DE20022958U1 - Reibbelag-Trägerplatte - Google Patents
Reibbelag-TrägerplatteInfo
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Description
PATENTANWÄLTE ZENZ, HELBER, HOSBACH & PARTNER · HUYSSENALLEE 58-64 · D-45128 ESSEN
R 833GM Hs-fu
Die Erfindung betrifft eine Reibbelag-Trägerplatte für einen Brems- oder Kupplungsbelag einer Scheibenbremse bzw. -kupplung.
Reibbelag-Trägerplatten für Scheibenbremsen oder -kupplungen bestehen üblicherweise aus Stahl. Sie sind "in die Konstruktion eingerechnet", d.h., sie tragen zur Gesamt-Festigkeit der Bremse oder Kupplung bei. Hierzu ist es erforderlich, daß die jeweilige Trägerplatte nicht nur Druckkräfte, sondern auch Zugkräfte überträgt. Druckkräfte treten zum einen quer zur Plattenebene auf, wenn die Zuspannkräfte über das Reibmaterial auf die Brems- oder Kupplungsscheibe übertragen werden. Zum anderen ergeben sich Druckkräfte in der Plattenebene bei der Einleitung des Drehmoments in das Bremsen- oder Kupplungsgehäuse. Dabei wird ein Teil des Drehmoments auch über in der Plattenebene wirkende Zugkräfte in das Bremsen- oder Kupplungsgehäuse eingeleitet.
Nachteilig bei den bekannten Konstruktionen ist das hohe Gewicht der Trägerplatte aufgrund der Verwendung von Stahl.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, das Gewicht der Trägerplatte zu reduzieren.
Hierzu schlägt die Erfindung vor, daß - die Formgebung der Trägerplatte die Aufnahme von Zugkräften ausschließt,
- die Trägerplatte aus einem flächigen Material ausgestanzt ist und
- das flächige Material eine höherfeste Aluminiumlegierung, nämlich AlMg3 ist.
Der Erfindung liegt die Erkenntnis zugrunde, daß die Festigkeit der Trägerplatte vorwiegend durch ihre Ermüdungsfestigkeit bei Wechselbiegebeanspruchungen bestimmt wird.
Diese werden erfindungsgemäß dadurch minimiert, daß die Trägerplatte von Zugkräften freigehalten wird.
Überraschenderweise wurde gefunden, daß unter diesen Umständen die höherfeste Aluminiumlegierung bei praxisgerechter Materialstärke durchaus in der Lage ist, die erforderliche Festigkeit zu gewährleisten. Dabei läßt sich die höherfeste Aluminiumlegierung einfach bearbeiten, also walzen und stanzen. Dies ist bei hochfesten Aluminiumlegierungen, die häufig keramische Füllstoffe enthalten, nicht der Fall. Derartige Legierungen können nur vergossen werden. Für die Herstellung eines Massenartikels, wie etwa die Reibbelag-Trägerplatten, wäre ein solches Verfahren zu kostenaufwendig .
Die Walz- und Stanzvorgänge, die erfindungsgemäß angewendet werden, gewährleisten eine kostengünstige Fertigung auch komplizierter geometrischer Konturen. Eine Nacharbeitung ist nicht erforderlich. Der Materialfluß ist kontinuierlich und dementsprechend optimal. Das Abpacken der Fertigprodukte läßt sich einfach und kostengünstig durchführen.
Auch sind die Werkzeugkosten gering, und der Energieaufwand ist niedrig.
Die Verwendung von Aluminium in Verbindung mit einer Trägerplatte für einen Reibbelag ist an sich bekannt, und zwar aus der EP 0 859 163 Al. Dort handelt es sich allerdings um Aluminiumschaum, der auf eine Stahlplatte aufgetragen oder in Ausnehmungen einer Stahlplatte eingebettet oder sandwichartig zwischen zwei Stahlplatten angeordnet ist. Die Gewichtsersparnis ist also begrenzt, ganz abgesehen davon, daß eine derartige Trägerplatte einen hohen herstellungs-0 technischen Aufwand bedingt.
Hauptanwendungsgebiet der Erfindung sind Kraftfahrzeugbremsen von begrenzter Belastung, beispielsweise Hinterradbremsen oder Bremsanlagen von Kraftfahrzeugen geringer Leistung (31 Auto).
Die Trägerplatte wird vorzugsweise aus einem gewalzten Blech ausgestanzt.
Die Erfindung wird im folgenden anhand eines bevorzugten Ausführungsbeispiels im Zusammenhang mit der beiliegenden Zeichnung näher erläutert.
Fig. 1 zeigt einen Grundriß einer Reibbelag-Trägerplatte 1 für einen Bremsbelag einer Scheibenbremse. Die Zuspannkräfte werden in einen zentralen Bereich 2 eingeleitet, von der Trägerplatte 1 auf das nicht dargestellte Reibmaterial verteilt und von diesem auf die Bremsscheibe übertragen.
Während des Bremsvorganges legt sich die Trägerplatte 1, je nach Drehrichtung der Bremsscheibe, mit einer ihrer seitlichen Konturen 3 an das Gehäuse der Bremse an und stützt sich dabei gegen das von der Bremsscheibe erzeugte Bremsmoment ab.
Die Gestaltung der Trägerplatte ist ersichtlich so getroffen, daß Zugkräfte nicht übertragen werden können. Dementsprechend minimiert sich die Materialermüdung'aufgrund von Wechselbiegebeanspruchungen.
Die Trägerplatte 1 kann daher aus der höherfesten Aluminiumlegierung AlMg3, hergestellt werden. Das Material wird zu einem Blech vorgegebener Dicke gewalzt, und die Trägerplatte wird sodann aus dem Material ausgestanzt. Der Herstellungsvorgang ist also äußerst kostengünstig.
Die Verwendung der höherfesten Aluminiumlegierung führt zu einer signifikanten Gewichtsverminderung der Bremsanlage. Außerdem ergibt sich der zusätzliche Vorteil, daß die hohe Wärmeleitfähigkeit der Aluminiumlegierung eine thermische Entlastung von Bremsscheibe und Bremsbelag bewirkt.
Im Rahmen der Erfindung sind durchaus Abwandlungsmöglichkeiten gegeben, insbesondere was die Gestaltung der seitlichen Konturen der Trägerplatte anbelangt. Diese können beispielsweise in Radialrichtung verlaufen. Von wesentlicher Bedeutung ist, daß eine Übertragung von Zugkräften ausgeschlossen wird.
Claims (2)
1. Reibbelag-Trägerplatte für einen Brems- oder Kupplungsbelag einer Scheibenbremse bzw. -kupplung, wobei
- die Formgebung der Trägerplatte (1) die Aufnahme von Zugkräften ausschließt,
- die Trägerplatte (1) aus einem flächigen Material ausgestanzt ist und
- das flächige Material eine höherfeste Aluminiumlegierung, nämlich AlMg3 ist.
2. Reibbelag-Trägerplatte nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Trägerplatte aus einem gewalzten Blech ausgestanzt ist.
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| DE20022958U Expired - Lifetime DE20022958U1 (de) | 2000-11-18 | 2000-11-18 | Reibbelag-Trägerplatte |
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2000
- 2000-11-18 DE DE20022958U patent/DE20022958U1/de not_active Expired - Lifetime
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