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DE202004003324U1 - Roboterfuß mit Saugnäpfen zur Fortbewegung auf beliebig geneigten, glatten Flächen - Google Patents

Roboterfuß mit Saugnäpfen zur Fortbewegung auf beliebig geneigten, glatten Flächen Download PDF

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DE202004003324U1
DE202004003324U1 DE200420003324 DE202004003324U DE202004003324U1 DE 202004003324 U1 DE202004003324 U1 DE 202004003324U1 DE 200420003324 DE200420003324 DE 200420003324 DE 202004003324 U DE202004003324 U DE 202004003324U DE 202004003324 U1 DE202004003324 U1 DE 202004003324U1
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Universitaet zu Luebeck
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    • B62D57/02Vehicles characterised by having other propulsion or other ground- engaging means than wheels or endless track, alone or in addition to wheels or endless track with ground-engaging propulsion means, e.g. walking members
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Abstract

Roboterfuß (2) für Kletterroboter (5) zur Fortbewegung auf beliebig geneigten, glatten Flächen, der mit einer Anzahl von passiven Saugnäpfen (1), die den Roboterfuß (2) nur durch mechanischen Druck während der Fortbewegung auf der Bodenfläche fixieren. dadurch gekennzeichnet ist, dass die Saugnäpfe (1) mit einer Zuglasche (3) versehen sind, und eine axial bewegliche, die Zuglasche (3) zur Freigabe des Roboterfußes anhebende Zugmechanik (4) vorgesehen ist.

Description

  • Kletterroboter sind Gegenstand aktueller Forschung und Entwicklung. Ihre Aufgaben sind ganz allgemein der Transport von Messeinrichtungen, Werkzeugen, Reinigungsgeräten etc. oder das Ausführen anderer Arbeiten an Gebilden, die sich aus mehreren beliebig zueinander geneigten, glatten und ebenen Flächen zusammensetzen. Derartige Gebilde sind typischerweise Räume, Gebäude bzw. Gebäudeteile wie etwa Gewächshäuser, Wintergärten und Fassaden oder Foyers von Hochhäusern sowie Tanks oder Reaktoren von Fernkraftwerken. Kletterroboter dienen dabei der ferngesteuerten, semiautonomen Unterstützung von Bedienern oder der vollautonomen Durchführung stupider Tätigkeiten insbesondere an größeren Gebilden oder in schwer zugänglichen Bereichen.
  • Bei der Konzeption von Kletterrobotern sind zwei Probleme zu lösen: Wie kann der Roboter an beliebig geneigten, d.h. auch vertikalen und überhängenden Flächen, sicheren Halt finden („Haftung")? Wie bewegt sich der Roboter fort, und wie schafft der Roboter den Übergang von einer Fläche zu einer anderen, die durch Barrieren und/oder durch eine andere Neigung von der Fläche getrennt ist („Fortbewegung")? Letzteres betrifft beispielsweise auch den Wand-Decken-Übergang oder den Übergang von einer Seitenwand auf eine andere oder das Überqueren von Rahmen, kleineren Vorsprüngen oder Fugen und Nuten.
  • Der übliche Weg, das Haftungsproblem zu lösen, ist der Einsatz von Saugnäpfen [2,3] oder Ausgestaltung eines Teils des Roboters (i. d. R. des Rumpfes) als Saugglocke [1,4]. Die Evakuierung erfolgt aktiv durch Vakuumpumpen oder Venturi-Düsen. Leistungsfähige Vakuumpumpen erhöhen das Gewicht des Roboters ganz beträchtlich, während Venturi-Düsen relativ leicht ausgeführt werden können (siehe Vakuumtechnik von Piab, [6]). Durch den andauernden Luftstrom beim Evakuieren haben beide Varianten einen hohen Energieverbrauch und sind relativ laut. Das gilt ganz besonders für größere Saugglocken, und vor allem die Lärmbelästigung begrenzt die Anwendbarkeit solcher Roboter in Wohnbereichen.
  • Konstruktionen, bei denen der Rumpf als Saugglocke ausgeführt ist [1,4], sind nicht in der Lage kleinere Barrieren zu überwinden bzw. auf eine anders geneigte Fläche zu wechseln, weit sich dabei ein zu großer Luftspalt unter der Maschine bildet, der den Unterdruck sofort zusammenbrechen lässt, so dass der Roboter unweigerlich abstürzt.
