DE2060794A1 - Vorrichtung zur Kompensation von Bruchkraeften an Anlagenkomponenten und Gebaeuden,insbesondere in Kernkraftwerken - Google Patents
Vorrichtung zur Kompensation von Bruchkraeften an Anlagenkomponenten und Gebaeuden,insbesondere in KernkraftwerkenInfo
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Description
SIEKENS AKTIEIiGESELISCHAi1T Erlangen, 9-12.70
Berlin und München Werner-von-Siemens-Straße
Unser Zeichen: VPA 70/9450 Mes/Di
Vorrichtung, zur Kompensation von Bruchkräften an Anlagenkomponenten
und Gebäuden, insbesondere in Kernkraftwerken
Bei Auftreten eines Bruches, beispielsweise in druckführenden Rohrleitungen oder Komponenten einer Anlage, wie insbesondere
einem Kernkraftwerk, treten kurzzeitig sehr hohe Kräfte auf. Es können dadurch die Komponenten aus ihrer Verankerung gerissen
werden und große Folgeschäden verursachen. Dabei ist es besonders wichtig, daß die Sicherheitshülle des Reaktorgebäudes nicht
durchschlagen wird. Dies soll jedoch im allgemeinen durch Abstützvorrichtungen verhindert werden, die die Kräfte in die
Fundamente ableiten. Diese Abstützvorrichtungen müssen aber dabei zu den Komponenten gewisse Mindestspiele aufweisen, damit die im
Betrieb auftretenden Wärmebewegungen nicht behindert werden.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zu schaffen- mit der derartige Bruchkräfte sicher kompensiert
■werden können, so daß größere Schäden vermieden werden.
Die Erfindung besteht dabei darin, daß zwischen die kraftauwirkenden
und kraftaufnehmenden Bauteile ein zentral sowie
schräg zur Längsachse belastbares-und derart plastisch verformbares
Dämpfungselement aus einem bei einem vorgegebenen Druck
fließenden Material und. mit über seine Gesamtlänge unterschiedlichem
Materialquerschnitt angeordnet ist, daß bei einer
auftretenden Bruchkraft der Verformungoweg des Dämpfungselementes zunächst proportional zur einwirkenden Kraft und bei Erreichen
einer vorgegebenen Kraft überproportional bis zur festgelegten Maximalkraft zunimmt.
209825/0923
- VT- VPA 70/9450
Diese Dämpfungselemente haften die Aufgabe, die Bewegung der
Komponenten, verursacht durch die Reaktionskräfte bei Auftreten eines Bruches, derart abzubremsen, daß die Bruchkräfte
und die Verzögerungskräfte einen bestimmten festgelegten Wert nicht überschreiten.
Um eine entsprechende Verformung der Dämpfungselemente mit proportionalem
Kraft-Weg-Verhältni-s zu erhalten, ist es dabei zweckmäßig,
wenn die Dämpfungselemente auf ihrer Außenseite mit mindestens
einer umlaufenden Ausnehmung versehen sind oder im Innern mindestens einen Hohlraum aufweisen.
Ferner soll das kraftaufnehmende Bauteil eine zentrale Bohrung für das fließende Material enthalten sowie zusätzlich mit einer
Ausnehmung größeren Durchmessers als dem der Bohrung versehen sein, um die Bruchkraft in ihrem Maximalwert zu begrenzen.
Nach einer vorteilhaften Ausführungsform, die diesen Bedingungen
entspricht, besteht das Dämpfungselement vorzugsweise aus einem zylindrischen Körper mit einer umlaufenden nutähnlichen und geneigte
Flanken aufweisenden Ausnehmung an seiner Mantelfläche. Dabei weist die Ausnehmung eine Tiefe von mindestens dem halben
Radius des Dämpfungseiementes auf. Durch diese Formgebung ist
zunächst bei Auftreten der Bruchkräfte eine sichere Verformung gewährleistet, so daß dadurch schon ein Teil der Kräfte absorbiert
wird. Als Material mit den entsprechenden Fließeigenschaften
eignet sich für die Dämpfungseiemente besonders
Reinaluminium oder Weicheisen.
Das Dämpfungselement selbst ist über eine auf der der Anlagenkomponente
zugewandten Seite ballig gewölbten Halteplatte mit dem kraftaufnehmenden Bauteil verschraubt. Dadurch ist einmal
eine Bewegung der Anlagenkomponente gegenüber der Abstützung sowie andererseits eine Vorspannung des Dämpfungseiementes möglich.
