DE2013460C3 - Tiefenmeflgerät in Membranbauart - Google Patents
Tiefenmeflgerät in MembranbauartInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf ein Tiefenmeßgerät in
Membranbauart mit einem Gehäuse, das ein transparentes Fenster sowie eine deformierbare Wand aufweist
und in das ein Hauptkörper eingesetzt ist, der eine einseitig dem Druck der umgebenden Flüssigkeit
ausgesetzte, elastisch deformierbare, kreisrunde Membran, eine Skalenscheibe sowie eine mechanische
Übertragungseinrichtung trägt welche die Deformation der Membran in eine Anzeige einer Zeigers auf der
Skalenscheibe umsetzt.
Derartige Tiefenmeßgeräte werden insbesondere beim Tauchen verwendet, und auf der Skalenscheibe
läßt sich im allgemeinen die Tiefe, die dem auf die Membran wirkenden Druck proportional ist, unmittelbar
in Längeneinheiten ablesen.
Bei einem bekannten gattungsgemäßen Tiefenmeßgerät (DT-Gbm 18 36 025) findet eine gewellte,
metallische Membran Verwendung, die längs ihres Randes an einer Stirnseite des zylindrischen Hauptkörpers
angelötet ist. Das Gehäuse ist gegenüber der Membran mit Öffnungen versehen, so daß die
umgebende Flüssigkeit in den Raum zwischen dem Gehäuse und einer Seite der Membran eindringen und
so einseitig Druck auf sie ausüben kann.
Membranen dieser Art besitzen eine lineare Deformaiion-Tiefe-Charakteristik.
Wenn man die Membran sehr dünn ausbildet, erhält man ein empfindliches Tiefenmeügerät, tlas sich allerdings nur bis zu relativ
geringen Tiefen verwenden laßt Bei Überschreiten einer bestimmten Tiefe ruft nämlich der einseitige
Druck der umgebenden Flüssigkeit plastische Deformationen der Membran hervor, die das Meßgerät
unbrauchbar machen. Wenn man hingegen die Membran in größerer Dicke ausführt, erhält man ein
Tiefenmefigerät, das zwar auch in größeren Tiefen
einsetzbar ist, zwangsläufig jedoch eine geringere Empfindlichkeit aufweist.
ίο Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein
Tiefenmeßgerät der eingangs genannten Art zu schaffen, das Messungen über einen großen Druckbereich
gestattet und trotzdem bei niedrigen Drücken, d h. also geringeren Tiefen, eine hohe Empfindlichkeit und
is somit eine genaue Anzeige ermöglicht
Zur Lösung dieser Aufgabe ist bei einem gattungsgemäßen
Tiefenmeßgerät vorgesehen, daß die Membran eine für einen Einsatz in größerer Tiefe ohne bleibende
Deformation ausreichende Widerstandsfähigkeit besitzt und frei auf einem ringförmigen Absatz des Hauptkörpers
aufliegt daß das Gehäuse wasserdicht ausgebildet ist und daß die deformierbare Wand unter dem Druck
der umgebenden Flüssigkeit an der Membran zur Anlage kommt
Ein wasserdichtes Gehäuse eines Tiefenmeßgerätes ist an sich bekannt (BE-PS 6 60095). In dieser
Druckschrift ist die Ausbildung des druckempfindlichen Teils, das eine Druckänderung in eine Wegänderung
umsetzt, nicht genauer beschrieben; insbesondere lassen sich aus dieser Druckschrift keine deformierbare, frei
aufliegende Membran und keine an der Membran zur Anlage kommende, deformierbare Wand ersehen.
