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Gebiet:
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Die
regelgerechte Tonerzeugung am Streichinstrument setzt sich im Wesentlichen
aus zwei Komponenten zusammen, nämlich einerseits aus der
korrekten Schwingungsfrequenz, welche in der Musikpraxis als sauber
intonierte Höhe des Tons bezeichnet wird, und andererseits
aus dem zu seiner musikalischen Verwendbarkeit von störenden
Geräuschen befreiten Klang des Tons. Die Höhe
des Tons wird durch die Position der Finger der linken Hand auf dem
Griffbrett bestimmt. Der Klang des Tons entsteht an der Kontaktstelle
von Saite und Bogen, welcher von der rechten Hand des Spielers über
die Saite geführt wird. Hierbei hängt die erwünschte
Geräuschfreiheit des Klangs sowohl von der strickt geradlinig im
Rechtenwinkel zur Saite verlaufenden Richtung des Bogenstriches,
als auch von der sensiblen Differenzierung der im Verlaufe eines
jeden Bogenstriches wechselnden Druckverhältnisse zwischen
den einzelnen Fingern der rechten Hand, dem Bogen und der Saite
ab.
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Bei
allen anderen gebräuchlichen Musikinstrumenten sind sämtliche
dem jeweiligen Instrument verfügbaren Töne zumindest
in ihrer korrekten Höhe bereits vorhanden und können
sofort in jeder beliebigen Reihenfolge abgerufen werden. Abgesehen
von den Blechblas- und Rohrblasinstrumenten ist bei den übrigen
der gebräuchlichen Instrumente sogar die geräuschfreie
Qualität des Klangs bereits vorhanden und durch bloßes
Anzupfen, Anschlagen oder Anblasen auch für einen ungeübten
Spieler sofort abrufbar. Die Tatsache, dass der Streicher seine
beiden Arme, Hände und alle 10 Finger, jeden einzelnen
in einer spezifischen, sich von den anderen Fingern unterscheidenden
Funktion zum Einsatz bringen muss, allein zur Erzeugung des Tons,
bevor das Erüben der Musik als solcher überhaupt
beginnen kann, ist einerseits der Grund für die von der
Neurologie festgestellte Tatsache, dass keine andere Tätigkeit
die Gehirnentwicklung in der Kindheit so günstig beeinflussen kann
wie das Erlernen eines Streichinstruments, andererseits jedoch auch
der Grund dafür, dass sich nur ein verschwindend geringer
Anteil unserer Bevölkerung an diese Tätigkeit
heranwagt, und von diesen wiederum der größte
Teil es früher oder später bekannter Maßen
wieder erfolglos aufgeben muss. Um z. B. die erforderliche Tonhöhe
für die durch Tasten abrufbaren Töne des Klaviers
zu erzeugen, ist die Professionalität einer zusätzlichen
Ausbildung zum Klavierstimmer erforderlich. Der Streicher muss,
abgesehen von seiner musikalischen Kompetenz, diese technische Professionalität
bei der Erzeugung eines jeden einzelnen Tones aufbringen. Die erforderliche, für
das Auge gar nicht identifizierbare, zum Teil mit der Präzision
von hundertstel Millimetern operierende Kooperation beider Hände
zu ein und dem selben Zweck, nämlich der Geburt des Tones
am Streichinstrument, führt zu einer nachweislich optimalen
Vernetzung der beiden Hemisphären des Gehirns, wobei sich
der sie verbindende Balken signifikant vergrößert
und sich schulische Leistungen sogar in Fächern wie Mathematik
deutlich verbessern. Diese, über die musikalische Praxis
weit hinausgehenden Vorteile bleiben derzeit jenen Bevölkerungsanteilen
vorbehalten, welche durch eine konsequente, anhaltende und fachkundige
elterliche Unterstützung diese für den Anfänger
völlig unüberschaubaren Anforderungen bei der
Tonerzeugung nach und nach zu bewältigen lernen.
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Die
bekannten, hierbei von Lehrer, Schüler und unterstützendem
Elternteil zu meisternden Schwierigkeiten setzen sich aus den folgenden
Komponenten zusammen:
- – Herausforderungen
für die linke obere Extremität des Spielers bei
der Erzeugung der Tonhöhe:
Um den erforderlichen Druck
zu erzeugen, den die Finger der linken Hand beim Abgreifen der Tonhöhe
auf die Saiten auszuüben haben, nimmt der Anfänger
gewöhnlich den von der Rückseite gegenhaltenden
Daumen zu Hilfe, welcher durch diese Beanspruchung bei der untrainierten
Hand eines Anfängers in überstreckter Richtung
einknickt, was den gesamten Bewegungsspielraum zwischen Hand, Griffbrett
und Fingern enorm einengt und den Daumen als flexiblen Drehpunkt
für das, den typischen Reiz des Streicherklanges ausmachende
Vibrato unbrauchbar macht. Durch Ermüdung kommt es ferner
oft zum Absinken des linken Arms und zum Abknicken seines Handgelenks
und damit zum Kippen der auf den Saiten aufsetzenden Finger, womit
die Beweglichkeit der gesamten Hand in einem Maße eingeschränkt
ist, dass auch die, für die saubere Tonhöhe erforderliche
millimetergenaue Platzierung der Finger nicht mehr möglich
ist. Die Folge sind die als „Katzenmusik" bekannten „schrägen"
Töne der Anfänger.
- – Herausforderungen für die rechte obere Extremität
des Spielers bei der Erzeugung des Klangs:
Zur Vermeidung von
unerwünschten Geräuschen bei der Bogenstrichführung
und der Erzeugung eines Klangs von musikalisch verwendbarer Qualität,
ist ein hochsensibles, weit flexibleres Zusammenspiel der Finger
der rechten Hand erforderlich als z. B. bei der Führung
eines Stiftes beim Schreiben. In jedem Augenblick der Strichführung sind
die unterschiedlichen, ständig wechselnden Druckverhältnisse
zwischen Bogen und Saiten im Sinne des Stick-Slip-Effektes zu dosieren
und zu differenzieren. Durch die Rauheit und Klebrigkeit des mit
Pferdehaar bespannten und mit Kolophonium – ein klebriges
Baumharzprodukt – behandelten Streichbogens, haftet beim
Streichen die Saite am Bogen (Stick) und wird mit der Streichbewegung
mitgezogen, dadurch wird die Saite gespannt. Sobald die zunehmende
Spannung der Saite stärker ist als die Haftung, löst
sich die Saite und schnellt zurück (Slip). Der durch das
Spannen entstandene Knick in der Saite bewegt sich nun regelmäßig
zwischen den Enden der schwingenden Saite hin und her und erzeugt
dadurch den Ton. Dieser Vorgang gleicht prinzipiell dem beim Anzupfen
der Saite. Beim Streichen wird er aber durch den ständig
vorbeistreichenden Streichbogen sofort wiederholt, wenn die Saite
zurückgeschnellt ist, bis zu mehrere hundert Mal pro Sekunde,
dadurch entsteht ein andauernder Ton. Der beim Anstreichen, d. h.
beim In-Schwingung-Versetzen der Saite erforderliche Druck, würde
im nächsten Augenblick die bereits schwingende Saite wiederum
bremsen und den Klang ersticken, weswegen der Druck, sobald die
Saite schwingt, in einer ihrer Schwingung sowie der Strichgeschwindigkeit
angepassten Weise wieder zurückgenommen werden muss. Beim
Umkehren der Strichrichtung muss der auf der Saite liegende Bogen
anhalten, um sich danach in die entgegen gesetzte Richtung zu bewegen.
