DE2001086B2 - Vorrichtung zur blendungsfreien Fahrzeugbeleuchtung - Google Patents
Vorrichtung zur blendungsfreien FahrzeugbeleuchtungInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur blendungsfreien Führung eines Fahrzeugs im Verkehr, bei
dem vor dem Fahrzeuglenker am oder im Fahrzeug ein zeitlich die Lichtdurchlässigkeit zum Fahrzeuglenker
ändernder Schirm vorgesehen ist.
Das blendungsfreiä Führen eines Fahrzeugs stellt bei der zunehmenden Motorisierung und bei der immer
größer werdenden Verkehrsdichte ein ersürebenswertes Ziel dar. Dies gilt besonders deshalb, weil
im Verkehr Unfälle sich oft dann ereignen, wenn ein Fahrzeuglenker geblendet wird.
Die Ausstrahlung von polarisiertem Licht durch die Scheinwerfer, wie sie in den VDI-Nachrichten,
Nr. 49/3, Dezember 1969, vorgeschlagen wurde, bringt
wenig Erfolg, weil einerseits das einfallende polarisierte Fremdlicht nicht weitgehend genug unterdrückt
werden kann, denn der für die Auslöschung erforderliche Winkel von 90° zwischen den Polarisationsebenen
des Lichtes und des Filters kann infolge der Fahrzeugbewegungen nicht eingehalten werden, und weil
andererseits alle im Verkehr befindlichen Fahrzeuge mit Polarisationsfiltern und polarisierten Lichtquellen
ausgerüstet werden müßten.
Die Verwendung von totalreflektierenden Prismen hat sich als nicht durchführbar erwiesen, da durch
diese die blendende Lichtquelle für den Beobachter ganz abgedeckt wird.
Aus der deutschen Patentschrift 918187 ist eine
Abblendevorrichtung für Kraftfahrzeuge bekannt, welche auf einem Schirm bewegliche dünne Bänder
nach der Art eines Sonnenschutzrolladens zum Zwecke einer intermittierenden Abschirmung des
Bildfeldes des Fahrers auf die Fahrbahn vorsieht. Die Bewegung dieser Bänder erfolgt mittels elektrischer
Impulse.
Durch mechanisch bewegte Einzelteile einer Abblendevorrichtung erfolgen die Öffnuugs- und Schließungsvorgänge
des Schirmes mit gewissen zeitlichen Verzögerungen, welche verglichen mit entsprechenden
Vorgängen eines rein elektronisch betriebenen Schirmes sehr groß sind. Im Hinblick auf die
sehe Entwicklung zu höheren
Fahrzeugen ist eine zeitliche ν er: nungs- und Schließvorgänge einer tung nachteilig.
Fahrzeugen ist eine zeitliche ν er: nungs- und Schließvorgänge einer tung nachteilig.
Abblendevorrichtungen mit derart bewegten Einzelteilen wie Blenden sind weiterhin aus USA.-Pa- '5
tentschrift 3 005374, deutsche Patentschrift 882384
und deutsche Patentschrift 833 787 bekannt, für die ebenfalls die oben aufgezeigten Nachteile gelten.
Es ist daher Aufgabe der vorliegend7n Erfindung, eine Vorrichtung zur bJendungsfreien Führung eines ao
Fahrzeugs der eingangs genannten Art anzugeben, die beim Wechsel zwischen Lichtdurc
Lichtundurchlässigkeit - verglichen mit ι Zeuggeschwindigkeiten — vernachlässigt
Zeitverzögerungen bewirkt.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß löst, daß der Schirm als feststehendes Filter ausgebildet
ist, das bei Bedarf, pulsartig und elektrisch gesteuert, ohne mechanische Bewegung zwischen nahezu
vollständiger und stark reduzierter Lichtdurchlä -sigkeil
schwankt.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung ist, da sie vüllelektronisoh
arbeitet und keine elektrisch oder magnetisch betätigten Antriebsvorrichtungen aufweist, sehr
einfach ausgebildet. Sie ermöglicht einen nahezu ver- 35 zögerungsfreien Betrieb, der keine Geräusche
sacht. Wegen ihres einfachen Aufbaus kai dungsgemäße Vorrichtung auch als Brille
sein, was bei den bekannten Anordnung! Fall ist. Es ist auch möglich, daß die ganze Wind- 40
schutzscheibe oder mindestens der vor dem Führer des Fahrzeugs gelegene Teil mit dem Schirm bedeckt
wird. Schließlich kann der Schirm auch noch als Aufsatz für eine normale Brille, die von einem mit einem
Augenfehler behafteten Fahrer getragen wird, vorge- 45 sehen sein.
