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Die
vorliegende Erfindung betrifft einen Schichtaufbau für einen
Weg, einen Platz oder einen Hallenboden, insbesondere für eine Reitsportanlage, mit
einer über
einem tragfesten Untergrund angeordneten wasserdurchlässigen oberen
Deckschicht aus trittfestem, wasserspeicherfähiges Material aufweisendem
Deckschichtmaterial. Nachfolgend wird aus Vereinfachungsgründen primär nur auf
Reitplätze
näher eingegangen.
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Bekannte
Reitplätze
sind in der Regel in mehreren Schichten aufgebaut. Von oben nach
unten folgen eine Tret-, eine Trenn- und eine Tragschicht aus einem
Material oder aus verschiedenen Materialien. Die Tretschicht muss
federnd sein sowie gleichmäßig tief
und rutschfest. Meist besteht sie aus Sand oder Lava mit Beimengungen
wie zum Beispiel Holz, Textilien oder Kunstfasern. Darunter folgt
eine Trennschicht, die verhindern soll, dass sich die Tretschicht
und die Tragschicht vermischen. Häufig besteht die Trennschicht
aus Gummimatten, Wabengittern oder Vlies. Die Trennschicht muss
wasserdurchlässig
sein. Unter der Trennschicht ist eine stabile und scherfeste Tragschicht
angeordnet, die wasserableitend ist, d. h. dass das Wasser darin
versickern können
muss. Es ist üblich,
als Material für
diese Schicht Schotter, Lava, Bitumen oder Beton zu verwenden. In
Abhängigkeit
vom verwendeten Material ist gegebenenfalls eine Drainage vorgesehen.
Neben einer hohen Wasserdurchlässigkeit
bzw.
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Drainagefähigkeit
sollte die Tretschicht verschiedene mechanische Eigenschaften erfüllen. Insbesondere
ist eine ausreichende Trittfestigkeit erforderlich. Wesentlich ist
dabei, dass die Pferdehufe einerseits nicht allzu tief einsinken
(geringe Tritttiefe) und andererseits ausreichend stark beim Abstoßen abgestützt werden
bzw. Widerhalt finden (hohe Trittsicherheit). Zudem ist eine gewisse
elastische Nachgiebigkeit erwünscht.
Die gewünschten
mechanischen Eigenschaften variieren je nach Anwendungsfall. Beispielsweise
ist bei einem Springplatz ein größerer Widerhalt
für die
Pferdehufe beim Abstoßen, also
eine höhere
Trittsicherheit, erforderlich als bei einem Dressurplatz. Bei herkömmlichen
Reit- und Bewegungsplätzen
besteht bei anhaltender Trockenheit häufig das Problem, dass diese
Plätze
sehr stauben. Bei starken Regenfällen
wiederum ist der Untergrund so stark verdichtet, dass das Oberflächenwasser
nicht absickern kann. Daraus können
sich verschiedene Probleme wie zum Beispiel Pilzbildung, Rutschgefahr
sowie Sehnenprobleme bei den Pferden ergeben.
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Aus
der
DE 202 14 381
U1 ist ein Grundaufbau für Reit- und Bewegungsplätze aller
Art bekannt, der aus drei übereinander
angeordneten Schichten aus gebranntem Ton besteht. Auf einen festen
Untergrund ist eine erste Schicht aus grobem Bruch von gebranntem
Tonmaterial aufgebracht. Über
der ersten Schicht ist eine zweite Schicht aus gebranntem Tonmaterial
mit einer groben Körnung
angeordnet, auf die als dritte, oberste Schicht eine Schicht aus
gebranntem Ton mit einer feinen Körnung folgt. Der Grundaufbau
hat eine Gesamthöhe
zwischen 50 und 100 cm, wobei die zweite und die dritte Schicht
eine Schichtdicke von ca. 20 cm aufweisen. Die Körnung der obersten Schicht
beträgt
zwischen 0,1 und 5 mm, die der mittleren Schicht zwischen 20 und
30 mm. Die Grundschicht besteht aus sehr grob zerkleinerten Tonziegeln,
welche als Abfallprodukt in großen
Mengen zur Verfügung
stehen und mit einer Planierraupe oder dergleichen geebnet und gebrochen
sind.
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Der
vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, einen Schichtaufbau
vorzuschlagen, der eine hohe Trittfestigkeit, Wasserdurchlässigkeit
und Belastbarkeit bei einfacher und kostengünstiger Herstellbarkeit aufweist
und insbesondere für
Wege und Plätze,
vorzugsweise für
Reitplätze,
Rennbahnen, Kinderspielplätze
oder ähnliche
nicht versiegelte Flächen
geeignet ist.
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Die
obige Aufgabe wird erfindungsgemäß durch
einen Schichtaufbau mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Weitere
vorteilhafte Ausgestaltungen sind den Unteransprüchen zu entnehmen.
