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DE202005002795U1 - Schwimmkörper aus Recyclingkunststoff als Basis eines schwimmenden Feldes - Google Patents

Schwimmkörper aus Recyclingkunststoff als Basis eines schwimmenden Feldes Download PDF

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DE202005002795U1
DE202005002795U1 DE200520002795 DE202005002795U DE202005002795U1 DE 202005002795 U1 DE202005002795 U1 DE 202005002795U1 DE 200520002795 DE200520002795 DE 200520002795 DE 202005002795 U DE202005002795 U DE 202005002795U DE 202005002795 U1 DE202005002795 U1 DE 202005002795U1
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Abstract

Schwimmkörper aus Kunststoff, dessen Auftriebspotential die Basis eines im Wasser schwimmenden Feldes zur Agrarproduktion in Hydrokultur bildet dadurch gekennzeichnet, daß er aus einem Werkstoffmix aus eingeschmolzenen, unsortierten Thermoplast-Kunststoffen, vorzugsweise Kunststoffabfällen, besteht, in welchen Werkstoffmix grosse Luftblasen (1) so eingelagert sind, daß sich ein Volumen mit Vielfachkammerstruktur ergibt.

Description

  • Die Erfindung betrifft den Schwimmkörper eines im Wasser schwimmenden Feldes, der als Volumenunterbau den notwendigen Auftrieb bereitstellt, damit eine als Hydrokultur bezeichnete Bepflanzung des Feldes sowie präsente menschliche Arbeitskräfte immer oberhalb des Wasserspiegels verbleiben. Derartige Schwimmkörper sind bekannt.
  • Die Anlage von Anpflanzungen in Hydrokultur als intelligente Alternative zur bekannten, aufwendigen Landbewässerung über Kanalsysteme wurde schon vor hunderten von Jahren von den Azteken Mittelamerikas praktiziert. Obwohl auf den sogenannten 'schwimmenden Feldern' dieser altamerikanischen Kultur, wie überliefert wurde, bis zu 4 Ernten im Jahr eingefahren werden konnten und phänomenale Erträge erzielt wurden, die bis heute trotz Einsatz modernster Agrartechnik unerreicht sind, hat sich diese Form des landwirtschaftlichen Anbaus nicht durchgesetzt.
  • Generell existiert zwar ein enormes Angebot an potentiellen Süßwasserflächen, alleine die weltweite Anzahl künstlich angelegter Stauseen, die im übrigen beträchtliche Landwirtschaftsflächen überflutet haben, beläuft sich auf 40.000 Reservoirs (ab 15 Meter Dammhöhe), und wächst jeden Tag um einen weiteren Damm. Die Fläche, die lediglich diese künstlichen Seen bedecken, ist mit 400.000 Quadratkilometern grösser als die Gesamtfläche Deutschlands. Viele dieser Stauseen liegen zudem in absoluten Trockengebieten, wo Landwirtschaft ansonsten nur mit Bewässerung möglich ist, Land in Wassernähe rar und Bewässerungs/Wasserrechte entsprechend kostbar sind. Des Weiteren gehen immer mehr bewässerte Landflächen gerade in Trockengebieten durch Versalzung oder Grundwasserabsenkung (zu hohe Wasserentnahme aus Bodenreservoirs) verloren.
  • Die Bedingungen, um Hydrokulturen im grossen Stil auf schwimmenden Feldern in Stauseen oder natürlichen Seen einzusetzen, wären also eigentlich gegeben, umsomehr als diese Form des landwirtschaftlichen Anbaus auch noch enorm wassersparend ist, somit einen Beitrag für einen Weg aus der weltweiten Süßwassermisere liefern könnte. Werden Pflanzen nämlich nicht gegossen, sondern im Wasser gezogen, fällt der Verlust durch Verdunstung weg, und der Wasserbedarf kann um mehr als den Faktor 1000 sinken. Darüber hinaus schrumpft die Anbaufläche in Hydrokultur auf einen Bruchteil der Fläche, die bei konventioneller Landwirtschaft notwendig wäre, um denselben Ertrag zu erbringen.