Es hat sich gezeigt daß das erfindungsgemäß gestaltete Tiefenmeßgerät eine nichtlineare Deforma-
is tion-Tiefe-Charakteristik besitzt Zur möglichen Erklärung
muß man sich vor Augen halten, daß beim erfindungsgemäßen Tiefenmeßgerät bei vergleichbarer
Empfindlichkeit dickere Membranen als beim Stand der Technik zur Anwendung kommen, da entsprechend der
«o Theorie der Deformation ebener, biegesteifer Platten
(vgl. »Hütte I«, 28. Auflage, S. 942) am Rand frei aufliegende Platten eine wesentlich größere Durchbiegung
als gleich dicke, am Rand eingespannte Platten ergeben. Da sich jedoch die Deformationstheorie von
Platten nur auf solche erstreckt, deren Plattendicke klein im Vergleich zur Plattenfläche ist, ist es vorstellbar,
daß mit den bei der Erfindung verwendeten Plattendikken bereits die Grenze des strengen Gültigkeitsbereiches
der Plattentheorie erreicht bzw. überschritten wird, was sich naturgemäß bei größeren Plattendurchbiegungen
zunehmend bemerkbar macht. — Ferner geht die Plattentheorie von einer reibungsfreien Lagerung der
Platte am Auflagerand aus. Bei der Erfindung kommt es jedoch bei größeren Durchbiegungen der Membranen
zu einer Verschiebung des Auflagerandes in Richtung auf den freien Membranrand hin, wodurch insbesondere
unter der Wirkung hoher Anpreßdrücke nicht unerhebliche Reibungskräfte im ringförmigen Auflagebereich
zum Tragen kommen. — Außerdem kommt es bei einer stärkeren Durchbiegung der Membranen zu einer
Hochwölbung des äußeren freien Plattenrandes, wodurch an dieser Stelle die anliegende deformierbare
Wand gedehnt werden muß und Kräfte auf diesen Plattenrand ausübt. Infolgedessen kommt es mit
"Ί zunehmender Tiefe zu einem immer stärker werdenden
Tinspanneffekt des freien Plattenrandes durch die anliegende deformierbare Wand. — Diese und gegebenenfalls
noch weitere Effekte bewirken nun einzeln oder
mit jeweils unterschiedlichem Einfluß gemeinsam, daß
es zu der angestrebten Verkleinerung der Deformation
der Membran im Vergleich zu einer linearen Zunahme mit dem Druck der umgebenden Flüssigkeit kommt Das
erfindungsgemäße Tiefenmeßgerät ermöglicht also eine s
genaue Ablesung im Bereich geringerer Tiefen und dennoch eine Einsatzfähigkeit auch im Bereich größerer
Tiefen.
Außerdem ist beim erfindungsgemäßen Tiefenmeßgerit die Membran nicht mehr von der umgebenden
Flüssigkeit, häufig Seewasser, benetzt, so daß hierdurch
die Dauerhaftigkeit des Tiefenmeßgerätes gesteigert ist.
Von Vorteil sind ferner der solide, einfache und kostengünstige Aufbau des erfindungsgemäßen Tiefenmeßgerätes.
is
Vorzugsweise ist die Membran als plane Metallscheibe,
vorzugsweise aus Federstahl, ausgebildet
In Ausgestaltung der Erfindung ist der Innenraum des
Gerätes so ausgebildet, daß die Deformation der Membran im wesentlichen unabhängig von dem inneren
Bezugsdruck ist
Alternativ ist vorzugsweise der Innenraum des Gerätes evakuiert um auf diese Weise von einem
notwendigerweise temperaturabhängigen Bezugsdruck im I nneren des Gehäuses ganz unabhängig zu werden.
Besonders einfach gestaltet sich der Aufbau des erfindungsgemäßen Tiefenmeßgerätes, wenn die deformierbare
Wand einstflckig mit dem Gehäuse ausgebildet ist
Die Erfindung wird im folgenden anhand ichematischer
Zeichnungen an einem Ausführungsbeispiel noch näher erläutert Es zeigt
F i g. 2 einen Axialschnitt gemäß F i g. 1 unter Auseinanderziehung der Teile und
F i g. 3 ein Diagramm, in welchem die Deformation der elastischen Scheibe auf der x-Achse und die Tiefe
auf der y- Achse aufgetragen sind.
Das Tiefenmeßgerät weist einen starren Hauptkörper 1 auf, der von einem ringförmigen Element gebildet
wird, welches an seinem einen Ende einen abgesetzten Sitz 2 aufweist Auf diesem findet eine elastisch
deformierbare Membran 3 in Form einer Metallscheibe freie Abstützung, die vorzugsweise aus einer Federstahllamelle
besteht ■
Im Zentrum ist die Membran 3 mit einer Stange 4 verbunden, die zu einem an sich bekannten Übertragungsmechanismus
5 führt, der innerhalb des Hauptkörpers 1 angeordnet ist und die Deformationen der
Membran 3 ita eine kreisförmige Verschiebung eines Zeigers 6 übersetzen kann. Der Zeiger 6 wirkt mit einer
Skalenscheibe 7 zusammen, auf der die Werte der Tiefe als Funktion des jeweils zugehörigen Drucks angegeben
sind.
