DE2058529C2 - Verfahren zur Herstellung eines Abdrucks und Verwendung einer Druckplatte zum Hoch- oder Tiefdrucken - Google Patents
Verfahren zur Herstellung eines Abdrucks und Verwendung einer Druckplatte zum Hoch- oder TiefdruckenInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren der im Oberbegriff des Patentanspruchs 1 genannten Gattung
sowie auf die Verwendung einer Druckplatte zum Hochoder Tiefdrucken.
Ein Verfahren jener Gattung ist bereits bekannt (US-PS 34 22 759). Bei dem bekannten Verfahren wird als
Material für die Oberflächenschicht einer Druckplatte ein thermochromes bzw. fotochrornes Material verwendet,
das bei Bestrahlung seine Farbe und Benetzbarkeit ändert. Der Nachteil des bekannten Verfahrens besteht
vor allem darin, daß die Druckplatten nur als Flachdruckplatten einsetzbar sind, wobei die Benetzbarkeit
von der Änderung des Kontaktwinkels abhängt, die die unterschiedlich bestrahlten Oberflächenbereiche gegenüber
wäßrigen Druckfarben haben.
Darüber hinaus sind glasartige, mindestens ein Element der VI. Hauptgruppe des Periodensystems aufweisende
Materialien bekannt (Scientific American 1969. Seiten 30 bis 41), bei denen durch Bestrahlen eine Änderung
des physikalischen Zustands der bestrahlten Oberflächenbereiche des Materials erfolgt. Jenes Material wird
zur Durchführung elektrostatischer Druckverfahren verwendet, bei denen die geänderte elektrische Leitfähigkeit
der bestrahlten Bereiche gegenüber den unbestrahlten Bereichen zum Abdrucken ausgenutzt wird. Elektrostatische
Druckverfahren sind jedoch wegen der Anwendung elektrischer Ladungsgeneratoren und elektrisch zu ladender
Tonerpulver für viele Anwendungszwecke ungeeignet.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, das eingangs genannte Verfahren zur Herstellung eines
Abdrucks dahingehend zu verbessern, daß die Abdrucke einfacher und rascher herstellbar sind, daß die Druckplatte
reversibel änderbar ist und daß deren Verwendung für verschiedene Druckverfahren ermöglicht wird.
Gemäß dem erfindungsgemhßen Verfahren wird diese Aufgabe dadurch gelöst, daß für die Oberflächenschicht
ein glasartiges Material verwendet wird, bei dem als
reversibel änderbare physikalische Zustände, die beim Abschalten der Strahlungsenergie stabilen Strukturzustände
im wesentlichen amorph und im wesentlichen kristallin auftreten, die jeweils unterschiedliche Volumina
aufweisen, so daß sich bei Bestrahlung dem Muster entsprechend erhabene bzw. vertiefte Oberflächenbereiche
ergeben.
Gemäß einer anderen Ausbildung der Erfindung werden Druckplatten mit dem genannten glasartigen und
insbesondere als Halbleiter ausgebildeten anorganischen Materia! hinsichtlich ihrer Eigenschaft, das Volumen
durch Strahlungsenergie aus dem einen stabilen Strukturzustand in den anderen stabilen Strukturzustand zu
ändern, zum Hochdrucken oder Tiefdrucken angewendet.
Dabei schließen diese Druckverfahren auch das Aufdrücken bzw. Eindrücken der erhabenen Teile der
Druckplatte In Unterlagen ein, die aufgrund der Druckanwendung, wie beispielsweise druckempfindliche
Papiere oifer Durchschreibesätze unter Verwendung von
Kohlepapieren, Abdrucke erzeugen.
Im Unterschied zu thermoplastischem Material bleibt der Strukturzustand hinsichtlich der Volumenänderung
nach Abschalten der Energie stabil erhalten, bis eine Umschaltung bzw. Rückschaltung in den anderen stabilen
Strukturzustand anderen Volumens wiederum durch Bestrahlen erfolgt.
Dabei sind auch Zwischenstufen durch mehr oder weniger starke Volumenänderungen einstellbar, was die
Vielfalt von Abdruckmöglichkeiten gegenüber elekrostatischen Drucken wesentlich erweitert.
