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Käfigring für Wälzlager und Verfahren zu dessen Herstellung Die Erfindung
bezieht sich auf einen Käfigring für Wälzlager und ein Verfahren zu dessen Herstellung.
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Die USA-Patentschriften 3 027 206 und 3 026 601 (Inhabers Potter)
beziehen sich auf einen Käfigring für Wälzlager und ein Verfaren zu dessen Herstellung
Gemäß diesen Patentschriften ist der Käfigring mit nach außen vorspringenden Lappen
ausgestattet, die nach Einsetzen von Kugeln in die Käfigtaschenübergebogen werden
und die Kugeln in den Käfig gegen Radialbewegung zurückhalten. Wie in diesen Patentschriften
beschrieben, werden die Taschen für die Aufnahme der Kugeln zunächst gebohrt und
anschließend mit einem Kugelreiber zur Bildung von im allgemeinen kugeligen Sitzen
in den einwärts gerichteten Wänden zwischen den Taschen gerieben, 8o daß dann die
Kugeln in im allgemeinen kugelförmige Sitze eingesetzt werden können. Bei der Verwendung
von Wälzkörpern für hohe Drehzahlen ist es wichtig, daß die bei den Betriebsdrehzahlen
des Lagers erforderliche und angemessene Schmierölmenge zur Verfügung steht. Dementsprechend
lussonbei dem Käfigring entsprechende Vorkehrungen getroffen
werden,
um zu gewährleisten, daß das Schmieröl frei von der radial inneren Seite des Eäfigrings
zu seiner radial äußeren Seite gelangen kann, ohne daß es erforderlich ist, in der
üblichen Weise zwischen dem Wälzkörper und den Seiten der Tasche in dem Käfigring
ein Spiel vorzusehen.
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Außerdem ist es in hohem Maße erwünscht, daß der Käfigring gut ausgewuchtet
ist, damit ein glatt laufendes Lager für hohe Drehzahlen geschaffen wird. Das Verformen
von Teilen des Käfigringes, beispielsweise das Umbiegen von Lappen, führt zu geringfügigen
Unwuchten, die schwer auszugleichen sind und die die Lebensdauer des ganzen Lagers
beeinträchtigen.
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Im Hinblick auf das Gesagte schafft die Erfindung ein Rollenlager
mit einem Käfigringkörper mit mehreren, über dessen Umfang gleichmäßig verteilten,
im allgemeinen rechteckigen Taschen, die für die Aufnahme der Lagerrollen geeignet,
mit ausreichendem Spiel ausgebildet sind, um ein Umlaufen der Lagerrollen mit hoher
Drehzahl in den Taschen zu ermöglichen, mit mehreren in Winkelabständen verteilten,
von dem KEfigringkörper radial vorspringenden Rollenhaltelappen, die awischen benachbarten
Taschen angeordnet sind und in die Umfangsrichtung vorspringende Ränder oder Leisten
aufweisen die die Taschen verengen und auf diese Weise die Rollen während des Zusammenbaus
eines Rollenlagers abstützen, wobei jede Seite eines Paares von zugeordneten Seiten
der rechteckigen Taschen eine Höhlung aufweist, die einen radialen Schmierkanal
durch den Käfigringkörper in Richtung seiner radialen Dicke bildet.
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Der Käfigring gemäß der Erfindung zeichnet sich durch den Vorteil
aus, daß er vollständig maschinell vorbearbeitet ist und keiner bleibenden Verformung
unterworfen zu werden braucht, wenn er mit den übrigen Bestandteilen des Lagers
zusammengebaut wird, so daß es möglich wird, Bruchbeschädigungen zu vermeiden, die
mitunter mit der bleibenden Verformung von Käfigringteilen Hand in Hand gehen.
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In der Zeichnung sind einige Ausführungsformen der Erfindung beispielsweise
dargestellt.
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Fig. 1 ist ein Teilschnitt eines zusammengebauten Rollenlagers mit
einem Käfigring gemäß der Erfindung in größerem Maßstab.
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Fig. 2 ist eine perspektivische Teildarstellung einer Tasche in dem
Käfigring gemäß Fig. 1.
