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Die Erfindung betrifft ein Lineal
mit Minilocher nach dem Oberbegriff des Schutzanspruchs 1.
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Handbetätigte Locher sowie Lineale
sind als Hilfsmittel in der Praxis für den Allgemeingebrauch, als
Büroausstattungsartikel
und für
den Schulbedarf in den unterschiedlichsten Ausführungsformen bekannt. Mit Lochern
werden Papierblätter
oder -bögen von
Hand mit Lochungen versehen, um sie in Ordnern und Schnellheftern
abzuheften. Die Locher üblicher
Bauart bestehen im allgemein aus einer Bodenplatte, auf die die
zu lochenden Papierblätter
aufgelegt und entlang eines Anschlages ausgerichtet werden. An der
Bodenplatte ist ein über
die Bodenplatte sich erstreckendes Kopfteil vorgesehen, in dem bewegliche
Lochstempel angeordnet sind, die mittels eines Hebelarmes zum Lochen
durch das zu lochende Papierblatt hindurchgepresst werden. In der
Bodenplatte sind dazu Aussparungen vorgesehen, die beim Lochen von
den beweglichen Lochstempeln durchgriffen werden. Locher üblicher
Bauart haben den Nachteil, dass sie in ihren Abmaßen vielfach groß und sperrig
sind, so dass sie sich beispielsweise zum Mitführen in Schul- und Bürotaschen
von Schülern,
Studenten oder Vertretern und zum allgemeinen mobilen Einsatz nicht
eignen, wobei Lineale selbst als eigenständige Hilfsmittel auch in sehr
kleinen Ausführungsformen
bekannt sind.
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Aus der
DE 101 40 933 A1 ist ein
Miniaturlocher zum Erzeugen von Mehrfachlochungen bekannt, der mit
einem Zeichendreieck oder einem Lineal aufwendig kombiniert werden
kann, wobei der Grundkörper
des Lochers aus einem Druckknopf, einem Lochstanzstempel und einer
Druckfeder besteht. Der Grundkörper
ist dabei durchgängig
längsgeschlitzt
und weist vorzugsweise senkrecht zum Schlitz eine fluchtende Bohrung
auf, in der der bewegliche Lochstanzstempel mit dem Druckknopf und der
Druckfeder angeordnet ist. Anschläge, die entweder auf dem Grundkörper oder
dem Zeichendreieck oder einem Lineal angebracht sind, dienen zur
Fixierung eines mittig zusammengefalteten Papierblattes. Ein Locher
sowie ein Verfahren zum Lochen von Blättern unter Verwendung des
Lochers ist aus der
DE 103
34 447 A1 bekannt, indem der Stempel, der die eigentliche
Lochung in dem zu lochenden Blatt erzeugt, fest an dem Unterteil
des Lochers angeordnet ist und das zu lochende Blatt in eine schwenkbewegliche
Lochmatrize eingelegt und zum Lochen die Lochmatrize mit dem eingelegten
Blatt in einer Schwenkbewegung zum Unterteil mit den feststehenden
Stempel bewegt wird.
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Ausgehend von diesem Stand der Technik liegt
der Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein einfaches, universelles
und praktisches Hilfsmittel durch die Kombination eines Minilochers
mit einem Lineal zu schaffen, das möglichst klein ausgebildet sowie durch
einen einfachen Aufbau kostengünstig
herstellbar und darüber
hinaus für
einen mobilen Einsatz funktionell zu handhaben ist.
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Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch eine
Kombination eines Minilochers mit den wesentlichen Merkmalen nach
der
DE 103 34 447
A1 und mit einem Lineal gemäß den Merkmalen des Schutzanspruchs
1 oder 2 gelöst.
Das Lineal, das als Unterteil für
den Minilocher vorgesehen ist, ist dazu so ausgebildet, dass es
auf seiner Oberseite mindestens eine Aussparung zur Aufnahme und
schwenkbeweglichen Befestigung einer Lochmatrize und zwei Lochstempel
aufweist, oder ein kompletter Minilocher in der Aussparung des Lineals
form-, kraft- oder stoffschlüssig
befestigt ist.
