-
Die
Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur optimalen Einstellung der
Beistellung in einer mehrere Druckwerke aufweisenden Rotations-Flexodruckmaschine
gemäß Anspruch
1.
-
Das
auftragsgerechte Einstellen der Walzengruppe in einer Flexodruckmaschine,
das mindestens die relative Positionierung des Klischeezylinders zur
Farbauftragswalze (auch Rasterwalze/Aniloxwalze genannt), deren
Aufgabe es ist, das Klischee mit Druckfarbe einzufärben und
die Positionierung des Klischeezylinders zum Druckzylinder, der
den Bedruckstoff führt,
umfasst, ist mit erheblichem Verbrauch an Material und Zeit verbunden. Üblicherweise
geschieht dies heute so, dass aus den an sich bekannten geometrischen
Dimensionen und Positionen der Farbauftragswalze, des Formzylinders,
des Materials sowie des Druckzylinders eine relative Positionierung
aller beteiligten Zylinder zueinander berechnet und diese dann eingestellt
wird. Wird dabei als Ziel der Berechnung eine bestimmte Pressung
zwischen den beiden Paarungen zu Grunde gelegt, so ergibt dies eine
Einstellung, in der infolge eben dieser Pressung auch Farbe in beiden
Paarungen transportiert wird und damit ein Druck entsteht. Solche
motorisch arbeitenden Voreinstellsysteme sind heute in allen modernen
Maschinen zu finden.
-
Dabei
ist es jedoch unvermeidlich, dass konkrete Produktionstoleranzen
der beteiligten Elemente, verschiedenartige Elastizitätseigenschaften
insbesondere des Aufbaus der Druckform, Materialdickenschwankungen
im Bedruckstoff, Farbübertragungseigenschaften
etc. sich im erreichten Druckergebnis auswirken.
-
Es
besteht daher bei jedem Druckauftrag weiterhin die Aufgabe, die
Maschine so einzustellen, dass ein qualitätsgerechter Druck entsteht
und insbesondere die Druckform keinem unnötigen Verschleiß unterworfen
wird, der die Standzeit der Form vermindert und deren Ersatz einen
erheblichen Kostenfaktor darstellt.
-
Wird
also für
einen Druckauftrag entsprechend den geometrischen Daten eine erste
Einstellung vorgenommen, so erfordert diese eine zusätzliche
Korrektur um optimale Verhältnisse
herstellen zu können.
-
Diese
Korrektur wird heute zumeist noch von Hand vorgenommen, indem der
Drucker beispielsweise die Pressung zunächst soweit reduziert, bis der
der Druck nicht mehr stattfindet und dann wieder soweit zugestellt – die Pressung
wird erhöht – bis ein Druck
gerade wieder erreicht werden kann. Das Ergebnis seiner Handlungen
beobachtet er jeweils visuell direkt auf der Druckbahn. Diese Prozedur
wird für
beide Zylinderpaarungen und jedes Druckwerk an laufender Maschine
nacheinander durchgeführt.
Gegebenenfalls bedient sich der Drucker dazu auch einer Videobahnbeobachtungsvorrichtung,
die ein Bild des Druckresultates aufnimmt und auf einem Bildschirm
wiedergibt.
-
In
der
EP 1 249 346 wird
ein Verfahren und eine Vorrichtung beschrieben, die das hier aufgezeigte
Vorgehen direkt in einen automatischen Ablauf übertragen und damit die individuellen
Verstellhandlungen einspart, indem sie durch Motoren ausgeführt werden.
