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Arbeitstischplatten üblicher
Bauart weisen eine flache Oberfläche
auf, auf der je nach Bedarf, Maus, Tastatur, Bildschirm usw. angebracht
werden können.
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Bei
der vorliegenden Erfindung unterbrechen proprioceptiv abgeleitete
Aussparungen für
Tastatur, Maus und Bildschirm, als auch eine proprioceptiv abgeleitete
Unterarmauflagefläche
die ebene Platte. Diese Anordnung verhindert orthopädische Beschwerden
während
der Lebensarbeitszeit.
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Die
vorliegende Erfindung betrifft eine höhenverstellbare Arbeitstischplatte,
die für
einen beidhändig
bedienbaren Computer- bzw. Datenverarbeitungseingabearbeitsplatz
geeignet und vorgesehen ist.
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Durch
ihre Konstruktionsmerkmale ist sie in der Lage, orthopädische Beschwerden
während
der Lebensarbeitszeit zu vermeiden. Dieses Ziel der Erfindung wird
mit dem Gegenstand des unabhängigen Anspruchs
erreicht. Merkmale vorteilhafter Weiterbildung der Erfindung lassen
sich den abhängigen
Ansprüchen
entnehmen.
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Definitionen
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Die
erfindungsgemäße Arbeitstischplatte weist
eine Arbeitsfläche
mit 5 Funktionsflächen
auf, F1 bis F5, deren Lokalisation und Dreidimensionalität proprioceptiv
hergeleitet sind. Der dafür
benötigte Platz
entspricht in der Breite der Tastaturbreite (F2) mit jeweils dem
Funktionsfeld, welches für
die Bedienung der Maus rechts (F3) und links (F4) notwendig ist.
Die Maße
der restliche Tischplatte (6) sind durch den großen Greifraum
begrenzt. 1a/b
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Ausgangspunkt
für die
proprioceptiv abgeleiteten Bereiche ist die Referenzhaltung. Dies
ist die ausbalancierte, aufrechte, sitzende Arbeitshaltung des Nutzers,
die über
längere
Zeit ohne größere Ermüdung aufrecht
erhalten werden kann, mit den aus ihr entstehenden, folgerichtig
einfachsten Bewegungen der Arme, Hände und Finger. Alle anderen
Sitzhaltungen benötigen
zu ihrer Aufrechterhaltung mehr Muskelkraft und komplexere Bewegungen
und führen
deswegen schneller zu Ermüdung.
Die Merkmale dieser ermüdungsarmen
Haltung sind:
- a) Die Sitzhöhe (Sitzhöcker) entspricht ungefähr der Kniehöhe.
- b) Beinfreiheit
- c) Aufgerichtetes Becken, Wirbelsäule ausbalanciert, entspannte
Kopfhaltung
- d) Lockerer Schultergürtel,
Oberarme hängen
- e) Unterarme parallel zu Boden, Finger liegen entspannt auf
Tischplatte
- Aus a–e
resultiert die individuelle Arbeitshöhe. 2
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Physiologisch
gesehen ist die Dorsalflexion der Hand (3a/b) anstrengender,
als die Palmarflexion, besonders, wenn sie in wiederholten, kurzen Abständen über längere Zeit
geschieht. Ein Arbeitswinkel nach palmar garantiert ein unverkrampftes
Arbeiten an Tastatur und Maus (3c/d).
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Die
zur Zeit übliche
Anordnung der Bedienteile und Form von Maus und Tastatur führen durch die
daraus resultierende Dorsalflexion der Hand zur Kompression im Handwurzelknochenbereich
und zur Verkrampfung der Unterarmmuskulatur und letztendlich zu
orthopädischen
Beschwerden.
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Referenzposition
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Die
Körpermitte
des Nutzers (N) (y) in Referenzhaltung, die Mitte der Buchstabentastatur
(H) decken sich, die Zeigefinger von rechter und linker Hand berühren spannungsfrei
in ihrer Referenzhaltung den Buchstaben "H".
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1a/b
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Koordinaten
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Referenz
dieser Koordinaten ist der Mensch.
x Achse bedeutet die rechts
(+), links (–)
Richtung
y-Achse bedeutet die vor (+), zurück (–) Richtung
z-Achse bedeutet
die oben (+), unten (–)
Richtung
xy Ebene entspricht der Ebene parallel zum Boden
xz
Ebene entspricht der Ebene senkrecht zu Boden, links und rechts
zy
Ebene entspricht der Ebene senkrecht zum Boden, vorn und hinten.
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Beschreibung der Arbeitsfläche in der
xy Ebene 1a/b
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Die
erfindungsgemäße Arbeitstischplatte weist
in ihrer Oberfläche 5 proprioceptiv
abgeleitete Funktionsbereiche auf, die die Bedienung sowohl für Rechts-
als auch Linkshänder
ermöglichen.
