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Die
Erfindung betrifft den Schwimmkörper
eines im Wasser schwimmenden Feldes, der als Volumenunterbau den
notwendigen Auftrieb bereitstellt, damit eine als Hydrokultur bezeichnete
Bepflanzung des Feldes sowie präsente
menschliche Arbeitskräfte
immer oberhalb des Wasserspiegels verbleiben. Derartige Schwimmkörper sind
bekannt.
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Die
Anlage von Anpflanzungen in Hydrokultur als intelligente Alternative
zur bekannten, aufwendigen Landbewässerung über Kanalsysteme wurde schon
vor hunderten von Jahren von den Azteken Mittelamerikas praktiziert.
Obwohl auf den sogenannten 'schwimmenden
Feldern' dieser
altamerikanischen Kultur, wie überliefert
wurde, bis zu 4 Ernten im Jahr eingefahren werden konnten und phänomenale
Erträge
erzielt wurden, die bis heute trotz Einsatz modernster Agrartechnik
unerreicht sind, hat sich diese Form des landwirtschaftlichen Anbaus nicht
durchgesetzt.
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Generell
existiert zwar ein enormes Angebot an potentiellen Süßwasserflächen, alleine
die weltweite Anzahl künstlich
angelegter Stauseen, die im übrigen
beträchtliche
Landwirtschaftsflächen überflutet
haben, beläuft
sich auf 40.000 Reservoirs (ab 15 Meter Dammhöhe), und wächst jeden Tag um einen weiteren
Damm. Die Fläche,
die lediglich diese künstlichen
Seen bedecken, ist mit 400.000 Quadratkilometern grösser als
die Gesamtfläche
Deutschlands. Viele dieser Stauseen liegen zudem in absoluten Trockengebieten,
wo Landwirtschaft ansonsten nur mit Bewässerung möglich ist, Land in Wassernähe rar und
Bewässerungs/Wasserrechte
entsprechend kostbar sind. Des Weiteren gehen immer mehr bewässerte Landflächen gerade
in Trockengebieten durch Versalzung oder Grundwasserabsenkung (zu hohe
Wasserentnahme aus Bodenreservoirs) verloren.
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Die
Bedingungen, um Hydrokulturen im grossen Stil auf schwimmenden Feldern
in Stauseen oder natürlichen
Seen einzusetzen, wären
also eigentlich gegeben, umsomehr als diese Form des landwirtschaftlichen
Anbaus auch noch enorm wassersparend ist, somit einen Beitrag für einen
Weg aus der weltweiten Süßwassermisere
liefern könnte. Werden
Pflanzen nämlich
nicht gegossen, sondern im Wasser gezogen, fällt der Verlust durch Verdunstung
weg, und der Wasserbedarf kann um mehr als den Faktor 1000 sinken.
Darüber
hinaus schrumpft die Anbaufläche
in Hydrokultur auf einen Bruchteil der Fläche, die bei konventioneller
Landwirtschaft notwendig wäre,
um denselben Ertrag zu erbringen.
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Tatsächlich ist
die Nutzung dieser Form der Landwirtschaft indes äußerst rar.
Trotz der eigentlich hervorragenden Ausgangsbedingungen ist die
Bedeutung schwimmender Hydrokulturen bis heute über rudimentäre Ansätze nicht
hinausgekommen. Der Grund hierfür
ist der Mangel an geeigneten Schwimmkörpern.
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Weltweit
wird zwar eine Vielzahl verschiedenster Materialien eingesetzt,
um Flächen schwimmfähig zu machen.
Eine überzeugende
Lösung,
um schwimmende Hydrokulturen in Stauseen oder natürlichen
Seen bei jeglicher Wassertiefe in grossem Umfang einsetzen zu können, ist
jedoch nirgendwo verfügbar.
Die Lösungen,
die in den verschiedensten Ländern
dieser Welt heute zum Einsatz kommen, haben vielmehr oft einen etwas
antiquierten Charme.
