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Die
Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zur Überprüfung der Maß-, Form- und Lagetoleranzen
von rotationssymmetrischen Innen- und/oder Außenkonturen eines Werkstückes, bestehend
aus einem mit einer Welle einer Antriebseinheit verbindbaren Messdorn
sowie einer dazugehörigen
Mess- und Auswertelektronik.
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Zu
solchen Werkstücken
gehören
beispielsweise Zylinderköpfe
von Verbrennungsmotoren und Kompressoren, Gehäuse von Regel- und Absperrventilen,
Ventilsitzringe, Hydraulikkomponenten und dgl.
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Es
sind mechanische Vorrichtungen bekannt, die mittels eines drehbar
gelagerten, im Ventilsitz und/oder in der Ventilschaftbohrung eines
Werkstückes
geführten
Messdorns den Ventilsitz kontrollieren, um so die Rundheit im Ventilsitz
und seinen Rundlauf zur Bohrung des Ventilschaftes ermitteln zu können. Die
Messelemente derartiger Vorrichtungen können induktive Messtaster aber
auch pneumatische Messdüsen
sein. Die Nachteile dieser Vorrichtungen bestehen darin, dass die
Ventilschaftbohrung als Bezugselement ungeeignet ist und ihre Maß- und Formabweichungen
nicht oder nur unzureichend erfasst und berücksichtigt werden können und
dass Lagetoleranzen der Werkstückkontur
damit nicht überprüfbar sind.
Darüber
hinaus besteht auch keine Möglichkeit,
den Ventilsitz in Bezug auf seinen Winkel und seine Breite zu kontrollieren
sowie auch die ihm vorgelagerten Übergangsflächen zu erfassen.
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Es
sind ferner Messvorrichtungen bekannt, bei denen ein mit einem optischen
Sensor bestückter drehbarer
Messdorn von einem Roboter geführt
wird, der längs
der Rotationsachse die Werkstückoberfläche scannt
und aus den dabei ermittelten Daten die Werkstücktoleranzen überprüft. Ein
Nachteil dieser Messeinrichtungen sind die hohen Investitionskosten und
der hohe Aufwand bei der Installation einer solchen Vorrichtung.
Der scheinbar große
Vorteil einer optischen Messvorrichtung, das berührungslose Messen, führt dazu,
dass derartige Vorrichtungen nur in Labors oder ähnlich ausgestatten Räumen aufgestellt
werden können,
da durch die in Werkstätten auftretenden
Schwingungen und Erschütterungen eine Überprüfung derartiger
Werkstücke,
bei denen die zu kontrollierenden Toleranzen im μm-Bereich liegen, kaum möglich ist.
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Der
Erfindung liegt nun die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zur Überprüfung der
Maß-, Form-
und Lagetoleranzen von Werkstücken
mit rotationssymmetrischen Innen- und oder Außenkonturen so auszugestalten,
dass sie problemlos in Fertigungswerkstätten aufgestellt werden und
bei Verwendung handelsüblicher
Komponenten alle relevanten Merkmale derartiger Konturen mit hoher
Genauigkeit und in kürzester
Zeit messtechnisch erfassen, überprüfen und
räumlich
zuordnen kann.
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Zur
Lösung
dieser Aufgabe wird gemäß der Erfindung
bei einer Vorrichtung der eingangs beschriebenen Gattung vorgeschlagen,
dass der Messdorn aus einem Messgeräteträger und mindestens einem in
einer Ebene frei beweglichen Tastbalken mit zwei das Werkstück gleichermaßen berührenden Tastelementen
sowie aus zwei in dem Messgeräteträger des
Messdornes befindlichen und die Lage des Tastbalkens in dieser Ebene
erfassenden Messtastern gebildet ist.
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Durch
eine solche Ausgestaltung ist es möglich, die besten Voraussetzungen
für eine
einfache und effektive Vorrichtung zu schaffen, die mit ihren ihr zugeordneten
Messtastern und dem frei beweglichen Tastbalken in der Lage ist,
auch Konturen zu erfassen, denen auf Grund ihres geringen Querschnitts, ihrer
großen
Tiefe und ihrer besonderen Lage kein Messmittel mit einem entsprechend
großen
Messbereich zugeordnet werden kann, so dass auch Fluchtungsabweichungen
zwischen der Vorrichtung und dem zu kontrollierenden Werkstück erfassbar
sind, die möglicherweise
noch vor der eigentlichen Messung mechanisch korrigiert und/oder
dann bei der Messwertauswertung rechnerisch mit berücksichtigt werden
können.
