DE20007052U1 - Roller mit Vorder- und Hinterradlenkung - Google Patents
Roller mit Vorder- und HinterradlenkungInfo
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- B62—LAND VEHICLES FOR TRAVELLING OTHERWISE THAN ON RAILS
- B62K—CYCLES; CYCLE FRAMES; CYCLE STEERING DEVICES; RIDER-OPERATED TERMINAL CONTROLS SPECIALLY ADAPTED FOR CYCLES; CYCLE AXLE SUSPENSIONS; CYCLE SIDE-CARS, FORECARS, OR THE LIKE
- B62K3/00—Bicycles
- B62K3/002—Bicycles without a seat, i.e. the rider operating the vehicle in a standing position, e.g. non-motorized scooters; non-motorized scooters with skis or runners
-
- B—PERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
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Description
Roller mit Vorder- und Hinterradlenkung
Beschreibung
Die Erfindung betrifft einen Roller, also ein zwei- oder mehrrädriges, einspuriges, muskelbetriebenes Rollfahrzeug, das insbesondere zum Freizeitgebrauch, aber auch zur Fortbewegung im städtischen Bereich, genutzt werden kann, gemäß Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
Roller, wie sie insbesondere für Kinder und Erwachsene als Sport- und Freizeitgerät bekannt sind, werden üblicherweise durch ein Abstoßen des eines Beines auf dem Boden angetrieben, während die Lenkbewegung mittels einer fahrradähnlichen Lenkstange mit Lenker, ausschließlich auf das Vorderrad wirkend, von Hand eingeleitet wird. Aufgrund dieser Bauweise ist zum Wenden des Fahrzeuges ein Wendekreis erforderlich, der, bei üblichem Gebrauch, mindestens dem doppelten Radstand des Fahrzeuges entspricht. Weiterhin verfolgt das Hinterrad derartiger Roller nicht exakt die Spur des Vorderrades, was ein gezieltes Umfahren von Hindernissen, mit Abschätzung beider Spuren der Lauf Räder, erschwert.
Ein derartiger Roller ist z.B. aus der DE 195 14 028 Al bekannt. Bei diesem ist nachteilig die eingeschränkte Wendigkeit durch nur eine angelenkte Achse.
Roller mit zwei gelenkten Achsen sind im allgemeinen wie in den DE 92 12 041 Ul, DE 94 03 583 Ul und DE 94 03 582 Ul beschrieben ausgebildet. D.h., dass das Auslenken der hinteren Achse durch eine Gewichtsverlagerung und die daraus resultierende Schrägstellung des Standbrettes eingeleitet wird. Dabei ist die Hinterachse, bekannt aus dem Skateboardbereich, mit zwei Laufrädern bestückt, um durch zwei Aufstandpunkte den Lenkeinschlag auszulösen. Nachteilig ist hier die relativ ungenaue Kontrolle der hinteren Spurführung, die nur über die Füße auf das Standbrett erfolgt. Durch die unabhängige Auslenkung beider Achsen kann es zu einem aus-der-Spur-Fahren des hinteren zum vorderen Teil des Rollers kommen, was den Geradeauslauf negativ beeinflusst. Die Wendigkeit bei dieser Art der zweiachsigen Steuerung wird nur geringfügig erhöht und die bauartbedingt kleinen hinteren Laufrollen beschränken das Einsatzgebiet des Fahrzeuges auf sehr ebenes Gelände.
Aus der DE 41 24 165 Al ist eine Hinterradsteuerung für gezeigt, die ebenfalls im Prinzip der Gewichtsverlagerung angelenkt wird. Hierbei handelt es sich allerdings um einspurig aufgebautes Fahrzeug. Die Nachteile liegen auch der unabhängigen Auslenkung beider Achsen, was zum bereits genannten schlechteren Geradeauslaufverhalten führt und zur nur geringfügig beeinflussten Wendigkeit durch den geringen hinteren Lenkeinschlag.
