DE2015591C3 - Verfahren zur Kristallisation von Fructose - Google Patents
Verfahren zur Kristallisation von FructoseInfo
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Classifications
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Description
Die Saatkristalle sind vorzugsweise durch gesteuerte Spontiinkristullisation aus einem Alkohol-Wasser-Fructosegemisch
gewonnen. Es kann auch so verfahren werden, dull in Alkohol aufgeschwemmte Feinstfructose
eingesetzt wird.
Für die Wirtschaftlichkeit des Verfahrens hei der technischen Durchführung ist der Einsau einer
optimalen Alkoholmenge erforderlich. Um diese berechnen zu können, muß die Löslichkeit der Fructose
in Alkohol-Wasser-Gemischen bekannt sein. In den Fig. I und 2 ist die Löslichkeit für Methanol- bzw.
Älhanol-Wasser-Gemische bei 20 C graphisch dargestellt worden.
Aus den Werten für die Löslichkeit bzw. die Kristallisationsausbeute
lassen sich die für die Kristallisation erforderlichen optimalen Alkoholmengen berechnen.
In den Fig. 3 und 4 ist die Abhängigkeit der Kristallisationsausbeute
vom Trockensubstanz-Gehalt des Fructosesirups und von der erforderlichen Menge Methanol bzw. Äthanol dargestellt worden. Bei Verwendung
von Methanol wird die höchste Ausbeute erreicht, wenn 0,8 bis 1,0 I je kg Sirup eingesetzt werden.
Größere Mengen Methanol erhöhen die Menge an gelöster Fructose und vermindern damit die Ausbeute.
Andererseits nimmt die erreichbare Ausbeute bei gleichbleibender Methanolmenge mit steigendem
Fructosegehalt bzw. Trockensubstanzgehalt zu.
Die optimale Äthanolmenge ist stark von der Konzentration des Sirups abhängig. Sie beträgt liei einem
Sirup mit 84% Fructose mindestens 2 l/kg bis zu etwa 2,2 l/kg, bei einem Sirup mit 88% Fructose nur noch
etwa 1,5 l/kg. Die erreichbaren Ausbeuten sind bei gleichen Sirupkonzentrationen bei Verwendung von
Äthanol wesentlich höher als bei Verwendung von Methanol.
Der fructosehaltige Sirup bzw. Dicksaft kann in der Technik leicht der die Saatkristalle enthaltenden Lösung
kontinuierlich oder diskontinuierlich mit einer solchen Geschwindigkeit zugesetzt werden, daß in der
Füllmasse eine bestimmte Übersättigung aufrecht erhalten wird. Diese Übersättigung ist niedriger als
diejenige, bei der Spontankristallisation auftritt. Dadurch ist gewährleistet, daß nur die eingesetzten Saatkristalle
weiterwachsen. Mit der Menge der eingesetzten Saatkr'stalle werden die Kristollisationsgeschwindigkeit
und die Größe der Kristalle am Ende der Charge beeinflußt.
Der Prozeß wird vorzugsweise isotherm durchgeführt, d. h., der Dicksaft wird mit höherer Temperatur
zu den Saatkristallen gegeben, die Füllmasse aber durch eine geeignete Kühlvorrichtung auf konstanter Temperatur
gehalten. Zur Erhöhung der Ausbeute ist auch eine Temperaturerniedrigung der Füllmasse möglich.
Die Durchführung des Verfahrens kann chargenweise oder kontinuierlich erfolgen. Bei der Chargenweisen
Durchführung wird der Behälter bei jeder Charge vollständig geleert und bei der neuen Charge
wieder mit Saatkristallcn begonnen. Es kann aber auch so verfahren werden, daß nur ein Teil der Füllmasse
abgezogen und durch Dieksaft und eine solche 6e Anzahl von Saatkristullcn ersetzt wird, die der Anzahl
der abgezogenen Kristalle entspricht.