-
Dieses
beschriebene Verfahren stellt zwar eine Verbesserung dar, weist
jedoch noch eine Reihe von Nachteilen auf. Es wird dort analog zum
Vorgehen des Druckers mittels eines an sich bekannten kamerabasierenden
Inspektionssystems in interaktiver Weise eine Folge von Verstellungen
der Pressung in den Zylinderpaarungen vorgenommen und in ihrer Wirkung
auf dem gedruckten Bild jeweils beobachtet. Dazu wird immer bei
mindestens zwei aufeinander folgenden Bildern geprüft, ob der
Druck weniger oder mehr Elemente zeigt, als das vorausgegangene
Bild. Jeweils abhängig
vom Resultat wird dann entschieden, ob die Pressung erhöht oder
vermindert wird. Tritt keine Veränderung
mehr ein, ist das Ziel erreicht und auf eine Komplettheit des Druckes
geschlossen. Aus der Komplettheit des Druckes wird dann in einer nicht
näher beschriebenen
Weise auf die geeignete Pressung in den jeweiligen Paarungen geschlossen. Nachteilig
daran ist erstens, dass diese Prozedur für jede Farbe einzeln und nacheinander
durchgeführt werden
muss und damit eine erhebliche Menge Material trotz der Automatisierung
der Abläufe
verbraucht wird, zweitens in den abgestellten oder nicht druckenden
Druckwerken die Druckfarbe auf der Aniloxwalze oder dem Formzylinder
eintrocknen kann und zu einem zusätzlichen Waschaufwand führt. Drittens
kann mit diesem Verfahren nicht berücksichtigt werden, wie eine
Wiedergabe von Tonwerten im Bild wirklich erfolgt, so dass dies
in aller Regel dem Drucker in weiteren nachfolgenden Einstellschritten überlassen
bleiben muss. Nicht zu vernachlässigen
ist der hohe Investitionsaufwand, den der Einsatz eines vollflächigen Inspektionssystems zur
Bildaufnahme und Auswertung darstellt.
-
Der
Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zur
optimalen Einstellung der Beistellung in einer mehrere Druckwerke
aufweisenden Rotations-Flexodruckmaschine zu schaffen, die es möglich machen,
mit relativ einfachen technischen Mitteln und geringem Aufwand eine
Reduktion von Makulatur und ein dem Erfordernis des Druckprozesses
besser angepassten Regel- bzw. Steuerergebnis zu erreichen.
-
Die
Lösung
dieser Aufgabe erfolgt durch die Merkmale des Anspruches 1.
-
Die
Unteransprüche
haben vorteilhafte Weiterbildungen der erfindungsgemäßen Vorrichtung zum
Inhalt.
-
Aus
der
DE 44 13 735 A1 ist
zwar ein Verfahren zum Steuern oder Regeln der Rasterpunktgröße in einer
Rotationsdruckmaschine bekannt, jedoch handelt es sich bei dieser
Maschine nicht um eine Rotations-Flexodruckmaschine. Ferner wird
bei der in der genannten Druckschrift beschriebenen Vorrichtung
kein farbselektiver Sensor verwendet, sondern eine Bildaufnahmeeinrichtung,
die das Druckbild zur Ermittlung der Rasterpunktgröße abtastet.
-
Nachfolgend
wird ein Beispiel der erfindungsgemäßen Vorrichtung zur Erläuterung
der erfindungsgemäßen Vorgehensweise
anhand der Zeichnung näher
erläutert.
-
Werden
neben dem das eigentliche Druckprodukt ausmachenden gedruckten Bild
noch zusätzlich
Marken platziert, so können
diese so angeordnet werden, dass von einem Druckwerk gedruckte Marken
einen von den aus einem anderen Druckwerk gedruckten Marken räumlich getrennten
Platz finden (beispielsweise nebeneinander oder hintereinander oder
in einem Block zusammengefasst) und damit in einem Druck Marken
aus allen Druckwerken gleichzeitig enthalten sind. Damit entfällt das
ansonsten zur Unterscheidung erforderliche Abstellen des Druckes in
den gerade nicht benötigten
Druckwerken und die Farbe trocknet nicht ein.