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Der
erfindungsgemäße Schichtaufbau
zeichnet sich dadurch aus, dass das Deckschichtmaterial der obersten
Schicht einen Grundstoff aus zerkleinertem gebranntem Tonmaterial
und/oder zerkleinertem Material mit tonähnlichen Eigenschaften und
mindestens eine Mischkomponente aus Material mit nichttonähnlichen
Eigenschaften ähnlicher
Körnung
aufweist. Der Grundstoff des Deckschichtmaterials ist mit der Mischkomponente
vermischt und die Deckschicht aus diesem Gemisch hergestellt.
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Vorteilhafterweise
ist zwischen der Deckschicht und dem Untergrund mindestens eine
Zwischenschicht aus deckschichtähnlichem
Material angeordnet, wobei die Körnung
der Zwischenschicht gröber
ist als die Körnung
der Deckschicht.
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Bei
herkömmlichen
Reit- und Bewegungsplätzen
taucht häufig
das Problem auf, dass die Plätze
stark austrocknen oder bei Regenperioden überfluten. Ein ordentlicher
Reitbetrieb ist dann nicht mehr möglich. Der erfindungsgemäße Reitplatz
mit einem Schichtaufbau aus Tonmaterial oder Material mit tonähnlichen
Eigenschaften trocknet nicht aus. Das verwendete Schichtmaterial
garantiert eine konstante Grundfeuchtigkeit durch seine Kapillarwirkung.
Tonmaterial oder Material mit tonähnlichen Eigenschaften kann
sehr viel Wasser aufnehmen, was bei lang anhaltenden Regenperioden
von großem Nutzen
ist. Es ist daher in der Regel auch keine Drainage notwendig. Weitere
Vorteile sind eine geringe Staubentwicklung bei Trockenperioden
sowie längere
Bewässerungsintervalle
bei der Befeuchtung der Deckschicht. Die Oberfläche der Deckschicht ist gut begehbar;
sie wird nicht extrem hart und bleibt griffig. Des Weiteren ergeben
sich keine gravierenden Unebenheiten der Oberfläche der Deckschicht beim Begehen
durch die Pferde.
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Dem
Schichtmaterial mit tonähnlichen
Eigenschaften ist eine Mischkomponente aus zerkleinertem Material
mit nicht-tonähnlichen
Eigenschaften beigemengt. Als Beimengungen können beispielsweise zerkleinerter
Bauschutt, Sand, Kies oder ähnliche
Stoffe verwendet werden. Die Materialien für den Grundstoff sowie die
Beimengungen müssen nicht
zwingend sortenrein sein. Die Materialien für die Beimengungen sind kostengünstig beschaffbar
und weisen gute Eigenschaften hinsichtlich der Verarbeitung sowie
der Tragfestigkeit, der Belastbarkeit, der Trittfestigkeit und der
Wasserdurchlässigkeit
des Schichtaufbaus auf. Weitere Vorteile des erfindungsgemäßen Schichtaufbaus
bestehen in einer langen Lebensdauer des Schichtaufbaus sowie in
einer einfachen Entsorgung des umweltfreundlichen Materials des
Schichtaufbaus bei Ausbesserungen und den damit verbundenen Kosteneinsparungen.
Dem Grundstoff des Schichtmaterials können Beimengungen bis 50 Prozent
beigemischt werden. Bei der Verwendung eines hohen Anteils der Mischkomponente weist
der Schichtaufbau unter Umständen
nicht mehr alle vorgenannten positiven Eigenschaften auf, wobei
die Eigenschaften stark vom verwendeten Material der Mischkomponente
abhängig
sind. Es muss auf jeden Fall von weniger guten Eigenschaften ausgegangen
werden. Deshalb sollte das Gemisch für den Schichtaufbau bevorzugt
einen hohen Anteil von Tonmaterial oder Material mit tonähnlichen
Eigenschaften aufweisen.
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In
einer bevorzugten Ausführungsform
des Schichtaufbaus ist die Deckschicht und/oder die Zwischenschicht
ausschließlich
aus dem Grundstoff hergestellt. Dies hat den Vorteil, dass die vorgenannten positiven
Eigenschaften des Tonmaterials oder des Materials mit tonähnlichen
Eigenschaften nicht durch Beimengung einer Mischkomponente verschlechtert werden.
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Eine
weitere bevorzugte Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, dass die
Zwischenschicht ausschließlich
aus dem Material der Mischkomponente hergestellt ist. Eine solche
Zwischenschicht ist besonders zum Aufbau einer untersten Schicht
des Schichtaufbaus geeignet, um einen wasserdurchlässigen, tragfesten,
belastbaren Unterbau für
die darauf aufliegenden Schichten bereit zu stellen.