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Das
bekannteste Einsatzbeispiel und tatsächlich der derzeit einzige
Standort weltweit, wo 'echte' schwimmende Felder
aktuell existieren, ist der seichte Inle-See in Myanmar. Dort baut
das Volk der Intha auf 1-Meter dicken, schwimmenden Humusschichten
Gemüse
an. Durch diese schwimmenden Gemüsebeete
werden Stangen gestochen, die bis auf den Seegrund in ca. 3 Meter
Tiefe reichen, um die Felder im See zu fixieren, ein Wegdriften
zu verhindern. Leider dauere der Aufbau dieser Humusflösse aus
Algen und Wasserhyazinthen etwa 50 Jahre – ein untauglicher Ansatz für eine breitere
Nutzbarmachung auch in anderen Weltregionen.
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Auch
die Art und Weise, wie die altamerikanischen Azteken einst ihre 'schwimmenden Felder' angelegt haben,
taugt nicht als Anleitung für
potentiellen, heutigen Stausee-Einsatz. Tatsächlich waren deren 'schwimmenden Felder' eher Schlamm- und Humusinseln,
die als Anhäufungen
auf dem flachen Seegrund (Wassertiefe des damaligen Texcoco-Sees ca
3 Meter) aufsaßen,
von Baumwurzeln zusammengehalten, vom Seewasser lediglich umgeben.
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Ahnlich
verhält
es sich mit den sogenannten 'schwimmenden
Inseln' auf dem
Titicaca-See in Peru. Diese 42 Inseln namens 'Islas de los Uros' sind aus Totora-Schilf-Bündeln in
einer Dicke von etwa 80 cm aufgebaut. Sie dienen der dortigen Bevölkerung seit
jeher als sichere Bastion für
ihre Behausungen und für
die Stallungen fürs
Vieh, in ausreichender Uferentfernung/Feinddistanz. Leider haben
diese Schilfflösse
eine Haltbarkeit von lediglich einem Jahe. Dann muß eine neue
Schilfschicht aufgelegt werden, weil die alte, mit Wasser vollgesogen,
absinkt. Nach mehreren Jahren sitzen diese Schilfschichten schließlich auch
am flachen Seeboden (in 3–4
Meter Wassertiefe) auf. Alles in allem keinesfalls eine ausbaufähige Situation,
die in anderen Gegenden dieser Welt Perspektiven eröffnen könnte.
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Eine
wesentlich höhere
Haltbarkeit läßt sich beispielsweise
mit Schwimmkörpern
auf Basis von Bambusbündeln
erreichen. Auf dem Ton-le-Sap See in Cambodia nutzt die dortige
Bevölkerung
derartige Schwimmkörper
seit langer Zeit, um Ihre Häuser
mitten im See in der Nähe
ihrer Fischgründe
zu verankern. Diese Bambusbündel
liefern mit Leichtigkeit genügend
Auftrieb für
grosszügig
dimensionierte Holzhausaufbauten und halten 30 Jahre lang. Dennoch
ist auch diese Technik als Basis für den Aufbau schwimmender Felder
im grossen Stil in vielen Regionen dieser Welt nicht vorstellbar.
Die Mengen an Bambus, die hierfür
zur Verfügung
stehen müssten,
lassen sich in vielen trockenen Ländern nicht bereitstellen.
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Auch
Baumstämme
in Form von Holzflössen werden
in vielen Ländern
dieser Erde als Schwimmkörperbasis
eingesetzt. Doch auch das in breiterem Umfang verfügbare, normalstarke
Rundholz aus Anpflanzungen saugt sich mit den Jahren mit Wasser voll
und säuft
schließlich
ab. Eine Ausnahmesituation lässt
sich zwar z.B. in Brasilien am Amazonas/Rio Solimoes/Rio Negro ausmachen,
wo vielhundertjährige
Urwaldriesen in den Fluss gefällt
wurden, mit einem Stammumfang der nahezu unbegrenzte Schwimmfähigkeit
garantiert. Diese Basis dient dort der Erstellung hochwasserresistenter,schwimmender
Häuser,
um dem stark schwankenden Flusspegel zu begegnen, ist jedoch keinesfalls ökologisch
akzeptabel oder gar übertragbar.
