DE20110737U1 - Verbundunterlage zur Begrünung und Armierung von Flächen - Google Patents
Verbundunterlage zur Begrünung und Armierung von FlächenInfo
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Description
STV 104
Verbundunterlage zur Begrünung und Armierung von Flächen
Die Erfindung betrifft eine verbesserte Verbundunterlage zur Begrünung und Armierung von Flächen, insbesondere von humusarmen Böden.
Unterlagen mit eingearbeiteten Pflanzensamen zur Begrünung von Flächen sind in vielfältiger konstruktiver Ausführung und unter unterschiedlichen Bezeichnungen bekannt.
Die DE-OS 21 589 14 beschreibt einen Verbundstoff bestehend aus in einem Trägermaterial eingearbeiteten Pflanzensamen, wobei der Verbundstoff die Pflanzensamen in einer ein- oder mehrschichtigen Bahn enthält, von der wenigstens die oberste Bahn eine unverrottbare, verfestigte Faservliesbahn ist und die Pflanzensamen gleichmäßig über die zu bewachsende Fläche verteilt sind.
Das DE-GM 77 204 31 offenbart eine bahnenförmige, biegsame Pflanzenzuchtunterlage, bestehend aus mindestens einer Schicht eines krümeligen Pflanzenzuchtsubstrates, wie Pflanzenerde, Torf, Humus, einzeln oder gemischt, gegebenenfalls mit üblichen Zusätzen wie Perlit oder dergleichen und mindestens einer einseitigen ganzflächigen, wasserundurchlässigen Deckschicht. In der Deckschicht sind Haltefasern oder -fäden verankert, die die Substratschicht an dicht über die ganze Fläche verteilten Stellen bis zu der der Deckschicht gegenüberliegenden Oberfläche durchdringen. In dem Pflanzensubstrat sind Pflanzensamen eingelagert.
Das DE-GM 74 236 28 offenbart eine Rasenpflanzmatte, die aus einer Unterlage aus organischen, verrottbaren Fasern, einer den Rasensamen beinhaltenden Schicht und aus einer Oberschicht aus organischen verrottbaren Fasern besteht, wobei auf der Unterschicht ein Juteträgergewebe befestigt ist und auf diesem der Rasensamen angeordnet ist.
Aus der DE-OS 21 343 06 ist eine Erosionsschutzmatte zur Begrünung von Böden bekannt, die aus einer durchlässigen Schicht aus zum Beispiel Stroh, Samen und gegebenenfalls zusätzlichen wachstumsfördernden Stoffen und einem Klebemittel besteht, wobei als statisches Tragegerüst eine mittels Fäden längs- und/oder querversteppte Matte aus organischen Langfasern vorgesehen ist, an deren Unterseite ein aus Cellulose- und Humusfasern bestehender Torfmullfilz aufgeklebt ist, wobei die Samen in der untersten Zone des Filzes angeordnet sind.
Das DE-GM 77 38 552 offenbart eine Begrünungsmatte zum Belegen von Böschungen, Gräben und dergleichen, mit einer in einem Trägermaterial eingebetteten Grassamen enthaltenden Saatschicht, die mit einer darüberliegenden, verrottungsfähigen Deckschicht verbunden ist, wobei die Saatschicht mit einer eine Papierbahn aufweisenden und mit einer Deckschicht versteppten Unterlage versehen ist.
Die genannten Unterlagen sind überwiegend aufwendig in der Herstellung und unbequem zu handhaben. Des weiteren unterdrücken sie zum Teil nur unzureichend das Aufkeimen und Wachstum von Unkräutern. Bei intensiver Sonneneinstrahlung und höheren Temperaturen trocknen die mit bekannten Unterlagen bedeckten Flächen außerdem verhältnismäßig leicht aus. Sie sind daher für die Begrünung und Armierung von Flächen in Regionen mit jahresdurchschnittlich höheren Temperaturen nicht geeignet.