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Fig. 3 ist ein Teilschnitt durch einen gemäß der Erfindung zu verwendenden
Rohling eines Käfigringes, wobei der Schnitt in einer Ebene durch die Achse des
Ringes geführt ist; Fig. 4, 5 und 6 sind ähnliche Schnitte zur Veranschaulichung
des ersten Bohrens, des letzten Bohrens und des Räumens bei der Herstellung des
Käfigringes gemäß Fig. 2; Fig. 7 und 8 sind perspektivische Teildarstellungen eines
Teiles der Taschenausbildung in größerem Maßstab zur Veranschaulichung des Zustandes
entsprechend Fig. 4 bzw. 5; Fig. 9 ist eine Darstellung ähnlich Fig. 1 zur Veranschaulichung
einer abgewandelten Ausführungsform; Fig. 10 ist eine perspektivische Teildarstellung
einer Tasche in dem Käfigring gemäß Fig. 9; Fig.11, 12, 13 und 14 sind den Figuren
3, 4, 5 und 6 entsprechende Darstellungen zur Veranschaulichung der Konstruktion
gemäß Fig. 9; und
Fig. 15 ist eine vereinfachte, teilweise geschnitteneStirnansicht
zur Veranschaulichung eines Räumwerkzeuges zur Verwendung bei dem Verfahren gemäß
der Erfindung.
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Gemäß der Erfindung ist also die Bildung rechteckiger Taschen in einem
Käfigring für ein Rollenlager ins Auge gefaßt, bei dem mindestens zwei gegenüberliegende
Flächen der Ränder der Taschen mit konkaven Höhlungen zum Leiten von Schmieröl versehen
sind. Die Bildung der Taschen und der Höhlungen kann gleichzeitig mit der Bildung
von einstückig mit dem Ring gebildeten, radial vorspringenden Wälzresnantlagerungeu
erfolgen, die ohne bleibende Verformung örtlich nachgiebig sind, so daß sie den
Zusammenbau eines Lagers erleichturn, bei dem fertigen Lager Jedoch mit den Rollen
außer Berührung stehen und daher an der Lagerfunktion nicht beteiligt sind.
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Fig. 1 zeigt einen Teil eines Rollenlagers 10 mit einem äußeren Laufring
12 und einem inneren Laufring 14 sowie Wälzrollen 16, 16' und einem Käfigring 18.
Der innere Laufring 14 hat eine äußere Lauffläche 20, die gerad-zylindriach ist.
Der äußere Laufring 12 ist an seiner Innenfläche mit einer Laufrille 22 versehen.
Diese Laufrille 22 ist ausgespart und von zwei ringförmig einwärts vorspringenden
Flanschen beiderseits begrenzt, von denen einer, 24, in Fig. 1 sichtbar ist. Die
Rollen, beispielsweise 16, 16' laufen an den Laufchen 20, 22 und sind in rechteckigen
Taschen 26, 26' gehalten, die in dem Käfigring 18 gebildet sind. über den äußeren
Umfang des Ringes 18 sind mehrere solche rechteckige Taschen gleichmäßig verteilt
angeordnet.
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Der Körper des Käfigringes 18 kann direkt an Flanschen 24 zentriert
sein,oder er kann mit in der Umfangsrichtung verlaufenden Seitenschienen, -rändern
oder -flanschen versehen sein, die an dem anderen Lagerring 14 geführt sind. Bei
der
dargestellten Ausführungsform erfolgt die Führung des Käfigringes
an dem äußeren Laufring 12 unter Verwendung von einstückigen Seitenrändern oder
Flanschen an dem Käfigring; auf diese Weise erfüllt der Ringraum zwischen den Führungsrändern
die Funktion der Weiterleitung, des Verteilens oder des Vorrätighaltens von Schmiermittel,
Der Käfigring 18 ist also mit zwei nach außen vorspringenden, seitlichen, ringförmigen
Rändern 28, 28' ausgestattet, die an den Stirnseiten des Ringes 18 angeordnet sind
und den ringförmig umlaufenden Rändern des äußeren Laufringes 12 gegenüberstehen,
Einer der Ränder 28 ist in der Darstellung der Fig 1 sichtbar, Die ringförmigen
Ränder sind den Flanschen 24 des äußeren Laufringes 12 angepaßt, so daß sie den
Käfigring 18 führen oder zentrieren.
