DE20107246U1 - Hand- und Faustfeuerwaffe - Google Patents
Hand- und FaustfeuerwaffeInfo
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- F—MECHANICAL ENGINEERING; LIGHTING; HEATING; WEAPONS; BLASTING
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- F41C—SMALLARMS, e.g. PISTOLS, RIFLES; ACCESSORIES THEREFOR
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Description
Patentanwälte & European Patent Attorneys
Datum: 25.04.01
Aktenzeichen: E 2503
Herrn
Bernd Erhardt Hauptstr. 66
89129 Ölungen
Titel Hand- und Faustfeuerwaffe
BESCHREIBUNG
Die Erfindung betrifft eine Hand- bzw. Faustwaffe, bestehend aus einem Rohr mit Munitionszuführung, einem Abzug und einem Schaft, wobei der Schaft gegebenenfalls aus mehreren Bauteilen, insbesondere aus einem Griff und/oder einer Schulterstütze und/oder einem Rohrunterbau und/oder Auflagen und/oder Rohrhüllen.
Hand- und Faustwaffen sind in den verschiedensten Ausführungen seit langem bekannt. Ein Beispiel für eine Faustwaffe ist die Pistole, die ursprünglich mit Feuersteinschloss und handgriffartig gebogenen Kolben ausgebildet war. Die bekanntesten Bauarten sind hier die Mauser-Pistole, die Parabellum-Pistole, die Browning-Pistole und die Walter-Pistole. Darüber hinaus gibt es noch Revolver, d.h. Pistolen mit drehbarem, hinter dem Lauf angebrachtem Trommelmagazin.
Heute werden die Hand- und Faustwaffen überwiegend für Wettkampfzwecke, teilweise mit schneller Schussfolge (beispielsweise Biathlon) und als Waffen im militärischen Einsatz verwendet.
Solche Hand- und Faustwaffen müssen auf Grund der hohen kinetischen Energie, die der Munition mitgegeben werden muss, sehr stabil ausgebildet sein. Aus diesem Grund sind die bisher bekannten Hand- und Faustwaffen sehr massiv ausgebildet und deshalb schwer.
Eine weitere Anforderung, die bei der Konstruktion einer Hand- bzw. Faustwaffe berücksichtigt werden muss, ist, dass die beim Abfeuern der Waffe erzeugte Hitze möglichst schnell abgeleitet werden muss. Das massive Material muss also eine gute Wärmeleitfähigkeit aufweisen.
Aus diesem Grund werden die bisher bekannten Hand- und Faustwaffen überwiegend aus metallischen Werkstoffen hergestellt, da diese massiv sind und eine gute Wärmeleitfähigkeit aufweisen.
Da die metallischen Werkstoffe aber durchweg ein sehr hohes spezifisches Gewicht aufweisen, bleibt das Hauptproblem des schweren Handlings solcher Waffen bestehen. Darüber hinaus ist es problematisch, solche Waffen zu dämpfen, da die Schwingungen, ausgelöst durch die Vibrationen bei der Abfeuerung der Munition durch die metallischen Werkstoffe, direkt auf den Anwender übertragen und kaum gedämpft werden.
Es ist daher die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Hand- und Faustwaffe vorzusehen, deren Gewicht reduziert ist und die eine optimale Dämpfung beim Abfeuern der Waffe sicherstellt.
Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung wird beim gattungsgemäßen Gegenstand dadurch gelöst, dass der Schaft aus einem Kompositwerkstoff ausgebildet ist.
Derart ausgebildete Hand- und Faustwaffen können bezüglich der Geometrie mit üblicherweise eingesetzten Schäften aus Holz (sogenannte Ölschäfte), Schäften aus Kunststoff (Duro- oder Thermoplasten) oder Aluminium mit Gummi- oder Kunststoffapplikationen baugleich ausgeführt werden. Der wesentliche Vorteil von Hand- und Faustwaffen, deren Schaft aus einem Kompositwerkstoff hergestellt ist, besteht darin, dass durch den Kompositwerkstoff eine wesentliche Gewichts reduktion bei trotzdem aufrecht erhaltener hoher thermischer Beständigkeit und besserer Dämpfung bei Vibrationen erreicht wird.