Holz ist im Gegenteil inzwischen weltweit generell ein teurer Rohstoff
und als Basis schwimmender Felder somit ungeeignet.
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In
Ländern
wie z.B. Norwegen, Chile, Vietnam etc. die eine relativ umfängliche
Fischwirtschaft auf Basis von Aquakultur in direkt im Meer (in Ufernähe/in Fjorden
oder Buchten-z.B. Vietnam→ Halong Bay))
schwimmenden Netzkäfigen
betreiben, wird auf Schwimmkörper
gesetzt, deren Konstruktionsbasis aus Stahl, Kunststoff oder Beton
besteht. Diese Lösungen,
die sehr haltbar sind, sichere Schwimmfähigkeit garantieren und zudem
schnell verfügbar sind,
sind allerdings für
den Einsatz im Rahmen des Agraranbaus auf schwimmenden Feldern aus
Kostengründen
von vorneherein auszuschließen.
Selbst billigere Alternativen wie z.B. die Verwendung von alten Ölfässern, Kunststofftonnen
oder Schaumstoffquadern verursacht bei den notwendigen, schwimmfähig zu machenden
Flächen,
schnell Kosten in einer Höhe,
die einen Einsatz unwirtschaftlich/untragbar für potentielle Anwender, macht.
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Äuserst billigen
Lösungen
hingegen, wie z.B. die Nutzung geleerter Kunststoffbehälter, also
Wasserflaschen, Flüssigwaschmittelbehältnisse,
Speiseölkanister – --sprich
Kunststoffmüll,der
bekanntermaßen
extrem haltbar ist – mangelt
es dagegen oft an der notwendigen sicheren Schwimmfähigkeit.
Insbesondere sehr arme Menschen in Entwicklungsländern greifen bei Bedarf an
Schwimmkörpern
oft auf diese preiswerte Option zurück, wobei sie die Einzelgefäße in grosser
Anzahl in Netzen oder Käfigen bündeln. Problematisch
ist dabei, daß sich
leicht Behälterverschlüsse öffnen, desweiteren
ein Aneinanderscheuern bei Wellengang oder ein Touchieren der teils
fragilen Einzelbehälter
zu Rissen in deren Wandungen führt – als Basis
für umfangreichen
Einsatz im Rahmen schwimmender Hydrokulturen nicht einsetzbar.
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Zusammenhängend betrachtet,
läßt sieh zum
Thema 'aktuell verfügbare Schwimmkörperversionen
für schwimmende
Felder' also folgendes
feststellen:
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Naturmaterialien
sind insbesondere in Trockengebieten, wo Hydrokulturen auf Stauseen
besonders interessant wären,
oft Mangelware. Zudem werden biologisch entstandene Materialien
in naturnaher, feuchter Umgebung, sehr schnell wieder in den Stoffkreislauf
eingegliedert, sprich natürlich
abgebaut. Deshalb bleibt selbst in Regionen, wo die Natur derartige
Materialien in grossen Mengen --quasi kostenlos zur Verfügung stellt,
ihr Einsatz im Endeffekt unwirtschaftlich, da ständig ein grosser Arbeitsaufwand
an Ersatzbeschaffung besteht.
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Der
umfangreiche Einsatz dauerhaft haltbarer Konstruktionswerkstoffe
wie z.B. Stahl, Beton oder Kunststoff ist dagegen für die potentiellen
Anwender der Agraranbaumethode auf schwimmenden Feldern, also Kleinbauern,
Familienbetriebe oder Landlose, nicht zu finanzieren. Demgegenüber sind reiche
Grossgrundbesitzer, die über
genügend
Finanzmittel verfügen,
nicht die typische Zielgruppe für diese
spezielle Anbauform, der Hydrokultur. Erstens besitzen sie ja genügend Land
und Geld, dieses auch bewässern
zu können.