-
Für eine farbrichtige
Bildwiedergabe ist es von erheblicher Bedeutung, dass insbesondere
im autotypischen Vierfarbendruck die Wiedergabe von Tonwerten in
den einzelnen Farben richtig erfolgt. Insbesondere wird auch dies
in erheblichem Maße durch
die Pressung bestimmt, so dass es vorteilhaft ist, anstelle des
einfachen Ja/Nein-Kriteriums einer Vollständigkeit eines Druckes das
Kriterium einer richtigen Tonwertwiedergabe zu verwenden, das durch
die Druckkennlinie (10, Bild 1 – Tonwert
im Druck FDG in Abhängigkeit von dem Nominaltonwert FDN auf der Form) repräsentiert wird. Werden je Farbe
mehrere Marken mit jeweils unterschiedlichem in seiner Ausprägung auf
der Form bekanntem Tonwert mitgedruckt, so kann durch Messung der
Punktzunahmen auf den gedruckten Marken auf die Eigenschaften der
Tonwertwiedergabe im Druck geschlossen werden.
-
Diese
Vorgehensweise umgeht auch das Dilemma, für eine Bewertung einer Komplettheit
einen Master erzeugen oder aufnehmen zu müssen, der diese repräsentiert.
In einer Druckerei ist eine vorbestimmte Tonwertzunahme (dot gain)
für den
Druckprozess bekannt und Ziel für
einen qualitätsgerechten
Druck. Erfindungsgemäß werden
daher die Soll-Tonwertkennlinie und die Soll-Volltondichte als Kriterium
für die
Auswahl einer geeigneten Pressung herangezogen.
-
Dazu
wird in beispielsweise vier Prozessschritten, ausgehend von der
errechneten Ursprungseinstellung der Pressung, diese zwischen Rasterwalze 1 und
Formzylinder 2 und/oder Formzylinder 2 und Gegendruckzylinder 3 variiert
und die Druckkennlinie jeweils ermittelt. Es wird dann diejenige
Pressung ausgewählt,
bei der die Druckkennlinie der Zielkennlinie am nächsten kommt.
Dazu wird es nicht notwendig, die Pressung soweit zu verringern, dass
der Druck im Druckwerk aussetzt. Es ist vielmehr ausreichend, eine
minimale Pressung erreicht zu haben, bei der die Kennlinie nahe
der Nominal-Tonwertkennlinie zu liegen kommt. So wird beispielsweise
durch den Druck von 3 Marken mit einer Flächendeckung von 30%, 50% und
75% eine hinreichend gute Information zur Kennlinie gewonnen, die die
richtige Pressung auszuwählen
erlaubt. Bei einer Mehrzahl von Tonwertkennlinien wird hierbei die
Einstellung der Walzen vorzugsweise anhand der Kennlinien vorgenommen,
die der Soll-Tonwertkennlinie 17 am nächsten kommt. In einem Falle,
in dem zwei Kennlinien in etwa gleich weit bzw. nahe zur Soll-Tonwertkennlie 17 entfernt
angeordnet sind, wird eine Einstellung entsprechend einem Mittelwert
vorgenommen. Damit ist weiterhin der Vorteil verbunden, dass man
nicht ausgehend vom Aussetzen des Druckes (oder einer nicht mehr
erfolgenden Zunahme an Elementen), einen empirischen Betrag an Pressung hinzufügen muss,
sondern einen wirklich bereits realisierten Wert auswählen kann.
-
Zusätzlich zu
den beschriebenen Messungen an Halbton-Markenfeldern wird noch ein Volltonfeld
mitgedruckt. Dieses Volltonfeld ermöglicht dann aus einer in der
Densitometrie üblicherweise
benutzten Relation zwischen Pigmentkonzentration pro Fläche und
optischer Dichte eine Aussage über
die Schichtdicke, die durch die Farbgebungseinheit auf das bedruckte
Substrat aufgetragen worden ist und insbesondere darüber, ob
die für
das Druckprodukt vorgesehene optische Dichte beim Druck vorhanden ist.
Solche Vorgaben sind beispielsweise durch betriebsinterne Standards
oder aber auch allgemeingültige
Standards bekannt bzw. als vorher festgelegte Zielwerte vorgegeben.
Gleichzeitig kann aus einer hinreichenden Homogenität des Farbauftrages
auf einer Volltonfläche
auf die richtige Druckpressung zwischen den Zylinderpaarungen geschlossen
werden. So entstehen beispielsweise bei zu hoher Pressung so genannte
Quetschränder,
bei zu geringer Pressung ist der Druck hingegen „flockig".
