DE2017096C - - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Austrag von Glas aus einer Glasschmelzwanne oder einem
Speiser durch eine unter der Glasoberfläche befindliche öffnung mit zwei in Strömungsrichtung aufeinanderfolgenden,
übereinander angeordneten und Abstand voneinander besitzenden Elektroden, von denen
die untere als Ring ausgebildet ist und einen geringeren Durchflußquerschnitt als die obere Elektrode aufweist.
Wenn die Glasentnahme bei kontinuierlich arbeiterden
Glasschmelzwannen während der Nacht oder an Sonn- und Feiertagen gestoppt wird, treten in der
Wanne Inhomogenitäten der Schmelze auf. Bei Gläsern mit hoher Oberflächenverdampfung wie Fluoroder
Bleigläsern treten ähnliche Störungen auf, und in den Glaswannen kann durch Abschmelzen des feuer- 5"
festen Materials, insbesondere des Zirkonsilikats, eine zirkonhaltige Bodenschicht entstehen, die sich mit
dem anderen Glas in der Wanne schlecht oder gar nicht mischt und im fertigen Glasgegenstand zu
Schlieren führt. Es ist bekannt, bei Störungen der vorgenannten Art während des Stillstandes des Produktionsprozesses
zur Verbesserung der Glasqualität eine bestimmte Glasschicht aus der Glasschmelzwanne zu
entnehmen. Der Abzug erfolgt im allgemeinen bei spezifisch schweren Glasschichten am Boden der
Schmelzwanne oder bei spezifisch leichten von der Oberfläche durch einen Speiserkanal.
Bei der Abnahme am Wannenboden wird der Wannenboden durchbohrt und das Glas durch diese
Bohrung abgezogen oder bei der Abnahme von der Oberfläche wird ein Überlauf geöffnet.
Nachteilig ist bei diesen bekannten Methoden über, daß eine Regulierung der ausströmenden Menge
und ein Stoppen und Wiederanfahren der Glasentnahmen
nicht ohne weiteres möglich ist, da bei dem Nachfließen
von Glas aus dem Wanneninneren die Tempe- -atur des ausfließenden Glases steigt, wodurch die
ausströmende Menge ansteigt. Es ist daher äußerst schwierig, eine einfache Bohrung oder einen Überlauf
wieder zum Erstarren zu bringen.
Es ist weiterhin aus der deutschen Auslegeschrif* 1 137 177 eine Vorrichtung für den Ausfluß von Glas
aus einem Speiser mittels eines Plungers bekannt, die eine untere Ringelektrode mit einem Innenstein aufweist,
der seinerseits die Ausflußöffnung bildet. Der Innenstein weist aber einen wesentlich geringere;.
Querschnitt als die Ringelektrode auf und befindet sich innerhalb der Ringelektrode. Nachteilig ist hierbei,
daß beim Abstellen der Ausflußöffnung eint;
leichte Wiederinbetriebnahme nicht möglich ist. i';i
das in der Ausflußöffnung befindliche Glas nicht ohr.c
weiteres wieder aufschmelzbar ist.
Aufgabe der Erfindung ist es daher, eine Votrictitung
zum regelbaren Austrag von Glas aus einer Schmelzwanne zu schaffen, die die Nachteile des Standes
der Technik nicht mehr aufweist und die insbesoii
dere neben dem kontrollierten Ausfluß von Glas das
leichte Abstellen und Wiederinbetriebnehmen d. s Glasabzugs ermöglicht. Die Vorrichtung gemäß öor
Erfindung soll weiterhin ein sicheres, wirtschaftliches und störungsfreies Arbeiten ermöglichen sowie an bereits
bestehende Glaswannen ohne weiteres anbringbar und für alle Gläser einschließlich Borsilikatglas
anwendbar sein.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß bei der eingangs genannten Vorrichtung dadurch gelöst, daß der
Öffnungsquerschnitt der unteren Elektrode dem Strömungsquerschnitt des austretenden Glases entspricht
und daß unter der unteren der Elektroden ein Elektrodenstein mit einer sich konisch erweiternden öffnung
angebracht ist, dessen öffnung an der unteren der Elektroden ebenso groß ist wie deren Querschnittsöffnung.
Vorteilhaft kann die Vorrichtung gemäß der Erfindung einen vor Unterbrechung des Heizstromes und
Beendigung des Glasausflusses in die Ringöffnungen einführbaren Stab aus leitendem und hitzebeständigem
Material aufweisen, um dadurch das Wiederanfahren der Austragvorrichtung zu vereinfachen.