Zweitens produzieren sie grossparzellig mit hohem Mechanisierungsgrad, sprich
schwerem Maschinenpark, vornehmlich Massenware wie Weizen, Sojabohnen,
Reis, Baumwolle etc.. Schwimmende Felder sind demgegenüber eher prädestiniert
für kleinparzelligen
Gemüseanbau,
der in klassischer Beetkultur mit viel Handarbeit verbunden ist.
Typische Feldfrüchte,
die nachweislich hervorragend auf schwimmenden Feldern in Hydrokultur gedeihen
sind z.B. Tomaten, Auberginen, Bohnen, Mais, Kohl usw, oder auch
Blumen und Kräuter.
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Das
einzige Material, das für
Kleinstunternehmer als Betreiber schwimmender Felder zum Aufbau
von Schwimmkörpern
mit enormer Haltbarkeit weltweit in unbegrenztem Umfang und preiswert
zur Verfügung
stünde,
wäre Kunststoffmüll (Thermoplaste-Standzeit
selbst dünnwandig
bis zu 200 Jahre). Der ist jedoch, trotz seiner grundsätzlichen Schwimmfähigkeit,
in seiner häufigsten
Vorkommensform, also kleiner und dünn-wandiger Behältnisse,
Folien, Schalenbauteile unterschiedlichster Art, denkbar ungeeignet
um die Aufgabe eines Auftriebsspenders zu erfüllen.
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Aufgabe
müßte es daher
sein, aus dem als vorteilhaft erkannten thermoplastischen Kunststoff- der
vorzugsweise preiswert als dünnwandiger,
vielteiliger Werkstoffmix in Form von Kunststoffmüll vorliegt – großdimensionierte
Volumenkörper
mit dickerer Wandung, grossem Luftspeicherpotential, hoher mechanischer
Belastbarkeit sowie enormer Haltbarkeit aufzubauen, ohne dabei auf
teure geschlossene Werkzeugformen oder Kunststoffformgebungsmaschinen
zurückzugreifen,
deren Einsatz sich aus Kostengründen
verbietet.
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Diese
Aufgabe wird gelöst
durch einen erfimdungsgemäßen Schwimmkörper nach
den Ansprüchen
1 – 11.
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Dabei
basiert die Grundidee des neuerungsmäßig gestalteten Schwimmkörpers aus
Kunststoff auf dem Einschmelzen der vielen Einzelteile des Thermoplastkunststoffmülls und
der anschließenden Neugruppierung
dieser plastischen Masse -- die zudem mithilfe eines handelsüblichen
Kompressors mit gossen Mengen Luft dotiert wird – zu einem einteiligen Volumenkörper in
der Ausdehnung entsprechend der gewünschten Grösse des schwimmenden Feldes.
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Das
Einschmelzen des Thermoplastkunststoffmülls setzt vorteilhafterweise
lediglich eine Temperatur von ca 180 ° Celsius voraus, kann also leicht in
einem alten Ölfass über offenem
Holzfeuer oder auf einem Gashockerkocher erfolgen. Um die plastische
Masse in der für
den Schwimmkörper
angestrebten, flächigen
und trogförmigen
Gestalt zu fixieren, genügt
es, eine entsprechend dimensionierte Erdform auszumauern, in der
der Abkühlvorgang stattfindet
(Selbst eine lediglich aus Lehm modellierte u. getrocknete Form
erfüllt
die Anforderungen) Vorteilhafterweise kann der Guss in vielen aufeinanderfolgenden
Abschnitten stattfinden, der Kunststoffschwimmkörper also Segmentweise komplettiert werden,
da der heisse Kunststoff eines gerade gefertigten Segments das Material
bereits bestehender, benachbarter Segmente, anlöst.
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Die
Luftdotierung kann direkt in der Form, in die plastische Masse des
gerade zu erstellenden Segments erfolgen, wobei die Druckluft, die
aus einem handelsüblichen
Kompressor über
eine Lanze eingebracht wird zu Blasen im heißen Kunststoff führt. Vorteilhafterweise
kann eine Luftbeaufschlagung der plastischen Masse aber auch bereits
vor dem Eingiessen in die Erdform erfolgen. Dazu muss der heiße, flüssige Kunststoff
Zwischenstation in einem separaten Gefäss machen, das über Lufteinblasdüsen in seinem
Boden verfügt.
