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Die
Erfindung betrifft eine Versickerungsvorrichtung, vorzugsweise für ein unterirdisch
zu verlegendes Rigolensystem, mit einem im Wesentlichen hohlen und
zumindest abschnittsweise fluiddurchlässigen Strukturkörper, der
dafür vorgesehen
ist, ein Volumen im Erdreich frei zu halten, durch welches ein zu
versickerndes Fluid, vorzugsweise Regenwasser, zur Zwischenspeicherung
und Versickerung hindurchleitbar ist.
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Zur
Zwischenspeicherung und Versickerung von Regenwasser werden in der
Praxis häufig
Versickerungsvorrichtungen, z.B. sog. Rigolen eingesetzt, die ein
hohes Speichervolumen bieten und ermöglichen, dass der darüber liegende
Platz genutzt werden kann (z.B. als Fahrbahn oder als Abstellfläche für PKW).
Dazu wird das aus einem Dachablauf eines Hauses anfallende Regenwasser
nach einer Vorreinigung in die Versickerungsvorrichtung eingeleitet. Versickerungsvorrichtungen
bestehen beispielsweise aus einer Kiespackung mit Verteilrohr, aus
reinen Füllkörpern oder
aus Füllkörpern mit
Verteilrohr. Trotz eines i.d.R. vorgeschalteten Vorfilters ist es
nicht auszuschließen,
dass Verschmutzungen in die Versickerungsvorrichtung gelangen. Die
Versickerleistung der Versickerungsvorrichtung kann aufgrund der
Verschmutzung im Laufe der Zeit abnehmen, d.h. dass die Funktion
der Versickerungsvorrichtung eingeschränkt wird.
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Eine
Versickerungsvorrichtung der eingangs genannten Art, im Speziellen
eine Rigoleneinheit, welche im Wesentlichen als Hohlkörper ausgebildet ist,
ist beispielsweise aus der
EP
1 260 640 A1 bekannt. Diese Rigoleneinheit umfasst eine
Basiswandung sowie eine Mehrzahl von Verbindungswandungen, welche
von der Basiswandung abstehen, wobei zumindest ein Teil dieser Wandungen
für Flüssigkeiten
durchlässig
ist. Zum Einleiten des zu versickernden Regenwassers ist ein gitterartiger
Inspektionskanal vorgesehen, der sich über einen großen Teil
der Höhe
der Rigoleneinheit erstreckt und an seinen beiden Längsenden
offen ist. Grober Schmutz soll in dem als Sieb wirkenden Inspektionskanal
zurückgehalten
werden. Mit spezieller Ausrüstung
und unter Hochdruck ist eine Reinigung des Inspektionskanals möglich.
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Bei
der bekannten, gattungsgemäßen Rigoleneinheit
ergibt sich das Problem, dass die sich im Regenwasser ansammelnden
Schwebstoffe ungehindert durch die Öffnungen des Inspektionskanals dringen,
und dass beim Reinigen des Inspektionskanals unter Hochdruck auch
gröberer
Schmutz durch die Öffnungen
des Inspektionskanals gespült
wird, was mit der Zeit zu einer innenseitigen Feinteileinlagerung
in der Rigoleneinheit führt.
Durch die Feinteileinlagerung in der Rigoleneinheit nimmt deren
Versickerleistung im Laufe der Zeit spürbar ab.
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Der
Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die aus dem Stand der Technik
bekannten Nachteile zu beseitigen und insbesondere eine Versickerungsvorrichtung
mit sehr hoher Versickerleistung und einem sehr hohen Speicherkoeffizienten
bereit zu stellen, die im Vergleich zu herkömmlichen Versickerungsvorrichtungen
eine effektive Isolierung von Grob- und Feinschmutz ermöglicht und
leicht gereinigt werden kann.
