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DE202007003822U1 - Friktionsbremse und Stativ mit einer derartigen Bremse - Google Patents

Friktionsbremse und Stativ mit einer derartigen Bremse Download PDF

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DE202007003822U1
DE202007003822U1 DE202007003822U DE202007003822U DE202007003822U1 DE 202007003822 U1 DE202007003822 U1 DE 202007003822U1 DE 202007003822 U DE202007003822 U DE 202007003822U DE 202007003822 U DE202007003822 U DE 202007003822U DE 202007003822 U1 DE202007003822 U1 DE 202007003822U1
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Carl Zeiss Surgical GmbH
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Abstract

Friktionsbremse zum Bremsen einer relativ zu einem Lager (105) drehbar gelagerten Achse (103) mit einem im Lager (105) angeordneten Druckelement (101), welches zum Erzeugen eines lokalen Druckes in Radialrichtung der Achse ausgebildet ist, gekennzeichnet durch eine gummielastisch verformbare Masse (109), die derart die Achse (103) umgebend zwischen der Achse (103) und dem Druckelement (101) angeordnet ist, dass der vom Druckelement (101) erzeugte Druck auf die gummielastische Masse (109) einwirkt und von dieser auf die Achse (103) übertragen wird.

Description

  • Die vorliegende Erfindung betrifft eine Friktionsbremse für eine relativ zu einem Lager drehbar gelagerte Achse sowie ein Stativ, insbesondere ein Stativ für ein Operationsmikroskop, mit einer derartigen Bremse.
  • Ein Stativ, beispielsweise ein Stativ für ein Operationsmikroskop, soll den unterschiedlichsten Anforderungen genügen. Einerseits soll ein vom dem Stativ gehaltener Gegenstand, im erwähnten Beispiel etwa das Operationsmikroskop, möglichst widerstandsfrei positioniert werden können. Andererseits soll der einmal positionierte Gegenstand sicher in seiner Position gehalten werden. Aufgrund von Lastwechseln können jedoch Drehmomente am Stativ auftreten, die zu einem Driften von drehbar gelagerten Stativelementen um ihre Drehachse führen und so einem sicheren Halten entgegen wirken können. Beispielsweise kann ein Tubuswechsel bei einem Operationsmikroskop einen derartigen Drift an den Mikroskoparmen hervorrufen. Zum Unterbinden des Drifts weisen Stative daher Bremsen auf, die lediglich dann gelöst werden, wenn eine Umpositionierung des gehaltenen Gegenstandes vorgenommen werden soll.
  • Bremsen zum Verhindern unerwünschter Drehungen in einem Drehgelenk sind beispielsweise in DE 101 44 033 A1 beschrieben. Eine der darin beschriebenen Bremsen ist als sog. "Klemmrollen-Freilaufbremse" für einen Mikroskoptubus ausgeführt. Zwischen einer Drehachse und einer V-förmig gestalteten Innenflächen eines die Drehachse des Außenrohres sind Rollen angeordnet, deren Achsen parallel zur Drehachse verlaufen. Aufgrund der V-förmigen Ausgestaltung der Innenfläche existiert eine engste Stelle zwischen der Drehachse und dieser Innenfläche, in deren Bereich der Abstand zwischen Innenfläche und Drehachse geringer ist als der Durchmesser der Rollen. Wenn das Drehgelenk gebremst werden soll, werden die Rollen mittels Federkraft in diese Engstelle gepresst, so dass sie eine Relativbewegung zwischen der Drehachse und dem Außenrohr unterbinden. Zum Lösen der Bremse ist eine Mechanik vorhanden, mit der die Rollen gegen die Federkraft aus der Engstelle herausgedrückt werden können.
