DE2019553A1 - Verfahren zur Herstellung von Kalk-Flussmittel-Briketts fuer metallurgische Zwecke - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von Kalk-Flussmittel-Briketts fuer metallurgische ZweckeInfo
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-
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Description
Verfahren zur Herstellung von Kalk-Flußmittel-Briketts für metallurgische Zwecke
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von
Kalk-Flußmittel-Briketts für metallurgische Zwecke, insbesondere für die Erzeugung von Stahl.
Bei der Herstellung von Stahl wird dem geschmolzenen Metallbad bekanntlich Branntkalk als Schlackenbildner zur Entschwefelung
und Entphosphorung der Schmelze zugesetzt. Zur Erhöhung der Auflösungsgeschwindigkeit des Kalkes wurden
außerdem zusätzlich Flußmittel, wie z.B. Flußspat oder Eisenoxid, verwendet, wobei die einzelnen Komponenten im
allgemeinen dem Bad getrennt zugesetzt werden.
Das Einbringen von Branntkalk und Flußmitteln in die Schmelze ist dabei oftmals mit einigen Schwierigkeiten verbunden, da
während des Transportes dieser Komponenten ein erheblicher Feinanteil anfällt. Dieser wird, anstatt in der Schmelze
unterzusinken, durch die Entstaubungsvorrichtung weggeblasen
und geht somit verloren. Abgesehen von diesen Verlusten tritt eine Staubbelästigung auf.
Zur Vermeidung dieser Nachteile ist daher schon vorgeschlagen worden, Flußspat in Form von Briketts zuzusetzen (US-Patentschrift
3 044 140). Bei der Herstellung dieser Briketts wird der feinteilige Flußspat mit einem Bindemittel vermischt,
diese Mischung auf einen bestimmten Feuchtegehalt gebracht, zu Briketts geformt und anschließend in einem Ofen gebrannt.
Durch, den Brennvorgang wird das Bindemittel entfernt.
- 2 109845/0850
Nachteilig bei diesem Verfahren sind die verhältnismäßig vielen Arbeitsgänge; ferner wird nur eine Komponente, nämlich
der Flußspat, brikettiert, während der gegen Hydratation und Karbonatisierung anfällige Branntkalk nach wie
vor unbrikettiert zugesetzt werden muß.
Es ist auch schon vorgeschlagen worden, Branntkalk zu brikettieren (britische Patentschrift 91? 967)· Dazu wird
eine Fraktion Branntkalk mit einer Korngröße von weniger als 1 mm mit einer zweiten Fraktion einer Korngröße von
1 bis 3 mm in einem bestimmten Verhältnis gemischt und die Mischung hernach brikettiert, wobei während des
Brikettiervorganges ein flüssiges Bindemittelgemisch auf die Walzen einer Walzenpresse gesprüht wird. Selbstverständlich
gelangt das Bindemittel bei der Anwendung der Briketts in die Schmelze, was nicht erwünscht ist.
Schließlich ist darüber berichtet worden, daß das getrennte Einbringen der Schlackenbildner Kalk und Flußspat
nicht zwingend ist und halbindustrielle Versuche mit Mischungen in Form von Pellets erfolgversprechend waren.
(Stahl und Eisen 89 (1969) Nr. 16, S. 855). Hinweise über
die Herstellung und Zusammensetzung dieser Pellets sind dieser Arbeit nicht zu entnehmen.
Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren zu schaffen, mit dem Branntkalk und ein Flußmittel gemeinsam und ohne
Zusatz eines Bindemittels brikettiert werden können.
Die Erfindung löst die Aufgabe durch die Kombination folgender Merkmale:
- 3 -109845/085 0
a) Die Siebkennlinie der Mischung aus Branntkalk und Flußmittel liegt bei einer maximalen Kalkkorngröße zwischen
3 und 8 mm in einem Bereich, der von den Kurven A und B gemäß Bild 1 begrenzt wirdj
b) die maximale Korngröße des Flußmittels ist nicht größer als das 0,5- bis 0,7-fache der maximalen Korngröße des
Branntkalkes;
c) das Mischungsverhältnis zwischen Branntkalk und Fluß- % mittel beträgt 12:1 bis 3:1 Gewichtsteile.
Als vorteilhaftes Flußmittel hat sich Flußspat erwiesen, jedoch sind auch auj.s Eisenoxidträger feinkörniges Eisenerz
oder LD-Filterstaub sowie Bauxit geeignet.
Um ein besseres Auslösen der Briketts aus den Formen zu erreichen,
ist es vorteilhaft, die Formen während des Preßvorganges mit öl zu besprühen.
