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Die
Erfindung betrifft eine Ausziehführung zur
Führung
von Möbelteilen
nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
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Stand der Technik
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Ausziehführungen
von Möbelteilen,
insbesondere mit sogenannter Mittelschiene, die einen Vollauszug
von z.B. Schubladen erlauben, sind in vielfältigen Ausführungsformen bereits bekannt
geworden.
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Aus
der deutschen Offenlegungsschrift
DE 33 46 797 A1 ist eine Vorrichtung für das Gleiten
von mit Rolle ausziehbaren Elementen von Möbeln bekannt. Die Vorrichtung
besteht aus drei Führungsteilen:
Eine
feste am Möbel
anzubringende, eine gleitende am ausziehbaren Element anzubringende
Führung und
eine Zwischenführung.
Die Zwischenführung enthält eine
Wälzrolle,
in einem Spalt zwischen der festen am Möbel anzubringenden und der
gleitenden am ausziehbaren Element anzubringenden Führung, die
gleichzeitig mit der festen Führung
und der beweglichen Führung
in Berührung
ist. Die Rolle bewirkt, geschleppt durch die Reibung der beweglichen Führung bei ihrer
Bewegung in Bezug zur festen Führung
die Verschiebung der Zwischenführung.
Dabei drückt
sie auf einen hinteren oder vorderen Rand der Zwischenführung.
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Aufgabe und Vorteile der Erfindung
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Der
Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Ausziehführung mit
einer Mittelschiene zwischen einer fest angebrachten Schiene und
einer am ausziehbaren Element angebrachten Schiene im Hinblick auf
die Synchronisation der Schienenteile zu verbessern.
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Diese
Aufgabe wird durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst.
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In
den abhängigen
Ansprüchen
sind vorteilhafte und zweckmäßige Weiterbildungen
der Erfindung angegeben.
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Die
Erfindung geht von einer Ausziehführung zur Führung von Möbelteilen, insbesondere Schubkästen mit
einer Korpusschiene zur Montage an einem feststehenden Möbelteil,
z.B. einem Schubladenkorpus, einer Auszugschiene zur Montage an
einem auszuziehenden Möbelteil,
z.B. einen Schubkasten und einer Mittelschiene, die zwischen der
Korpus- und Auszugschiene verschieblich gelagert ist, aus, um einen
vergleichsweise weiten Auszug, vorzugsweise Vollauszug der Auszugschiene
in Bezug auf die Korpusschiene zu ermöglichen. Zwischen der Korpusschiene
und der Mittelschiene sowie der Auszugschiene und der Mittelschiene
sind abrollende Lagerelemente angeordnet, insbesondere in Lagerkäfigen gelagerte
Kugeln oder Rollen bzw. Walzen. Darüber hinaus ist eine Steuer-Lagereinheit vorgesehen, die
zwischen der Korpusschiene und der Auszugschiene wirkt, um damit
die Bewegung der Mittelschiene zur Auszugschiene abzustimmen.
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Der
Kern der Erfindung liegt darin, dass die Steuer-Lagereinheit einen deformierbaren elastischen,
weichen abrollenden Lagerkörper
und einen vergleichsweise harten, im normalen Betriebsfall kaum
oder nicht sich verformenden abrollenden Lagerkörper umfasst, wobei die Ausziehführung derart ausgebildet
ist, dass nur der harte Lagerkörper
im eingeschobenen Zustand der Ausziehführung im Hinblick auf Kräfte von
wenigstens einer Schiene von Korpus- und Auszugschiene freigestellt
ist.
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Damit
kann mit dem weichen Lagerkörper eine
Art "Grundsteuerung" für die Bewegung
der Mittelschiene bereitgestellt werden, aufgrund des Umstands,
dass der weiche Lagerkörper
sich ständig
im Eingriff zwischen der Korpus- und Auszugschiene befindet.
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Vorzugsweise
ist der harte Lagerkörper
in Bezug auf Korpus- und
Auszugschiene freigestellt.
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Der
harte Lagerkörper
kann während
des Auszugs vergleichsweise große
Lagerkräfte
aufnehmen. Durch die Freistellung wird dabei aber eine Deformation
der harten Lagerrolle aufgrund von Kräften, die zwischen der Korpus-
und der Auszugschiene wirken, insbesondere bei z.B. hohen Lasten
in einer Schublade, im eingeschobenen Zustand der Ausziehführung vermieden.
Solche Kräfte
werden von den übrigen
Lagerelementen zwischen den Schienen aufgenommen. Der harte Lagerkörper behält dadurch
z.B. seine ursprüngliche
Walzenform über
einen langen Benutzungszeitraum, mit dem Ergebnis, dass der Ausziehvorgang
sich in seiner Qualität
nicht verschlechtert.