- a) Funktionsbereich 1 – xy Ebene – Unterarmauflagefläche
Die
Unterarmauflagefläche
entspricht dem Bereich, der das Armgewicht beider Arme bei Bedienung
von Tastatur und Maus unterstützt
und ungefähr
2/3 der durchschnittlichen Unterarmlänge tief ist (y). Ihre x Dimension
entspricht mindestens den Maßen,
den die Zeigefinger bei den einfachsten Unterarmrotationsbewegungen
von einer Mitte ausgehend nach rechts und links begrenzen.
- b) Funktionsbereich 2 – xy
Ebene – Tastaturauflagefläche
Dies
ist der Auflageflächenanteil
für die
Tastatur. Die Maße
der Tastaturen sind industriell vorgegeben, so dass die xy Dimension
der Tastaturauflagefläche
den Maßen
der größten Tastaturen
gerecht werden muss. Die Mitte der Buchstabentastatur (H) und die
Referenzhaltung der Hände
und damit die der Finger werden zur Deckung gebracht (Referenzposition).
- c) Funktionsbereiche 3 und 4 – xy Ebene – rechte und linke Mausauflageflachenanteile.
Das
ist der Platz, der zur Bedienung der Mäuse notwendig ist. Seine xy
Dimensionen orientieren sich an der Größe handelsüblicher Mauspads, ihre Lokalisationen
werden durch die Lage der Hände
nach einfachster Unterarmrotationsbewegung, ausgehend von der Referenz-Körper-Handhaltung nach
rechts bzw. nach links definiert. Da diese Funktionsbereiche rechts
und links neben der Tastatur zu liegen kommen, wird bei Rechtshändern die
linke, offene Mausablagefläche
den Funktionsbereich 1 einschränken
(5), bei Linkshändern,
die rechte offene Fläche
ebenso den Funktionsbereich 1 stören. Man kann jeweils den unbenutzten
Funktionsbereich von 3 oder von 4 mit einem beidseitig nutzbaren
Einsatz (E) so verschließen,
dass die Tischoberfläche
und lineare Integrität
der Platte so wieder hergestellt sind, als wäre es ein einhändig bedienbarer
Arbeitsplatz. Die Unterarmrotationsbewegung nach rechts beschreibt
einen größeren Bogen
als nach links, da die Mitte der Buchstabentastatur als Ausgangspunkt
genommen wurde und bei der Bewegung nach rechts die Zahlentastatur
(ZT) umgangen werden muss.
Funktionsbereich 3 liegt rechts
neben und etwas unterhalb der Zahlentastatur (ZT). Die rechte Begrenzung
des Funktionsbereiches 2 entspricht der linken Begrenzung des Funktionsbereiches
3. Funktionsbereich 4 liegt links und etwas unterhalb neben der
Buchstabentastatur. Da die Tastaturen verschiedene Dimensionen aufweisen,
muss der Funktionsbereich 2 so gewählt werden, dass er alle Tastaturgrößen aufnehmen
kann. Das führt bei
kleineren Tastaturen dazu, dass ein Raum zwischen den Funktionsbereichen
von 3 und 4 und den Grenzen der Tastatur entsteht. Also muss bei
Rechtshändern
die Tastatur die linke Begrenzung von Funktionsbereich 3 (1a)
berühren, bei
Linkshändern
die Tastatur die rechte Begrenzung des Funktionsbereiches 4 berühren (1b).
Die Körpermitte
und Tastaturmitte (H) und Bildschirmmitte werden dann jeweils vor
Arbeitsbeginn zur Deckung gebracht (y).
- d) Funktionsbereich 5 – xy
Ebene – Bildschirmbereich
(1a/b)
Der Bereich, in dem der Bildschirm
(B) mit Hilfe eines dreidimensional einstellbaren Halters aufgestellt
wird, ist durch Analyse von Körperreferenzhaltung
bei entsprechender ermüdungsarmer Kopfhaltung
definiert. Der Bildschirm wird mittig zur Kopf-Körperhaltung im optimalen Sehabstand und
aufgestellt (y). Dies ist ein Platz hinter der Tastatur in der xy
Ebene
- e) Bereich 6 – xy
Ebene – Tischplatte
(1a/b)
Dies ist ein individuell gestaltbarer
Bereich, der die 5 Funktionseinheiten umgeben kann, aber durch seine
Größe nicht
ihre Benutzung stören darf.
Er richtet sich nach dem persönlichen
Geschmack, den vorhandenen Platzmöglichkeiten. Seine xy Dimensionen
sollten jedoch die Maße des
großen
Greifraums nicht überschreiten.
Auf ihm könnten
Bilder, Blumen usw. aufgestellt werden oder er kann als Ablage für Vorlagen
dienen.
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Beschreibung der Arbeitsfläche in der
zy Ebene (2)
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- a) Funktionsbereich 1 – zy Ebene – Unterarmauflagefläche
Die
Unterarmauflagefläche
ist horizontal. Die individuelle Arbeitshöhe ist so zu wählen, dass
bei schwerkraftkongruenter Vorwärtsbewegung
des Oberkörpers,
die Arme das Körpergewicht
mit unterstützen
können.