  • Die zweite in DE 101 44 033 A1 beschriebene Bremse, die ebenfalls in einem Mikroskoptubus zum Einsatz kommt, weist eine Anzahl in Axialrichtung einer Drehachse schwimmend gelagerter ringförmiger Lamellen auf, die mit Reibbelägen beschichtet sind und sich in radialer Richtung zur Drehachse erstrecken. In Axialrichtung der Drehachse aufeinanderfolgende Lamellen greifen im Wechsel über Mitnehmer in das Innenrohr bzw. das Außenrohr des Drehgelenks ein. Der Eingriff ist dabei in azimutaler Richtung, also bezüglich der Drehungen um die jeweilige Rohrachse, nahezu spielfrei, während die Lamellen in Richtung der jeweiligen Rohrachse Spiel aufweisen. Das Lamellenpaket ist in Axialrichtung des Drehgelenkes durch zwei Ringscheiben begrenzt, von denen die eine schwimmend am Außenrohr und die andere schwimmend am Innenrohr des Drehgelenks gelagert ist. Durch Druck auf die Ringscheiben können die Lamellen des Lamellenpaketes zusammengedrückt werden, wodurch die Bremswirkung erzielt wird.
  • Die beiden in DE 101 44 033 A1 beschriebenen Bremsen sind in ihrem Aufbau relativ komplex und erfordern daher einen relativ hohen Herstellungsaufwand.
  • Eine weitere Bremse ist in DE 202 18 693 U1 beschrieben. Diese Bremse weist einen eine Drehachse umgebenden Flansch mit darin eingeschraubtem Stutzen auf. Der Stutzen ist in seinem Inneren mit einem Bolzen ausgestattet, welcher mit einer Bremsbacke versehen ist. Die Bremsbacke weist eine gekrümmte Fläche auf, deren Radius an den Radius der rohrförmigen Drehachse angepasst ist. Durch Einschrauben eines Gewindestiftes kann eine Kraft auf den Bolzen ausgeübt werden, welche die Bremsbacke an die rohrförmige Drehachse drückt. Diese Bremse weist gegenüber den in DE 101 44 033 A1 beschriebenen Bremsen einen einfacheren Aufbau auf. Im Unterschied zu den in DE 101 44 033 A1 beschriebenen Bremsen wirkt die Bremskraft jedoch lediglich auf einen relativ kleinen Umfangsabschnitt der Drehachse ein.
  • Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Friktionsbremse für eine relativ zu einem Lager drehbar gelagerte Achse zur Verfügung zu stellen, die einen einfachen Aufbau aufweist und eine Verteilung der Bremskraft auf einen relativ großen Umfangsabschnitt der Drehachse ermöglicht. Außerdem ist es eine Aufgabe der Erfindung, ein verbessertes Stativ, insbesondere für ein Operationsmikroskop, mit wenigstens einem Drehgelenk zur Verfügung zu stellen.
  • Die erste Aufgabe wird durch eine Friktionsbremse nach Anspruch 1 gelöst, die zweite Aufgabe durch ein Stativ nach Anspruch 8. Die abhängigen Ansprüche enthalten vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung.
  • Eine erfindungsgemäße Friktionsbremse zum Bremsen einer relativ zu einem Lager drehbar gelagerten Achse umfasst ein im Lager angeordnetes Druckelement, das zum Erzeugen eines lokalen Druckes in Radialrichtung der Achse ausgebildet ist. Zwischen der Achse und dem Druckelement ist eine gummielastisch verformbare Masse derart die Achse umgebend angeordnet, dass der vom Druckelement erzeugte Druck auf die gummielastische Masse einwirkt und von dieser auf die Achse übertragen wird. Als gummielastische Masse kann insbesondere ein Elastomer, also ein gummielastischer Polymerkwerkstoff wie etwa Silikon, Verwendung finden. Die gummielastische Masse kann die Achse über einen Teil ihres Umfangs umgeben. Es ist jedoch vorteilhaft, wenn sie die Achse vollumfänglich umgibt.