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Zur schwenkbeweglichen Befestigung
der Lochmatrize sind an dem Lineal an einer einem Maßstab gegenüberliegenden
hinteren Längskante
unterschiedlich und mit Abstand voneinander ausgebildete Stege zur
Aufnahme und schwenkbeweglichen Befestigung der Lochmatrize des
Minilochers sowie Lochstempel fest angeordnet, wobei mittels einer
in der Lochmatrize vorgesehenen Markierung für die Blattmitte das zu lochende
Papierblatt ausgerichtet in die Lochmatrize einlegbar ist und wobei
das Lineal mit dem Minilocher bei Bedarf in einem Ordner oder Schnellhefter
befestigbar ist.
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Bevorzugt ist vorgesehen, dass die
unterschiedlich ausgebildeten Stege und die Lochstempel in der auf
der Oberseite des Lineals insbesondere rechteckförmig ausgebildeten Aussparung
angeordnet sind, die sich von der hinteren Längskante des Lineals zur Linealmitte
erstreckt.
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In einer vorteilhaften Weiterbildung
der Erfindung ist an der hinteren Längskante des Lineals ein senkrecht
nach oben ausgebildeter, durch eine Öffnung unterbrochener Längssteg
vorgesehen, sowie parallel und mit Abstand zum Längssteg insbesondere zwei hakenförmig ausgebildete,
nach oben weisende Befestigungsstege zur schwenkbeweglichen Befestigung
der Lochmatrize, wobei den Befestigungsstegen zwei Lochstempel nachgeordnet
sind.
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Durch diese sowohl fertigungstechnisch günstige als
auch materialsparende einfache Ausführungsform der Verbindung der Lochmatrize
des Minilochers mit dem Lineal und die in ihren Abständen aufeinander
abgestimmten Befestigungselemente wird ohne aufwendige Mechanik
ein universell zu handhabendes Hilfsmittel geschaffen, das durch
seine geringen Abmaße
jederzeit in einem Aufbewahrungsbehältnis oder einer Schul- bzw. Aktentasche mitgeführt werden
kann und sofort einsatzbereit ist, so dass Papierblätter sofort
in Ordner und Schnellhefter eingeheftet werden können. Weiterhin kann das Lineal
mit dem Minilocher auch in vielfach zu benutzenden Ablagen unabhängig von
deren unterschiedlichen Größen direkt
befestigt werden.
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Eine weitere bevorzugte Ausführungsform wird
darin gesehen, dass die schwenkbewegliche Lochmatrize des Minilochers
aus einer plattenförmig ausgebildeten
Blattauflage und einem im Abstand zur Blattauflage fest angeordneten
Niederhalter besteht, wobei die Lochmatrize eine Markierung zum Ausrichten
des zu lochenden Papierblattes aufweist.
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Des weiteren ist vorteilhaft vorgesehen,
dass an der mit der hinteren Längskante
des Lineals abschließenden
hinteren Längskante
der Blattauflage jeweils endseitig Aussparungen zur Bildung von
Gelenken vorgesehen sind. Durch die Aussparungen wird eine schwenkbewegliche
Verbindung der Lochmatrize des Minilochers mit dem Lineal gewährleistet.
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Eine ebenso bevorzugte Weiterbildung
wird darin gesehen, dass der insbesondere plattenförmig ausgebildete
Niederhalter mit seiner hinteren Längsseite, die bündig mit
der hinteren Längsseite
der Blattauflage abschließt,
an der Blattauflage befestigt ist, wobei dessen Seitenkanten bündig mit
den Seitenkanten der Blattauflage abschließen und wobei die vordere Längskante
des Niederhalters nach innen so gewölbt ist, dass mittig ein Freiraum
für das einzulegende
Papierblatt entsteht.