Besonders bevorzugt werden solche glasartigen Materialien verwendet, die mindestens eines, zweckmäßiger
zwei der folgenden Elemente aufweisen: Selen, Tellur, Thallium, Schwefel, Gallium.
Das erfindungsgemäße Verfahren ist auch keineswegs auf sichtbares Licht beschränkt, sondern es können auch
pndere elektromagnetische oder nichtelektromagnetische Strahlungsarten, wie Elektronenstrahlen, zur Anwendung
gelangen. Auch hierdurch wird die Anwendbarkeit wesentlich gegenüber bisherigen Druckverfahren elnfaeher
Art erweitert.
Ein großer Vorteil der Erfindung besteht auch darin,
daß eine zum Abdruck verwendete Druckplatte nicht weggeworfen zu werden braucht, sondern wiederum zur
Herstellung anderer Abdrucke verwendet werden kann, da das glasartige Material reversibel ist; die durch
Bestrahlen beispielsweise erhaben gemachten Oberflächenbereiche können durch Bestrahlen wieder gelöscht
werden, um durch Bestrahlen in Form eines anderen Musters andere Oberflächenbereiche hinsichtlich ihres so
Volumens zu vergrößern ufcA daher gegenüber den nicht
bestrahlten Bereichen erhaben zu machen, oder umgekehrt.
Das erfindungsgemäße Verfahren ist hinsichtlich seiner Anwendung im Tiefdruck, beispielsweise für den
Bogentfefdruck, Rollcntiefdruck und Stichdruck verwendbar. Hinsichtlich seiner Verwendung im Hochdruckverfahren
kann es z. B. im Sinne des Buchdrucks angewendet werden, ohne daß, wie bei jenen Verfahren
klassischer Art, mechanische oder chemische Abtragungsprozesse erforderlich sind, um aus der Druckplatte
vertiefte Teile herauszuarbeiten.
Bei der Durchführung der Erfindung wird eine Strahlenquelle, beispielsweise ein Laserstrahl oder Elektronenstrahl,
entsprechend einer gewünschten Muster- oder Bildvorlage, die gedruckt werden soll, gegen die glasige
Oberfläche gerichtet.
Bei einer Durchführungs^rm des Verfahrens kann
sich das glasartige Material an der Oberfläche fm amorphen Zustand befinden und ein verhältnismäßig großes
Volumen einnehmen. Der auf die Oberfläche auftrcffende
Energiestrahl bewirtet die Überführung einzelner Oberflächenteile in den kristallinen oder geordneteren
Zustand, in dem das Material ein geringeres Volumen einnimmt. Dementsprechend treten Vertiefungen oder
Näpfchen in der glasigen Oberfläche an denjenigen Stellen auf, an denen der Strahl auftrifft.
Die Gesamtfläche kann nun eingefärbt und anschließend mit einer Rakel abgestreift werden, so daß nur in
den Vertiefungen Farbe zurückbleibt. Wenn nun die glasige Oberfläche gegen einen Abdruckträger, z. B. Papier,
gepreßt wird, wird aus den Vertiefungen Farbe auf das Papier übertragen, so daß das durch den Energiestrahl
aufgezeichnete Bild abgedruckt wird. Von der Fläche können durch Anwendungen des normalen Tiefdruckverfahrens
zahlreiche Kopien hergestellt werden.
Bei einer anderen Durchführungsform des Verfahrens gemäß der Erfindung wird das glasartige Material an der
Oberfläche zunächst in einen kristallin':! oder geordneteren
Zustand gebracht, in dem ihr Mater:?.! ein verhältnismäßig
kleineres Volumen einnimmt. Der Energiestrahl führt das glasige Material von dem geordneteren Zustand
in den amorphen oder ungeordneten Zustand über, in dem das Material ein größeres Volumen einnimmt. Auf
diese Weise werden an der Oberfläche des glasigen Materials an denjenigen Stellen, an denen der Strahl auftrifft,
Erhebungen erzeugt. An der Fläche wird also ein Relief des Bildes erzeugt, das eingefärbt werden, kann und von
dem Kopien abgedruckt weiden können.
Die erhabenen Teile können aber auch auf ein druckempfindliches Papier, beispielsweise auf ein Laminat aus
gewöhnlichem Papier und Kohlepapier oder in kohleloses Papier eingedrückt werden, um dort einen sichtbaren
Abdruck zu erzeugen.