Die DE 34 42 193 Al zeigt ein Rollgerät, welches durch zwei aus dem Skateboardbereich bekannten Achsen mit je zwei Räder gesteuert wird. Dabei verhält sich der Lenkeinschlag beider Achsen durch ihren spiegelsymmetrischen Aufbau gegengleich, was die Spurgenauigkeit gegenüber den oben genannten Rollern erhöht. Allerdings ist die Ansteuerung beider Achsen ausschließlich durch Gewichtsverlagerung für einen kontrollierten Geradeauslauf oder Richtungsänderung eher von Nachteil. Auch die Wendigkeit verschlechtert sich aufgrund der geringen Lenkeinschläge und das Einsatzgebiet wird durch die bauartbedingt kleinen Rollen eingeschränkt. Bei allen genannten Rollern, die den Stand der Technik darstellen, ist zudem, zum Antrieb ein Abstoßen des Beines auf dem Boden nötig.
Die DE 197 24 360.6-09 zeigt einen Roller mit Vorder- und Hinterradlenkung, dessen beide Räder mittels eines Seilzuges gegengleich angelenkt werden. Hier ist ein fester Rahmen, mit zwei fahrradähnlichen Gabeln vonnöten um die Auslenkung zu erzeugen. Die bauartbedingte Größe und das resultierende Gewicht machen den Roller zu unhandlich um ihn in einer Tasche oder im Rucksack zu transportieren.
Der Erfindung liegt somit die Aufgabe zugrunde, einen Roller zu schaffen, mit dem ein wendiges, kontrolliertes und sicheres Vorankommen, mit und ohne Kontakt des Beines mit dem Boden, möglich ist. Dabei ist auch die wirtschaftliche Herstellung, die einfache Reparatur und die Verwendung ressourcenfreundlicher Materialien zu berücksichtigen.
Diese Aufgabe wird durch einen Roller, o.g. Gattung mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen sind in den Unteransprüchen gekennzeichnet.
Demgemäss weist der erfindungsgemäße Roller eine im wesentlichen in gleicher Weise wie die Vorderradaufhängung, schwenkbare Hinterradaufhängung auf, die eine Lenkbewegung gegengleich der Vorderradgabel ausführt. Dies ermöglicht die Halbierung des Wendekreises gegenüber herkömmlichen Rollern in bezug auf deren Radstand und Lenkeinschlag. Die so erzielte Wendigkeit ermöglicht das Wenden auf engem Raum, zum Beispiel auf einem Bürgersteig, ohne die Fahrt zu unterbrechen. Weiterhin folgt die Spur des Hinterrades in Kurvenfahrt der des Vorderrades, was ein exaktes und sicheres Umfahren von Hindernissen ermöglicht. Aufgrund der Abhängigkeit der Steuerbewegungen von Vorderrad und Hinterrad und deren Ansteuerung durch eine fahrradübliche Lenkstange mit Lenker lässt sich die Fahrt genau kontrollieren und damit die Betriebssicherheit optimieren.
Durch den Spurverlauf beider Räder und der daraus resultierenden Bewegung des Standsbrettes bei rhythmischer Kurvenfahrt ist es zudem möglich, sich ohne körperlichen Kontakt zum Boden durch eine um die Hochachse schwingende Bewegung des Körpers und dementsprechend wechselnden Lenkeinschlag, voranzutreiben. Dies stellt eine Steigerung der Leistungsfähigkeit und des Vergnügungswertes dar.
• ·
Ein spiegelsymmetrischer Aufbau der beiden Radaufhängungen ermöglicht die vorteilhafte Verwendung zweier gleichartiger Bauteile, was sich vorteilhaft auf die Herstellung und die Lagerung der Ersatzteile auswirkt.
Die Ausgestaltung des Rahmens durch zwei Achsschenkel die die Lenkbewegung des Vorderrades auf das Hinterrad übertragen und gleichzeitig als stabiles Element dienen macht eine Verwendung von fahrradähnlichen Gabeln und einem festen Rahmen überflüssig und verringert so Gewicht und Baugröße.
Durch das Versetzen der Achse des Vorderrades von der gedachten Verbindungslinie zwischen den vorderen Aufhängungspunkten der Achsschenkel nach vorn, beim Hinterrad spiegelsymmetrisch, wird ein besserer Geradeauslauf erreicht, da sich der Roller in Kurvenfahrt vom Boden wegdrücken muss und so eine rückstellende Kraft auf den Lenkeinschlag wirksam wird. Des weiteren vereinfacht diese Ausgestaltung den Wechsel des Rades, da sich die Achse nicht mehr hinter den Achsschenkeln befindet.
