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Speicher mit Remanenzverhalten Elektronische Speicher bestehen im
wesentlichen aus zwei Transistoren, die untereinander so geschaltet sind, daß jeweils
ein Transistor leitend und der andere gesperrt ist. Bei einem Ausfall der Speisespannung
geht'eine in diesem Speicher enthaltene Information verloren, da bei Wiederkehr
der Speisespannung der Speicher nicht unbedingt die gleiche Lage einnimmt, wie er
sie vor dem Ausfall der Speisespannung eingenommen hatte.
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Um sicherzustellen, daß die vor Ausfall einer Spannung eingenommene
Lage eines derartigen elektronischen Speichers nach Wiederkehr der Spannung wieder
eingenommen wird, ist es bekannt, einen magnetisierbaren Kern in die Verbindungsleitung
der beiden Kollektoren der zum Speicher zugehörigen Transistoren einzuschalten (AEG-Mitteilungen
52, 1962, Seite 125 bis 128). Beim Einhalten bestimmter Bedingungen über die Geschwindigkeit
der Abnahme der Speisespannung bzw. über die Reihenfolge des Aus- bzw. Einschaltens
von positiver und negativer Speisespannung für den Speicher wird mit diesem Baustein
gewährleistet, daß der Speicher nach einem Spannungsausfall in seine vorherige Lage
zurückkehrt. Die zum Einschalten des Eisenkernes mit rechteckiger Magnetisierungscharakteristik
notwendige Zusatzschaltung bedingt für einen derartigen Speicher jedoch bestimmte
schaltungsmäßige Verbindungen, die zusätzlich vorgesehen werden müssen, so daß die
zu dem Speicher gehörigen Bauelemente insgesamt nicht nur einen größeren Raum auf
einem Print einnehmen, sondern auch von vornherein in die Schaltung eingeplant sein
messen. Die einfache Erweiterung eines normalen Speichers ohne Remanensverhalten
durch Einfügen zusätzlicher Bauelemente in jede Speicherschaltung ist daher unwirtschaftlich.
Eine bessere Lösung ergibt sich, wenn man die Bauelemente zur Erzielung des Remanenzverhaltens
in einem Zusatar baustein anordnet. Dies hätte gegenüber der erstgenannten
Schaltung
den wesentlichen Vorteil, daß der ZusatzbousteW r die verschiedensten Speicheranordnungen,
Zähler, Register, dynamische oder statische Ansteuerung eingesetzt werden und auch
an einer anderen Stelle des Steuerschrankes als der Speicher angeordnet werden kann.
Ein derartiger Zusatzbaustein führt nach jeder Wiederkehr der Steuerspannung den
Hauptspeicher nach, falls dieser zunächst die falsche Speicherlage einnehmen sollte.
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Außerdem bedingen derartige Zusatzbausteine besondere Anforderungen
an die Reihenfolge des Ein- und Ausschaltens der Steuer-und Speisespannungen. Es
muß z.B. eine.bestimste Reihenfolge beim Ein- und Ausschalten gewährleistet sein
und außerdem dürfen bestimmte Anstiegs- bzw. Abfallzeiten beim Ein- und Ausschalten
der Speisespannung nicht überschritten werden.
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Aufgabe der Erfindung ist es, einen Speicher mit Remanenzverhalten
zu schaffen, bei dem diese an die Ein- und Ausschalt geschwindigkeit und Reihenfolge
zu stellenden Forderungen nicht mehr erfüllt sein müssen, so daß eine wesentlich
einfachere Schaltung für die Spannungsversorgung vorgesehen werden kann.
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Zusätzlich ergibt der Gegenstand der vorliegenden Erfindung den Vorteil,
daß er mit und ohne zusätzlichen elektronischen Speicher betrieben werden kann.
Wird der Speicher mit Remanenzverhalten als Zusatzbaustein zu einem elektronischen
Speicher eingesetzt, so ist gewährleistet, daß dieser elektronische Speicher von
vornherein die richtige Lage bei Wiederkehr der Steuer- bzw. Speisespannung einnimmt.
Ein Nachfuhren dieses Speichers abhängig von einer zunächst (willkürlich) eingenommenen
Stellung in die zuletzt eingenommene Stellung vor Ausfall der Steuer- bzw. Speisespannung
wird damit überflüssig, weil schon bei kleinen Werten der wiederkehrenden Versorgungsspannung
ein Signal an einem Eingang den elektronischen Speicher in die einzunehmende Laee
schaltet.