Durch die Wahl eines geeigneten Kompositwerkstoffs wird ein durch Temperatur bedingtes Schrumpfen und Dehnen vermieden, d.h. die
eingestellte Balance wird nicht verändert. Die für den präzisen Gebrauch notwendigen Temperaturunabhängigkeiten bleiben erhalten. Darüber hinaus wird durch die Wahl eines geeigneten Kompositwerkstoffs eine Dekontamination von einer chemischen oder biologischen Substanz vereinfacht möglich, da der Werkstoff widerstandsfähiger gegen chemische Stoffe ist und durch die Temperaturbeständigkeit des Materials durch bekannte thermische Verfahrenen dekontaminiert werden kann.
Die beim Abfeuern der Waffe entstehenden Vibrationsschwingungen werden deutlich stärker abgedämpft als bei aus herkömmlichen Materialien hergestellten Schäften. Der Aufbau des Kompositwerkstoffs erfolgt in einer Form mit üblicherweise einem Kern, wobei notwendige Metallkomponenten, soweit erforderlich, in das Bauteil einlaminiert werden.
Je nach Formgebung oder Füllkomponenten des Bauteils kann der Kern aus Aluminium oder Schaumstoffen bestehen, welcher als verlorener Kern im Bauteil zurück bleibt oder das Werkstück wird nach der Aushärtung vom Kern abgezogen.
Bei einer Hand- bzw. Faustwaffe mit schneller Schussfolge (z.B. für Biathlon) wird durch den Kompositwerkstoff erreicht, dass durch den Schuss ausgelöste Vibrationen deutlich gedämpft werden und die Schussfolge erhöht werden kann. Die Balance des Gesamtsystems wird durch die geringe Temperaturabhängigkeit des Kompositschafts nicht gestört.
In einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung ist vorgesehen, dass in dem Schaft mindestens ein Element mit höherem spezifischen Gewicht zur Schwerpunktsverlagerung angeordnet ist.
-A-
Durch die hohe Gewichtsersparnis bei der Wahl des Kompositwerkstoffs für den Schaft können innerhalb des Bauteils Elemente integriert werden, welche ermöglichen, das Gesamtsystem von Schaft und Waffenbauteilen in einem allgemeinen oder vom Nutzer gewählten individuellen Gleichgewichtssystem einzustellen. Durch die Gewichtsersparnis des Hauptbauteils wird durch die gewählten Balanceelemente das Gesamtgewicht im Vergleich zu einer herkömmlichen Ausführung unterschritten.
In einer besonders vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung ist vorgesehen, dass das/die Element(e) im Schaft, insbesondere im Griff und/oder im Rohrunterbau verschiebbar angeordnet ist/sind. Die dynamischen Balanceelemente werden zur allgemeinen und individuellen Anpassung integriert, um die willentliche Anordnung der Gewichte zu ermöglichen, wodurch eine Reduzierung des Eigengewichts des Schafts erleichtert wird. Durch die dynamischen Gewichte werden individuelle Einstellungen für verschiedene Schusspositionen (z.B. stehend, liegend etc.) möglich.
In einer weiteren besonderen Ausführungsform ist vorgesehen, dass das Element mittels eines Spezialwerkzeuge verschiebbar angeordnet ist. Durch diese besonders vorteilhafte Ausführung wird erreicht, dass praktisch zu jeder Zeit, vor allem im Übungsbetrieb, die Hand- bzw. Faustwaffe auf die speziellen Anforderungen eingestellt werden kann. Im Wettkampf kann dann sogar für verschiedene Sportarten bzw. verschiedene Lagen während des Wettkampfs die gewünschte und erprobte Einstellung eingestellt werden.
