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Die
Erfindung betrifft eine verschließbare Kanne zum Ausgießen von
Getränken,
die mehrere Kammern zum Aufbewahren von Getränken aufweist.
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Aus
DE 197 51 358 A1 sind
Kannen mit mehreren Kammern bekannt. Darin wird eine Kanne beschrieben,
welche eine Vielzahl an Kammern aufweist, die mit einzelnen Dichtungsdeckeln
verschlossen werden. Um eine gewünschte
Kammer zu öffnen,
muß der
jeweilige Dichtungsdeckel abgenommen werden. Dieser Vorgang ist
mühsam,
zeitaufwendig und erfordert eine gewisse Fingerfertigkeit. Insbesondere
im Servicebereich von Transportgesellschaften, beispielsweise im
Flugzeug während des
Auftretens von Turbulenzen, gestaltet es sich als schwierig, bei
einer Kanne wie in
DE
197 51 358 A1 beschrieben, gezielt ein Getränk aus einer
bestimmten Kammer zu gießen.
Es besteht die Gefahr, das Getränk
zu verschütten
und im Falle eines Heißgetränkes Verbrennungen
davon zu tragen.
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Der
Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Kanne mit den Merkmalen
des Oberbegriffes des Anspruches 1 derart auszubilden, daß aus einer Kanne
mit mehreren Kammern das sichere Halten der Kanne und gleichzeitig
das gezielte Ausgießen unter
der Verwendung einer Hand und ohne deren Umgreifen zu gewährleisten.
Diese Aufgabe wird durch die kennzeichnenden Merkmale des Anspruches
1 gelöst,
vorteilhafte Weiterbildungen ergeben sich aus den Unteransprüchen 2 – 17.
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Als
Kern der Erfindung wird es angesehen, die Verschlußelemente
derart anzuordnen, daß sowohl
deren Bedienung als auch das Halten der Kanne ein selektives Ausgießen des
Inhaltes durch einhändige
Bedienung ermöglicht.
Diese einhändige Bedienung
ermöglicht
ein schnelleres und sicheres Ausgießen der Getränke.
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Es
hat sich als besonders vorteilhaft im Zusammenhang mit der Erfindung
erwiesen, die Verschlußelemente
derart zu lagern, daß sie
mittels eines Klapp-, Schwenk- oder Schiebemechanismus in eine Ausgieß- bzw.
Schließposition überführbar sind. Durch
eine derartige Lagerung der Verschlußelemente kann eine „Einhandbedienung", also das Bewegen
des Verschlußelementes
einer Kammer in die Offen- oder Schließposition bei gleichzeitigem
Halten der Kanne und das bewegliche Fixieren des Verschlußelementes
an der Kanne realisiert werden. Dies hat den Vorteil, daß ein Verschlußelement
nicht zu Boden fallen oder verloren gehen kann. Dies wird durch
einen Schiebemechanismus in Gestalt einer Verlängerung des Verschlußelementes,
welches verschiebbar am Deckelelement gelagert ist, sichergestellt.
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Um
die einhändige
Bedienung möglichst
benutzerfreundlich zu gestalten, ist es wichtig, daß die Bedienflächen der
Verschlußelemente
sich bis in den Griffbereich erstrecken. Der Griffbereich ist als
der mit den Fingern einer Hand erreichbare Bereich anzusehen, welchen
man bei gleichzeitigem Halten der Kanne am Griffelement mit derselben
Hand besitzt. Die Bedienfläche
der Verschlußelemente
dienen als Angriffspunkt für
die Finger, um das Verschlußelement
in die Offen- bzw. Schließposition
zu überführen. Somit
kann der Benutzer, welcher die Kanne einhändig am Griffelement hält, vorzugsweise
mit dem Daumen derselben Hand über
beispielsweise einen Schiebemechanismus, das gewünschte Verschlußelement
bedienen.
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Für Unteransprüche in Weiterbildung
der Erfindung erscheint es als vorteilhaft, wenn die Kanne und/oder
mindestens ein Verschlußelement
ganz oder bereichsweise wärmeisolierend
ausgebildet ist. Mittels der Isolierung können sowohl warme Getränke länger warm,
als auch kalte Getränke
länger
kalt gehalten werden. Bei einer Isolierung der Trennwände der
Kammer kann zu dem die Befüllung
der Kanne mit Getränken
unterschiedlicher Temperatur stattfinden. Beispielsweise die Aufnahme
von Kaffee und Milch in einer Kanne, hiermit kann nun sehr schnell, ein
Kaffee mit Milch zusammengestellt werden.
