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Die
Erfindung betrifft ein Handwerkzeug, insbesondere einen Drehmomentschlüssel, mit
einer Einstellvorrichtung zur, insbesondere stufenlosen, Einstellung
eines Auslösedrehmoments.
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Im
Folgenden werden derartige Handwerkzeuge mit einstellbarem Drehmoment
am Beispiel eines Drehmomentschlüssels
ausgeführt.
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Unter
Drehmomentschlüsseln
versteht man Schraubwerkzeuge, mit denen eine bestimmte Drehkraft,
auch Anzugsmoment, auf ein Verbindungselement, etwa auf eine Schraube
oder eine Mutter, ausgeübt
werden kann. Das maximal erreichbare Anzugsmoment ist zum einen
begrenzt durch die Kraft, die ein Mensch durchschnittlich aufbringen
kann, und zum anderen durch die Hebellänge, bis zu der ein manuelles
Werkzeug handhabbar bleibt.
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Wenn
bei einer Schraubverbindung die Anforderung gestellt wird, dass
die Schraube mit einer definierten Kraft vorgespannt wird, werden
Drehmomentschlüssel
eingesetzt. Das gilt für
Verschraubungen, die mit großen
Vorspannkräften
belastet werden sollen, als auch für solche, die nur mit geringen
Momenten vorgespannt werden dürfen.
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Die
Einstellung eines Auslösedrehmoments erfolgt
bei bekannten Drehmomentschlüsseln
und anderen Handwerkzeugen beispielsweise durch Vorspannen einer
Feder. Die Feder liegt dabei an einem Körper mit Außengewinde an, das in ein Innengewinde
der äußeren Hülse des
Drehmomentschlüssels eingreift.
Durch Drehung des Körpers
in der Hülse wird
die Feder, je nach Drehrichtung, stufenlos gespannt oder entspannt
und damit das Auslösedrehmoment
erhöht
oder abgesenkt.
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Drehmomentschlüssel und ähnliche
Handwerkzeuge gibt es mit unterschiedlichen Funktionsprinzipien.
Bei mechanischen Drehmomentschlüsseln
gibt es beispielsweise so genannte Knickschlüssel, die bei Erreichen des
gewünschten
Drehmoments durchknicken oder abbrechen und somit eine weitere Einleitung
eines Drehmoments verhindern. Weitere mechanische Drehmomentschlüssel sind Knack-Schlüssel oder
Slipper. Slipper schlupfen bei Erreichen des Grenzmomentes durch
und verhindern weitere Momenteinleitung.
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Elektronische
Drehmomentschlüssel
zeigen auf optische, sensorische oder akustische Weise das Erreichen
des voreingestellten Anzugsmomentes an oder lösen beim Erreichen des voreingestellten
Anzugsmoments elektromechanisch aus.
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Bei
so genannten auslösenden
Drehmomentschlüsseln
und entsprechenden anderen Handwerkzeugen kann mittels einer Skala oder
unter Zuhilfenahme eines Prüfgerätes ein
bestimmtes Zielmoment oder Sollmoment (Auslösedrehmoment) eingestellt werden.
Im Einsatz des Drehmomentschlüssels
wird bei Erreichen des voreingestellten Drehmoments ein hörbares,
fühlbares
und/oder sichtbares Signal ausgelöst, meistens ein spürbares Klicken oder
Knacken. Ein gattungsgemäßer Drehmomentschlüssel ist
beispielsweise aus
DE
203 15 000 U1 bekannt. Darin ist ein elektronischer Drehmomentschlüssel mit
referenzarmloser Winkelmessung beschrieben, der ein stabartiges
Gehäuse
aufweist, das an seinem einen Ende einen Handgriff besitzt und an seinem
anderen Ende eine Aufnahmevorrichtung für ein Werkzeug mit einer im
Inneren des Gehäuses
angeordneten Vorrichtung zur Erfassung des Drehmoments und einer
Vorrichtung zur Erfassung des Drehwinkels sowie einer elektronischen
Auswertevorrichtung. Dabei dient die Anzeige dazu, das erreichte bzw.
noch einzustellende Drehmoment bzw. den erreichten bzw. noch einzustellenden
Drehwinkel anzuzeigen. Bei dem Drehmomentschlüssel gemäß
DE 203 15 000 U1 ist der
Drehmomentschlüssel
so gestaltet, dass der Anwender die Anzeige in verschiedenen Arbeitspositionen
ablesen kann.