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Wie Fig. 1 im Schnitt zeigt, springen mehrere Lappen 30 von dem Käfigring
radial einwärts vor. Diese Lappen 30 enden in geringfügigem Radialabstand von der
Lauffläche 20 des inneren Ringes 14 und die zentrierende FUhrung bei 24, 28 gewährleistet,
daß die Lappen 30 im Betrieb des Lagers sich außer Berührung mit der Lauffläche
20 befinden. Die Lappen 30 sind in gleichmäßigen Winkelabständen, jeweils in der
Nähe der Taschen 26, 26', und im wesentlichen in der Mitte zwischen den Stirnenden
des Ringes 18 angeordnet. Jeder Lappen 30 hat zwei Ränder oder Leisten 32, 32',
die die benachbarten Taschen 26, 26' untergreifen. Jede Tasche 26 ist mit zwei solchen
Leisten 32, 32" versehen, die gegeneinandergerichtet sind und quer zur Tasche 26
vorspringen, so daß sie deren Öffnung teilweise verengen und auf diese Weise eine
ausgesparte Auflagerung für die Rollen während des Zusammenbaus des Lagers 10 bilden.
Für eine bestimmte Rollentasche 26 sind die gegenüberliegenden Flächen 29, 29" dieser
Leisten 32, 32" i1n einem Abstand voneinander angeordnetX *-e um
waniges
geringer ist als der Durchmesser einer Rolle, ao daß Rollen,beispielsweise 16, von
der. radial inneren Seite des Käfigringes 18 her in die Tasche 26 eingesetzt werden
können.
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Der Durchtritt der Rolle wird dadurch ermöglicht, daß die Lappen sich
vorübergehend ein wenig elastisch verformen, diese gegenseitige Behinderung ist
jedoch so geringfügig, daß weder die Rollenoberflächen irgend eine Beschädigung
noch die Lappen 30 eine bleibende Verformung erfahren. Venn die Rollen einmal eingesetzt
sind, sind sie mit reichlichem Spiel in bezug auf die Leisten 32, 32" lose gehalten;
der vorherige Zusammenbau der Wälzkörper, des Käfigringes und des äußeren Lagerringes
12 ermöglicht die weitere Behandlung dieser Teile als eine Einheit.
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Jede der rechteckigen Taschen 26 ist ferner mit Höhlungen oder konkaven
Aussparungen, wie 34, 34', ausgestattet. Diese konkaven Aussparungen sind in den
Seiten der rechteckigen Tasche gebildet und erstrecken sich von der radial äußeren
Fläche des Halteringes zu dessen radial innerer Fläche 38.
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Diese konkaven Aussparungen 34, 34' sind im wesentlichen auf halbem
Weg zwischen den Stirnenden des Halteringes angeordnet und schaffen während des
Betriebes des Lagers Schmierkanäle, die eine reichliche und symmetrische Versorgung
des am höchsten belasteten Bereiches mit Schmiermittel ermöglichen.
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Zusätzlich zu den Schmierkanälen 34, 34' für die belasteten Lagerflächen
sind weitere Schmierkanäle 35, 35' Je für die Endflächen der einzelnen Rollen vorgesehen.
Die Kanäle 35, 35' erstrecken sich radial über die ganze Dicke des mittleren Teiles
des Querschnittes des Käfigringes, und sämtliche Kanäle 34, 34' und 35, 35' für
eine bestimmte Tasche 26 sind mit dem zwischen den Schultern oder Rändern 28, 28'
begrenzten, ringförmigen Schmiermittelsammelbereich leitend verbunden, und dieser
wirkt als Verteiler. Diese Verteilerwirkung ist
nicht nur zwischen
den Schmiermittelkanälen einer gegebenen Tasche 26 sondern auch zwischen den Schmiermittelkanälen
benachbarter Taschen 26, 26 über die ganze Ringausdehnung des Käfigs wirksam.
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Bei der Herstellung des Käfigringes 18 gemäß Fig. 1 wird ein Ringrohling
43 mit einem Querschnitt, wie in Fig. 3 gezeigt, hergestellt. Dieser Ringrohling
kann aus Rohrprofilmaterial hergestellt werden, das auf die gewünschte Form bearbeitet,
also mit den beiden ringförmig umlaufenden Rändern oder Schultern 28, 28' versehen
wird, die an den Stirnenden jedes Ringes liegen und von diesen radial auswärts vorspringen,
Im wesentlichen in der Mitte zwischen den Rändern 28, 28' wird eine einwärts vorspringende,
durchgehende, ringförmige Rippe 44 gebildet. Die Rippe 44 bildet das Ausgangsmaterial
für die spätere Herstellung der Lappen 30.
