DE2052985B2 - Bis zu einem vorbestimmten drehmoment festziehbare schrauben mutter - Google Patents
Bis zu einem vorbestimmten drehmoment festziehbare schrauben mutterInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf eine bis zu einem bestimmten Drehmoment festziehbare Schraubenmutter
mit Schlüsselanzugsflächen, insbesondere aus Kunststoff.
Bei Rohr- und Installationsarmaturen werden in iteigendem Maße Kunststoffmaterialien an Stelle von
gewöhnlichen Metallarmaturen verwendet: bestimm-Ie Armaturarien benötigen eine oder mehrere
Schraubenmuttern, um Rohre in ihrer Lage zu sichern. Fs ist häufig nötig, einige Formen von Pakkungs-
oder Dichtungsmaterial zu verwenden, um Strömungsmilleldichtigkeit eines Anschlusses zu geivährlcislen.
der mit solchen Armaturen gebildet ist; iewöhnlich werden faserförmige Packungs- oder
lummidichtungsringe im Innern der Schraubenmutier verwendet, so daß das Anziehen der Mutler das
Dichtungsmaterial zusammendrückt.
Bei der Verwendung von Kunststoffen wie Aeeta!-
Mischpolymeren. die einen niedrigeren Reibungskotffizientcn
als Messing haben, hat sich in der Praxis lerausgestellt. daß an die Mutter durch einen
Schraubenschlüssel ein ausreichendes Drehmoment angelegt werden kann, um das Dichtungsmaterial
durch den Spalt zwischen dem Rohr und der Rückseite der SchraiibcnmuHer zu drücken, wodurch die
Wirksamkeit des Dichtungsmaterials herabgesetzt wird.
Es ist zur Vermeidung eines Überziehens einer Schraubenmutter bekannt (USA.-Patentschrift
2 685 812), diese in Form einer kombinierten Mctall-Kunslstoffmuttcr
auszubilden, die zwei konzen* Irische Ringabschnittc mit eineinander passenden
Flächen aufweist, die von komplementären Zähnen ccbildct sind. Der innere Ringabschnitt besteht aus
JvJp-IaII mit Innengewinde, während der äußere Ringabschnitt
aus Kunststoff besteht und auf der Innenseite eines hexagonalen Mdalirings befestigt ist. Die
Zähne greifen übereinander, wobei die Drehung des inneren Abschnitts aufhört, wenn ein vorgegebenes
Drehmoment bvi Anwenden eines an den hexagonalen Metallring angesetzten Schlüssels beim Anziehen
der Mutter überschritten wird. Dieser Aufbau der Schraubenmutter ist verhältnismäßig kompliziert und
vergleichsweise teuer in der Herstellung, da zwei Melallabschnitte
und ein Kunststoffabschnitt notwendig ist.
Es ist ferner eine Schraubenmutter bekannt (USA.-Patentschrift 3 431 812), die an ihrer unteren
Seite einen zylindrischen, gewindeloscn Abschnitt hat, wobei der Boden des zylindrischen Abschnitts
eine konische Räche besitzt, so daß zuerst die Außenkante der Mutter eine Anschlagfläche berührt.
In der Außenfläche des zylindrischen Abschnitts befindet sich eine Ringnut, wobei das Material der
Mutter an der Basis der Ringnut beim Anziehen der Mutter verformt wird, um die axiale Weite der Nut
bei einem gegebenen Drehmoment zu verringern. In
der Nut befinde: sich ein ausquetschbares Material,
das sichtbar anzeigt, daß sich die Nut in der Weite vermindert. Diese Anordnung ist weniger aufwendig
als diejenige der vorbeschriebenen mehrteiligen Schraubenmutter, jedoch kann Überziehen der
Schraubenmutter nicht ausgeschlossen werden, wenn das Sichtzeichen nicht bemerkt oder nicht beachtet
wird.
Aufgabe der Erfindung ist es. eine bis zu einem vorbestimmten Drehmoment festziehbare Schraubenmutter
zu schaffen, die bei einstückigem Aufbau zuverlässig ein Überziehen verhindert.
Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, daß die Schlüsselansatzflächen an ihren in Festziehdreh richtung
vorderen Enden je eine elastische, bei dem gewünschten Drehmoment ihre Lage ändernde Zunge
aufweisen, die durjh einen etwa parallel zur jeweiligen
Schlüsselansatzfläche geführten Einschnitt gebildet ist. Bei Erreichen des zulässigen Drehmoment
werden die Zungen so weit verbogen, daß die Schlüsselansai7f1ächen
von der Schraubenmutter abrutschen, so daß es unmöglich ist. die Sc'iraubenmuttt..
zu überziehen. Darüber hinaus kann diese Schraubenmutter in einfacher Weise in einem Stück im
Sprit/gußverfahren hergestellt werden.
Beim Ansetzen eines Schraubenschlüssels zum Drehen einer Schraubenmutter stützen sich die
Schlüsselbackcn hauptsächlich auf das in Fesl/iehdrehrichtung
vorne liegende Ende der Schlüsselansatzflächen, was durch den notwendigerweise etwas
losen Sitz des Schraubenschlüssels auf der Schraubenmutter bedingt ist. der ein einfaches Ansetzen erlaubt.
Die angelegte Kraft wird dabei auf zwei relativ kleine Flächenabschnitte konzentriert, wenn ein einfacher
offener Schraubenschlüssel Anwe-r|ung findet.
Werden diese Flächenabschnitte erfii.jungsgemäß
elastisch ausgebildet, so muß der Schraubenschlüssel abrutschen, sobald er durch elastisches
Ausweichen dieser Abschnitte nicht mehr den notwendigen Halt findet. Das elastische Ausweichen
entspricht der Verringerung des Abstandcs zwischen den Ansatzfläclien des Schlüssels, so daß dieser die
Mutter nicht langer festhalten kann.
Die Zungen können an jeweils abwechselnd aufeinanderfolgenden Schlüsselansatzflächen vorgesehen
;>e!n. Durch Berechnung oder empirische Ermittlung
worden Länge und Starke der Zunge so hestimnu,
daß die Verhiegung der Zunge unter dem maximal zulässigen Drehmoment gleich der Differenz zwischen
dem Abstand der Schlüsselbacken und dem Abstand zwischen diametral gegenüberliegenden Ekken
der Schraubenmutter ist, wobei die Verbiegiing für jede Zunge die Hälfte dieser Differenz ist. Die
Last, bei der jede Zunge diese Verbiegung erreicht, !längt davon ah, ob ein offenendiger Schlüssel oder
ein Ring- oder Steckschlüssel Anwendung findet. Bei einem offenendigen Schlüssel wird das gesamte Drehmoment
über zwei Zungen übertragen, bei einem Steckschlüssel über sechs Zungen im Falle einer hexagonalen
Mutter.
Für der. Fall, daß eine Schraubenmutter lediglich mit einem offenendiuen Schlüssel zu handhaben ist.
kann für jedes Paar von einander gegenüberliegenden Schlüsselansatzflächen nur eine Zunge vorgesehen
sein, so daß ein Schraubenschlüssel bei Verbifgung dieser Zunge nur an einer Ecke der Schraubenmutter
abrutscht. Vorteilhaft befinden sich die Zungen an jeweils abwechselnd aufeinanderfolgenden Schlüsselansatzflächen.
Zur Erhöhung des Spiels zwischen den Backen des Schraubenschlüssels und den Schlüsselansalzflächen
kann jede Schlüsselansatzfläche von ihrem in Festziehdrehrichtung vorderen Ende ausgehend, bis zu
dem entgegen der Festziehdrehrichtung nächst folgenden Einschnitt zunehmend radial nach innen versetzt
sein, derart, daß die freien Enden der Zungen über die benachbarten Schlüsselansatzflächen vorstehen.
In diesem Fall liegen somit die Schlüsselansatzflächen zunehmend unterhalb ihrer ursprünglichen
Ebene.
Erfindungsgemäße Schraubenmuttern sind insbesondere bei Rohrinstallationen, insbesondere bei
Vollkunslstoffsystcmen anwendbar.
Die Erfindung wird im folgenden an Hand schematischer
Zeichnungen an mehreren Ausführungsbeispiclen näher erläutert.
Fig. 1 zeigt eine Draufsicht einer hexagonalen Schraubenmutter;
F i g. 1 zeigt eine Seitenansicht im Querschnitt,
und
F i g. 3 zeigt eine Draufsicht eines Teils einer Schraubenmutter mit hinterschnittenen oder zurückgesetzten
Seiten.