An Hand einer schematischen Zeichnung sind Aufbau und Wirkungsweise
eines Ausführungsbeispiels nach der Erfindung näher erläutert.
_ 3 _ 209825/0923
- 3'- VPA 70/9450
Dabei zeigen
Pig. 1 einen Längsschnitt durch eine Dämpfvorrichtung nach der
Erfindung,
Fig. 2 einen Querschnitt entsprechend der Schnittlinie II-IT
Fig. 2 einen Querschnitt entsprechend der Schnittlinie II-IT
nach Fig. 1 und
Fig. 3 ein Diagramm mit der Kennlinie, nach der die Verformung verläuft.
Fig. 3 ein Diagramm mit der Kennlinie, nach der die Verformung verläuft.
Nach Fig. 1 ist zwischen dem kraftauswirkenden Bauteil, also
einer bruchgefährdeten Anlagenkomponente, von der hier nur ein
Auflager 1 dargestellt ist, und dem kraftaufnehmenden Bauteil
2. ein Dämpfungselement 3 geschaltet. Dieses Dämpfungseiement 3
muß eine solche Form aufweisen, daß es bei Auftreten eines Bruches zunächst in sich selbst verformbar ist, um somit einen Teil
der Bruchkräfte aufzunehmen. Das bedeutet, daß das Dämpfungselement nicht massiv ausgeführt sein soll, sondern entsprechende
Ausnehmungen oder Hohlräume aufweisen muß, die zunächst bei der
Verformung ausgefüllt werden.
Eine diesen Forderungen entsprechende Ausführungsform ist in der Zeichnung dargestellt. Dabei besteht dieses Dämpfungselement
aus einem zylindrischen Körper mit den beiden Stirnflächen 4 und 5 sowie der Zylindermantelfläche 6. Dieser zylindrische Körper
weist eine umlaufende nutähnliche Ausnehmung 7 an seiner Mantelfläche
6 auf. Die Flanken dieser Ausnehmung 7 verlaufen dabei
zweckmäßigerweise geneigt zur Längsachse des Dämpfungselementes.
Zur Abstützung liegt das Dämpfungselement 3 nur mit dem äußeren
Bereich seiner Stirnseite 5 auf dem abstützenden Bauteil 2 auf, da dessen zentraler Bereich mit einer schalenförmigen Vertiefung
8 versehen ist. Ferner weist das Bauteil 2 eine zentrale Bohrung 9 auf, deren Bedeutung noch beschrieben wird.
Auf der der Anlagenkomponente 1 zugewandten Seite des Dämpfungselementes 3 ist noch eine kreisförmige Platte 10 angeordnet, die
eine ballig gewölbte Oberfläche 11 als Lagerung für die Anlagen-
_ 4 _ 209825/0 92 3
- 4 - VPA 70/9450
komponente 1 aufweist. Über Schrauben 12 ist diese Halteplatte mit dem Bauteil 2 verbunden, wodurch das Dämpfungselement 3 verspannt
wird.
An Hand einer Verformungskennlinie, die in Fig. 3 dargestellt
ist, ist die Wirkungsweise dieses Dämpfungselementes näher erläutert. In diesem Diagramm ist dabei über dem Verformungsweg
s des Dämpfungselementes 3 die Kraft P aufgetragen, die bei einem Bruch auf das Dämpfungselement einwirkt.
Danch ist zunächst im Bereich S.. des Diagrammes der Verformungsweg proportional zur einwirkenden Kraft, so daß die Kennlinie
einen linearen Anstieg aufweist. Der gewünschte Anstieg dieses ersten Kennlinienteils kann durch eine entsprechende Dicke des
Dämpfungselementes 3 sowie durch Vorspannung über die Schrauben
12 und durch die Wahl der Stützweite D. entsprechend dem Durchmesser
der Ausnehmung 8 eingestellt werden. Nach Erreichen des Punktes P. auf dem Diagramm erfolgt eine weitere Verformung des
Dämpfungselementes 3 im Übergangsbereich Sp bis zu einer "bestimmten
maximalen Kraft P , . die der maximal auf den Baukörper
max dyn'
einwirkenden dynamischen Kraft entspricht. Dieser Übergangsbereich,
in dem der Verformungsweg überproportional zur einwirkenden Kraft ansteigt, wird durch eine entsprechende Formgebung des Dämpfungselementes 3 und ein beginnendes Fließen des Werkstoffes erreicht.