  • Zum Überwinden von Barrieren und zum Wechseln auf anders geneigte Flächen sind Konstruktionen erforderlich, die den Roboter alternativ mit mindestens zwei Haltesystemen („Füße") an einer Fläche halten können, wobei die Füße zueinander beweglich sein müssen. Solche Roboter sind bekannt und nutzen aktiv betriebene Saugnäpfe mit den oben beschriebenen Nachteilen [2,3,4].
  • Meist wird ein Saugnapf pro Fuß verwendet, wodurch dieser groß und schwer wird. Die Evakuierung erfolgt relativ langsam, und es sind große, schwere Vakuumpumpen mit hohem Energieeinsatz nötig. Oder es werden kleine Saugnäpfe verwendet, die nur kleine Maschinen mit geringem Gewicht und einer geringen Nutzlast zulassen [3]. Außerdem haben die meisten Roboter mit Saugnäpfen nur eine geringe Kippstabilität, weil die Saugnäpfe die einzigen Aufstandsflächen des Roboters sind.
  • Der Fensterputzroboter Racoon [5] nutzt eine Mischung aus passiven und aktiven Saugnäpfen, um sich an einer Scheibe zu bewegen. Dazu besitzt er eine Kette, die mit passiven Saugnäpfen bestückt ist, um sich durch das Antreiben dieser Kette geradlinig fortzubewegen. Bei dieser Kette werden die Saugnäpfe durch eine Vorzugslage in Bewegungsrichtung angedrückt, während die Saugnäpfe auf der anderen Seite durch das Weiterdrehen der Kette abgezogen werden. Wegen der schlupffreien Haftung der Saugnäpfe ist ein Drehen des Roboters nicht möglich. Deshalb verfügt Racoon des weiteren über vier starr miteinander verbundene Füße, die mit aktiven Saugnäpfen bestückt sind und ausgefahren werden, um die Kette mit den Saugnäpfen ganz von der Scheibe zu lösen. Sie wird dann in die neue Fortbewegungsrichtung gedreht und wieder angedrückt. Die Füße werden daraufhin wieder eingezogen, um die Maschine in der neuen Richtung weiter zu bewegen. Racoon ist ebenfalls nicht in der Lage, sich über kleine Barrieren hinweg zu bewegen oder auf eine anders geneigte Fläche zu wechseln. Er hat also eine stark eingeschränkte Beweglichkeit. Außerdem ist der mechanische Aufbau relativ komplex und schwer.
  • Ein Reinigungsroboter für geneigte und glatte Flächen, der allein mit passiven Saugnäpfen als Füßen ausgestattet ist, wird in der DE 199 O7 437 A1 vorgestellt. Die Fortbewegung erfolgt dort über die Hin- und Hetbewegung einer Zentraleinheit in einem Halterahmen. Der Halterahmen weist eine Mehrzahl kleinerer Saugnäpfe auf, die den Roboter hatten, während sich die Zentraleinheit z.B. mit einem Wischerblatt über die unterliegende Scheibe bewegt. Dann fährt die Zentraleinheit einen größeren Mittelfuß mit Saugnapf aus, löst die Rahmenfüße durch Kraftaufwand und setzt sie an anderer Stelle wieder auf. Da der beschriebene Roboter mindestens zeitweise nur von einem Saugnapf gehalten wird, ist das Überwinden selbst kleinerer Hindernisse problematisch und in der Anwendung auch nicht vorgesehen. Der Wechsel auf anders geneigte Flächen ist autonom unmöglich. Über Gewicht und Energiebedarf des Roboters werden keine Angaben gemacht, ebenso wenig wie über die maximale Neigung, die der Roboter bewältigen kann.
  • Es ist die Aufgabe der Erfindung, einen Roboterfuß für Kletterroboter anzugeben, der eine starke Haftung des Roboters gewährleistet, ohne dass große mechanische Kräfte zum Ablösen des Fußes bei der Fortbewegung erforderlich sind.
  • Die Aufgabe wird gelöst durch einen Roboterfuß mit den Merkmalen des 1. Anspruchs. Die Unteransprüche geben vorteilhafte Ausgestaltungen an.