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Demgegenüber liegt
der vorliegenden Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein Handwerkzeug
zur Verfügung
zu stellen, bei dem ein einzustellendes Soll-Drehmoment unter allen
Umständen
und allen Arbeitsbedingungen einfach, genau und reproduzierbar einzustellen
ist, wobei ein Verstellen des eingestellten Soll-Drehmoments während der
Benutzung des Handwerkzeugs sicher verhindert werden soll.
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Diese
Aufgabe wird durch ein Handwerkzeug, insbesondere einen Drehmomentschlüssel, mit einer
Einstellvorrichtung zur, insbesondere stufenlosen, Einstellung eines
Auslösedrehmoments
gelöst, der
dadurch weitergebildet ist, dass eine Rastvorrichtung mit Einraststellen
vorgesehen ist, die mit der Einstellvorrichtung gekoppelt ist, wobei
die Einraststellen der Rastvorrichtung jeweils wenigstens einem vorbestimmten
und/oder vorbestimmbaren Auslösedrehmoment
der Einstellvorrichtung entsprechen. Die Differenz zwischen benachbarten
Einraststellen entspricht daher einem Inkrement im einzustellenden Auslösedrehmoment.
Ein erfindungsgemäßes Handwerkzeug
ist ein Drehmomentschlüssel.
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Der
Erfindung liegt der Gedanke zugrunde, dass die Einstellung eines
Auslösedrehmoments nunmehr
nicht mehr nur über
eine optische Anzeige durch Skalen oder durch eine elektronische
Anzeige erkennbar ist, sondern die Einstellvorrichtung des Handwerkzeugs
mit einer Rastvorrichtung gekoppelt ist, so dass die Einstellvorrichtung über die
Rastvorrichtung an vorgegebenen Einraststellen einrastet. Diese
Einraststellen entsprechen jeweils einem oder mehreren vorbestimmten
oder vorbestimmbaren Auslösedrehmomenten
der Einstellvorrichtung bzw. des Handwerkzeugs. Beispielsweise können die
Einraststellen der Rastvorrichtung in solchen Abständen gewählt sein,
dass mit jedem Einrasten der Rastvorrichtung das Auslösedrehmoment
um 0,01 Nm, 0,1 Nm oder um einen beliebigen anderen festen Betrag erhöht oder
erniedrigt wird. Mittels der Rastvorrichtung ist es nunmehr möglich, anhand
des Einrastens der Rastvorrichtung in einer Einraststelle die Anzahl der
Einrastpunkte mitzuzählen
und somit durch Addition der Drehmoment-Inkremente ein gewünschtes Auslösedrehmoment
vorzuwählen.
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Die
Rastvorrichtung kann zusätzlich
zu oder anstelle einer Skala, einer digitalen Anzeige oder eines
Nonius verwendet werden. Eine Kombination optischer Anzeigearten
und akustischer bzw. haptischer sensorischer Informationen erleichtert
die Bedienbarkeit des Handwerkzeugs weiter.
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Die
Einrastvorrichtung kann auch zum lösungssicheren Verriegeln der
Einstellvorrichtung benutzt werden.
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Vorzugsweise
ist dafür
vorgesehen, dass die Rastvorrichtung ausgebildet ist, um bei einer
Veränderung
der Einstellung der Einstellvorrichtung bei Erreichen einer Einraststelle
fühlbar
und/oder hörbar einzurasten.
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Besonders
einfach wird das Berechnen des vorbestimmten Auslösedrehmoments,
wenn die Abstände
vorzugsweise zwischen den Einraststellen so ausgebildet sind, dass
jeweils von einer Einraststelle zur nächsten das Auslösedrehmoment
um einen konstanten Betrag erhöht
wird.
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In
einer bevorzugten einfachen Ausführungsform
weist die Rastvorrichtung einen Schaft mit radialen Mulden und eine
Hülse mit
wenigstens einem Rastelement auf, das in eine Mulde eingreift. In diesem
Fall ist der Schaft in der Hülse
gelagert und durch Drehung des Schaftes in der Hülse oder der Hülse um den
Schaft wird das Rastelement von einer Mulde zur nächsten bewegt,
so dass jeweils das Rastelement bei Erreichen einer Mulde in diese
eingreift. Diese verschleißarme
Ausführungsform
führt zu
einem deutlich hör-
und fühlbaren
Einrasten des Rastelements in der jeweils erreichten Mulde.
