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Die
Erfindung betrifft ein Markisentuch.
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Derartige
Markisentücher sind Bestandteil von Markisen, die insbesondere
zum Sonnenschutz an Außenseiten von Gebäuden eingesetzt
werden. Generell sind derartige Markisentücher mit ihrem oberen
Rand an einer Wickelwelle gelagert, so dass das jeweilige Markisentuch
an einer Wickelwelle aufgewickelt oder an dieser in dessen Längsrichtung ausgefahren
werden kann. Insbesondere bei Gelenkarmmarkisen kann der untere
Rand des Markisentuchs in einer Fallstange gelagert sein.
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Die
Markisentücher können je nach Applikation großflächig
ausgebildet sein und sich über mehrere Meter in Länge
und Breite erstrecken.
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Daher
sind derartige Markisentücher typischerweise nicht einstückig
ausgebildet. Vielmehr bestehen die Markisentücher aus mehreren
in Längsrichtung verlaufenden Bahnen, wobei jeweils zwei
aneinander grenzende Bahnen mit ihren längsseitigen Rändern übereinander
liegen und mit einer Naht vernäht werden.
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In
Querrichtung, das heißt senkrecht zu den Längsrichtungen
der Bahnen, ist an einem Rand des Markisentuchs ein Saum durch Umschlagen
des Markisentuchs vorgesehen. Im Bereich dieses Saums verläuft
der Keder zur Befestigung des Markisentuchs an einer Wickelwelle
oder einer Fallstange.
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Im
einfachsten Fall bildet der den Saum bildende umgeschlagene Rand
des Markisentuchs eine Schlaufe in welche der Keder eingeführt
wird. Nachteilig hierbei ist jedoch, dass die Bahnen verbindenden
Nähte in Längsrichtung des Markisentuchs lokale
Verdeckungen im Bereich der Schlaufe bilden, die das Einführen
des Keders in die Schlaufe erschweren, da der Keder im Bereich der
Nähte leicht stecken bleibt.
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Alternativ
kann der Saum des Markisentuchs fest vernäht sein und es
wird dort ein Fahnenkeder befestigt, indem auf einer Seite des Saums
die Fahne des Keders aufgenäht wird.
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Nachteilig
hierbei ist jedoch, dass die Fahne so am Markisentuch sichtbar ist,
wodurch der ästhetische Gesamteindruck des Markisentuchs
beeinträchtigt ist.
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Die
DE 199 09 002 B4 betrifft
ein Markisentuch, das aus mehreren in Längsrichtungen verlaufenden
Tuchbahnen besteht, wobei jeweils benachbarte Tuchbahnen über
einen mit mehreren Nähten fixierten Überlappungsstreifen
verbunden sind. An einem quer zu den Überlappungsstreifen
verlaufenden Rand ist das Markisentuch umgeschlagen und so vernäht,
dass eine in Querrichtung des Markisentuchs verlaufende Schlaufe
entsteht. In diese Schlaufe wird ein Keder eingeführt.
Die Überlappungsstreifen bilden lokale Verdickungen des
Markisentuchs, wobei diese im Bereich des Saums doppellagig ausgebildet
sind und damit eine besonders große Verdickung bilden,
die zu einer unerwünschten Wellenbildung beim Aufwickeln
führen. Um dies zu verhindern, wird in dem Patent vorgeschlagen,
in das Markisentuch die Bereiche der Verdickungen im Saum auszuschneiden,
so dass dort Ausnehmungen entstehen, wodurch die Verdickungen eliminiert
sind.
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Der
Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde mit konstruktiv einfachen Mitteln
und ohne Beeinträchtigung des optischen Gesamteindrucks
eine Befestigung eines Keders an einem Markisentuch zu ermöglichen.
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Zur
Lösung dieser Aufgabe sind die Merkmale des Anspruchs 1
vorgesehen. Vorteilhafte Ausführungsformen und zweckmäßige
Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen
beschrieben.
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Das
erfindungsgemäße Markisentuch umfasst einen entlang
eines Randes verlaufenden Saum. Der Saum ist entlang seiner Kante
aufgetrennt und in die dadurch gebildete Öffnung des Saums
wird ein Fahnenkeder mit seiner Fahne eingeführt und dort
fixiert.
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Ein
wesentlicher Vorteil der Erfindung besteht darin, dass durch die
in den offenen Saum eingeführte Fahne und deren Fixierung
in diesem Saum ein besonders sicherer Halt des Fahnenkeders am Markisentuch
gewährleistet ist. Weiterhin ist hierbei vorteilhaft, dass
die Fahne des Fahnenkeders vollständig im Saum des Markisentuchs
verläuft und damit nicht sichtbar ist. Damit wird durch
die Fahne des Fahnenkeders der optische Gesamteindruck des Markisentuchs
in keiner Weise beeinträchtigt.