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Diese
Aufgabe wird gelöst
durch eine Versickerungsvorrichtung der eingangs genannten Art,
die sich kennzeichnet durch eine in dem frei gehaltenen Volumen
angeordnete Absetzeinrichtung zum Absetzen der im Fluid enthaltenden
Schwebstoffe, mit einem vorzugsweise als Mulde, Rinne oder Senke
ausgebildeten Absetzabschnitt zum Aufstauen des zu versickernden
Fluides und einem Aus- oder Überlaufabschnitt, über den
das aufgestaute Fluid bei Erreichen einer bestimmten Stauhöhe zur Versickerung ablaufen
kann. Die Absetzeinrichtung funktioniert nach dem Prinzip eines
Abscheiders. Das zu versickernde Fluid, beispielsweise Regenwasser,
wird nicht unmittelbar beim Einleiten in die Versickerungsvorrichtung
versickert, sondern zunächst
im Absetzabschnitt aufgestaut. Der noch im Fluid enthaltene Schmutz
oder die im Fluid enthaltenen Schwebstoffe setzen sich im Absetzabschnitt
unter Einwirkung der Schwerkraft ab. Erst zeitverzögert läuft das
von den Schwebstoffen gereinigte Fluid zur Versickerung über den
Aus- oder Überlaufabschnitt
ab, während der
Schmutz und die Schwebstoffe im Absetzabschnitt zurück bleiben.
Zur Reinigung der Versickerungsvorrichtung wird lediglich der Absetzabschnitt durchspült, und
das Spülwasser
wird mitsamt der zuvor im Absetzabschnitt abgesetzten Schwebstoffe
in einen Reinigungsschacht gespült
und dort abgesaugt. Somit gelangen erheblich weniger Schwebstoffe
in das von dem Strukturkörper
frei gehaltene Volumen, und die bestimmungsgemäße Versickerleistung der erfindungsgemäßen Versickerungsvorrichtung
kann über
lange Zeit aufrechterhalten werden.
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In
einer vorteilhaften Ausführungsform
bildet der Absetzabschnitt den Boden der Absetzeinrichtung. Die
abgesetzten Schwebstoffe sammeln sich bevorzugt am Boden der Absetzeinrichtung
an und können
von dort mühelos
entfernt werden. Die Reinigung und Säuberung der Versickerungsvorrichtung wird
dadurch ermöglicht.
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Die
bestimmungsgemäße Versickerleistung der
Versickerungsvorrichtung kann noch länger aufrechterhalten werden,
wenn der Absetzabschnitt im Wesentlichen fluidundurchlässig ist.
So können
auch feinste, im Fluid enthaltene Schwebstoffe nicht in das vom
Strukturkörper
frei gehaltene Versickervolumen gelangen.
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Um
in Abhängigkeit
der Stauhöhe
des in der Absetzeinrichtung aufgestauten Fluides eine zunehmende
Ablaufgeschwindigkeit zu erreichen, ist es von Vorteil, wenn die
Absetzeinrichtung zumindest zwei Öffnungen, vorzugsweise zumindest
zwei Öffnungsreihen
aufweist, die auf unterschiedlicher Stauhöhe bzw. in unterschiedlichem
Abstand vom Boden der Absetzeinrichtung, gemessen entgegen der Kraftrichtung
der Schwerkraft, angeordnet sind. Bei Erreichen einer ersten Stauhöhe läuft das
zu versickernde Fluid über
die erste Öffnung
bzw. die erste Öffnungsreihe
ab. Wenn mehr Fluid zufließt
als über die
erste Öffnung
bzw. die erste Öffnungsreihe
abläuft,
beispielsweise bei starkem Regenfall, steigt der Fluidpegel in der
Absetzeinrichtung weiter an. Bei Erreichen einer zweiten Stauhöhe fließt das Fluid
zusätzlich über die
zweite Öffnung
bzw. die zweite Öffnungsreihe
ab. So können
unterschiedliche Überlaufzonen
innerhalb der Absetzeinrichtung ausgestaltet werden.