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Dazu
ist das Rastelement vorzugsweise eine ausgeformte Blattfeder, die
in eine Mulde einfedert. Alternativ dazu ist vorzugsweise das Rastelement eine
Blattfeder mit einer Walze, wobei die Walze in eine Mulde einfedert.
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In
einer vorteilhaften Ausführungsform
des erfindungsgemäßen Handwerkzeugs
ist die Hülse als
Griff des Handwerkzeugs ausgebildet.
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Vorzugsweise
ist eine Verriegelungsvorrichtung vorgesehen, mittels der die Rastvorrichtung
an einer Einraststelle verriegelbar ist. Auf diese Weise wird verhindert,
dass nach Einstellen eines vorbestimmten Auslösedrehmoments die Einstellvorrichtung
unbeabsichtigt aus der einmal erreichten Position herausläuft bzw.
das voreingestellte Auslösedrehmoment
verloren geht oder verfälscht
wird.
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Um
eine reproduzierbare und genaue Einstellung des Auslösedrehmoments
des Handwerkzeugs zu garantieren, ist die Verriegelungsvorrichtung
vorzugsweise so ausgebildet, dass eine Verriegelung der Rastvorrichtung
außerhalb
einer Einraststelle verhindert wird.
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In
einer besonders einfachen vorteilhaften Ausbildung ist die Verriegelungsvorrichtung
als Verriegelungsring ausgebildet. Dabei weist der Verriegelungsring
vorzugsweise eine exzentrische Innenbohrung auf, mittels der das
Rastelement in einer Mulde lösbar
fixierbar ist. Durch die Verdrehung des Verriegelungsringes mit
exzentrischer Innenbohrung kann der Verriegelungsring gegenüber dem
Rastelement, also der Blattfeder bzw. der Walze mit Blattfeder gegenüber, so
angeordnet werden, dass in einer offenen Stellung die Blattfeder
bzw. die Walze aus einer Mulde herausfedern kann, während in
einer weiteren Stellung des Verriegelungsrings die Blattfeder bzw. die
Walze fest in eine Mulde eingepresst wird. Die Verriegelung mittels
des Verriegelungsrings ist besonders sicher gegen versehentliches
Lösen,
da er bei der Benutzung des Handwerkzeugs entweder gar nicht oder
nur mit dem Handgriff des Handwerkzeugs zusammen angefasst wird
und daher nicht relativ zum Handgriff gedreht wird. Daher kann der
Verriegelungsring sich während
der Benutzung des Handwerkzeugs nicht verschieben und die Rastvorrichtung
entriegeln.
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Da
in dieser Ausführungsform
die Rastvorrichtung und der Verriegelungsring unabhängig von Gewinden
des Schaftes oder der Hülse
oder anderer Komponenten des Handwerkzeugs bzw. der Einstellvorrichtung
des Handwerkzeugs ausgebildet ist, entsteht an den anderen Komponenten
oder Gewinden, die für
die Einstellung des Soll-Drehmoments wichtig sind, durch die Rastvorrichtung
kein Verschleiß.
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Um
dem Benutzer des erfindungsgemäßen Handwerkzeugs
zu ermöglichen
zu erkennen, ob das Handwerkzeug mit einem vorbestimmten Auslösedrehmoment
benutzt werden kann, ohne dass die Voreinstellung verloren geht,
ist vorteilhafterweise vorgesehen, dass eine Verriegelungsanzeige
für die Verriegelungsvorrichtung
vorgesehen ist. Mit einer Verriegelungsanzeige werden Bedienfehler
vermieden, die dadurch entstehen, dass das Soll-Moment verstellt
wird, während
das Handwerkzeug noch nicht verriegelt ist. Die Verriegelungsanzeige
ist vorzugsweise lageunabhängig
ablesbar. Dies erhöht
die Sicherheit des Benutzers über
den Verriegelungsstatus.
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Wenn
vorzugsweise die Verriegelungsanzeige eine um den Körper des
Handwerkzeugs umlaufende Anzeige, die insbesondere in 2 bis 15 Felder, vorzugsweise
in 3 Felder, segmentiert ist, umfasst, ist aus jedem Blickwinkel
wenigstens ein Anzeigensegment sichtbar, wodurch die Verriegelungsanzeige
lageunabhängig
ablesbar ist.