-
Die
Ermittlung der richtigen Pressung erfolgt nun so, dass beginnend
von der rechnerisch ermittelten Pressung zwei bis drei weitere Pressungseinstellungen
vorbestimmt werden, beispielsweise X + 50 μm, X – 50 μm und X – 100 μm, bei denen die Druckkennlinie
jeweils an einem Druckexemplar bzw. an mehreren Druckexemplaren
zum Zwecke einer Mittelwertbildung gemessen wird. Bereits bei der
Herstellung einer Druckform ist eine bestimmte Druckkennlinie, nämlich die
typische der Maschine, mit der ein Produkt gedruckt werden soll,
als bekannt berücksichtigt
worden. Es wird jetzt diese erwartete Kennlinie mit den aufgenommenen
Kennlinien verglichen und die Pressung zwischen Form- und Druckzylinder
eingestellt, die dieser Kennlinie am nächsten kommt. Danach wird die
Pressung zwischen Klischee und Rasterwalze in gleicher Weise variiert
und es wird die Pressung verwendet, bei der die Kennlinie den Vorgaben
entspricht und weiterhin die Volltonmarke mit ihren Eigenschaften
den Vorgaben am nächsten
kommt.
-
Zur
Messung der Farbdichte auf den Vollton- bzw. Halbtonfeldern werden
Verfahren und Einrichtungen verwendet, wie sie beispielsweise in
bekannten Inline-Dichtemesseinrichtungen
im Offsetdruck Verwendung finden. Solche Messköpfe bestehen beispielsweise
aus einem Remissions-Messkopf,
der zwischen der optischen Achse der Beleuchtung und der einer Messwertaufnahmevorrichtung
eine Geometrie 0°/45°, 45°/0° aufweist,
mit mehreren optischen Filtern ausgestattet ist, die so gewählt sind, dass
für alle
gemessenen Farben eine möglichst hohe
Beeinflussung durch die verwendeten Farben entsteht bzw. dafür üblichen
Standards entspricht und eine Vorrichtung zur Synchronisation des
Momentes der Messung mit dem Druckprodukt aufweist. Gleichermaßen kann
beispielsweise das optische Prinzip dahingehend umgekehrt werden,
dass die Beleuchtung in ausgewählten
Spektralbereichen erfolgt und die Erfassung dann ohne Farbfilter
geschieht oder aber auch eine Kombination von beiden.
-
Nachfolgend
wird beispielhaft eine mögliche erfindungsgemäße Vorgehensweise
beschrieben:
Eine erste Pressung innerhalb einer Zylinderpaarung wird
eingestellt, beispielsweise die rechnerisch ermittelte Pressung
+50 μm.
-
Die
oben beschriebenen gemessenen Farbdichtewerte werden jetzt von den
Vollton- und Halbtonmessfeldern registriert und daraus die Druckkennlinie
konstruiert. Danach wird die Pressung in einer Zylinderpaarung um
einen fixen Wert vermindert und für die neue Pressung erneut
eine Druckkennlinie erzeugt. In den nächsten Schritten wird diese
Prozedur wiederholt, so dass eine Schar von Druckkennlinien entsteht,
wobei eine Kennlinie zu jeweils einer Pressungseinstellung gehört. Zusätzlich wird
diejenige Kennlinie eingefügt,
die bei der Herstellung der Druckform als Kennlinie für die Druckmaschine
vorausgesetzt wurde. Es wird jetzt eine Veränderung in der zweiten Presspaarung
durchgeführt,
die nach einem gleichen Muster abgefahren wird. Gleichzeitig wird
immer das Volltonfeld gemessen, für das ebenfalls eine Soll-Volltondichte
als bekannt vorausgesetzt werden darf.
-
Es
wird am Ende die Paarungseinstellung gewählt, die sowohl den erforderlichen
Solldichteparametern als auch der geforderten Druck-Kennlinie am
nächsten
kommt.
