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Die vorliegende Erfindung betrifft
eine pneumatisch arbeitende Verteilmaschine zum Verteilen von körnigem Gut,
insbesondere von Saatgut oder Düngemittel,
die einen Vorratsbehälter
für das
zu verteilende Gut, ein damit in Verbindung stehendes Dosierorgan
und einen Verteiler aufweist, der mit dem Dosierorgan über eine
pneumatische Förderleitung verbunden
ist.
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Pneumatisch arbeitende Verteilmaschinen dienen
unter anderem zum Ausbringen von körnigem Gut, insbesondere von
Saatgut oder von Düngemittel.
Diese insbesondere aus der landwirtschaftlichen Praxis bekannten
Verteilmaschinen weisen einen Vorratsbehälter für das zu verteilende Gut und
eine Dosiereinrichtung zur Dosierung des Verteilgutes über ein
Dosierorgan auf. Von der Dosiereinrichtung wird das Gut über eine
pneumatische Förderleitung zu
einem Verteiler gefördert,
von dem wiederum Leitungen zu den einzelnen Ausbringorganen führen. Bei
größeren Verteilmaschinen
wird die pneumatische Förderleitung üblicherweise
zunächst
waagrecht geführt,
wonach ein Richtungswechsel der Förderleitung zu dem weiter oben
angeordneten Verteiler erfolgt. Die Förderleitung zum Verteiler ist
normalerweise im Wesentlichen senkrecht ausgerichtet.
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Der Durchsatz an zu verteilendem
Gut hängt unter
anderem von der erzielbaren Luftgeschwindigkeit und dem Luftvolumenstrom
und damit von den Querschnitten der pneumatischen Förderleitung
ab. Bei einer vorgegebenen Anzahl von Verteilorganen bestimmt deren
Gesamtquerschnitt den maximal möglichen
Durchsatz in der pneumatischen Zuführleitung, so dass eine Erhöhung der
Luftgeschwindigkeit oder eine Querschnittsvergrößerung in der Zuführleitung
nicht unmittelbar zu einer Erhöhung
der Förderleistung
führt.
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Ein Ziel der vorliegenden Erfindung
besteht darin, eine pneumatisch arbeitende Verteilmaschine zum Verteilen
von körnigem
Gut zur Verfügung
zu stellen, die eine erhöhte
Förderleistung
aufweist.
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Dieses Ziel der Erfindung wird mit
dem Gegenstand des unabhängigen
Anspruchs erreicht. Eine pneumatisch arbeitende Verteilmaschine
mit den Merkmalen des Anspruchs 1 weist eine pneumatische Förderleitung
zwischen einem Dosierorgan und einem Verteiler auf, die in einem
Bereich, in dem sie einen Richtungswechsel zwischen einem im Wesentlichen
horizontalen oder leicht geneigten und einem im Wesentlichen vertikalen
Verlauf beschreibt, mindestens einen Luftauslass auf, der an einem
Innenradius eines gekrümmten
Abschnittes angeordnet ist. Der Luftauslass dient zur Leistungserhöhung im
pneumatischen Verteilsystem, da auf diese Weise der Luftdurchsatz
und damit der Volumenstrom an zu verteilendem Gut erhöht werden
kann, ohne dass dies mit Stauungen im Verteiler einhergehen kann. Durch
den Luftauslass kann ein Teil der geförderten Luft abgelassen werden,
ohne dass dabei zu verteilendes körniges Gut austreten kann.
