DE202006005011U1 - Stromzuführung für eine Rohrkathode - Google Patents
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Abstract
Stromzuführung für eine drehbare Rohrkathode
in einer Beschichtungsanlage, die eine Vakuumkammer aufweist, dadurch
gekennzeichnet, dass die Stromzuführung (22) in einer von der
Vakuumkammer (2) getrennten Kammer (16) vorgesehen ist.
Description
- Die Erfindung betrifft eine Stromzuführung für eine Rohrkathode einer Beschichtungsanlage nach dem Oberbegriff des Schutzanspruchs 1.
- Das Aufbringen von Materialschichten auf einem Substrat, z. B. auf Glas oder Folien, erfolgt häufig mittels Sputterprozessen.
- Bei diesen Sputterprozessen werden in einer Vakuumkammer mittels eines Plasmas Teilchen aus einem Target herausgeschlagen, die sich dann auf dem Substrat niederschlagen.
- Am Target liegt eine negative Spannung an, welche positive Ionen aus dem Plasma in Richtung Target beschleunigt. Treffen diese positiven Ionen mit einer genügend hohen Geschwindigkeit auf das Target, so können sie Teilchen aus dem Target herausschlagen.
- Prinzipiell wird zwischen planaren und rohrförmigen Kathoden bzw. Targets unterschieden. Dabei haben die rohrförmigen Targets den Vorteil, dass die Targetmaterial-Ausbeute verglichen mit derjenigen planarer Targets sehr groß bzw. der Abtrag des Materials gleichmäßiger gestaltet werden kann.
- Allerdings werfen auch die rohrförmigen Kathoden bzw. Targets Probleme auf. Als besonders schwierig hat sich die Entwicklung von geeigneten Antrieben und Halterungen für die Rohrkathoden erwiesen. Herkömmliche Rohrkathoden weisen einen Drehzylinder auf, der in einem festen Gehäuse gelagert ist (vgl.
US 44 43 318 ). Dieses Gehäuse ist mit einer Vakuumkammer verbunden, in welcher der Sputterprozess abläuft. Um die Vakuumkammer dicht zu halten, ist es notwendig, eine Dichtung zwischen der rotierenden Kathode und dem festen Gehäuse vorzusehen. Zur Abdichtung der Antriebswelle wurden bereits Vakuum- und Wasserdichtungen vorgesehen. Diese Dichtungen halten jedoch hohen Temperaturen nicht stand. - Ein weiteres Problem tritt bei drehbaren Rohrkathoden auf, wenn mit Wechselstrom gesputtert wird. In diesem Fall heizt sich jedes elektrisch leitende Element aufgrund von Wirbelstrombildung auf, das im Stromweg liegt. Dabei nimmt der Aufheizungseffekt mit zunehmender Frequenz des Wechselstroms zu. Wird der Wechselstrom außerhalb der Vakuumkammer an die Antriebswelle der Rohrkathode gelegt, dann erzeugt der Wechselstrom in den Dichtungen Wirbelströme, was zur Aufheizung der Dichtungen und zu deren Zerstörung führt.
- Um diesen Nachteil zu vermeiden, wurde bereits vorgeschlagen, die Zuführung des Stroms an die Kathode innerhalb der Vakuumkammer mittels Kohlebürsten vorzunehmen (US 2002/0189939 A1, US 2004/014028 A1). Hierdurch wird das Aufheizen von Dichtungen und auch Bauelementen weitgehend verhindert oder doch stark reduziert, weil der Strom nicht mehr in diesen Wirbelströme reduzieren kann.
- Durch die Zuführung des Stroms in der Vakuumkammer über Kohlebürsten entsteht in der Vakuumkammer Kohlestaub, der sich auf der Substratoberfläche absetzen kann, wodurch die auf dem Substrat aufgesputterten Schichten mit Kohlenstoff verunreinigt werden können.
- Der Erfindung liegt deshalb die Aufgabe zugrunde, eine Stromzufuhr für eine Rohrkathode bereitzustellen, bei der weder Wirbelströme in kritischen Bauteilen entstehen noch der Sputterprozess durch auftretenden Kohlestaub gestört wird.
- Diese Aufgabe wird gemäß dem Schutzanspruch 1 gelöst.
- Ein mit der Erfindung erzielter Vorteil besteht darin, dass die Verluste durch auftretende Wirbelströme verringert werden. Außerdem wird der Abrieb der Kohlebürsten direkt abgesaugt und gelangt nicht auf das Substrat. Überdies können erprobte, verlässliche Dichtungen eingesetzt werden, die sich aufgrund der fehlenden Wirbelströme nicht kritisch erwärmen.
- Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in den Zeichnungen dargestellt und wird nachfolgend näher erläutert. Es zeigen:
-
1 einen Ausschnitt einer Beschichtungsanlage mit einer Vakuumkammer und einer separaten Kammer sowie einer Rohrkathode; -
2 einen Schnitt A-A durch die in1 dargestellte Beschichtungsanlage; -
3 einen Ausschnitt B-B durch die in1 dargestellte Beschichtungsanlage. - In
1 ist ein Ausschnitt einer Beschichtungsanlage1 gezeigt. Diese Beschichtungsanlage1 kann z. B. Teil einer Inline-Anlage mit mehreren Kammern sein. - Die Beschichtungsanlage
1 enthält eine Vakuumkammer2 , die durch Wände3 ,4 ,5 gebildet ist. In einer vertikalen Wand4 ist eine Schleuse6 vorgesehen, durch die ein Substrat7 in Richtung eines Pfeils8 bewegt wird. In der Vakuumkammer2 ist eine Rohrkathode9 angeordnet, die um ihre Längsachse in Richtung des Pfeils10 gedreht werden kann, d. h. sie kann in beiden Richtungen um ihre Längsachse gedreht weden. - Die Rohrkathode
9 ist einseitig gelagert und weist ein Targetträgerrohr11 auf, das mit einem Target12 versehen ist. Sie kann aber auch zweiseitig gelagert sein, was bei großen und schweren Kathoden die Regel ist. Die in der1 dargestellte Rohrkathode9 ist mit einem Stutzen13 verbunden, der über einen Kühlmittel-Einlass14 sowie einen Kühlmittel-Auslass15 verfügt. Dieser Stutzen13 ist mit einem hier nicht gezeigten Antrieb verbunden. Das mit dem Stutzen13 verbundene Targetträgerrohr11 verläuft durch eine von der Vakuumkammer2 getrennte Kammer16 , bei der es sich um eine Vorvakuumkammer16 handelt, die zwischen der Vakuumkammer2 und einer vertikalen Außenwand17 angeordnet ist, an der auch der Stutzen13 gelagert ist. Die Vorvakuumkammer16 weist einen Druck auf, der unterhalb des Atmosphärendrucks liegt. - An der Außenwand
17 sind zwei Gaszuführungen18 ,19 zu erkennen, die jeweils mit einer nicht dargestellten Vakuumpumpe verbunden sind. Während die Gaszuführung18 mit der Vakuumkammer2 verbunden ist, ist die Gaszuführung19 mit der Vorvakuumkammer16 verbunden. Die Gaszuführungen18 ,19 können sowohl zum Einlassen von Gasen als auch zum Absaugen von Gasen dienen. - In die Vorvakuumkammer
16 , die von den Wänden5 ,20 ,21 sowie der Außenwand17 gebildet ist, ist eine Stromzuführung22 eingeführt. Diese Stromzuführung22 ist mit einer Spannungsquelle23 verbunden, welche die Stromzuführung22 mit Strom versorgt. Die Stromzuführung22 weist an ihrem Ende ein Stromübertragungselement24 auf, z. B. eine Kohlebürste24 . Diese Kohlebürste24 ist oberhalb des Targetträgerrohrs11 der Rohrkathode9 so angeordnet, dass sie das Targetträgerrohr11 gerade noch berührt. Über das Targetträgerrohr11 und die Kohlebürste24 wird die Rohrkathode9 mit Strom versorgt. Dabei kann es sich um Wechsel- oder Gleichstrom handeln, vorzugsweise jedoch um Wechselstrom, denn nur bei Wechselstrom treten Wirbelströme auf. - Da die Rohrkathode
9 um die Längsachse in Richtung des Pfeils10 rotiert, kommt es zum Abrieb der Kohlebürste24 , wodurch Kohlestaub entsteht. Dieser Kohlestaub kann über eine an die Gaszuführung19 angeschlossene Vakuumpumpe abgesaugt werden, die nicht dargestellt ist. Das Absaugen kann während des Betriebs erfolgen, aber auch vor oder nach dem Betrieb, wenn in der Vorvakuumkammer Atmosphärendruck herrscht. Die durch die Wände4 ,5 ,21 und17 gebildete Kammer kann weggelassen werden, da sie keine spezielle Funktion hat. Dies bedeutet, dass die Wände4 und17 kürzer ausgeführt werden können als in1 dargestellt. -
2 zeigt einen Schnitt A-A durch die rechte Seite der in1 dargestellten Beschichtungsanlage1 . Zu erkennen ist die Vakuumkammer2 mit der benachbarten Vorvakuumkammer16 . Das Targetträgerrohr11 verläuft, ausgehend vom Stutzen13 durch die vertikale Außenwand17 hindurch, wobei es durch die Vorvakuumkammer16 hindurchgeht und die Vorvakuumkammer16 durch die vertikale Wand5 wieder verlässt. In der Vakuumkammer2 ist auf dem Targetträgerrohr11 das Target12 angeordnet. - Die Rohrkathode
9 ist in2 einseitig eingespannt dargestellt. Sie kann natürlich, wie bereits erwähnt, auch an beiden Enden gelagert sein. - Ein verjüngter Teil
31 des Targetträgerrohrs11 ruht in Lagern32 ,33 , die in einer Lagerbuchse34 der Vorvakuumkammer16 gelagert sind. - Dort, wo das Targetträgerrohr