Aufgabe der Erfindung ist es daher, eine verbesserte, Saatgut enthaltende Verbundunterlage bereitzustellen, die kostengünstig hergestellt werden kann und die die Gefahr des Austrocknens von mit diesen Unterlagen bedeckten Flächen wesentlich einschränkt.
Erfindungsgemäß wird die Aufgabe durch eine Verbundunterlage mit den Merkmalen des Anspruches 1 gelöst.
Vorteilhafte Ausgestaltungen der erfindungsgemäßen Unterlage ergeben sich aus den Merkmalen der Ansprüche 2 bis 6.
Die erfindungsgemäße Unterlage zeichnet sich gegenüber den bekannten Unterlagen durch ihren einfachen Aufbau sowie eine kostengünstige Herstellung aus. Ihr Vorteil besteht vor allem darin, dass durch die integrierte Folie, vorzugsweise eine Biofolie, die für das Aufkeimen des Saatgutes und das Wachstum der jungen Pflanzen erforderliche Feuchtigkeit sichergestellt wird. Als Biofolie können handelsübliche, ohne schädliche Rückstände biologisch verrottbare dünne Folien verwendet werden.
Die durch das Vernadeln in der Folie bedingten kleinen Löcher gewährleisten einerseits die Durchlässigkeit von Luft, Wasser und Dünger der Unterlage und verhindern zum anderen das Durchwachsen von Unkräutern.
Überraschend hat sich gezeigt, dass die feinen Wurzeln des gekeimten Saatgutes die durch das Vernadeln in der Folie gebildeten Löcher durchdringen und sich anschließend in die bedeckte Bodenfläche erstrecken können.
Durch die isolierende Wirkung der erfindungsgemäßen Unterlage werden sowohl starke Temperaturschwankungen in der oberen Bodenschicht als auch deren Austrocknen vermieden, was sich durch das so hervorgerufene Mikroklima besonders positiv auf das Wachstum der gewünschten Vegetationsfläche und auf die Bodenorganismen auswirkt, die ihrerseits durch das Nahrungsangebot an verrottbaren biologischen Materialien gefördert werden und so zur Verbesserung der Bodenstruktur beitragen. Der zum Begrünen von Flächen erforderliche Wasserbedarf wird bei Verwendung der erfindungsgemäßen Unterlage deutlich eingeschränkt.
Die Schichten der erfindungsgemäßen Unterlage können entsprechend der Bodenbeschaffenheit und Lage der zu belegenden Flächen sowie in Abhängigkeit vom angestrebten Verrottungszeitrauin unterschiedlich stark gemacht und von der Art der zu verwendeten Materialien variabel aufeinander abgestimmt werden.
Bei einer bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Unterlage ist vorgesehen, unmittelbar auf der Folie eine Schicht aus überwiegend feinfaserigem Material anzuordnen auf der dann das Saatgut aufgebracht wird. Für diese Schicht hat sich als besonders vorteilhaft die Verwendung des billigen und einfach handhabbaren Krepppapieres erwiesen. Durch die Kapillarwirkung des Krepppapieres wird nicht nur die Feuchtigkeit im Innern der erfindungsgemäßen Unterlage besser gehalten, sondern zugleich wird dadurch das Keimen des Saatgutes und das Wachstum der jungen Pflanzen unterstützt.
Bei einer bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Unterlage ist vorgesehen, unmittelbar auf der Folie eine Schicht aus überwiegend feinfaserigem Material anzuordnen auf der dann das Saatgut aufgebracht wird. Für diese Schicht hat sich als besonders vorteilhaft die Verwendung des billigen und einfach handhabbaren Krepppapieres erwiesen. Durch die Kapillarwirkung des Krepppapieres wird nicht nur die Feuchtigkeit im Innern der erfindungsgemäßen Unterlage besser gehalten, sondern zugleich wird dadurch das Keimen des Saatgutes und das Wachstum der jungen Pflanzen unterstützt.