Das Verteilgut wird durch die Fliehkräfte an die Außenwand
des gekrümmten
Abschnittes gedrückt,
so dass durch den Luftauslass kein Materialaustritt erfolgt. Mit
Hilfe dieses Luftauslasses kann die Förderleistung des Pneumatikaggregats
erhöht
werden, so dass ggf. eine Baugrößenreduzierung
ermöglicht
ist. Mit einem Pneumatik- und Dosieraggregat gegebener Größe können unterschiedliche
Verteilorgane versorgt werden, ohne dass eine Anpassung der Förderleistung erforderlich
ist. Die Menge an ausgebrachtem Saatgut wird über die Dosiereinrichtung gesteuert,
ohne dass eine zusätzliche
Regulierung der Luftmenge notwendig ist. Ein relativ groß dimensioniertes
Gebläse
kann bspw. mit einem Verteiler mit wenigen Schlauchanschlüssen kombiniert
werden, was bei einer herkömmlichen
pneumatischen Förderleitung
zu Stauungen führen
würde.
Mit dem Luftauslass im gekrümmten
Abschnitt ist der Verteiler nicht länger der begrenzende Faktor
für die
maximale Förderleistung des
Systems.
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Der gekrümmte Abschnitt mit dem Richtungswechsel
kann insbesondere als Rohrbogen ausgebildet sein, der an seiner
Innenseite, d.h. an seiner Seite mit kleinerem Radius, einen oder
mehrere Luftauslässe
aufweist. Der Luftauslass bzw. die Luftauslässe können wahlweise schlitzartig
oder in Form von runden oder ovalen Durchbrüchen o. dgl. ausgestaltet sein,
die jeweils an dem Innenradius des Rohrbogens an geordnet sind. Wahlweise
können
die Luftauslässe
auch durch einen Siebeinsatz gebildet sein, der in einer schlitzartigen
Ausnehmung des Rohrbogens eingesetzt ist.
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Der Rohrbogen kann wahlweise einen
runden, einen ovalen oder einen rechteckförmigen Querschnitt aufweisen.
Prinzipiell sind auch andere Querschnitte möglich, wobei es sich als vorteilhaft herausgestellt
hat, wenn der Rohrbogen an seiner äußeren Wandung relativ breit
ausgebildet ist, was sich insbesondere mittels eines rechteckförmigen oder
trapezförmigen
Querschnittes realisieren lässt. Durch
eine derartige Gestaltung des Rohrbogens wird dem geförderten
Verteilgut ein besonders geringer Leitungswiderstand entgegen gesetzt,
was für den
Wirkungsgrad der Anlage von Vorteil ist.
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Die Innenwandungen des Rohrbogens
können
wahlweise glatt oder strukturiert sein, wobei eine Strukturierung
zur besseren, insbesondere zur homogeneren Verteilung des Gutes
in Richtung zum Verteiler hin vorteilhaft sein kann. Die Strukturierung der
Innenwandungen kann gemäß einer
alternativen Ausgestaltung lediglich abschnittsweise vorhanden sein,
so dass bspw. die vorderen, dem Dosierorgan zugewandten Bereiche
des Rohrbogens innen glatt und lediglich die hinteren, dem Verteiler
zugewandeten Bereiche strukturiert sein können.
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Zwischen gekrümmtem Abschnitt der pneumatischen
Förderleitung
und dem Verteiler ist ein im Wesentlichen senkrechter Leitungsabschnitt
angeordnet, der üblicherweise
als Zerstreuungsrohr bezeichnet wird. Dieser Leitungsabschnitt dient
zur homogeneren Verteilung des Verteilgutes, bevor es in den Verteiler
gelangt. Eine zu ungleichmäßige Verteilung
des Gutes über
den Leitungsquerschnitt würde zu
einer mehr oder weniger ungleichmäßigen Beaufschlagung der vom
Verteiler abzweigenden und jeweils mit den Ausbringorganen in Verbindung
stehenden Leitungen mit Verteilgut führen, was möglichst vermieden werden soll.
Um eine homogenere Verteilung des Gutes zu erzielen, können die
Innenwandungen des senkrechten Leitungsabschnittes ggf. eine Strukturierung
aufweisen.