Im folgenden wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung an Hand der Zeichnung beschrieben. Die
Zeichnung zeigt eine an einer Glasschmelzwand angebaute Vorrichtung zur Regelung des Glasaustrages im
Schnitt und um 180° gedreht.
Gemäß der Zeichnung besteht die erfindungsgemäße Vorrichtung zum regelbaren Austrag von Glas
aus einem Außenrohr 3, das durch an Trägerwinkel 1 angeschraubte Halteklauen 2 über eine Bodenplatte 5
gegen die untere Oberfläche einer Glasschmelzwanne oder eines Speisers gepreßt wird. Im Inneren des
Außenrohrs 3 befindet sich ein Isolierstein 4 in Form eines Hohlzylinders, in den zwei Ringelektroden 10,
ein Abstandsrohr 6 zwischen den Elektroden 10 und unter der unteren Elektrode ein Elektrodenstein 8
konzentrisch eingesetzt sind.
Der Elektrodenstein 8 weist eine sich konisch nach unten erweiternde zentrale öffnung auf, deren Größe
in der engsten Stelle der Größe der öffnung der unteren der Ringelektroden 10 entspricht. Unter dem
Elektrodenstein 8 befindet sich eine Dichtplatte 9 und darunter wiederum die Bodenplatte 5, die an dem
Außenrohr 3 befestigt ist und auf die die Klauen 2 einwirken. Die obere der beiden Elektroden 10 weist eine
zentrale öffnung auf, die erheblich größer ist als die der unteren Elektrode, und diese Elektrode ist nur
durch eine Auflageplatte getrennt an den Boden der Glasschmelzwanne angesetzt Die Elektroden werden
durch Kontaktstäbe mit Wechselstrom versorgt.
Sowohl die Elektroden 10 als auch die Kontaktstäbe beziehen aus einem leitenden und hitzebeständigen
Material, wie z.B. Molybdän, die unter hoher Temperatur stehenden Teile der erfindungsgemäßen
Vorrichtung sind aus feuerfestem Material, und die äußeren Teile, wie das Außenrohr3, die Bodenplatte S
und die Klauen 2 können aus einem passenden metallischen Werkstoff bestehen. Der Abstand der Elektroden
voneinander wird unter Bezug auf die Art des ausströmenden Glases und die Spannung des verwendeten
elektrischen Stroms gewählt, z. B. beträgt der Abstand für Spannungen von 220 oder 38U Volt 9 cm.
Die öffnung der oberen Elektrode hat dann z. B. einen Durchmesser von 4 cm und die der unteren
Elektrode einen von 1,5 cm.
Vor der Beendigung des Ausströmens wird in die öffnung der beiden Elektroden 10 eine Verschlußelektrode
7 in Stabform eingesetzt, die ebenfalls aus einem hitzebeständigen und leitenden Material, wie
z. B. Molybdän, besteht und zum Aufschmelzen des in der Ausflußöffnung erstarrten Glases beim Wiederinbetriebnehmen
der Ausflußöffnung dient.
In der Zeichnung nicht dargestellt ist eine Regeleinrichtung zur Einstellung des durch die Ringelektroden
zugeführten, elektrischen Stromes in Abhängigkeit von der Temperatur des durchfließenden Glases.
Die Temperaturmessung kann dabei entweder direkt mittels z. B. Thermoelementen oder durch die Messung
des Widerstandes zwischen den Elektroden 10 erfolgen.
Die Vorrichtung gemäß der Erfindung kann entweder unter einem Speiser zur Drainage des Oberflächenglases
oder am Wannenboden zur Drainage des Bodenglases angebracht werden. Die Wanne oder der
Speiser werden zu diesem Zweck an der Stelle, die für die Anbringung der Vorrichtung vorgesehen ist, mit
einer entsprechend großen Bohrung versehen. Beim Bohren wird durch die Wasserkühlung des Bohrers
das darüberliegende Glas so stark gekühlt, daß es dort einfriert und die gefrorene Menge auch noch eine gewisse
Zeit nach Beendigung des Bohrvorganges den Ausfluß von Glas verhindert. In dieser Zeit kann die
neuartige Ausflußvorrichtung auf einfachste Art angebracht werden.