  • Tatsächlich ist die Nutzung dieser Form der Landwirtschaft indes äußerst rar. Trotz der eigentlich hervorragenden Ausgangsbedingungen ist die Bedeutung schwimmender Hydrokulturen bis heute über rudimentäre Ansätze nicht hinausgekommen. Der Grund hierfür ist der Mangel an geeigneten Schwimmkörpern.
  • Weltweit wird zwar eine Vielzahl verschiedenster Materialien eingesetzt, um Flächen schwimmfähig zu machen. Eine überzeugende Lösung, um schwimmende Hydrokulturen in Stauseen oder natürlichen Seen bei jeglicher Wassertiefe in grossem Umfang einsetzen zu können, ist jedoch nirgendwo verfügbar. Die Lösungen, die in den verschiedensten Ländern dieser Welt heute zum Einsatz kommen, haben vielmehr oft einen etwas antiquierten Charme.
  • Das bekannteste Einsatzbeispiel und tatsächlich der derzeit einzige Standort weltweit, wo 'echte' schwimmende Felder aktuell existieren, ist der seichte Inle-See in Myanmar. Dort baut das Volk der Intha auf 1-Meter dicken, schwimmenden Humusschichten Gemüse an. Durch diese schwimmenden Gemüsebeete werden Stangen gestochen, die bis auf den Seegrund in ca. 3 Meter Tiefe reichen, um die Felder im See zu fixieren, ein Wegdriften zu verhindern. Leider dauere der Aufbau dieser Humusflösse aus Algen und Wasserhyazinthen etwa 50 Jahre – ein untauglicher Ansatz für eine breitere Nutzbarmachung auch in anderen Weltregionen.
  • Auch die Art und Weise, wie die altamerikanischen Azteken einst ihre 'schwimmenden Felder' angelegt haben, taugt nicht als Anleitung für potentiellen, heutigen Stausee-Einsatz. Tatsächlich waren deren 'schwimmenden Felder' eher Schlamm- und Humusinseln, die als Anhäufungen auf dem flachen Seegrund (Wassertiefe des damaligen Texcoco-Sees ca 3 Meter) aufsaßen, von Baumwurzeln zusammengehalten, vom Seewasser lediglich umgeben.
  • Ahnlich verhält es sich mit den sogenannten 'schwimmenden Inseln' auf dem Titicaca-See in Peru. Diese 42 Inseln namens 'Islas de los Uros' sind aus Totora-Schilf-Bündeln in einer Dicke von etwa 80 cm aufgebaut. Sie dienen der dortigen Bevölkerung seit jeher als sichere Bastion für ihre Behausungen und für die Stallungen fürs Vieh, in ausreichender Uferentfernung/Feinddistanz. Leider haben diese Schilfflösse eine Haltbarkeit von lediglich einem Jahe. Dann muß eine neue Schilfschicht aufgelegt werden, weil die alte, mit Wasser vollgesogen, absinkt. Nach mehreren Jahren sitzen diese Schilfschichten schließlich auch am flachen Seeboden (in 3–4 Meter Wassertiefe) auf. Alles in allem keinesfalls eine ausbaufähige Situation, die in anderen Gegenden dieser Welt Perspektiven eröffnen könnte.
  • Eine wesentlich höhere Haltbarkeit läßt sich beispielsweise mit Schwimmkörpern auf Basis von Bambusbündeln erreichen. Auf dem Ton-le-Sap See in Cambodia nutzt die dortige Bevölkerung derartige Schwimmkörper seit langer Zeit, um Ihre Häuser mitten im See in der Nähe ihrer Fischgründe zu verankern. Diese Bambusbündel liefern mit Leichtigkeit genügend Auftrieb für grosszügig dimensionierte Holzhausaufbauten und halten 30 Jahre lang. Dennoch ist auch diese Technik als Basis für den Aufbau schwimmender Felder im grossen Stil in vielen Regionen dieser Welt nicht vorstellbar. Die Mengen an Bambus, die hierfür zur Verfügung stehen müssten, lassen sich in vielen trockenen Ländern nicht bereitstellen.