- b) Funktionsbereiche 2, 3 und 4 – zy Ebene – Tastaturauflagefläche
Die
Tastaturauflagefläche
(F2) und die beiden Mausauflageflächen (F3 und F4) sind dadurch
gekennzeichnet, dass sie auf einer gemeinsamen Fläche liegen, die
tiefer als die Unterarmauflagefläche
liegt und leicht nach hinten und unten um ihre vordere Begrenzung
geneigt ist. Die Maße der
Tieferlegung entsprechen der stressfreien Palmarflexion im Handgelenk.
Der Neigungswinkel entsteht, wenn der Fingerbewegungsvektor senkrecht
die Tasten treffen soll. Bei dieser Hand- und Fingeranordnung können keine
orthopädischen
Probleme (RSI) entstehen, da die schädigende Dauerkontraktion der
Unterarmmuskulatur wegfällt.
- c) Funktionsbereich 5 – zy
Ebene – Bildschirmaufstellungsbereich
(2)
Die Kopf-Körperreferenzhaltung bestimmt
die Lage der Augenbulbi, da jeder Kopfhaltung eine ermüdungsarme
Augenhaltung entspricht. Soll der Sehstrahl mittig senkrecht und
im optimalen Sehabstand auf den Bildschirm auftreffen, so ergibt
sich seine Lokalisation aus dem Neigungswinkel des Kopfes und der
senkrecht zum Neigungswinkel stehenden Sehlinie im Bereich der ermüdungsarmen
Augenbewegungen. Ein dreidimensional verstellbarer Bildschirmhalter
dient der Fixierung des Bildschirms. Die Sehlinie ist eine gedachte
Linie, die von der Nasenwurzel ausgeht und als Vereinfachung für beide
Sehlinien genommen wird.
- d) Bereich 6 – zy
Ebene – Tischplatte
Die
restlichen horizontalen Tischanteile haben dieselbe Arbeitshöhe wie der
Funktionsbereich 1 in den sie nahtlos übergehen.
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Der
Arbeitsplatz mit den Funktionsbereichen 1 bis 5 und der restlichen
Ablagefläche 6 können aus den
unterschiedlichsten Materialien bestehen, beispielsweise aus Holz,
Glas, aus einem Holzverbundwerkstoff, aus Metall, aus Kunststoff
oder aus einem Materialmix aus mehreren der genannten Stoffe. Wichtig
für eine
einwandfreie und störungsfreie Funktion
ist eine ausreichende Stabilität
gegen Durchbiegung, eine feste Fixierung der Tastatur und des Bildschirms.
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Die
in der vorstehenden Beschreibung, den nicht maßstabgetreuen Skizzen und den
in den Ansprüchen
offenbarten Merkmale der Erfindung können sowohl einzeln, als auch
in Kombination für
die Verwirklichung der Erfindung in ihren verschiedenen Ausgestaltungen
von Bedeutung sein. Die Erfindung ist nicht auf die in den Zeichnungen
und Abbildungen gezeigte Modelle beschränkt. Vielmehr sind Varianten
und Abhandlungen denkbar, die vom erfindungsgemäßen Gedanken Gebrauch machen
und deshalb ebenfalls in den Schutzbereich fallen.
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Die
Erfindung wird nachfolgend anhand zusätzlicher Ausführungsbeispiele
erläutert,
welche die unter 1–7
erklärte
und in den Zeichnungen gezeigte und erläuterte Tischplatte ergänzen können.
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4 zeigt
einen ausschließlich
für Rechtshänder proprioceptiv
konstruierten Arbeitsplatz, der aus einer Fläche für Bildschirmarbeit und einer
senkrecht dazu stehenden Fläche
für herkömmliche Schreibarbeit
konstruiert wurde. Er kann spiegelbildlich produziert, für Linkshänder genutzt
werden.
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5 zeigt
einen herkömmlichen
Computerarbeitsplatz, bei dem nur die Funktionsbereiche 2 und 3
auf der Tischoberfläche
angeordnet wurden. Denkbar ist auch ihre Anordnung im ausziehbaren Schub
unter der Tischoberfläche.
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Eine
weitere Ausgestaltung kann vorsehen, dass die Funktionsbereiche
einzeln oder in Kombination in jedem beliebig geformten Arbeitstisch
eingebaut werden können.
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- F1
- Unterarmauflagefläche
- F2
- Tastaturauflageflächenanteil
der Schräge
- F3
- Rechter
Mausauflageflächenanteil
der Schräge
- F4
- Linker
Mausauflageflächenanteil
der Schräge
- E
- Spiegelbildlich
verwendbarer Einsatz für
F3 oder F4
- H
- Mitte
der Buchstabentastatur
- ZT
- Zahlentastatur
- F5
- Funktionsbereich
hinter der Tastatur zum Aufstellen des Bildschirms
- B
- Bildschirm
- 6
- Tischfläche
- N
- Benutzer