oder Brücken auf. Erst durch die Anwesenheit eines Haftvermittlers in Form eines Styrol-Budatien-Copolymers erfolgt eine Anbindung der beiden.
  • Nachfolgend seine zwei Ausführungsbeispiele für coextrudierte Stifte dargestellt, bei welchen zwischen Mine und Holzersatzwerkstoff eine Haftvermittlerschicht eingebracht wird, um an sich unverträgliche oder inkompatible Polymergruppen miteinander zu verbinden. Zusätzlich können diese Stifte mit einer Dekorschicht versehen sein. Ausführungsbeispiel 1, Stift mit polymeren Schichtaufbau
    Mine Polystyrol (PS)
    Haftvermittler/Minenmantel Styrol-Budatien-Copolymer (SB)
    Holzersatz (WPC) Polyolefin (PE-HD)
    Dekor TPE
    Ausführungsbeispiel 2, Stift mit polymeren Schichtaufbau
    Mine (SAN)
    Haftvermittler/Minenmantel Styrol-Budatien-Copolymer (SB)
    Holzersatz (WPC) Polyolefin (PE)
    Dekor Polypropylen (PP)
  • Es hat sich insbesondere bewährt, wenn der mindestens eine polymergebundene Holzersatzwerkstoff aus
    15–30 Gew.-% mindestens eines Polyolefins,
    50–80 Gew.-% mindestens eines organischen Füllstoffs,
    0–20 Gew.-% mindestens eines anorganischen Füllstoffs,
    0,5–5 Gew.-% mindestens eines Haftvermittlers,
    1–30 Gew.-% mindestens eines Wachses,
    0–10 Gew.-% mindestens eines Farbpigments, und
    0–10 Gew.-% mindestens eines Additivs
    besteht.
  • Für die Spitzbarkeit vorteilhaft ist es, dass das mindestens eine Wachs im Holzersatzwerkstoff aus der Gruppe der Wachse umfassend Amidwachse, Fettsäuren wie z. B. Stearinsäure und Palmitinsäure, Montanwachse, Stearate, Fettsäureester, Paraffinwachse ausgewählt ist.
  • Für die Spitzbarkeit besonders vorteilhaft ist es, dass das mindestens eine Wachs im Holzersatzwerkstoff aus Amidwachs und/oder Stearinsäure gebildet ist.
  • Für die Spitzbarkeit erwies es sich am vorteilhaftesten, dass das mindestens eine Wachs im Holzersatzwerkstoff aus einer Kombination von Amidwachs und Stearinsäure gebildet ist, wobei ein Verhältnis von Amidwachs zu Stearinsäure im Bereich von 1:0,5 bis 1:2 liegt.
  • Damit der Holzersatzwerkstoff einen holzähnlichen Charakter erhält, ist es von Vorteil, wenn der mindestens eine organische Füllstoff aus Holz und/oder Cellulose gebildet ist. Für die Spitzbarkeit ist es insbesondere vorteilhaft, wenn der mindestens eine organische Füllstoff aus Füllstoffpartikeln mit einer maximalen Partikelgröße von 250 μm, insbesondere von maximal 100 μm, gebildet ist.
  • Für die Verbindung von Holz, das eine polare Oberfläche aufweist, und Polyolefinen, die eine unpolare Oberfläche aufweisen, ist ein Haftvermittler erforderlich. Da für Polyethylen (PE) und Polypropylen (PP) Haftvermittler auf dem Markt erhältlich sind, ist es vorteilhaft, dass das Polyolefin aus Polyethylen (PE) und/oder Polypropylen (PP) gebildet ist.
  • Zur Verbindung von Holz und PE hat sich ein Haftvermittler bewährt, der durch ein Polyethylen (PE) mit aufgepfropftem Maleinsäureanhydrid gebildet ist.
  • Für das Erreichen einer Biegebruchfestigkeit von größer als 50 MPa und eines Elastizitätsmoduls von größer als 5000 MPa ist es besonders vorteilhaft, wenn das mindestens eine Polyolefin aus Polyethylen High Density (PE-HD) gebildet ist.
  • Zum Aufhellen des Farbtons des Holzersatzwerkstoffs hat es sich bewährt, wenn der Holzersatzwerkstoff 1 bis 3 Gew.-% weißes Farbpigment enthält.