  • Auch Baumstämme in Form von Holzflössen werden in vielen Ländern dieser Erde als Schwimmkörperbasis eingesetzt. Doch auch das in breiterem Umfang verfügbare, normalstarke Rundholz aus Anpflanzungen saugt sich mit den Jahren mit Wasser voll und säuft schließlich ab. Eine Ausnahmesituation lässt sich zwar z.B. in Brasilien am Amazonas/Rio Solimoes/Rio Negro ausmachen, wo vielhundertjährige Urwaldriesen in den Fluss gefällt wurden, mit einem Stammumfang der nahezu unbegrenzte Schwimmfähigkeit garantiert. Diese Basis dient dort der Erstellung hochwasserresistenter,schwimmender Häuser, um dem stark schwankenden Flusspegel zu begegnen, ist jedoch keinesfalls ökologisch akzeptabel oder gar übertragbar. Holz ist im Gegenteil inzwischen weltweit generell ein teurer Rohstoff und als Basis schwimmender Felder somit ungeeignet.
  • In Ländern wie z.B. Norwegen, Chile, Vietnam etc. die eine relativ umfängliche Fischwirtschaft auf Basis von Aquakultur in direkt im Meer (in Ufernähe/in Fjorden oder Buchten-z.B. Vietnam→ Halong Bay)) schwimmenden Netzkäfigen betreiben, wird auf Schwimmkörper gesetzt, deren Konstruktionsbasis aus Stahl, Kunststoff oder Beton besteht. Diese Lösungen, die sehr haltbar sind, sichere Schwimmfähigkeit garantieren und zudem schnell verfügbar sind, sind allerdings für den Einsatz im Rahmen des Agraranbaus auf schwimmenden Feldern aus Kostengründen von vorneherein auszuschließen. Selbst billigere Alternativen wie z.B. die Verwendung von alten Ölfässern, Kunststofftonnen oder Schaumstoffquadern verursacht bei den notwendigen, schwimmfähig zu machenden Flächen, schnell Kosten in einer Höhe, die einen Einsatz unwirtschaftlich/untragbar für potentielle Anwender, macht.
  • Äuserst billigen Lösungen hingegen, wie z.B. die Nutzung geleerter Kunststoffbehälter, also Wasserflaschen, Flüssigwaschmittelbehältnisse, Speiseölkanister – --sprich Kunststoffmüll,der bekanntermaßen extrem haltbar ist – mangelt es dagegen oft an der notwendigen sicheren Schwimmfähigkeit. Insbesondere sehr arme Menschen in Entwicklungsländern greifen bei Bedarf an Schwimmkörpern oft auf diese preiswerte Option zurück, wobei sie die Einzelgefäße in grosser Anzahl in Netzen oder Käfigen bündeln. Problematisch ist dabei, daß sich leicht Behälterverschlüsse öffnen, desweiteren ein Aneinanderscheuern bei Wellengang oder ein Touchieren der teils fragilen Einzelbehälter zu Rissen in deren Wandungen führt – als Basis für umfangreichen Einsatz im Rahmen schwimmender Hydrokulturen nicht einsetzbar.
  • Zusammenhängend betrachtet, läßt sieh zum Thema 'aktuell verfügbare Schwimmkörperversionen für schwimmende Felder' also folgendes feststellen:
  • Naturmaterialien sind insbesondere in Trockengebieten, wo Hydrokulturen auf Stauseen besonders interessant wären, oft Mangelware. Zudem werden biologisch entstandene Materialien in naturnaher, feuchter Umgebung, sehr schnell wieder in den Stoffkreislauf eingegliedert, sprich natürlich abgebaut. Deshalb bleibt selbst in Regionen, wo die Natur derartige Materialien in grossen Mengen --quasi kostenlos zur Verfügung stellt, ihr Einsatz im Endeffekt unwirtschaftlich, da ständig ein grosser Arbeitsaufwand an Ersatzbeschaffung besteht.