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In
vorteilhafter Weise können
die Kanne und/oder die Verschlußelemente
eine Dichtung aufweisen. Sie dient dazu bei Erschütterung
der Kanne das Auslaufen der Getränkeflüssigkeiten
zu verhindern. Zudem verbessern Dichtungen an der Öffnung der
Kanne deren wärmedämmenden
Eigenschaften.
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Als
sehr zweckdienlich kann sich ein Energiespeicher am Verschlußteil erweisen,
welcher derart angeordnet ist, daß dieser das Verschlußelement in
Schließstellung
vorspannt. Durch den Energiespeicher, welcher z.B. in Form eines
elastischen Mediums, sowohl eine Stahlfeder wie auch einen Weichgummi
umfassen kann, wird der Bedienkomfort weiter erhöht. Mittels der Vorspannung
des Verschlußelementes
in Schließstellung
muß nun
nur noch beim Ausgießen
eine Betätigung
stattfinden, nachdem Ausgießen
bewegt sich das Verschlußelement
in Schließstellung.
Folglich wird der Bedienperson das Zurückbewegen des Verschlußelementes
erspart.
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Besonders
vorteilhaft hat sich zudem das Vorsehen einer Verriegelungseinrichtung
zur Verhinderung eines gleichzeitigen Öffnens mehrerer Verschlußelemente
erwiesen. Da meistens nur ein Getränk gewünscht und viele Mischgetränke von
seiten der Herstellern als Fertiggetränke angeboten werden und seltener
ein Mischgetränk
vor Ort gemischt werden muß,
ist es zweckdienlich, das gleichzeitige und ungewollte Ausschenken
aus mehreren Kammern über
eine Verriegelungseinrichtung zu verhindern. Auch im Falle eines
Mischgetränkes
wie bei Kaffee mit Milch ist es von Vorteil, die beiden Flüssigkeiten nacheinander
auszuschenken, da der Benutzer mit der gleichzeitigen Dosierung
der beiden Flüssigkeiten überfordert
sein könnte.
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Um
den Ausgießvorgang
kontrollierter ablaufen zu lassen, ist es von Vorteil, mindestens
eine Ausgießnase
an der Kanne vorzusehen. Derartige Ausgießnasen dienen dem erleichterten
Ausgießen des
Kammerninhaltes in ein weiteres Gefäß, da sie durch ihre geometrische
Form das sichere Ausgießen
auch bei geringen Massenströmen
gewährleisten.
Es ist weiter denkbar für
jede Kammer der Kanne eine jeweilige Ausgießnase vorzusehen.
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Wenn
sich mindestens zwei Kammern bis in die Ausgießnase erstrecken, kann das
Problem vermieden werden, daß bei
einer Kanne mit einer geringeren Anzahl an Ausgießnasen als
an Kammern es zu einer ungewollten Vermischung von Getränken im Bereich
der Ausgießnasen
kommen kann. Dadurch, daß die
Ausgießnase
unterteilt ist, kann sich das auszuschenkende Getränk nicht
mit Rückständen des zuletzt
ausgeschenkten Getränkes
einer anderen Kammer, welche in Form von Tropfen in der Ausgießnase verharren,
vermengen.
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Als
besonders vorteilhaft erweist sich eine Austauschbarkeit der einzelnen
Kammern der Kanne. Ist beispielsweise eine Kammer entleert, kann
sie schnell mit einer gefüllten
ausgetauscht werden, ohne daß die
gesamte Kanne zum Befüllungsort transportiert
werden muß.
Auch bei der Befüllung
der Kanne mit erhitzten Getränken,
können
diese, wenn sie nicht mehr die gewünschte Temperatur aufweisen,
in ihrer Kammer von der Kanne getrennt werden und mitsamt der Kammer
beispielsweise in einer Mikrowelle oder anderen Erhitzern auf die
gewünschte Temperatur
erwärmt
und anschließend
wieder mit den restlichen Kammer der Kanne verbunden werden.
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Vorteilhafterweise
ist das Lösen
bzw. das Verbinden der Kammern über
einen Mechanismus gesichert, welcher vorzugsweise im Boden der Kanne
angeordnet ist. Der Mechanismus zum Lösen bzw. Verbinden der Kammern
kann sich aber auch im Griffbereich befinden, hierdurch wäre eine
komfortable Einhandbedienung möglich.