Die ganze beschriebene Anordnung ist in einem ss dichten Gehäuse 9 eingeschlossen, das bei dem
Ausführungsbeispiel aus einer elastisch deformierbaren Masse besteht beispielsweise aus Kautschuk. Dieses
Gehäuse 9 ist mit einer unteren Wand 8 verseben, die
sehr flexibel ist und mit der Membran 3 zusammenwirken
kann, um auf diese den jeweils herrschenden Druck des sie umgebenden Milieus bzw. Druckmittels zu
übertragen. Oben ist das Gehäuse 9 durch ein transparentes Fenster 10 abgeschlossen, das abgedichtet
am Rand des Gehäuses 9 befestigt ist
Allgemein ist das Gehäuse 9 mit Mitteln versehen, welche die Anbringung des Tiefenmeßgerätes am
Handgelenk eines Benutzers ermöglichen.
Es versteht sich, daß je nach der speziellen
Konstruktion des Meßgerätes das Gehäuse 9, der Hauptkörper 1 und die mechanische Übertragungseinrichtung
5 von verschiedener Bauart sein können.
Der hermetische Charakter der Abdichtung des Gehäuses 9 verhindert jedes Eindringen von Wasser in
das Innere des Meßgerätes, insbesondere am Ort der Anbringung des Abstützrandes der Membran 3, die sich
lediglich einfach auf dem beispielsweise metallischen Rand 2 anstützt
Die Membran 3 verhält sich demnach wie eine Feder, die sich in das Innere des Gehäuses hinein einbiegen
kann, wenn sie einer gleichförmigen Last infolge des äußeren Drucks unterworfen wird, der durch das Fluid,
in welches das Instrument eingetaucht ist insbesondere Wasser, und durch die flexible Wand 8 des Gehäuses 9
übertragen wird.
Das Innenvolumen des Gerätes muß natürlich so gewählt werden, daß eine Beeinflussung des als
Bezugsdruck dienenden Innendrucks durch die Deformation der Membran 3 verhindert ist
Als besondere Sicherheitsmaßnahme kann man das Innere des Gerätes luftleer machen, um auf diese Weise
einen inneren temperaturabhängigen Bezugsdruck des Gerätes zu vermeiden.
Die deformierbare Membran 3 besitzt eine sehr hohe mechanische Widerstandskraft, die es erlaubt, den
Drude-Anwendungsbereich des Gerätes zu erhöhen und
auch sehr hohe Druckwerte zu messen, ohne daß dadurch Änderungen der Empfindlichkeit des Gerätes
oder der Meßgenauigkeit eintreten.
Die Anwendung einer Planscheibe als elastische Membran vereinfacht beträchtlich die Herstellung und
die Montage des Instruments.
Vorzugsweise wird die Membran 3 so gewählt, daß die Deformation nichtlinear, vorzugsweise parabolisch,
von dem auf sie wirkenden Druck abhängt.
Wie in F i g. 3 dargestellt ist zeigt das Deformationsdiagramm der elastischen Membran 3 einen parabolischen
Zweig U, an dem deutlich wird, daß die Deformationen (x-Achse) abnehmen, wenn der Druck
steigt (y-Achse). Das erlaubt eine sehr genaue Ablesung
im Bereich der kleineren Drücke infolge der höheren Auflösung der Skala und eine immer noch völlig
ausreichende Ablesung im Bereich der hohen Drücke.
Claims (5)
1. Tiefenmeßgerät in Membranbauart mit einem Gehäuse, das ein transparentes Fenster sowie eine
deformierbare Wand aufweist und in das ein Hauptkörper eingesetzt ist, der eine einseitig dem
Druck der umgebenden Flüssigkeit ausgesetzte, elastisch deformierbare, kreisrunde Membran, eine
Skalenscheibe sowie eine mechanische Übertragungseinrichtung trägt, welche die Deformation der
Membran in eine Anzeige eines Zeigers auf der Skalenscheibe umsetzt, dadurch gekennzeichnet,
daß die Membran (3) eine für einen Einsatz in größerer Tiefe ohne bleibende Deformation
ausreichende Widerstandsfähigkeit besitzt und frei auf einem ringförmigen Absatz (2) des
Hauptkörpers (1) aufliegt, daß das Gehäuse (9) wasserdicht ausgebildet ist und daß die deformierbare
Wand {8) unter dem Druck der umgebenden
Flüssigkeit an der Membran (3) zur Anlage kommt
2. Tiefenmeßgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Membran (3) als plane
Metallscheibe, vorzugsweise aus Federstahl, ausgebildet
ist
3. Tiefenmeßgerät nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Innenraum (12) des
Gerätes so ausgebildet ist, daß die Deformation der Membran (3) im wesentlichen unabhängig von dem
inneren Bezugsdruck ist
4. Tiefenmeßgerät nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Innenraum (12) des
Gerätes evakuiert ist
5. Tiefenmeßgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet daß die deformierbare
Wand (8) einstückig mit dem Gehäuse (9) ausgebildet ist.
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