  • Der umfangreiche Einsatz dauerhaft haltbarer Konstruktionswerkstoffe wie z.B. Stahl, Beton oder Kunststoff ist dagegen für die potentiellen Anwender der Agraranbaumethode auf schwimmenden Feldern, also Kleinbauern, Familienbetriebe oder Landlose, nicht zu finanzieren. Demgegenüber sind reiche Grossgrundbesitzer, die über genügend Finanzmittel verfügen, nicht die typische Zielgruppe für diese spezielle Anbauform, der Hydrokultur. Erstens besitzen sie ja genügend Land und Geld, dieses auch bewässern zu können. Zweitens produzieren sie grossparzellig mit hohem Mechanisierungsgrad, sprich schwerem Maschinenpark, vornehmlich Massenware wie Weizen, Sojabohnen, Reis, Baumwolle etc.. Schwimmende Felder sind demgegenüber eher prädestiniert für kleinparzelligen Gemüseanbau, der in klassischer Beetkultur mit viel Handarbeit verbunden ist. Typische Feldfrüchte, die nachweislich hervorragend auf schwimmenden Feldern in Hydrokultur gedeihen sind z.B. Tomaten, Auberginen, Bohnen, Mais, Kohl usw, oder auch Blumen und Kräuter.
  • Das einzige Material, das für Kleinstunternehmer als Betreiber schwimmender Felder zum Aufbau von Schwimmkörpern mit enormer Haltbarkeit weltweit in unbegrenztem Umfang und preiswert zur Verfügung stünde, wäre Kunststoffmüll (Thermoplaste-Standzeit selbst dünnwandig bis zu 200 Jahre). Der ist jedoch, trotz seiner grundsätzlichen Schwimmfähigkeit, in seiner häufigsten Vorkommensform, also kleiner und dünn-wandiger Behältnisse, Folien, Schalenbauteile unterschiedlichster Art, denkbar ungeeignet um die Aufgabe eines Auftriebsspenders zu erfüllen.
  • Aufgabe müßte es daher sein, aus dem als vorteilhaft erkannten thermoplastischen Kunststoff- der vorzugsweise preiswert als dünnwandiger, vielteiliger Werkstoffmix in Form von Kunststoffmüll vorliegt – großdimensionierte Volumenkörper mit dickerer Wandung, grossem Luftspeicherpotential, hoher mechanischer Belastbarkeit sowie enormer Haltbarkeit aufzubauen, ohne dabei auf teure geschlossene Werkzeugformen oder Kunststoffformgebungsmaschinen zurückzugreifen, deren Einsatz sich aus Kostengründen verbietet.
  • Diese Aufgabe wird gelöst durch einen erfimdungsgemäßen Schwimmkörper nach den Ansprüchen 1 – 11.
  • Dabei basiert die Grundidee des neuerungsmäßig gestalteten Schwimmkörpers aus Kunststoff auf dem Einschmelzen der vielen Einzelteile des Thermoplastkunststoffmülls und der anschließenden Neugruppierung dieser plastischen Masse -- die zudem mithilfe eines handelsüblichen Kompressors mit gossen Mengen Luft dotiert wird – zu einem einteiligen Volumenkörper in der Ausdehnung entsprechend der gewünschten Grösse des schwimmenden Feldes.
  • Das Einschmelzen des Thermoplastkunststoffmülls setzt vorteilhafterweise lediglich eine Temperatur von ca 180 ° Celsius voraus, kann also leicht in einem alten Ölfass über offenem Holzfeuer oder auf einem Gashockerkocher erfolgen. Um die plastische Masse in der für den Schwimmkörper angestrebten, flächigen und trogförmigen Gestalt zu fixieren, genügt es, eine entsprechend dimensionierte Erdform auszumauern, in der der Abkühlvorgang stattfindet (Selbst eine lediglich aus Lehm modellierte u. getrocknete Form erfüllt die Anforderungen) Vorteilhafterweise kann der Guss in vielen aufeinanderfolgenden Abschnitten stattfinden, der Kunststoffschwimmkörper also Segmentweise komplettiert werden, da der heisse Kunststoff eines gerade gefertigten Segments das Material bereits bestehender, benachbarter Segmente, anlöst.