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Vorzugsweise
weist die Verriegelungsanzeige wenigstens ein Verriegelungs-Sichtfenster
im Verriegelungsring auf, insbesondere entsprechend einer Anzahl
von Segmenten einer umlaufenden Anzeige. Durch die Verriegelungs-Sichtfenster
sind dann nur die einer Entriegelung oder einer Verriegelung der Einstellvorrichtung
entsprechenden Symbole sichtbar. Geeignete Symbole sind Farbwechsel
im Fenster, etwa eine unauffällige
Farbe für
den verriegelten Zustand, Signalfarbe für den entriegelten Zustand oder
umgekehrt, oder bildhafte Symbole, wie geöffnete und geschlossene Schlösser, oder
eine Kombination von bildhaften Symbolen mit farbiger Ausgestaltung
der Symbole.
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Vorteilhafterweise
ist die Verriegelungsanzeige ausschließlich oder zusätzlich als
digitale Anzeige vorgesehen.
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Zusätzliche
Ablesesicherheit wird vorteilhafterweise erreicht, wenn der Schaft
des Handwerkzeugs eine Skala aufweist, die so ausgeführt ist,
dass jeweils ein dem eingestellten Auslösedrehmoment entsprechender
Skalenwert der Skala auf dem Schaft vollständig sichtbar ist, insbesondere
nicht von der Hülse
des Handwerkzeugs verdeckt ist.
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Die
Erfindung wird nachstehend ohne Beschränkung des allgemeinen Erfindungsgedankens anhand
von Ausführungsbeispielen
unter Bezugnahme auf die Zeichnungen beschrieben, wobei bezüglich aller
im Text nicht näher
erläuterten
erfindungsgemäßen Einzelheiten
ausdrücklich
auf die Zeichnungen verwiesen wird. Es zeigen:
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1 eine
schematische Seitenansicht eines erfindungsgemäßen Drehmomentschlüssels,
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2 eine
schematische Explosions- und Aufrissansicht des Drehmomentschlüssels gemäß 1,
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3 eine
schematische Darstellung einer perspektivischen Ansicht des Drehmomentschlüssels gemäß 1,
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4a, 4b zwei
schematische Darstellungen eines erfindungsgemäßen Verriegelungsmechanismus
und
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5 eine
Skala und eine Nonius-Skala.
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In
den folgenden Figuren sind jeweils gleiche oder gleichartige Elemente
bzw. entsprechende Teile mit denselben Bezugsziffern versehen, so
dass von einer entsprechenden erneuten Vorstellung abgesehen wird.
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1 stellt
eine schematische Ansicht eines erfindungsgemäßen Drehmomentschlüssels 1 dar. Der
Drehmomentschlüssel 1 weist
einen Handgriff 2 und einen Schaft 6 auf, wobei
der Schaft 6 verkürzt dargestellt
ist. Am Ende des Schaftes 6 werden in bekannter Art und
Weise Werkzeugeinsätze
angebracht. Der Schaft 6 kann am nicht dargestellten Ende
auch einen Knick-Kopf aufweisen. Der Schaft 6 weist eine
Skala 8 auf, die zusammen mit einer Nonius-Skala 5 auf
einem Ring 4 des Drehmomentschlüssels 1 anzeigt, welches
Anziehdrehmoment voreingestellt ist. Beispielsweise wird während des
Einstellens des Anziehdrehmoments der Schaft 6 in den Handgriff 2 hineingezogen,
so dass eine Feder im Inneren des Schafts 6 verkürzt wird
und das Anziehdrehmoment erhöht
wird.
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Zum
Einstellen des Anziehdrehmoments des Drehmomentsschlüssels 1 wird
der Handgriff 2 mit dem Ring 4 zusammen gegenüber dem
Schaft 6 verdreht. Ring 4 und Handgriff 2 sind
dabei gegenüber einander
nicht radial beweglich.
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Ferner
weist der Drehmomentschlüssel 1 einen
Verriegelungsring 3 auf, mittels dessen der Drehmomentschlüssel 1 bei
einem eingestellten Anziehdrehmoment verriegelt werden kann. Der
Verriege lungsring 3 weist Sichtfenster 9 auf,
in denen sichtbar wird, ob der Drehmomentschlüssel 1 verriegelt
ist oder nicht. Dazu weist der Drehmomentschlüssel einen Verriegelungs-Sichtring 10 auf,
dessen vorderer Teil sichtbar ist und der sich innerhalb des Verriegelungsrings 3 in
die Richtung des Handgriffs 2 erstreckt und dessen Teile
durch die Sichtfenster 9 sichtbar sind. Auf dem durch die
Sichtfenster 9 sichtbaren Teil des Verriegelungs-Sichtrings 10 sind
Markierungen angebracht, die indizieren, ob der Drehmomentschlüssel 1 verriegelt
ist oder nicht. Der Verriegelungs-Sichtring 10 kann auch
Aussparungen aufweisen, so dass er in nicht verriegeltem Zustand nicht
durch die Sichtfenster 9 zu sehen ist.