In einer Weiterbildung der Erfindung wird vorgeschlagen, daß die Scheinwerfer des Fahrzeugs synchron
oder annähernd synchron mit der Lichtdurchlässigkeit des Schirmes Licht abgeben, derart, daß 5»
in den Zeitabschnitten, in denen der Schirm lichtdurchlässig ist, die Scheinwerfer Licht abgeben.
Die Aussendung von gepulstem Lichi als Blendschutzeinrichtung
ist allerdings an sich bereits aus der deutschen Auslegesrhrift 1 064 363 und der deutschen 55
Patentschrift 895431 bekannt.
Fig. 4 den zeitlichen Verlauf eines Fremdlichtpulses
F.
In F i g. 1 bedeutet 1 einen Schirm, der im wesentlichen aus einer dünnen Schicht aus einem Material,
insbesondere einem Halbleitermaterial, besteht, dessen Lichtdurchlässigkeit bzw. Lichtabsorption mittels
auf dieser aufgebrachter Elektroden und einer an 1 diese angelegten elektrischen Spannung gesteuert
werden kann. Diese Elektroden sind zweckmäßigerweise durchsichtige, leitende Folien. Die steuernde
Spannung wird von einem Impulsgenerator 2 geliefert, der in bestimmten zeitlichen Abständen Spannungs-
bzw. Stromimpulse abgibt. Der Impulsgenerator 2 wird von einem Steuergerät 3 gesteuert, das die
zeitliche Folge der Impulse und auch deren Höhe bzw. Stärke oder Form bestimmt. Die Scheinwerfer 4 des
Fahrzeuges sind nach der Erfindung mit Lichtquellen 5 ausgerüstet, die eine Folge von kurzen Lichtblitzen
erzeugen, deren Stärke, Dauer und zeitlicher Abstand so eingerichtet sind bzw. gesteuert werden, daß
die für das Auge des Fahrzeuglenkers wirksame mittlere
Beleuchtung der Fahrbahn und deren Umgebung die erforderliche Stärke hat. Auch diese Blitzlichtquellen
werden vom Steuergerät 3 gesteuert, und zwar so, daß dir Schirm 1 gerade so lange lichtdurchlässig
ist, wie der Lichtimpuls der Scheinwerferlampen 5 andauert,
so daß der Fahrzeuglenker die Fahrbahn und deren Umgebung im Mittel in ausreichend starker Beleuchtung
sehen kann. Die Impulse folgen mindestens so schnell aufeinander, daß die Trägheit des Auges
rf« Fahrzeuglenkers den Lichtwechsel nicht bemerkwerden
läßt.
ine Fotozelle 7, die an geeigneter Steile am Fahr-—^,
beispielsweise neben dem Schirm 1, angebracht ist, mißt das von entgegenkommenden Fahrzeugen
ausgestrahlte Licht nach Intensität und zeitlichem Verlauf, beispielsweise wenn dieses ebenfalls von impulsgesteuerten
Blitzlichtlampen stammt, und führt diese Meßergebnisse dem Steuergerät 3 zu. Dieses
wertet die Meßergebnisse mittels einer elektronischen Datenverarbeitungsschaltung so aus, daß die an den
Impulsgenerator 2 und an eine Impulsstromquelle S gegebenen Steuerimpulse in geeigneter Weise an die
Folge der Fremdlichtimpulse angepaßt werden, beispielsweise derart, daß der Schirm 1 während des
Auftretens der Fremdlichtimpulse immer gerade lichtundurchlässig ist. Ist das Fremdlicht nicht gepulst,
sondern ein Dauerlicht, so wird nach der Erfindung durch ein ausreichend kleines Verhältnis von Impuls-
;r der Beleuchtung dur.h die Scheinwerferlam-5
und der synchronen L ichtdurchlässigkeitsdauer zeitlicher: Abstand der Impulse, d. h. der Pulspe-
2, dafür gesorgt, daß nur ein diesem sogenannten
»Tasteverhältnis entsprechend geringer Anteil des Fremdlichtes durch den Schirm 1 in das Auge des
anHandd„
F i g. 1 ein Blockschaltbild der erfindungsgemäßen Vorrichtung,
Fig. 2 den zeitlichen Verlauf der Eigenlichtimpulse B, wobei b die Impulsdauer, T die Periode und
b/T das Tastverhältnis bezeichnet,
Fig. 3 den zeitlichen Verlaut der Absorption A des
Schirmes, wobei mit α die Dauer der Absorptionslücke bezeichnet ist,
...^1, W11UtIi nuuiien. auch Dei gepulstem Fremd-
licht kann durch geeignete Steuerung mittels des Steuergerätes
3 in Zusammenhang mit der Fotozelle 7 so viel Fremdlicht durch den Schirm 1 gelassen werden,
daß die Scheinwerfer der entgegenkommenden Fahrzeuge wahrgenommen werden können.