Nur eine in Bruchteilen von Sekunden auf hundertstel von Millimetern
genau auf einander abgestimmte Kooperation sämtlicher Finger
der rechten Hand kann hier vermeiden, dass in diesem Moment auch
die Schwingung der Saite zum Stillstand kommt und der Ton abbricht.
Der Bogen darf in diesem Augenblick den Kontakt zur Saite nicht
ganz verlieren, um nicht beim wieder Auftreffen auf die Saite ihre
Schwingung zu unterbrechen. Er darf aber gleichzeitig auch nicht
den allermindesten Druck mehr auf sie ausüben, sondern
muss sozusagen auf ihrer Schwingung „schwimmen", d. h.
er muss zulassen, dass die Vibration der Saite ihn in der Größenordnung
von Nanometern auf ihr springen lässt. Sobald er, nach
seinem Stillstand, sich in die andere Richtung zu bewegen beginnt,
muss sein Druck sukzessive in einer Weise zunehmen, die erlaubt
in die noch durch den vorherigen Strich vorhandene Schwingung der
Saite so einzutauchen, dass diese Schwingung nicht gebremst, sondern
sukzessive aufgegriffen und schließlich erneut verstärkt
wird.
Für den jeweiligen Finger stellen hierbei folgende Herausforderungen:
[Eingeschobene
Anmerkung zur räumlichen Orientierung in der Beschreibung:
Im
Folgenden wird in diesem Text zur Beschreibungen des Bogens und
seiner Handhabung die Spitze des Bogens als sein „vorderes"
Ende, die Schraube an dem als Frosch bekannten Griff als sein „hinteres"
Ende bezeichnet. Die von der Bogenstange abgewendete Fläche
der horizontal verlaufenden Bogenhaare wird als nach „unten" weisen
betrachtet, die den Bogenhaaren abgekehrte Seite der Bogenstange
als nach „oben" weisend.]
- – Der Kleine Finger hat den in jedem Augenblick der
Strichführung sich ändernden Hebel des gesamten
Bogens auszubalancieren, wozu er mit seiner Kuppe auf dem hinteren
Ende der runden Bogenstange aufsetzen muss um dieses Ende, mal stärker,
mal schwächer, je nach der jeweiligen Länge des
Hebels, hinunterzudrücken. Die Spitze des kleinen Fingers
hierbei auf der Rundung der Bogenstange zu halten ohne abzurutschen
ist für den Anfänger nicht möglich, weshalb
er sich angewöhnt das Ende der Bogenstange mit dem kleinen
Finger zu umgreifen und so auf die sensible Austachierung des Hebels
und damit auf einen wesentlichen Teil der geräusch-vermeidenden Geschmeidigkeit
in der Bogenführung zu verzichten.
- – Der Daumen hat den Drehpunkt für den Hebel zu
bilden in dem er mit seiner Spitze an der leicht gerundeten Ecke
des vorderen oberen Teils des Frosches, d. h. des Bogengriffs, den
Bogen von unten gegen hält. Ganz abgesehen davon, dass auch
hier für den Anfänger gar nichts anderes möglich
ist, als dass Fingerspitze und Gerätecke gegeneinander
abrutschen, ist das lang anhaltende Aufsetzen der Daumenspitze auf
der Ecke für den Anfänger schmerzhaft und führt
auf die Dauer beim Könner zu einer gewissen Hornhautbildung. Die
der Daumenkuppe entgegenstehende Wölbung an dieser Stelle
erfüllt beim Fortgeschrittenen Spiel den Zweck, dass die
Daumenspitze durch stärkeres oder schwächeres
Krümmen des letzten Daumengelenks um diese Rundung, flacher
oder steiler auf ihr auftreffend, sozusagen ein wenig herumrollen
kann, wodurch der Neigungswinkel des Bogens zum Spieler und der
Winkel der Verkantung der Bogenhaare zur Saite und damit die Klangfarbe
verändert wird.
- – Der Zeigefinger hat, bei dem perfekt ausbalancierten
Bogenhebel des Könners, den in jedem Augenblick der Strichführung
unterschiedlichen Druck des Bogens auf die Saiten im Sinne des Stick-Slip-Effektes
zu dosieren und zu differenzieren. Um den hierzu erforderlichen
Kontakt insbesondere des Zeigefingers mit der Bogenstange zu verbessern,
wird üblicherweise ein dünnes Leder oder Kunststoffstück
vor dem Frosch an der Bogenstange angebracht; die hierdurch erreichte Verbesserung
der Griffigkeit des Bogens ist äußerst gering.
- – Ring- und Mittelfinger haben die Funktion der Richtungsführung
des Bogens sowohl bezüglich des Neigungswinkels der Fläche
der Bogenhaare zum Spieler, als auch bezüglich der Richtung
des Strichverlaufes. Sie liegen dabei üblicherweise an der
glatten Außenseite des Frosches an, was für ihre
Funktion kein Hindernis bedeutet aber auch keine nennenswerte Hilfe
bietet.
In den meisten Fällen kommt es jedoch durch
das beschriebene Abrutschen von Daumen und kleinem Finger zum differenzierten
Einsatz der weiteren Finger, im Dienste der geschilderten subtilen Schwingungsverhältnisse
zwischen Bogen und Saite, gar nicht mehr. Die Art in welcher der
Bogen in der Hand liegt gleicht dann eher einem Schlagstock als
einem Schreibstift. Eine flexible Führung ist nicht mehr
möglich, was zum Leidwesen aller Mitbewohner zu den so
bekannten Kratz- und Quietschtönen der Anfänger
führt. Diese unbefriedigende Klangerzeugung versucht der
bemühte Schüler bekanntermaßen dadurch
zu kompensieren, dass er durch Heben des rechten Ellenbogens, sowie
das versteifen des Handgelenks, bestrebt ist den Druck des Bogens
auf die Saiten zu erhöhen, wodurch die zur Geräuschvermeidung erforderliche
geradlinige Strichführung des Bogens und damit auch das
Klangergebnis noch zusätzlich beeinträchtigt wird.