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Der
Rastmechanismus, der in 1 nicht zu sehen ist, da er
sich im Inneren des Drehmomentschlüssels 1 befindet,
ist in der Explosions- und Aufrisszeichnung in 2 zu
sehen. Der Schaft 6 ist in dieser Zeichnung aus dem Handgriffteil
des Drehmomentschlüssels 1 herausgenommen.
Der Schaft 6 weist um seinen Umfang herum Mulden 7 auf,
die im Ausführungsbeispiel
die Form von Zylinderabschnitten haben. Im Inneren des Schafts 6 befindet
sich ein Federmechanismus, dessen Federspannung und somit dessen
Anziehdrehmoment durch Drehung des Schafts gegenüber dem Handgriff 2 in
bekannter Weise einstellbar ist.
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Der
Handgriff 2 weist eine federvorbelastete Walze 11 an
der Innenseite auf, im Zustand, in dem der Schaft 6 in
den Handgriff 2 eingeführt
ist, in die Mulden 7 eingreift. Wird das Anziehdrehmoment
eingestellt, so wird der Schaft 6 gegenüber dem Handgriff 2 und
dem Ring 4 gedreht, so dass die federvorbelastete Walze 11 jeweils
aus einer Mulde herausgedrückt
wird und bei Drehung um einen bestimmten Winkel in die nächste Mulde
einfährt.
Das führt
zu einer fühlbaren
und/oder hörbaren
Einrastaktion. Mit dem Einrasten in eine weitere Mulde 7 ist
das Anziehdrehmoment um einen be stimmten, gegebenenfalls konstanten
Betrag erhöht
oder erniedrigt. Wenn der Schaft 6 gegenüber dem
Handgriff 2 um mehr als 360° gedreht wird, entspricht eine
Mulde 7 zunächst einem
Drehmoment und nach einer vollständigen Drehung
einem höheren
Anziehdrehmoment. Insofern ist es möglich, dass jeder Mulde ein
bzw. mehrere Anziehdrehmomente entsprechen.
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Ebenfalls
sichtbar in 2 ist der Verriegelungsmechanismus.
Dazu sind um den Handgriff 2 herum ein Verriegelungsring 3 und
ein Verriegelungs-Sichtring 10 angeordnet. Der Verriegelungs-Sichtring 10 greift
teilweise unter den Verriegelungsring 3. Der Verriegelungsring 3 weist,
in 2 nicht dargestellt, eine exzentrische Innenbohrung auf,
die die federvorbelastete Walze 11 in einer extremen Einstellung
in die Innenbohrung des Handgriffs 2 drückt und somit in einer Mulde 7 des
Schafts 6 arretiert und in einer anderen Einstellung das
Zurückfedern
der in Richtung auf die Mulden 7 federvorbelasteten Walze 11 aus
einer Mulde 7 des Schafts 6 heraus ermöglicht.
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Ein
Sichtfenster 9 ist dargestellt, durch das ein Teil des
Verriegelungs-Sichtrings 10 zu sehen ist, anhand dessen
festgestellt werden kann, ob der Drehmomentschlüssel 1 verriegelt
ist oder nicht.
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In 3 ist
eine weitere schematische Darstellung des erfindungsgemäßen Drehmomentschlüssels 1 aus 1 und 2 in
perspektivischer Darstellung gezeigt. Es ist zu erkennen, wie die
federvorbelastete Walze 11 aus der Innenwand des Handgriffs
in die Innenbohrung hineinragt und in ihrer Form der Form der Mulden 7 im
Schaft 6 entspricht. Anstelle einer Walze 11 kann
auch ein anderer Körper,
etwa eine Kugel, verwendet werden.
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In
den 4a und 4b sind
in schematischer Darstellung zwei Positionen des Verriegelungssystems
des erfindungsgemäßen Drehmomentschlüssels 1 dargestellt.