Als Zahlenbeispiel sollen folgende Werte zur näheren Erläuterung der Erfindung an Hand der F i g; 2
bis, 4 angegeben werden: Blitzlichtlampen können Lichtblitze von etwa b = 0,1 ms Dauer abgeben, de-
ren Lichtstärke bis zu lOOfach stärker als das normale
üleichlicht eines handelsüblichen Autoscheinwerfers ist. Folgen die Lichtblitze im zeitlichen Abstand von
T = 10 ms aufeinander, so wird für das Auge des Beobachters die mittlere Lichtintensität um den Faktor 10 ms/0,1 ms = 100 herabgesetzt, also der sonst
üblichen Intensität des Gleichlichtes angeglichen. Der zeitliche Verlauf der Lichtimpulse ist in Fig. 2 wiedergegeben. Die Absorption des Schirmes 1 wird nach
F i g. 3 durch die Steuerung, wie an Hand der Fig.!
bereits erläutert wurde, zeitlich so verändert, daß während der Dauer der Lichtimpulse der eigenen
Scheinwerfer 5 die Absorption gering, während der übrigen Zeit jedoch hinreichend stat k ist. Die Dauer a
der sogenannten Absorptionslücken wird zweckmäßigerweise etwas größer als die Dauer der Lichtimpulse
gemacht, damit bei geringfügigen zeitlichen Verschiebungen zwischen den beiden Impulsbereichen (Fig. 2
und 3) möglichst kein Licht für die Beobachtung der eigenen Fahrbahn verlorengeht.
Kommt ein Fahrzeug entgegen, dessen Scheinwerfer mit Oleichlicht betrieben werden, so gelangt infolge des Absorptionsverlaufes im Schirm nach F i g. 3
nur ein Bruchteil a/T des Fremdlichtes in das Auge des Beobachters, so daß keine Blendung auftritt.
Durch ein geeignetes Verhältnis der Abcjrptionslükken α zur Wiederholungszeit T und durch ein geeignetes Verhältnis der vollen Absorptionshöhe zur Restabsorption in der Lücke kann der Restbetrag des
Fremdlichtes auf einer Höhe gehalten werden, die eine blendungsfreie Wahrnehmung der entgegenkommenden Scheinwerfer gewährleistet.
Kommt ein Fahrzeug entgegen, dessen Scheinwerfer ebenfalls mit gepulstem Licht arbeiten, so nimmt
die Fotozelle 7 die Impulse auf und führt dem Steuergerät entsprechende Steuerimpulse zu. Liegen die
Fremdlichtimpulse zeitlich so, daß sie in die Zeit fallen, während der der Schirm die volle Absorption besitzt, wie in F i g. 4 dargestellt, so werden diese Lichiimpulse vom Beobachter hinter dem Schirm 1 nur
in einem stark reduzierten Maße wahrgenommen, welches von der Höhe der einfallenden Fremdlichtimpulse abhängt. Da die Pulse der Steuergeräte 3 in den
beiden Fahrzeugen im allgemeinen nicht synchron sind, wird sich die Lage der Fremdlichtimpulse gegenüber den Eigeniichtimpulsen und damit auch gegenüber den Absorptionslücken (Fig. 3) allmählich verschieben. Wenn die Fremdlichtimpulse schließlich
zeitlich in die Absorptionslücken fallen, würde annähernd das volle Fremdlicht in das Auge des Beobachters gelangen, und es würde eine Blendung auftreten.
Dies wird dadurch verhindert, daß das Steuergerät 3 die von der Fotozelle 7 aufgenommenen Impulse nach
F i g. 4 derart auswertet, daß bei zeitlicher Annäherung der Fremdlichtimpulse an die Absorptionslücken
die eigene Impulsfolge (Fig. 2 und 3) so verschoben wird, daß keine zeitliche DecKung
der Fremdlichtimpulse mit den Absorptionslücken auftritt.
