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Die
Erfindung betrifft insbesondere ein Aufstiegsystem für Snowboard-Tourer.
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Das
aus zwei Skiern bestehende Aufstiegsystem stellt sich als ein dreiteiliges
Wintersportgerät mit
der Funktion eines Tourenski dar, wobei die Teilstücke mit
Scharnieren verbunden sind und es dient dem Tourengeher zur Fortbewegung
im unpräparierten
Schnee, abseits von befestigten Pisten. Es ist auch für das Tourenskifahren
und für
leichte Abfahrten sowie für
den Skilanglauf nutzbar. In diesem Fall werden die an den Gleitflächen des
Aufstiegsystems angebrachten Steigfelle entfernt.
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Um
unabhängig
vom kommerzialisierten Wintersport nicht auf das alpine Skivergnügen verzichten
zu müssen
und dieses mit Ausdauersport zu kombinieren, üben Snowboarder und Tourenskifahrer,
selbstverständlich
unter Führung
ortskundiger Bergführer,
an freigegebenen Berghängen
ihren Sport abseits des Massentourismus und abseits von Liftanlagen
im Neu- oder Tiefschnee
aus.
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Damit
ein ausgewählter
Berghang erstiegen werden kann, muss der Snowboarder entweder auf herkömmliche
Steckski, Kurzski oder auf Schneeschuhen mit breiten Auflageflächen oder
auf andere Geräte
mit ähnlichen
Steigeigenschaften zurückgreifen.
Weitere Möglichkeiten
aus eigener Kraft den Gipfel zu erklimmen bestehen aus heutiger
Sicht, gemäß dem bekannten
Stand der Technik, nicht.
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Äußerst hinderlich
und schlecht transportabel sind diese Mittel des Aufstiegs dann,
wenn der Snowboarder sein Ziel erreicht hat und nach Anschnallen
seines mitgeführten
Snowboards vor der Transportfrage der jetzt überflüssigen und sperrigen Gegenstände für den Aufstieg
steht.
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Es
muss daher nach einer praktikablen Lösung gesucht werden, die diese
Nachteile beseitigt und die darüber
hinaus noch weitere funktionelle Möglichkeiten zur Ausübung von
Wintersport bietet.
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Es
ist daher Aufgabe der Erfindung, ein Aufstiegsystem für Snowboarder
vorzuschlagen, das leicht und stabil ist sowie bei den hier paarweise
zu verwendenden Ski eine genügend,
große
Auftriebsfläche
aufweist, wobei seine Handhabbarkeit beim Gebrauch und im Sinne
des Transports nach einem Aufstieg durch Tiefschnee sicher und einfach
ist, und die Unterbrin gung mittels mehrfachen Verkleinerns des Gerätes in einem
Rucksack gelingen soll, eine universelle Nutzung für Tourenskifahrer
und Abfahrtsläufer
ermöglicht
wird und eine mit relativ geringem Aufwand verbundene Herstellung
erlaubt.
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Erfindungsgemäß wird die
Aufgabe wie folgt gelöst,
wobei hinsichtlich des grundlegenden erfinderischen Gedankens auf
den Schutzanspruch 1 verwiesen wird. Die weitere Ausgestaltung der
Erfindung ergibt sich aus den Schutzansprüchen 2 bis 8.
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Folgende
ergänzende
Hinweise zur erfinderischen Lehre sind erforderlich.
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Das
Aufstiegsystem besitzt die Ausbildung eines breiten Tourenskis,
der in definierten Abständen – querverlaufend
durch die Lauffläche – zwei Gelenkpunkte
aufweist. Damit gelingt es, die Skispitze und das Skiende unabhängig voneinander
unter die Lauffläche
des Mittelteils zu klappen, wobei die Gelenkpunkte mit Befestigungsmitteln,
wie Scharnieren und anderen die unbeabsichtigte Einklappung verhindernden
Mitteln versehen sind. Die Befestigungsmittel werden auf mechanische
Art oder automatisch, letzteres bereits nach erfolgtem Auseinanderklappen der
einzelnen Teilflächen
bzw. beim ersten Betreten aktiviert.
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Zu
einer mechanischen Arretierung kann Folgendes ausgeführt werden.
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Naheliegend
ist die Verriegelung mit Gurten/Schnallen am jeweiligen Scharnier
bzw. Gelenk. Die Verwendung eines Widerhakens mit korrespondierender
Sperrklinke an jedem Gelenk ist ebenfalls geeignet, zumal sich diese
Lösung
in das System integrieren lässt.
Hier ist die Nutzung von für
den Formschluss notwendigen Zapfen möglich.