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Um
in Abhängigkeit
der Stauhöhe
des in der Absetzeinrichtung aufgestauten Fluides eine besonders
stark zunehmende Ablaufgeschwindigkeit zu erreichen, ist es von
Vorteil, wenn die Öffnungen
bzw. die Öffnungsreihen
bei zunehmender Stauhöhe,
d.h. mit zunehmendem Abstand vom Boden der Absetzeinrichtung, eine
größere Öffnungsfläche aufweisen.
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Um
das gesamte Versickervolumen der Versickerungsvorrichtung vollständig und
gleichmäßig auszunutzen
ist es von Vorteil, wenn der Überlaufabschnitt
zumindest zwei Öffnungen
aufweist, die um den Umfang der Absetzeinrichtung im gleichen Abstand
vom Boden der Absetzeinrichtung in etwa gleichmäßig verteilt sind.
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Das
vom Strukturkörper
frei gehaltene Versickervolumen kann optimal ausgenutzt werden,
wenn die Absetzeinrichtung in Längsrichtung
des Strukturkörpers
angeordnet ist.
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Ein
besonders einfach zu transportierendes und aufzubauendes Ausführungsbeispiel
der erfindungsgemäßen Versickervorrichtung
zeichnet sich dadurch aus, dass die Außenseiten des Strukturkörpers mit
im Wesentlichen rechteckigen oder quadratischen Abdeckelementen
abgedeckt sind.
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Um
Rigolensysteme, die aus einer Vielzahl von Versickerungsvorrichtungen
zusammengesetzt werden, besonders platzsparend und besonders stabil
gestalten zu können,
ist es hilfreich, wenn die Länge
des Strukturkörpers
im Wesentlichen gleich der Breite oder gleich einem ganzzahligen
Vielfachen der Breite des Strukturkörpers ist.
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Gleichermaßen ist
es dazu von Vorteil, wenn die Länge
des Strukturkörpers
im Wesentlichen gleich der Höhe
oder gleich einem ganzzahligen Vielfachen der Höhe des Strukturkörpers ist.
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Darüber hinaus
ist es zu diesem Zweck von Vorteil, wenn die Breite des Strukturkörpers im
Wesentlichen gleich der Höhe
oder gleich einem ganzzahligen Vielfachen der Höhe des Strukturkörpers ist, bzw.
wenn die Höhe
des Strukturkörpers
gleich der Breite oder gleich einem ganzzahligen Vielfachen der Breite
des Strukturkörpers
ist.
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Um
ein Eindringen des umliegenden Erdreiches in das vom Strukturkörper frei
gehaltene Versickervolumen zu verhindern, ist es von Vorteil, wenn der
Strukturkörper
an der Außenseite
völlig
oder zumindest abschnittsweise mit Vlies verkleidet ist.
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Die
wesentlichen Merkmale der Erfindung und insbesondere bevorzugte
Ausführungsbeispiele derselben
werden nachstehend mit Bezug auf die beiliegenden Zeichnungen beschrieben.
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Kurze Beschreibung
der Zeichnungen
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1 zeigt
eine herkömmliche,
unterirdisch angeordnete Versickerungsvorrichtung,
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2 zeigt
eine erfindungsgemäße, unterirdisch
angeordnete Versickerungsvorrichtung,
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3 zeigt
zwei übereinander
liegende Strukturkörper
mit innen liegenden Absetzeinrichtungen zur Veranschaulichung des
Wirkungsprinzips einer erfindungsgemäßen Versickerungsvorrichtung,
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4 zeigt
schematisch das Wirkungsprinzip einer erfindungsgemäßen Versickerungsvorrichtung,
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5 zeigt
schematisch eine erfindungsgemäße Versickerungsvorrichtung
in einer Explosionsdarstellung,
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6 zeigt
eine vollständig
montierte, erfindungsgemäße Versickerungsvorrichtung,
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7 zeigt
ein Beispiel eines Rigolensystems mit mehreren erfindungsgemäßen Versickerungsvorrichtungen,
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8 zeigt
ein weiteres Beispiel eines weiteren Rigolensystems mit mehreren
erfindungsgemäßen Versickerungsvorrichtungen,
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9 zeigt
schematisch eine platzsparende, ineinander verschachtelte Anordnung
von Strukturkörpern
der erfindungsgemäßen Versickerungsvorrichtung
zum Transport oder zur Lagerung,
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10 zeigt
schematisch eine platzsparende, ineinander verschachtelte Anordnung
von Absetzeinrichtungen der erfindungsgemäßen Versickerungsvorrichtung
zum Transport oder zur Lagerung.