Der Laser- und Elektronenstrahl kann in Abhängigkeit von Daten gesteuert werden, die direkt von einem Computer
geliefert oder von einem vom Computer vorbereiteten Magnetband- oder plattenförmigen Aufzeichnungsträger
abgelesen werden. Da die gebildeten Oberflächenunregelmäßigkeiten unmittelbar In der glasigen Fläche
gebildet werden und das Drucken gleich anschließend erfolgt, kann die Erfindung auch als Ausdruckvorrichtung
einer EDV-Anlage verwendet werden.
Für diese Anwendungsmöglichkeit kann das gfasige Material auf die Oberfläche einer umlaufenden Trommel
aufgeschichtet sein.
Im Betrieb kann bei einer oder jeder von mehreren Umdrehungen ein Abdruck hergestellt werden. Bevor die
Trommel mit einem nächsten Bild versehen wird, können die an der Trommel in Abhängigkeit von der ersten
Bildvorlage von der Energie gebildeten Oberfiächenunregelmäßigkeiten
wieder gelöscht werden. Dies kann durch Eneigiezuluhr zu dem glasigen Material erzielt werden,
die dieses bei Anwendung des Tiefdruckverfohrens in seinen ursprünglichen amorphen Zustand bzw. bei
Anwendung des Hochdruckverfahrens in seinen kristallinen oder geordneteren Zustand zurückführt.
Die Strahlungsenergie kann entweder in die Breite gehend der ganzen Fläche der glasigen Substanz, beispielsweise
mittels einer Quarzheizlampe, oder nur ausgewählten Einzelpunkten der Fläche, beispielsweise mittels
eines Laser- oder Elektronenstrahls, zugeführt werden.
Die Intensität und die Zeitdauer des Strahles bestimmt den jeweiligen Zustand, In den das glasige Material übergeführt
wird.
Die Reversibilität des Verfahrens gemäß der Erfindung
ermöglicht die häufig wiederholte Benutzung der gleichTDruckplatte bef zahlreichen Anwendungsgeb.eten
einschließlich dem des Ausdruckens bei Computern. Ein
eiterer Vorteil dieser Eigenschaft besteht In der Mögilchkelt. nach Prüfung des auf der glasigen Oberfläche
-nifoP7Pi'rhneten Bildes durch Augenschein Korrekturen
n™mmelbar durch Betrachten festgestellt und uner-™h?e TeHe derselben können gelöscht werden, bevor
Abzüge hergestellt werden, da es sich nicht nur um eine
ifhdl wle bei eleklroslallsch zu
F. g. 5 eine Te.ldarstellung der Druckplatte gemäß
Flg. I unter Verwendung eines ursprünglich Im k Istalllnen oder geordneteren Zustand befindlichen glas.gen
Materials In größerem Maßstab; und
Flg. 6 ein Schema zur Veranschaulchung der Wellnformen der von dem Laserstrahl gemäß Flg. 4 erzeugten
Impulse.
Bei dem Drucksystem gemäß Fl g. 1 wird elnewtoförmige Druckplatte 10 verwendet, die mittels eines
Motors 12 umlaufend ™g*^™
steuersystem 14 steuert die Drehzahl des Motors
steuersystem 14 steuert die Drehzahl des Motors
tinteurer V^;u der Erfindung besteht In der Mögllchkelt der Erzielung unterschiedlicher »Graustufen«
beim Drucken. Dies kann dadurch erzielt werden, daß
der Energlelnhalt des Laser- oder Elektronenstrahls verändert wird so daß Vertiefungen oder Erhebungen von
wetter' Höhe" liefe und Breite erzeugt 'werden.
Diese Eigenheit der Erfindung ermöglicht außerdem die Anpassung an Papiere von unterscheid HMe und
[tadle Erfindung nicht von der Verwendung chemlscher Ätz- oder wLchflüsslgkeiten abhängig Ist, Ist das
Druckverfahren wesentlich schneller und sauberer durch-
Gemäß der Erfindung wird bevorzugt eine Druckwalze
einem glasigen Material überzogen, das durch
is einer Druckstation 22 auf einen Abdruckträge20
übertragen. Vor dem Löschen und™ «tan Anbringen
eines neuen Bildes durch ?"**?™«°™£™Μ '"
einer Reinigungsstation 24 die Druckfarbe entlernt.
träger u. an dessen ««mc...«...«.™.,,„-..--...-.-... -.--
US-PS 32 71 591 beschriebenen Materlallen bestehen die
von einem amorphen oder ungeordneten^ Zustand In
einen kristallinen oder geordneteren Zustand umschaltbar sind.