Druckluft, die durch diese Bodenöffnungen
eingeblasen wird, führt dann
zu einem luftblasenverursachten Expandieren des Volumens der Masse.
Damit findet der anschließende
Guss eines Segments in der Erdform mit bereits stark luftbefrachtetem
Material statt, welches dann zusätzlich
sogar noch einmal mit einer Pressluftlanze punktiert werden kann,
um ein Maximum an Lufteintrag in den Werkstoff zu erzielen. Im Endeffekt wird
in der Erdform so ein einteiliger Volumenkörper mit Vielfachkammerstruktur
in Form von eingeschlossenen Luftblasen erzeugt, der über die
angestrebten Eigenschaften verfügt – Leichtbau
mit grosser Stabilität
und extremer Haltbarkeit.
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Ein
besonderes Gestaltungsmerkmal des erfindungsgemäßen Schwimmkörpers nach
den Ansprüchen
1 – 11
ist, daß der
Boden dieses trogförmigen,
einteiligen Volumenkörpers
mit senkrecht verlaufenden Kanälen
durchzogen ist, die später
das Eindringen von Wasser von unten, ins schwimmenden Feld, ermöglichen.
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Bei
einem komplett ausgestatteten schwimmenden Feld, mit der Gewichtsbelastung
der in den Schwimmkörper
eingebrachten Einlagen aus Blattwerk, Humus und Bodenkrume inklusive
des bestehenden Bewuchses, ist dabei durch die Volumendimensionierung
des Schwimmkörpers
garantiert, daß der
Wasserspiegel immer einige Zentimeter über dem Kunststoffboden, im
Bereich der Humusschicht im Inneren des Feldes liegt. So ist sichergestellt,
daß ständig genügend Wasser
anliegt, damit die Hydrokulturagrarwirtschaft stattfinden kann,
sich die Pflanzen so wohl fühlen,
das sie überragende
Ernteerträge
erbringen.
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Vorteilhafterweise
verfügt
ein erfindungsgemäßer, trogförmiger Schwimmkörper an
seinen Ecken über
muldenförmige
Einkerbungen, die von einem, den Volumenkörper auf seiner Aussenseite
umlaufenden Seil, freistehend überspannt
werden. Dadurch bietet sich die Möglichkeit, eine grosse Zahl der
neuerungsmäßigen Schwimmkörper aneinanderzureihen
und somit generell großflächige, zusam-menhängende Anbauflächen auf
dem Wasser zu erstellen. Durch diese Verstär-kungsmaßnahmen im Bereich der Aussenkontur
des Schwimmkörpers ist
sicher-gestellt, daß auch
Wellengang oder sonstige Touchierungsvorgänge ohne Folgen für dessen Leichtbau-Volumenstruktur
bleiben.
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Die
komfortable Bewirtschaftung eines schwimmenden Feldes setzt auch
die leichte Zugänglichkeit
zu dessen Bewuchs selbst über
grössere
Distanzen voraus, z.B. im Falle einer Ufervertäung einer langen Aufreihung
von schwimmenden Feldern. Um jedes einzelne Feld, auch jene in grösserer Uferentfernung
schnell erreichen zu können,
ist der umlaufende Rand des erfindungsgemäßen Schwimmkörpers nach
den Ansprüchen
1 – 11
in abgeflachter Formgebung ausgeführt und gibt somit eine sichere
Lauffläche
ab. Dies verheißt
selbst den Nichtschwimmern unter den Feldbewirtschaftern den angstfreien
Zugang zu jedem Feld. Des weiteren ist der neuartige Schwimmkörper vorteilhafterweise
mit Haltestangen ausgerüstet,
somit besteht beim Entlanggehen auf den Laufflächen eine zusätzliche
Sicherungsmöglichkeit über die
menschliche Hand. Für den
Fall der Fälle,
dem ins Wasser Fallen eines Feldarbeiters, besteht eine weitere
vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung im Vorhandensein einer
sicheren Haltevorrichtung für
anlandende Personen. Ausbuchtungen im Bereich der Aussenkontur des
neuartigen Schwimmkörpers
führen
zu einer Freistellung des umlaufenden Seils in diesen Bereichen,
das dort somit komplett umgreifbar ist. Im Wasser befindliche Menschen
können
sich dort nicht nur festhalten, sondern auch, während sie sich dort aufstützen, leicht zurück aufs
Feld klimmen.