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Fig. 4 veranschaulicht den nächsten Arbeitsschritt, bei dem mehrere
Führungs- oder Zentrierbohrungen in gleichmäßigen AbJ.tänden entlang des Umfanges
und in axial zentrierter Lage gebohrt werden. Wie Fig. 4 zeigt9 wird die FUhrungsbohrung
46 gebildet, indem der Bohrer zur Gänze durch den Ringrohling 43 radial einwärts
geführt wird, so daß die einwärts vorspringende Rippe 44 an den in Abständen in
der Umfangsrichtung voneinander liegenden Stellen der FUhrungsbohrungen durchbrochen
wird. Infolge des im Zusammenhang mit Fig. 4 beschriebenen Bohrens verbleibt, wie
Fig. 5 und 7 zeigen, nur ein schmaler, bogenförmiger Kantenbereich einer abgetrennten
Rippe bei 48 übrig.
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Nachdem die erforderliche Anzahl von Führungsbohrungen 46 in dem Ringrohllng
43 hergestellt ist, werden in einem abschließenden Bohrvorgang mit den einzelnen
Bohrungen 46 konzentrisch liegende, radial einwärtsgerichtete Anbohrungen
50
hergestellt. Dabei wird ein Bohrer ausgewählt, dessen Durchmesser größer ist als
die Länge einer Seite der rechteckigen Rollentasche 26, jedoch gleichzeitig vorzugsweise
geringer ist als die gesamte lichte Breite 11 zwischen benachbarten Innenwänden
der Ränder oder Schultern 28, 28' (Fig. 5). Die Tiefe der Anbohrung 50 wird sorgfältig
so eingestellt, daß sie bei 52, d.i. radial einwärts des geometrischen Ortes der
Rollenmittellinien und der Innenfläche der Rippe 44, jedoch kurz vor dem innersten
Ende der Lappen 30, endet. Die Bohrerspitze hat die normale konische Form und bildet
daher eine konische Fläche 54 an der inneren Begrenzung der Anbohrung 50.
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Natürlich können diese beiden Bohrarbeiten in einem einzigen Arbeitsgang
und unter Verwendung eines einzigen Bohrer mit dem erforderlichen zweistufigen Profil
zur Bildung der beschriebenen Bohrung und Anbohrung durchgeführt werden.
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Nach dem abschließenden Bohren-wird ein zweistufiges Räumwerkzeug
zum Schneiden rechteckiger Ausschnitte an der Achse jeder Taschenbohrung zur Wirkung
gebracht. Die breitere Stufe des Räumwerkzeuges hat gegenüberliegende Paare ebener
Seiten 40, 40' und 42, 42', deren Abstände mit geringem Spiel der Länge bzw, dem
Durchmesser der Rollen entsprechen, Jedoch um ein geringes Maß kleiner sind als
der Durchmesser der Fertigbohrung 50. Die kleinere Stufe des Räumwerkzeuges ist
von zwei Seiten begrenzt, deren Abstand auf das Maß S begrenzt ist und die die prallelen
Leistenflächen 29, 29 n herstellen sollen. Im Falle einer quadratisch geformten
Tasche 26 erzeugt das zweistufige Räumwerkzeug quadratische Schnitte; wird dieses
Räumwerkieugkonzentrisch an jeder Bohrung 50 zur Wirkung gebracht und in bezug auf
den Ring 18 radial einwärtsgeführt, so hinterläßt es Hohlräume oder Schmierkanäle
34, 34, 35,35, von gleichen Abmessungen ir
mittleren Teil jeder
der Seiten 40, 40', 42, 4,2'.
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Dieses zweistufige Räumwerkzeug wird an der Bohrung 50 sorgfältig
zur, Wirkung gebracht, und die Schnittiefe der breiteren Stufe endet in der Gegend
des Bodens 52 der Fertigbohrung 50. Die kleinere Stufe hat gerade Seiten und schneidet
einen Teil der Leiste 32 in solcher Weise weg, daß parallele, gegenüberliegende
Flächen 29, 29" gebildet werden. Fig. 8, die eine der Fig. 7 entsprechende perspektivische
Darstellung ist, läßt erkennen, daß sowohl die Form des Lappens 30 als auch der
rechteckige Taschenumriß durch einen einzigen begrenzten, einwärtsgerichteten Arbeitshub
des zw)aistufigen Räumwerkzeuges erzeugt wird.