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Als
Lagerkörper
der Steuer-Lagereinheit kommen insbesondere Rollen bzw. Walzen in
Betracht. Es können
jedoch auch kugelförmige
Lagerkörper
zur Anwendung kommen.
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Insbesondere
die weiche Lagerrolle sollte eine Verbindung zur Mittelschiene aufweisen,
um eine gewünschte
Synchronisation von Mittelschiene und Auszugschiene in Bezug zur
Korpusschiene zu bewirken. Zur Realisierung einer vorteilhaften
Steuerwirkung des weichen Lagerkörpers
wird überdies vorgeschlagen,
dass der weiche Lagerkörper
mehr als 0,2 mm größer ist
als eine lichte Weite eines Kanals zwischen Korpus- und Auszugschiene,
in dem der Lagerkörper
abrollt.
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In
einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung ist die Steuer-Lagereinheit
an der Mittelschiene gelagert. In diesem Zusammenhang ist es überdies
vorteilhaft, wenn der weiche und der harte Lagerkörper auf
einer Achse angeordnet sind, die vorzugsweise an der Mittelschiene
befestigt ist. Damit kann der Bauteilaufwand optimiert werden.
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Der
Durchmesser des harten Lagerkörpers ist
vorzugsweise ca. 0,1 mm größer als
der Kanal zwischen Korpus- und Auszugschiene, in dem der Lagerkörper abrollt.
Damit wird eine "stramme" weitgehend spielfreie
Führung
zwischen den Schienen erreicht.
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In
einer überdies
bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung ist zur Freistellung des
harten Lagerkörpers
eine Ausnehmung in der Korpus- und/oder Auszugschiene vorgesehen.
Die Ausnehmung sollte so an zumindest einer der Schienen angeordnet
sein, dass im eingeschobenen Zustand die Ausnehmung sich über bzw.
unter dem harten Lagerkörper
befindet, so dass der Lagerkörper
an dieser Stelle ohne Berührung
frei steht.
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Es
ist bevorzugt, wenn zwei Ausnehmungen derart vorgesehen sind, dass
sie sich im eingeschobenen Zustand der Ausziehführung überlappen. Günstigerweise
ist der harte Lagerkörper
dann im Überlappungsbereich
angeordnet, so dass er berührungsfrei
zur Korpus- und Auszugschiene steht.
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Im
Weiteren ist es bevorzugt, wenn die Lagerachse sowohl des weichen
als auch des harten Lagerkörpers
horizontal verläuft.
Auf diese Weise kann der harte Lagerkörper effektiv Gewichtskräfte vom auszuziehenden
Möbelteil
aufnehmen.
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Um
eine verbesserte Synchronisation zwischen der Mittelschiene und
der Korpus- bzw. Auszugschiene zu erreichen, wird überdies
vorgeschlagen, dass an wenigstens einer von Korpus und Auszugschiene
auf einer Rollbahn des weichen Lagerkörpers, in dem Bereich, in welchem
der harte Lagerkörper
noch freigestellt ist, eine Oberfläche mit einer im Vergleich
zur verbleibenden Rollbahn erhöhten Haftung
vorhanden ist. Beispielsweise ist eine Zahnung, Riffelung, Querrillung
oder sonstig aufgeraute Oberfläche
in diesem Rollbahnbereich ausgebildet. Denkbar sind auch unterschiedlich
gummierte Oberflächen.
Vorzugsweise ist eine derartige Oberfläche sowohl an der Auszugschiene
als auch an der Korpusschiene vorhanden. Damit wird ein unerwünschter
Versatz der Mittelschiene zur Korpus- bzw. Auszugschiene beim Ausziehen
im Wesentlichen vermieden.
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Zeichnungen
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Ein
Ausführungsbeispiel
der Erfindung ist in den Zeichnungen dargestellt und unter Angabe
weiterer Vorteile und Einzelheiten nachstehend näher erläutert. Es zeigen
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1 einen
erfindungsgemäßen Schubladenauszug
in einer leicht geöffneten
Stellung in einer Seitenansicht,
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2 einen
Schnitt durch den Schubladenauszug gemäß 1 entlang
der Schnittlinie J-J in 1,
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3 einen
Schnitt entlang der Schnittlinie durch die Schubladenführung gemäß der Schnittlinie K-K
in 2,
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4 eine
vergrößerte Darstellung
des rechteckförmigen
Bereichs L in 3 und
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5 in
einer perspektivischen Ansicht einen Ausschnitt, der ungefähr dem Bereich
L entspricht, bei welchem ein Teil der Bauelemente transparent abgebildet
ist, so dass die Sicht auf eine erfindungsgemäße Steuerrolleneinheit ermöglicht ist,
wobei ein nahezu geschlossener Zustand der Schubladenführung dargestellt
ist.