-
Keine
der vorgenannten Prozeduren erfordert eine völlige Abstellung des Druckes
oder das Wegbleiben von an sich druckenden Elementen.
-
Erfolgt
die Messung unter Verwendung eines densitometrischen Messkopfes,
so liefert sie sowohl Werte für
die Farbdichte als auch Werte für
eine optische Flächendeckung,
die vorzugsweise nach der bekannten Morey-Davis-Gleichung errechnet
wird. Ein Messkopf kann dabei mehrere hintereinander liegende Markenfelder
auch mit einem Durchlauf unter dem Sensor erfassen, so daß die Anzahl
der zur Messung benötigten
Exemplare sich weiter verringert.
-
Anstelle
der schrittweisen Veränderung
der Pressung besteht eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung der
Erfindung darin, dass die Verstellung der Pressung zwischen den
Zylinderpaarungen jeweils kontinuierlich zwischen zwei definierten
Grenzwerten erfolgt, und aus der Kenntnis des zeitlichen Verlaufes und
der Weglänge
zwischen dem Presskontakt und der Position des Sensors wird einer
Messung jeweils die richtige Pressung zugeordnet.
-
Ersatzweise
kann die Aufnahme der Farbdichtewerte und optischen Flächenbedeckungen auch
von einer Kamera vorgenommen werden, bei der für eine Beleuchtungsgeometrie
gesorgt wird, der den beschriebenen 0/45 bzw. 45/0 Anordnungen ähnelt. Auf
diese Weise können
gleichermaßen
mehrere Messfelder innerhalb eines Formats erfasst werden und es
wird nicht notwendig, eine gesonderte Messvorrichtung in der Maschine
zu installieren. Obwohl normale RGB-Kameras keine zur Messung einer
Farbdichte geeigneten Filter aufweisen, kann dies wie beispielsweise
von Künzli,
Noser, Loger und Murad beschrieben (EMPA, St. Gallen 1993), in geeigneten
Fällen
zugunsten einer schnellen Arbeitsweise ausgenutzt werden.
-
Zur
Anpassung an die Gegebenheiten in einer Maschine bzw. der Druckform
kann es nützlich sein, über die
Breite des Druckes die entsprechenden Messfelder mehrfach anzuordnen.
Es können damit
leichte Abweichungen von der Parallelität bzw. der Ebenheit der beteiligten
Zylinder/Formen registriert und durch Vermittelung kompensiert werden.
-
Die
einzige Figur der Zeichnung zeigt eine schematisch stark vereinfachte
Darstellung einer erfindungsgemäßen Vorrichtung
zur optimalen Einstellung der Beistellung in einer mehrere Druckwerke 9 aufweisenden
Rotations-Flexodruckmaschine, wobei repräsentativ für alle Druckwerke lediglich
ein Druckwerk 9 schematisch stark vereinfacht dargestellt
ist.
-
Das
Druckwerk 9 weist eine Rasterwalze 1 mit einem
Durchmesser D1 auf. Ferner weist das Druckwerk 9 einen
Formzylinder 2 mit einem Durchmesser D2 auf,
der mit der Rasterwalze 1 zusammenwirkt und gegenüber dieser über einen
Verstellweg V1 verstellbar ist, um die Pressung
zwischen der Rasterwalze 1 und dem Formzylinder 2 einstellen
zu können.
-
Ferner
weist das Druckwerk 9 einen Gegendruckzylinder 3 mit
einem Durchmesser D3 auf, der zur Führung einer
zu bedruckenden Materialbahn 4 mit dem Formzylinder 2 zusammenwirkt.
Die Relativposition zwischen dem Formzylinder 2 und dem
Gegendruckzylinder 3 kann entlang eines Verstellwegs V2 verstellt werden.
-
Die
erfindungsgemäße Vorrichtung
weist ferner eine Steuereinheit 16 auf, die mit einer Recheneinheit 15 versehen
ist. Ferner ist eine Stelleinheit 13 zur Verstellung der
Relativposition zwischen der Rasterwalze 1 und dem Formzylinder 2 sowie
dem Formzylinder 2 und dem Gegendruckzylinder 3 vorgesehen.
