DE2019699C3 - Verfahren zur Herstellung von gewalzten Blechen - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von gewalzten BlechenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von gewalzten Blechen aus unberuhigt vergossenen
Gußbratnmen. bei dem die Brammen auf Walztemperatur erhitzt und in mehreren Stichen verformt werden
und die Gußbrammen nach vollständiger Durcherstarrung zur Beseitigung des Gasblasenkranzes walzverformt
werden.
Bei der Herstellung von Blechen aus unberuhigt vergossenen Stranggußbrammen treten verschiedene Probleme
auf. Zunächst muß ein Stahl hergestellt werden, dessen Sauerstoffgehalt und Temperatur auf die chemische
Zusammensetzung genau abgestimmt sind. Weiters sind der Querschnitt des Stranges, insbesondere
die Strangdicke sowie die Gießgeschwindigkeit und die Abkühlungsbedingungen in der Stranggießanlage wichtige,
die Qualität des Produktes beeinflussende Faktoren.
Wenn Stranggußbrammen aus unberuhigtem Stahl auf einer Walzstraße zu Blechen weiterverarbeitet
werden sollen, müssen sie einer Vorbehandlung unterzogen werden. Die Oberfläche muß überprüft und
Oberflächenfehler müssen beseitigt werden. Die Brammen werden nach vollständiger Abkühlung in Stoßofen
auf Walztemperatur erhitzt, bevor sie in mehreren Stichen zu Blechen ausgewalzt werden. Bei der Erwärmung
auf Walztemperatur macht der in den Stranggußbrammen vorhandene Blasenkranz, der für unberuhigten
Stahl charakteristisch ist, große Schwierigkeiten, weil der Blasenkranz den Wärmeübergang von der
Oberfläche äzr Brammen in den Kern der Brammen beim Aufheizen in gas- oder ölbeheizten öfen behindert
Als Folge davon wird die Oberfläche überhitzt, und es tritt eine starke Verzunderung ein, ohne daß der
Kern ausreichend durchgewärmt wird. Daraus ergeben sich wieder qualitative und walztechnische Nachteile
be:rn Walzen der Brammen. Die starke Verzunderung
\,ηύ Überhitzung der Oberfläche kann nämlich dazu
führen, daß der Blasenkranz mit der Außenatmosphare.
die oxydierend wirkt, in Verbindung tritt, wodurch ein
Verschweißen der Gasblasenhohlräume wahrend de
Walzens erschwert bzw. völlig verhindert wird: Bleche aus einem solchen Ausgangsmaterial sind Ausschuüwa·
re.
Um die Schwierigkeiten zu vermeiden, die beim Erwärmen
von Siranggußbrammen aus unberührtem Stahl in Folge des Vorhandenseins des Blasenkran/es
ίο auftreten, ist bereits vorgeschlagen worden, das Erhitzen
auf Walztemperatur in elektrischen Induktionsofen statt in gas- oder ölgefeuerten Öfen vorzunehmen. Die
Erhitzung durch elektrische induktion verlauf; über den Querschnitt der Brammen gleichmäßiger, d h.. die
isolierende Wirkung des Blasenkranzes tritt bei dieser Erhitzungsar; nicht so nachteilig in Erscheinung und
qualitative Mangel, die in gas- oder ölgefeuerten Öfen
— also von der Oberfläche her — unvermeidlich sind. treten weniger in Erscheinung. Jndukiionsöfen sind je·
doch in der Anschaffung und im Betrieb außcrordenilich
teuer. Es ist daher mit einer allgemeinen Anwendung der Induktionserhitzung für Brammen aus wirtschaftlichen
Gründen nicht zu rechnen.
Die Dicke von Stranggußbrammen aus unberuhigtem
Stahl beträgt üblicherweise 250 bis 300 mm: die Breite der Brammen liegt bei etwa 1250 mm. und die
Länge der einzelnen Brammen kann bis zu 12 m betragen.Es
ergeben sich somit beachtliche Querschnitte und Stückgewichte. Die Fachwelt ist bestrebt, eine Lo-
y> sung der wirtschaftlichen und qualitativen Probleme
beim Verwalzen von Siranggußbrammen aus unberuhigtem
Stahl zu finden, jedoch ist bisher das aus dem Vorhandensein des Blasenkranzes sich ergebende Erwärmungsproblem
noch ungelöst.