  • Für das Aufhellen des Farbtons erwies es sich als vorteilhaft, wenn das weiße Farbpigment aus Titandioxid (TiO2) gebildet ist.
  • Für die Einstellung des gewünschten Farbtons ist es von Vorteil, wenn der Holzersatzwerkstoff 0,1 bis 5 Gew.-% buntes Farbpigment enthält.
  • Zum Einstellen der Sprödigkeit und der Gleiteigenschaften beim Spitzen ist es vorteilhaft, dass das mindestens eine anorganische Füllmittel im Holzersatzwerkstoff aus der Gruppe der Füllmittel umfassend Schichtsilikate, Kalziumsulfat, Kalziumcarbonat, Bornitrid, Speckstein, Graphit, gewählt ist.
  • Um spezielle Eigenschaften zu erreichen und besonderen Anforderungen zu genügen ist es vorteilhaft, dass das mindestens eine Additiv im Holzersatzwerkstoff aus der Gruppe der Additive umfassend Gleitmittel, Weichmacher, oberflächenaktive Substanzen, thermische Stabilisatoren, UV-Stabilisatoren, gewählt ist.
  • Nachfolgend sind zwei Beispielrezepturen für den Holzersatzwerkstoff angegeben, die sich für die Extrusion bewährt haben: Beispielrezeptur Holzersatzwerkstoff 1
    Polyethylen High Density (PE-HD) 25,0 Gew.-%
    Holzmehl 65,0 Gew.-%
    Polyethylen mit gepfropften Maleinsäureanhydrid 2,0 Gew.-%
    Amidwachs 3,0 Gew.-%
    Stearinsäure 3,0 Gew.-%
    Titandioxid 2,0 Gew.-%
    Beispielrezeptur Holzersatzwerkstoff 2
    Polypropylen (PP) 20,0 Gew.-%
    Holzmehl 70,0 Gew.-%
    Polypropylen mit gepfropften Maleinsäureanhydrid 1,0 Gew.-%
    Amidwachs 3,0 Gew.-%
    Stearinsäure 1,0 Gew.-%
    Bornitrid 5,0 Gew.-%
  • In Kombination mit dem oben beschriebenen Holzersatzwerkstoff hat sich eine polymergebundene Mine aus
    10 bis 30 Gew.-% Polystyrol oder SAN
    2 bis 25 Gew.-% Wachs
    0,1 bis 5 Gew.-% Palmöl
    Rest Füllstoff(en)
    bewährt.
  • Diese Minenzusammensetzung ist ausgezeichnet extrudierbar. Es hat sich in überraschender Weise herausgestellt, dass durch den gezielten Einsatz von Palmöl als Minenbestandteil, ein inneres Gleitmittel zur Rezeptur zugegeben ist, wodurch der Extrusionsdruck in einem Extruder signifikant herabgesetzt wird. Der Palmöl-Zusatz in der Minenzusammensetzung führt beim Extrudieren insbesondere zu einer deutlichen Reduzierung des Press- bzw. Extrusionsdrucks am Mundstück oder Kopf eines Extruders. Dabei sinkt der Druck mit steigender Zugabemenge an Palmöl, wobei eine Reduzierung des Drucks um mindestens 30%, insbesondere um mindestens 50%, gegenüber herkömmlichen extrudierbaren Minenzusammensetzungen erreicht wird.
  • Es hat sich gezeigt, dass andere natürliche oder synthetische Öle den Druck in einem Extruder zwar ebenfalls senken, dass diese aber die Festigkeit der extrudierten Mine überproportional beeinträchtigen. Überraschender Weise ist dies bei einem Einsatz von Palmöl nicht der Fall, da der Druck im Extruder niedrig und dennoch die Minenfestigkeit im erforderlichen Maß vorhanden ist.