Bei Änderungen
der Maße
eines Werkstücks
oder bei Umrüstung
der Vorrichtung auf ein anderes Werkstück ist es möglich, dass nur der Tastbalken
und nicht der komplette Messdorn ausgetauscht werden muss.
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Weitere
Merkmale einer Vorrichtung gemäß dieser
Erfindung sind in den Ansprüchen
2 bis 15 offenbart.
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Die
Erfindung sowie weitere Vorteile derselben werden nachfolgend anhand
eines in einer Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispieles näher erläutert. Dabei
zeigen
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1 einen
Längsschnitt
durch eine Vorrichtung gemäß der Erfindung
und
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2 eine
andere Ausgestaltung eines Messdornes.
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In
der 1 der Zeichnung ist eine Vorrichtung zur Überprüfung der
Maß-,
Form und Lagetoleranzen eines nicht eingezeichneten Werkstückes mit rotationssymmetrischen
Innenkontur dargestellt, die im Wesentlichen aus einem Messdorn 1 besteht,
der beispielsweise mit einer Antriebseinheit 2 gekop gelt ist.
Der Messdorn 1 besteht erfindungsgemäß aus einem als zweiteiliges
Gehäuse
ausgebildeten Messgeräteträger 3,
der über
einen Flansch 4 an die Antriebseinheit 2 angeschlossen
ist. Dem Messgeräteträger 3 ist
zumindest ein in einer Ebene frei beweglichen Tastbalken 5 zugeordnet,
der in diesem Ausführungsbeispiel
als ein in das Gehäuse
des Messgeräteträgers 3 eingesetzter,
stabförmiger,
zweischenkliger Hebel ausgebildet ist und der über ein Drehgelenk 6 und
einen Federstab 7 mit dem Flansch 4 verbunden
ist und der auf der dem Flansch 4 abgewandten Seite aus
dem Gehäuse
des Messgeräteträgers 3 herausragt.
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Das
aus dem Gehäuse
des Messgeräteträgers 3 herausragende
Teil des Tastbalkens 5 ist mit zwei kugelförmigen Tastelementen 8a und 8b bestückt, die
sich, das nicht gezeichnete Werkstück gleichermaßen berührend, in
einem der Messaufgabe entsprechenden Abstand voneinander an die Wandung
einer zu kontrollierenden Bohrung, beispielsweise einer Ventilschaftbohrung,
anlegen. Der im Gehäuse
des Messgeräteträgers 3 befindliche
Teil des Tastbalkens 5 wird unter Einwirkung der Vorspannkraft
des Federstabs 7 auf die Tastelemente der dort installierten
Messtaster 9a und 9b gedrückt, die einen ähnlichen
Abstand wie die Tastelemente 8a, 8b voneinander
aufweisen und die die jeweilige Lage der Tastelemente 8a, 8b erfassen.
Diese Messtaster 9a und 9b sind als induktive
Einbaumesstaster ausgebildet.
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Befindet
sich beispielsweise das vom Federstab 7 belastete Drehgelenk 6 genau
in der Mitte zwischen dem Tastelement 8a und dem Tastelement
des Messtasters 9a und damit auch etwa in der Mitte zwischen
dem Tastelement 8b und dem Tastelement des Messtasters 9b,
legen sich die Tastelemente 8a und 8b mit etwa
der gleichen Kraft an die Wandung der Bohrung an, mit der die beiden
Messtaster 9a und 9b gegen den auf sie einwir kenden
Tastbalken 5 drücken.
Dementsprechend sollte die Vorspannkraft des Federstabes in etwa
der doppelten Tastkraft beider Messtaster 9a oder 9b betragen.