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Beschreibung des Ausführungsbeispiels
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In
den Figuren ist eine Schubladenführung 1 abgebildet,
die aus einer Korpusschiene 2, einer Schubladenschiene 3 sowie
einer Mittelschiene 4 besteht. Eine solche Schubladenführung 1 wird über Montagewinkel 5,
die mit der Korpusschiene 2 verbunden sind, jeweils links
und rechts einer Schublade an einem Möbelkorpus montiert. An der
Schubladenschiene 3 wird die Schublade befestigt.
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In
den 1 bis 4 ist ein leicht geöffneter
Zustand der Schubladenführung 1 abgebildet.
Um die Schubladenschiene 3 gegenüber der Korpusschiene 2 über die
Mittelschiene 4 verschieblich zu lagern, sind Lagerkäfige 6 zwischen
der Schubladenschiene 3 und der Mittelschiene 4 sowie
der Korpusschiene 2 und der Mittelschiene 4 angeordnet.
Die Lagerkäfige 6 umfassen
drehbar gelagerte Lagerwalzen 7.
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In
bekannter Weise sind die Lagerkäfige 6 in einem
U-förmigen
Kanal 8, 9 der Korpus- bzw. Schubladenschiene 2, 3 untergebracht
(siehe insbesondere 2). An gegenüberliegenden Oberflächen des
jeweiligen U-förmigen
Kanals 8, 9 rollen die Lagerwalzen 7 ab,
wobei zwischen die Lagerwalzen 7 jeweils ein Winkelabschnitt 10, 11 der
Mittelschiene 4 greift.
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Damit
lässt sich
bereits eine vergleichsweise spielfreie Führung der Schienen 2, 3, 4 zueinander erreichen.
Eine Synchronisation dieser Schienen zueinander ist mit lediglich
den Lagerkäfigen
regelmäßig nur
unzureichend möglich.
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Daher
ist eine Steuer-Lagereinheit 12 vorgesehen.
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Die
Steuer-Lagereinheit 12 umfasst an einer an der Mittelschiene 4 angeordneten
Achse 13 eine weiche Lagerrolle 14, die beispielhaft
in Bezug zur Mittelschiene innen liegt sowie eine vergleichsweise härtere außen liegende
Lagerrolle 15. Die weiche Lagerrolle ist vorzugsweise aus
einem deformierbaren elastischen weichen Material ausgebildet, das
jedoch nicht so weich ist, dass im leicht komprimierten Zustand
keine Kräfte
zwischen Außenflächen 2a, 3a des
jeweiligen U-förmigen
Kanals 8, 9 übertragen werden
können.
Die weiche Lagerrolle 14 hat ein Übermaß von vorzugsweise größer als
0,2 mm. Mit der weichen Rolle 14 lässt sich eine "Grundsteuerung" zwischen den Schienen 2, 3, 4 bereitstellen.
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Die
hier beispielhaft außen
liegende harte Lagerrolle 15 hat ebenfalls ein Übermaß, jedoch
wesentlich geringer, als das Übermaß der weichen
Rolle, und ist beispielsweise 0,1 mm größer als eine lichte Weite a
des Kanals zwischen der Korpusschiene 2 und der Schubladenschiene 3.
Dadurch werden die Schienen zusätzlich
etwas gegeneinander verspannt, so dass eine "satte" Führung
gegeben ist. Mit der harten Lagerrolle 15 können Lagerkräfte zwischen
den Schienen 2, 3, 4 übertragen werden.
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Vorzugsweise,
wie auch im Ausführungsbeispiel
ist die Achse 13 der Steuer-Lagereinheit 12 horizontal
ausgerichtet. Beim Ausziehen rollt sowohl die weiche als auch die
harte Rolle 15 auf der jeweiligen Außenseite 2a, 3a der
Korpusschiene 2 bzw. Schubladenschiene 3 ab. Damit
lässt sich
eine Synchronisierung zwischen den Schienen 2, 3, 4 erreichen.