Nur ein entspannter Arm und ein in beiden Richtungen bis zu seinem Anschlag
sich flexibel biegendes Handgelenk, – mit dem dadurch sich
im Verlaufe des so genannten Aufstrich von fallend zu steigend und
im Verlaufe des so genannten Abstrich von steigend zu fallen verändernden
Neigungswinkel des Unterarms –, machen den geschilderten
individuellen Einsatz eines jeden Fingers im Dienste der Strichführung
möglich.
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Wer
nicht geduldig, Dank minutiös korrigierendem Einzelunterricht
und häuslicher Hilfe beim Üben, sich all die unwillkürlich
sich einstellenden Fehlhaltungen wieder abtrainiert, ist der hier
nur allzu bekannten Frustration und Resignation preisgegeben. Die
anfängliche Vernachlässigung der Einhaltung einer
korrekten Hand-, Finger- und Armstellung im geschilderten Sinne
führt zu Haltungsfehlern, die später nur mit erheblichem
Aufwand bzw. in den meisten Fällen überhaupt nicht
korrigiert werden können.
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Der
Grund, warum der Streicher diese unvergleichlichen Schwierigkeiten
zu bewältigen auf sich nimmt, sind die allen anderen Instrumenten
an emotionaler Differenzierung überlegenen
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Ausdrucksmöglichkeiten
des Streichinstruments: das Glissando, das Gleitens zwischen den Tönen
Dank der nicht vorgegebenen Tonhöhe einerseits, und die
Modulation zwischen rau und weich, laut und leise im Verlauf des
einzelnen Tones, Dank der nicht vorgegebenen Klangqualität
andererseits. Es sind also gerade die technischen Herausforderungen
des Strechinstruments, welche dieses einzigartige Spektrum des Empfindungsausdrucks
bieten, dessen Subtilität wir sonst höchstens
im Ausdruck unserer Stimme finden.
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Stand der Technik:
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Zur
Abhilfe der geschilderten Probleme der linken Hand sind Erfindungen
folgender Art bekannt:
- – Die Erfindung WO0077761 ist eine von verschiedenen
Geräten, welche, zur Vermeidung des Einknickens untrainierter
Finger in überstreckter Richtung, über die betreffenden
Gelenke geschoben werden und den Finger vor und nach dem Gelenk
durch ihre Formgebung zur erwünschten Krümmung
zwingen. Der Nachteil dieser Geräte ist, dass ein noch
untrainierter und daher schwacher Finger in der für ihn
ungewohnten Belastungslage reflexartig dort Halt such, wo er ihn
findet. Im Falle dieser Gerätes bedeutet dies, dass er
unwillkürlich den Strecker (Muskel) und nicht den Beuger,
den er kräftigen sollte, aktiviert, denn durch den Strecker
schmiegt sich der Finger fester in die das Gelenk und die angrenzenden
Fingerbereiche einhüllende Rundung des Gerätes, was
das Gefühl von Festigkeit und Sicherheit vermittelt. Ein
eigenständiges Aktivieren des Beugers innerhalb der vorgeformten,
aufgezwungenen Rundung hätte eine Lockerung des beim Strecken
fest sitzenden Gerätes zu Folge, was unwillkürlich
das Gefühl von Verunsicherung auslöst und daher
reflektorisch vermieden wird. Diese Geräte wenden sich
dem Symptom des Einknickens in überstreckter Richtung zu,
indem sie dieses von außen mechanisch verhindern; sie behandeln
aber nicht die Ursache, nämlich die mangelnde Kraft des
Beugers, der zu verstärkter Anspannung stimuliert werden
müsste. Ein ähnlicher Zusammenhang findet sich
bei der Erfindung US2004123719 .
Das Endglied des kleinen Fingers ist hier zur Gänze in
unausweichlich steiler Position rundum gehalten. Dadurch ist sein
Abrutschen und Einknicken verhindert. Was er dabei nicht ausbildet,
ist die eigenständige Differenzierung des Einsatzes seines
Streckers und Beugers, auf die er letztendlich doch angewiesen ist, da
im Verlauf eines erfolgreichen Strichs der Neigungswinkel auch dieses
Glieds nachgeben muss. Abgesehen hiervon ist der kleine Finger bei dieser
Erfindung erhöht in einem Abstand zur Bogenstange gehalten,
was nicht seiner endgültigen, auf der Bogenstange aufsitzenden
Position entspricht und daher auch das Training seinen anderen Gelenke
während des Einsatzes der Erfindung nur bedingt der angestrebten
Benutzung des Bogens dient.
- – Die Erfindungen US2003131710 ,
2003-07-17, und US 6537075 ,
2003-03-25, stellen Gerät vor bei denen unter anderem auch
die Kraft der Beuger der Finger trainiert wird. Der Nachteil ist
hier, dass es sich um ein separates Gerät handelt, welches
nicht am Instrument selber beim Üben einsetzbar ist. Es
fehlt daher beim Training der Muskeln die Instrumentspezifische
Haltung von Hand und Fingern. Dies ist ein nicht zu unterschätzender
Nachteil: Da es bei der Handhabung des Streichinstruments auf eine
Bewegungsgenauigkeit von Millimeterbruchteilen ankommt, sind die unabhängig
vom Instrument trainierten Bewegungsabläufe nur sehr bedingt
auf die instrumentale Praxis anwendbar. Auch zu berücksichtigen ist,
dass sowohl der instrumental Erfolg als auch die genannten Vorteile
für die Gehirnentwicklung nur eintreten bei frühzeitigem
Beginn in der Kindheit, dass aber in diesem Alter die Motivation
zum „Trocken-Training" an einem für die kindliche
Auffassung reizlosen Gerät sehr begrenzt ist.
- – Die auf die Gitarre bezogene Erfindung DE3106966 hält zwar die linke
Hand, den Daumen und die Finger in der erforderlichen Weise vom
Griffbrett und Instrumentenhals entfernt. Da das den Daumen abspreizende
Gerät jedoch fest auf dem Instrumenthals sitzt, dessen
Widerstand der Daumen sucht, ist der Daumen des Streichers nach
wie vor in Gefahr nun beim Drücken gegen das Gerät,
so wie zuvor beim Drücken gegen den Instrumenthals, in
der bekannten überstreckten Richtung einzuknicken. Außerdem
berücksichtigt dieses Gerät nicht die z. B. beim
Cello bereits während dem Krafttraining erforderliche Gewöhnung
an den breiten Abstand zwischen den einzelnen Fingern.