Wenn mehrere gepulste Fremdlichtquellen entgegenkommen, deren Lichtpulse sich im allgemeinen
verschieden rasch oder gegenläufig zum eigenen Licht- bzw. Absorptionspuls verschieben, werden die
von der Fotozelle 7 gelieferten Lichtimpulse im Steuergerät 3 so ausgewertet, daß bei zeitlicher Annäherung eines Fremdlichtimpulses an die Absorptionslücke kurz vor dem Eintreten der zeitlichen
Deckung die zeitliche Lage des nächsten Absorptionsimpulses und dann auch die des Elgenlichtimpul-
. ses sprunghaft um einen passenden kleinen Zeitschritt
verschoben wird, und zwar in der Richtung auf den
sich nähernden Fremdlichtimpuls zu, so daß dieser die
Sind viele gepulste Fremdlichtquellen vorhanden, so ist es möglich, nur die jeweils stärksten Fremdlichtimpulse zu berücksichtigen, was durch einen auf die
von der Fotozelle 7 kommenden Impulse ansprechen-
den, an sich bekannten Amplitudendiskriminator erzielt werden kann. Im übrigen werden Fremdlichtimpulse, die sich in ihrer Frequenz von der des
Eigenlichtimpulses unterscheiden, nur wenige Male koinzidierende Impulse aufweisen, und es wird daher
is nur ganz kurzzeitig etwas Fremdlicht durch den
Schirm gelassen, so daß eine Blendung vermieden wird. Nur bei fast vollständigem Synchronismus beider
Pulse würde eine Blendung zu befürchten sein; der Synchronismus wird jedoch durch das vorstehend be-
•° schriebene Verfahren verhindert.
Die Steuerung mittels der Fotozellen wirkt übrigens in den erfindungsgemäßen Anlagen beider sich begegnender Fahrzeuge im gleichen Sinne, denn die
Phasensprünge der Pulse werden in beiden Anlagen
»5 bei zeitlicher Annäherung der Impulse im entgegengesetzten Zeitsinn erfolgen, d. h., die beiden Impulse
überspringen sich gegenseitig. Dies tritt allerdings auch nur dann ein, wenn die beiden Anlagen bezüglich
des Annäherungskriteriums genau gleich sind; an
dernfalls springt einer der beiden Pulse zuerst und
enthebt die andere Anlage der Notwendigkeit, einen Phasensprung auszuführen.
Das technisch wichtigste Element der erfindungsgemäßen Vorrichtung ist der Schirm 1. Es ist bekannt,
daß viel Stoffe, insbesondere Halbleiter, durch elektrische und/oder magnetische Einwirkung in ihrer
Lichtabsorption beeinflußt werden können. Beispielsweise beruht die Lichtabsorption darauf, daß die
in den Stoff einfallenden Lichtquanten ihre Energie
,40 entweder an bereits vorhandene Ladungsträger abgeben oder mittels ihrer Energie neue Ladungsträger
bilden.
Nach einer Weiterbildung der Erfindung wird durch
elektrische Einwirkung auf das Schirmmaterial die
Zahl bzw. Dichte der vorhandenen Ladungsträger so
verändert, daß zeitweise keine oder nur wenige Ladungsträgervorhanden sind, so daß einfallendes Licht
nicht oder nur wenig absorbiert wird und der Schirm durchsichtig erscheint. Diese Zeiten sind in Fi g. 3 als
Absorptionslücken gekennzeichnet. Während der übrigen Zeit sind im Schinnmaterial Ladungsträger in
großer Zahl vorhanden, die durch verschiedene, an sich bekannte Verfahren,z.B. durch Injektion mittels
geeigneter Kontakte und geeigneter elektrischer
Spannungen, oder durch Bildung von Trägerlawinen
oder durch andere Einwirkung elektrischer und/oder magnetischer Felder in das Schirmmaterial hineingebracht oder in ihm erzeugt werden.