  • Die typische Fettsäureverteilung von Palmöl setzt sich wie folgt zusammen (in Gew.-%):
    C12: Laurinsäure 0–1%
    C14: Myristinsäure 0–3%
    C16: Palmitinsäure 36–47%
    C18: Stearinsäure 2–8%
    C18: Ölsäure 36–42%
    C18: Linolsäure 7–12%
    C18: Linolensäure 0–1%
    Sonstige: max. 1%
  • Zudem bewirkt das Palmöl einen intensiveren Farbeindruck des Abstrichs der Mine und verbessert deren Gleitverhalten beim Schreiben. Bei Bleistiftminen zeigt sich ein satter Abstrich mit hohem Schwärzungsgrad, während Farbstiftminen einen satten, leuchtend intensiven Farbton des Abstrichs zeigen.
  • Der Palmöl-Anteil an der Minenzusammensetzung liegt im Bereich von 0,1 bis 5 Gew.-%, insbesondere im Bereich von 0,5 bis 2,5 Gew.-%. Geht der Gehalt an Palmöl über die vorstehende Grenze von 5 Gew.-% hinaus, so wird die Minenfestigkeit auch bei der Verwendung von Palmöl überproportional herabgesetzt. Die Minen neigen dann im Gebrauch zum Bröseln oder zum Brechen.
  • Die in der Mine verwendeten Wachse sind bei 20°C knetbar, fest bis brüchig hart, weisen eine grobe bis feinkristalline Struktur auf, sind farblich durchscheinend bis opak, aber nicht glasartig und schmelzen über 40°C ohne Zersetzung. Sie sind wenig oberhalb des Schmelzpunktes leicht flüssig und besitzen eine stark temperaturabhängige Konsistenz und Löslichkeit.
  • Bei den polymergebundenen Minen handelt es sich um ungebrannte Minen, die ohne eine weitere Wärmebehandlung oder Imprägnierung einsetzbar sind.
  • Insbesondere ist es bevorzugt, wenn die polymergebundene Mine
    15 bis 25 Gew.-% Polystyrol oder SAN
    4 bis 20 Gew.-% Wachs
    0,5 bis 2,5 Gew.-% Palmöl und
    Rest Füllstoff(e)
    aufweist.
  • Weiterhin hat es sich bewährt, wenn das mindestens eine Wachs in der Mine mindestens eines aus der Gruppe umfassend Stearate, Montanwachse, Amidwachse, Paraffine ist. Auch Mischungen aus zwei oder mehreren Wachsen sind in der Mine einsetzbar.
  • Besonders bevorzugt ist es dabei, wenn das mindestens eine Wachs in der Mine aus Kalziumstearat gebildet ist oder Kalziumstearat umfasst.
  • Vorteilhafter Weise ist der mindestens eine Füllstoff in der Mine aus mindestens einem Füllstoff der Gruppe umfassend Graphit, Ruß, hexagonales Bornitrid, Schichtsilikate, Kreide, Schwerspat, bunte Pigmente, unbunte Pigmente gebildet.
  • Für Bleistiftminen ist dabei insbesondere Graphit oder Graphit in Kombination mit Ruß als farbgebende Füllstoffe bevorzugt. Für Farbstiftminen haben sich Kombinationen aus weißen oder farblosen Füllstoffen, wie hexagonalem Bornitrid, Schichtsilikaten, usw., mit farbgebenden Pigmenten, wie Azo-Pigmente, Phthalocyanine, Dioxazine, Chinacridone, Eisenoxide, Russ, Graphite, Ultramarin, Eisen-Cyankomplexe bewährt.