Nachfolgend wird die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispieles unter Bezug auf die Zeichnung näher erläutert.
Es zeigen:
Fig. 1 : Draufsicht des Rollers in Geradeausfahrt
Fig. 2 : Draufsicht des Rollers in Kurvenfahrt
Fig. 3 : Seitenansicht des Rollers
Fig. 4 : Perspektivische Ansicht des Rollers in Geradeausfahrt
Fig. 5 : Perspektivische Ansicht des Rollers in Kurvenfahrt
Fig. 6 : schematische Darstellung des Rollers in Geradeausfahrt
Fig. 7 : schematische Darstellung des Rollers in Kurvenfahrt
Fig. 8 : schematische Darstellung der vorderen Radaufhängung
In Fig. 1 ist ein Roller in Draufsicht dargestellt, der einen Rahmen bestehend aus zwei Achsschenkeln (1), (2) aufweist. An den vorderen und hinteren Enden sind jeweils ein Achsgelenk (5), (6), (7), (8) um die Hochachse schwenkbar vorgesehen, die an den Achsen der Räder (3), (4) montiert sind. Zwischen den Achsschenkeln (1), (2) sind zwei Querträger (9), (10) drehbar gelagert, die mittig eine ebenfalls drehbare Lagerung für das Standbrett aufweisen. Eine über den Lenker (13) und die Lenkstange (12) auf das Vorderrad (3) ausgelöste Lenkbewegung wird durch die gekreuzte Ausführung der beiden Achsschenkel (1), (2) so auf das Hinterrad (4) übertragen, dass dieses eine entgegengesetzte Lenkbewegung ausführt, während das Standbrett (11) in der Position zwischen den beiden Rädern (3), (4) verharrt. Durch das Einlenken, sowohl des Vorderrades (3) als auch des Hinterrades (4), ergibt sich ein sehr kleiner Wendekreis und damit eine sehr gute Manövrierfähigkeit des Rollers.
Fig. 2 zeigt den Roller ebenfalls in Draufsicht, jedoch im Zustand der Kurvenfahrt. Hier ist zu erkennen, wie die gegengleiche Lenkbewegung vom Vorderrad (3) über die beiden vorderen Achsgelenke (5), (6) und die beiden Achsschenkel (1), (2) auf die hinteren Achsgelenke (7), (8) und so auf das Hinterrad (4) übertragen wird. Ebenfalls ist zu erkennen, dass durch die Lagerung des Standbrettes (11) auf den beiden Querträgern (9), (10) dieses in seiner Position zwischen den Rädern statisch bleibt.
In Fig. 3 sieht man den Roller in der Seitenansicht bei Gradeausfahrt. Hier werden die Positionen deutlich, in denen sich die linken Achsgelenke (6), (8) befinden und wie die Kreuzung im Verlauf der beiden Achsschenkel (1), (2) stattfinden kann. Im vorderen Teil sieht man die Anbringung des Lenkbügels (14) an der Achse des Vorderrades (3) mit der darauf befindlichen Lenkstange (12) und dem Lenker (13). Hier wird die kompakte Bauart und deren minimierte Ausmaße deutlich.
Fig. 4 zeigt den Roller in perspektivischer Darstellung in Geradeausfahrt. Zur Verdeutlichung der Führung der beiden Achsschenkel (1), (2) ist hier das Standbrett (11) mit den Querträgern (9), (10) transparent dargestellt.
Fig. 5 zeigt ebenfalls eine perspektivische Darstellung des Rollers jedoch in Kurvenfahrt. Auch hier sind die beiden Achsschenkel (1), (2) ist hier das Standbrett (11) mit den Querträgern (9), (10) transparent dargestellt.
Fig. 6 ist eine schematische Darstellung des Hebelprinzips in Draufsicht geradeausfahrend. Hier werden die Längen- und Breitenverhältnisse deutlich, in denen sich die Drehpunkte der Achsschenkel (1), (2) und die Drehpunkte der Querträger (9), (10) befinden müssen, um die gegengleiche Lenkbewegung der Räder (3), (4) bei ruhendem Standbrett (11) zu ermöglichen.