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Schließlich
ist vorteilhaft, dass zwar die Fahne des Fahnenkeders innerhalb
des Saums des Markisentuchs liegt, der Keder selbst jedoch über
den Saum hervorsteht, wodurch erreicht wird, dass der Keder zur
Fixierung des Markisentuchs an einer Wickelwelle oder einer Fallstange
einfach in eine Nut in der Wickelwelle oder der Fallstange eingeschoben werden
kann.
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Die
erfindungsgemäße Fixierung des Fahnenkeders ist
insbesondere für den Fall vorteilhaft, dass das Markisentuch
aus mehreren in dessen Längsrichtung verlaufenden Bahnen
zusammengesetzt ist, wobei benachbarte Bahnen in ihren angrenzenden
Randbereichen überlappen und dort vernäht sind.
Dies bedeutet, dass das Markisentuch in diesen Bereichen doppellagig
ist. Wird dann in Querrichtung des Markisentuchs dessen Rand zur
Ausbildung des Saums eingeschlagen, so ist das Markisentuch in diesen
Bereichen vierlagig. Soll ein Keder in diesem Saum eingeschoben
werden, so ist dies mit erheblichen Schwierig keiten verbunden, da
bei der Einführung des Keders dessen Spitze an den Stellen
der lokalen Verdickungen stecken bleibt.
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Durch
die erfindungsgemäße Fixierung eines Fahnenkeders
im Saum des Markisentuchs treten derartige Probleme nicht auf. Die
Fahne des Fahnenkeders kann in den an der Kante aufgetrennten Saum
einfach eingeführt werden, und zwar unabhängig
davon, ob das Markisentuch lokale Verdickungen aufweist oder nicht.
Weiterhin ist wesentlich, dass der Keder selbst nicht in den Saum
eingefädelt werden muss, sondern nach Fixierung der Fahne
im Saum über die Kante des Saums hervorsteht und als freiliegendes
Element einfach und ohne lokale Widerstände in die Nut
einer Wickelwelle oder einer Fallstange eingeführt werden
kann.
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Die
erfindungsgemäße Fixierung des Fahnenkeders kann
nicht nur am oberen oder unteren Rand eines Markisentuchs, sondern
gegebenenfalls auch an einem Volant am unteren Rand des Markisentuchs
erfolgen.
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In
einer besonders vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung
ist die den Keder umgebende Fahne des Fahnenkeders aus textilem
Material, insbesondere aus einem textilen Gewebe gebildet. Die so
ausgebildete Fahne ist nicht nur robust und widerstandsfähig,
sondern kann auch besonders gut in die Nut einer Wickelwelle oder
Fallstange eingeführt werden, da diese gute Gleiteigenschaften
aufweist.
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Besonders
vorteilhaft besteht das textile Material zumindest teilweise aus
Nylon, das sehr gute Gleiteigenschaften aufweist. Vergleichbare
Eigenschaften werden auch mit Fahnen aus Polyester erhalten. Um
dem Gewebe das nötige Volumen zu verleihen, können
zweikomponentige Gewebe mit Mänteln aus Nylon oder Polyester
und Seelen aus PVC (Polyvinylchlorid) eingesetzt werden.
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Die
Erfindung wird im Folgenden anhand der Zeichnungen erläutert.
Es zeigen:
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1:
Schematische Darstellung einer Gelenkarmmarkise mit einem Markisentuch.
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2:
Lagerung des Markisentuchs der Gelenkarmmarkise gemäß 1 in
einer Wickelwelle.
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3:
Schematische Darstellung eines Fahnenkeders für die Gelenkarmmarkise
gemäß den 1 und 2.
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4:
Querschnitt durch den Randbereich des Markisentuchs gemäß
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1 und 2 mit
dem darin gelagerten Fahnenkeder gemäß 3.
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5:
Draufsicht auf die Anordnung gemäß 4.
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1 zeigt
eine Draufsicht auf eine Markise 1, die im vorliegenden
Fall als Gelenkarmmarkise ausgebildet ist. Die Gelenkarmmarkise
ist in bekannter Weise an der Außenseite der Wand 2 eines
Gebäudes als Sonnenschutz montiert. Die Gelenkarmmarkise
weist ein ein- und ausfahrbares Markisentuch 3 auf. Das
Markisentuch 3 ist hierzu mit seinem oberen Rand an einer
Wickelwelle 4 gelagert. Der untere Rand des Markisentuchs 3 ist
an einer Fallstange 5 gelagert, wobei die Fallstange 5 mit
zwei Gelenkarmen 6 verbunden ist. Zum Ausfahren der Gelenkarmmarkise
wird das Markisentuch 3 an der Wickelwelle 4 abgewickelt
und die Gelenkarme 6 werden ausgefahren: Zum Einfahren
der Gelenkarmmarkise wird das Markisentuch 3 auf der Wickelwelle 4 aufgewickelt
und die Gelenkarme 6 werden eingefahren.