Flg. 2 1st eine Teildarstellung ^r D™ckP'»lt; 10J;
größerem Maßstab. Das glasige Material 28 befindet sich
Im
Bei einer anderen Betr.ebswe.se befindet sich der Überzug ursprünglich im kristallinen oder geordneteren
30 bewirkt der von einem Lasersystem »
fläche der Druckplatte 10 gerichtet ^■
wird. An dem glasartigen Überzug wird nun ein druk- tlonssteuersystem 14 über eine UUung ^ geltefert
rsirs
- S
SäSsm
oder ungeordneten Zustand befindlichen glas.gen Mate-
Fi'g. 3 e.n Schema zur Veranschauüchung der Wellenformin von m.ttels des Lasers gemäß F.g. 1 erzeugter
Impuls 40 von VerhältnisrijHg
langer ^^^
langer ^^^
Erwärmung, der eine Abkühlungsperlode folgt, während
der die Kristallisation auftritt, durch die das Volumen
des Materials 28 vermindert wird. Ein weiterer Impuls 42
(Flg. 3) von höherer Intensität, jedoch von kürzerer Dauer, bewirkt, daß das Material 28 aus dem kristallinen
oder georndeteren Zustand In den amorphen Zustand übergeführt wird. Während die Intensität des Laserstrahles
30 und die Impulsdauer der Impulse 40 und 42 je nach Art uy ί Dicke des Materials 28 verschieden Ist, wird ein
typisches Beispiel der Malerlallen, der Dicke und der für
den Betrieb erforderlichen Energie wie folgt angegeben: (Das Material besteht aus Se92Te79TI0I von 0,1 mm
Dicke) 20 nJ/μ3, einer Impulslänge von I ms für die Kristallisation
und einer Impulslänge von 1 ns für das Umschalten In den amorphen Zustand. Im Betrieb
erzeugt der Impuls 40 eine Vertiefung für das Drucken, und ein Impuls 42 löscht, d. h. beseitigt die Vertiefung.
Nach dem Aufzeichnen des gewünschten Bildes auf dem Material 28 durch das Abtastlasersystem 16 zur Bildung
von Vertiefungen oder Näpfchen In der Oberfläche des Materials 28, wie Im Bereich 28/1 In Flg. 2 gezeigt,
wird gem. Flg. 1 die Platte 10 zur Farbauftragstation 18
gedreht, die einen Behälter 44 für die Farbe 46 aufweist. Wenn das Material 28 In den Bereich unterhalb des
Behälters 44 gedreht wird, fließt Druckfarbe 46 über die
gesamte Fläche. Eine Rakel 48 wischt oder streift die
Fläche des Materials 28 außer In den vertieften Bereichen,
wie 28,4, sauber. In der Vertiefung bleibt Druckfarbe
46A zurück. Die eingefärbte Oberfläche des Materials 28 wird nun gegen die Druckstation 22 hin gedreht,
in der sie mit dem Abdruckträger 20 unter dem einstellbaren
Jruck einer Walze 50 zur Berührung gebracht wird. Die Druckfarbe wird auf den Aufdruckträgei» 20
übertragen, und auf diesem wird ein Bild entsprechend
der Verteilung der von dem Laserablenksystem 16 dem Material 28 zugeführten Energie erzeugt.
Wenn mehrere Kopien herzustellen sind, wird die
Druckplatte 10 ohne Tätigkeit der Relnigungssiaiion 24
und des Lasersystems 16 betrieben. In der Farbauftragstation 18 werden die Näpfchen In der Oberfläche des
Materials 28 nachgefüllt, um die Druckfarbe zu ersetzen, die in dem vorangegangenen Druckvorgang auf den Aufdruckträger
20 übertragen wurde. Eine große Anzahl von Kopien kann auf diese Welse ohne Wiederverwendung
des Laserablenksystems 11 hergestellt werden.