- – Die Erfindung US5136911 richtet
sich auf die Festlegung des Abstands zwischen den Fingern des Spielers.
Die Finger werden hier fest umschlossen durch Ringe in ihrer Lage
gehalten. Hierdurch ist aber nicht nur die seitliche den Abstand
betreffende Haltung der Finger festgelegt, sondern die beim Streichinstrument
unerlässliche, auf das Griffbrett klopfende, hammerartige Auf-
und Ab-Bewegung der Finger, welche eine maßgebliche Rolle
beim Krafttraining der Finger spielt, wird völlig unterbunden.
- – Erfindungen wie DE3922030 und DE9302670 haben einerseits
den bereits genannten Nachteil, dass die Motivation zum „Trocken-Training",
ohne Musikinstrument, bei der Hauptzielgruppe des Streichinstrumentunterrichts
zu bezweifeln ist. Zum anderen gehen diese Erfindungen das Problem
an seinem Endpunkt an, nämlich an dem Ort der Berührung
von Fingerkuppe und Saite. Ob der Finger an dieser Stelle die nötige
Kraft zum herabdrücken der Saiten ( DE9302670 ) aufweist und dabei auch
an dem für die Tonhöhe mit hundertstel Millimeter-Genauigkeit
festzulegenden Ort aufzukommen in der Lage ist ( DE3922030 ) hängt jedoch maßgeblich
von der Haltung des Handgelenks sowie der Daumengelenke und der
durch diese bedingten Lage der gesamten Hand und ihrer Finger ab.
Diese Wurzel der sich beim Aufsetzen der Fingerkuppe offenbarenden
Haltungsmissstände ist jedoch bei den vorliegenden Erfindungen
nicht berücksichtigt.
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Zur
Abhilfe der geschilderten Probleme der rechten Hand sind Erfindungen
folgender Art bekannt:
- – Für
die Erfindungen US5355757 , US4554859 , WO9743752 ist wiederum auch die Frage
der Zweckmäßigkeit des „Trocken-Übens"
geltend zu machen. Da es sich hier um die Strichführung handelt,
welche sich, wie beschrieben, an der Schwingung er Saiten zu orientieren
hat, stellt sich nicht nur die Frage der Motivation, sondern es
bleibt auch der Zweck einer Strichübung ohne schwingende
Saite lediglich auf die Richtung des Strichs beschränkt
ohne den weit herausfordernderen Zusammenhang der durch die einzelnen Finger
zu beobachtenden Wechselwirkung von Schwingung und Druck zu betreffen.
- – Gemeinsam ist diesen beiden Erfindungen mit Erfindungen
wie US2004237751 , DE9217842 , WO8911146 , DE3100676 und DE69005120T , dass sie alle ausschließlich
das Endprodukt einer regelgerechten Arm-, Hand und Fingerhaltung
fokussieren, nämlich die geradlinige Strichführung. Durch
die in diesen Erfindungen geschilderten „Umzäunungen"
des Bogens bei der Strichführung kann auch ein, wie ein
Schlagstock gehaltener Bogen in einer geradlinigen Bahn gehalten werden.
Um eine befriedigende Klanqualität zu erreichen, reicht
die geradlinige Bogenführung nicht aus. Einen weit größeren
Anteil an ihr haben die differenziert flexiblen Funktionen der einzelnen Finger
im Rahmen der geschilderten subtilen Druckverhältnisse. DE8703312 entledigt Hand und
Arm ihrer Druckerzeugenden Funktion und drückt den Bogen
durch eingesetzte Gewichte auf die Saite, um an der Flexibilität
von Hand und Arm zu arbeiten. Eine von der Druckfunktion befreite Hand
hat es zwar leichter die geschmeidige Flexibilität der
einzelnen Finger und des Handgelenks, sowie den entspannten Arm
aufrecht zu halten, lernt aber genau die notwendige Unterscheidung zwischen
den, im Rahmen des erforderlichen Drucks, anzuspannenden Muskeln
einerseits und den hieran nicht zu beteiligenden, gelöst
zu haltenden Muskeln andererseits, nicht. Die Erfahrung hat gezeigt,
dass, sobald die eingesetzten Gewichte vom Bogen, aus guten, die
fortgeschrittene Bogenbenutzung betreffenden Gründen, wieder
entfernt werden, der Schüler den nun ins Leere gehenden
Strich mit der Kraft seines Armes zur Tonerzeugung auf die Saite
zu drücken versucht, wozu er Handgelenk und Finger versteift und
die zuvor erworbene Flexibilität zunächst wider
verliert.
- – Gemeinsam ist den bekannten Erfindungen zur Unterstützung
des Bogenstrichs, dass sie nur das vom Körper entfernt
liegende Endprodukt ins Auge fassen, die Bogenbewegung, während
sie die in Arm, Hand und Fingern liegenden Ursachen einer fehlerhaften,
bzw. die dort zu veranlagenden Grundlagen einer regelgerechten Bogenführung weder
in den Blickpunkt rücken, noch an Ort ihrer Entstehung
behandeln.
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Zusammenfassen
gilt für sämtliche hier erwähnten sowohl
die linke als die rechte Hand betreffenden Erfindungen, dass sie
alle nur einen sehr begrenzten Bereich aus der Gesamtheit der sich
bei der Tonerzeugung am Streichinstrument stellenden Probleme herausgreifen
und diesen separat behandeln und somit zur tatsächlichen
Verbesserung des weiterhin durch alle unberücksichtigten
Faktoren unverändert beeinträchtigten Tones nicht
wirklich beitragen können. Nur in Übereinstimmung
tatsächlich aller geschilderten Faktoren beginnt des Ton
am Streichinstrument musikalisch einsetzbar zu sein und damit zur erforderlichen
Motivationsquelle und nicht zur Belastung für den Übenden
zu werden. Hierin muss auch der Grund dafür gesehen werden,
dass man die genannten Geräte bisher im Handel vergeblich
sucht.
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Aufgabe der Erfindung:
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Die
vorliegende Erfindung hat den Zweck rechts wie links Finger, Hände
und Arme demgemäß bereits ab der ersten Unterrichtsstunde
in ihrer, die Tonerzeugung am Streichinstrument betreffenden Gesamtheit,
durch das Schaffen eines entsprechenden Geräte-Sets in
die, zur regelgerechten Tonerzeugung erforderlichen zusammenwirkenden
Positionen zu bringen.
- – Für
die linke Hand und den linken Arm soll dies durch einen am Arm befestigten
Griffadapter erreicht werden, welcher
– den Arm durch
eine Schiene,
– den Daumen durch einen ihn abspreizenden Fortsatz
und
– die Finger durch eine zwischen sie greifende Gabel
zur
eigenaktiven Einnahme der regelgerechte Haltung bringt.