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Bevorzugt ist zudem vorgesehen, dass
in der Blattauflage und im Niederhalter Durchgangslöcher zum
Durchtritt der Lochstempel vorgesehen sind.
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Eine fertigungstechnisch günstige Weiterbildung
wird darin gesehen, dass der Niederhalter und die Blattauflage an
ihren hinteren Längskanten
stoffschlüssig
miteinander verbunden, insbesondere verklebt sind.
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Eine bevorzugte Variante wird darin
gesehen, dass die Lochmatrize des Minilochers direkt auf der Oberseite
des Lineals beweglich befestigt ist.
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Weitere bevorzugte Ausführungsformen werden
darin gesehen, dass entweder der komplette Minilocher in einer vorgesehenen
Aussparung im Lineal kraft- und formschlüssig befestigt, insbesondere eingeklipst
oder eingeschoben arretiert ist, oder dass der komplette Minilocher
stoffschlüssig
in einer vorgesehenen Aussparung im Lineal befestigt, insbesondere
aufgeklebt ist.
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Weiterhin ist fertigungstechnisch
günstig
vorgesehen, dass das Lineal und die Lochmatrize des Minilochers
vorteilhaft aus Kunststoff ausgebildet sind.
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Ein Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Lineals
mit einem Minilocher ist in den Zeichnungen dargestellt und wird
im folgenden näher
beschrieben.
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Es zeigen:
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1 ein
Lineal mit einer Lochmatrize in Draufsicht;
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2 das
Lineal ohne Lochmatrize in Draufsicht;
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3 das
Lineal mit Lochmatrize in Seitenansicht;
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In den 1 und 2 ist ein Lineal 1 mit
einem Maßstab 5 und
einer auf seiner Oberseite 2 angeordneten Lochmatrize 6 eines
Minilochers dargestellt. Das Lineal 1 weist dazu auf seiner
Oberseite 2 an einer der vorderen Längskante 3 mit dem
Maßstab 5 gegenüberliegenden
hinteren Längskante 4 einen Längssteg 8 und
im Abstand 11,12 zum Längssteg 8 zwei Befestigungsstege 9,10 zur
Aufnahme und schwenkbeweglichen Befestigung der Lochmatrize 6 des
Minilochers auf. Im Abstand zu den Befestigungsstegen 9,10 sind
auf der Oberseite 2 des Lineals 1 noch zwei Lochstempel 13,14 vorgesehen.
Der Längssteg 8,
die Befestigungsstege 9,10 und die Lochstempel 13,14 sind
gemäß 2 in einer auf der Oberseite 2 des
Lineals 1 insbesondere rechteckförmig ausgebildeten Aussparung 7 fest
angeordnet, die sich von der hinteren Längskante 4 des Lineals 1 bis
zur Linealmitte erstreckt. An der in der Aussparung 7 schwenkbeweglich
angeordneten Lochmatrize 6 ist eine Markierung 27 für die Blattmitte
vorgesehen, um das zu lochenden Papierblatt ausgerichtet in die
Lochmatrize 6 des Minilochers einzulegen, wobei das Lineal 1 mit
dem in der Lochmatrize 6 befestigten Papierblatt bei Bedarf
in einem Ordner oder Schnellhefter befestigbar ist. Das Lineal 1 mit
der Lochmatrize 6 kann als selbständige Einheit leicht und handlich beispielsweise
in Schul- und Bürotaschen
immer mittransportiert oder in Ordner und Schnellhefter eingeklebt
werden, um bei Bedarf sofort die Papierblätter einzuheften.
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Gemäß 2 weist die Aussparung 7 auf der
Oberseite 2 des Lineals 1 an der hinteren Längskante 4 den
senkrecht nach oben ausgebildeten, durch eine Öffnung 19 unterbrochenen
Längssteg 8 auf,
an dem die Lochmatrize 6 des Minilochers in Verbindung
mit den Befestigungsstegen 9,10 schwenkbeweglich
angelenkt ist, die parallel zum Längssteg 8 und im Abstand 11,12 dazu angeordnet
insbesondere hakenförmig
ausgebildet sind und nach oben weisen. Den Befestigungsstegen 9,10 sind
in der Aussparung 7 auf der Oberseite 2 des Lineals 1 die
zwei Lochstempel 13,14 nachgeordnet.