  • Die Luftdotierung kann direkt in der Form, in die plastische Masse des gerade zu erstellenden Segments erfolgen, wobei die Druckluft, die aus einem handelsüblichen Kompressor über eine Lanze eingebracht wird zu Blasen im heißen Kunststoff führt. Vorteilhafterweise kann eine Luftbeaufschlagung der plastischen Masse aber auch bereits vor dem Eingiessen in die Erdform erfolgen. Dazu muss der heiße, flüssige Kunststoff Zwischenstation in einem separaten Gefäss machen, das über Lufteinblasdüsen in seinem Boden verfügt. Druckluft, die durch diese Bodenöffnungen eingeblasen wird, führt dann zu einem luftblasenverursachten Expandieren des Volumens der Masse. Damit findet der anschließende Guss eines Segments in der Erdform mit bereits stark luftbefrachtetem Material statt, welches dann zusätzlich sogar noch einmal mit einer Pressluftlanze punktiert werden kann, um ein Maximum an Lufteintrag in den Werkstoff zu erzielen. Im Endeffekt wird in der Erdform so ein einteiliger Volumenkörper mit Vielfachkammerstruktur in Form von eingeschlossenen Luftblasen erzeugt, der über die angestrebten Eigenschaften verfügt – Leichtbau mit grosser Stabilität und extremer Haltbarkeit.
  • Ein besonderes Gestaltungsmerkmal des erfindungsgemäßen Schwimmkörpers nach den Ansprüchen 1 – 11 ist, daß der Boden dieses trogförmigen, einteiligen Volumenkörpers mit senkrecht verlaufenden Kanälen durchzogen ist, die später das Eindringen von Wasser von unten, ins schwimmenden Feld, ermöglichen.
  • Bei einem komplett ausgestatteten schwimmenden Feld, mit der Gewichtsbelastung der in den Schwimmkörper eingebrachten Einlagen aus Blattwerk, Humus und Bodenkrume inklusive des bestehenden Bewuchses, ist dabei durch die Volumendimensionierung des Schwimmkörpers garantiert, daß der Wasserspiegel immer einige Zentimeter über dem Kunststoffboden, im Bereich der Humusschicht im Inneren des Feldes liegt. So ist sichergestellt, daß ständig genügend Wasser anliegt, damit die Hydrokulturagrarwirtschaft stattfinden kann, sich die Pflanzen so wohl fühlen, das sie überragende Ernteerträge erbringen.
  • Vorteilhafterweise verfügt ein erfindungsgemäßer, trogförmiger Schwimmkörper an seinen Ecken über muldenförmige Einkerbungen, die von einem, den Volumenkörper auf seiner Aussenseite umlaufenden Seil, freistehend überspannt werden. Dadurch bietet sich die Möglichkeit, eine grosse Zahl der neuerungsmäßigen Schwimmkörper aneinanderzureihen und somit generell großflächige, zusam-menhängende Anbauflächen auf dem Wasser zu erstellen. Durch diese Verstär-kungsmaßnahmen im Bereich der Aussenkontur des Schwimmkörpers ist sicher-gestellt, daß auch Wellengang oder sonstige Touchierungsvorgänge ohne Folgen für dessen Leichtbau-Volumenstruktur bleiben.
  • Die komfortable Bewirtschaftung eines schwimmenden Feldes setzt auch die leichte Zugänglichkeit zu dessen Bewuchs selbst über grössere Distanzen voraus, z.B. im Falle einer Ufervertäung einer langen Aufreihung von schwimmenden Feldern. Um jedes einzelne Feld, auch jene in grösserer Uferentfernung schnell erreichen zu können, ist der umlaufende Rand des erfindungsgemäßen Schwimmkörpers nach den Ansprüchen 1 – 11 in abgeflachter Formgebung ausgeführt und gibt somit eine sichere Lauffläche ab. Dies verheißt selbst den Nichtschwimmern unter den Feldbewirtschaftern den angstfreien Zugang zu jedem Feld. Des weiteren ist der neuartige Schwimmkörper vorteilhafterweise mit Haltestangen ausgerüstet, somit besteht beim Entlanggehen auf den Laufflächen eine zusätzliche Sicherungsmöglichkeit über die menschliche Hand. Für den Fall der Fälle, dem ins Wasser Fallen eines Feldarbeiters, besteht eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung im Vorhandensein einer sicheren Haltevorrichtung für anlandende Personen. Ausbuchtungen im Bereich der Aussenkontur des neuartigen Schwimmkörpers führen zu einer Freistellung des umlaufenden Seils in diesen Bereichen, das dort somit komplett umgreifbar ist. Im Wasser befindliche Menschen können sich dort nicht nur festhalten, sondern auch, während sie sich dort aufstützen, leicht zurück aufs Feld klimmen.