11 durch die Wand5 bzw. die Außenwand17 verläuft, ist um das Targetträgerrohr11 jeweils eine Dichtung25 ,26 vorgesehen. - Bei der Dichtung
26 , die von einer weiteren Lagerbuchse35 der Vorvakuumkammer16 umgeben ist, handelt es sich um eine Hauptdichtung, während es sich bei der Dichtung25 , die von einer Lagerbuchse36 umgeben ist, um eine Hilfsdichtung handelt. Beide Dichtungen können herkömmliche Dichtungen sein, die aus elektrisch leitenden Materialien bestehen oder solche Materialien enthalten. - Die Dichtung
25 ist überwiegend metallfrei und kann beispielsweise aus Kunststoff bestehen. Dadurch ist das in der Vakuumkammer2 herrschende Vakuum von der Vorvakuumkammer16 abgedichtet, und es kann kein durch den Abrieb der Kohlebürste24 entstehender Staub in die Vakuumkammer2 und damit auf das Substrat gelangen. - Die Vorvakuumkammer
16 ist von der Vakuumkammer2 elektrisch isoliert. Dies ist durch einen Isolator37 angedeutet. Hierdurch wird vermieden, dass zwischen der Kohlebürste und der Vorvakuumkammer16 eine elektrische Spannung entsteht. Durch die Anordnung der Kohlebürste24 hinter der Dichtung26 fließt kein Strom in diesem Kathodenbereich, sodass in der Dichtung26 keine Wirbelströme entstehen können. Der Strom fließt vielmehr von der Spannungsquelle23 über die Stromzuführung22 und die Kohlebürste24 zum Targetträgerrohr11 und von dort zum Substrat7 und über die Vakuumkammer2 und den Boden der Beschichtungsanlage1 in die Spannungsquelle23 zurück. - In
3 ist ein Ausschnitt B-B der in1 dargestellten Beschichtungsanlage1 gezeigt. Zu sehen ist das Targetträgerrohr11 , das durch die Wand17 in die Vorvakuumkammer16 geführt ist. Das Targetträgerrohr11 ist in der Buchse35 gelagert. Wie in3 zu sehen, handelt es sich bei dem Targetträgerrohr11 um ein Koaxialrohr mit den Rohren11 und28 , das zum Transport des Kühlmittels dient. Das Kühlmittel fließt in Richtung des Pfeils29 nach innen und tritt in Richtung des Pfeils30 nach außen. - In den
1 bis3 ist jeweils nur eine Kathode dargestellt. Es können jedoch auch mehrere Kathoden vorgesehen sein, die z. B. paarweise an die Wechselspannungsquelle23 angeschlossen sind.
Claims (11)
- Stromzuführung für eine drehbare Rohrkathode in einer Beschichtungsanlage, die eine Vakuumkammer aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass die Stromzuführung (
22 ) in einer von der Vakuumkammer (2 ) getrennten Kammer (16 ) vorgesehen ist. - Stromzuführung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die von der Vakuumkammer (
2 ) getrennte Kammer (16 ) einen Druck aufweist, der unterhalb des Atmosphärendrucks liegt. - Stromzuführung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Rohrkathode (
9 ) ein Targetträgerrohr (11 ) und ein darüber gestülptes Target (12 ) aufweist. - Stromzuführung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass sie über einen Schleifkontakt (
24 ) an der Oberfläche des Targetträgerrohrs (11 ) anliegt. - Stromzuführung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Targetträgerrohr (
11 ) mittels Lagerelementen (32 ,33 ) in einer Wand (17 ) der Kammer (16 ) gelagert ist. - Stromzuführung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass in den Rohrdurchführungen von Wänden (
5 ,17 ) der Kammer (16 ) und dem Targetträgerrohr (11 ) jeweils eine Dichtung (25 ,26 ) vorgesehen ist. - Stromzuführung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, das die in der Nähe der Vakuumkammer (
2 ) befindliche Dichtung (25 ) aus Kunststoff besteht. - Stromzuführung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die von der Vakuumkammer (
2 ) entfernt angeordnete Dichtung (26 ) elektrisch leitende Materialien enthält. - Stromzuführung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die von der Vakuumkammer (
2 ) getrennte Kammer (16 ) über eine Gaszuführung (19 ) mit einer Pumpe verbunden ist. - Stromzuführung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die von der Vakuumkammer (
2 ) getrennte Kammer (16 ) mit einer Absaugpumpe verbunden ist. - Stromzuführung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Stromzuführung Kohlebürsten enthält.
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2006
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