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Detaillierte
Beschreibung der Zeichnungen
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1 zeigt
schematisch eine herkömmliche Versickerungsvorrichtung 10 für ein unterirdisch
zu verlegendes Rigolensystem mit einem hohlen und fluiddurchlässigen Strukturkörper, der
ein Volumen im Erdreich freihält,
in welchem Regenwasser zwischengespeichert und zur Versickerung
hindurchgeleitet wird. Die herkömmliche
Versickerungsvorrichtung 10 ist beispielsweise an einen
Regenablauf eines Hauses angeschlossen. Über eine Vorreinigungsstufe
wird das in einer Regenrinne angesammelte Regenwasser in die Versickerungsvorrichtung 10 eingeleitet.
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Im
Bereich der Regenwassereintrittsöffnung versickert
der Großteil
des eingeleiteten Regenwassers in das umliegende Erdreich. Mit zunehmendem Abstand
von der Regenwassereintrittsöffnung
versickert immer weniger Wasser in das umliegende Erdreich, da das
zu versickernde Fluid die hinteren Bereiche der Versickerungsvorrichtung 10 gar
nicht erst erreicht.
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2 zeigt
schematisch eine erfindungsgemäße Versickerungsvorrichtung 1,
die unterirdisch in der Nähe
eines Hauses verlegt ist und an den Regenablauf des Hauses angeschlossen
ist. Die erfindungsgemäße Versickerungsvorrichtung 1 weist
den im Wesentlichen hohlen und zumindest abschnittsweise fluiddurchlässigen Strukturkörper 2 auf,
der dafür
vorgesehen ist, ein Volumen im Erdreich freizuhalten, durch welches
ein zu versickerndes Fluid, vorzugsweise das im Regenablauf des
Hauses angesammelte Regenwasser, zur Zwischenspeicherung und zur
Versickerung hindurchleitbar ist. Der Strukturkörper 2 kann theoretisch
jede beliebige Form aufweisen und theoretisch aus jedem beliebigen
Material bestehen. Vorzugsweise besteht der Strukturkörper 2 aus
einem witterungsbeständigen
Material. In dem von dem Strukturkörper 2 freigehaltenen
Volumen ist eine Absetzeinrichtung 3 zum Absetzen der im Fluid enthaltenen
Schwebstoffe angeordnet. Die Absetzeinrichtung 3 ist im
beschriebenen Beispiel eine längliche
Wanne mit U-Profil und umfasst einen vorzugsweise als Mulde, Rinne
oder Senke ausgebildeten Absetzabschnitt zum Aufstauen des zu versickernden
Fluides und einen Auslaufabschnitt bzw. Überlaufabschnitt 4, über den
das aufgestaute Fluid zur Versickerung ablaufen kann.