Beim kontinuierlichen Pro/eß wird laufend so viel Füllmasse abgezogen, wie es der Kristallisationsgeschwindigkeit
entspiicht. Diese Füllmasse wird durch
Dieksaft und Saatkristi'llc ersetzt.
Zur Erzielung optimaler Ausbeuten ist das der Erfindung
zugrunde liegende Verfahren an die genannten Konzentrations- und Mengenangaben gebunden, soweit
diese die Fructosesirupkonzentrationen ur.d Alkoholmengen betreffen. Dagegen ist die Menge der
eingesetzten Saatkristalle in weiten Grenzen variabel.
Im folgenden wird die Herstellung von Sautkristallen
beschrieben:
Saatkristallgewinnung unter Verwendung
von Methanol
von Methanol
Eine wäßrige Fructoselösung wird im Vakuum bis auf einen Trockensubstanzgehalt von 88 bis 90% eingeengt,
dann mit 0,8 I Methanol je kg Dieksaft versetzt und gut gemischt. Das Gemisch wird auf 20 C abgekühlt
und unter starkem Rühren mit I g Feinstfructose je Kilogramm Sirup angeimpft. Nach 3- bis 4stündigem
Rühren können die spontan gebildeten Kristalle als Saatkristsile verwendet werden.
Beispiel B
Saatkristallgewinnung unter Verwendung von Äthanol
Saatkristallgewinnung unter Verwendung von Äthanol
Eine wäßrige Fructoselösung wird im Vakuum auf einen Trockensubstanzgehalt von 86 bis 88% eingeengt,
der Sirup mit je 1,5 I Äthanol je kg versetzt und gemischt, das Gemisch auf 20 C abgekühlt und unter
starkem Rühren mit 1 g Feinstfructose je kg Sirup angeimpft. Nach 3- bis 4stündigem Rühren können
die spontan gebildeten Kristalle als Saatkristalle eingesetzt werden.
Die folgenden Beispiele erläutern das erfindungsgemäße Kristallisationsverfahren:
Beispiel I
Kristallisation unter Verwendung von Methanol
Kristallisation unter Verwendung von Methanol
10 kg eines Fructose-Sirups, dessen Fructose-Gehalt 90% beträgt, werden mit 8 I Methanol gemischt und
auf 50 bis 60 C temperiert. In ein mit einem Kühlmantel
und Rührwerk versehenes Gefäß werden 0,5 I der nach Beispiel A hergestellten Saatknstalle gegeben.
Allmählich wird das Sirup-Alkoholgemisch dazugegeben. Nach Beendigung der Zugabe wird die Füllmasse
zum Abbau der Übersättigung noch 3 bis 4 Stunden gerührt. Während der gesamten Kristallisationszeit
wird die Füllmasse auf 20 C temperiert.
Durch Zentrifugieren werden 6,4 bis 6,6 kg grobkristalline Fructose —- 71 bis 73,5% der eingesetzten
Fructosemenge gewonnen.
Beispiel 2
Kristallisation unter Verwendung von Äthanol
Kristallisation unter Verwendung von Äthanol
10 kg eines Frnctose-Sirups, dessen Fructosegehalt
86% beträgt, werden mit 15 I 96%igem Äthanol gemischt und auf 50 His 60 C temperiert. Dieses Gemisch
wird innerhalb von 4 Stunden zu 0,5 I einer nach Beispiel B hergestellten Saatkristallmasse gegeben.
Danach wird die Füllmasse, deren Temperatur während des gesam'en Kristallisationsvorganges 20 C
beträgt, weitere 4 Stunden zum Abbau der Übersättigung gerührt. Durch Zentrifugieren werden 6,4 bis
6,6 kg grobkristalline Fructose ■- 74,5 bis 77% der eingesetzten Fructosemenge erhalten.