  • Beispielhaft wird zudem ein Roboter beschrieben, der mit zwei erfindungsgemäßen Roboterfüßen ausgestattet ist. Das Beispiel dient der Erläuterung, wie der Roboter weitgehend beliebige Hindernisse überqueren und zwischen zueinander geneigten Flächen wechseln kann. Ein solcher Roboter ist Stand der Technik, allerdings mit aktiven Saugnäpfen als Füßen, was die oben genannten Nachteile mit sich bringt.
  • Die Erfindung wird anhand folgender Abbildungen erläutert. Dabei zeigt:
  • 1 einen passiven Saugnapf mit Ablöselasche (a) und mit Hebel (b);
  • 2 die Unterseite eines Roboterfußes mit drei (a) oder vier (b) nebeneinander angeordneten Saugnäpfen;
  • 3 den Prinzipaufbau eines Kletterroboters mit passiven Saugfüßen in Seitenansicht (a) und in Draufsicht (b).
  • Die Bezugszeichen bedeuten im Einzelnen
  • 1
    passiver Saugnapf
    2
    Roboterfußsohle
    3
    Ablöselasche
    4
    Hubmechanismus
    5
    Rumpf
    6
    Drehachse vertikal
    7
    Drehachse horizontal
    8
    Antriebsmotor vertikal
    9
    Antriebsmotor horizontal
  • Das Problem der Haftung bei geringem Energieverbrauch und Eigengewicht wird mittels passiver Saugnäpfe 1 gelöst. Dabei wird der Effekt ausgenutzt, dass die Haftkräfte nach dem Andrücken größer sind als die Andruckkräfte, weil für das Andrücken nur die Elastizität des Saugnapfmaterials überwunden werden muss, während die Haftkräfte von der wirksamen Saugnapffläche und dem erzielten Unterdruck abhängen. Durch kleine Leckagen kann die Haftung und Tragfähigkeit nachlassen, was aber – verglichen mit der Aufsetzdauer eines Fußes – erst nach einer langen Zeit erfolgt.
  • Weil beim Ablösen der typisch passiven Saugnäpfe 1 normalerweise recht große Kräfte nötig sind, die den Roboter entsprechend stark mechanisch belasten, z.B. verwinden, ist endungsgemäß die Verwendung von passiven Saugnäpfen 1 mit Ablöseunterstützung 4 vorgesehen. Dies sind Saugnäpfe 2, bei denen die Ablösekräfte dadurch reduziert werden, dass am Saugnapf 1 eine Zuglasche 3 angebracht ist, die zum Ablösen hoch gezogen wird, so dass Luft unter den Saugnapf 1 strömen kann (1) und der Roboterfuß mit geringer Energie von der Haltefläche gelöst werden kann.
  • Diese Variante hat den Vorteil, dass für den Andrückvorgang keine Mechanik involviert ist, da das Andrücken allein durch den Fortbewegungsmechanismus erfolgen kann.
  • Lediglich zum Ablösen des Saugnapfes 1 ist ein Zugmechanismus 4 vorzusehen, der die Lasche des Saugnapfes 1 zieht. So muss nur beim Ablösen zusätzlich Energie aufgebracht werden.
  • Ebenso ist erfindungsgemäß vorgesehen, mehrere kleinere passive Saugnäpfe pro Fuß 2 nebeneinander – bzw. bezogen auf eine vertikale Lauffläche übereinander – anzuordnen, um so den wirksamen Hebel zu vergrößern und größere Kippmomente aufnehmen zu können. Dabei ist es sinnvoll, bevorzugt die oberen Saugnäpfe aktiv anzudrücken, weil die unteren Saugnäpfe bei der Kraftverlagerung auf den gerade angedrückten Fuß automatisch passiv durch Kippmomente auf Grund der Schwerkraft angedrückt werden. So werden die von dem Roboter aufzubringenden Andruckkräfte effektiver genutzt, wodurch kleinere, interne Kräfte nötig sind. Die passiven Saugnäpfe mit Ablöselaschen 3 sollen zudem so auf der Sohlenseite des i. a. runden Roboterfußes 2 nebeneinander angeordnet sein, dass die Ablöselaschen 3 aufeinander zu in Richtung des Fußzentrums ausgerichtet sind. In 2 sind Roboterfußsohlen 2 zu sehen mit darauf befestigten Saugnäpfen 1 und Ablöselaschen 3 . Vorteilhafterweise sind die Laschen miteinander verbunden und werden durch einen zentral angeordneten Hubmechanismus (vorzugsweise ein Elektromotor oder Hubmagnet) im Schaft des Fußes gemeinsam angehoben, sobald die Steuereinheit des Roboters einen entsprechenden Befehl an den Fuß erteilt. Auf diese Weise wird die Ablösung des ansonsten sehr fest haftenden Fußes mit einem Minimum an Energieaufwand erreicht.