- – Für die rechte Hand soll dies durch einen
am Bogen befestigten Bogenadapter erreicht werden, welcher Finger
und Daumen durch körperformgerechte Mulden die regelgerechte
Haltung unwillkürlich einnehmen lässt.
- – Für den rechten Arm soll dies durch einen
am Unterarm befestigten Strichindikator erreicht werden, welcher
den erforderlichen, sich gegenseitig bedingenden Bewegungsverlauf
des rechten Handgelenks, Ellenbogens, Unter- und Oberarms zum Ziele
der regelgerechten geradlinigen Strichführung anzeigt.
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Das
erfindungsgemäße Set soll dem Schüler erlauben,
bei fortschreitendem Können und Festigung der richtigen
Haltung der beteiligten Glieder, nach und nach auf die eine oder
andere Stütze verzichten zu können und sich wahlweise
der jeweils noch erforderlichen erfindungsgemäßen
Stützen einzeln oder in verschiedener Kombination bedienen
zu können. Die den Gliedern des Benutzers anliegenden Flächen
der Teile des erfindungsgemäßen Sets sollen durch
ihre, der Körperform angepasste Formgebung, sowohl durch
Polsterung als auch durch glatte Oberflächenbeschaffenheit
ein optimal angenehmes Berührungserlebnis vermitteln und
damit die Innervation der berührenden Zonen fördern.
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Das
erfindungsgemäße Set soll daher in einer Ausführung
für Anfänger stärker ausgeprägte Stützen
bieten und in Ausführungen für Fortgeschrittene
durch Zurücktreten oder auch durch Weglassen einzelner
Stützen sukzessive mehr Bewegungsfreiheit zulassen. Die
erfindungsgemäße Ausformung der Oberfläche
des Bogenadapters soll eine, auch den Fortgeschrittenen weiter begleitende
verbesserte Griffigkeit bieten, weshalb der erfindungsgemäße Bogenadapter
sowohl als Aufsatz auf den bekannten Bogen, als auch als fester
Bestandteil desselben verfügbar sein soll.
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Die
Bestandteile des erfindungsgemäßen Sets sollen
ferner in ihrer körperformgerechten Formgebung die leichten
Unterschiede im Neigungswinkel der einzelnen Glieder beim Cellospiel
gegenüber dem Violin/Violaspiel in einer Cello-Ausführung
sowie in einer Violin/Viola-Ausführung minutiös
berücksichtigen und so dem Erwerb der regelgerechten Haltung optimal
dienen.
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Ferner
sollen alle instrumentspezifischen Ausführungen auch durch
größenspezifische Ausführungen der unterschiedlichen
Körpergröße ihrer Benutzer entsprechen.
Das erfindungsgemäße Set soll durch die Wahl des
Materials eine ausreichende Stabilität und Bruchfestigkeit
bei normaler Belastung bieten und gleichzeitig den Benutzer so wenig
wie möglich mit zusätzlichem Gewicht belasten.
Es soll ferner durch das verwendete Material leicht von Schweißrückständen
zu reinigen sein.
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Das
erfindungsgemäße Set soll auch den wirtschaftlichen
Verhältnissen seiner Benutzer insofern Rechnung tragen
können, als seine Ausführungen sowohl in gepolsterter
als in einer kostengünstigeren ungepolsterten Form hergestellt
werden können.
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Die
an Hand und Arm zu befestigenden Teile des erfindungsgemäßen
Sets sollen durch leicht bedienbare Schnallen, Klettverschlüsse
oder elastische Textilbänder auch von Kindern leicht angelegt
und abgenommen werden können.
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Beschaffenheit der Erfindung:
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Das
erfindungsgemäße Set besteht aus einem Griffadapter
für die linke Hand, einem Bogenadapter für die
rechte Hand und einem Strichindikator für den rechten Arm,
wobei der Einsatz nur einzelner Elemente des Sets für den
Anfänger wertlos ist, da der regelgerechte Ton beim Streichinstrument
nur durch die Gesamtheit der im Absatz „Gebiet" beschriebenen
Bewegungen, erzeugt werden kann.
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Griffadapter:
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Der
Griffadapter dient der Vermeidung von Haltungsfehlern des linken
Arms, der linken Hand und ihrer Finger und damit zur Vermeidung
des Abgreifen falscher, d. h. in ihrer Frequenz unreiner und somit
musikalisch unverwendbarer Tonhöhen auf den Saiten des
Streichinstruments.
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Die
Schiene verhindert das Einknicken des linken Handgelenks, das Kippen
der Hand und das Absinken des Armes. Die Zinken bringen die Finger sowohl
in den für die korrekte Tonhöhe erforderlichen Abstand
als auch in die erforderliche Richtung ohne sie in ihrer kräftig
klopfenden Trainingsbewegung einzuschränken. Sie sind nicht
gepolstert, sondern glatt, damit die Finger sich rasch und ungebremst zwischen
ihnen auf und ab bewegen können. Der Fortsatz, welcher
die beiden äußeren Gelenke des greifenden Daumens
vom Handteller abspreizt verhindert damit das überstreckte
Einknicken dieser Gelenke, und veranlasst den Daumen den Beuger
seines letztes Glieds aus eigener Kraft anzuspannen um dieses gegen
den Instrumenthals stützen zu können. Die körperformgerechte
Anpassung des Fortsatzes um die Daumenrundung hält den
Daumen davon ab aus der durch diesen Fortsatz festgelegten, dem
Mittelfinger gegenüberliegenden regelgerechten Position
nach der einen oder anderen Seite auszuweichen.
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Sobald
sich die Finger gekräftigt und an die regelgerechte Position
gewöhnt haben, sind die sie führenden Zinken nicht
mehr erforderlich, sondern stehen der im Rahmen des Fortschritts
zu erübenden so genannten weiten Lage im Wege. Das Handgelenk
und vor allem der Daumen sind jedoch erfahrungsgemäß bedeutend
länger auf eine Stütze angewiesen. Der Griffadapter
kann daher in einer weiteren Ausführung auch ohne den Balken
und die Zinken hergestellt werden. Eine vorteilhafte Ausgestaltung dieser
Ausführung ist im Schutzanspruch 2 in der Kategorie A dargestellt.
Es ist von Bedeutung, dass der erfindungsgemäße
Griffadapter sich in dieser Ausführung erst unterhalb der
Gelenken des Daumens um diesen schließt, um die äußeren
Glieder des Daumen nicht von außen zu berühren,
so dass diese sich nicht durch eine Aktivierung ihres Streckers
gegen diese Hülle stützen können, sondern
ihren Halt in der Krümmung suchen. Wo zuvor der Balken
war, erlaubt die ebene, an den Fingerwurzeln anliegende Fläche dem
oberen Teil des Handtellers im Zuge der so genannten weiten Lage
bei fortgeschrittenerem Spiel an dieser Fläche entlang
zu gleiten.