Nach Erreichen des Punktes P , erfolgt eine weitere Verformung
des Dämpfungsgliedes allein durch Fließen des Werkstoffes. Die maximale Kraft wird dabei durch einen Verformungsvorgang
ähnlich dem Strangpreßverfahren begrenzt, indem das aus Weicheisen oder Reinaluminium gefertigte Dämpfungselement 3 in die
zentrale Bohrung 9 gepreßt wird.
Die auftretende maximale Kraft kann durch Wahl des Durchmessers der Bohrung 9 genügend nahe an den Höchstwert der Bruchkraft
gebracht werden, wobei die Abstützvorrichtung 2 für diese maximale Belastung ausgelegt werden kann.
Das beschriebene Dämpfungselement und die Dämpfungsvorrichtuijg
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- 5 - VPA 70/9450
sind geeignet, die bei einem Stoßfall über alle Grenzen anwachsende
Kraft auf eine etwas über dem Höchstwert der Bruchkraft liegende Maximalkraft zu reduzieren. Dabei weisen die beschriebenen
Dämpfungselemente besondere Vorteile auf, da sie
keine Störungsquelle im Betrieb darstellen, keiner Wartung bedürfen und nur sehr geringe Herstellungskosten aufweisen.
Durch die beschriebene Form des Dämpfungsgliedes können auch
Kräfte gedämpft werden, deren Richtung von der längsachse des Dämpfungselementes 3 abweichen und die schräg auf die Stirnfläche
4 auftreffen. '
Die vorliegende Erfindung ist dabei nicht auf das in der Zeichnung
dargestellte Ausführungsbeispiel beschränkt, sondern umfaßt alle Ausführungsformen, deren Dämpfungscharakteristik der angegebenen
Kennlinie entspricht und die auch zur Aufnahme von schräg zur Längsachse auftretenden Kräften geeignet sind.
11 Patentansprüche · '
3 Figuren
- 6 209825/0923
Claims (11)
- - β - VPA 70/9450PatentansprücheVorrichtung zur Kompensation von Bruchkräften an Anlagenkomponenten und Gebäuden, insbesondere in Kernkraftwerken, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen die kraftauswirkenden und kraftaufnehmenden Bauteile (1,2) ein zentral sowie schräg zur Längsachse belastbares und derart plastisch verformbares Dämpfungselement (3) aus einem bei. einem vorgegebenen Druck fließenden Material und mit über seine Gesamtlänge unterschiedlichem Materialquerschnitt angeordnet ist, daß bei einer auftretenden Bruchkraft (P) der Verformungsweg (S) des Dämpfungselementes (3) zunächst proportional zur einwirkenden Kraft (P) und bei Erreichen einer vorgegebenen Kraft (P1) überproportional bis zur festgelegten Maximalkraft (T^ ) zunimmt,
max - 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Dämpfungselement (3) auf seiner Außenseite mit mindestens einer umlaufenden Ausnehmung versehen ist.
- 3. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Dämpfungsglied (3) mindestens einen Hohlraum aufweist.
- 4. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das kraftaufnehmende Bauteil (2) eine zentrale Bohrung (9) zur Aufnahme des verformten fließenden Materials aufweist.
- 5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Bauteil (2) zusätzlich mit einer Ausnehmung (8) mit größerem Durchmesser als dem der Bohrung (9) versehen ist.
- 6. Vorrichtung nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Dämpfungselement (3) aus einem zylindrischen Körper mit einer umlaufenden nutähnlichen und geneigte Planken aufweisenden Ausnehmung (7) an seiner Mantelfläche (6) besteht,
- 7· Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Ausnehmung (7) eine Tiefe von mindestens dem halben Radius des Dämpfungselementes (3) aufweist.
- 8. Vorrichtung nach Anspruch 5 und 6, dadurch gekennzeichnet,- 7 -20 9 8 25/0923- 7 - VPA 70/9450daß das Dämpfungselement (3) von dem kraftaufnehmenden Bauteil (2) im äußeren Bereich seiner Grundfläche (5) abgestützt und gehalten ist.
- 9· Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß das Dämpfungselement (3) aus Reinaluminium besteht.
- 10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß das Dämpfungselement (3) aus Weicheisen besteht.
- 11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß das Dämpfungselement (3) über eine auf der der Anlagenkomponente (1) zugewandten Seite ballig gewölbten Halteplatte (10) mit dem kraftaufnehmenden Bauteil (2) über Schrauben (12) verbunden ist.209825/0923L e e r s eite
Priority Applications (10)
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| DE2060794A DE2060794C3 (de) | 1970-12-10 | 1970-12-10 | Dämpfungselement, das an einem kraftaufnehmenden Widerlagerbauteil befestigt ist |
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