»Aus Stahl und Eisen« 74 (1954). Nr. 20 (S. 1296). isi
bekannt, daß bei unberuhigten Siemens-Martin-Automatenstahlblöcken
durch eine vorsichtige, die Gasblasen zusammendrückende, mit vier Stichen aufgebrachte
Vorverformung im Blockwalzwerk die Blockoberfläche verbessert und das Ausbringen dieser Stähle beim späteren
Walzen erhöht wird.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, diese Lehre auch bei der Herstellung von gewalzten Blechen
aus unberuhigt vergossenen Gußbrammen in wirtschaftlicher Weise nutzbar zu machen.
Die Lösung dieser Aufgabe ist erfindungsgemäß gekennzeichnet durch die Verwendung von Stranggußbrammen,
wobei der Gußstrang vor Ablängen in Gußbrammen einstufig walzverformt wird, sobald der
>° durcherstarrte Strang eine über den ganzen Querschnitt
möglichst gleichmäßige Temperatur im Bereich von 900 bis 12000C. vorzugsweise 1000 bis 1100 C erreicht
hat.
Die Anwendung solcher Walztemperaturen isi bett reits durch die GB-PS 4 21 794 an sich bekannt, jedoch
handelt es sich dort um ein Verfahren, durch das Gußqualitäten
verformbar gemacht werden sollen, die aus 1,5 bis 4% Kohlenstoff, 0,45 bis 1.75% Silizium und bis
zu 1% Mangan, Rest Eisen und Stahlbegieiter bestehen
h0 und denen darüber hinaus noch Molybdän bis zu 1%
und Kupfer bis zu 0,6% zulegieri sein kann.
Zweckmäßig wird der Erfindung zufolge eine Vergleichmäßigung
der Temperatur über den ganzen
Querschnitt des Stranges in bekannier Weise o-.ourch
0^ vorgenommen, daß hinter der Sekundärkülii/.cn'j eine
unge!<ühhe bzw. beheizte Ausglcichs/onc vcr;:,e. c;i;:n
wird, durch die der Strang vor der einstufige" '-/crf;-:--
mung geführt wird.
Die Verformung nach der Erfindung wird so bemessen,
daß sie eiwa dem Volumen der Blasenhohlraume im Strang entspricht und so eine Verdichtung des Materials
bewirkt. Der Querschnitt des Gußsiranges wirJ
tier Erfindung /ufoige bei -jeni einstufigen Verfahren
um etwa 10 bis 20% ohne merkliche Sireckverforniung
»erminderi. Es handelt sich also mehr um eine Umforinung.
Aus der DL-PS 64 429 ist /war ein Verführen yum Auswalzen von Siranggußblöcken bekannt, bei
dem unlegierte oder legierte Stähle verarbeitet werden.
»obei ein Verformungsgrad von 20"/» zur Anwendung kommt. Dort wird das Auswalzen aber vorgenommen,
bevor der Gußstrang völlig durchersiarrt ist. und das Auswalzen führt dort bereits zu einer beträchtlichen
St reck verformung.
in der Zeichnung ist der Querschnitt eines Stranges «us unberuhigtem Stahl vor der erfindungsgemäßen
Verformung dargestellt. Die Makrostruktur einer Bramme ist schematisch gezeichnet. Man unterscheidet
deutlich drei Zonen, und zwar die blasenfreie Zone I.
die auch als »Speckschicht« bezeichnet wird, die eigentliche Randblasenzone 2 und die Kern/one 3 des
Strangquerschnitts. Die Stärke der blasenlosen Randschicht 1 in den Brammen aus unberuhigiem Stahl
hängt von der Absenkgeschwindigkeil und der Intensität des Kochens des Metalls in der Kokille ab unci beträgt
im allgemeinen nicht weniger als 10 mm.
Beim Erhitzen auf Walztemperatur muß darauf geachtet werden, daß die dichte Zone I möglichst erhallen
bleibt, damit keine oxydierenden Gase in die Randblasen eindringen. Wenn diese Bedingung erfüll; ist, so
verschweißen die Randblasen beim Walzen vollständig.