Die durch die Erfindung erzielten Vorteile sind vor allem darin zu sehen, daß durch die beschleunigte Auflösung schnell jf
eine hochreaktionsfähige Schlacke zur Verfügung steht. Darüber hinaus beginnt die Auflösung bereits in Temperaturbereichen,
in denen reiner Kalk der Erscheinung des Nachbrennens ausgesetzt wäre. Durch das Brikettieren wird weiterhin ein
Verlust durch Austrag der feinen Anteile vermieden, und der Zusatz kann besser dosiert werden. Eine Staubbelästigung entfällt,
und es werden durch das Fehlen eines Bindemittels keine zusätzlichen und meist unerwünschten Substanzen der
Schmelze zugeführt.
109845/0850
Es wurde eine Mischung aus Branntkalk mit einem CaO-Gehalt
von 95,6 % und Flußspat mit einem CaF^-Gehalt von 89 °/o im
Gewichtsverhältnis 4:1 hergestellt» Die einzelnen Komponenten wiesen folgende Siebanalyse auf:
| Branntkalk | > | 5 | 5 | mm | 0,1 | % | Flußspat | - 3 | 5 | mm | 0,2 % |
| - | 4 | 25 | mm | 5,2 | % | 4 | - 2 | 25 | mm | 6,9 % | |
| 5 | - | 3' | 125 | τητη | 6,8 | % | 3 | - 1 | 125 | mm | 16,8 % |
| 4 | - | 2 | 125 | mm | 13,3 | % | 2 | - ο, | 125 | mm | 26,4 % |
| 3 | - | 1 | τητη | 20,8 | % | 1 | - ο, | mm | 17,2 % | ||
| 2 | - | O, | mm | 15,4 | % | ο, | - ο, | mm | 13,8 % | ||
| 1 | ο, | τητη | 13,6 | % | ο, | < 0, | mm | 18,7 % | |||
| O | ,25- | ο, | τητη | 10,8 | % | ||||||
| O | < | 0, | mm | 14,0 | Ο/ο | ||||||
| ,5 | |||||||||||
| ,25 | |||||||||||
Das maximale Korn des Flußspats betrug ca. 3 mm, dasjenige des Branntkalkes 5 mm.
Die Mischung aus Branntkalk und Flußspat wurde über einen Vorverdichter einer Walzenpresse von 1000 mm Durchmesser
zugeführt, deren Brikettwalzen 3 Reihen Kissenformen von 20 cm aufwiesen. Die Drehzahl der verwendeten Presse betrug
3 U/min, die spezifische Preßkraft 13 t/cm Walzenbreite. Bei einem Schüttgewicht von 1,3 kg/1 der Mischung aus Branntkalk
und Flußspat wiesen die Briketts ein Raumgewicht von 2,45 g/cm auf. Während des Pressens wurden die Formen allein
zu dem Zweck mit Öl besprüht, ein besseres Auslösen zu erreichen. Die fertigen Briketts wurden auf einem Gurtband ausgetragen
und in Behältern aufgefangen. Die Festigkeit der so hergestellten Briketts lag beim Pressen zwischen zwei planparallelen
Platten im Mittel bei 220 kg.
10984 5/0850 - 5 -
Patentansprüche:
Claims (5)
1. Verfahren zur Herstellung von Kalk-Flußmittel-Briketts
für metallurgische Zwecke, insbesondere für die Erzeugung
von Stahl, gekennzeichnet durch
die Kombination folgender Merkmale:
a) Die Siebkennlinie der Mischung aus Branntkalk und Flußmittel liegt bei einer maximalen Kalkkorngröße
zwischen 3 und 8 mm in einem Bereich, der von den Kurven A und B gemäß Bild 1 begrenzt wird}
b) die maximale Korngröße des Flußmittels ist nicht größer als das 0,5- bis 0,7-fache der maximalen
Korngröße des Branntkalkes;
c) das Mischungsverhältnis zwischen Branntkalk und Flußmittel beträgt 12:1 bis 3:1 Gewichtsteile.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß als Flußmittel Flußspat verwendet wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1, d a d u r c h g e k eη η - g
zeichnet, daß als Flußmittel Eisenoxid verwendet Γ
wird.
4. Verfahren nach. Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet
, daß als Flußmittel Bauxit verwendet wird.
5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als Flußmittel LD-FiIterstaub verwendet wird.
109845/0850
Leersei te
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- 1970-04-23 DE DE19702019553 patent/DE2019553A1/de active Pending
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1971
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- 1971-04-22 FR FR7114426A patent/FR2086284A1/fr active Granted
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Also Published As
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