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In
einer vorteilhaften Weiterbildung des erfindungsgemäßen Schichtaufbaus
weist der Schichtaufbau eine Bewässerungsanlage
auf. Die Bewässerungsanlage
ist unterhalb der Deckschicht oder der Zwischenschicht angeordnet
und kann in unterschiedlichen Ebenen des Schichtaufbaus, in oder
zwischen den Schichten des Schichtaufbaus eingebracht sein. Die
Bewässerungsanlage
kann mit anfallendem Regenwasser gespeist werden. Es ist auch möglich, Wasser
aus dem Leitungsnetz oder einer anderen Wasserquelle zuzuführen. Der
Einbau einer Bewässerungsanlage
hat den Vorteil, dass auf eine Oberflächenbewässerung durch eine Sprinkleranlage
verzichtet werden kann und die Oberfläche der Deckschicht nicht nass
wird. Vielmehr wird das Wasser durch die Kapillarwirkung des Grundstoffes mit
tonähnlichen
Eigenschaften von unten in die Deckschicht eingesogen und dort gespeichert.
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In
einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung des Schichtaufbaus ist
unterhalb der Deckschicht oder der Zwischenschicht eine Heizeinrichtung
vorgesehen. Dies hat den Vorteil, dass der Schichtaufbau der Reitanlage
im Winter nicht gefriert oder hart wird, so dass der Reitbetrieb
auch im Winter möglich ist.
Das Heizsystem kann in unterschiedlichen Ebenen des Schichtaufbaus,
in oder zwischen den Schichten des Schichtaufbaus eingebracht werden. Zweckmäßigerweise
sollte es in eine feine Schicht aus Tonmaterial oder Sand oder dergleichen
eingebettet werden. Das Heizsystem und die Bewässerungsanlage können in
einer Ebene oder in verschiedenen Ebenen des Schichtaufbaus angeordnet
sein. Als Heizsystem kann jegliche Art von Heizung, wie zum Beispiel
eine Elektro-, Warmwasser- oder Dampfheizung, eingesetzt werden.
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Vorteilhafterweise
wird als Material der Mischkomponente typischerweise Bauschutt,
Sand, Kies, Kunststoff, Holz, Kork, Erde, Stein oder andere anorganische
Stoffe eingesetzt. Diese Materialien sind häufig Abfallprodukte und stehen
in ausreichender Menge kostengünstig
zur Verfügung.
Durch das Material der Mischkomponente werden die Eigenschaften
der Schicht, insbesondere auch durch das Mischungsverhältnis mit
dem Grundstoff, beeinflusst. Es ist möglich, in verschiedenen Schichten
des Schichtaufbaus unterschiedliche Mischkomponenten zu verwenden
und damit die Eigenschaften dieser Schicht für den jeweiligen Verwendungszweck
oder die jeweilige Aufgabe zu optimieren. So ermöglicht beispielsweise die Beimischung
von Erde oder Pflanzgranulat in die Deckschicht eine Begrünung des
Schichtaufbaus.
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Vorteilhafterweise
weist der Schichtaufbau eine Gesamthöhe zwischen 50 und 100 cm auf.
Die Gesamthöhe
des Schichtaufbaus verteilt sich auf die Deckschicht und die darunter
angeordneten Zwischenschichten. Die Schichtdicke der einzelnen Schichten
ist variabel und von der Anzahl der Schichten des Schichtaufbaus
abhängig.
Wird nur eine Deckschicht auf einen tragfesten, wasserdurchlässigen oder
wasseraufnehmenden Untergrund aufgebracht, so kann die Schichtdicke
der Deckschicht zwischen 40 und 100 cm betragen. Sind beispielsweise
drei Schichten übereinander
angeordnet, so weist die unterste Schicht eine typische Schichtdicke zwischen
30 und 60 cm und die darüber
angeordneten Schichten eine typische Schichtdicke von ca. 20 cm
auf.
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Eine
weitere vorteilhafte Ausführungsform der
Erfindung sieht vor, dass die Korngröße des Schichtmaterials vom
Untergrund zur Deckschicht schichtweise abnimmt, wobei eine unterste
Zwischenschicht eine typische Körnung
von 5 bis 150 mm und die Deckschicht eine typische Körnung von 0,1
bis 15 mm aufweist. Das Schichtmaterial des Grundstoffes und der
Mischkomponente sollten in einer Schicht in etwa die gleiche Korngröße aufweisen. Die
Korngröße des Schichtmaterials
beeinflusst die Eigenschaften der Schicht wesentlich und kann an die
jeweilige Aufgabe der Schicht angepasst werden.
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Gemäß einer
vorteilhaften Ausführungsalternative
ist die Deckschicht begrünt.
Insbesondere ist es vorteilhaft, wenn die Deckschicht eine trittfeste und
federnde Bewegungsfläche
bildet, die mit Rasen oder sonstigen faserigen Pflanzen versehen
ist. Hierzu können
einfach entsprechende Samenkörner
auf die Deckschicht aufgebracht werden. Durch die Verwurzelung der
Begrünung
in der Deckschicht werden die Eigenschaften der Deckschicht deutlich
verändert und
eine erhöhte
Trittfestigkeit bewirkt.