Wenn das auf der Druckplatte 10 aufgezeichnete Bild geändert werden soll, kann die Reinigungsstation 24
durch ein von dem Informationssteuersystem 14 über eine Leitung 52 übermitteltes Signal in Tätigkeit gesetzt
werden. Die Leitung 52 Ist an eine Gasumwälzpumpe 54 angeschlossen, deren Hochdruckseite mit dem einen
Ende einer Kammer 56 und deren Niederdruckseite mit dem anderen Ende der Kammer 56 über einen Filter 58
verbunden ist. Innerhalb der Kammer 56 wird auf die Oberfläche des Materials 28 Gas geblasen, und etwaige,
in dem Näpfchen 284 zurückgebliebene Farbe wird mitgerissen.
Das Gas kann mit einem Alkohol- oder Wassernebel gemischte Luft sein. Bei der Rückkehr des Gases
zur Pumpe 54 wird die Druckfarbe In einem Filter 58 zurückgehalten.
Nachdem die Oberfläche des Materials 28 die Reinigungsstation 24 durchlaufen hat, wird mittels des
Lasersystems 16 ein neues Bild erzeugt. Dies kann
dadurch geschehen, daß jedem Bereich ISA, der sich im kristallinen oder geordneteren Zustand befindet, ein
Löschlmpuls 42 und allen denjenigen Bereichen des
Materials 28, die In den kristallinen oder geordneteren
Zustand übergeführt werden sollen, Druckimpulse 40 zugeführt werfen. Anstatt dessen können allen Bereichen,
die sich künftig im amorphen Zustand befinden sollen, Löschimpulse 42 zugeführt werfen, ohne Rücksicht
darauf, ob der betreffende Bereich sich vorher Im kristallinen oder im amorphen Zustand befunden hat,
und Druckimpulse 40 können denjenigen Bereichen zugeführt werfen, die sich künftig Im kristallinen
Zustand befinden sollen, ohne Rücksicht darauf, ob sich diese Bereiche vorher Im amorphen oder Im kristallinen
ίο Zustand befunden haben. Nachdem des neue Bild mittels
des Lasersystems 16 aufgezeichnet wurde, wird die das
Bild tragende Druckplatte 10, ähnlich wie oben bereits beschrieben, durch die Farbauftragstation 18 und die
Druckstation 22 geführt, In der das Bild auf einen Abdruckträger 20 gedruckt wirf.
Durch Verändern der Tiefe und/oder Breite der In der
Oberfläche des Materials 28 hergestellten Näpfchen Ist es möglich, unterschiedliche Grautöne zu drucken. Dies
kann dadurch erzielt werfen, daß die Intensität oder die
Länge des Druckimpulses 40 erhöht wird, so daß das Material 28 welter In den kristallinen oder geordneteren
Zustand übergeführt und der so veränderte Bereich auch erweitert wird. Auf diese Welse kann das Näpfchen ISA
gegenüber dem In Fig. 2 gezeigten, sowohl vertieft als auch verbreitert werfen. Ein anderes Verfahren zur
Erzielung dieser Wirkung besteht darin, daß der Laserstrahl weniger konzentriert und dadurch verbreitert wird.
Es kann auch notwendig sein, den Energiepegel der Quelle 32 zu erhöhen. Durch Veränderung der Tiefe und
Breite der Näpfchen kann die In die Fasern des Aufdruckträgers
20 aufgenommene Farbmenge von Punkt zu Punkt variiert werfen, so daß nach dem Tiefdruckverfahren
unterschiedliche Grautöne erzeugt werfen können.