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Die
Absetzeinrichtung 3 ist mit Öffnungen 4a versehen,
die in einer oder mehreren Öffnungsreihen etwa
auf gleicher Höhe – gemessen
entgegen der Kraftrichtung der Schwerkraft – über dem Boden der Absetzeinrichtung 3 liegen
und durch ihre Lage eine erste Ebene definieren. Genauer gesagt
schneiden sämtliche Öffnungen 4a die
erste Ebene, die sie durch ihre Lage definieren. Diejenigen, die Öffnungsreihen 4a bildenden Öffnungen
sind vorzugsweise gleichmäßig über die
Länge und/oder
Breite der Absetzeinrichtung 3 verteilt und finden sich
vorzugsweise an sämtlichen
Seitenwänden
der Absetzeinrichtung 3. Über die Öffnungen 4a kann das
zu versickernde Fluid bei Erreichen einer bestimmten, ersten Stauhöhe gleichzeitig
und gleichmäßig in das
vom Strukturkörper 2 freigehaltene
Volumen ablaufen. So kann die in 2 durch
Pfeile symbolisierte gleichmäßige Versickerung
erreicht werden. Um einen starken Fluidzulauf bewältigen zu
können
und/oder um mit zunehmender Stauhöhe eine ansteigende Überlaufgeschwindigkeit
zu erreichen, können
zusätzliche Öffnungen
bzw. Öffnungsreihen
vorgesehen sein.
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Diese
zusätzlichen Öffnungen
bilden vorzugsweise weitere Öffnungsreihen,
sind vorzugsweise gleichmäßig über die
Länge und/oder
Breite der Absetzeinrichtung 3 verteilt und definieren
durch ihre Lage vorzugsweise weitere, zur ersten Ebene parallele
Ebenen, wie beispielsweise die Öffnungen
der Öffnungsreihe 4b,
die durch ihre Lage eine zur ersten Ebene in etwa parallele, zweite
Ebene definieren. Die von den unterschiedlichen Öffnungen definierten, unterschiedlichen
Ebenen verlaufen vorzugsweise in unterschiedlichem Abstand vom Boden
der Absetzeinrichtung 3, gemessen entgegen der Kraftrichtung der
Schwerkraft, in etwa parallel zueinander. Die Stauhöhe des Fluides
im Absetzabschnitt hängt
von der Menge und Geschwindigkeit des zulaufenden Fluides ab. Ist
die Versickerungsvorrichtung 1 bestimmungsgemäß verlegt,
so erreicht das sich aufstauende Fluid gleichzeitig mit der ersten
Stauhöhe alle
die erste Ebene definierenden Öffnungen
der Öffnungsreihen 4a und
gleichzeitig mit der zweiten Stauhöhe alle die zweite Ebene definierenden Öffnungen
der Öffnungsreihe 4b,
und läuft
gleichzeitig und gleichmäßig über die Öffnungsreihen 4a bzw. 4b ab.
Bei bestimmungsgemäßer Verlegung
der Versickerungsvorrichtung 1, im Speziellen der Absetzeinrichtung 3,
verläuft
die Kraftrichtung der Schwerkraft in etwa senkrecht zum Boden der
Absetzeinrichtung 3 und in etwa senkrecht zu den ersten
und zweiten, etc. Ebenen.
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3 zeigt
zwei übereinander
liegende Strukturkörper 2 mit
innenliegenden Absetzeinrichtungen 3 zur Veranschaulichung
des Wirkungsprinzips der erfindungsgemäßen Versickerungsvorrichtung 1.
Jeder Strukturkörper 2 ist
im Wesentlichen U-förmig
und an den Seitenwänden
mit Rippen verstärkt.
Durch derartige Verstärkungselemente
wird der unterirdisch verlegte Strukturkörper 2 soweit verstärkt, dass
die Erdoberfläche
oberhalb der Versickerungsvorrichtung 1 stark belastet,
und z.B. als Fahrbahn oder als Abstellfläche für Pkw benutzt werden kann.
Innerhalb der Strukturkörper 2 sind
die als Wannen ausgebildeten Absetzeinrichtungen 3 angeordnet.
Die Seitenwände
der Wannen 3 sind mit den Öffnungen bzw. Öffnungsreihen 4a versehen.