Hierbei handelt es sich um einen Durchschnitt durch den Drehmomentschlüssel 1 an
der Stelle des Verriegelungsrings 3 und der Mulden 7 auf
dem Schaft 6. Der Verriegelungsring 3 weist eine
exzentrische Innenbohrung 12 auf, die an einer Stelle wenig
Spielraum zwischen der Innenseite des Verriegelungsrings 3 und
der Außenfläche des
Schafts 6 lässt.
In 4a befindet sich der Verriegelungsring 3 in
einer Position, in der die federvorbelastete Walze 11 die
Möglichkeit
hat, bei einer Drehung des Schafts 6 gegenüber dem
Verriegelungsring 3 aus der Mulde 7, in der sie,
wie dargestellt, eingreift, herauszufedern und bei weiterer Drehung
in die folgende Mulde 7 wieder einzufedern.
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Demgegenüber ist
in 4b der Verriegelungsring 3 um 90° gedreht,
so dass die engste Stelle zwischen dem Schaft 6 und der
Innenseite des Verriegelungsrings 3 an der Stelle der federvorbelasteten
Walze 11 positioniert ist. Der Zwischenraum zwischen der
Mulde 7, in die die federvorbelastete Walze 11 eingreift
und der Innenseite des Verriegelungsrings 3 mit der exzentrischen
Innenbohrung 12 entspricht dem Durchmesser der federvorbelasteten Walze 11.
Somit ist es in dieser Position des Verriegelungsrings 3 nicht
mehr möglich,
dass die federvorbelastete Walze 11 bei Drehung des Schafts 6 aus der
Mulde 7 herausfedert. Dadurch ist eine weitere Drehung
des Schafts 6 unmöglich.
Der Schaft 6 und der Verriegelungsring 3 bzw.
Handgriff 2 des Drehmomentschlüssels 1 sind auf diese
Weise fest miteinander verbunden. Eine weitere Verstellung des Anziehdrehmoments
ist nicht möglich.
Dafür muss
erst der Verriegelungsring 3 wieder in die in 4a dargestellte
Position verdreht werden.
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In 5 ist
ein Ausschnitt eines Drehmomentschlüssels dargestellt, der einen
Ring 4 und einen Schaft 6 teilweise zeigt. Beim
Einstellen eines Auslösedrehmoments
wird der Ring 4 gegenüber dem
Schaft 6 verdreht. Beim Anziehen des Auslösedrehmoments
wird eine Feder im Inneren des Schafts 6 verkürzt. Dabei
wird der Schaft 6 allmählich in
den Ring 4 hineinbewegt.
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Der
Ring 4 trägt
eine Nonius-Skala 5, die sich mit dem Ring 4 mitdreht.
Der Schaft 6 trägt
eine Skala 8, die im dargestellten Fall zentrale waagerechte
Striche aufweist, die in 10 Nm-Abständen von 40 Nm bis 200 Nm reichen.
Wenn ein Strich mit dem Ende des Rings 4 fluchtet, entspricht
das eingestellte Auslösedrehmoment
der links oder rechts angeordneten Zahl, die über einen schrägen Abschnitt
des Strichs mit dem waagerechten Strich verbunden ist.
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Durch
die versetzte Anordnung der Zahlen gegenüber den entsprechenden waagerechten
Strichen sind die Zahlen, die einem eingestellten Auslösedrehmoment
entsprechen, jederzeit gut lesbar.
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Die
Feinunterteilung zwischen den 10er-Schritten ist am Nonius 5 abzulesen.
Da in 5 die Nonius-Skala 5 auf „0" steht und der waagerechte
Strich, der 40 Nm entspricht, knapp oberhalb des Rings 4 ist,
entspricht die Einstellung 40 Nm. Falls der Ring 4 soweit
weiter gedreht würde, dass
die „2" auf der Nonius-Skala 5 mit
den waagerechten zentralen Strichen auf der Skala 8 des Schafts 6 fluchten
würde,
wären 42
Nm eingestellt.
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- 1
- Drehmomentschlüssel
- 2
- Handgriff
- 3
- Verriegelungsring
- 4
- Ring
- 5
- Nonius-Skala
- 6
- Schaft
- 7
- Mulden
- 8
- Skala
- 9
- Sichtfenster
- 10
- Verriegelungs-Sichtring
- 11
- federvorbelastete
Walze
- 12
- exzentrische
Innenbohrung
- 13
- Blattfeder