  • Eine bevorzugte Zusammensetzung für eine Bleistiftmine umfasst:
    15 bis 25 Gew.-% Polystyrol oder Styrol-Acrylnitril
    4 bis 12 Gew.-% Wachs
    0,5 bis 2 Gew.-% Palmöl und
    Rest Graphit oder Graphit und Ruß
  • Insbesondere weist eine Bleistiftmine auf:
    15 bis 25 Gew.-% Polystyrol (PS) oder Styrol-Acrylnitril
    4 bis 12 Gew.-% Kalziumstearat
    0,5 bis 2 Gew.-% Palmöl und
    Rest Graphit oder Graphit und Ruß
  • Eine beispielhaft genannte Rezeptur 1 für eine Bleistiftmine umfasst:
    Polystyrol (PS) 21 Gew.-%
    Kaliciumstearat 6 Gew.-%
    Palmöl 1,0 Gew.-%
    Graphit Rest
  • Eine beispielhafte Rezeptur 2 für eine Bleistiftmine umfasst:
    Styrol-Acylnitril (SAN) 15 Gew.-%
    Aluminiumstearat 10 Gew.-%
    Palmöl 2 Gew.-%
    Graphit Rest
  • Eine bevorzugte Zusammensetzung für eine Farbstiftmine umfasst:
    15 bis 25 Gew.-% Polystyrol oder SAN
    4 bis 12 Gew.-% Wachs
    0,5 bis 2 Gew.-% Palmöl und
    Rest Schichtsilikat(e) und/oder hexagonales Bornitrid
    sowie mindestens ein buntes Pigment und/oder
    ein unbuntes Pigment
  • Insbesondere weist eine Farbstiftmine auf:
    15 bis 25 Gew.-% Polystyrol (PS)
    4 bis 12 Gew.-% Montanwachse
    0,5 bis 2 Gew.-% Palmöl und
    Rest Talkum und/oder hexagonales Bornitrid sowie
    mindestens ein buntes Pigment und/oder ein
    unbuntes Pigment
  • Für den erfindungsgemäßen Schreib-, Zeichen-, Mal- oder Kosmetikstift hat es sich bewährt, wenn auf der, der Mine abgewandten Seite des Holzersatzwerkstoffs mindestens eine Dekorschicht angeordnet ist. Diese ersetzt die herkömmliche Lackschicht und ist insbesondere farbig ausgebildet und/oder mit einer Herstellertypischen Prägung versehen.
  • Dabei hat es sich bewährt, wenn die mindestens eine Dekorschicht eine polymergebundene Dekorschicht ist, die zu dem mindestens einen weiteren Polymer im Holzersatzwerkstoff kompatibel ist.
  • Alternativ ist es möglich, dass die mindestens eine Dekorschicht eine polymergebundene Dekorschicht ist, die zu dem mindestens einen weiteren Polymer im Holzersatzwerkstoff inkompatibel ist und dass zwischen dem Holzersatzwerkstoff und der mindestens einen Dekorschicht mindestens eine weitere Haftvermittlerschicht angeordnet ist, wobei die mindestens eine weitere Haftvermittlerschicht einerseits an das mindestens eine weitere Polymer im Holzersatzwerkstoff und andererseits an das Polymer in der mindestens einen Dekorschicht ankoppelt.
  • Ein Verfahren zur Herstellung eines Schreib-, Zeichen-, Mal- oder Kosmetikstifts erfolgt, indem die Mine, die mindestens eine Haftvermittlerschicht und der Holzersatzwerkstoff coextrudiert werden.
  • Alternativ wird die Mine, die mindestens eine Haftvermittlerschicht, der Holzersatzwerkstoff, optional die mindestens eine weitere Haftvermittlerschicht, und die mindestens eine Dekorschicht coextrudiert.
  • Bei der Coextrusion des Stiftes werden die unterschiedlichen Komponenten (Mine, Haftvermittler, Holzersatzwerkstoff und Dekor) jeweils in einem Extruder aufgeschmolzen und die viskose Schmelze einem gemeinsamen Werkzeug zugeführt. In diesem Werkzeug werden die einzelnen Komponenten geometrisch vorgeformt, miteinander zusammengeführt und gemeinsam ausgestoßen. Nach Verlassen des Werkzeuges wird der so extrudierte Endlosstrang abgekühlt und erstarrt in der vorliegenden Geometrie. Der endlose Strang wird im Abschluss an die Kühlung getrennt, die Teilstücke weiteren Nachfolgeeinheiten zur Dekoration (Folienprägung) und Nachbearbeitung (Anspitzen) zugeführt.
  • Aufgrund des Herstellungsverfahrens und der hervorragenden Haftung die zwischen der Mine und des Holzersatzwerkstoffes ausgebildet wird, ist es möglich den Holzersatzwerkstoff in unterschiedlichsten Designs auszuführen. So kann der Holzersatzwerkstoff die Mine im Querschnitt gesehen, als geschlossener Ring umgeben, als Kreissegmente ausgebildet sein oder sich spiralförmig entlang der Mine erstrecken.
  • ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
  • Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde automatisiert erzeugt und ist ausschließlich zur besseren Information des Lesers aufgenommen. Die Liste ist nicht Bestandteil der deutschen Patent- bzw. Gebrauchsmusteranmeldung. Das DPMA übernimmt keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.
  • Zitierte Patentliteratur
    • - DE 4230792 C2 [0005]
  • Zitierte Nicht-Patentliteratur
    • - DIN 52186 [0013]

Claims (10)

  1. Schreib-, Zeichen-, Mal- oder Kosmetikstift, umfassend eine farbabgebende polymergebundene Mine und einen polymergebundenen Holzersatzwerkstoff, wobei der Holzersatzwerkstoff die Mine der Länge nach zumindest teilweise bedeckt oder umgibt, und wobei zwischen der Mine und dem Holzersatzwerkstoff mindestens eine Haftvermittlerschicht angeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Mine und der Holzersatzwerkstoff jeweils mindestens ein Polymer aufweisen, wobei das mindestens eine Polymer in der Mine zu dem mindestens einen weiteren Polymer im Holzersatzwerkstoff inkompatibel ist, und dass die mindestens eine Haftvermittlerschicht einerseits an das mindestens eine Polymer in der Mine und andererseits an das mindestens eine weitere Polymer im Holzersatzwerkstoff ankoppelt.
  2. Schreib-, Zeichen-, Mal- oder Kosmetikstift nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das mindestens eine Polymer in der Mine aus Polystyrol oder SAN gebildet ist.
  3. Schreib-, Zeichen-, Mal- oder Kosmetikstift nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das mindestens eine weitere Polymer im Holzersatzwerkstoff aus der Gruppe der Polyolefine gewählt ist.
  4. Schreib-, Zeichen-, Mal- oder Kosmetikstift nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens eine Haftvermittlerschicht aus einem Copolymer, einem Blockpolymer, einem Pfropfpolymer oder einer Polymermischung gebildet ist.
  5. Schreib-, Zeichen-, Mal- oder Kosmetikstift nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens eine Haftvermittlerschicht aus einem Styrol-Budatien-Copolymer und/oder einem Styrol/Ethenbuten/Styrol-Block-Copolymerisat ausgebildet ist.
  6. Schreib-, Zeichen-, Mal- oder Kosmetikstift nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der mindestens eine polymergebundene Holzersatzwerkstoff aus 15–30 Gew.-% mindestens eines Polyolefins, 50–80 Gew.-% mindestens eines organischen Füllstoffs, 0–20 Gew.-% mindestens eines anorganischen Füllstoffs, 0,5–5 Gew.-% mindestens eines Haftvermittlers, 1–30 Gew.-% mindestens eines Wachses, 0–10 Gew.-% mindestens eines Farbpigments, und 0–10 Gew.-% mindestens eines Additivs besteht.
  7. Schreib-, Zeichen-, Mal- oder Kosmetikstift nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die polymergebundene Mine aus 10 bis 30 Gew.-% Polystyrol oder Styrol-Acrylnitril 2 bis 25 Gew.-% Wachs 0,1 bis 5 Gew.-% Palmöl Rest Füllstoff(en) besteht.
  8. Schreib-, Zeichen-, Mal- oder Kosmetikstift nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass auf der, der Mine abgewandten Seite des Holzersatzwerkstoffs mindestens eine Dekorschicht angeordnet ist.
  9. Schreib-, Zeichen-, Mal- oder Kosmetikstift nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens eine Dekorschicht eine polymergebundene Dekorschicht ist, die zu dem mindestens einen weiteren Polymer im Holzersatzwerkstoff kompatibel ist.
  10. Schreib-, Zeichen-, Mal- oder Kosmetikstift nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens eine Dekorschicht eine polymergebundene Dekorschicht ist, die zu dem mindestens einen weiteren Polymer im Holzersatzwerkstoff inkompatibel ist und dass zwischen dem Holzersatzwerkstoff und der mindestens einen Dekorschicht mindestens eine weitere Haftvermittlerschicht angeordnet ist, wobei die mindestens eine weitere Haftvermittlerschicht einerseits an das mindestens eine weitere Polymer im Holzersatzwerkstoff und andererseits an das Polymer in der mindestens einen Dekorschicht ankoppelt.
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