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In Fällen, in denen die Rolle in der Achsrichtung länger als im Durchmesser
ist, ist das Räumwerkzeug nicht von quadratischem sondern von rechteckigem Querschnitt,
In einem solchen Fall wird der Fertigbohrungsdurchmesser um ein geringes Maß größer
als der Rollendurchmesser, jedoch kleiner als die axiale Ausdehnung der Rolle gewählt.
Eine ausreichende Schmierung wird dann durch die konkaven Aussparungen gewährleistet,
die entlang der Taschenseitenwände 42, 42' gebildet sind, . die die zylindrischen
Flächen der Rollen 16 führen, Fig. 9 bis 14 veranschaulicbe'neine abgewandelte Ausführungsform
der Erfindung, bei der die Vormontage unter Verwendung eines inneren Laufringes
60 erfolgt. Der vormontierte Satz weist R@llen auf, die zwischen nach außen vorspringenden,
die Laufrille 63 seitlich begrenzenden Seitenflanschen 62 gegen seitliche Bewegung
und mittels vorspringender Leisten 64 64n at jeder Öffnung (beispielsweise der Taschenöffnung
65) in einem Käfig 66 lose gehalten sind. Dieser vormontierte Satz eignet sich zur
weiteren Behandlung als Einheit, die
beispielsweise später in die
Laufbohrung 67 eines äußeren Lagergliedes oder Laufringes 68 einsetzbar ist.
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Wie bei der Ausführungsform gemäß Fig. 1 bis 8 können die Taschenöffnungen
65 der Ausführungsform gemäß Fig. 9 bis 14, entsprechend dem Umriß des Längsschnittes
der Rollen 61, rechteckig ausgebildet sein, und in gegenüberliegenden Paaren von
Seiten 71, 71' und 72, 72' jeder Taschenöffnung können ähnlich ausgebildete Schmiermittelkanäle
69, 69' und 70, 70' gebildet sein. Einstückig mit dem Ring gebildete Lappen 73 springen
radial auswärts vor und tragen in entgegengesetzte Richtungen vorspringende Ränder
oder Leisten 64, 64' zum Halten der Rollen während der Vormontage und Montage. Seitliche
Ränder oder Flansche 74, 74', die einstückig mit dem Käfigring 66 verbunden sind,
springen radial einwärts vor und zentrieren mit freiem Spiel die Flansche 62 des
inneren Laufringes. Das Maß S bezeichnet den lichten Abstand zwischen gegenüberliegenden
Leisten 64, 64" bei einer gegebenen Taschen öffnung, und diese Abmessung ist um
ein geringes Maß kleiner als der Rollendurchmesser, so daß die einzelnen Rollen
61 unter Schnappwirkung, also unter vorübergehender (jedoch nicht bleibender) Verformung
der Vorsprünge oder Lappen 73, beim Einbau der Rollen radial einwärts eingesetzt
werden können.
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Fig. 11 bis 14 veranschaulichen aufeinanderfolgende Arbeitsschritte
bei dem Verfahren zur Herstellung des Käfigs 66, deren erster (Fig. 11)darin besteht,
daß man von einem Ringrohling in Form eines ringförmigen Körpers 75 ausgeht, der
eine mit ihm einstückig gebildete und im allgSmenmittig in bezug auf diesen angeordnete,
radial auswärtsgerichtete Rippe 76 zwischen seitlichen Flanachen oder Rändern 74,
74' aufweist. In einem ersten Bohrvorgang (Fig. 12) werden an über die Umfangsausdehnung
des Ringes 66 in gleichen Abständen liegenden, radial ausgerichteten Achsen Bohrungen
77 von verminderten Durchmesser hergestellt. Ein kleiner Teil 77"
dieser
ersten Bohrungen an der vorspringenden Begrenzung der Rippe 76 bleibt auch bestehen,
wenn der zweite Bohrvorgang oder Anbohrvorgang (Fig. 13) zur Herstellung der Anbohrung
78 durchgeführt wird. Wenn zur Bildung der Anbohrung 78 ein radial auswärtsgerichteter
Bohrer verwendet wird, erzeugt dessen kegelförmige Spitze einen kleinen kegelförmigen
Übergang 79 an der Begrenzung der Anbohrung in der Nähe des kleinen torspringenden
Restes 771 der Bohrung 77.
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Anschließend wird ein zweistufiger, radial gerichteter Räumvorgang
durchgeführt, bei dem (a) die rechteckigen, die Lage der Rollen bestimmenden Ecken
der Taschenöffnung und (b) die abgerichteten ebenen Flächen jedes Paares gegendberliegender
Halteleisten 64, 64" hergestellt werden, wie dies durchwegs in Fig. 14 veranschaulicht
ist.