  • Wenn das Druckelement auf die gummielastisch verformbare Masse drückt, wird an dieser Stelle ein Teil der Masse aus ihrer ursprünglichen Position verdrängt. Aufgrund der gummielastischen Eigenschaften der Masse versucht diese sich in Bereiche, in denen das Druckelement keinen Druck ausübt, auszudehnen. Da die Masse jedoch zwischen dem Flansch und der Drehachse angeordnet ist, ist eine derartige Ausdehnung wenn überhaupt, so nur minimal möglich, weshalb die Verdrängung durch den Druck im Bereich des Druckelementes durch eine Ausdehnung an anderer Stelle nicht oder zumindest nicht vollständig kompensiert werden kann. Dies führt dazu, dass der Druck in der gummielastischen Masse insgesamt erhöht wird und diese daher mit einer aus dem Druck resultierenden Kraft auf die Drehachse drückt. Diese Kraft führt zu einer erhöhten Reibung und damit zu einem Bremsen des Gelenkes. Die gummielastischen Eigenschaften der Masse ermöglichen dabei eine Verteilung des lokal vom Druckelement ausgeübten Druckes über einen großen Bereich des Umfangs der Drehachse. Wenn die gummielastische Masse die Achse vollumfänglich umgibt, kann so der Druck des Druckelementes auf den gesamten Umfang der Drehachse verteilt werden.
  • Zwischen der gummielastischen Masse und der Drehachse kann zudem eine Hülse angeordnet sein, die auf ihrer der Drehachse zugewandten Seite mit einer Reibfläche versehen ist. In diesem Fall wirkt der durch die gummielastische Masse vermittelte Druck nicht unmittelbar auf die Drehachse ein sondern mittelbar über die Hülse. Mit dem Reibbelag kann hierbei eine besonders hohe Reibung erzielt werden, so dass bereits mit einem relativ niedrigen Druck eine hohe Bremswirkung erzielt werden kann.
  • In einer Ausgestaltung der Friktionsbremse ist das Druckelement als Druckbolzen ausgebildet, der radial zur Achse verschiebbar im Lager gelagert ist. Zudem ist eine auf den Druckbolzen derart einwirkende Gewindespindel vorhanden, dass bei einem Drehen der Gewindespindel eine Verschiebung des Druckbolzens in Radialrichtung der Achse erfolgt. Dies ermöglicht ein Erzeugen des Druckes durch Drehen der Gewindespindel. Wenn diese beispielsweise mit einem Handgriff versehen ist, ist so ein einfaches Betätigen und Lösen der Bremse, nämlich durch Drehen der Gewindespindel, möglich.
  • Die Gewindespindel kann beispielsweise mit einem Gewinde im Lager zusammenwirken. Der Druckbolzen und die Gewindespindel sind dann derart relativ zueinander angeordnet, dass die Stirnseite der Gewindespindel auf den Druckbolzen drückt, so dass dieser durch das Drehen der Gewindespindel in Richtung auf die Achse verschoben werden kann. In einer alternativen Ausgestaltung weist der Druckbolzen ein Innengewinde auf, in welches das Gewinde der Spindel eingreift. Das Innengewinde ist zum Zusammenwirken mit dem Gewinde der Gewindespindel derart ausgebildet, dass ein Verdrehen der Gewindespindel zur einer Verschiebung des Druckbolzens in Radialrichtung der Achse führt. Diese Ausgestaltung ermöglicht es, die Gewindespindel in Radialrichtung der Achse ortsfest zu lagern, so dass keine Verschiebung der Gewindespindel relativ zum Lager erfolgt, wenn die Gewindespindel gedreht wird. Auf diese Weise ist auch ein an der Gewindespindel befestigter Handgriff in radialer Richtung ortsfest.
