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DE2019699C3 - Verfahren zur Herstellung von gewalzten Blechen - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von gewalzten Blechen

Info

Publication number
DE2019699C3
DE2019699C3 DE19702019699 DE2019699A DE2019699C3 DE 2019699 C3 DE2019699 C3 DE 2019699C3 DE 19702019699 DE19702019699 DE 19702019699 DE 2019699 A DE2019699 A DE 2019699A DE 2019699 C3 DE2019699 C3 DE 2019699C3
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
strand
slabs
cast
section
cross
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Expired
Application number
DE19702019699
Other languages
English (en)
Other versions
DE2019699A1 (de
DE2019699B2 (de
Inventor
Rudolf Dipl.-Ing. Linz Schöffmann (Österreich)
Original Assignee
Vereinigte Österreichische Eisen- und Stahlwerke - Alpine Montan AG, Wien
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Priority claimed from AT444569A external-priority patent/AT293315B/de
Application filed by Vereinigte Österreichische Eisen- und Stahlwerke - Alpine Montan AG, Wien filed Critical Vereinigte Österreichische Eisen- und Stahlwerke - Alpine Montan AG, Wien
Publication of DE2019699A1 publication Critical patent/DE2019699A1/de
Publication of DE2019699B2 publication Critical patent/DE2019699B2/de
Application granted granted Critical
Publication of DE2019699C3 publication Critical patent/DE2019699C3/de
Expired legal-status Critical Current