  • Drei Saugnäpfe pro Fuß garantieren für eine ausreichende Stabilität sowohl bei Kipp- als auch bei Schwenkbewegungen. Gegenüber vier oder mehr Saugnäpfen haben drei den Vorteil, dass die Zuglaschen mit kurzer Entfernung zusammengeführt werden können (2a im Vergleich zu 2b) und dadurch kann der Zugmechanismus effektiver, d.h. mit kleinerem Hub arbeiten und diese Roboterfußausführung liefert in der Haftstellung ein statisch bestimmtes System.
  • Als vorteilhafte Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Roboterfußes 2 empfiehlt es sich, diesen mit geeigneter Sensorik auszustatten, um Signale für die Steuereinheit des Roboters zu gewinnen. Vorzugsweise wird man hierfür Ultraschall- und/oder Infrarot-Abstandsmesser einsetzen, wobei eine Kombination beider Messverfahren hinsichtlich Genauigkeit und Verlässlichkeit besonders zu bevorzugen ist. Die Sensoren sollten im Wesentlichen parallel zur Sohle des Roboterfußes i ausgerichtet sein, so dass der Fuß 2 unmittelbar vor dem Aufsetzen auf die Fläche die seitliche Umgebung des Aufsetzpunktes sehen kann. Auf diese Weise kann der Roboter eine Vorauswahl für einen hindernisfreien Haltepunkt ermitteln. Zusätzliche Sensoren, die direkt auf die Fläche gerichtet sind, können die Flächenmorphologie, z.B. vorstehende Rahmen, vorab ergründen, um Ausweichmanöver einzuleiten. Ebenso gut lässt sich aber der Roboterfuß 2, der ohnehin um mindestens zwei Achsen gegenüber dem Roboterkörper 5 verdrehbar angeordnet ist (siehe Beispiel unten), auch über der Aufsetzstelle zunächst etwa um 90° oder auch fortlaufend kreisend verschwenken. Dadurch werden die eigentlich seitwärts blickenden Sensoren auf den Untergrund gerichtet, was zusätzliche Sohlensensoren überflüssig macht.
  • Es ist ferner vorteilhaft, einen Berührungsschalter (Bumper) in den Roboterfuß 2 zu integrieren, der eine mechanisch erzwungene Verkippung des Fußes 2 gegen seine Sollausrichtung feststellen kann. Sollte der Fuß 2 gegen ein Hindernis stoßen, dass die übrige Sensorik nicht erkannt hat, so kann hierdurch eine Beschädigung vermieden werden. Im Übrigen ist ein solcher Berührungsschalter auch die einfachste Form der Sensorik, mit der ein Roboter betrieben werden könnte, wenn man auf alle anderen Sensoren verzichten will oder muss. Das Aufsuchen neuer Aufsetzstellen lässt sich dann immer noch durch „blindes Tasten" mit einem Trial-and-Error Verfahren realisieren.
  • Die folgenden Anmerkungen betreffen die Verwendung der erfindungsgemäßen Roboterfüße an einem Kletterroboter, wie er exemplarisch unten beschrieben wird. Die Robotersteuerung sollte der Tatsache, dass passive Saugnäpfe benutzt werden, wie folgt Rechnung tragen:
  • Voraussetzung für die Verwendbarkeit des erfindungsgemäßen Roboterfußes 2 mit passiven Saugnäpfen 1 und intelligenter Sensorik ist natürlich, dass die Untergrundfläche über hinreichend glatte und staubfreie Areale verfügt. In dieser Hinsicht sind die Anforderungen etwas höher als bei aktiv evakuierten Saugnäpfen, insbesondere wenn die passiven Saugnäpfe 1 für längere Zeit haften müssen. Das ist z.B. der Fall, wenn der Roboter an einer Stelle stehen bleiben soll.