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Eine vorteilhafte Variante kann darin
bestehen, dass der senkrechte Leitungsabschnitt einen viereckigen
oder mehreckigen Querschnitt aufweist. Der senkrechte Leitungsabschnitt
kann wahlweise einen runden, einen ovalen oder einen anders geformten
Querschnitt aufweisen.
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Weitere Merkmale und Vorteile der
vorliegenden Erfindung lassen sich den abhängigen Ansprüchen sowie
der nachfolgenden Figurenbeschreibung entnehmen. Die Erfindung wird
nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen
unter Bezugnahme auf die beiliegenden Zeichnungen näher erläutert.
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1 zeigt
eine Prinzipdarstellung einer Verteilmaschine zum Verteilen von
körnigem
Gut.
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2 zeigt
eine perspektivische Darstellung eines Rohrbogens, der in einer
pneumatischen Förderleitung
der Verteilmaschine angeordnet ist.
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Die Prinzipdarstellung der 1 illustriert eine Verteilmaschine 10 zum
Verteilen von körnigem Gut,
die einen Vorratsbehälter 12 für das zu
verteilende Gut, ein Dosieraggregat 14 sowie einen Verteiler 16 aufweist.
Ein Gebläse 18 erzeugt
einen Luftstrom, dem im Dosieraggregat 14 mittels eines
Dosierorgans 20, bspw. eines Zellenrades, eine vorgebbare Menge
an körnigem
Verteilgut 22 zugemessen wird. Das Dosieraggregat 14 ist
mit dem Verteiler 16 über eine
pneumatische Förderleitung 24 verbunden.
Die pneumatische Förderleitung 24 verläuft in einem
Bereich zwischen Dosieraggregat 14 und Verteiler 16 zunächst im
Wesentlichen waagrecht und beschreibt danach eine Krümmung, die
in einen im Wesentlichen senkrechten Leitungsabschnitt 26 führt, der schließlich von
unten im Verteiler 16 mündet.
Von dort führen
mehrere Verteilerschläuche 28 zu
einzelnen Ausbringorganen (nicht dargestellt). Dies können bspw.
Säschare
sein.
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Der gekrümmte Abschnitt zwischen waagrechter
Förderleitung 24 und
senkrechtem Leitungsabschnitt 26 ist als Bogenabschnitt 30 bzw.
als Rohrbogen ausgebildet, innerhalb dessen der Gutstrom des Verteilgutes 22 aufgrund
der Fliehkräfte
im gekrümmten
Bereich an der äußeren Innenwand
verläuft.
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An einem inneren Bereich 32 des
Bogenabschnittes 20 sind mehrere Öffnungen 34 vorgesehen, die
als Luftauslässe
dienen. Da die Öffnungen 34 am inneren
Bereich 32 des Bogenabschnittes 30 angeordnet
sind, kann lediglich Luft, jedoch kein zu verteilendes körniges Gut 22,
bspw. Samenkörner
oder Dünger
austreten.
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Die Öffnungen 34 können wahlweise
als einzelner Schlitz, als Mehrzahl von Schlitzen, als runde Durchbrüche oder
als kleine Perforationen ausgebildet sein. Wahlweise kann an der
Innenseite des Bogenabschnittes 30 auch ein Siebeinsatz
o. dgl. angeordnet sein. Die Anordnung und Verteilung des Luftauslasses
bzw. der Öffnungen 34 kann
wie gezeigt über
ein Winkelsegment von ca. 60 Grad an der Innenseite eines 90-Grad-Bogens
verlaufen. Wahlweise können
die Öffnungen
auch über
ein größeres oder
kleineres Winkelsegment angeordnet sein, solange der gewünschte Effekt
damit erreicht werden kann.
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Die 2 verdeutlicht
eine beispielhafte Ausgestaltung des Bogenabschnittes 30,
der zwischen waagrechter Leitung 24 und senkrechtem Leitungsabschnitt 26 angeordnet
ist. Wahlweise kann der senkrechte Leitungsabschnitt 26 eine
Strukturierung seiner Innenwandungen aufweisen, so dass eine homogenere
Verteilung des Gutes 22 im Luftstrom erzielt werden kann.