Das heißt,
beträgt die
Tastkraft eines beispielsweise als induktiven Einbaumesstasters
ausgebildeten Messtasters 9a oder 9b 0,7 N und
die Vorspannkraft des Federstabs 7 am Drehgelenk 6 2,8
N, so legt sich der Tastbalken 5 mit jeweils 0,7 N über seine
Tastelemente 8a und 8b auf die zu kontrollierende
Innenfläche
der Bohrung an. Bei einer anderen Auslegung der Tastabstände können in
etwa die gleichen Verhältnisse
erreicht werden, wenn der Abstand zum Drehgelenk 6 dem
angepasst und wie vorgesehen, die Vorspannkraft des Federstabes 7 entsprechend
eingestellt wird. Diese Einstellung kann beispielsweise über eine
Stellschraube 10 erfolgen, die im Flansch 4 eingeschraubt
ist und auf den Federstab 7 drückt.
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Der
von dem Gehäuse
des Messgeräteträgers 3 zumindest
teilweise eingeschlossene Tastbalken 5 ist über eine
Nut-Feder-Verbindung
mit dem Flansch 4 gekoppelt und kann über nicht gezeichnete Justierschrauben
rechtwinklig zu seiner Bewegungsebene zentriert und nahezu spielfrei
fixiert werden. Diese Justierschrauben befinden sich dabei im vorderen,
dem Flansch 4 abgewandten Ende des Gehäuses des Messgeräteträgers 3 und
liegen genau fluchtend in einem Trennspalt zwischen den zwei Hälften des
Gehäuses
des Messgeräteträgers 3,
so dass sie beim Verschrauben der beiden Hälften deren Fixierung in beiden
Richtungen der Trennebene übernehmen,
bevor sie selbst fixiert werden.
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Der
Messdorn 1 ist an seinem im Bereich des Flansches 4 befindlichen
Ende mit einer Welle 11 der Antriebseinheit 2 verbunden,
die zur Durchführung von
Anschlusskabeln als Hohlwelle ausgebildet ist. Die Antriebseinheit 2 kann über eine
nicht gezeichnete Führung
gegen das nicht dargestellte Werkstück an gestellt werden, um sie
in allen drei Achsen fixiert anzulegen oder in gleicher Weise messtechnisch kontrolliert,
in die gewünschte
Position zu bringen. In einem Gehäuse 13 der Antriebseinheit 2 ist
die Welle 11 über
zwei vorteilhaft als Schrägkugellager
ausgeführte,
vorgespannte Wälzlager 12a, 12b spielfrei
gelagert, deren Außenringe
prismenartig im Gehäuse 13 der
Antriebseinheit 2 anliegen und von einer in einer in axialen
Richtung des Gehäuses 13 verlaufenden
Aussparung 14a eingebetteten, federbelasteten Leiste 15 in
die prismenartige Anlage gedrückt
werden. Die Leiste 15 ist im Bereich der Wälzlager 12a, 12b entsprechend
dem Radius ihrer Außenringe
ausgearbeitet, so dass die Leiste 15 weitgehend form- und
kraftschlüssig
anliegt.
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Während der
Außenring
des als Festlagers dienenden Wälzlagers 12a mit
seiner äußeren Stirnfläche an einem
Deckel 16 des Gehäuses 13 fest
anliegt, stützt
sich ein eine Vorspannung erzeugender und mit Schraubenfedern 17 bestückter Ring 18 auf der äußere Stirnfläche des
Außenrings
des Wälzlagers 12b federelastisch
und damit die axialen Laufungenauigkeiten ausgleichend ab. Um dem
Außenring
dieses Wälzlagers 12b die
Möglichkeit
zu geben, sich pendelnd darauf einzustellen, ist es sinnvoll, diesen
Außenring
leicht ballig auszubilden oder zumindest die Breite der prismenartigen
Anlage im Gehäuse 13 möglichst
schmal auszulegen. Die Anzahl der eingesetzten Schraubenfedern 17 kann
bedarfsweise variiert werden.