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Der
neuerdings durch den erfindungsgemäßen Schwimmkörper mögliche,
grossflächige
Einsatz schwimmender Felder auch auf Stauseen mit grosser Wassertiefe
zieht, neben der Ausweitung der Nahrungsmittelproduktion insbesondere
in besonders trockenen Gebieten, auch noch eine ganze Reihe weiterer,
positiver Aspekte nach sich:
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Ein
grosser Vorteil der neuerdings möglichen Stauseehydrokultur
ist, daß durch
die Wasserflächenabdeckung
der schwimmenden Felder weniger Stauseewasser verdunstet. Im Endeffekt
bleibt insbesondere in trockenen Ländern, wo das Wasser eines Stausees
(oder dessen Mangel) über
Wohl und Wehe der dortigen Bevölkerung
bestimmen, das knappe Gut Wasser dadurch länger im Reservoir verfügbar.
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Des
weiteren bieten schwimmende Felder auf Basis des erfindungsgemäßen Schwimmkörpers nach
Anspruch 1 – 11
neuerdings die Möglichkeit, den
im Zuge von Staudammbauten landenteigneten Bauern eine agrarwirtschaftsbasierte
Zukunftsperspektive zu bieten. Insbesondere in der sogenannten 3.
Welt entsteht oft Aufgrund von Vertreibungen im Zuge von Wasseraufstauungen
erhebliche Not. So machte eine Untersuchung aus dem Jahr 2000 öffentlich,
daß alleine
die von der Weltbank zu diesem Zeitpunkt geförderten Staudammprojekte je
nach Quelle zwischen 2,5 – 3
Millionen Menschen von ihrer Scholle vertreiben werden. Dabei geht
meistens bestes Agrarland in auserordentlich fruchtbaren Tallagen
verloren, für
das die wenigsten dieser Bauern adäquat entschädigt werden oder als Ausgleich
dafür alternative
Landflächen
erhalten.
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Vorteilhaft
ist auch, daß als
Folge des erfindungsgemäßen Schwimmkörpers, die
schwimmende Felderwirtschaft generell als eine alternative, hochwassersichere
Anbauform auftreten kann. Empfindlicher Gemüseanbau könnte z.B. überwiegend auf schwimmenden
Feldern erfolgen. Die überflutungsgefährdeten
See-und Flussuferzonen könnten
stattdessen in Zukunft eher mit Anpflanzungsformen belegt werden,
die auch einmal eine zeitweilige Überflutung überstehen, wie z.B. Obstbaumkulturen.
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Der
neuerdings durch die Erfindung mögliche,
grossflächige
Aufbau schwimmender Felder auf Basis eines Werkstoffs der aus Kunststoffmüll besteht,
zieht dabei quasi als positiven Nebeneffekt nach sich, daß das insbesondere
viele Landschaften in der 3. Welt in grossen Mengen verschandelnde
Altplastik reduziert würde,
möglicherweise
sogar von der Bildfläche
verschwinden würde.
Die Gewinnung eines Wertstoffes ginge in diesem Falle quasi einher mit
Umweltschutzengagement.
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Schlußendlich
eröffnet
sich den Nutzern schwimmender Hydrokulturen, die sich nun in Folge der
Erfindung gemäß den Ansprüchen 1 – 11 in
grossem Umfang auch in Bereichen tieferen Wassers in Seen und Stauseen
betreiben lassen, vorteilhafterweise die Möglichkeit, ihre Felder kostenlos
mit fruchtbarem Schlamm aus seichten Seebereichen zu düngen. Flüsse und
Bäche lagern
diesen fruchtbaren Schlamm überreichlich
mit ihrer Sedimentfracht in flachen Uferbereichen ab, so daß sogar
vielerorts die Gefahr der grossflächigen Verlandung besteht.