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Die Erfindung betrifft damit einen Speicher mit Remanenzverhalten
entsprechend dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1. Das Neue besteht erfindungsgemäß
in der im Kennzeichen des Patentanspruchs 1 enthaltenen technischen Lehre.
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Ein Ausführungsbeispiel für den erfindungsgemäßen Speicher mit Remanenzverhalten
ist in Fig. 1 dargestellt. Fig. 2 zeigt die
Schaltung bei Zusammenarbeit
mit einem elektronischen Speicher.
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Der Speicher 1 mit Remanenzverhalten enthält im wesentlichen ein Relais
2 mit einem Umschaltkontakt 3. Das Relais 2 besitzt zwei Wicklungen und ist eo aufgebaut,
daß es in Jeder der beiden Endlagen verharrt, wenn über keine der Wicklungen ein
Strom fließt.
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Je ein Anschluß beider Wicklungen sind miteinander verbunden.
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Der Verbindungspunkt ist an eine Klemme Kl des Speichers 1 geführt.
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Diese Klemme K1 ist mit positivem Potential P der Speisespannungsquelle
verbunden. Parallel zu Jeder Wicklung des Relais 2 liegt eine Diode Dl bzw. D2.
Diese Dioden D1 und D2 dienen zur Begrenzung der Abschaltspannung der Relaiswicklungen.
In Reihe zu dem freien Anschluß jeder Wicklung des Relais 2 ist der Ausgang eines
NOR-Gatters N1 bzw. N2 geschaltet. Beide NOR-Gatter besitzen zwei Eingänge, von
denen je einer an eine Eingangsklemme E3 angeschlossen ist. Der zweite Eingang des
NOR-Gatters Nl ist an eine Eingangsklemme El und der zweite Eingang des NOR-Gatters
N2 an eine Eingangsklemme E2 geführt. Die Eingangsklemme E3 ist an den Ausgang einer
Grenzwertstufe G angeschlossen, deren Eingang mit dem positiven Potential P und
dem negativen Potential N der Speisespannungsquelle verbunden ist. Für den Fali,
daß eine Richtimpulsstufe ohnehin vorhanden ist, die bei ansteigender Spannung für
eine bestimmte Zeit ein Ausgangssignal abgibt, läßt sich diese anstelle der Grenzwertstufe
einsetzen. Für die abfallende Spannung kann man anstelle des Sperrsignals das Relais
so auslegen, daß die zum Schalten des Relais notwendige Spannung über der Mindestbetriebsspannung
der übrigen Bauelemente liegt. Das negative Potential N (es kann auch ein anderes,
als Signal verwendet es Potential sein) der Speisespannungsquelle steht außerdem
in Verbindung mit einer Ausgangsklemme AS, die über einen Strombegrenzungswiderstand
R mit dem mittleren Anschluß des Kontaktes 3 des Relais 2 verbunden ist. Dieser
Kontakt 3 ist als Umschaltkontakt ausgebildet. Die äußeren Anschlüsse dieses Umschaltkontaktes
sind an die Ausgangsklemmen Al bzw. A2 geführt.
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Damit besitzt die Schaltung folgende Wirkungsweise: Abhängig von den
anliegenden Spannungen an den Eingangsklemmen El und E2 erhält die eine oder andere
Wicklung des Relais 2 Spannung, wenn eine genügend hohe Speisespannung zwischen
dem positiven
Potential P und dem nagetiven Rotential N anliegt,
so daß die Grenzwertstufe G kein Signal an die Eingangsklemme E3 gibt.
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Abhängig von der Schaltstellung des Relais 2 nimmt der Kontakt 3 eine
seiner beiden möglichen Lagen ein, so daß das negative Potential N abhängig von
der Stellung des Relais 2 entweder an der Ausgangsklemme Al oder an der Ausgangsklemme
A2 anliegt.
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Unterschreitet die Spannung der Speisespannungsquelle zwischen dem
positiven Potential P und dem negativen PotentiL N einen bestimmten, durch die Grenzwertstufe
G gegebenen Wert, so erscheint am Ausgang der Grenzwertstufe G ein Signal, das an
Je einen Eingang der NOR-StuSe NI und der NOR-Stufe N2 weitergegeben wird, Da diese
NOR-Stufen nur ein Ausgangssignal abgeben, wenn keiner der beiden Eingänge ein Signal
führt, kann von diesem Augenblick an keine Spannung mehr an eine der Wicklungen
des Relais 2 gelegt werden, Damit ist sichergestellt, daß unabhangig von der Geschwindigkeit
der weiteren Abnahme der Speisespannung das Relais 2 in seiner vorher eingenommenen
Lage beharrt. Pür den Fall, daß man eine Grenzwert stufe für mehrere Speicher 1
mit Remanenzverhalten verwendet, ist sichergestellt, daß in einer Steueranlage zu
einem bestimmten Zeitpunkt bei Abnahme der Speisespannung sämtliche Speicher mit
Remanenzverhalten gesperrt werden.
