DE2010927B2 - Brennelement für einen Kernreaktor mit hohem und schnellem Neutronen-HuB - Google Patents
Brennelement für einen Kernreaktor mit hohem und schnellem Neutronen-HuBInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Brennelement für einen Kernreaktor mit hohem und schnellen Neutronenfluß,
vorzugsweise einem schnellen Brutreaktor, bestehend aus einem Brennelemcntkasten zur Ummantelung der
bündeiförmig zusammengefaßten Brennstoffstäbe.
In Reaktoren mit hohem und schnellem Neutronenfluß tritt bei hohen Bestrahlungsdosen ein temperaturabhängiges
Schwellen des Strukturmaterials auf, wodurch wegen der über den Reaktorquerschnitt ungleichförmigen
Verteilung der Neutronenbestrahlungsdosis und der Temperatur bleibende Verbiegungen der
Brennelemente eintreten. Dieses sog. »differentielle Schwellen« bereitet bei der Reaktorkonzeption erhebliche
Schwierigkeiten, da die aus ihm resultierenden freien Verbiegungen am Brennelementkopf im Bereich
von 5 bis 10 cm liegen können, wenn man heute übliche
Temperaturen von 500° C und Bestrahlungsdosen von 1023 nvt (Neutronenenergien = 0,1 MeV) zugmndelegt.
Da diese Ausbiegungen zu Belastungen in den
!0 Verspannungsetenen des Reaktorcores von einigen 100
bis etwa 1000 Kp und mehr führen, sind bei Reaktoren mit herkömmlichen Brennelementkästen sehr starke
Coreverspannungen notwendig. Diese hohen Einspannkräfte
führen neben großem konstruktiven Aufwand zu
Ij einer erheblichen mechanischen Beanspruchung der
Kastenwände, die vor allem bei zunehmender Versprödung des Strukturmaterials durch das Schwellen zu
einer zunehmenden Bruchgefahr führt Außerdem tritt durch das Verbiegen bei bekannten Brennelementkästen
eine aus nuklearen Gründen unerwünschte Brennstoffveriagerung im Core und beim Brennelementwechsel
auf.
Aus der FR-PS 12 46 699 ist ein Brennelement für einen Kernreaktor mit niedrigem Neutronenfluß be-
v> kannt, bei welchem die Brennelemente in Abschnitte
unterteilt sind. Die Abschnitte sind jedoch starr miteinander verkuppelt und nicht beweglich gegeneinander
hintereinanderliegend. Eine Strukturverformung durch die Höhe des Neutronenflusses tritt hier jedoch
3d nicht auf, d. h. eine Brennelementstrukturverformung
spielt keine Rolle.
Die vorliegende Erfindung hat nun zur Aufgabe, die eingangs angeführten Nachteile zu vermeiden und ein
Brennelement zu schaffen, dessen mechanische Bean-
'5 spruchung aufgrund von Verbiegung durch differentielles
Schwellen des Strukturmaterials infolge eines großen Neutronenflußgradienten auf ein Minimum
beschränkt bleibt.
eingangs erwähnten Art dadurch gelöst, daß der
Brennelcmentkasten zur Verhinderung einer Verbiegung desselben durch ungleichmäßiges, strahleninduziertes
Materialschwellen in gegeneinander bewegbare, axial hintereinanderliegende Abschnitte unterteilt ist,
die bezogen auf ihre Längsachse unter Aufrechterhaltung einer gewissen Bewegbarkeit zusammengehalten
sind. Dabei ist es von besonderem Vorteil, daß die Abschnitte des Brennclementkastens durch jeweils an
den einzelnen Abschnitten angebrachte Befestigungsteile zusammengehalten sind, wobei die einzelnen
Abschnitte des Brennelementkastens in besonders vorteilhafter Weise so zusammengesteckt sind, daß
jeder Abschnitt den nächstfolgenden teilweise mit Spiel überlappt. Dabei ist es günstig, daß die Befestigungsteile
der sich überlappenden Brennelementkastenabschnitte aus jeweils einem in dem äußeren Brennclcmentkastenabschnitt
verschweißten Bolzen bestehen, der mit Spiel in eine entsprechende Bohrung des inneren, nächstfolgenden
Brennelementkastenabschnittes eingreift.
Eine weitere vorteilhafte Lösung der Aufgabenstellung gemäß der vorliegenden Erfindung besteht darin,
daß die bewegbar axial hintereinanderliegende Abschnitte des Brennelementkastens durch an den
Endabschnitten befestigte Zugglieder entlang ihrer Längsachse zusammengehalten sind, wobei die Zugglieder
aus Stäben bestehen, die in der Brennelementachse und um die Brennelementachse herum innerhalb des
Brcnnslabbündcls angeordnet sind. Dabei ist es von
besonderem Vorteil, daß die Stäbe im Fußstück des Brennelementes unterhalb der Brennelementstabbündelbefestigung
mit dem Brennelementkasten an Rippen verschweißt und im Kopfstück oberhalb des Brennstabbündels
an sternförmig mit dem Brennelementkasten verschweißten Rippen über eine Druckfeder und ein
Pendellager bewegbar relativ zur Brennelementachse angelenkt sind.