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Die in 3 dargestellte
Lochmatrize 6 des Minilochers besteht aus einer plattenförmig ausgebildeten
Blattauflage 15 und einem im Abstand zur Blattauflage 15 auf
der Blattauflage fest angeordneten Niederhalter 16, wobei
zwischen der Blattauflage 15 und den Niederhalter 16 das
zu lochende, nicht dargestellte Papierblatt eingelegt und mittels
der von der Öffnung 19 im
Lineal 1 und der in die Lochmatrize 6 ausgebildeten
Markierung 27 ausgerichtet wird. An der mit dem Längssteg 8 des
Lineals 1 abschließenden
hinteren Längskante 20 der
Blattauflage 15 sind jeweils endseitig Aussparungen 17,18 vorgesehen, zur
Bildung von Gelenken in Verbindung mit dem Längssteg 8 und den
Befestigungsstegen 9,10 des Lineals 1.
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Der insbesondere plattenförmig ausgebildete
Niederhalter 16 schließt
mit seiner hinteren Längskante 22,
an der die Blattauflage 15 befestigt ist, bündig mit
der hinteren Längskante 20 der
Blattauflage 15 ab. Die Seitenkanten 25,26 des
Niederhalters 16 schließen bündig mit den Seitenkanten 23,24 der Blattauflage 15 ab
und die vordere Längskante 21 des
Niederhalters 16 ist nach innen so gewölbt, dass mittig ein Freiraum
für das
einzulegende Papierblatt entsteht. In der Blattauflage 15 und
im Niederhalters 16 sind Durchgangslöcher
28,29 zum
Durchtritt der Lochstempel 14,15 vorgesehen. Das
Lineal 1 und die Lochmatrize 6 des Minilochers
sind insbesondere aus Kunststoff ausgebildet und der Niederhalter 16 ist
mit der Blattauflage 15 an ihren hinteren Längskanten 20,22 insbesondere
stoffschlüssig
verbunden, vorzugsweise durch eine Klebverbindung.
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In einem zweiten, nicht näher dargestellten Ausführungsbeispiel
ist ein kompletter Minilocher in der im Lineal vorgesehenen Aussparung
befestigt, entweder kraft- und formschlüssig durch Einklipsen oder
Einschieben oder stoffschlüssig
durch Aufkleben.
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- 1
- Lineal
- 2
- Oberseite
des Lineals
- 3
- hintere
Längskante
des Lineals
- 4
- hintere
Längskante
des Lineals
- 5
- Maßstab
- 6
- Lochmatrize
- 7
- Aussparung
im Lineal
- 8
- Längssteg
- 9
- Befestigungssteg
- 10
- Befestigungssteg
- 11
- Abstand
zwischen Längssteg
und Befestigungssteg
- 12
- Abstand
zwischen Längssteg
und Befestigungssteg
- 13
- Lochstempel
- 14
- Lochstempel
- 15
- Blattauflage
- 16
- Niederhalter
- 17
- endseitige
Aussparung der Blattauflage
- 18
- endseitige
Aussparung der Blattauflage
- 19
- Öffnung im
Längssteg
- 20
- hintere
Längskante
der Blattauflage
- 21
- vordere
Längskante
des Niederhalters
- 22
- hintere
Längskante
des Niederhalters
- 23
- Seitenkante
der Blattauflage
- 24
- Seitenkante
der Blattauflage
- 25
- hintere
Längskante
des Niederhalters
- 26
- Seitenkante
des Niederhalters
- 27
- Markierung
in der Lochmatrize
- 28
- Durchgangsloch
in der Lochmatrize
- 29
- Durchgangsloch
in der Lochmatrize