Vorzugsweise kann der Mechanismus zum Lösen bzw. Verbinden der Kammern
als Drehmechanismus ausgestaltet sein, dies läßt eine kostengünstige,
mechanische und sichere Handhabung zu. Grundsätzlich könnte dieser Mechanismus aber
auch durch eine Magnetverbindung oder eine Schnapp-Rastverbindung
realisiert werden.
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Ein
weiterer Vorzug ergibt sich aus der lösbaren Verbindung der mehreren
Kammern mit mindestens einem der Verschlußelemente und/oder mindestens
einem der Deckelelemente. Durch das temporäre Entfernen des Verschluß- und/oder Deckelelementes
wird durch die nun größere Kammeröffnung sowohl
ein schnelleres Befüllen
als auch ein größerer Freiraum
für die
Reinigung der Kanne bereit gestellt. In diesem Zusammenhang erscheint
es vorteilhaft, mindestens ein Verschlußelement an mindestens ein Deckelelement
anzuordnen. Dies ermöglicht
eine schnellere Freigabe der Kammeröffnung, da nun das Deckelelement
und das Verschlußelement
nicht einzeln abgenommen werden muß.
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Bei
der Anordnung der mehreren untereinander lösbaren Kammern in einem gemeinsamen
Gehäuse
kann sowohl eine stabilere, optisch ansprechendere als auch von
den Fertigungskosten günstigere
Kanne geschaffen werden. Durch die Trennung der Stabilität und der
Getränkeaufnahmefunktion, welche
die Kanne erfüllen
muß, wird
den einzelnen Komponenten (Außengehäuse und
Getränkeaufnahmekammern)
mehr Gestaltungsfreiraum eingeräumt. So
könnte
eine Variante beispielsweise ein flexibles Getränkebehältnis in Form eines kostengünstigen Kunststoffbeutels
und für
das Außengehäuse eine Edelstahlvorrichtung
vorsehen.
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Um
ein schnelleres Ausgießen
zu ermöglichen,
ist es zweckdienlich, mindestens ein Verschlußelement in Ausgießstellung
verrastbar auszulegen. Hiermit wird erreicht, daß nicht während des gesamten Ausgießvorganges
das Verschlußelement
manuell in der Offenposition gehalten werden muß. Insbesondere bei Verwendung
eines Energiespeichers zum Vorspannen des Verschlußelementes
in die Schließstellung,
wird eine Komfortsteigerung mittels der Verrastung des Verschlußelementes
erreicht. Weiter ist es vorteilhaft, wenn mindestens ein Verschlußelement
in Ausgießstellung
in unterschiedlichen Ausgießquerschnitten
verrastbar ist. Hierbei könnte
ein erster, kleinerer Querschnitt langsames und auf präzise Dosierung
abzielendes Ausgießen und
ein zweiter, größerer Querschnitt
ein schnelleres Ausgießen
ermöglichen.
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Die
Erfindung ist anhand von Ausführungsbeispielen
in den Zeichnungsfiguren näher
erläutert. Diese
zeigen
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1 eine
perspektivische Darstellung der Kanne mit zwei Kammern, einem Griff
und verschiebbaren Verschlußelementen;
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2 eine
Darstellung einer Kammer mit einem Klappmechanismus für das Verschlußelement und
einen Energiespeicher;
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3 eine
Draufsicht auf eine Kanne, wobei die Kammern in der voneinander
gelösten
Position dargestellt sind;
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4 eine
einzelne Kammer einer Kanne, wobei das Verschlußelement in von der Kanne gelöster Position
dargestellt ist;
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5 eine
Draufsicht auf eine Kanne, wobei die Anordnung der Kammern in einem
gemeinsamen Gehäuse
dargestellt ist;
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6 eine
Kanne mit einem Deckelelement in von der Kanne gelöster Position;
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7 eine
Darstellung eines Deckelelementes, in welchem das Verschlußelement
verschiebbar gelagert ist;
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8 eine
Draufsicht auf eine Kanne, wobei das Verschlußelement verschwenkbar an der
Kanne angeordnet ist;
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9 eine
Darstellung gem. 1 mit Drehverschlüssen im
Bodenbereich.
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Die
Kanne 1 für
Getränke
weist eine Mehrzahl von Kammern 4 mit mindestens einem
Deckelelement 3, mindestens einem Griffelement 2 sowie mindestens
zwei Verschlußelementen 5 auf,
wobei die Verschlußelemente 5 in
einer ersten Position jeweils eine Kammer 4 verschließen und
diese in einer zweiten Position freigeben und die Verschlußelemente 5 derart
angeordnet sind, daß sowohl
deren Bedienung als auch das Halten der Kanne 1 ein selektives Ausgießen des
Inhaltes durch einhändige
Bedienung ermöglicht.