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Eine
dritte Ausführung des Griffadapters, auf die Schüler
erfahrungsgemäß noch über viele Jahre angewiesen
sind um das Abgleiten in Haltungsfehler nachhaltig zu verhindern,
besteht schließlich nur noch aus dem, die Daumengelenke
vom Handteller abspreizenden und somit zur eigenaktiven Krümmung
veranlassenden Teil des Griffadapters, der sich wie bei den vorangehenden
Ausführungen in den Sattel zwischen Zeigefinger und greifendem
Daumen schmiegt.
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Der
Griffadapter wird entsprechend des unterschiedlichen Grades der
Fertigkeiten seiner Benutzer, der unterschiedlichen Neigungswinkel
der Haltung an Cello und Violine/Viola, der unterschiedlichen Körpergröße,
sowie des Budgets in verschiedenen Größen, als
auch in verschiedenen Ausführungen und Zusammenstellungen
seiner Bestandteile hergestellt.
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Bogen-Adapter:
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Der
Bogen-Adapter dient dem rascheren Erlernen der regelgerechten, druckflexiblen
und neigungsflexiblen Handhabung des Streichinstrument-Bogens. Zu
diesem Ziele wird der bekannte Griff des Bogens, der so genannte
Frosch, erfindungsgemäß allseitig durch körpergerechte
Formgebung erweitert, so dass sich die Finger und der Daumen der
rechten Hand des Spielers beim Umgreifen des Frosches unmittelbar
in die für sie vorgesehenen Mulden hineinschmiegen und
hierbei unwillkürlich in die erforderliche Position gelangen.
- – Die für den kleinen Finger
vorgesehene Mulde ist der Fingerkuppe mit einem gewissen Spielraum
körperformgerecht angepasst und befindet sich auf der oberen
Seite des Bogens am Ende der Bogenstange hinter dem Frosch. Bei
der Violin/Viola-Ausführung befindet sich diese Mulde genau
auf der oberen Seite der Bogenstange, entsprechend der zum Erdboden
gewendeten Fläche der Bogenhaare beim Violinspiel, während
sie bei der Cello-Ausführung, je nach der Größe
des Bogenadapters, um wenige Millimeter seitlich verschoben, etwas
schräg oben an der dem Spieler abgewandten Seite der Bogenstange
lieg, entsprechend der schräg zum Spieler gewendeten Auflagefläche
der Bogenhaare auf den, den Fingerdruck gegen-stützenden
Saiten. Durch ihren leicht hochgezogenen Rand auf der äußeren,
den Fingernagel betreffenden Seite sichert die Mulde den Finger
gegen Abrutschen. Durch einen, die Fingerkuppe an ihrer Innenseite
stützenden Wulst verhindert sie auch das Einknicken des
letzten Gelenks und veranlasste den Finger seinen Beuger zu aktivieren
und aus eigener Kraft das Englied zu krümmen. Der besagte
leicht hochgezogene Rand auf der Außenseite der Mulde ist durch
seinen eher flachen Neigungswinkel und seine geringe Höhe
nicht in Gefahr den Finger zu verleiten sich durch Aktivierung seines
Streckers gegen ihn abzustützen, sondern schützt
ihn lediglich vor dem Abrutschen. Diese Mulde ermöglicht dem
kleinen Finger ohne die bekannten Schwierigkeiten des Abrutschens
und Einknickens, bei gleichzeitiger Eigenaktivierung der richtigen
Muskeln seine, das Bogengewicht ausbalancierende Hebelfunktion durch
den flexiblen Einsatz seiner sämtliche Gelenke auszuüben.
- – Der Daumen wird auch bei dieser Hand durch Abspreizen
seines zweiten Gliedes mittels eines Fortsatzes am überstreckten
Einknicken verhindert und dazu veranlasst sein Endglied aus eigener
Kraft zu beugen, was für die regelgerechte, druckflexible
Handhabung des Bogens unerlässlich ist. Der Fortsatz ist
bei der Cello-Ausführung etwas ausgeprägter in
der Weise, dass das letzte Daumenglied zu einer etwas deutlicheren
Krümmung veranlasst wird als bei der Violin/Viola-Ausführung,
entsprechend dem etwas stärkeren Neigungswinkel der Hand
und der Finger zur Bogenstange beim Cellospiel im Vergleich zum
Violinspiel. In die, unter dem Fortsatz liegende Mulde schmiegt
sich die weiche Innenseite des letzten Daumengliedes bequem ein.
Die Mulde wird so tief in den Griffkörper hinein gelegt,
dass an ihrem Grund die bekanntermaßen an diesem Ort befindliche
vordere obere, gerundete Ecke des bekannten Frosches als eine kleine
Wölbung hervor tritt. Um dem Daumen zu gestatten durch
stärkeres oder schwächeres Krümmen seines
letzten Gelenks um diese Wölbung zu rollen und so den Winkel
der Bogenhaare zum Verlauf der Saite in der bekannten Weise zu verändern,
umschließt ihn, in der Ausführung für
Fortgeschrittene, die Mulde nicht an der Seite seines Nagels, was
ihm die Freiheit zu verstärkter Krümmung gibt.
Sein Abrutschen wird in dieser Ausführung lediglich durch
eine kleine Kante am Rand der Mulde verhindert, auf die er mit dem
Fingernagel etwa senkrecht auftrifft. Damit der Anfänger
die regelgerechte Position des Daumens jederzeit von selber findet,
ist es jedoch erforderlich, dass der Bogenadapter in der Ausführung
für Anfänger die Daumenkuppe auch auf der Seite
ihres Nagels mit einem gewissen Spielraum körperförmgerecht
umschließt und ihr dadurch sicheren Halt am regelgerechten
Ort gibt.
- – Der Zeigefinger findet vor dem Frosch ein sich schräg
dem Verlauf der Bogenstange anschmiegendes körperformgerecht
angepasstes Bett entsprechend der bekannten Haltung dieses Fingers bei
der Bogenführung, in welches sich seine zwei vorderen Glieder
bequem einschmiegen um den, während der Tonerzeugung auszuübenden,
ständig wechselnden Druck auf die Bogenstange differenziert
dosieren zu können. Das Bett für den Zeigefinger
ist bei der Violin/Viola-Ausführung in seiner Richtung
dem des Mittel- und des Ringfingers ähnlicher, d. h. es
führt den Zeigefinger in einer fast ebenso steilen Neigung
zum Verlauf der Bogenstange wie Mittel- und Ringfinger, so dass der
Zeigefinger, entsprechend dem geringeren Druck, den er auf die leichter
ansprechenden Saiten der Violine auszuüben hat, nur bis
zu seinem zweiten Glied in Kontakt mit der Bogenstange ist, während
er sich bei der Cello-Ausführung in einem flacheren Winkel
dem Verlauf der Bogenstange mehr anschmiegt, entsprechen dem größeren
Druck, den die schwerer ansprechenden Cellosaiten erfordern.