  • Beim Betrieb eines Roboters mit passiven Saugnapf-Füßen ist es daher vorteilhaft, auf der Stelle stehend die Füße wechselseitig anzudrücken (ohne sie abzulösen). Dadurch wird im Bereich unter den Saugnäpfen die Luft jedes Mal erneut herausgedrückt, so dass kleine Leckagen kompensiert werden, bevor der Unterdruck auf ein kritisches Maß gesunken ist.
  • Passive Saugnäpfe haften ebenso wenig wie aktive auf Fugen, z.B. auf einer gefliesten Wand. Während dies bei aktiven Saugfüßen z.B. dadurch feststellbar ist, dass sich kein ausreichender Unterdruck beim Evakuieren einstellt, sollte man bei passiven Füßen vorzugsweise die Haftung unmittelbar nach dem Aufsetzen durch einen Abtupftest überprüfen. Dazu wird nach dem Andrücken eines Fußes i durch kurzzeitiges Ziehen versucht, den Fuß abzuheben, ohne den Ablösemechanismus zu betätigen. Gelingt dies nicht mit einem vorab eingestellten Kraftaufwand, so gilt der Fuß als haftsicher.
  • Beispiel
  • Im Folgenden wird eine der einfachsten denkbaren Ausführungen eines Kletterroboters mit zwei erfindungsgemäßen Roboterfüßen vorgestellt, wobei diese zueinander in mehreren Freiheitsgraden beweglich sind.
  • Die in 3 gezeigte Konstruktion verfügt über zwei Füße 2 mit passiven Saugnäpfen 1, die jeweils einzeln den gesamten Roboter in jeder beliebigen Stellung halten können und jeweils die zwei Freiheitsgrade Kippen und Schwenken relativ zum Rumpf aufweisen. Dabei steht die Drehachse 6 zum Schwenken eines Fußes 2 mittig und senkrecht zum Fuß, während die Drehachse 7 zum Kippen eines Fußes 2 oberhalb des Fußes liegt. So kann sich der Roboter auf mehrere Arten fortbewegen:
  • Überschlag: Nachdem ein Fuß 2 abgelöst wurde, kippt der Roboter in Rumpfrichtung über den haftenden Fuß und kippt den schwingenden Fuß während der Überschlagsbewegung so, dass er wieder nahezu waagerecht aufsetzt und wie oben beschrieben angedrückt wird. Der vormals haftende Fuß wird abgelöst und der Rumpf 5 erneut übergeschlagen usw. Bei einer Überschlagsbewegung kann natürlich auch gleichzeitig eine Schwenkbewegung (des haftenden Fußes) durchgeführt werden, um den Roboter in eine andere Richtung auszurichten.
  • Seitenschlag: Nach dem Ablösen und leichten Anheben eines Fußes 2 , wird der Rumpf 5 seitlich um den haftenden Fuß geschwenkt, bis der Roboter in die Richtung zeigt, in der er sich weiter fortbewegen soll. Dann wird der schwingende Fuß angedrückt und der vormals haftende Fuß nach dem Ablösen geschwenkt.
  • Übergang auf eine anders geneigte Fläche (z.B. Wand-Decke-Übergang): Der Roboter bewegt sich auf eine der genannten Weisen bis an die Knickstelle zwischen den beteiligten Flächen. Die Bewegung erfolgt nun durch Überlagerung der Kipp- und Schwenkbewegung beider Füße so, dass der schwingende Fuß, der den Untergrund messtechnisch abscannt, wieder möglichst waagerecht auf die neu zu betretende Fläche aufsetzt und angedrückt werden kann.
  • Überwinden von Barrieren: Das Überwinden von Barrieren erfolgt nahezu analog zum Übergang auf anders geneigte Flächen. Hierbei wird der Roboter zunächst analog zum Übergang auf eine anders geneigte Fläche an die Barriere herangeführt und überwindet diese in einem Schritt. Überstehende Barrieren wie Rahmen etc. werden per Überschlag überwunden, während Nuten o. ä. auch per Seitenschlag überwunden werden können. Dabei müssen die Flächen auf beiden Seiten der Barriere nicht notwendigerweise in einer Ebene liegen. Der Abstand der Füße 2 muss mindestens so groß sein wie die größte Breite einer Barriere und der Abstand zwischen Rumpf 5 und Untergrund muss größer sein als die größte Höhe einer zu überwindenden Barriere.