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Fig. 15 veranschaulicht ferner den Räumvorgang unter Berücksichtigung
der Überlegungen des Werkzeugfachmanns. Das Räumwerkzeug gemäß Fig. 15 ist (im Vergleich
zum Querschnitt) von langer Ausdehnung und hat einen Schaft 80 für die Handhabung
oder Einspannung. Die ersten Räumzähne für die Bildung des gewünschten Rechteckprofils
sind durch unterbrochene Umrißlinien 81 angedeutet und liegen vollständig innerhalb
des Krei-sumrisses der Anbohrung 78, die ebenfalls durch unterbrochene Umrißlinien
angedeutet ist. Gegenüberliegende Führungsnuten 82, 83 erstrecken sich als Profilkanäle
entlang der wirksamen Länge des Räumwerkzeuges und sind an den Seitenwänden (beispielsweise
bei 84, Fig, 10) der Lappen 73 geführt gehalten. Das Profil aufeinanderfolgender
Zähne nimmt zu, und das Profil des fertigen Schnittes 58 ist in vollen Linien in
Fig. 15 veranschaulicht. Das Räumen von einem Umriß gemäß 81 auf einen Umriß gemäß
85 in Fig. 15 kann für jede einzelne Tasche mit einer Aufeinanderfolge von fortschreitend
größeren Werkzeugen erfolgen, und in diesem Fall kann der Schnitt der zweiten Stufe
bei 64, 64" mittels geeigneter + des Räumwerkzeuges
Zähne erfolgen,
die an dem Fertigschneideabschnitt des letzten solchen Werkzeuges angeordnet sind.
Andererseits kann für einen Käfigring, der eine gerade Anzahl von Rollentaschen
65 enthalten soll, ein einziges, im Vergleich zum Querschnitt langes Räumwerkzeug
(gemäß Fig. 15) verwendet werden, das bei jedem Schneidhub den Rechteckquerschnitt
eines Paares von diametral gegenüberliegenden Taschen herstellt; in einem solchen
Fall werden sämtliche Taschen mit einer Anzahl von Räumbüben fertiggestellt, die
der halben Zahl der Taschen entspricht, und die abschließende Fertigräumarbeit bei
64, 64n bildet einen sekundären Vorgang.
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Die so beschriebenen Käfigringe sind bis zu einem Fertigzustand vollständig
maschinell bearbeitet und zeichnen sich durch vorzügliche Auswuchtung aus, ob es
sich nun um die Ausführungsform nach Fig. 1 oder um die nach Fig. 9 handelt.
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Da die zur Herstellung eines solchen Käfigringes hoher Qualität erforderlichen
Arbeitsschritte leicht unter Kontrolle gehalten werden können, ermöglichen sie die
Herstellung von Rollenlagern für hohe Drehzahlen, die sich durch lange Lebensdauer
und Wirtschaftlichkeit auszeichnen. Es wird keine bleibende Verformung irgend welcher
Teile benötigt, um die Rollen, den Käfig und den Außenring zu einem einheitlichen
Montagesatz zusammenzubauen.
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Außerdem ist zu erkennen, daß nach dem Fertigräumen zur Bildung der
Flächen 29, 29" (Fig. 1) bzw. 64, 64" (Fig. 9) ganz von selbst an den axialen Enden
der Verschneidungen jeder dieser Flächen (29; 64) mit der benachbarten Kegelfläche
(ei41 79), zwei im Axialabstand voneinander liegende Punkte zum Auflagern einer
eingesetzten Rolle gebildet werden.
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Für jede Rollentasche sind also vier Rollenauflagerpunkte vorgesehen,
und diese liegen in einem eo reichlichen Axialabstand voneinander, daß sie eine
Stabilität der Rollenachse
sichern und ein Verkanten der Rollen
in der Winkelrichtung vor dem Zusammenbau mit dem Innenring oder der Welle 14 bzwo
mit dem Außenglied oder Außenring 68 vermieden wird.
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Die Erfindung wurde oben zwar nur an Hand zweier bevorzugt er Ausführungsbeispiele
beschrieben, Abwandlungen sind jedoch ohne Verlassen des Erfindungsgedanken in mannigfaltiger
Weise möglich.
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Patentansprüche