  • Der neuerdings durch den erfindungsgemäßen Schwimmkörper mögliche, grossflächige Einsatz schwimmender Felder auch auf Stauseen mit grosser Wassertiefe zieht, neben der Ausweitung der Nahrungsmittelproduktion insbesondere in besonders trockenen Gebieten, auch noch eine ganze Reihe weiterer, positiver Aspekte nach sich:
  • Ein grosser Vorteil der neuerdings möglichen Stauseehydrokultur ist, daß durch die Wasserflächenabdeckung der schwimmenden Felder weniger Stauseewasser verdunstet. Im Endeffekt bleibt insbesondere in trockenen Ländern, wo das Wasser eines Stausees (oder dessen Mangel) über Wohl und Wehe der dortigen Bevölkerung bestimmen, das knappe Gut Wasser dadurch länger im Reservoir verfügbar.
  • Des weiteren bieten schwimmende Felder auf Basis des erfindungsgemäßen Schwimmkörpers nach Anspruch 1 – 11 neuerdings die Möglichkeit, den im Zuge von Staudammbauten landenteigneten Bauern eine agrarwirtschaftsbasierte Zukunftsperspektive zu bieten. Insbesondere in der sogenannten 3. Welt entsteht oft Aufgrund von Vertreibungen im Zuge von Wasseraufstauungen erhebliche Not. So machte eine Untersuchung aus dem Jahr 2000 öffentlich, daß alleine die von der Weltbank zu diesem Zeitpunkt geförderten Staudammprojekte je nach Quelle zwischen 2,5 – 3 Millionen Menschen von ihrer Scholle vertreiben werden. Dabei geht meistens bestes Agrarland in auserordentlich fruchtbaren Tallagen verloren, für das die wenigsten dieser Bauern adäquat entschädigt werden oder als Ausgleich dafür alternative Landflächen erhalten.
  • Vorteilhaft ist auch, daß als Folge des erfindungsgemäßen Schwimmkörpers, die schwimmende Felderwirtschaft generell als eine alternative, hochwassersichere Anbauform auftreten kann. Empfindlicher Gemüseanbau könnte z.B. überwiegend auf schwimmenden Feldern erfolgen. Die überflutungsgefährdeten See-und Flussuferzonen könnten stattdessen in Zukunft eher mit Anpflanzungsformen belegt werden, die auch einmal eine zeitweilige Überflutung überstehen, wie z.B. Obstbaumkulturen.
  • Der neuerdings durch die Erfindung mögliche, grossflächige Aufbau schwimmender Felder auf Basis eines Werkstoffs der aus Kunststoffmüll besteht, zieht dabei quasi als positiven Nebeneffekt nach sich, daß das insbesondere viele Landschaften in der 3. Welt in grossen Mengen verschandelnde Altplastik reduziert würde, möglicherweise sogar von der Bildfläche verschwinden würde. Die Gewinnung eines Wertstoffes ginge in diesem Falle quasi einher mit Umweltschutzengagement.
  • Schlußendlich eröffnet sich den Nutzern schwimmender Hydrokulturen, die sich nun in Folge der Erfindung gemäß den Ansprüchen 1 – 11 in grossem Umfang auch in Bereichen tieferen Wassers in Seen und Stauseen betreiben lassen, vorteilhafterweise die Möglichkeit, ihre Felder kostenlos mit fruchtbarem Schlamm aus seichten Seebereichen zu düngen. Flüsse und Bäche lagern diesen fruchtbaren Schlamm überreichlich mit ihrer Sedimentfracht in flachen Uferbereichen ab, so daß sogar vielerorts die Gefahr der grossflächigen Verlandung besteht.
