DE20011960U1 - Wärmedämmendes Bewehrungselement - Google Patents
Wärmedämmendes BewehrungselementInfo
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Description
Ingenieurbüro Wärmeschutz Dipl.-Ing. (FH) Jörg Dießler
Beschreibung
Anwendungsgebiete der Erfindung
Die Erfindung betrifft ein wärmedämmendes Bewehrungselement gemäß Anspruch 1, welches zum einen eine thermische Trennung zwischen zwei Betonbauteilen und zum anderen eine statisch wirksame Verbindung zwischen diesen realisieren kann. Anwendung findet dieses wärmedämmende Bewehrungselement beim Anschluss von auskragenden Balkonplatten, Konsolen, Wandscheiben oder Loggiawänden aus Stahlbeton. Weiterhin können mit dem wärmedämmenden Bewehrungselement biegesteife und thermisch getrennte Anschlüsse wie: Stahlbetonwände an Bodenplatten und Attikas aus Stahlbeton an Deckenplatten realisiert werden.
Die in DE 3739967 und in EP 0332954 Al beschriebenen biegesteifen, wärmegedämmten Betonanschlüsse lösen das Problem der Korrossionsgefahr, ausgelöst durch Kondenswasser an der Bewehrung. In beiden Patentschriften ist charakteristisch, dass die Verbindung zwischen den Betonteilen aus normalen Baustahl (BSt 500) realisiert wird. Bei den benannten Anschlüssen reichen die Bewehrungseisen sowohl in den beheizten Deckenbereich als auch in dem der Außenluft ausgesetzten auskragenden Plattenbereich hinein. So fließt bei entsprechenden Temperaturunterschieden ein ständiger Wärmestrom über die Bewehrungseisen ab. Mit 60 W/m K besitzt Baustahl eine vergleichsweise hohe Wärmeleitfähigkeit. Um diese Wärmeverluste durch den Bewehrungsstahl etwas zu reduzieren, sind von der Firma Schock Bauteile GmbH Bewehrungskörbe auf dem Markt, welche im Bereich der Hartschaumdämmung Bewehrungselemente aus Edelstahl einsetzt. Der Edelstahl hat je nach Legierungsgrad eine Wärmeleitfähigkeit von 15-45 W/m K. Durch den Einsatz von Edelstahl und durch einen erhöhten technischen Aufwand (Schweißverbindungen) weisen derartige Bewehrungskörbe einen vergleichsweise hohen Preis auf.
Aufgrund der hohen Wärmeleitfähigkeit des Baustahls (60 W/m K) bzw. Edelstahls (15-45 W/m &khgr; K) erfolgt keine ausreichende thermische Trennung zwischen Innen- und Außenbauteilen. Die Folge sind erhöhte Energieverluste welche zum einen erhöhte Heizkosten und zum anderen einen erhöhten klimaschädigenden CO2 - Ausstoß zur Folge haben. Weiterhin sind die gut wärmeleitenden Bewehrungselemente aus Stahl die Ursache für ein Abkühlen der angeschlossenen Innen-Deckenflächen im Winter, welche unter ungünstigen Umständen zur Tauwasser- und damit zur Schimmelbildung neigen können. Mit Einführung der Energieeinsparverordnung 2000 in Deutschland gewinnen die sogenannten Wärmebrücken noch mehr an Bedeutung, da sie in der Energiebilanz mit erfasst und durch Mehrdämmung anderer Bauwerksteile konpensiert werden müssen. Dieser Mehraufwand für die Wärmedämmung des gesamten Gebäudes, aufgrund von Wärmebrücken, bringt erhöhte Baukosten für das gesamte Bauwerk mit sich. Diese Kosten wirken sich wiederum insgesamt negativ auf die Wirtschaftlichkeit der gesamten Immobilie aus.