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Diese
Ausbildung löst
zwei markante Nachteile bei der üblichen
Verwendung eines Fest- und eines Loslagers zur Lagerung einer Welle,
die darin bestehen, dass zum einen der Außenring des Festlagers beim
Eindrücken
in das Lagergehäuse
nicht durch die Unrundheit der Bohrung beeinträchtigt werden kann und zum
anderen, dass das erforderliche Spiel, mit dem der Außenring
des Loslagers, insbesondere bei Federvorspan nung, in das Gehäuse eingesetzt
werden muss, nicht benötigt
wird. Wenn dieses Spiel auch gering sein kann, wirkt es sich bei
derartigen Anwendungen dennoch nachteilig aus, da es unkontrollierbar
ist, unterschiedlich groß sein
kann und sich mit einer beachtlichen Hebelwirkung auf die Lage und
den Lauf der an eine Welle angeflanschten Teile, beispielsweise
den Messdorn 1 auswirkt. Die prismenartige Anlage kann
in vorteilhafter Weise dadurch erzeugt werden, dass die die Wälzlager 12a, 12b aufnehmende
Bohrung des Gehäuses 13 im Durchmesser
um ca. 0,05 bis 0,5 mm größer als
die Durchmesser der Außenringe
der Wälzlager 12a, 12b ausgelegt
ist und sich auf der der Leiste 15 gegenüberliegenden
Seite eine Aussparung 14b befindet. Jedem Außenring
eines Wälzlagers 12a, 12b kann
ein aufspannbares Segment 33 zugeordnet sein, welches in
die vorerwähnte
Aussparung 14b ragt und als Verdrehsicherung dient, um
reproduzierbare Verhältnisse
zu gewährleisten.
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Für den Antrieb
der Welle 11 ist in diesem Ausführungsbeispiel ein nur teilweise
dargestellter Schrittmotor 19 vorgesehen, da ein solcher
Motor die Welle 11 in exakter, vorprogrammierbarer Schrittfolge auf
einfachste und preiswerteste Art um 360° kraftvoll vor und zurück drehen
kann und er damit den besonderen Vorteil bietet, die Messungen im
Stillstand, das heißt
zwischen den Schritten vornehmen zu können. So besteht die Möglichkeit
bei Stillstand der Welle 11 mehrere, beispielsweise 3 bis
30 Messungen in rascher Folge von jeweils einer Millisekunde auszuführen, deren
Ergebnisse auf ihre Schwankungsbreite zu kontrollieren und bei Einhaltung
der vorgegebenen Schwankungstoleranz daraus den Mittelwert zu bilden
und diesen dann als Messwert der bestreffenden Taster in dieser
Winkelstellung abzuspeichern. Falls die Messwerte die zulässige Toleranz überschreiten,
kann je nach Belieben die Messung als ungültig ausgewiesen oder abgebrochen
werden. Es ist aber auch möglich,
die tatsächliche
Schwankungsbreite selbst zu kontrollieren und zu bewerten. Eine endliche
Anzahl von Messschritten, beispielsweise 50, 100 oder 200 über den
Bereich von 360°,
ist meist voll ausreichend und kann die Messwertauswertung und -speicherung
wesentlich vereinfachen.
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Aber
auch der Einsatz eines Gleichstrom-Servomotors mit einem entsprechenden
fein auflösenden
Impulsgeber und einem vorgeschalteten Getriebe ist möglich, jedoch
besteht dabei die Gefahr, dass sich durch den diskontinuierlichen
Betrieb das unvermeidliche Getriebespiel im Laufe der Zeit vergrößert und
sich damit auch eine größere, nicht kontrollierbare
Regelabweichung ergibt.
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Die Übertragung
der Drehbewegung des Schrittmotors 19 zur Welle 16 erfolgt
in diesem Ausführungsbeispiel über spiralverzahnte
Kegelräder 20a, 20b.
Es ist aber auch möglich,
dafür gerade oder
schräg
verzahnte Stirnräder,
einen Schneckentrieb oder einen Zahnriementrieb vorzusehen. Das Kegelrad 20a ist über eine
Hülse 21a mit
der Welle des Schrittmotors 19 verbunden. Das Kegelrad 20b ist
in ähnlicher
Weise auf einer Hülse 21b befestigt, die
auf der Welle 11 für
die wellenseitige Distanz der beiden Wälzlager 12a, 12b sorgt. Über eine
Mutter 22 werden die Innenringe der Wälzlager 12a, 12b und
die Hülse 21b gegen
eine Schulter 23 der Welle 11 verschraubt und
damit fixiert.