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4 zeigt
schematisch das Wirkungsprinzip der erfindungsgemäßen Versickerungsvorrichtung 1 in
einem vergrößerten Ausschnitt
der 3. Der Strukturkörper 2 ist an der
Außenseite
mit Vlies 7 verkleidet, um ein Eindringen des umliegenden Erdreichs
in das vom Strukturkörper 2 freigehaltene Volumen
zu verhindern. Das Vlies 7 kann beispielsweise an ein Gitter
an der Außenseite
des Strukturkörpers 2 angelehnt
sein. Das Wirkungsprinzip der erfindungsgemäßen Versickerungsvorrichtung 1 wird weiter
unten ausführlich
beschrieben.
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Die 5 bis 9 zeigen
ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel
der erfindungsgemäßen Versickerungsvorrichtung 1.
Der Strukturkörper 2 wird
der Einfachheit halber nur symbolisch – als Gitterstruktur – dargestellt.
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Der
im Wesentlichen quaderförmige
Strukturkörper 2 ist
in etwa ebenso hoch wie breit, vorzugsweise ca. 0,4 m, und etwa
doppelt so lang wie hoch bzw. breit, vorzugsweise ca. 0,8 m. Dadurch können mehrere
Strukturkörper 2 zu
sehr kompakten Rigolensystemen zusammengefügt werden, wie in den 7 und 8 veranschaulicht
wird.
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Die
Absetzeinrichtung 3 der erfindungsgemäßen Versickerungsvorrichtung 1 ist
als Wanne mit einem endseitig offenen U-Profil ausgebildet und erstreckt
sich in etwa über
die volle Länge
und Höhe des
Strukturkörpers 2.
Die Absetzeinrichtung 3 ist in einem entsprechend dafür vorgesehenen
und entsprechend bemessenen Freiraum des Strukturkörpers 2 aufgenommen.
Der gekrümmte
Boden der Absetzeinrichtung 2, der in etwa die Form eines
Halbrunds beschreibt, wird nachstehend als Absetzabschnitt bezeichnet.
Der mit den Öffnungen
bzw. den Öffnungsreihen 4a und 4b versehene
(vertikale) Bereich an den Seitenwänden der Absetzeinrichtung 3, oberhalb
des Absetzabschnitts, wird nachstehend als Überlaufabschnitt bezeichnet.
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Die Öffnungen
der Öffnungsreihen 4a sind
in Längsrichtung
der Absetzeinrichtung 3 an beiden Seitenwänden und über deren
gesamte Länge
jeweils in gleichmäßigem Abstand
angeordnet. Alle Öffnungen
der Öffnungsreihen 4a haben
jeweils dieselbe Kontur und Öffnungsfläche befinden
sich in etwa auf gleicher Höhe über dem
Boden bzw. dem tiefsten Punkt der Absetzeinrichtung 3 und
definieren durch ihre Lage die erste Ebene. Ebenso sind alle Öffnungen
der Öffnungsreihen 4b in
Längsrichtung der
Absetzeinrichtung 3 an beiden Seitenwänden und über deren gesamte Länge jeweils
in gleichmäßigem Abstand
angeordnet und haben jeweils dieselbe Kontur und Öffnungsfläche. Alle Öffnungen
der Öffnungsreihen 4b befinden
sich in etwa auf gleicher Höhe über dem
Boden bzw. dem tiefsten Punkt der Absetzeinrichtung 3 und
definieren durch ihre Lage die zur ersten Ebene im Wesentlichen
parallele zweite Ebene. Eine Öffnung
einer Öffnungsreihe 4b hat vorzugsweise
eine größere Öffnungsfläche als
eine Öffnung
einer Öffnungsreihe 4a.
Zudem weist die Absetzeinrichtung 3 eine größere Anzahl
an Öffnungen der Öffnungsreihen 4b auf
als an Öffnungen
der Öffnungsreihen 4a.
Insgesamt ist die Gesamtöffnungsfläche der Öffnungen
der Öffnungsreihen 4b größer als
die Gesamtöffnungsfläche der Öffnungen
der Öffnungsreihen 4a.