  • Dieser Naturdünger läßt sich mit wenig Aufwand aus den Flachwasserbereichen schöpfen und auf die schwimmenden Felder verfrachten. Dort kann dieser Schlamm dann, ausschließlich oder auch zusätzlich in Verbindung mit Tierdung (in Trockengebieten z.B. Kameldung), dafür sorgen, daß die legendäre Fruchtbarkeit schwimmender Felder zur Entfaltung gelangt.
  • Die Erfindung wird im folgenden Anhand eines Ausführungsbeispiels unter Bezugnahme auf die Zeichnungen 1 bis 4 näher erläutert. Dabei zeigt:
  • Zeichnung 1 : Einen erfindungsgemäßen Schwimmkörper in perspektivischer Darstellung mit angeschnittenem Eck zur besonderen Verdeutlichung seines vielpoorigen Aufbaus in Form von in den Kunst stoff eingebetteten Luftblasen, zusätzlich ist die Schichtung einer im Schwimmkörper angelegtenen Hydrokultur veranschaulicht.
  • Zeichnung 2: 3-Seitenansicht des erfindungsgemäßen Schwimmkörpers, mit zusätzlicher Darstellung von 2 an der Längsseite zusammengebundenen Schwimmkörpern und der sich dabei ergebenden Möglichkeit, auf die beiden nebeneinanderliegenden Laufflächen der Schwimmkörper breite Paneele zu installieren. Dies garantiert komfortablen und sicheren Zugang auch zu vom Seeufer weiter entfernten Anbauflächen selbst mit radgestützten Transporthilfen
  • Zeichnung 3 : Schnittdarstellung zur besonderen Erläuterung des Fertigungsablaufs bei der Herstellung eines erfindungsgemäßen Schwimmkörpers, beginnend mit dem in Station I vorgehaltenen Thermoplastmüll, der in Station II eingeschmolzen, in Station III mit Luft beaufschlagt und schließlich in Station IV in Form gegossen wird.
  • Zeichnung 4: Situation einer Vielzahl erfindungsgemäßer Schwimmkörper in Addition, resultierend in einer grossflächige Seeabdeckung durch schwimmende Felder, Darstellung in dezenter Fischaugenperspektive.
  • Der in Zeichnung 1 in perspektivischer Darstellung gezeigte, erfindungsgemäße Schwimmkörper besteht aus Thermoplast-Kunststoffmüll, der durch Einlagerung von Luftblasen (1) über hohe Auftriebsbeiwerte verfügt. In seiner Ausformung entspricht er einer Trogform, mit einem umlaufenden, erhöhten Rand (2) und einem demgegenüber dünneren Boden (3), der mit senkrecht verlaufenden, röhrenförmigen Kanälen (4) durchzogen ist. Die Ecken (5) verfügen an der Aussenseite der Trogform zur Oberkante hin über muldenförmige Einkerbungen (6), die dafür sorgen daß das Seil (7) das die Trogform auf der Außenseite umläuft, in diesem Bereich freigestellt, zum Durchfädeln von Tauwerk vorliegt. Der erhöhte Rand (2) ist auf seiner Oberseite in abgeflachter Formgebung ausgeführt, kann somit eine sichere Lauffläche (8) abgeben. Zusätzliche Sicherheit bieten Haltestangen (9), die entlang der Lauffläche (8) vorhanden sind. Für Personen, die trotz dieser Sicherheitseinrichtungen ins Wasser gefallen sind, verfügt der Rand (2) entlang seiner äußeren Kontur über Einbuchtungen (10), die das umlaufende Seil (7) so freistellen, daß es leicht zum Festhalten mit der Hand nutzbar ist. Darüber hinaus bietet dieses Seil (7) zusätzlich einen Angriffspunkt für ein Wiedererklimmen des schwimmenden Feldes.