FI g. 4 zeigt eine weitere Ausführungsform der Erfindung
unter Anwendung des Hochdruckverfahrens. Dieses System ist der Druckvorrichtung nach Flg. 1 ähnlich,
jedoch werfen bei dem System nach Flg. 4 weder eine Farbauftragstation 18 noch eine Reinigungsstation
24 verwendet. Wie In Fig. 5 veranschaulicht, befindet sich das glasige Material 28 ursprünglich In seinem kristallinen
oder geordneteren Zustand, In dem es ein verhältnismäßig kleines Volumen einnimmt. Nach Behandlung
mittels des Laserstrahls 30 In einem Bereich ISB
wird das Material 28 dort In den amorphen oder ungeordneten
Zustand übergeführt, wobei das Volumen zunimmt und In der Oberfläche des Material 28 eine
erhabene Stelle erzeugt wird. Fig. 6 veranschaulicht die
Wellenform von mittels des Laserablenksystems 16 (Fig. 4) erzeugten Laserimpulsen. Ein Druckimpuls 54
ist in der Form ähnlich dem Löschlmpuls 52 gemäß Fig. 3. Dieser Drucklmpuls 54 von hoher Intensität und
kurzer Dauer fahrt das Material 28 in den amorphen oder allgemein ungeordneten Zustand Ober, wodurch die erhabene
Stelle im Bereich 285 (Fl g. 5) geschaffen wirf. Ein Löschlmpuls 56 1st hinsichtlich Intensität und Dauer
dem Druckimpuls 40 gemäß Fig. 3 ähnlich. Der Löschimpuls 56 führt das Material 28 in den kristallinen
oder geordneteren Zustand Ober, wobei der erhabene
Bereich 28ß (Fig. S) beseitigt wirf.
Nachdem das von den Erhebungen auf der Fläche des Materials 28 dargestellte Bild von dem Laserablenksystem
16 (Fig. 4) erzeugt würfe, wird die Druckplatte 10
mittels des Motors 12 derart gedreht, daß das Bild mit
einem druckempfindlichen Abdruckträger 58 zur Berührung
gebracht wird. Dieser Abdruckträger 58 kann ein gewöhnliches Blatt Schreibpapier mit einem daraufgelegten
Blatt Kohlepapier sein. Wenn die Erhebuneen in der
Oberfläche des Materials 28 mittels einer Andruckwalze 50 in den Abdrucktrüger 58 eingepreßt werden, wird die
Farbe von dem Kohlepapier auf das Schreibpapier des Abdruckträgers 58 übertragen. Anstatt dessen kann der
Abdruckträger 58 aus einem von mehreren handelsüblichen Aufzeichnungsträgern bestehen, die unter der
Bezeichnung »kohlefreie Papiere« bekannt sind. Diese Papiere verfärben 'ich bei Ausübung eines Druckes ohne
die Verwendung ^iisaizlicher Kohlepapierblätter.
Bei Verwendung des Systems gemäß Fig. 4 können unterschiedliche Grautöne gedruckt werden, indem die
Intensität und/oder die Dauer des Druckimpulses 54 verändert werden. Dies hat zur Folge, daß die Erhebungen
28« (Fig. 5) in Höhe und Breite unterschiedlich sind. Entsprechend erzeugen die höheren und breiteren Erhebungen
einen größeren Druck über eine größere Fläche des Aufdruckträgers 58 und erzeugen dort einen dunkleren
und breiteren Fleck. Hellere Grautöne können hingegen durch Erhebungen von geringerer Höhe und Breite
erzeugt werden.
Ob nun das Bild auf der Oberfläche des Materials 28 In
Form von Vertiefungen oder Erhebungen aufgezeichnet ist. Ist es normalerweise, wie durch die Buchstaben OV
in Fig. 1 und 4 angedeutet, für den Betrachter sichtbar. Dieses Merkmal der Erfindung ermöglicht es, die auf die
Trommel aufgezeichnete Information durch Augenschein zu prüfen, wenn es sich dabei auch nur um ein Spiegelbild
des auf den Aufdruckträger 20 zu druckenden Bildes handelt, und Korrekturen können vorgenommen werden,
bevor Abzüge oder Abdrucke hergestellt werden. Statt dessen kann natürlich ein Korrekturabzug hergestellt und
auf Richtigkeit geprüft werden. Korrekturen können mittels des Laserablenksystems 16 auf selektiver Basis vorgenommen
werden.
Es besteht auch die Möglichkeit, mehrere Laserablenksysteme 16 vorzusehen, die parallel zueinander arbeiten
und die Druckplatte 10 gleichzeitig beschreiben, wenn eine kräftige Queiie elektromagnetischer Strahlung
verwendet wird, kann an der Druckplatte 10 ein ganzes Bild auf einmal hergestellt werden. Indem das Material
28 gleichzeitig durch ein Diapositiv des Bildes beleuchtet wird oder indem die Energie von einer Fläche reflektiert
wird, die das Bild enthält.