  • Ein erfindungsgemäßes Stativ, welches insbesondere als ein Stativ für ein Operationsmikroskop ausgebildet sein kann, umfasst wenigstens ein Drehgelenk, welches eine Drehachse und ein Gelenkelement mit einem Lager für die Drehachse aufweist. Drehachse und Gelenkelement sind relativ zueinander drehbar angeordnet. Das Drehgelenk ist mit einer erfindungsgemäßen Friktionsbremse versehen. Das erfindungsgemäße Stativ weist damit eine Bremse auf, die einerseits einen relativ einfachen Aufbau besitzt und es andererseits ermöglicht, die Bremskraft über einen großen Teil des Umfangs der Drehachse, insbesondere über ihren gesamten Umfang, zu verteilen. Ein mit einer derartigen Bremse versehenes Stativ kann daher mit geringem Aufwand hergestellt werden, ohne dass auf eine vorteilhafte Bremswirkung verzichtet werden muss.
  • Weitere Merkmale, Eigenschaften und Vorteile der vorliegenden Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung eines Ausführungsbeispiels unter Bezugnahme auf die beiliegenden Figuren.
  • 1 zeigt ein Stativ mit einem daran befestigten Operationsmikroskop in einer schematischen Darstellung.
  • 2 zeigt die Drehachsen des Stativs und der Mikroskophalterung aus 1.
  • 3 zeigt eine erfindungsgemäße Friktionsbremse in einem Schnitt entlang der Drehachse.
  • 4 zeigt die Friktionsbremse aus 3 in einem Schnitt senkrecht zur Drehachse.
  • 5 zeigt ein zweites Ausführungsbeispiel für die erfindungsgemäße Friktionsbremse in einem Schnitt entlang der Drehachse.
  • Ein Stativ 1 mit einem daran befestigten Mikroskop 3, das im Ausführungsbeispiel ein Operationsmikroskop ist, ist in 1 dargestellt. Das Stativ 1 ruht auf einem Stativfuß 5, an dessen Unterseite Rollen 6 vorhanden sind, die ein Verfahren des Stativs 1 ermöglichen. Um ein ungewolltes Verfahren des Stativs 1 zu verhindern, besitzt der Stativfuß 5 außerdem eine Fußbremse 7.
  • Das eigentliche Stativ 1 umfasst als Stativglieder eine höhenverstellbare Stativsäule 8, einen Tragarm 9, einen Federarm 10, und eine Mikroskopaufhängung 11, welche ihrerseits ein Verbindungselement 13, einen Schwenkarm 15 und einen Haltearm 14 umfasst. Die Freiheitsgrade, welche die Stativglieder zum Positionieren des Operationsmikroskops 3 zur Verfügung stellen, sind in 2 gezeigt. Der Tragarm 9 ist an seinem einen Ende um eine Achse A drehbar mit der Stativsäule 8 verbunden. Am anderen Ende des Tragarms 9 ist ein Ende des Federarms 10 um eine zur Achse A parallele Achse B drehbar befestigt, so das der Tragarm 9 und der Federarm 10 einen Gelenkarm bilden. Das andere Ende des Federarms 10 ist von einem Kippmechanismus gebildet (nicht dargestellt), an dem die Mikroskopaufhängung 11 befestigt ist und der ein Verkippen der Mikroskopaufhängung 11 um die Achse C ermöglicht.
  • Die Mikroskopaufhängung 11, die hier als Teil des Stativs angesehen werden soll, weist eine Drehachse D, eine Schwenkachse E sowie eine Kippachse F auf, um die sich das Mikroskop 3 drehen, schwenken bzw. verkippen lässt. Mit einem Verbindungselement 13 ist die Mikroskopaufhängung 11 am äußeren Ende des Federarms 10 um die Drehachse D drehbar befestigt. Die Drehachse D erstreckt sich entlang des Verbindungselementes 13. An das Verbindungselement 13 schließt sich ein Schwenkarm 15 an, mit dessen Hilfe sich das Mikroskop 3, genauer gesagt ein am Schwenkarm 15 angebrachter Haltearm 14, an dem das Mikroskop 3 mittels einer Mikroskophalterung (nicht dargestellt) befestigt ist, um die Schwenkachse E schwenken lässt. Die Schwenkachse E erstreckt sich durch den Schwenkarm 15. Der Winkel zwischen Schwenkarm 15 und Verbindungselement 13, d.h. der Winkel zwischen der Schwenkachse E und der Drehachse D, kann mittels einem zwischen dem Verbindungsteil 13 und dem Schwenkarm 15 angeordneten Verstellmechanismus variiert werden.