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Das gleiche gilt für den Einschaltvorgang, da bis zum Erreichen einer
Mindestspannung an der Eingangskleimne E3 ein Signal vorhanden ist, so daß das Relais
2 nicht geschaltet werden kann.
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In Pig. 2 ist nun die Schaltung des Speichers imit Remanenzverhalten
als Zusatz zu einem elekronischen Speicher ES dargestellt.
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Gleiche Teile sind mit gleichen Bezugszeichen wie in Fig. 1 bezeichnet.
im Unterschied zu Fig. 1 liegt hier am Ausgang der Grenzwertstufe G zusätzlich die
Ausgangsklemme A3, außerdem sind die Ausgangsklemmen Al und A2 mit den Eingangsklemmen
E4 und 35 des elektronischen Speichers ES verbunden. Die Ausgangsklemmen A4 und
A5 des elektronischen Speichers ES sind an die Eingangskletnmen Ei und E2 des Speichers
1 mit Remanenzverhalten angeschlossen.
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Die Verbindung zwischen den Ausgangsklemmen A4 und AS des elektronischen
Speichers ES mit den Eingangsklemmen E2 und El des
Speichers 1 mit
Remanenzverhalten gewährleistet, daß im normalen Betrieb die Stellung des Relais
2 mit der Lage des; elektronischen Speichers ES übereinstimmt. Da hierbei die Spelsespannung
einen ausreichenden Wert besitzt legt ketn Signal der Ausgangsklemme A3, so daß
auch an den Ausgangsklemmen A1 und A2 Speichers 1 und an den Eingangsklemmen E4
und E5 des elektronischen Speichers ES kein Signal vorhanden fst. ist Arbeitsweise
des elektronischen Speichers E5 wird also von dem Speicher 1 mit Remanenzverhalten
nicht beeinflußt. Unterschreitet jedoch die Speisespannung einen bestimmten Wert,
so gibt wiederum die Grenzwertstufe G ein Signal ab, das sowohl an die Eingangsklenmie
E3 als auch an die Ausgangsklemme A3 des Speichers 1 mit Remanenzverhalten gelangt.
Das Signal an der Eingangsklemme E3 hat zur Folge, daß keine weitere Schaltung des
Relais 2 stattfinden kann.
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Das Signal an der Ausgangsklemme A3 des Speichers 1 bewirkt, daß auch
der elektronische Speicher ES in seiner Stellung verbleibt, da an einem seiner beiden
Eingänge E4 oder ES ständig Signal ansteht, so weit noch Spannung vorhanden ist.
Das Sperren des elektronischen Speichers ist jedoch ohne Bedeutung für die vom elektronischen
Speicher nach Spannungswiederkehr einzunehmende Lage.
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Aus diesem Grunde genügt es auch, bei abfallender Spannung das Schalten
des Relais 2 dadurch zu verhindern, daß die notwendige Spannung zum Schalten des
Relais höher gewählt wird als die notwendige Betriebsspannung der übrigen Bauelemente.
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Bei Wiederkehr der Speisespannung bleibt, wie beschrieben, das Relais
2 in seiner vorher eingenommenen Lage, so daß während der Wiederkehr der Spannung
ein Eingang des elektronischen Speichers ES ständig Signal erhält. Nach Uberschreiten
der Spannung, die durch die Grenzwertstufe G festgelegt ist, arbeitet der elektronische
Speicher ES wieder ohne Beeinflussung durch den Speicher 1 mit Remanenzverhalten.
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Bei einem häufig oder mit hoher Geschwindigkeit geschaltetem elektronischen
Speicher kann während des Betriebes das ständige Nachführen des Relais 2 durch ein
Signal an der eingangsklemme E3 unterbunden werden. Allerdings muß dieses Signal
vor Abschaltung der Speisespannung zum Verschwinden gebra-cht werden, Ein derartiges
Signal kann auch abhängig von der Eingangsfrequenz
des elektronischen
Speichers an die Eingangsklemme E) angelegt werden.