Durch solchermaßen erfindungsgemäß ausgebildete Brennelemente werden in vorteilhafter Weise die
mechanische Beanspruchung der Kastenwände verringert Darüber hinaus werden Brennstoffverschiebungen
im Core unter Kontrolle gehalten, sowie die Kräfte der Kernverspannung herabgesetzt
Einzelheiten der Erfindung werden im folgenden anhand der F i g. 1 bis 4 näher erläutert Es zeigt
F i g. 1 ein erfindungsgemäßes Brennelement mit Zugstäben als Halteelemente,
F i g. 2 eine Einzelheit an der Überlappung der Kästen.
Fig.3 eine Draufsicht auf die obere Halterung der
Zugstäbe,
Fig.4 eine Einzelheit an der Überlappung der
Brennelementkastenabschnitte bei einem Brennelement ohne Zugstäbe als Halteelemente. 2>
Das erfindungsgemäße Brennelement (Fig. I) besteht aus den Brennstoffstäben 1, die auf Schienen 2
mittels Stiften 3 befestigt sind, sowie aus den einzelnen Brennelementkastenabschnitten 4, welche da= Brennstoffstabbündel
umgeben. Im Bereich der Teilfugen Hi zwischen den Brennelementkastenabschnitten 4 überlappen
sich je zwei angrenzende Kastenabschnilte in der Weise, daß eine gewisse Kippbarkeit dieser
Kaslenabschnitte gegeneinander gewährleistet ist. Dazu ist an der Überlappung zwischen den Kastenab- <5
schnitten 4 eine Trennfuge 5 mit bestimmtem Abstand vorgesehen, welche durch einen Nocken 6 (Fig.2)
überbrückt wird, der auf dem jeweils inneren Teil der Überlappung angebracht ist. Der Auslauf 7 des inneren
Brennelementkastenabschnitts ist an der Überlappung <tn
abgerundei, so daß sich jeweils zwei Abschnitte 4
kippend über Nocken 6 und Rundung 7 gegeneinander bewegen können. Axial werden die Brennelementkastenabschnitte
4 durch Zugstäbe 8 zusammengehalten, die in der Mitte des Brennelements innerhalb der
Brennstoffstäbe um und in der Längsachse angeordnet sind. Diese Zugstäbe 8 sind im Fußstück 9 des
Brennelements unterhalb der Brennstabzone an Rippen to mit diesem verschweißt, sowie im Kopfstück 11 des
Brennelements gelenkig verankert. Diese gelenkige ■>(>
Anordnung hat den Sinn, daß die durch Materialschwellen unterschiedliche Längenänderung der Zugs'.äbc
ausgeglichen wird, damit beim Herausziehen der Brennelemente aus dem Core die Spannungsverteilung
über die Zugstäbe gleichmäßig ist. Die Anlenkung v>
erfolgt dabei in der Weise, daß die Enden der Zugstäbe 8 in eine pendelnde Lagerplatte 12 eingeschraubt sind,
wobei die Platte 12 an ihrer der Verschraubung 13 abgewendeten Seite eine Wölbung 14 besitzt, die in ein
entsprechendes Ausgleichselement 15 eingreift und daher ein Kippen der Platte 12 gegen das Ausgleichselement
15 ermöglicht Die Lagerplatte 12 ist sternförmig ausgebildet (Fig.3), um den freien Kühlmittelquerschnitt
im Brennelement so wenig wie möglich zu verringern. Im Kopfstück 11 des Brennelementes sind
weiterhin sternförmig Rippen 16 eingeschweißt, in deren Mitte in einer Bohrung 17 das die Lagerplatte 12
tragende Ausgleichselement 15 verschieblich und mit den Rippen 16 durch eine Feder 18 verbunden ist. Eine
Bandage 19 unterhalb der Rippen 16 um die Zugstäbe 8 herum verhindert das Auseinanderrücken der Zugstäbe
bei Zug durch die Aufhängevorrichtung.