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Etwas
umständlich
ist in diesen Fällen
die Handhabung anzusehen. Es sind zum Klappen mehrere Handgriffe
notwendig. Abhilfe schafft die Verbindung der Verriegelungssysteme
mittels eines Gestänges/Seilzuges,
mit dem alle Verriegelungen mit Hilfe eines Betätigungselementes gleichzeitig
ent- und verriegelt werden können.
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Um
auf mehrere Verriegelungen zu verzichten, können die Teilflächen bzw.
die Segmente mit Seilen verbunden werden, die zum Verriegeln fixiert/arretiert
werden. Beim Zusammenklappen werden die Seile freigegeben und entspannt.
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Das
Spannen der Seile kann auf unterschiedlichem Wege erfolgen. Die
einfachste Lösung ist die
Nutzung eines Spannhebels. Auch ein Drehverschluss ist denkbar,
mit dessen Hilfe die Seile gespannt werden und das System fixiert
wird.
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Beim
Auseinanderklappen besteht allerdings die Gefahr die entspannten
Seile an den Gelenkflächen
einzuklemmen und zu beschädigen.
Dies lässt sich
durch Vorspannen der Seile mit einer Feder vermeiden. Die Verwendung
eines mit einer Drehfeder vorgespannten Drehverschlusses kann dabei
Abhilfe schaffen. Dennoch ist eine Mehrfachbetätigung sowohl des Hebel- als
auch des Drehmechanismus notwendig, da die zum Zusammenklappen notwendige Seillängung kompensiert
werden muss.
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Eine
automatische Arretierung ist zur Realisierung des Aufstiegsystems
da sehr viel günstiger. Sie
ist bei den jeweiligen Verriegelungen an den Gelenken durch einen
Schnappverschluss leicht realisierbar. Dabei sind für die Verriegelung
mehrere Handgriffe erforderlich, um das System bis zum Einrasten
gegen den Widerstand der Verriegelung auseinander zu klappen, einmal
am vorderen und einmal am hinteren Gelenk.
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Bei
einem zentral zu bedienenden Verriegelungsmechanismus ist jedoch
kein zusätzlicher Handgriff
notwendig. Das Auseinanderklappen wird nicht durch die Verriegelung
behindert, sondern durch Federspannung unterstützt. Wird dann durch den Benutzer
Kraft auf das System, durch Auftreten auf den Ski ausgeübt, wird
ein unter einer Bindungsplatte befindlicher Druckknopf automatisch
betätigt und
verriegelt das System.
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Die
Laufflächen
am Aufstiegsystem sind an den drei Teilstücken mit sogenannten selbstklebenden
Steigfellen belegt. Sie können
entfernt werden, wenn an eine Verwendung für den Skilanglauf oder an das
Skiabfahrtfahren gedacht ist.
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Für die sichere
Fortbewegung auf Schnee, Harsch und Eis sind an der Lauffläche scharfe,
verschleißfeste
und damit griffige Kanten am System vorhanden. Für mehr Sicherheit beim Aufstieg
können
am Aufstiegsystem Harscheisen befestigt werden. Für den Aufstieg
in steilem Gebiet sind sogenannte Steighilfen zur Erhöhung der
Ferse angebracht.
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Zum
Abfahren mit dem Snowboard wird die auf jedem Ski mittels Bindungsplatte
befestigte Snowboardbindung auf dem Snowboard angebracht. Die Ski
werden entriegelt und zusammengeklappt im Rucksack verstaut.
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Vorder-,
Mittel- und Hinterteil können
mittels eines Gurtes, aus Fasern bestehend, verbunden sein, wobei
dieser Gurt an der Unterseite des Aufstiegsystems verläuft.
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Die
Erfindung soll nunmehr anhand zweckmäßiger Ausführungsbeispiele näher erläutert werden.