U c i s ρ i c I 3
Kontinuierliche Kristallisation unter Verwendung
von Methanol
von Methanol
Wie bei licispiel I werden zu 0.6 I einer Saatkristallmasse IO kg eines Sirups, der mit X I Methanol
gemischt und auf 50 bis 60 C temperiert wurde. innerhalb von etwa 4 Stunden gegeben. Das RiII-massevoltinicn
betragt etwa 15 I. Nach Beendigung der Saft/ugabc wird kontinuierlich soviel I üllmassc
abgezogen, dall die Abzugsmenge etwa 1,5 I/Stundc
beträgt. Die abgezogene Menge wird durch getrennte Dosierung von 1,45 I Sirup-Mcthanol-Ciemisch und
0.05 I Saatkristallmassc ersetzt.
Hierzu 4 Blatt Zeichnungen
Claims (4)
1. Verfahren zur Kristallisation von Fructose Die bekannten Verfahren beruhen auf der Herbeiaus
alkoholischer Lösung, wobei eine wäßrige 5 führung einer Spontankristallisation, bei der sich
fructosehaltige Lösung zu einem Sirup von 86 bis Kristallt'orm und Kristallgröüe nur in sehr begrenztem
92 % Trockensubstanzgehalt eingedickt und dieser Umfang beeinflussen lassen. So ist in der Patentin
Alkohol gelöst wird, dadurch gekenn- schrift Nr. 69 550 des Amtes für Erfindung- und
zeichnet, daß die resultierende übersättigte Patentwesen in Ost-Berlin ein Verfahren zur fraktioalkoholische
Lösung mit einer Temperatur von io nierten Kristallisation von Dextrose und Fructose aus
40 bis 60° C unter Rühren in eine Saatkristalle alkoholischer Lösung beschrieben, wobei die Kristallienthaltende
gesättigte alkoholische Fructoselösung sation der stark übersättigten Lösung durch abwechmit
solcher Geschwindigkeit eingetragen wird, daß selndes Animpfen mit Glukose bzw. Dextrose oder
in der Füllmasse eine Übersättigung aufrecht- Fructose eingeleitet wird. Dabei tritt Spontankristallierhalten
wird, die niedriger ist, als diejenige, bei 15 bjtion ein.
der Spontankristallisation auftritt. Um kristalline Fructose verhältnismäßig einfach zu
2. Verfahren nach Anspruch I, dadurch gekenn- erhalten wird gemäß schweizer Patentschrift 489 610
zeichnet, daß je I kg des Sirups unter Erwärmen eine wäßrige, nicht alkoholhaltige Lösung mit einem
in je 0,5 bis 2,0 Liter Alkohol gelöst wird. Fructosegehalt von mindestens 95 Gewichtsprozent
3. Verfahren nach den vorhergehenden An- 10 bezogen auf Trockensubstanz, in Vakuum auf einen
Sprüchen, dadurch gekennzeichnet, daß die Tempe- Wassergehalt von 2 bis 5 Gewichtsprozent eingedickt,
ratur der Füllmasse während der Kristallisation abgekühlt, mit kristalliner Fructose angeimpft und bis
auf etwa 10 bis etwa 30 C eingestellt wird. zur Bildung einer verformbaren Kristallmasse gerührt,
4. Verfahren nach den vorhergehenden Ansprü- die man dann erstarren läßt und zerkleinert. Dabei
chen, dadurch gekennzeichnet, daß als Alkohole »5 handelt es sich nicht um eine Kristallisation im cigent-Methanol,
Äthanol, n-Propar..·)! oder Isopropanol liehen Sinn, da keine Abteilung der Kristalle erfolgt,
verwendet werden. sondern es wird die gesamte Masse fest und dann
zermahlen oder aufgebrochen. Auch hier wird also wieder eine Spontankristallisation eingeleitet, so daß
30 die bei der Kristallisation entstehenden Kristalle sehr fein sind. Da eine Abtrennung solcher Kristalle sehr
schwierig ist, verzichtet man darauf, muß aber schon
von reinen Lösungen ausgehen, da eine Reinigung
dabei nicht möglich ist, die jedoch Sinn der Kristalli-3?
sation ist.