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Um
die realen, axialen Form- und Laufabweichungen der an der Lagerung
der Welle 11 beteiligten Einzelteile, einschließlich der
Wälzlager 12a, 12b summarisch
zu erfassen, ist ein zusätzlicher
Messtaster 24 vorgesehen, der die freie Stirnfläche der Welle 11 außermittig
antastet und dessen Messwerte zur Korrektur der axialen Laufabweichung
in die Messwertauswertung einbezogen werden können. Zur Begrenzung des Drehwinkels
der Welle 11 auf 360 plus 5° bis 10° kann zwischen dem Schrittmotor 19 und
dem Kegelrad 20a eine Anschlagscheibe 34 angeordnet
sein, die über
Ausnehmungen verfügt,
in denen ein im Gehäuse 13 befindlicher
Stift sowie ein im Kegelrad 20a stirnseitig eingesetzter
Stift nach Erreichen des maximalen Winkels und der Ausgangsstellung
zur Anlage gebracht werden.
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Durch
die Verwendung des vorbeschriebenen und als zweischenkeliger Hebel
ausgebildeten Tastbalkens 5 ist es möglich, auch bei im Durchmesser
kleinen und tiefen Bohrungen mit einem relativ großen Messbereich über zwei
axial weit auseinander liegenden Tastpunkte die Lage der Bohrungswandung
zum Messgeräteträger 3 und
nach einer Umdrehung der Welle 11 auch den Durchmesser
und die Rundheit einer Bohrung in diesen Tastebenen zu messen sowie
ihre Lage zur Achse des Messgeräteträgers 3 und
demzufolge auch zu den Konturen des Werkstückes festzustellen, die von
weiteren, dem Messgeräteträger 3 zugeordneten
Messtastern erfassbar sind. Dazu kann, wie in diesem Ausführungsbeispiel,
dem Gehäuse
des Messgeräteträgers 3 ein Anbaugehäuse 25 zugeordnet
sein, in dem ein zweischenkliger Tasthebel 26 über zwei
vorgespannte Schrägkugellager 27 spielfrei
gelagert ist, der werkstückseitig
mit einem Tastelement 28 bestückt ist. Das Tastelement 28 kann
beispielsweise als Tastkugel oder als Radiusscheibe ausgebildet
sein, welche in der Stirnfläche
des Tasthebels 26 zentriert und über einen Stift oder einer
Schraube 29 mit dem Tasthebel 26 verbunden ist,
so dass das Tastelement 28 je nach Bedarf und Abnutzung
umgesetzt, das heißt, um
seine Symmetrieachse gedreht werden kann.
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Am
anderen Schenkel des Tasthebels 26 kann sich eine Einstellschraube
befinden, die zur Abstimmung des Messweges auf den Messbereich eines
weiteren, mit einem Taststift 30 versehenen Messtasters 31 vorgesehen
ist. Eine Zugfeder 32 wirkt der Antastkraft des Messtasters 31 gegen
die Einstell schraube entgegen und sorgt für die erforderliche Antastkraft
des Tastelements 28 auf die Oberfläche des Werkstückes. Das
Anbaugehäuse 25 kann mit
einem nicht erkennbaren Deckel verschlossen sein, durch den die über eine
Mutter feststellbare Einstellschraube auf eine am Tasthebel 26 befindliche Schräge die werkstückseitige
Auslenkung des Tasthebels 26 begrenzen kann.
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In
Ergänzung
des gezeichneten Ausführungsbeispieles
kann entsprechend der 2 im vorderen Bereich des Gehäuses des
Messgeräteträgers 3,
beispielsweise zur Überprüfung eines
Ventilsitzes, ein kugelförmiges
Tastelement 35 vorgesehen sein, das in einer rechtwinklig
zur Achse des Messdornes 1 verlaufenden Bohrung geführt und
gegen Herausfallen gesichert ist. Dieses, beispielsweise als einseitig
abgeflachte Kugel ausgebildetes Tastelement 35 stützt sich
dann mit seiner Fläche
lose aufliegend auf eine mit einer verlängerten Wippe eines weiteren,
induktiven Einbaumesstasters 36 verbundenen Scheibe 37 ab.
Durch eine solche Anordnung ist gewährleistet, dass die Messung
exakt rechtwinklig zur Rotationsachse erfolgt und die Wippe des
induktiven Einbaumesstasters weder tangential noch quer zur Messrichtung
belastet wird. Bei einem Ventilsitzwinkel von 90° stützt sich das Tastelement mit der
gleichen großen
Kraft an der Wandung der radialen Bohrung wie auf der Scheibe 37 ab.