Bei einer weiteren konstruktiven Lösung der Erfindung (Fig.4) befinden sich keine Zugstäbt im
inneren des Brennelementes, die :.ängskraftübertragung
erfolgt vielmehr durch die einzelnen Brennelementkastenabschnitte
4 selbst Dabei sind in der Kastenwand des inneren Brennelementkastenabschnittes 20 Bohrungen 21 vorgesehen, in welche am Umfang
des Brennelementkastens angeordnete Bolzen 22 eingreifen, die mit der Wandung des überlappenden
Teiles des jeweils nächsten Kastenabschnittes 23 verschweißt oder verschraubt sind. Die Trennfuge ist
ähnlich der Lösung in F i g. I ausgebildet, um eine leichte Kippbarkeit der Abschnitte gegenseitig zu ermöglichen.
Durch Fixierung des starren Kopfstückes 11 und des
Fußstückes 9 in Fixierungsebenen werden die resultierenden Ausbiegungen des gegliederten Kastenteils bei
den eingangs erwähnten differentiellen Materialschwellwerten auf etwa 10% der freien Ausbiegung
eines starren Brennelementkastens beschränkt. Im gleichen Maß wird die Biegerückwirkung des Brennelementkastens
auf das in ihm befindliche Brer.nstahbündei und auf den Coreverband reduziert und die aus den
Verbiegungen hervorgehende Dehnungen verringert, wa. im Hinblick auf die geringe Duktilität bestrahlten
Strukturmaterials günstig ist. Die am Brennelement angebrachten Zugvorrichtungen zum Zusammenhalten
der Brcnnelementkastenabschnitte gestatten dabei eine Handhabung des Brennelementes wie beim herkömmlichen,
ungeteilten Kasten. Bei der Lösung nach der Fig.4 bleibt diese Handhabungsmöglichkeit auch im
Falle eines zentralen Schmelzens im Brennelement infolge einer möglichen Leistungsexkursion erhalten.
Die konstruktive Ausbildung des Brennelementkastens ist nicht auf die dargestellten Ausführungsformen
beschränkt, vielmehr sind noch andere Übertragungsmögl'chkeiten
der Kräfte über die Brennelementkastenabschnitte, wie z.B. Zugfedern, Hülsen, Magnete o.a.
möglich.
Claims (7)
1. Brennelemeni! für einen Kernreaktor mit hohem
und schnellem Niiutronenfluß, vorzugsweise einem Schnellen Brutreaktor, bestehend aus einem Brennblementkasten
zur Ummantelung der bündeiförmig zusammengefaßten Brennstoffstäbe, dadurch
gekennzeichnet, daß der Brennelementkasten
zur Verhinderung einer Verbiegung desselben durch ungleichmäßiges, strahleninduziertes Materialschwellen
in gegeneinander bewegbare, axial hintereinanderliegende Abschnitte (4) unterteilt ist,
die bezogen auf ihre Längsachse unter Aufrechterhaltung einer gewissen Bewegbarkeit zusammengehalten
sind.
2. Brennelement nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Abschnitte (4) des Brennelementkastens durch jeweils an den einzelnen Abschnitten (4) angebrachte Befestigungsteile zusammengehalten
sind.
3. Brennelement nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die einzelnen Abschnitte (4) des
Brennelementkastens so zusammengesteckt sind, daß jeder Abschnitt den nächstfolgenden teilweise
mit Spiel überlappt
4. Brennelement nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet,
daß die ßefestigungsteile der sich überlappenden Brennelementkastenabschnitte aus
jeweils einem in dem äußeren Brennelementkastenabschnitt (23) verschweißten Bolzen (22) bestehen,
der mit Spiel;.»eine entsprechende Bohrung (21) des
inneren, nächstfolgepden B~:nnelementkastenabschnittes
(23) eingreift.
5. Brennelement nach Ansprtch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die bewegbar axial hintereinanderliegenden Abschnitte (4) des Brennelementkastens
durch an den Endabschnitten (9,11) befestigte Zugglieder entlang ihrer Längsachse zusammengehalten
sind.
6. Brennelement nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet,
daß die Zugglieder aus Stäben (8) bestehen, die in der Brennelementachse und um die
Brennelementachsie herum innerhalb des Brennstabbündels
(1) angeordnet sind.
7. Brennelemeni nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet,
daß die Stäbe (8) im Fußstück (9) des Brennelementes unterhalb der Brennstabbündelbefestigung
mit dem Brennelementkasten (4) an Rippen (10) verschweißt und im Kopfstück (11) oberhalb des Brennstabbündels an sternförmig mit
dem Brennelemcntkasten verschweißten Rippen (16) über eine Druckfeder (18) und ein Pendellager
(12, 15) bewegbar relativ zur Brennelementachse ahgelenkt sind.
Priority Applications (4)
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|---|---|---|---|
| DE2010927A DE2010927C3 (de) | 1970-03-07 | 1970-03-07 | Brennelement fur einen Kernreaktor mit hohem und schnellem Neutronenfluß x |
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Applications Claiming Priority (1)
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Family Applications (1)
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