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Die
Befestigung des oberen Randes des Markisentuchs 3. erfolgt,
wie in 2 schematisch dargestellt, mittels eines Keders 7,
der in eine Nut der Wickelwelle 4 eingeführt ist.
Die Fixierung des unteren Rands des Markisentuchs 3 an
der Fallstange 5 erfolgt auf entsprechende Weise.
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Erfindungsgemäß wird
ein Fahnenkeder 8 zur Fixierung des Markisentuchs 3 an
der Wickelwelle 4 oder der Fallstange 5 verwendet.
Ein derartiger Fahnenkeder 8 ist in 3 dargestellt.
Der Fahnenkeder 8 weist einen Keder 7 mit einer
kreiszylindrischen Form auf. Die Fahne 9 des Fahnenkeders 8 umschlingt
die Mantelfläche des Keders 7, wobei an den den
Keder 7 umschließenden Teil der Fahne 9 ein
vom Keder 7 abstehendes Teil der Fahne 9 anschließt.
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Die
Fahne 9 des Fahnenkeders 8 erstreckt sich über
die gesamte Länge des Keders 7 und weist wie der
gesamte Fahnenkeder 8 einen über ihre gesamte
Länge konstanten Querschnitt auf.
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Die
Fahne 9 des Fahnenkeders 8 besteht aus textilem
Material, im vorliegenden Fall aus einem Gewebe. Das Gewebe besteht
aus zwei komponentigen Garnen beziehungsweise Fäden aus
einem Mantel aus Nylon und einer Seele aus PVC. Anstelle von Nylon
kann generell auch Polyester eingesetzt werden.
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Die 4 und 5 zeigen
die Fixierung des Fahnenkeders 8 gemäß 3 im
Markisentuch 3. Die 4 und 5 zeigen
dabei jeweils einen Ausschnitt des oberen Randes des Markisentuchs 3.
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Das
Markisentuch 3 ist am Rand umgeschlagen, das heißt
ein Randsegment 3a ist auf ein angrenzendes Segment 3b des
Markisentuchs 3 vorgeschlagen, wodurch ein Saum 10 gebildet
ist. Der Saum 10 erstreckt sich über die gesamte
Breite des Markisentuchs 3.
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Der
untere Rand des Saums 10 ist geschlossen, indem das Randsegment 3a mit
dem Segment 3b durch eine Naht 11 vernäht
ist. An der oberen Kante des Saums 10, welches das Markisentuch 3 abschließt,
ist der Saum 10 aufgetrennt. Die Auftrennung erfolgt über
die gesamte Länge des Saums 10.
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Der
aufgetrennte Saum 10 bildet somit eine nach oben offene,
seitlich durch das Randsegment 3a und das Segment 3b begrenzte
Tasche, die an der Unterseite durch die Naht 11 verschlossen
ist.
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In
diesen offenen Saum 10 wird der Fahnenkeder 8 eingeführt,
so dass dessen Fahne 9 vollständig oder nahezu
vollständig innerhalb des Saums 10 liegt, der
Keder 7 des Fahnenkeders 8 jedoch noch, wie aus
den 4, 5 ersichtlich, über
den Saum 10 hervorsteht.
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In
dieser Position des Fahnenkeders 8 erfolgt die Lagefixierung
des Fahnenkeders 8 dadurch, dass die Fahne 9 mit
dem Segment 3b und dem Randsegment 3a durch eine.
Naht 12 vernäht wird. Die Naht 12 verläuft
dicht unterhalb der Kante des Saums 10, so dass mit der
Naht 12 zugleich auch der Saum 10 im Bereich der
Kante verschlossen wird.
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Der über
den Saum 10 hervorstehende, freiliegende Keder 7 des
Fahnenkeders 8 kann in die Nut der Wickelwelle 4 eingeschoben
werden, wobei durch die guten Gleiteigenschaften der Fahne 9 dieses
Einführen ohne Kraftaufwand möglich ist.
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- 1
- Markise
- 2
- Wand
- 3
- Markisentuch
- 3a
- Randsegment
- 3b
- Segment
- 4
- Wickelwelle
- 5
- Fallstange
- 6
- Gelenkarm
- 7
- Keder
- 8
- Fahnenkeder
- 9
- Fahne
- 10
- Saum
- 11
- Naht
- 12
- Naht
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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