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Generell
nimmt die Anzahl und die Gesamtöffnungsfläche der
jeweils eine Ebene definierenden Öffnungen mit zunehmendem Abstand
vom Boden bzw. dem tiefsten Punkt der Absetzeinrichtung entgegen
der Kraftrichtung der Schwerkraft zu, um bei steigendem Fluidpegel
eine zunehmende Ablaufleistung zu erreichen.
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Endseitig
und oberseitig wird das Volumen des Strukturkörpers 2 mit den vorzugsweise
fluidundurchlässigen
Deckwänden 5 abgeschlossen.
Die Deckwände 5 schließen auch
die offenen Enden der als Wanne ausgebildeten Absetzeinrichtung 3 ab.
Bei den Deckwänden 5 handelt
es sich jeweils um identische Bauteile. In jeder Deckwand 5 ist
eine kreisrunde Sollbruchstelle 6a vorgesehen, um eine
Fluideintrittsöffnung 6b zum
Einleiten des zu versickernden Fluides zu schaffen, die jedoch vorzugsweise
nur bei einer endseitigen Deck(platte)wand 5 durchbrochen wird.
Es liegt jedoch auch im Rahmen der Erfindung, dass die Deckwand 5 zumindest
teilweise fluiddurchlässig
ausgebildet ist.
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6 zeigt
die erfindungsgemäße Versickerungsvorrichtung 1 mit
montierten Deckplatten 5 und stirnseitiger Fluideintrittsöffnung 6b.
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7 zeigt
ein Beispiel eines Rigolensystems, das aus insgesamt vier erfindungsgemäßen Versickerungsvorrichtungen 1 zusammengesetzt wird.
Jeweils zwei Versickerungsvorrichtungen 1 liegen unmittelbar
nebeneinander, und jeweils zwei Versickerungsvorrichtungen 1 liegen
unmittelbar übereinander.
Die übereinander
liegenden Versickerungsvorrichtungen 1 sind in gleicher
Längsrichtung ausgerichtet
und so angeordnet, dass sich die Absetzeinrichtungen 3 entgegengesetzt
gegenüber
stehen. Durch die im Wesentlichen fluidundurchlässigen Deckplatten 5 sind
die Versickerungsvorrichtungen 1 endseitig geschlossen.
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8 zeigt
ein weiteres Beispiel eines Rigolensystems, bestehend aus einer
in horizontaler Richtung besonders stabilen Anordnung mit insgesamt
vier Versickerungsvorrichtungen 1. Die oberen zwei Versickerungsvorrichtungen 1 sind
jeweils um 90° versetzt
zu den unteren Versickerungsvorrichtungen 1 angeordnet.
Diese orthogonale Anordnung zweier übereinander liegender Blocklagen
erhöht
die horizontale Druckbeständigkeit
des Rigolensystems gegenüber
der gleichgerichteten Anordnung übereinander
liegender Blocklagen.
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9 zeigt
eine platzsparende, ineinander verschachtelte Anordnung mehrerer
Strukturkörper 2,
beispielsweise zum Transport oder zur Lagerung.
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10 zeigt
eine platzsparende, ineinander verschachtelte Anordnung mehrerer
Absetzeinrichtungen 3, beispielsweise zum Transport oder
zur Lagerung.
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Mit
Bezug auf die Zeichnungen wird nachstehend das Wirkungsprinzip der
erfindungsgemäßen Versickerungsvorrichtung 1 beschrieben.