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Description

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von gewalzten Blechen aus unberuhigt vergossenen Gußbratnmen. bei dem die Brammen auf Walztemperatur erhitzt und in mehreren Stichen verformt werden und die Gußbrammen nach vollständiger Durcherstarrung zur Beseitigung des Gasblasenkranzes walzverformt werden.
Bei der Herstellung von Blechen aus unberuhigt vergossenen Stranggußbrammen treten verschiedene Probleme auf. Zunächst muß ein Stahl hergestellt werden, dessen Sauerstoffgehalt und Temperatur auf die chemische Zusammensetzung genau abgestimmt sind. Weiters sind der Querschnitt des Stranges, insbesondere die Strangdicke sowie die Gießgeschwindigkeit und die Abkühlungsbedingungen in der Stranggießanlage wichtige, die Qualität des Produktes beeinflussende Faktoren.
Wenn Stranggußbrammen aus unberuhigtem Stahl auf einer Walzstraße zu Blechen weiterverarbeitet werden sollen, müssen sie einer Vorbehandlung unterzogen werden. Die Oberfläche muß überprüft und Oberflächenfehler müssen beseitigt werden. Die Brammen werden nach vollständiger Abkühlung in Stoßofen auf Walztemperatur erhitzt, bevor sie in mehreren Stichen zu Blechen ausgewalzt werden. Bei der Erwärmung auf Walztemperatur macht der in den Stranggußbrammen vorhandene Blasenkranz, der für unberuhigten Stahl charakteristisch ist, große Schwierigkeiten, weil der Blasenkranz den Wärmeübergang von der Oberfläche äzr Brammen in den Kern der Brammen beim Aufheizen in gas- oder ölbeheizten öfen behindert Als Folge davon wird die Oberfläche überhitzt, und es tritt eine starke Verzunderung ein, ohne daß der Kern ausreichend durchgewärmt wird. Daraus ergeben sich wieder qualitative und walztechnische Nachteile be:rn Walzen der Brammen. Die starke Verzunderung \,ηύ Überhitzung der Oberfläche kann nämlich dazu führen, daß der Blasenkranz mit der Außenatmosphare. die oxydierend wirkt, in Verbindung tritt, wodurch ein Verschweißen der Gasblasenhohlräume wahrend de Walzens erschwert bzw. völlig verhindert wird: Bleche aus einem solchen Ausgangsmaterial sind Ausschuüwa·
re.
Um die Schwierigkeiten zu vermeiden, die beim Erwärmen von Siranggußbrammen aus unberührtem Stahl in Folge des Vorhandenseins des Blasenkran/es ίο auftreten, ist bereits vorgeschlagen worden, das Erhitzen auf Walztemperatur in elektrischen Induktionsofen statt in gas- oder ölgefeuerten Öfen vorzunehmen. Die Erhitzung durch elektrische induktion verlauf; über den Querschnitt der Brammen gleichmäßiger, d h.. die isolierende Wirkung des Blasenkranzes tritt bei dieser Erhitzungsar; nicht so nachteilig in Erscheinung und qualitative Mangel, die in gas- oder ölgefeuerten Öfen — also von der Oberfläche her — unvermeidlich sind. treten weniger in Erscheinung. Jndukiionsöfen sind je·
doch in der Anschaffung und im Betrieb außcrordenilich teuer. Es ist daher mit einer allgemeinen Anwendung der Induktionserhitzung für Brammen aus wirtschaftlichen Gründen nicht zu rechnen.
Die Dicke von Stranggußbrammen aus unberuhigtem Stahl beträgt üblicherweise 250 bis 300 mm: die Breite der Brammen liegt bei etwa 1250 mm. und die Länge der einzelnen Brammen kann bis zu 12 m betragen.Es ergeben sich somit beachtliche Querschnitte und Stückgewichte. Die Fachwelt ist bestrebt, eine Lo-
y> sung der wirtschaftlichen und qualitativen Probleme beim Verwalzen von Siranggußbrammen aus unberuhigtem Stahl zu finden, jedoch ist bisher das aus dem Vorhandensein des Blasenkranzes sich ergebende Erwärmungsproblem noch ungelöst.
»Aus Stahl und Eisen« 74 (1954). Nr. 20 (S. 1296). isi bekannt, daß bei unberuhigten Siemens-Martin-Automatenstahlblöcken durch eine vorsichtige, die Gasblasen zusammendrückende, mit vier Stichen aufgebrachte Vorverformung im Blockwalzwerk die Blockoberfläche verbessert und das Ausbringen dieser Stähle beim späteren Walzen erhöht wird.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, diese Lehre auch bei der Herstellung von gewalzten Blechen aus unberuhigt vergossenen Gußbrammen in wirtschaftlicher Weise nutzbar zu machen.
Die Lösung dieser Aufgabe ist erfindungsgemäß gekennzeichnet durch die Verwendung von Stranggußbrammen, wobei der Gußstrang vor Ablängen in Gußbrammen einstufig walzverformt wird, sobald der
durcherstarrte Strang eine über den ganzen Querschnitt möglichst gleichmäßige Temperatur im Bereich von 900 bis 12000C. vorzugsweise 1000 bis 1100 C erreicht hat.
Die Anwendung solcher Walztemperaturen isi bett reits durch die GB-PS 4 21 794 an sich bekannt, jedoch handelt es sich dort um ein Verfahren, durch das Gußqualitäten verformbar gemacht werden sollen, die aus 1,5 bis 4% Kohlenstoff, 0,45 bis 1.75% Silizium und bis zu 1% Mangan, Rest Eisen und Stahlbegieiter bestehen
h0 und denen darüber hinaus noch Molybdän bis zu 1% und Kupfer bis zu 0,6% zulegieri sein kann.
Zweckmäßig wird der Erfindung zufolge eine Vergleichmäßigung der Temperatur über den ganzen Querschnitt des Stranges in bekannier Weise o-.ourch
0^ vorgenommen, daß hinter der Sekundärkülii/.cn'j eine unge!<ühhe bzw. beheizte Ausglcichs/onc vcr;:,e. c;i;:n wird, durch die der Strang vor der einstufige" '-/crf;-:-- mung geführt wird.
Die Verformung nach der Erfindung wird so bemessen, daß sie eiwa dem Volumen der Blasenhohlraume im Strang entspricht und so eine Verdichtung des Materials bewirkt. Der Querschnitt des Gußsiranges wirJ tier Erfindung /ufoige bei -jeni einstufigen Verfahren um etwa 10 bis 20% ohne merkliche Sireckverforniung »erminderi. Es handelt sich also mehr um eine Umforinung. Aus der DL-PS 64 429 ist /war ein Verführen yum Auswalzen von Siranggußblöcken bekannt, bei dem unlegierte oder legierte Stähle verarbeitet werden. »obei ein Verformungsgrad von 20"/» zur Anwendung kommt. Dort wird das Auswalzen aber vorgenommen, bevor der Gußstrang völlig durchersiarrt ist. und das Auswalzen führt dort bereits zu einer beträchtlichen St reck verformung.
in der Zeichnung ist der Querschnitt eines Stranges «us unberuhigtem Stahl vor der erfindungsgemäßen Verformung dargestellt. Die Makrostruktur einer Bramme ist schematisch gezeichnet. Man unterscheidet deutlich drei Zonen, und zwar die blasenfreie Zone I. die auch als »Speckschicht« bezeichnet wird, die eigentliche Randblasenzone 2 und die Kern/one 3 des Strangquerschnitts. Die Stärke der blasenlosen Randschicht 1 in den Brammen aus unberuhigiem Stahl hängt von der Absenkgeschwindigkeil und der Intensität des Kochens des Metalls in der Kokille ab unci beträgt im allgemeinen nicht weniger als 10 mm.
Beim Erhitzen auf Walztemperatur muß darauf geachtet werden, daß die dichte Zone I möglichst erhallen bleibt, damit keine oxydierenden Gase in die Randblasen eindringen. Wenn diese Bedingung erfüll; ist, so verschweißen die Randblasen beim Walzen vollständig.
Wie erwähnt, werden erfindungsgemäß die Randblasen bereits durch eine geringe Verformung im Anschluß an die Erstarrung des Stranges zusammengedrückt, so daß sie verschweißen und der Strang cmc Verdichtung im Bereich eier Randbiasenzone 2 erfahr·., wodurch der wärmeisolierende Blasenkianz beseitig: wird. Ein nach diesem Verfahren \erdichteter Sirang aus unberuhigtem Siah! kann ohne Schwierigkeiten in wirtschaftlicher Weise genauso wie ein Siranti aus seruhig'.em Stahl in gas- oder üibehei/ien Öfen auf WaIztemperatur erwärrni werden.
Der Aufwand für ein Walzgerüst in Verbindung mit
ίο einer Siranggußaniage ist gering. Für die einstufige Umformung wird die Eigenwarme des Stranges ausgenutzt: der Walzdruck ist verhältnismäßig klein, weil das Zusammendrücken der Blasenhohlraume keine große Energie erfordert. Die Talsache, daß der Blasenkran/
is \erhäitnismäßig leicht /u beseitigen ist. ist auch der Grund dafür, daß die übrigen Zonen des Strangquerschnittes praktisch kaum verformt werden. Es muß vor Durchführung des Verfahrens lediglich das BJasenvolumert bestimmt werden, welches von der Stahlqualitat und vom Strangquerschniti abhängig ist. sonst aber innerhalb enger Grenzen bleibt. Man wird also diese Untersuchung nur einmal durchführen müssen und danach die Querschnitisabnahme bei der erfindungsgemäßen Verdichtung des Materials festlegen.
^ Das Ziel der Erfindung, die Qualität von Stranggußbrammen in wärmetechnischer Hinsicht zu verbessern, so daß ein wesentlich verbesserter Wärmedurchgang geschaffen wird, wird auch dann erreicht, wenn nicht alle Blasen vollständig verschweißen. Einzelne nach der Verformung noch vorhandene Blasen beeinträchtigen den Erwärmungsvorgang kaum. Somit stellt das erfindungsgemäße Verfahren keine besonders große Genauigkeit an die Erfassung des Blasenhohlraumes, wodurch seine Anwendung im Betrieb vereinfacht wird.
Hierzu 1 Blatt Zeichnuncen