Der induktive Einbaumesstaster 36 selbst ist weitgehend
verdeckt in dem Gehäuse
des Messgeräteträgers 3 installiert und
wird in an sich bekannter Weise über
Gewindestifte seitlich und damit in Wirkrichtung einstellbar festgeklemmt.
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In
gleicher Weise kann das Tastelement 35 auch als eine durchbohrte
Kugel oder eine mit einem Stift fest verbundene Kugel ausgeführt werden.
Auch ein solches Tastelement kann in der radial verlaufenden Bohrung
geführt
werden, die jedoch zum induktiven Einbaumesstaster hin aufgeschlitzt
sein muss, um einen Durchlass für
den Stift zur Aufnahme der durchbohrten Kugel oder den mit der Kugel
verbunden Stift zu schaffen. Der induktive Einbaumesstaster verfügt dementsprechend über einen
Stift zur Lagerung der durchbohrten Kugel oder eine Hülse zur Lagerung
des mit der Kugel fest verbundenen Stiftes.
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In
beiden Fällen
kommt es durch die Antastkraft zu einem kraftschlüssigen Kontakt
zwischen Stift und Bohrung, so dass sich das erforderliche Lagerspiel
nicht negativ auf das Messergebnis auswirken kann. Auch bei einer
derartigen Vorrichtung ist gewährleistet,
dass die Messung exakt rechtwinklig zur Rotationsachse erfolgt und
die Wippe des induktiven Einbaumesstasters weder tangential noch
quer zur Messrichtung belastet wird.
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Zur
Kalibrierung und Linearisierung der beschriebenen Vorrichtung wird
die Verwendung eines an sich bekannten Meisters empfohlen, dessen
Ausnehmungen vorher exakt vermessen und protokolliert wurden und
der statt dem Werkstück
zur Vorrichtung hin genau positioniert wird. In einer für die Kalibrierung
geeigneten Position legt sich der Tastbalken 5 mit seinen
Tastelementen 8a, 8b an die Wandung der Bohrung
des Meisters, die beispielsweise einer Ventilschaftbohrung entspricht,
und der Tasthebel 26 mit seinem Tastelement 28 an
die Wandung der Bohrung, die zur Kalibrierung der Vorrichtung auf
eine größere Ausnehmung
dient, an. Eine solche Ausnehmung kann beispielsweise die Aussenkung
eines Werkstücks
für einen
Ventilsitzring oder der Ventilsitz selbst sein.
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Für eine solche
Kalibrierung wird der Antrieb gestartet und der Messdorn 1 beispielsweise
in 50, 100 oder 200 Schritten um 360° gedreht. Dabei werden nach
jeden Schritt über
die Messtaster 9a, 9b und 31 die Messwerte
erfasst, die unter Einbeziehung der Tastabstände und der von der Meistermessung
her bekannten Einzel-Istwerte abgeglichen werden können, so
dass damit bereits alle radialen Form- und Laufabweichungen der
an der Lagerung der Welle 11 beteiligten Einzelteile kompensiert
sind. Aus den abgeglichenen Messwerten kann nun die Lage der Achse
des Meisters zur Rotationsachse der Vorrichtung und damit der Mittenversatz
ermittelt werden.
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Um
die Vorrichtung auf den Winkel des Meisters abgleichen zu können, wird
sie dem Meister soweit zugestellt, dass das möglichst weit eingefahrene Tastelement 28 die
kegelförmige
Ausnehmung berührt.
Ausgehend von dieser Position wird nun die Vorrichtung bei stillstehender,
beispielweise in Drehwinkelstellung 0° befindlichen Welle 11 über eine
vorgegebene Wegstrecke kontrolliert zurück gezogen. Die dabei erfassten
Messwerte des Messtasters 31 werden mit der Wegstrecke
entsprechend der gewählten
Auflösung
verrechnet und auf die von der Meistermessung her bekannten Werte
abgeglichen. Dieser Vorgang wird danach bei einer Drehwinkelstellung
der Welle 11 von 180° wiederholt.