Die Stelleinheit 13 steht mit der Steuereinheit 16 zum
Austausch von Positions- und Statusinformationen in Signalverbindung.
-
Die
Vorrichtung weist ferner einen farbselektiven Sensor 14 auf,
der mit der Recheneinheit 15 und der Steuereinheit 16 zum
Austausch von Messdaten und Steuerinformationen zur Messwerterfassung
in Signalverbindung steht.
-
Wie
die Figur ferner verdeutlicht, wird durch das Druckwerk 9 im
Beispielsfalle eine Serie von Druckmarken 5, 6, 7 und 8 auf
die Materialbahn 4 aufgedruckt. Hierbei stellt die Marke 8 eine
Volltonmarke dar.
-
Der
farbselektive Sensor 14, der immer in Bahnlaufrichtung
L gesehen hinter den Druckwerken 9 angeordnet ist, die
mit der erfindungsgemäßen Vorgehensweise
eingestellt werden sollen, erfasst die Druckmarken 5 bis 8 für eine Mehrzahl
von Verstellschritten zwischen der Rasterwalze 1 und dem
Formzylinder 2 entsprechend dem vorgegebenen Verstellweg
V1 bzw. dem Formzylinder 2 und
dem Gegendruckzylinder 2 entsprechend dem Verstellweg V2. Das Messergebnis wird jeweils an die Recheneinheit 15 weitergegeben.
-
In
dieser werden Ist-Tonwerte FDG aus den sich
aus der farbselektiven Erfassung ergebenden Remissionswerten für jede der
Druckmarken 5 bis 8 errechnet. Ferner wird eine
Druckkennlinienkurve 10 aus den errechneten Ist-Tonwerten
FDG erzeugt, die die errechneten Ist-Tonwerte
FDG über
bekannten Nominal-Tonwerten FDN der Druckmarken 5 bis 8 aufträgt (Diagramm
A).
-
Ferner
werden Druck-Kennlinienscharen 11 erstellt, wobei die jeweils
bei der Aufnahme einer Kennlinie eingestellte relative Positionsänderung zwischen
der Rasterwalze 1 und dem Formzylinder 2 bzw.
dem Formzylinder 2 und dem Gegendruckzylinder 3 den
Scharparameter darstellt.
-
In
das Diagramm wird ferner eine für
den Druckprozess vorgegebene und bei der Druckform-Herstellung berücksichtigte
Soll-Tonwerkkennlinie 17 eingetragen und diese wird in
der Recheneinheit 15 mit der ermittelten Druck-Kennlinienschar 11 verglichen
(Diagramm B).
-
In
einem weiteren Verfahrensschritt werden die erfassten Volltondichten
DG der Volltonmarke 8 in Abhängigkeit
von den Relativpositionen der Zylinder ausgewertet, was weitere
Kennlinien DG1/2 DG2/3 ergibt,
wie dies aus der Figur ersichtlich ist (Diagramm C).
-
Die
gemessenen oder errechneten Volltondichten DG der
Volltonmarke 8 werden mit einer Soll-Volltondichte DN verglichen, die für den Druckprozess vorgegeben
ist und bei der Druckformherstellung berücksichtigt wird.
-
Schließlich wird
erfindungsgemäß die Einstellung
der Relativposition zwischen der Rasterwalze 1 und dem
Formzylinder 2 und dem Formzylinder 2 und dem
Gegendruckzylinder 3 ermittelt und durch die Stelleinheit 13 eingestellt,
bei der die Tonwerk-Kennlinie der Soll-Tonwertkennlinie 17 und die Volltondichte
der Soll-Volltondichte
DN am nächsten kommt.
-
Obwohl
sich dies aus der schematisch stark vereinfachten Darstellung der
Figuren nicht im Einzelnen ergibt, ist es erfindungsgemäß möglich, dass der
farbselektive Sensor 14 auf einer Traverse oberhalb der
Materialbahn 4 motorisch gesteuert an die jeweilige Messposition
bewegbar angeordnet ist.