Die Strukturierung kann entsprechend 2 dergestalt
sein, dass der senkrechte Leitungsabschnitt 26 zumindest
teilweise als Wellrohr 36 ausgebildet ist. Wahlweise kann
die Strukturierung auch durch entsprechende Gestaltung der Rohrinnenwände, bspw.
durch aufgebrachte Noppen o. dgl., gebildet sein.
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Das obere Ende des senkrechten Leitungsabschnittes 26 wird über einen
Flansch 40 mit dem Verteiler 16 verbunden.
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Die Öffnungen 34 dienen
dazu, dass Förderluft
austreten kann, die aufgrund einer Baugrößenbegrenzung des Verteilers 16 ansonsten
zu Stauungen führen
könnte.
Die Größe des Verteilers 16 bzw.
die im Verteiler 16 befindlichen Querschnitte begrenzen die
maximal förderbare
Luft, so dass die Öffnungen 34 insgesamt
zu einer Erhöhung
der Förderleistung führen können, ohne
dass hierbei mehr Gut gefördert werden
muss. Die Menge an gefördertem
Gut kann ausschließlich
durch die Einstellung des Dosieraggregats 14 eingestellt
werden. Die Fördergeschwindigkeit
des zu verteilenden Guts wird jedoch in erster Linie durch die Luftgeschwindigkeit
bestimmt. Die Öffnungen 34 können eine
Leistungserhöhung
von bis zu 30 oder 40 Prozent bewirken, so dass die Fahrgeschwindigkeit
der Verteilmaschine 10 deutlich erhöht werden kann, ohne dass dabei
die Verteilgenauigkeit reduziert ist.
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Ein weiterer Vorteil der erfindungsgemäßen Verteilmaschine 10 besteht
darin, dass eine standardisierte Dosiereinheit verwendet werden
kann, die mit vielen unterschiedlichen Verteilergrößen ausgestattet
sein kann. Die Öffnungen 34 ermöglichen
das Ablassen zuviel geförderter
Luft, wenn bspw. ein relativ kleiner Verteiler 16 mit engen
Leitungsquerschnitten montiert ist. Ist ein größerer Verteiler 16 montiert,
so wird entsprechend weniger Luft durch die Öffnungen 34 am Bogenabschnitt 30 gedrückt, während ein
größerer Anteil
des Luftstromes den Verteiler 16 sowie die Verteilerschläuche 28 passieren
kann.
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Die zum Dosieraggregat weisende Rohrmündung des
Bogenabschnittes 30 kann wahlweise mit Leitblechen 38 versehen
sein, die zur gezielten Beeinflussung des Luftstromes dienen.
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Eine alternative Ausgestaltung der
pneumatischen Förderleitung
kann vorsehen, dass der Bogenabschnitt 30 und/oder der
senkrechte Abschnitt 26 jeweils einen ovalen, dreieckigen,
viereckigen, trapezförmigen
oder anders gestalteten Querschnitt aufweisen. Insbesondere bei
einer Gestaltung mit einer weitgehend flachen äußeren Wand des gekrümmten Abschnittes
kann eine sehr homogene Verteilung des Gutes 22 über den
Querschnitt der Luftströmung
erreicht werden. Diese homogene Verteilung kann ggf. dadurch noch
verbessert werden, indem auch der senkrechte Leitungsabschnitt einen gleichen
Querschnitt aufweist wie der Bogenabschnitt.
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Bei quadratischen oder rechteckförmigen oder
auch bei runden Leitungsquerschnitten kann zudem auf eine Strukturierung
des senkrechten Abschnittes verzichtet werden, da sich bei Versuchen herausgestellt
hat, dass auch bei glatten Innenwänden der pneumatischen Leitungen
eine sehr homogene Gutverteilung gewährleistet werden kann.