- – Mittel- und Ringfinger finden jeder ein auf der Seite
des Frosches nach oben verlaufendes, leicht schräg nach
vorne geneigtes körperformgerecht angepasstes Bett das
sie in der regelgerechten Lage hält. Durch diesen gut anliegenden Berührungskontakt
mit dem Bogen wird ihre Funktion der Richtungsführung des
Bogens sowohl bezüglich des Neigungswinkels der Fläche der
Bogenhaare zum Spieler, als auch bezüglich der Richtung
des Strichverlaufes, optimiert. Bei der Violin/Viola-Ausführung
verläuft das Bett dieser Finger geringfügig steiler
als bei der Cello-Ausführung, d. h. sie liegen fast rechtwinklig
zur Richtung der Bogenstange entsprechend der regelgerechten Richtung
dieser Finger bei der Position des Violinbogens, welcher mit der
Fläche seiner Haare parallel zum Erdboden gehalten wird und
nicht, wie beim Cellospiel, schräg zum Spieler gewendet.
-
Es
ist möglich in verschiedenen Ausführungen die
Bedürfnisse der Anfänger von denen der Fortgeschrittenen
dadurch zu unterscheiden, dass die zwischen und um die Finger/den
Daumen liegenden körperformgerechten Erhebungen der Bogenadapter-Oberfläche
bei der Ausführung für Anfänger stärker
hervortreten, zu dem Zweck, die Finger sicherer in ihrer jeweiligen
Lage zu halten, während diese Erhebungen bei der Ausführung
für Fortgeschrittene etwas flacher sein können,
um der bereits gekräftigten, geübten Hand mehr
Bewegungsflexibilität zu gestatten. Bei dem erfindungsgemäßen
Bogenadapter handelt es sich um eine, den Möglichkeiten
modernen plastischen Materials entsprechende Weiterentwicklung der
Benutzeroberfläche des bekannten Bogengriffes/Frosches,
welche nicht nur dem Anfänger zur Festigung der regelgerechten
Haltung dient, sondern auch dem Virtuosen eine benutzerfreundlichere Oberfläche
bietet. Es ist daher sinnvoll ihn sowohl direkt in die Herstellung
eines Bogens einzubeziehen, als auch als Adapter einem bekannten
Bogen aufzusetzen. Die Anpassung der jeweiligen Ausführungen an
die Außenform der bekannten Violin- und Cellobögen
erlaubt, dass sie passgerecht auf den jeweiligen Bogen aufgesetzt
werden können. Die Öse um die Bogenschraube sowie
der, im Bereich der Daumenmulde den gesamten oberen vorderen Teil
des Frosches passformgerecht umschließende Teil des Adapters,
halten diesen dabei fest auf dem Bogen. Dadurch, dass die Höhlung
für die Bogenstange auch über dem Frosch der größeren,
vor dem Frosch liegenden Dimension der Bogenstange entspricht, kann der
Adapter bei abgenommenem Frosch, bis auf den bekanntermaßen
etwas dickeren, vor dem Frosch liegenden Teil der Bogenstange mit
etwas Druck geschoben werden, um danach über den dahinter
wieder eingesetzten Frosch und die wieder eingesetzte Bogenschraube
in seine vorgesehene Position zurück geschoben zu werden.
Seine Beschaffenheit aus entweder minimal elastischem Material oder
seine Beschichtung aus nicht gleitendem elastischem Material ermöglich,
dass er rutschfest auf den bekannten Bogen mit sanftem Druck gesteckt
werden kann.
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Der
Bogenadapter wird, entsprechend der Unterschiede der Haltung an
Cello und Violine/Viola, sowie der unterschiedlichen Körpergröße
und des unterschiedlichen Grades der Fertigkeiten seiner Benutzer,
in verschiedenen Ausführungen hergestellt. Um den notwendigen
Feinheiten der Formen in Bezug auf ihre Körperform-Entsprechung
und in Bezug auf ihre Übereinstimmung mit der bekannten
Haltung der jeweiligen Glieder beim Instrumentgebrauch in der erforderlichen
Weise Rechnung zu tragen, ist sowohl die Ausgestaltung in verschiedenen, der
Körpergröße des Benutzers entsprechenden
Größen, als die Zuhilfenahme geeigneter Modelle
der Glieder in professioneller Spielhaltung erforderlich. Griffadapter
und Bogenadapter erhalten daher beide ihre spezifische Form anhand
von Abgüssen der betreffenden Körperteile, die
sie umschließen, oder von denen sie gehalten werden. Um
hier Kopien der entsprechenden, regelgerechten Positionen der betreffenden
Glieder erstellen zu können, ist die Hand von Experten
der Instrumentalen Benutzung erforderlich.
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Was
die materielle Beschaffenheit betrifft, ist eine Ausgestaltung mit
glatter Oberfläche besonders pflegeleicht, da Schweißrückstände
problemlos entfernt werden können. Eine aufgesprühte
dünne, z. B. samtartige Polsterung hingegen hat den Vorteil
das Tasterlebnis zu verstärken und damit auch die Inervation
der betreffenden Zonen. Eine zusätzlich eingelegte Polsterung
in das Bett des Zeigefingers oder auch des Mittel- und Ringfingers,
unterstützt in diesem Sinne den Zeigefinger in seiner Funktion
der Druckdosierung und den Mittel- und Ringfingers in ihrer sensiblen
richtungsweisenden Funktion.
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Strichindikator:
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Die
korrekte Position der Finger der rechten Hand reicht für
eine erfolgreiche Bogenführung noch nicht aus. Um die für
die Erzeugung des musikalisch-verwendbaren, von unangenehmen Geräuschen
befreiten Tones, erforderlichen geradlinige Bewegung des Bogens
zu gewährleisten ist auch die Kontrolle über die
Bewegungen des rechten Handgelenks, Arms und Ellenbogen erforderlich.