Weise auch dadurch absorbiert werden, daß die Lichtquanten selbst Ladungsträger erzeugen. Diese entstehen dabei in der Regel paarweise, d. h., es entsteht
je ein negatives Elektron und ein positives Defektelektron. Die Energie der Lichtquanten muD minde-
stens so groß wie die zur Bildung eines Ladungsträgerpaares notwendige Energie (Paarbildungsenergie)
sein. Daher muß diese Paarbildungsenergie an die Wellenlänge der zur absorbierenden Strahlung ange-
5 8
paßt sein. Es gilt, wenn Ep die Paarbildungsenergie,
λ die Lichtwellenlänge, c die Lichtgeschwindigkeit und Jt das Plancksche Wirkungsquantum bezeichnet,
Ep - ftc/λ.
Die Paarbildungsenergie ist für unterschiedliche Materialien, insbesondere für Halbleiter verschieden,
und sie kann außerdem in einem vorgegebenen Material durch physikalische Einwirkung, z.B. durch
Druck, Temperatur, durch elektrische und/oder magnetische Felder in an sich bekannter Weise verändert
werden. Nach der Erfindung wird ein Material Mir den Schirm verwendet, dessen Paarbildungsenergie so
groß ist, daß die dazu passende Lichtwelienlänge etwas oberhalb (bzw. unterhalb) des sichtbaren Spektrums - oder eines für die Funktion der erfindungsgemäßen Einrichtung wesentlichen Teiles desselben -liegt. Diese Paarbildungsenergie wird durch eine physikalische Beeinflussung, vorzugsweise durch eine
elektrische Spannung bzw. durch das dadurch hervorgerufene elektrische Feld im Material um einen Betrag
verringert (bzw. vergrößert), der mindestens so groß
ist, daß die Paarbildungsenergie einer Wellenlänge des Lichtes entspricht, die etwas unterhalb (bzw. oberhalb) des interessierenden Spektralbereiches liegt.
Liegt die der Paarbildungsenergie entsprechende Wellenlänge oberhalb des interessierenden Spektralbereiches, so erzeugen die Lichtquanten, deren Wellenlängen in diesem Bereich liegen, Ladungsträgerpaare; sie werden also absorbiert, und der Schirm ist
lichtundurchläsijg. Wird die Paarbildungsenergie erhöht, so daß die entsprechende Wellenlänge unterhalb,
des interessierenden Spektralbereiches liegt, so reicht die Lichtquantenenergie in diesem Bereich nicht zur
Paarbildung aus; es werden keine Trägerpaare gebildet, der Schirm erscheint lichtdurchlässig. Je nach den
besonderen Eigenschaften des verwendeten Materials kann die Paarbildungsenergie durch die physikalische
Beeinflussung auch von einem größeren auf einen kleineren Wert verändert werden, wobei der erstere,
größere Wert wieder der unteren Grenze des interessierenden Spektralbereiches entspricht und der
S Schirm also im unbeeinflußten Zustand lichtdurchlässig ist und durch eine Beeinflussung des Schirmmaterials lichtundurchlässig gemacht wird.
Durch relativ kleine Änderungen der Paarbildungsenergie kann nach einer Weiterbildung des Er-
*° findungsgedankens auch erreicht werden, daß nur
Teile des sichtbaren Spektrums entweder durchgelassen oder absorbiert werden und so dadurch außer der
Intensitätsänderung des durch den Schirm gelangenden Lichtes auch eine Änderung der Farbe hervorge-
is rufen wird. Es kann beispielsweise durch eine kleine
Erhöhung der Paarbildungsenergie die Absorption im roten Bereich des sichtbaren Spektrums teilweise aufgehoben und die Farbe des Lichtes, die vorher wegen
des Fehlens der roten Komponenten z.B. blau er-
»o schien, jetzt durch Zusatz der roten Komponenten
nach Weiß oder Gelb hin verschoben werden. Eine weitere Möglichkeit ergibt sich dadurch, daß ein
Material gewählt wird, dessen Paarbildungsenergie einer Wellenlänge entspricht, die innerhalb des in
»5 Betracht kommenden Bereiches liegt, also z. B. der
grünen Farbe zugeordnet ist. Dann läßt der Schirm im unbeeinflußten Zustand die Komponenten zum
Rot hiu durch und absorbiert den zum violetten Ende des Spektrums hin gelegenen Teil, so daß das durch
gelassene Licht gelb bis rot erscheint. Durch Erniedrigen der Paarbildungsenergie werden die zum
roten Ende hin gelegenen Komponenten absorbiert. die Lichtfarbe verschiebt sich unter Abschwächung
der Intensität zum Rot hin; durch Erhöhen der
Paarbildungsenergie werden die zum violetten Ende
hm gelegenen Komponenten durchgelassen, das Lieh'
vird — bei steigender Intensität — weißer.