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Die
Versickerungsvorrichtung 1 wird zunächst bestimmungsgemäß so verlegt,
dass der Boden der Absetzeinrichtung 3 und die ersten und
zweiten Ebenen, die durch die Öffnungen
der Öffnungsreihen 4a und 4b definiert
werden, senkrecht zur Kraftrichtung der Schwerkraft verlaufen. Wie
in 2 gezeigt ist, wird das zu versickernde Fluid
am tiefsten Punkt der Absetzeinrichtung 3 in dieselbe eingeleitet. Das
eingeleitete Fluid wird in dem fluidundurchlässigen Absetzabschnitt der
Absetzeinrichtung 3 aufgestaut, so dass der Wasserspiegel
in der Absetzeinrichtung 3 entgegen der Kraftrichtung der
Schwerkraft langsam ansteigt. Das Ansteigen des Wasserspiegels in
der Absetzeinrichtung 3 wird in 4 durch
Pfeile symbolisiert. Durch die Einwirkung der Schwerkraft setzen
sich die im Fluid enthaltenen Schwebstoffe im Absetzabschnitt am
Boden der Absetzeinrichtung 3 ab. Bei Erreichen der ersten
Stauhöhe
läuft das
in der Absetzeinrichtung 3 aufgestaute Fluid zunächst über alle Öffnungen
der Öffnungsreihen 4a an
beiden Seitenwänden
der Absetzeinrichtung 3 gleichzeitig und gleichmäßig in das
vom Strukturkörper 2 freigehaltene
Volumen ab. Durch die mit dem fluiddurchlässigen Vlies 7 verkleidete
Wandung des Strukturkörpers 2 versickert
das zu versickernde Fluid in das umliegende Erdreich. Bei starkem
Zufluss des zu versickernden Fluides, beispielsweise bei starkem
Regenfall, kann es vorkommen, dass Fluid schneller in die Absetzeinrichtung 3 zuläuft, als es über die Öffnungen
der Öffnungsreihen 4a ablaufen
kann, so dass der Fluidpegel auch oberhalb der ersten Stauhöhe weiter
ansteigt. Bei Erreichen der zweiten Stauhöhe läuft das Fluid zusätzlich über alle Öffnungen
der Öffnungsreihen 4b an
beiden Seitenwänden
der Absetzeinrichtung 3 gleichzeitig und gleichmäßig in das
vom Strukturkörper 2 freigehaltene
Volumen ab. Zur Ableitung größerer Fluidmengen können, wie
oben beschrieben, zusätzliche Öffnungen
bzw. Öffnungsreihen
vorgesehen werden.
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Zum
Reinigen der Versickerungsvorrichtung 1 wird ein Reinigungsgerät mit einem
Spül- und Saugkopf in
den Zulauf der Versickerungsvorrichtung 1 eingeführt. Zunächst wird
das aufgestaute Fluid aus der Absetzeinrichtung 3 abgesaugt.
Zum Entfernen des Absatzes im Absetzabschnitt wird eine Reinigungsflüssigkeit,
beispielsweise Wasser, unter Hochdruck durch die Fluideintrittsöffnung in
die Absetzeinrichtung 3 eingeleitet.
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Die
Fluideintrittsöffnung
der erfindungsgemäßen Versickerungsvorrichtung 1 befindet
sich wie erwähnt
im Bereich des Absetzabschnitts am Boden der Absetzeinrichtung 3.
Durch das Einleiten der Reinigungsflüssigkeit am tiefsten Punkt
der Absetzeinrichtung 3 entstehen keine Staupunkte, an
denen sich Rückstände von
Schwebstoffen bilden könnten, die
von der Spülströmung nicht
erreicht werden. Durch die unter Hochdruck in den Absetzabschnitt eingeleitete
Reinigungsflüssigkeit
werden die zuvor abgesetzten Schwebstoffe zur Fluideintrittsöffnung vorzugsweise
in einen Kontroll- und Reinigungsschacht gespült. Das Spülwasser einschließlich der darin
enthaltenen Schwebstoffe wird abgesaugt, bevor es sich aufstaut
und über
die Öffnungen 4a des Überlaufabschnittes 4 in
das vom Strukturkörper 2 frei
gehaltene Versickervolumen überläuft. Die
Absetzeinrichtung 3 kann vollständig und rückstandslos gereinigt werden,
ohne dass Schmutz oder Schwebstoffe in das vom Strukturkörper 2 freigehaltene
Volumen überlaufen
und die Versickerleistung der Versickerungsvorrichtung 1 beeinträchtigen
können.