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Damit
das Verschlußelement 5 nicht
verloren geht oder zu Boden fallen kann, ist es mittels eines Schiebe- 6,
Klapp- 6',
oder Schwenkmechanismus 6'' beweglich an
der Kanne 1 befestigt. Der Schiebemechanismus 6 ist
in 1, der Klappmechanismus 6' in 2 und der
Schwenkmechanismus 6'' in 8 dargestellt.
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Um
die Einhandbedienung möglichst
komfortabel zu gestalten, ist es zweckmäßig, die Bedienflächen der
Verschlußelemente 5 im
Griffbereich 7 (nahe des Griffes 2) anzuordnen.
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Um
die wärmedämmenden
Eigenschaften zu verbessern, ist es sowohl von Vorteil die Kanne 1 und/oder
das Verschlußelement 5 ganz
oder bereichsweise wärmeisolierend
auszubilden, als auch mindestens ein Verschlußelement 5 mit einer
Dichtung 9 zu versehen, wie in 2 dargestellt.
Ebenfalls aus dieser Zeichnung ist ein Energiespeicher 10 am
Verschlußelement 5 ersichtlich,
der derart angeordnet ist, daß er
das Verschlußelement 5 in
Schließstellung
vorspannt.
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Mittels
eines Verriegelungsmechanismus wird verhindert, daß sich mehrere
Verschlußelemente 5 gleichzeitig öffnen. Somit
ist ein ungewolltes Vermischen mehrerer Flüssigkeiten beim Ausgießen ausgeschlossen.
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Die
Kanne 1 weist eine Ausgießnase 11 zum leichteren
Ausgießen
auf, insbesondere ist es zweckmäßig, die
Kammerntrennung bis in den Bereich der Ausgießnase 11 hinein zu
erstrecken. Hiermit kann eine Vermischung des auszugießenden Getränkes und
eventueller Rückstände in der
Ausgießnase 11 des
vorherigen Getränkes
vermieden werden.
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Wie
in 3 dargestellt, sind einzelne Kammern 4 lösbar miteinander
verbunden. Um ein ungewolltes Lösen
der Kammern 4 zu unterbinden, ist es zweckmäßig, einen
Mechanismus 13 zum Lösen
und Verbinden der Kammern 4 vorzusehen, dessen Bedienelement
vorzugsweise im Bodenbereich der Kanne 1 angeordnet ist.
Das Bedienelement des Mechanismus 13 zum Lösen und
Verbinden der Kammern 4 kann aber auch im Griffbereich 7 des
Griffelementes 2 angebracht sein. Der Mechanismus 13 ist in
Gestalt eines Drehmechanismus realisiert, wie aus 9 hervorgeht.
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In 4 und 6 wird
dargestellt, daß die mehreren
Kammern 4 lösbar
mit dem Verschlußelement 5 und/oder
dem Deckelelement 3 verbunden sind.
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Weiter
ist es vorteilhaft, mindestens ein Verschlußelement 5 am Deckelelement 3 anzuordnen, dies
geht aus 7 hervor, hier ist das Verschlußelement 5 verschiebbar
in einem Deckelelement 3 gelagert.
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In
Zeichnungsfig. 5 ist die Anordnung mehrerer Kammern 4 in
einem gemeinsamen Außengehäuse 12 dargestellt.
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Ein
Verrasten des Verschlußelementes 5 in der
Ausgießstellung
vereinfacht die Handhabung der Kanne 1. Der Bedienkomfort
kann nochmals gesteigert werden, wenn beim Überführen des Verschlußmechanismus 5 von
der Offen- in die Schließposition oder
umgekehrt eine Verrastung geschieht. Bei einem geringeren verrasteten
Ausgießöffnungsquerschnitt
kann ein kleinerer Volumenstrom ausgegossen werden und erleichtert
somit ein exakteres Dosieren beim Ausgießen.
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- 1
- Kanne
- 2
- Griffelement
- 3
- Deckelelement
- 4
- Kammer
- 5
- Verschlußelement
- 6
- Schiebemechanismus
- 6'
- Klappmechanismus
- 6''
- Schwenkmechanismus
- 7
- Griffbereich
- 8
- Bedienfläche
- 9
- Dichtung
- 10
- Energiespeicher
- 11
- Ausgießnase
- 12
- Außengehäuse
- 13
- Mechanismus