In Abwandlung der Erfindung kann der Behälter 44 in Fig. 1 durch eine weiche Walze ersetzt werden, die mit
Druckfarbe getränkt ist und die Oberfläche des Materials 28 mit Druckfarbe benetzt. In dem System gemäß Fi g. 4
kann auch eine Farbauftragwalze verwendet werden, um den Scheitelteilen der Erhebungen 285 (Fig. 5) Druckfarbe
zuzuführen. Bei dieser abgewandelten Ausführungsform würde jedoch eine harte Farbauftragwalze vorzuziehen
sein, da zwischen der Fläche der Druckplatte 10 und der Farbauftragwalze immer ein Abstand gewahrt
bleiben muß, damit die Druckfarbe nicht an denjenigen Bereichen der Platte 10 aufgetragen wird, In denen das
Material 28 sich im kristallinen oder geordneteren Zustand befindet. Die Toleranzen können gelockert werden,
wenn eine genügend große Anzahl von Erhebungen in das Material 28 eingeschrieben ist, um zu sichern, daß
eine harte Farbauftragwalze sich dauernd mit einer großen Anzahl solcher Erhebungen in Berührung befindet
und somit über die Scheitelteile derselben abrollt, ohne mit den niedrigeren Bereichen des Material 28 zur Berührung
zu gelangen. Die eingefallen Scheitelteile können dann mit normalem Schreibpapier zur Berührung
gebracht und das Bild darauf Im Buchdruckverfahren aufgebracht werden.
Das Löschen kann bei dem System nach Flg. 4 dadurch erzielt werden, daß von einer Quarzheizlampe,
einem Hochfrequenzgenerator oder von einer beliebigen anderen Energiequelle, die fähig ist, das Material 28 aus
dem amorphen oder allgemein ungeordneten Zustand in den kristallinen oder geordneteren Zustand überzuführen.
Energie zur Wirkung gebracht wird.
Die Reinigungsstation 24 (Fig. I) kann in denjenigen
Fällen entfallen, In denen das Löschen durch Hindurchführen des Laserstrahles 30 durch die Druckfarbe 46.-I
hindurch möglich ist. Dabei kann dnc Laserqueüe 32
vcn höherer Intensität erforderlich sein, da ein Teil der Laserenergie von der Druckfarbe 46Λ absorbiert wird.
Wenn natürlich ein großer Teil der Druckfarbe 46.Ί auf
das Papier 20 übertragen wird, kann die in dem Näpfchen zurückbleibende Druckfarbe 46/1 zu gering sein, um ein
Löschen oder Beseitigen des Näpfchens zu verhindern, auch wenn der Laserstrahl 20 mit normalem Intensitätsniveau betrieben wird.
Eine andere Möglichkeit der Anwendung der Erfindung beim Hochdruckverfahren besteht darin, daß das
Material 28 ursprünglich in den amorphen oder allgemein ungeordneten Zustand gebracht wird und In allen denjenigen
Bereichen in den kristallinen oder geordneteren Zustand übergeführt wird, in denen kein Abdruck erfolgen
soll. Auf diese Weise bleiben die unveränderten Teile des Materials 28 in Ihrem Zustand verhältnismäßig
größeren Volumens, so daß dabei Erhebungen In der OberP.äche des Materials 28 stehenbleiben. Eine ähnliche
Umkehrung ist bei dem System nach Fig. I möglich, «o indem das Laserable.Ksystem 16 das Negativ des zu
druckenden Bildes aufzeichnet, wobei vertiefte Bereiche übrigbleiben, die durch den Laserstrahl 30 keine
Zustandsänderung erfahren haben und die dann mit Druckfarbe gefüllt werden können und von denen ein
Abdruck im Tiefdruckverfahren hergestellt werden kann. Obwohl bei der dargestellten Ausführungsform die
Druckplatte 10 in der Form einer Trommel dargestellt ist, kann es bei anderen Ausführungsformen der Erfindung
besser sein, der Druckplatte eine andere Form, z. R. die eines ebenen Rechtecks oder eines flexiblen Bandes,
zu geben, und es können mannigfaltige andere Formen von Farbauftrag-Druck und Reinigungsstationen Anwendung
finden. Außerdem kann bei der Erfindung anstatt eines Laserstrahls 30 gemäß Fi g. 1 und 2 ein Elektronenstrahl
verwendet werden.