  • Es empfiehlt sich für alle Bewegungsarten, dass der jeweils schwingende Fuß frei elastisch beweglich ist, damit er sich beim Aufsetzen passiv auf die Neigung der zu betretenden Fläche ausrichten kann, bevor er fixiert wird. Außerdem ist es sinnvoll, ein Überstrecken der Füße konstruktiv vorzusehen, damit der Roboter auch auf abkippende Flächen oder Absatzerhöhungen steigen kann.
  • Quellenverzeichnis
    • [1] K. Berns, C. Hillenbrand: A climbing robot for Inspection Tasks in Civil Engineering.
    • Proc. 1st Int. Workshop on Advances in Service Robotics, Bardolino, Italy, 2003, pp.34-40
    • [2] F. Cepolina, R.C. Michelini, R.P. Razzoli, M. Zoppi: Gecko, a Climbing Robot for Walls Cleaning. Proc. 1st Int. Workshop on Advances in Service Robotics, Bardolino, Italy, 2003, pp.41–45
    • [3] R. Lal Tummala, R. Mukherjee et. al.: Climbing the Wall. IEEE Robotics & Automation Magazine. Dec. 2002, pp.10–19
    • [4] D. Longo, G. Muscato: Neural control of the Climbing Robot Alicia. Proc. 1st Int. Workshop on Advances in Service Robotics, Bardolino, Italy, 2003 pp.29–33
    • [5] R.D. Schraft, F. Simons: Facade Climbers for Cleaning and Inspection – Potentials for the Development of a Unit Assemby System. Proc. 1st Int. Workshop on Advances in Service Robotics, Bardolino, Italy, 2003, pp.46–51
    • [6] http://www.piab.com/de/Products/Pumps/Introduction.asp

Claims (6)

  1. Roboterfuß (2) für Kletterroboter (5) zur Fortbewegung auf beliebig geneigten, glatten Flächen, der mit einer Anzahl von passiven Saugnäpfen (1), die den Roboterfuß (2) nur durch mechanischen Druck während der Fortbewegung auf der Bodenfläche fixieren. dadurch gekennzeichnet ist, dass die Saugnäpfe (1) mit einer Zuglasche (3) versehen sind, und eine axial bewegliche, die Zuglasche (3) zur Freigabe des Roboterfußes anhebende Zugmechanik (4) vorgesehen ist.
  2. Roboterfuß (2) nach Anspruch 1 gekennzeichnet durch mehrere kleine Saugnäpfe (1) pro Fuß (2) die so angebracht sind, dass die Zuglaschen mit kürzester Entfernung zusammengefuhrt werden (2a), um den Zugme-chanismus (4) mit kleinstem Hub arbeiten zu lassen.
  3. Roboterfuß (2) nach Anspruch 1 und 2 gekennzeichnet durch Mittel zum Messen der Haftkraft nach jedem Aufsetzen des Roboterfußes (2) zur Halteschwellwertbewertung und ggf. den Aufsetzpunkt zu korrigieren, um die Halte-, Kipp- und Standfestigkeit des Roboterfußes (2) während des gesamten Kletterphase zu gewährleisten.
  4. Konstruktion (5) mit zwei Roboterfüßen (2) nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Drehachse (6) zum Schwenken eines Fußes (2) mittig und senkrecht zum Fuß (2) angeordnet ist, und die Drehachse (7) zum Kippen eines Fußes (2) oberhalb des Fußes (2) liegt, so dass der Roboter sich dreidimensional fortbewegen kann.
  5. Roboterfuß (2) nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass er im nicht aufgesetzten Zustand frei elastisch beweglich ist (ständig schwingt), damit er sich bei Aufsetzen passiv der Neigung der zu betretenden Fläche anpassen kann, bevor er fixiert wird.
  6. Roboterfuß (2) nach Anspruch 1 bis 3 und 5 gekennzeichnet durch eine konstruktive Mechanik, die das Überstrecken des Roboterfußes (2) ermöglicht, damit der Roboter auch auf abkippende Flächen und Absatzerhöhungen steigen kann.
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