Claims (3)

Patentansprüche:
1. Verfahren zur Herstellung von gewalzten Bitchen aus unberuhigt vergossenen Gußbrammen, bei dem die Brammen auf Walziemperatur erhitzt und in mehreren Stichen verformi werden und die Gußbrammen nach vollständiger Durcherstarrung zur Beseitigung des Gasblasenkranzes wal/verformt werden, gekennzeichnet durch die Verwendung von Stranggußbrammen, wobei der Gußstrang vor Ablängen in Gußbrammen einstufig walzverformt wird, sobald der durcherstarrte Strang eine über den ganzen Querschnitt möglichst gleichmäßige Temperatur im Bereich von 900 bis 1200X. vorzugsweise 1000 bis 1 i00°C erreicht hat.
2. Verfahren nach Anspruch 1. dadurch gekennzeichnet, daß eine Vergleichmäßigung der Temperatur über den ganzen Querschnitt des Stranges in bekannter Weise durch Anordnung von ungekühlten bzw. beheizten Ausgleichszonen vorgenommen wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2. dadurch gekennzeichnet, daß wie bekannt der Querschnitt des Gußstranges bei der einstufigen Verformung um 10 bis 20% ohne merkliche Streckverformung vermindert wird.
DE19702019699 1969-05-09 1970-04-23 Verfahren zur Herstellung von gewalzten Blechen Expired DE2019699C3 (de)

Applications Claiming Priority (2)

Application Number Priority Date Filing Date Title
AT444569 1969-05-09
AT444569A AT293315B (de) 1969-05-09 1969-05-09 Verfahren zur Bearbeitung eines unberuhigt vergossenen Stahlstranges

Publications (3)

Publication Number Publication Date
DE2019699A1 DE2019699A1 (de) 1970-11-19
DE2019699B2 DE2019699B2 (de) 1975-09-04
DE2019699C3 true DE2019699C3 (de) 1976-04-29

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