Mit diesem Abgleich werden auch alle Unlinearitäten und Empfindlichkeitsabweichungen
kompensiert.
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Die
Summe beider Messreihen ergibt den Gesamtwinkel des Kegels, der
nach dem Abgleich mit dem gemessenen Winkels des Meisters identisch sein
muss. Aus der Differenz der beiden Teilwinkel lässt sich die Lage der Kegelmittelinie
in dieser Ebene ermitteln.
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Es
ist aber auch möglich,
den Abgleich dadurch vorzunehmen, dass die Vorrichtung schrittweise
axial verfahren und die Welle 11 dabei jeweils um 180° vor- und
zurückgestellt
wird, um den Winkel mit den Messtaster 31 in dieser Weise
erfassen und auf die Meisterwerte abgleichen zu können.
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Bei
der Messung des nicht gezeichneten Werkstücks wird in ähnlicher
Weise verfahren. Die Vorrichtung wird so weit zugestellt, dass der
Tastpunkt des Tastelements 28 in die Ebene der Ventilsitzlehrenlinie
gelangt. Danach kann der Messvorgang mit dem Start des Antriebs
eingeleitet werden. Der Messdorns 1 wird nun wiederum schrittweise
um 360° gedreht.
Die dabei von den Messtastern 9a, 9b und 31 erfassten
und auf den Meister bereits abgeglichen Messwerte geben Aufschluss über die
Maß-, Form-
und Lageabweichung der Kontur des Werkstücks.
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Bei
der Überprüfung von
rechtwinklig oder schräg
zur Rotationsachse verlaufender Flächen, wie sie beispielsweise
bei Ventilsitzen vorkommen, können
die axialen Form- und Lageabweichungen der an der Lagerung der Welle 11 beteiligten
Einzelteile dadurch kompensiert werden, dass die vom Messtaster 24 summarisch
erfassten realen Abweichungen als synchroner Korrekturwert in die
Messwertauswertung mit einbezogen wird.
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So
ist es möglich,
nach einer Umdrehung des Messdorns 1 die Durchmesser und
Rundheit der Ventilschaftbohrung in den Tastebenen sowie die sich
daraus ergebende Konizität
der Ventilschaftbohrung, den Ventilsitzdurchmesser und die Rundheit des
Ventilsitzes auf der Lehrenlinie, die Lage des Ventilsitzes zur
Ventilschaftbohrungsachse und damit den Rundlauf des Ventilsitzes
zur Ventilschaftbohrung wie auch die Lage des Ventilsitzes und der Ventilschaftbohrung
zum vorgegebenen Bezugselement zu bestimmen und auf Einhaltung der
Toleranzen zu überprüfen.
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Der
Durchmesser einer solchen Ventilschaftbohrung liegt meist im Bereich
von 4 bis 8 mm, der eines derartigen Ventilsitzes bei 20 bis 36
mm.
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Es
besteht ohne weiteres auch die Möglichkeit,
den sich aus den Lageabweichungen ergebenden Mittenversatzfehlers
zu ermitteln, um ihn zur Berechnung der tatsächlichen Maß- und Formabweichungen einsetzen
zu können.
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Das
Bezugelement kann das Gestell sein, auf dem die Vorrichtung messtechnisch
kontrolliert dem Werkstück
zugeführt
wird, die Werkstückaufnahme
oder das Gestell auf dem das Werkstück messtechnisch kontrolliert
der Vorrichtung zugeführt wird.
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Zur Überprüfung des
Ventilsitzwinkels, der Ventilsitzbreite und der Übergänge des Ventilsitzes zu den
angrenzenden Fasen bzw. Flächen
muss die Vorrichtung zum Werkstück
hin soweit zugestellt werden, dass das Tastelement 28 des
Tasthebels 26 die hinter dem Ventilsitz liegende Fläche berührt. Ausgehend
von dieser Position wird nun die Vorrichtung und damit das Tastelement 28 bei
stillstehender, beispielweise in Drehwinkelstellung 0° befindlichen
Welle 11 über
den Ventilsitz bis zu der dem Ventilsitz vorgelagerten Fläche kontrolliert
zurück
gezogen. Die dabei vom Messtaster 31 erfassten und auf
den Meister bereits abgeglichen Messwerte werden mit der Wegstrecke
entsprechend der gewählten
Auflösung
verrechnet. Dieser Vorgang wird, wie beim Kalibrieren, bei einer
Drehwinkelstellung der Welle von 180° wiederholt.