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Dabei
zeigen die einzelnen Figuren:
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1:
Perspektivische Gesamtdarstellung eines „Skis" des aus zwei Ski bestehenden Aufstiegsystems
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2:
Perspektivische Darstellung mit zwei vorgesehenen Gelenken in Scharnierform
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2.1:
Einzelheit „X"
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3:
Untere Draufsicht an einem Gelenk mit Darstellung einer Seilführung zur
Arretierung/Versteifung benachbarter Teilstücke der Lauffläche (Detailskizze)
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3.1: Untere Draufsicht an einem Gelenk bei Belegung
mit Steigfell
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4:
Perspektivische Darstellung eines aufgeklappten Gelenkpunktes mit
Trag- und Spannseilen
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5:
Schematische Darstellung der Entriegelung bei Verwendung von Trag-
und Spannseilen
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6:
Schematische Darstellung der Verrieeglung bei Verwendung von Trag-
und Spannseilen
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7:
Schematische Darstellung der Steighilfe im eingeklappten Zustand
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8:
Darstellung der Bindungsplatte bei eingeklappter Steighilfe
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9:
Schematische Darstellung der Steighilfe im ausgeklappten Zustand
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10:
Darstellung der Bindungsplatte bei ausgeklappter Steighilfe
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- 1
- Aufstiegsystem
in einem Ski
- 2
- zentraler
Verriegelungs-/Entriegelungsmechanismus
- 3
- Mittelteil
mit Bindungsaufnahme
- 4
- Zapfen
- 4.l
- Zapfenloch
- 5
- vorderes
Scharnier
- 5.1
- Mehrfachscharnier
- 6
- hinteres
Scharnier
- 7
- Hinterteil
- 8
- Vorderteil
- 9
- Seilführung
- 10
- Steigfell
- 11
- Zapfen
- 12
- Spannseil
- 12.1
- Zapfenloch
- 13
- Tragseil
- 14
- Stirnflächen
- 15
- Steighilfe
- 16
- Bindungsplatte
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Bei 1 ist
die erfinderische Lösung
in einem Ski 1 vollkommen integriert, wobei zur vereinfachenden
Darstellung auf die in der Praxis noch erforderliche Snowboardbindung
verzichtet wurde.
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Bei
Auftritt auf das Mittelteil mit Bindungsaufnahme 3 wird
der zentrale Verriegelungs-/-Entriegelungsmechanismus 2 aktiviert
und die Tragseile 13, siehe 4 und 6,
verspannen im Sinne der Wirkung eines Scharniers die jeweils in
einem Ski vorgesehenen beiden Gelenkpunkte. Es wird damit und mittels
der in den beiden Stirnflächen 14 – in 4 zu
sehen – vorhandenen
Zapfen 11 und Zapfenlöchern 12.1 ein
durchtrittsicherer und für
die Nutzung geeigneter Ski geschaffen.
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Die
Seilführung 9 der
Tragseile 13 kann als Endlosschlaufe, wie in 3 dargestellt,
an jedem Gelenkpunkt eingebaut sein, wobei die Tragseile 13 auch
in einer Parallelführung
durch den ganzen Ski geführt
sein können.
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Die
Entriegelung der Spannseile 12 erfolgt gemäß 5 mittels
des zentralen Verriegelungs-/Entriegelungsmechanismus 2.
Eine mit dem zentralen Verriegelungs-/Entriegelungsmechanismus 2 und
den Spannseilen 12 verbundene und nicht näher dargestellte,
permanente Vorspannung erzeugende Spiralfeder hält die Spannseile 12 bei
Entlastung und Abwinkelung von Hinter- und Vorderteil 7, 8 insoweit
gespannt, sodass ein Einklemmen bzw. ein Heraushängen an den Gelenken vermieden
und ein Auseinanderklappen unterstützt wird.
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Es
ist denkbar, dass in einer anderen Ausführung gemäß 2 auf Seilführungen 9,
wie vorbeschrieben, verzichtet wird, indem im vorderen und hinteren
Gelenkbereich 5, 6 ein konventionelles, massives,
nicht flexibles Scharnier mit Gelenken zum Einsatz kommt, wobei
ein Mehrfachscharnier 5.1 mit Selbsthemmung in jedem Gelenkpunkt
die aufgeklappte Lage eines Skis sichert.
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Es
soll noch erwähnt
werden, dass zum Aufstiegsystem im Tiefschnee die Laufflächen mit
selbstklebenden Steigfellen 10 belegt sind. Letztere können im
Falle der Nutzung der Ski für
den Abfahrts- bzw. Langlauf manuell und ohne weitere Hilfsmittel entfernt
werden.
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Jeder
Ski kann zur Verbesserung des Aufstiegverhaltens mit Harscheisen
versehen werden. Für
den Aufstieg in stark geneigten Hängen ist eine Steighilfe 15 notwendig
(7 und 8). Diese ist wie bei 9 und 10 ersichtlich
im Mittelteil 3 unterhalb der Bindungsplatte 16 so
angeordnet, dass diese im ausgeklappten Zustand nach 8 im
hinteren Bereich, wie 10 veranschaulicht, angehoben
wird und im eingeklappten Zustand, 7, eine volle
Neigung zulässt, 9.
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Zum
Abfahren wird die Bindungsplatte 16 samt Snowboardbindung
vom Aufstiegssystem abgezogen und am Snowboard durch Aufschieben
befestigt. Somit ist sowohl für
den Aufstieg als auch für die
Abfahrt nur ein Bindungssystem notwendig.