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Ingenieurbüro Wärmeschutz Dipl.-Ing.(FH) Jörg Dießler
Lösung und Vorteile:
1. Vorteil, wesentlich niedrigerer Wärmeleitfähigkeit.
Die oben beschriebenen Probleme werden durch das im Schutzanspruch 1 aufgeführte wärmedämmende Bewehrungselement gelöst. Die heute üblichen Bewehrungselemente aus Stahl bzw. Edelstahl werden durch wärmedämmende Bewehrungselemente ersetzt. Als Lösung wurden konsequent die hierfür vorteilhaften Eigenschaften von kunststoffgebunden Pultrusionsprofilen umgesetzt. So beträgt die Wärmeleitfähigkeit dieser Bauteile, beim Einsatz von Glasfasern nur 0,3-0,4 W/m K. Vergleichbare Bewehrungselemente aus Edelstahl weisen durchschnittlich eine 70-fache (durchschnittlich 28 W/m K) und Bewehrungselemente aus Baustahl (BSt500: 60 W/m K) sogar eine 150- fache Wärmeleitfähigkeit auf. Die Energieverluste an thermisch beanspruchten Stahlbetonbauteilen können somit drastisch reduziert werden. Eine sogenannte Wärmebrücke kann dank der wärmedämmenden Bewehrungselemente praktisch vermieden werden.
2. Vorteil: Geringere Materialkosten
Ein zweiter Vorteil der Erfindung liegt in den entscheidend niedrigeren Herstellungskosten des wärmedämmenden Bewehrungselements. Ich rechne mit einer Verringerung der Herstellungskosten von insgesamt 30-40 %, verglichen mit Bewehrungselementen aus Edelstahl. Gründe sind die wesentlich niedrigeren Materialkosten von Glas und Glasfaser, sowie die konsequent vereinfachte Bauweise des Bewehrungselements selbst.
3. Vorteil: Brandschutz
Das wärmedämmende Bewehrungselement nach Anspruch 1 aus kunstharzgebundenen Glasfaserprofilen besitzt eine wesentlich günstigeres Brandverhalten als vergleichbare Stahlbewehrungen, welche mit einem zusätzlichen Brandschutzbauteil ausgerüstet werden müssen.
4.Vorteil: Gewicht
Da diese wärmedämmenden Bewehrungsbauteile in der Regel per Hand eingebaut werden spielt auch das Gewicht eine entscheidende Rolle. Durch den Einsatz von wärmedämmenden Bewehrungselementen aus kunststoffgebundenen Glasfaserprofilen ist es möglich das Gewicht solcher Bewehrungskörbe um 50-60 % zu reduzieren.
5. Vorteil: Hohe chemische Beständigkeit.
Verglichen mit den Bewehrungselementen aus Stahl oder Edelstahl weisen kunstharzgebundene Glasfaserprofile eine wesentlich höhere Korossionsbeständigkeit gegen aggressive chemische Einflüsse wie Salze, Säuren usw. auf.
Claims (4)
1. Wärmedämmendes Bewehrungselement zur Aufnahme von Druckkräften, dadurch gekennzeichnet, dass es aus einem profilierten Mittelstück (1), welches aus kunstharzgebundenen Glasfasern oder aus Glas besteht, gefertigt wurde. Das Mittelstück (1) kann aus einem geschlossen Hohlprofil (Fig. 1, Fig. 2) in Kreisform, Quadratform, Rechteckform oder als offenes Profil in T-Form, Doppel-T-Form, U-Form, C-Form oder sonstiger Form gestaltet sein. An den Enden des Mittelstücks (1) sind flache, quaderförmige Druckverteilungsplatten (2) angebracht.
2. Wärmedämmendes Bewehrungselement zur Aufnahme von Druckkräften nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass sich an den Enden des Mittelstücks (1) flache, quaderförmige Platten (2) befinden. Diese Platten (2) sind stoffschlüssig mit dem Mittelstück (1) verbunden. Die Platten dienen der Aufnahme bzw. Weiterleitung von Druckspannungen aus dem Beton in das Mittelstück (1).
3. Wärmedämmendes Bewehrungselement zur Aufnahme von Druckkräften nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Hohlraum (3) des Mittelstücks (1) mit einem geschlossenporigen Wärmedämmstoff ausgeschäumt ist.
4. Wärmedämmendes Bewehrungselement zur Aufnahme von Druckkräften nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das profilierte Mittelteil (1) und die Druckplatten (2) in den Betonkörper (4) hineinreichen und mindestens die Druckplatten (2) voll vom Beton umhüllt sind.
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