In Fig. 7 sieht man die schematische Darstellung des Hebelprinzips in Draufsicht bei Kurvenfahrt. Hier zeigt sich der Einschlag beider Räder (3), (4) und der proportionale Einschlag der Querträger (9), (10) bei ruhendem Standbrett (11).
Fig. 8 zeigt die schematische Darstellung der nach vorne versetzten Achse des Vorderrades (3) nach Anspruch 9.
Be zug s zeichenliste
| 1. | Achsschenkel |
| 2. | Achsschenkel |
| 3. | Vorderrad |
| 4. | Hinterrad |
| 5. | Achsgelenk, vorne, rechts |
| 6. | Achsgelenk, vorne, links |
| 7. | Achsgelenk, hinten, rechts |
| 8. | Achsgelenk, hinten, links |
| 9. | Querträger vorn |
| 10. | Querträger hinten |
| 11. | Standbrett |
| 12. | Lenkstange |
| 13. | Lenker |
| 14. | Lenkbügel |
Claims (9)
1. Roller, insbesondere einspuriges, zweirädriges, muskelbetriebenes Rollfahrzeug, mit einem Rahmen und einem darauf befestigten Standbrett, wobei am Rahmen ein Vorderrad angebracht ist, das durch eine fahrradähnliche Lenkstange mit Lenker geschwenkt werden kann, und wobei das Hinterrad am hinteren Teil des Rahmens angebracht ist, dadurch gekennzeichnet,
a) dass der Rahmen aus zwei beweglichen gekreuzten Achsschenkeln (1), (2) besteht, an deren Enden die Räder (3), (4) um die Hochachse schwenkbar befestigt sind.
b) dass die beiden Räder für eine gegengleiche Lenkbewegung ausgebildet sind.
2. Roller nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass an den Rädern beidseitig Achsgelenke (5), (6), (7), (8) befestigt sind, an denen die zwei gekreuzten Achsschenkel (1), (2) schwenkbar gelagert sind.
3. Roller nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Räder (3), (4) mit den daran befestigten Achsgelenken (5), (6), (7), (8) spiegelsymmetrisch ausgebildet sind.
4. Roller nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Lenkbewegung, ausgelöst über den Lenker (13) und Lenkstange (12) auf den Lenkbügel (14), vom Vorderrad (3) zum Hinterrad (4) über die beiden gekreuzt ausgebildeten Achsschenkel (1), (2) gegengleich übertragen wird.
5. Roller nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass sich zur Befestigung des Standbrettes (11) zwischen den Achsschenkeln (1), (2) schwenkbar gelagerte Querträger (9), (10) befinden, an denen mittig das Standbrett (11) gelagert ist.
6. Roller nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass an zwei Querträgern (9), (10) zur Lagerung des Standbrettes (11) je ein Standbrett für jedes Bein des Fahrers befestigt ist.
7. Roller nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Fahrtrichtungsänderung mittels einer Verdrehung der beiden Standbretter durch die Beine des Fahrers ausgelöst wird und so auf eine Lenkstange (12) mit Lenker (13) verzichtet werden kann.
8. Roller nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Lenkstange (12) mit Lenker (13) um die Radachse schwenkbar gelagert ist und der Roller so zum Transport verkleinert werden kann.
9. Roller nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Achsen der Räder (3), (4) von der von der gedachten Verbindungslinie der Lagerung der Achsschenkel (1), (2) beim Vorderrad nach vorn und beim Hinterrad nach hinten versetzt werden. Dadurch wird ein besserer Geradeauslauf erzielt und ein einfacheres Wechseln der Räder (3), (4) erleichtert, da sich die Befestigung nicht mehr hinter den Achsschenkeln (1), (2) befindet.
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Cited By (4)
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2000
- 2000-04-17 DE DE20007052U patent/DE20007052U1/de not_active Expired - Lifetime
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| R207 | Utility model specification |
Effective date: 20001012 |
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| R156 | Lapse of ip right after 3 years |
Effective date: 20031031 |