Wie nunmehr gefunden wurde, lassen sich die oben angegebenen Nachteile bei der Kristallisation von
Fructose aus alkoholischer Lösung vermeiden, wenn
Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Ver- man keine Spontankristallisation einleitet, sondern
fahren zur Kristallisation von Fructose aus alkoho- 40 vorhandene Saatkristalle wachsen läßt, also praktisch
lischer Lösung. keine neuen Kristalle bildet.
Da Fructose sehr leicht in Wasser löslich ist, bereitei Das Verfahren der Erfindung, bei dem die wäßrige,
die Kristallisation bei der technischen Herstellung fructosehaltige Lösung zu einem Sirup von 86 bis
Schwierigkeiten. Bei 60 C löst sich Fructose zu etwa 92% Trockensubstanzgehalt eingedickt und dieser
89% und bei 20 C zu etwa 79% in Wasser. Durch 45 in Alkohol gelöst wird, besteht darin, daß die resul-Abkühlen
einer bei 60 C gesättigten Fructoselösung tierende übersättigte alkoholische Fructoselösung mit
auf 20 C lassen sich nur knapp 60% der darin ent- einer Temperatur von 40 bis 60° C unter Rühren in
haltenen Fructose in kristallisierter Form gewinnen. eine Saatkristalle enthaltende gesättigte alkoholische
Die technische Kristallisation der Fructose erfolgt Fructoselösung mit solcher Geschwindigkeit eingetradeshalb
heute fast ausschließlich aus Alkohol. Dabei 50 gen wird, daß in der Füllmasse eine Übersättigung
wird in der Regel so verfahren, daß man die konzen- aufrechterhalten wird, die niedriger ist als diejenige,
trierte wäßrige Fructoselösung bei erhöhter Tempera- bei der Spontankristallisation auftritt,
tür in Alkohol löst, mit Fructosekristallen animpft und Durch das erfindungsgemäße Verfahren wird es
tür in Alkohol löst, mit Fructosekristallen animpft und Durch das erfindungsgemäße Verfahren wird es
anschließend abkühlt. Das Animpfen bei höheren nicht nur ermöglicht, für die Kristallisation der Fruc-Temperaturen
führt bei unvermeidlichen geringen 55 tose eine optimale Menge Alkohol einzusetzen, sondern
Schwankungen der Temperatur oder der Konzentra- den Zucker auch in groben, gut zentrifugierbaren
tion der Säfte und damit der Übersättigung zum Zeit- Kristallen zu erhalten. Die Ausbeute beträgt in einer
punkt des Animpfens zu unterschiedlichen Mengen Kristallisationsstufe etwa 70 bis 80% der eingesetzten
spontan gebildeter Kristalle. Die Menge dieser Kristalle Fructosemenge gegenüber nur etwa 50 bis 60% bei
hat aber entscheidenden Einfluß auf die Kristall!« 60 der echten Kristallisation aus wäßriger Lösung,
sationsgeschwindigkeit und die Größe der Kristalle Gemäß der bevorzugten Ausführungsform wird je
sationsgeschwindigkeit und die Größe der Kristalle Gemäß der bevorzugten Ausführungsform wird je
bei Heendigung der Kristallisation. Wenn die Kristalli- I kg des Sirups unter Erwärmen in je 0,5 bis 2,0 Liter
sationsgeschwindigkeit nicht konstant ist, läßt sich Alkohol gelöst. Die Temperatur der Füllmasse wähkcinc
optimale Temperaturführung — Abkühlung der rend der Kristallisation kann in weiten Grenzen
Füllmasse — durchführen. 65 schwanken, wird jedoch vorzugsweise auf etwa 10 bis
Die bekannten Verfahren /ur Kristallisation von etwa 30 C, insbesondere 15 bis 20 C, eingestellt. Als
Fructose aus Alkohol haben weiterhin die Nachteile, bevorzugte Alkohole werden Methanol, Äthanol,
daß große Mengen Alkohol benötigt werden, und daß n-Propanol oder Isopropanol verwendet.
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