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Dieser
Naturdünger
läßt sich
mit wenig Aufwand aus den Flachwasserbereichen schöpfen und auf
die schwimmenden Felder verfrachten. Dort kann dieser Schlamm dann,
ausschließlich
oder auch zusätzlich
in Verbindung mit Tierdung (in Trockengebieten z.B. Kameldung),
dafür sorgen,
daß die
legendäre
Fruchtbarkeit schwimmender Felder zur Entfaltung gelangt.
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Die
Erfindung wird im folgenden Anhand eines Ausführungsbeispiels unter Bezugnahme
auf die Zeichnungen 1 bis 4 näher
erläutert.
Dabei zeigt:
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Zeichnung
1 : Einen erfindungsgemäßen Schwimmkörper in
perspektivischer Darstellung mit angeschnittenem Eck zur besonderen
Verdeutlichung seines vielpoorigen Aufbaus in Form von in den Kunst
stoff eingebetteten Luftblasen, zusätzlich ist die Schichtung einer
im Schwimmkörper
angelegtenen Hydrokultur veranschaulicht.
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Zeichnung
2: 3-Seitenansicht des erfindungsgemäßen Schwimmkörpers, mit
zusätzlicher Darstellung
von 2 an der Längsseite
zusammengebundenen Schwimmkörpern
und der sich dabei ergebenden Möglichkeit,
auf die beiden nebeneinanderliegenden Laufflächen der Schwimmkörper breite
Paneele zu installieren. Dies garantiert komfortablen und sicheren
Zugang auch zu vom Seeufer weiter entfernten Anbauflächen selbst
mit radgestützten Transporthilfen
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Zeichnung
3 : Schnittdarstellung zur besonderen Erläuterung des Fertigungsablaufs
bei der Herstellung eines erfindungsgemäßen Schwimmkörpers, beginnend
mit dem in Station I vorgehaltenen Thermoplastmüll, der in Station II eingeschmolzen,
in Station III mit Luft beaufschlagt und schließlich in Station IV in Form
gegossen wird.
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Zeichnung
4: Situation einer Vielzahl erfindungsgemäßer Schwimmkörper in
Addition, resultierend in einer grossflächige Seeabdeckung durch schwimmende
Felder, Darstellung in dezenter Fischaugenperspektive.
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Der
in Zeichnung 1 in perspektivischer Darstellung gezeigte, erfindungsgemäße Schwimmkörper besteht
aus Thermoplast-Kunststoffmüll,
der durch Einlagerung von Luftblasen (1) über hohe
Auftriebsbeiwerte verfügt.
In seiner Ausformung entspricht er einer Trogform, mit einem umlaufenden,
erhöhten
Rand (2) und einem demgegenüber dünneren Boden (3),
der mit senkrecht verlaufenden, röhrenförmigen Kanälen (4) durchzogen
ist. Die Ecken (5) verfügen
an der Aussenseite der Trogform zur Oberkante hin über muldenförmige Einkerbungen (6),
die dafür
sorgen daß das
Seil (7) das die Trogform auf der Außenseite umläuft, in
diesem Bereich freigestellt, zum Durchfädeln von Tauwerk vorliegt. Der
erhöhte
Rand (2) ist auf seiner Oberseite in abgeflachter Formgebung
ausgeführt, kann
somit eine sichere Lauffläche
(8) abgeben. Zusätzliche
Sicherheit bieten Haltestangen (9), die entlang der Lauffläche (8)
vorhanden sind. Für
Personen, die trotz dieser Sicherheitseinrichtungen ins Wasser gefallen sind,
verfügt
der Rand (2) entlang seiner äußeren Kontur über Einbuchtungen
(10), die das umlaufende Seil (7) so freistellen,
daß es
leicht zum Festhalten mit der Hand nutzbar ist. Darüber hinaus
bietet dieses Seil (7) zusätzlich einen Angriffspunkt
für ein Wiedererklimmen
des schwimmenden Feldes.