Wie erwähnt, werden erfindungsgemäß die Randblasen bereits durch eine geringe Verformung im Anschluß
an die Erstarrung des Stranges zusammengedrückt, so daß sie verschweißen und der Strang cmc
Verdichtung im Bereich eier Randbiasenzone 2 erfahr·.,
wodurch der wärmeisolierende Blasenkianz beseitig: wird. Ein nach diesem Verfahren \erdichteter Sirang
aus unberuhigtem Siah! kann ohne Schwierigkeiten in
wirtschaftlicher Weise genauso wie ein Siranti aus seruhig'.em
Stahl in gas- oder üibehei/ien Öfen auf WaIztemperatur
erwärrni werden.
Der Aufwand für ein Walzgerüst in Verbindung mit
ίο einer Siranggußaniage ist gering. Für die einstufige
Umformung wird die Eigenwarme des Stranges ausgenutzt:
der Walzdruck ist verhältnismäßig klein, weil das
Zusammendrücken der Blasenhohlraume keine große Energie erfordert. Die Talsache, daß der Blasenkran/
is \erhäitnismäßig leicht /u beseitigen ist. ist auch der
Grund dafür, daß die übrigen Zonen des Strangquerschnittes praktisch kaum verformt werden. Es muß vor
Durchführung des Verfahrens lediglich das BJasenvolumert
bestimmt werden, welches von der Stahlqualitat und vom Strangquerschniti abhängig ist. sonst aber innerhalb
enger Grenzen bleibt. Man wird also diese Untersuchung nur einmal durchführen müssen und danach
die Querschnitisabnahme bei der erfindungsgemäßen Verdichtung des Materials festlegen.
^ Das Ziel der Erfindung, die Qualität von Stranggußbrammen
in wärmetechnischer Hinsicht zu verbessern, so daß ein wesentlich verbesserter Wärmedurchgang
geschaffen wird, wird auch dann erreicht, wenn nicht
alle Blasen vollständig verschweißen. Einzelne nach der Verformung noch vorhandene Blasen beeinträchtigen
den Erwärmungsvorgang kaum. Somit stellt das erfindungsgemäße Verfahren keine besonders große Genauigkeit
an die Erfassung des Blasenhohlraumes, wodurch seine Anwendung im Betrieb vereinfacht wird.
Hierzu 1 Blatt Zeichnuncen
Claims (3)
1. Verfahren zur Herstellung von gewalzten Bitchen aus unberuhigt vergossenen Gußbrammen, bei
dem die Brammen auf Walziemperatur erhitzt und in mehreren Stichen verformi werden und die Gußbrammen
nach vollständiger Durcherstarrung zur Beseitigung des Gasblasenkranzes wal/verformt
werden, gekennzeichnet durch die Verwendung von Stranggußbrammen, wobei der Gußstrang
vor Ablängen in Gußbrammen einstufig walzverformt wird, sobald der durcherstarrte
Strang eine über den ganzen Querschnitt möglichst gleichmäßige Temperatur im Bereich von 900 bis
1200X. vorzugsweise 1000 bis 1 i00°C erreicht hat.
2. Verfahren nach Anspruch 1. dadurch gekennzeichnet, daß eine Vergleichmäßigung der Temperatur
über den ganzen Querschnitt des Stranges in bekannter Weise durch Anordnung von ungekühlten
bzw. beheizten Ausgleichszonen vorgenommen wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2. dadurch gekennzeichnet, daß wie bekannt der Querschnitt
des Gußstranges bei der einstufigen Verformung um 10 bis 20% ohne merkliche Streckverformung
vermindert wird.
Applications Claiming Priority (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| AT444569 | 1969-05-09 | ||
| AT444569A AT293315B (de) | 1969-05-09 | 1969-05-09 | Verfahren zur Bearbeitung eines unberuhigt vergossenen Stahlstranges |
Publications (3)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE2019699A1 DE2019699A1 (de) | 1970-11-19 |
| DE2019699B2 DE2019699B2 (de) | 1975-09-04 |
| DE2019699C3 true DE2019699C3 (de) | 1976-04-29 |
Family
ID=
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