Zahlreiche andere Abwandlungen sind ebenfalls ohne Abweichen vom Erfindungsgedanken möglich.
Hierzu 2 Blatt Zeichnungen
Claims (18)
1. Verfahren zur Herstellung eines Abdruckes, bei dem ein dem Abdruck als Positiv oder Negativ
entsprechendes Muster mittels Strahlungsenergie auf einer glasartigen, mindestens ein Element der VI.
Hauptgruppe des Periodensystems aufweisenden Oberflächenschicht einer Druckplatte so erzeugt wird,,
daß sich der reversibel änderbare physikalische Zustand der bestrahlten Oberflächenbereiche vom
Zustand der nicht bestrahlten Oberflächenbereiche unterscheidet, dadurch gekennzeichnet, daß für
die Oberflächenschicht ein glasartiges Material verwendet wird, bei dem als reversibel änderbare physi-
kaiische Zustände, die beim Abschalten der Strahlungsenergie stabilen Strukturzustände amorph und
kristallin auftreten, die jeweils unterschiedliche Volumina aufweii^n, so daß sich bei Bestrahlung dem
Muster entsprechend erhabene bzw. vertiefte Oberflächenbereiche ergeben.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das glasartige Material zuerst in
den amorphen Strukturzustand gebracht und dann durch diskrete Strahlungsenergie in ausgewählten
Oberflächenbereichen mit Vertiefungen versehen wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das glasartige Material zuerst in den kristallinen
Stru!<mrzustand gebracht und dann durch diskrete Strahlungsenergie in ausgewählten Oberflächenbereichen
mit Erhöhungen versehen wird.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeici.net, daß als Strahlungsenergie
LASER-Strahlen verwendet werden.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß als Strahlungsenergie
Elektronenstrahlen verwendet werden.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die sich im
wesentlichen im amorphen Strukturzustand befindlichen Oberflächenbereiche durch Bestrahlen mittels
einer Quarzheäzlampe in den im wesentlichen kristallinen Zustand überführt werden.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die erhabenen
Oberflächenbereiche größeren Volumens ohne Einfärben mit Druckfarbe unter Druck in Kontakt mit
druckempfindlichen zu bedruckenden Gegenständen gebracht werden, die sich an den Druck ausgesetzten
Stellen verfärben oder entsprechend einen weiteren Gegenstand färben.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Quelle
für die Strahlungsenergie von einem Computer gesteuert wird.
9. Verwendung einer Druckplatte, an deren Oberfläche sich ein glasartiges, mindestens ein Element
der VI. Hauplgruppe des Periodensystems aufweisendes
Material befindet, von dem Oberflächenbereiche M durch Strahlungsenergie reversibel zwischen unterschiedlichen
physikalischen Zuständen umschaltbar sind, die beim Abschalten der Strahlungsenergie stabile,
einerseits Im wesentlichen amorphe und andererseits im wesentlichen kristalline. Strukturzustände
jeweils unterschiedlicher Volumina bilden, zum Hoch- oder Tiefdrucken.
10. Verwendung einer Druckplatte nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die
platte walzenförmig ausgebildet ist.
platte walzenförmig ausgebildet ist.
11. Verwendung einer Druckplatte nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Druckplatte
flexibel ist.
12. -Verwendung einer Druckplatte nach einem der
Ansprüche 9 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß das glasartige Material Selen und Tellur aufweist.
13. Verwendung einer Druckplatte nach Anspruch
12, dadurch gekennzeichnet, daß das glasartige Material
Thallium aufweist.
14. Verwendung einer Druckplatte nach Anspruch
13, dadurch gekennzeichnet, daß das glasartige Material
aus Se1Te2TU besteht.
15. Verwendung einer Druckplatte nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß das glasartige Material
aus Se91Te75TT0, besteht.
16. Verwendung einer Druckplatte nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß das glasartige Material
Gallium und Schwefel aufweist.
17. Verwendung einer Druckplatte nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, daß das glasartige Material
aus SeJjTe6GaS besteht.
18. Verwendung einer Druckplatte nach einem der Ansprüche 9 bis 17, dadurch gekennzeichnet, daß das
glasartige Materiel, ein Halbleiter ist.
Druck- ■
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