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Sowohl
an der Korpusschiene 2 als auch an der Schubladenschiene 3 ist
im vorliegenden Beispiel eine Ausnehmung 16, 17 sowie
ein gezahnter Bereich 18, 19 vorgesehen. Der gezahnte
Bereich liegt jeweils lediglich auf der jeweiligen Laufbahn der weichen
Rolle der Korpusschiene 2 bzw. der Schubladenschiene 3,
wogegen die Ausnehmung lediglich auf der jeweiligen Laufbahn der
harten Rolle 15 an der Korpusschiene 2 bzw. Schubladenschiene 3 ausgebildet
ist. Außerdem
ist sowohl der jeweilige gezahnte Bereich 18, 19 als
auch die jeweilige Ausnehmung 16, 17 so an der
Korpusschiene 2 bzw. Schubladenschiene 3 angebracht,
dass sie sich im zusammengeschobenen Zustand der Schubladenführung 1 in
vertikaler Richtung betrachtet, überlappen.
Damit wird erreicht, dass die harte Rolle 15 beim Zusammenschieben
der Schubladenführung 1,
d.h. beim Einschieben eines Schubkastens, kurz bevor die Endstellung
erreicht ist, durch die Ausnehmungen 16, 17, die
etwas breiter sind als die harte Lagerrolle 15 selbst,
ins "Leere läuft" und damit freigestellt
ist. In diesem Bereich fällt
jedoch dann die Synchronisationswirkung der harten Lagerrolle 15 weg.
Um insbesondere in diesem Bereich jedoch eine sichere Synchronisation
der Schienen 2, 3, 4 zueinander zu erhalten,
ist der Laufbereich der weichen Lagerrolle 14 gezahnt,
so dass die weiche Lagerrolle 14 nicht durchrutschen kann.
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Im
vorliegenden Ausführungsbeispiel
beginnt an der Stelle, wo auf dem Laufweg für die harte Lagerrolle 15 die
jeweilige Ausnehmung 16, 17 auftritt auf dem Laufweg
der weichen Lagerrolle 14 der jeweilige gezahnte Bereich 18, 19 (siehe
hierzu insbesondere die perspektivische Darstellung gemäß 5).
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In
den 1, 2, 3 und 4 haben die
jeweiligen Lagerrollen 14, 15 den gezahnten Bereich 18, 19 bzw.
die Ausnehmungen 16, 17 noch nicht erreicht.
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In 5 hingegen
befinden sich die Lagerrollen 14, 15 bereits in
den jeweiligen Bereichen, wobei allerdings noch nicht die endgültige vollständig eingeschobene
Stellung der Schubladenführung 1 erreicht
ist. Man sieht jedoch, dass auch bei "freigestellter" harter Lagerrolle 15 die weiche
Lagerrolle durch das Abrollen auf dem jeweiligen gezahnten Bereich 18, 19 an
der Außenseite 3a bzw. 2a der
Korpusschiene 2 eine sichere Synchronisierung bis zum vollständigen Einschub
der Schubladenführung 1 bereitstellen
kann.
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Außerdem wird
durch die weiche Lagerrolle 14 sichergestellt, dass die
harte Lagerrolle 15 am Übergang
von der jeweiligen Ausnehmung 16, 17 unter sicherer
Führung
der Schienen zueinander auf den jeweiligen Laufweg an der Korpusschiene 2 bzw. Schubladenschiene 3 gehoben
wird. Dabei ist es bevorzugt, dass die Ausnehmungen 16, 17 so
in ihrer Länge
dimensioniert sind, dass die harte Rolle 15 nicht gleichzeitig
sowohl auf den Laufweg an der Korpusschiene 2 als auch
an der Schubladenschiene 3 gehoben wird. Dies ist in 5 verdeutlicht.
Hieraus ist ersichtlich, dass die harte Lagerrolle 15 gerade
auf den Laufweg der Korpusschiene 2 gehoben wird, aber
dabei immer noch in der Ausnehmung 17 der Schubladenschiene 3 positioniert
ist. Durch ein solches versetztes Anheben der harten Lagerrolle 15 auf
den jeweiligen Laufweg wird eine möglichst gleichmäßige Ausziehbewegung
der Schubladenführung 1 erreicht.
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Durch
die Freistellung der harten Rolle 15 wird das Auftreten
einer "Standplatte" an der harten Rolle
in eingeschobenem Zustand der Ausziehführung vermieden.
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- 1
- Schubladenführung
- 2
- Korpusschiene
- 3
- Schubladenschiene
- 4
- Mittelschiene
- 5
- Montagewinkel
- 6
- Lagerkäfig
- 7
- Lagerwalze
- 8
- U-förmiger Kanal
- 9
- U-förmiger Kanal
- 10
- Winkelabschnitt
- 11
- Winkelabschnitt
- 12
- Steuer-Lagereinheit
- 13
- Achse
- 14
- weiche
Lagerrolle
- 15
- harte
Lagerrolle
- 16
- Ausnehmung
- 17
- Ausnehmung
- 18
- gezahnter
Bereich
- 19
- gezahnter
Bereich