Ein am Unterarm entlang der Elle zu befestigendes, an beiden Enden
geschlossenes Rohr, das eine frei darin laufende Kugel enthält,
dient dem Schüler als Anzeiger der richtigen, bzw. falschen
Bewegung. Wird der Bogen bis zu seiner Spitze über die
Saiten gezogen, ist der rechte Arm ausgestreckt und das Handgelenk
etwas tiefer als der Ellenbogen. Die Kugel ist somit an das beim
Handgelenk liegende Ende des Rohrs gerollt. Wird der Bogen in der
anderen Richtung über die Saiten gestrichen bis der Frosch
an die Saiten kommt, muss das Handgelenk nach oben gewölbt sein
und der Ellenbogen ein wenig tiefer als dieses liegen. Die Kugel
ist also zu dem Ellenbogen zugewandten Ende des Rohrs gerollt. Ihre
Bewegung lenkt die Aufmerksamkeit des Schülers auf eine
sonst für ihn in den Nuancen ihrer Neigungswinkel kaum wahrnehmbare
Bewegung und gibt ihm unübersehbare Signale.
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Die
Röhre an einem Stück Ärmelröhre
aus elastischem Textil oder an Textilgummischlaufen zu befestigen
erlaubt den Strichindikator durch einfaches Überstreifen über
den Unterarm in die erforderliche Position entlang der Außenseite
des Unterarms zu bringen. Der Kletteverschluss ermöglicht
eine weitgehendere Berücksichtigung der Größe,
bzw. des Umfangs des Benutzerarmes.
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Durch
einen Polstermantel kann die Kugel in ihrer Rollgeschwindigkeit
etwas gebremst werden. Die Polsterung der Innenseite der beiden
Enden der Röhre kann der Kugel zu einer sanften Umkehr
der Rollrichtung verhelfen, um nicht durch einen ruckartigen Aufprall
der Kugel die subtile Geschmeidigkeit bei der Richtungsumkehr zu
beeinträchtigen.
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Für
den Anfänger wäre der Einsatz nur einzelner Elemente
des Sets wertlos, da die durch das Set gesteuerten Bewegungen nur
in ihrer Gesamtheit zur Erzeugung des gewünschten Tones
am Streichinstrument führen können. Es muss dem
Schüler aber im Zuge seines Fortschritts ermöglicht
werden in freier Kombination sich der Stützen zu bedienen, derer
er noch bedarf, während er beginnt auf andere bereits verzichten
zu können.
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Vorteile der Erfindung:
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Der
Einsatz des erfindungsgemäßen Streicher-Sets in
der musikpädagogischen Praxis reduziert die beim Streichinstrumentspiel
zu beachtenden Einzelheiten auf ein selbst für sehr junge
Kinder überschaubares Maß, in dem die Bewegungsmöglichkeiten
mechanisch auf die regelgerechten Abläufe eingeschränkt
werden und so die Gewöhnung an falsche, den Fortschritt
behindernde Bewegungsabläufe vermieden wird. Dadurch erübrigt
sich eine Vielzahl zermürbender, den Spieleifer unterbrechender Korrekturen
und ein gradliniger Fortschritt wird ermöglicht.
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Der
signifikanteste Wert dieser Erfindung mag darin liegen, dass, was
bisher nur in den privilegierten Situationen des Einzelunterrichts,
verbunden mit häuslicher fachkundiger Assistenz möglich
war, Dank der, durch die Erfindung überschaubaren Aufgabenstellung,
auch erfolgreich in Gruppen unterrichtet werden kann. Die Gemeinsamkeit
in der Gruppe ist wiederum eine Motivationsquelle, deren Dynamik
bisher nur den wirklich Fortgeschrittenen vorbehalten war. Doch
nichts hat diese dynamisierende Motivation so nötig, wie
die schwere, Geduld erfordernde Anfangsphase.
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Im
Zuge der Entwicklung der Ganztags-Schulprogramme einerseits, sowie
der bekannten Forschungsergebnisse zur der die Intelligenz und die
Sozialkompetenz fördernden Wirkung des Musikinstrumentalspiels
andererseits, sind die genannten Vorteile der Erfindung eine in
ihrer Tragweite noch gar nicht abzusehende, zukunftsweisende Neuerung zur
fortschreitenden Popularisierung der musikalischen Tätigkeit.
Es handelt sich mit Sicherheit nicht um eine Erfindung deren Erfolg
in einem explosionsartigen aber kurzlebigen Modetrend liegt, sondern
in einem langsam aber unaufhaltsam sich Bahn brechenden Entwicklungsbedürfnis.
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Wenn
man z. B. in Betracht zieht, dass im Zuge der, durch die Industrielle
Revolution und die Erfindung der Maschinen freigestellte menschliche Arbeitskraft,
in der Mitte des 19. Jahrhunderts der Begriff „Sport" überhaupt
zum ersten Mal aufkam und 1896 die ersten Olympischen Spiele stattfanden, dann
besteht Grund genug, sich die Frage zu stellen, in welchem Ausmaß das
elektronische Zeitalter mentales menschliches Potential freistellen
wird für neue kreative Dimensionen.
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Der
Fußball hat kein ganzes Jahrhundert gebraucht, um sich
von seinen Anfängen bis zum globalen Volkssport zu entwickeln.
Was spricht gegen eine Entwicklung der Musik als „Volkssport"
am Ende eines weiteren Jahrhunderts, wenn sie durch die Erfindung
der erforderlichen benutzerfreundlichen Geräte allgemein
zugänglich wird?
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Professor
Hans Günther Bastian fasst das Ergebnis seiner, vom deutschen
Kultusministerium mitfinanzierten, in Europa bisher umfangreichsten Studie
zur Musikerzeihung zusammen mit den Worten: „Im sozialen
Bereich sind die Ergebnisse sensationell. ...Bildungspolitik mit
Musik ist die beste Sozialpolitik!" Er fügt hinzu: „Politiker,
die heute hier Geld sparen wollen, müssen es morgen für
Psychiatrien und Resozialisierungsmaßnahmen ausgeben."
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Professor
Bastian weist hiermit auf den Kernpunkt musikalischer Tätigkeit
hin: Das Prinzip des Wettkampfes um den ersten Platz ist der Musik fremd.
Es geht nicht darum der „Schnellste", der „Stärkste",
oder der „Lauteste" zu sein, geht es um das Gefühl
für den gemeinsamen Rhythmus, die wechselseitige Dynamik,
die harmonische Ergänzung. Ein zukunftsträchtiger
Trend nach der Sackgasse der Doping-Wettkämpfe?
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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- - WO 0077761 [0007]
- - US 2004123719 [0007]
- - US 2003131710 [0007]
- - US 6537075 [0007]
- - DE 3106966 [0007]
- - US 5136911 [0007]
- - DE 3922030 [0007, 0007]
- - DE 9302670 [0007, 0007]
- - US 5355757 [0008]
- - US 4554859 [0008]
- - WO 9743752 [0008]
- - US 2004237751 [0008]
- - DE 9217842 [0008]
- - WO 8911146 [0008]
- - DE 3100676 [0008]
- - DE 69005120 [0008]
- - DE 8703312 [0008]