In einer weiteren Ausführungsform ist vorteilhaft vorgesehen, dass das Element mittels einer Verstelleinrichtung verschiebbar angeordnet ist. Bei dieser Ausführungsform ist kein Spezialwerkzeug nötig. Dadurch wird die
Verstellung um ein Vielfaches erleichtert und man muss kein zusätzliches Teil mit sich herumschleppen.
In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform ist vorgesehen, dass der Kompositwerkstoff aus einer Faser-Kunststoff-Kombination besteht. Bei solchen neuartigen Kompositwerkstoffen ist es besonders vorteilhaft, dass die positiven Eigenschaften der verschiedenen kombinierten Materialien Synergieeffekte ergeben. Bei einer besonders vorteilhaften Ausführungsform besteht das Fasermaterial aus Glas, Karbon, Aramid, Boron oder Hanf, wobei Hanf als natürliche Faser einen nachwachsenden Rohstoff darstellt. Das Kunststoffmaterial zur Verstärkung des Fasermaterials ist vorteilhaft aus Polyesterharz, Vinylesterharz, Epoxyharz, Polyamid oder Copolyamid hergestellt. Diese Matrixwerkstoffe tragen wesentlich zur Strukturstärkung und Schwingungsdämpfung bei. Als besonders vorteilhaftes Material für Kompositwerkstoffe hat sich bei Hand- und Faustwaffen eine Karbonfaser-Polyamidmatrix herausgestellt.
Die Erfindung wird in einer bevorzugten Ausführungsform unter Bezugnahme auf die Zeichnungen beschrieben, wobei weitere vorteilhafte Einzelheiten den Figuren der Zeichnung zu entnehmen sind. Funktionsmäßig gleiche Teile sind dabei mit denselben Bezugsziffern versehen.
Die Figuren der Zeichnung zeigen im einzelnen:
Figur 1 eine Vorderansicht einer Ausführungsform der Hand- bzw. Faustwaffe,
Figur 2 einen Schnitt der Hand- bzw. Faustwaffe gemäß Schnittlinie l-l aus Figur 1.
Das in Figur 1 mit dem Bezugszeichen 1 bezeichnete Waffenbauteil ist ein Rohr mit nicht dargestellter Munitionszuführung und Verschluss. An
diesem ist ein Abzug 2 in bekannter Weise angebracht. Unterhalb des Rohres 1 ist Schaft 3 angeordnet. Die Schaftbauteile können als Gesamtteil ausgebildet werden oder als Einzelteile aufgegliedert sein (Griff, Schulterstütze, Auflagen, Rohrhüllungen o.a.). Der Aufbau des Kompositwerkstoffs erfolgt in einer Form mit üblicherweise einem Kern, wobei notwenige Metallkomponenten soweit erforderlich, in das Bauteil einlaminiert werden können. Je nach Formgebung oder Füllkomponente des Bauteils kann der Kern aus Aluminium oder Schaumstoffen bestehen, welcher als verlorener Kern im Bauteil zurückbleibt oder das Werkstück wird nach der Aushärtung vom Kern abgezogen. Die Form des Schafts 3 kann sowohl in bekannter als auch in neuartiger Weise ausgebildet werden, die einer ergonomischen Form entspricht.
In den Schaft 3 oder in die Einzelbauteile des Schafts 3 sind Elemente 5 integriert, die sowohl verschiebbar als auch nicht verschiebbar, insbesondere im Griff oder im Rohrunterbau angeordnet sind. Die dynamischen Balanceelemente 5 können im einfachsten Fall Gewichte sein, die individuell mit gesondertem Werkzeug oder integrierte Verstelleinrichtungen verschoben werden können. Verschiebeeinrichtungen 4, insbesondere Rohre dienen zur Verschiebung der verschiebbaren Elemente 5. In diesen können die Balanceelemente 5 nach individuellen Erfordernissen verschoben und fixiert werden. Statische Balanceelemente 5 können zur Grundbalance im linken Teil der Figur 1 eingebracht werden.