  • Durch den Haltearm 14 verläuft senkrecht zur Darstellungsebene die Kippachse F, die ein Verkippen des Operationsmikroskops 3 ermöglicht. Das Operationsmikroskop 3 ist mittels einer nicht dargestellten Mikroskophalterung am Haltearm 14 befestigt.
  • Am Stativ 1 sind außerdem eine Lichtquelle 16 zur Objektbeleuchtung sowie ein Netzanschlussgerät und ein Bedienelement 17 für elektrische Komponenten des Mikroskops 3 und ggf. des Stativs 1 angeordnet.
  • Um ein ungewolltes Verstellen des Mikroskops 3 aus einer gewählten Position zu verhindern, sind die Stativglieder bzw. die Gelenke zwischen den Stativgliedern mit Bremsen versehen, welche nach dem Positionieren des Mikroskops 3 fixiert werden. Als Bremsen sind für alle genannten Achsen die nachfolgend mit Bezug auf die 3 bis 5 beschriebenen Friktionsbremsen einsetzbar.
  • 3 zeigt einen Ausschnitt aus einer Achse 103 zusammen mit einem die Achse 103 umgebenden Lager 105 in einem Schnitt entlang der Achse 103.
  • Ein senkrecht zur Achse 103 verlaufender Schnitt durch die Bremse ist in 4 gezeigt.
  • Im Lager 105 ist eine erfindungsgemäße Friktionsbremse 100 angeordnet. Diese umfasst einen Druckbolzen 101, eine die Achse 103 umgebende Silikonmasse 109, eine zwischen der Achse 103 und der Silikonmasse 109 angeordnete Klemmhülse 111 sowie eine Gewindespindel 107, an der ein Handgriff 113 befestigt ist.
  • Die Silikonmasse 109 ist in einer Aussparung des Lagers 105 angeordnet, die zur Achse 103 hin offen ist. Die zur Achse 103 hin offene Seite des Lagers 105 wird durch die Klemmhülse 111 abgeschlossen, so dass die Silikonmasse 109 spielfrei von der Klemmhülse 111 und dem Lager 105 begrenzt wird.
  • Das Lager 105 weist weiterhin eine Bohrung 115 auf, die zur Aussparung hin einen Abschnitt 117 mit vergrößertem Durchmesser aufweist. In diesem Abschnitt 117 ist der Druckbolzen 101 in Radialrichtung der Achse 103 verschiebbar angeordnet. Der Druckbolzen 101 weist eine Sackbohrung 116 auf, die sich von der radial äußeren Stirnfläche des Druckbolzens 101 in Richtung auf die radial innere Stirnfläche des Druckbolzens (bezogen auf die Achse 103) erstreckt, und in die die Gewindespindel 107 hineinragt. Die Stirnseite 108 der Gewindespindel 107 kann dabei auf die Stirnfläche der Sackbohrung 116 drücken.
  • Die Bohrung 115 im Lager 105 ist mit einem zum Gewinde der Gewindespindel 107 passenden Innengewinde versehen, so dass die Gewindespindel 107 bei Verdrehen eine Verschiebung in Radialrichtung der Achse 103 erfährt. Wird die Gewindespindel 107 in Richtung auf die Achse 103 in das Lager 105 hineingeschraubt, so erfährt der Druckbolzen 101 durch die auf ihn drückende Gewindespindel 107 eine Verschiebung in Richtung auf die Achse 103.