-
Ferner
ist es möglich,
dass je ein farbselektiver Sensor 14 auf der linken und
der rechten Seite der Materialbahn 4 angeordnet ist.
-
Als
mögliche
Ausbildungsvarianten für
den farbselektiven Sensor 14 sind beispielhaft eine an sich
bekannte Farbdichte-Messvorrichtung
oder eine Videokamera denkbar.
-
Ferner
kann als eine weitere Ausführungsform
des farbselektiven Sensors 14 eine in Bahnlaufrichtung
angeordnete Sensorzeile eingesetzt werden, die aus hintereinander
angeordneten Elementen mit unterschiedlicher spektraler Empfindlichkeit besteht.
-
Als
Alternative kann als farbselektiver Sensor eine in Bahnlaufrichtung
angeordnete Sensorzeile verwendet werden, bei der bei aufeinanderfolgenden
Messungen jeweils ein Filter mit unterschiedlicher spektraler Charakteristik
vorgeschaltet wird.
-
Definitionen
-
Tonwert:
-
Maß (in %)
für den
Anteil einer Eigenschaft innerhalb einer Fläche, die nur die zwei Eigenschaften "0" und "1" aufweist
(im vorliegenden Fall handelt es sich bei den Eigenschaften in der
Regel um Eigenschaften optischer Natur).
-
Nenntonwert:
-
Als
Nenntonwert wird der Tonwert bezeichnet, der einer Fläche als
Eigenschaft per Definition zugeordnet ist.
-
Tonwertzunahme (dot gain):
-
Als
die Punktzunahme, die von einem Prozeßschritt bewirkt wird, wird
die Differenz des Tonwertes nach dem Prozeß zu dem Tonwert vor dem Prozeß bezeichnet.
Im vorliegenden Fall ist damit die Differenz zwischen dem Tonwert
nach dem Druck und dem Nominaltonwert 12 bezeichnet.
-
Volltonmarke:
-
Marke
mit 100 %iger Flächenbedeckung (Referenzmarken).
-
Farbselektives Erfassen:
-
Remissionsmessung,
bei der ermittelt wird, wieviel Licht von einer Marke in einem vorgegebenen Spektralbereich
remittiert wird.
-
Soll-Tonwert:
-
Der
Tonwert, den eine Fläche
im Ergebnis eines Bearbeitungsprozesses aufweisen soll.
-
Tonwertkennlinie:
-
Eine
Kurve, bei der auf der einen Achse eines x,y-Koordinatensystems die Nominaltonwerte und
auf der anderen Achse denen zugeordnete Tonwerte der jeweils gleichen
Fläche
aufgetragen sind. Ein beim Drucken typisches Vorgehen besteht beispielsweise
darin, dass die Nominaltonwerte auf der einen und Ist-Tonwerte nach
Durchlaufen eines Bearbeitungsprozesses auf der anderen Achse aufgetragen
werden.
-
Soll-Tonwertkennlinie:
-
Eine
Tonwertkennlinie, bei der auf der einen Achse Nominaltonwerte und
auf der anderen Achse die Solltonwerte aufgetragen werden.
-
Soll-Volltondichte:
-
Ein
vorgegebener Volltondichtewert, den es zu erreichen gilt.
-
- 1
- Rasterwalze
- 2
- Formzylinder
- 3
- Gegendruckzylinder
- 4
- Materialbahn/Druckbahn
- 5–8
- Druckmarken
- 9
- Druckwerk
- 10
- Druckkennlinienkurve
- 11
- Druckkennlinienschar
- 12
- Tonwert-Kennlinie
ohne Tonwertzunahme
- 17
- Soll-Tonwerkennlinie
- V1
- Verstellweg
zwischen 1 und 2
- V2
- Verstellweg
zwischen 2 und 3
- FDG
- Ist-Tonwert
- FDN
- Nominal-Tonwert
- DN
- Soll-Volltondichte
- DG
- Gemessene
oder errechnete Volltondichte