Bei humusarmen Böden ist es angebracht, für die unter der Folie angeordnete und aus überwiegend biologisch abbaubaren Materialien bestehende Schicht eine größere Schichtstärke zu wählen, um die Humusbildung besonders zu fördern.
Die Strukturdichte der Unterlage kann durch enges oder weites Vernadeln entsprechend den Bedingungen der zu belegenden Böden variiert werden.
Die erfindungsgemäße Unterlage kann gegenüber Matten nach dem Stand der Technik außerdem mit wesentlich geringeren Kosten gelagert und transportiert werden.
Als weiterer Vorzug hat es sich erwiesen, dass die Unterlage sowohl als Matte in beliebiger Länge und in vielen Breiten als auch als Platte in unterschiedlicher Größe und Form gefertigt werden kann, ohne dass sie dabei an Stabilität verliert. Durch die verhältnismäßig dichte Struktur läßt sich die Unterlage gut trennen und auch zu kleinen Formstücken stanzen oder schneiden. So ist es möglich, Matten zum Belegen kleiner Flächen zu fertigen. Die Unterlage kann daher hinsichtlich Form und Abmessungen entsprechend den jeweiligen örtlichen Bedingungen gefertigt werden und ist insofern in besonderem Maße anwendungsfreundlich.
Für die erfindungsgemäße Unterlage erschließt sich insofern ein breites Anwendungsgebiet bis hin zur Begrünung sandiger Flächen sowie von Flächen in Regionen mit jahresdurchschnittlich höheren Temperaturen.
Claims (6)
1. Verbundunterlage zur Begrünung und Armierung von Flächen, bestehend aus einem Saatgut enthaltenden mehrschichtig ausgebildeten Trägermaterial, dadurch gekennzeichnet, dass das mehrschichtig ausgebildete Trägermaterial aus einer Folie als Unterlage und einer Deckschicht aus biologisch abbaubarem Material oder aus Acrylfasern oder aus Cellulose-Fasern oder aus einem Gemisch besteht, zwischen der Folie und der Deckschicht annähernd gleichmäßig verteilt das Saatgut eingebracht ist und die Deckschicht mit der Folie zu einer verhältnismäßig dichten Struktur der Unterlage vernadelt ist.
2. Verbundunterlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass unter der Folie eine Schicht, vorzugsweise ein Vlies oder eine Matte, aus überwiegend biologisch abbaubarem Material angeordnet ist, die mit der Folie und der Deckschicht vernadelt ist.
3. Verbundunterlage nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Folie verrottbar und vorzugsweise eine Biofolie ist.
4. Verbundunterlage nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das biologisch abbaubare Material aus Naturfasern, vorzugsweise aus Kokos, Jute, Flachs, Hanf, Sisal oder Baumwolle oder aus tierischer Wolle oder derartigem Abfall oder aus einem Gemisch davon besteht und vorzugsweise als Vlies oder Matte ausgebildet ist.
5. Verbundunterlage nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass unmittelbar auf der Folie eine Schicht aus überwiegend feinfaserigem Material, vorzugsweise eine Krepppapierschicht oder als Netz ausgebildet, angeordnet ist und auf der das Saatgut aufgebracht ist und die Deckschicht mit der Schicht aus überwiegend feinfaserigem Material und der Folie vernadelt ist.
6. Verbundunterlage nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Unterlage als Matte oder als Platte gefertigt ist.
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Country Status (1)
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2001
- 2001-06-27 DE DE20110737U patent/DE20110737U1/de not_active Expired - Lifetime
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Legal Events
| Date | Code | Title | Description |
|---|---|---|---|
| R207 | Utility model specification |
Effective date: 20011004 |
|
| R150 | Utility model maintained after payment of first maintenance fee after three years |
Effective date: 20041207 |
|
| R151 | Utility model maintained after payment of second maintenance fee after six years |
Effective date: 20070615 |
|
| R152 | Utility model maintained after payment of third maintenance fee after eight years |
Effective date: 20090902 |
|
| R071 | Expiry of right | ||
| R071 | Expiry of right |