Im Schaft 3 aus Kohlefaserkompositwerkstoff werden in einem verlorenen Kern Hohlprofile z.B. aus Aluminium, Titan oder Faserverbundwerkstoffen eingebracht, welche mit einem verschiebbaren Gewicht ausgerüstet werden. Über eine feine Gewindeschraube kann das Gewicht in der Verschiebeeinrichtung an das individuelle Balancegefühl angepasst werden. Außerdem werden im Schaft statische und dynamische
-7-
Balanceelemente zur allgemeinen und individuellen Anpassung integriert. Die willentliche Anordnung der Gewicht wird durch die Reduzierung des Eigengewichts des Schafts erleichtert. Durch die dynamischen Gewichte werden individuelle Einstellungen für verschiedene Schusspositionen (z.B. stehend, liegend etc.) möglich.
Bei einer Handwaffe für den militärischen Einsatz werden die Schaftbauteile Schulterstütze, Handgriff aus geeigneten Kompositwerkstoffen hergestellt. In die Schaftbauteile werden statische Balanceelemente eingelegt, um das gesamte System auszubalancieren. Die Kompositwerkstoffe (z.B. Karbonfaser mit Polyamidmatrix) sind so gestaltet, dass die gesamte Waffe bei Kontamination mit biologischen Waffen wie z.B. einem Autoklaven desinfiziert werden kann.
Die Verbindung von Rohr 1, Abzug und Schaft 3 wird mittels Form- und /oder Kraftschluss erreicht. Dieser kann z.B. durch Verschraubung oder auch durch hitzebeständige Kleber realisiert werden.
-8-
BEZUGSZEICHENLISTE
1 Rohr
2 Abzug
3 Schaft
4 Verschiebeeinrichtung 5 Elemente (fest/verschiebbar)
Claims (10)
1. Hand- bzw. Faustwaffe, bestehend aus einem Rohr 1 mit Munitionszuführung, einem Abzug (2) und einem Schaft (3), wobei der Schaft (3) gegebenenfalls aus mehreren Bauteilen, insbesondere aus einem Griff und/oder einer Schulterstütze und/oder einem Rohrunterbau und/oder Auflagen und/oder Rohrhüllen, dadurch gekennzeichnet, dass der Schaft (3) aus einem Kompositwerkstoff ausgebildet ist.
2. Hand- bzw. Faustwaffe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass in dem Schaft (3) mindestens ein Element (5) mit höherem spezifischen Gewicht zur Schwerpunktsverlagerung angeordnet ist.
3. Hand- bzw. Faustwaffe nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das/die Element(e) (5) im Schaft (3), insbesondere im Griff und/oder im Rohrunterbau verschiebbar angeordnet ist/sind.
4. Hand- bzw. Faustwaffe nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Element (5) mittels eines Spezialwerkzeuges verschiebbar angeordnet ist.
5. Hand- bzw. Faustwaffe nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Element (5) mittels einer Verstelleinrichtung verschiebbar angeordnet ist.
6. Hand- bzw. Faustwaffe nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Kompositwerkstoff aus einer Faser-Kunststoff-Kombination besteht.
7. Hand- bzw. Faustwaffe nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Faser-Kunststoff-Kombination als Fasermaterial einen aus der durch Glas, Carbon, Aramid, Boron und Hanf gebildeten Gruppe gewählten Stoff aufweist.
8. Hand- bzw. Faustwaffe nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Faser-Kunststoff-Kombination als Kunststoffmaterial zur Verstärkung des Fasermaterials einen aus der durch Polyesterharze, Vinylesterharze, Epoxyharze, Polyamide, und Copolyamide gebildeten Gruppe gewählten Stoff aufweist.
9. Hand- bzw. Faustwaffe nach einem der Ansprüche 6 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Faser-Kunststoff-Kombination eine Carbonfaser-Polyamidmatrix ist.
10. Verwendung eines Komposit-Werkstoffes, insbesondere einer Faser-Kunststoff-Kombination als Werkstoff für Schaftbauteile, nämlich Griff und/oder Schulterstütze und/oder Rohrunterbau und/oder Auflagen und/oder Rohrhüllen einer Hand- bzw. Faustwaffe.
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