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Aus
dem Verlauf der Messwerte über
der Wegstrecke lassen sich die Ventilsitzbreite und der Teilwinkel
des Ventilsitzes berechnen. Die Summe der Teilwinkel aus beiden
Messreihen ergibt den zu überprüfenden Gesamtwinkel.
Aus den in beiden Messreihen ermittelten Ventilsitzbreiten kann
ein Mittelwert gebildet, aber auch der Breitenunterschied als Merkmal
dargestellt werden. Die Messwerte des Messtasters 31 können darüber hinaus
zur Berechung der Lage des Ventilsitzes zur Rotationsachse und der
Lage der Lehrenlinie innerhalb der Ventilsitzbreite in dieser Ebene
verwendet werden. Dies ist möglich,
wenn die Lage der Lage der Lehrenlinie bezogen auf die Werkstückaufnahme
vorgegeben ist, aber auch wenn die Lehrenlinie auf einen vorgegebenen
Ventilsitzdurchmesser bezogen ist und ihre Lage dann zur Werkstückaufnahme
oder zu einem anderen Bezugselement hin überprüft werden muss.
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Dieser
Messvorgang kann in mehreren, beliebig gewählten Drehwinkelstellungen
durchgeführt werden,
um die Ventilsitzkontur sektorweise oder nahezu vollständig kontrollieren
zu können,
wenn sicher gestellt ist, dass die Messreihen in jeweils diametral
gegenüberliegenden
Drehwinkelstellungen aufgenommen werden.
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Beim
Austausch eines Messgeräteträgers 3 oder
Teile davon, wie beispielsweise eines Anbaugehäuses 25, kann es erforderlich
sein, auch die Messtaster 9a, 9b mit auszubauen,
das heißt
die Kabel aus der Welle 11 heraus zu ziehen. Da sich die
für den
Abgleich der Taster erforderlichen Potentiometer aus räumlichen
Gründen
ohnehin außerhalb
des Messgeräteträgers 3 befinden
müssen,
werden diese zusammen mit einem für einen kabellängenunabhängigen Anschluss
erforderlichen Impedanzwandler in einer auf der dem Messgeräteträger 3 abgewandten Seite
des Gehäuses 13 angeflanschten
Kappe untergebracht. Um einen einfachen und sicheren Austausch der
Taster und Kabel ohne spezielles Werkzeug oder eine Lötvorrichtung
gewährleisten
zu können
wird vorgeschlagen den Impedanzwandler mit Federkraftklemmen zu
bestücken.
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Beim
Austausch eines kompletten Messgeräteträgers 3 kann es sinnvoll
sein, auch die dafür hergerichtete
Kappe mit Potentiometer und den mit Federkraftklemmen bestückten Impedanzwandler
als dazugehörige
Baugruppe mit auszutauschen.
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Die
erfindungsgemäße Vorrichtung
ist nicht nur zur Kontrolle fertiger Zylinderköpfe geeignet, sondern auch
zur Überprüfung von
nur vorbearbeiteten Werkstücken
mit und ohne Ventilsitzringen oder andersartiger Stufenbohrungen,
wie auch zur Vermessung von Ventilsitzringen außerhalb der Zylinderköpfe einsetzbar.
Dazu kann ein weiterer Messtaster an ein anders geartetes Gehäuse des
Messgeräteträgers 3 oder
ein anderes gestaltetes Anbaugehäuse montiert
werden, der beispielsweise die Planfläche einer Ausnehmung oder den
Außendurchmesser
eines Ventilsitzrings kontrolliert und dessen Messwerte mit denen
des die Innenkontur überprüfenden Messtaster 9a, 9b, 31 verrechnet
werden können.
Falls bei derartigen Einsatzfällen
der Tastbalken 5 nicht benötigt wird, kann dieser nach
Lösen der
Klemmung des Federstabs 7 vom Flansch 4 leicht
herausgezogen werden, ohne dass die Messtaster 9a, 9b aus dem
Messgeräteträger 3 ausgebaut
werden müssen.