iO9 550/221
Claims (17)
- Patentansprüche:• l.^Yonichtung zur blendungsfreien Führung eines Fahrzeugs im Verkehr, bei dem vor dem Fahrzeuglenker am oder im Fahrzeug ein zeitlich die Lichtdurchlässigkeit zum Fahrzeuglenker ändernder Schirm vorgesehen ist, dadurch gekennzeichnet, daß der Schirm (1) als feststehendes Filter ausgebildet ist, das bei Bedarf, pulsartig und elektrisch gesteuert, ohne mechanische Bewegung zwischen nahezu vollständiger und stark reduzierter Lichtdurchlässigkeit schwankt.
- 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Scheinwerf <vr des Fahrzeugs synchron oder annähernd synchron mit der Lichtdurchlässigkeit des Schirmes Licht abgeben, derart, daß in den Zeitabschnitten, in denen der Schirm lichtdurchlässig ist, die Scheinwerfer Licht abgeben.
- 3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das ein Tastverhältnis bildende Verhältnis zwischen der Zeitdauer hoher Lichtdurchlässigkeit und der Zeitdauer fast vollständiger Lichtundurchlässigkeit des Schirmes 0,1 bis 0,00! beträgt.
- 4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Tastverhältnis veränderbar ist.
- 5. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Frequenz des zeitlichen Verlaufs der Lichtdurchlässigkeit des Schirmes veränderbar ist.
- 6. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 3 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Veränderung der Frequenz der Lichtdurchlässigkeit des Schirmes, der Zeitdauer, während der die Scheinwerfer Licht abgeben, des Tastverhältnisses und der Amplitude der Lichtdurchlässigkeitskurve und des von den Scheinwerfern abgegebenen Lichts durch ein Steuergerät erfolgt.
- 7. Vorrichtung nach Anspruch 6. dadurch gekennzeichnet, daß das Steuergerät mit einem fotoelektrischen Empfänger, insbesondere einer an einer geeigneten Stelle des Fahrzeugs angebrachten Fotozelle, verbunden ist, der das Fremdlicht, insbesonc' *re das Licht von entgegenkommenden Fahrzeugen, aufnimmt und dieses nach Intensität und zeitlichem Verlauf in Form elektrischer Signale an das Steuergerät weitergibt.
- 8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß das Steuergerät die elektrischen Signale auswertet, derart, daß bei gepulstem Fremdlicht in dessen Beleuchtungszeit der Schirm lichtundurchlässig ist und die Scheinwerfer nicht leuchten.
- 9. Vorrichtung nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, daß das Steuergerät nur die von den hellsten Fremdlichtquellen stammenden fotoelektrischen Signale auswertet.
- 10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß der Schirm mindestens den vor dem Fahrzeuglenker gelegenen Teil der Windschutzscheibe bedeckt.
- 11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß der Schirm als eine vom Fahrzeuglenker aufsetzbare Brille ausgebildet ist.
- 12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß der Schirm in einer Brille, in diese einsetzbar, angeordnet ist.
- 13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß der Schirm aus einer Schicht aus Halbleitermaterial besteht, deren Vorder- und Rückfläche je mit einer durchsichtigen leitenden Folie bedeckt ist.
- 14. Verfahren zur Veränderung der Lichtdurchlässigkeit des Schirmes nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß die Lichtabsorption der Schicht aus Halbleitermaterial durch Herstellung elektrischer Felder in der Schicht aus Halbleitermaterial verändert wird.
- 15. Verfahren zur Veränderung der Lichtdurchlässigkeit der Schicht aus Halbleitermaterial nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, daß in der Schicht aus Halbleitermaterial die Anzahl der freien Ladungsträger erhöht oder erniedrigt wird.
- 16. Verfahren zur Veränderung der Lichtdurchlässigkeit der Schicht au·. Halbleitermaterial nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, daß in der Schicht aus Halbleitermaterial die Paarbildungsenergie erhöht oder erniedrigt wird.
- 17. Verfahren zur Veränderung der Lichtdurchlässigkeit der Schicht aus Halbleitermaterial nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, daß in der Schicht aus Halbleitermaterial die Anzahl der freien Ladungsträger und die Paarbildungsenergie erhöht oder erniedrigt werden.
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