Claims (11)

  1. Schwimmkörper aus Kunststoff, dessen Auftriebspotential die Basis eines im Wasser schwimmenden Feldes zur Agrarproduktion in Hydrokultur bildet dadurch gekennzeichnet, daß er aus einem Werkstoffmix aus eingeschmolzenen, unsortierten Thermoplast-Kunststoffen, vorzugsweise Kunststoffabfällen, besteht, in welchen Werkstoffmix grosse Luftblasen (1) so eingelagert sind, daß sich ein Volumen mit Vielfachkammerstruktur ergibt.
  2. Schwimmkörper nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Luftblasen (1) im Werkstoffmix unregelmäßig und in unterschiedlicher Grösse eingelagert sind und ihre Einlagerung keinen Einsatz von Kunststoffformgebungsmaschinen oder geschlossenen Werkzeugformen erfordert, sondern lediglich mithilfe eines handelsüblichen Kompressors in Form einer Einblasung von Druckluft in Kunststoff, der sich in plastischem Zustand befindet, erfolgt.
  3. Schwimmkörper nach Anspruch 1 u. 2, dadurch gekennzeichnet, daß er trogförmig ausgebildet ist und wie ein Boot im Wasser liegt, mit einem umlaufenden erhöhten Rand (2) und einem demgegenüber dünneren Boden (3)
  4. Schwimmkörper nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Boden (3) von senkrecht verlaufenden, röhrenförmigen Kanälen (4) durchzogen ist, der Boden (3) somit Wasser in das Troginnere durchläßt.
  5. Schwimmkörper nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß er volumenmseitig so konzipiert ist, daß er unter voller Gewichtsbelastung durch die einliegenden Bestandteile des Feldes wie Humusschicht, Bodenkrume und Bewuchs einen Wasserspiegel im Troginneren von lediglich einigen Zentimetern oberhalb der Oberseite des Bodens (3) erreicht.
  6. Schwimmkörper nach Anspruch 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Ecken (5) an der Außenseite der Trogform, zur Oberkante hin über muldenförmige Einkerbungen (6) verfügen, die von einem, den Rand (2) auf der Aussenseite umlaufenden Seil (7) überspannt werden.
  7. Schwimmkörper nach Anspruch 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß das umlaufende Seil (7) im Bereich der Ecken (5) in einem solchen Abstand über den muldenförmigen Einkerbungen (6) freigestellt ist, daß ein Durchfädeln von Tauwerk möglich ist, wodurch an dieser Stelle ein Aneinanderketten der erfindungsgemäßen Schwimmkörpern erfolgen kann, sich in Folge dessen lange Reihen zusammenhängender, schwimmender Felder mit grosser Anbaukapazität erstellen lassen.
  8. Schwimmkörper nach Anspruch 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Rand (2) auf seiner Oberseite in abgeflachter Formgebung ausgeführt ist, somit eine Lauffläche (8) abgibt.
  9. Schwimmkörper nach Anspruch 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß er über Haltestangen (9) verfügt, die beim Entlanggehen über die Lauffläche (8) eine Sicherungsmöglichkeit durch Festhalten mit der Hand bietet.
  10. Schwimmkörper nach Anspruch 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß der Rand (2) über Einbuchtungen (10) im Bereich seiner äußeren Kontur verfügt, so daß das umlaufende Seil (7) in diesen Bereichen frei umgreifbar ist und eine Haltemöglichkeit für ins Wasser gefallene Menschen abgibt.
  11. Schwimmkörper nach Anspruch 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß er in seiner rechteckigen Trogform bevorzugt eine Grösse aufweist, die eine LKW-Transportfähigkeit uneingeschränkt ermöglicht, daß er in seiner Abmessung daher vorwiegend in einer Breite von 3 Metern dimensioniert ist und dabei gleichzeitig etwa doppelt so lang baut.
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Cited By (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
EP4255855A4 (de) * 2020-12-04 2024-11-06 Great Plains Restoration Solutions Inc. Modulare inselanordnungen zur rückgewinnung und wiederherstellung von wetlands, reservoirs und wasserwegen
US12371655B2 (en) 2015-01-09 2025-07-29 Xiant Technologies, Inc. Multi-media structures containing growth enhancement additives

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