Nachdem das Glas sich wieder genügend erwärmt h* b^S es durch die Bohrung in den Innenraum
zwischen den Elektroden 10 zu «^ . vf^
Die Größe der unteren Elektrodenoffnung ist vorteilhaftIo
gewählt, daß es an dieser SteHe ohne zusatziche
BeheLng zum Einfrieren der Glasmasse und damit zum Stillstand des Glasstromes kommt Wird
mTan die beiden Elektroden Spannung angelegt so
wird das zwischen den Elektroden befindliche Glas xo Irch den hindurchfließenden Strom erwärmt und
fließt bei genügend verringerter Vjskositat durch d,e
untere der ^elektroden 10 aus. Durch Einstellung de angelegten Spannung kann die Viskosität des ausfließenden
Glases so eingestellt werden daß eme gewünschte
Glasmenge pro Zeiteinheit ausfließt
Wenn der Glasausfluß unterbrochen werden soll, wird der Elektrodenstab 7 in die Öffnung geschoben
bis sich die Spitze in oder über der öffnung der oberen
Elektroden 10 befindet. Der Elektrodenstab 7 we, si
einen Außenumfang auf, der etwas kleiner ist als der
Innendurchmesser der unteren Elektrode Der Glasfluß kommt hierdurch zum Stillstand, und der Stromdurchgang
durch die Elektroden kann dann auf einen Wert reduziert werden, der in der Ausflußvornch ung
a5 eine Temperatur von 700° bis 800° C aufrechterha,..
Dadurch, daß die untere Elektrode eine relativ kleine Öffnung aufweist, wird gewährleistet, daß beim Anstellen
der Ausflußvorrichtung zwischen den Elektroden Glas verbleibt, durch welches beim Wiederanfahren
der Stromfluß verläuft. „™o ^ ·
Bei Temperaturen von 700° bis 800° C ist _ds<
Glas noch leitend, und wenn zur erneuten Inbetric»- setzung der Ausflußvorrichtung an die obere der Ringelektroden
10 und den Elektrodenstab 7 Spannung angelegt wird, ist durch den geringen Abstand zw>
schen den Elektroden 10 und dem Elektrodenstab gewährleistet, daß die Stromaufnahme durch das Glas
zur Erhitzung des Glases und zum Aufheizen der Ausflußvorrichtung führt.
Nachdem die Temperatur wieder etwa 1300 C erreicht hat, wird der Elektrodenstab aus den Ringelektroden
10 herausgezogen und die Vorrichtung ist wieder betriebsbereit und kann den gewünschten, in der
Menge genau einstellbaren Glasabzug durchführen. Wie aus der vorhergehenden Beschreibung ersichtlich
ist, kann die neuartige Vorrichtung nicht nur zum Abzug von unerwünschten Bestandteilen der Glasschmelze dienen, sondern besonders vorteilhatt zur
Abgabe genau einzuhaltender Glasströme, z. B. zum Speisen einer Danneranlage zur Herstellung von Glasrohren
oder ähnlicher Maschinen, verwandt werden.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Claims (4)
1. Vorrichtung zum Austragen von Glas aus einem Speiser, bei dem unter Verwendung eines
auf und ab beweglichen Plungers einzelne Glas-Chargen abgegeben werden, mit einem Drehrohr,
das mit dem Boden des Speiserbeckens einen Ringspalt bildet, einer zum Ringspalt konzentrischen
Ausflußöffnung in dem Boden des Speiserbeckens und einem in der Ausflußöffnung auf
und ab bewegbaren Plunger, dadurch gekennzeichnet, daß sie eine Einrichtung zur
Erzeugung eines Unterdrucks b^im Zurückziehen
des Plungers und eines Überdrucks beim Ausstoßen des Tropfens durch den Plunger in dem Drehrohr
(5), eine als Elektrode ausgebildete Plungerspitze (1) und eine innen im Ringspalt liegende,
exzentrisch zu diesem angeordnete Ringelektrode (2) aufweist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Ringelektrode (2) schräg geschnitten ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Drehrohr eine
Druckluft zurückhaltende Abdichtung zur Durchführung des Plungerschaftes und eine dichtende
Abdeckplatte aufweist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß in dem Ende des Drehrohres
eine Strahlungsschutzscheibe (7) angebracht ist.
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Applications Claiming Priority (1)
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Family Applications (1)
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Families Citing this family (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
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| DE3803730A1 (de) * | 1988-02-08 | 1989-08-10 | Sorg Gmbh & Co Kg | Bodenauslauf eines glasschmelzofens |
| DE102006058044B3 (de) | 2006-12-07 | 2008-01-24 | Beteiligungen Sorg Gmbh & Co. Kg | Verfahren und Vorrichtung zum Abzug von Glasschmelze aus Fließkanälen |
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1970
- 1970-04-10 DE DE19702017096 patent/DE2017096B2/de active Granted
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