  • Der Druckbolzen 101 ist mit seiner Stirnseite in der Silikonmasse angeordnet. Wenn der Druckbolzen 101 in Richtung auf die Achse 103 verschoben wird, wird die Silikonmasse 109 lokal komprimiert. Da die Silikonmasse in der Aussparung des Lagers 105 spielfrei oder wenigstens weitgehend spielfrei angeordnet ist, kann sie sich nicht an anderer Stelle ausdehnen, was zu einer Druckerhöhung in der Silikonmasse 109 führt. Aufgrund der gummielastischen Eigenschaften der Silikonmasse wird dieser Druck über die Silikonmasse 109 verteilt.
  • Die Klemmhülse 111 weist vier in Axialrichtung der Achse 103 verlaufende Schlitze 112a bis 112d auf (vgl. 4) und ist aus einem federelastischen Material hergestellt. Sie ist über einen Flansch 118 mit einer Befestigungsschraube 119 mechanisch mit dem Lager fest verbunden. Zudem kann die der Achse 103 zugewandte Seite der Klemmhülse 111 mit einem Reibbelag versehen sein. Abweichend von der dargestellten Ausführungsform kann die Klemmhülse 111 statt mit vier Schlitzen 112a bis 112d auch mit einem, zwei oder drei Schlitzen ausgestattet sein. Als weitere Alternativen sind aber auch Ausführungsformen mit mehr als vier Schlitzen möglich.
  • Der in der Silikonmasse 109 aufgebaute Druck wird auf die federelastische Klemmhülse 111 übertragen, welche dadurch an die Achse 103 angedrückt wird und eine bremsende Reibung erzeugt. Die Kraft, mit der die Klemmhülse 111 an die Achse 103 angedrückt wird, hängt dabei vom Druck in der Silikonmasse 109 ab, welcher wiederum davon abhängt, wie weit der Druckbolzen 101 in die Silikonmasse 109 hineingedrückt ist. Mittels des Haltegriffes 113 kann daher eingestellt werden, wie viel Drehmoment an der Achse 103 anliegen muss, damit die Bremswirkung der Reibung überwinden wird.
  • Ein zweites Ausführungsbeispiel für die erfindungsgemäße Friktionsbremse ist in 5 in einem Schnitt entlang der Achse 103 dargestellt. Dieses Ausführungsbeispiel unterscheidet sich vom in den 3 und 4 dargestellten Ausführungsbeispiel lediglich dadurch, dass zwischen der Silikonmasse 109 und der Achse 103 keine Klemmhülse angeordnet ist. Im Übrigen entspricht die zweite Ausführungsform der Friktionsbremse der in den 3 und 4 dargestellten Ausführungsform.
  • In den beschriebenen Ausführungsformen ist das Lager 105 mit einem Innengewinde versehen, so dass sich die Gewindespindel 107 relativ zum Lager 105 verschiebt, wenn sie mittels des Handgriffes 113 gedreht wird. Alternativ ist es auch möglich, die Sackbohrung des Druckbolzens 101 mit einem Innengewinde zu versehen und die Bohrung 115 lediglich als Lager für die Gewindespindel 107 auszubilden. In diesem Fall verschiebt sich bei einem Drehen der Gewindespindel 107 der Druckbolzen 101 relativ zur Gewindespindel 107. Die Gewindespindel 107 bleibt dabei relativ zum Lager 105 in Radialrichtung der Achse 103 gesehen ortsfest.
  • Weiterhin braucht die Gewindespindel 107 auch nicht notwendigerweise mit einem Handgriff 113 betätigt zu werden. Alternativ ist es auch möglich, einen Elektromotor zum Verdrehen der Gewindespindel 107 einzusetzen. Dies bietet die Möglichkeit im Vergleich zu einer Handbetätigung der Gewindespindel 107 eine gleichmäßigere Drehung zu erzielen.
  • Insbesondere wenn ein Elektromotor zum Verdrehen der Gewindespindel 107 eingesetzt wird, können auch mehrere Gewindespindeln mit auf die Silikonmasse 109 einwirkenden Druckbolzen 101 im Lager 105 angeordnet sein. Bei einem Handbetrieb der Gewindespindel 107 bietet es sich jedoch an, lediglich eine Gewindespindel 107 und einen Druckbolzen 101 vorzusehen, da sonst das Fixieren und Lösen der Bremse mit lediglich einer Hand erschwert ist.
  • 1
    Stativ
    3
    Mikroskop
    5
    Stativfuß
    6
    Rollen
    7
    Fußbremse
    8
    Stativsäule
    9
    Tragarm
    10
    Federarm
    11
    Mikroskopaufhängung
    13
    Verbindungselement
    14
    Haltearm
    15
    Schwenkarm
    100
    Friktionsbremse
    101
    Druckbolzen
    103
    Achse
    105
    Lager
    107
    Gewindespindel
    108
    Stirnseite
    109
    Silikonmasse
    111
    Klemmhülse
    112
    Schlitz
    113
    Handgriff
    115
    Bohrung
    116
    Sackbohrung
    117
    verbreiterter Abschnitt
    118
    Flansch
    119
    Befestigungsschraube
    A
    Achse
    B
    Achse
    C
    Achse
    D
    Achse
    E
    Achse
    F
    Achse

Claims (8)

  1. Friktionsbremse zum Bremsen einer relativ zu einem Lager (105) drehbar gelagerten Achse (103) mit einem im Lager (105) angeordneten Druckelement (101), welches zum Erzeugen eines lokalen Druckes in Radialrichtung der Achse ausgebildet ist, gekennzeichnet durch eine gummielastisch verformbare Masse (109), die derart die Achse (103) umgebend zwischen der Achse (103) und dem Druckelement (101) angeordnet ist, dass der vom Druckelement (101) erzeugte Druck auf die gummielastische Masse (109) einwirkt und von dieser auf die Achse (103) übertragen wird.
  2. Friktionsbremse nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die gummielastische Masse (109) die Achse (103) entlang einer vollen Umfangslinie umgibt.
  3. Friktionsbremse nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen der gummielastisch verformbaren Masse (109) und der Achse (103) eine Hülse (111) angeordnet ist.
  4. Friktionsbremse nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die gummielastisch verformbare Masse (109) eine Silikonmasse ist.
  5. Friktionsbremse nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Druckelement ein radial zur Achse (103) verschiebbar im Lager gelagerter Druckbolzen (101) ist und dass eine auf den Druckbolzen (101) derart einwirkende Gewindespindel (107) vorhanden ist, dass bei einem Drehen der Gewindespindel (107) eine Verschiebung des Druckbolzens (101) in Radialrichtung der Achse (103) erfolgt.
  6. Friktionsbremse nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Gewindespindel (107) mit einem Gewinde im Lager (105) zusammenwirkt und der Druckbolzen (101) und die Gewindespindel (107) derart relativ zueinander angeordnet sind, dass die Stirnseite (108) der Gewindespindel (107) auf den Druckbolzen (101) drückt.
  7. Friktionsbremse nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Druckbolzen (101) ein Innengewinde aufweist, in welches das Gewinde der Gewindespindel (107) eingreift und welches zum Zusammenwirken mit dem Gewinde der Gewindespindel (107) derart ausgebildet ist, dass ein Verdrehen der Gewindespindel (107) zu einer Verschiebung des Druckbolzens (101) in Radialrichtung der Achse (103) führt.
  8. Stativ, insbesondere für ein Operationsmikroskop, mit wenigstens einem Drehgelenk, welche eine Drehachse und ein Gelenkelement mit einem Lager für die Drehachse umfasst, wobei die Drehachse und das Gelenkelement relativ zueinander drehbar angeordnet sind, dadurch gekennzeichnet, dass eine Friktionsbremse nach einem der Ansprüche 1 bis 7 zwischen der Drehachse und dem Gelenkelement angeordnet ist.
DE202007003822U 2007-03-09 2007-03-09 Friktionsbremse und Stativ mit einer derartigen Bremse Expired - Lifetime DE202007003822U1 (de)

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