Die Schraubenmutter 1 ist ein gegossenes Sechseck aus Acetal-Mischpolymeren mit einem Standardmaß
für Rohrarmaturmuttern und besitzt eine Innenbohrung 2 mit Rechtsgewinde: die Bohrung ist durch die
Schultert an einer Mutterstirnfläche im Durchr.esscr
verringert. Die Schraubenmutter 1 hat sechs Schlüsselansat/flächen 4.
In jeder Schlüsselansatzfläche 4 ist ein Einschnitt 5 vorgesehen, der sich zwischen den beiden Stirnflächen
6 und 7 erstreckt und so eine Zunge 8 bildet. Die Weite des Einschnitts 5 reicht aus, um dem freien
Ende 9 der Zunge 8 die erforderliche Verbiegung zu ermöglichen, ohne die Einschnittsöffnung zu
schließen. Die Länge der Zunge 8, die durch die Tiefe des Einschnitts 5 bestimmt ist. und ihre Stärke
sind derart proportioniert, daß es der Zunge möglich ist. sich unter einer Kraft, die größer als das gewünschte
maximale Drehmoment ist. in den Einschnitt zu biegen, und zwar um ein solches Maß. daß
der Abstand A* in F i g. I gleich oder geringer als der senkrechte Absland zwischen den Backen eines auf
die Schraubenmutter passenden Siar.dardschlüssels
wird.
Beim Gebrauch ist die Schraubenmutter in der Bohrung 2 mit einem Dichtungsmaterial, beispielsweise
einem O-Gummiring 10 versehen, wobei ein Rohr 1! durch die Bohrung in eine Rohrarmalur 12
läuft, auf die die Schraubenmutter geschraubt wird. Die Backen eines Schlüssels ergreifen einander gegenüberliegende
Schlüsselansatzflächen 4 im Uhr-
zeigersinn. Wenn der Drehwiderstand der Schraubenmutter
bei Drehung in Festziehdrohrichtiing wegen des Erfassens des Dichtungsmaterials zwischen dem
Anschlac3 und der Rohrarmatur 12 ansteigt, nimmt
das von" dem Schlüssel angelegte Drehmoment zu.
wodurch die Zungen 8 proportional nach innen verbogen werden. Sobald der O-Ring 10 voll zusammengedrückt
ist, nimmt das erforderliche Drehmoment für weiteres Festziehen tark zu, so daß die
Zungen 8 derart verbogen WLrden, daß der Ab-
stand X für die Schlüsselbacken klein genug wird und letztere über die verbogene Fläche der Zungen
abrutschen. Wenn die angelegte Kraft aufgehoben wire! kehrt die Zunge in ihre ursprüngliche Lage zurück.
Sollte es notwendig sein, die Schraubenmutter zu lösen, wobei die Lage der Schlüsselbacken umgekehrt
ist, wird die angelegte Kraft auf das in Festziehdrehrichtung hintere oder entgegengesetzte Ende der
Schlüsselansatzflächen 4 unter Einschluß des freien Endes der Zunge 8 konzentriert, die unter Druck gesetzt
und nicht bedeutend verbogen wird. Das maximale Drehmoment wird ausgeübt, um den Beginn
der Drehung dei Mutter zu bewirken; danach fällt das Drehmoment schnell ab.
Der Einschnitt 5 muß nicht gemäß Zeichnung parallel zur Schlüsselansatzfläche 4 verlaufen, er kann
auch in einem kleinen Winkel zu dieser Fläche liegen.
Eine weitere Ausführungsform ist in F i g. 3 dargestellt,
in der die Schraubenmutter I Schlüsselansatzflächen 13 hat. die in einem kleinen Winkel zu der
Ebene liegen, die die Kanten 14 am Schnitt der Sehlüssclansatzflächc verbindet. Die Schlüsselansatzfläche
13 endet an ihrem Schnitt mit dem Ein-
\5 schnitt 5. wobei das freie Ende 9 der Zunge 8 über die diese Fläche enthaltende Ebene vorsteht. Jede
Schlüsselansatrfläche 4 ist somit von ihrem in Festziehdrehrichtung vorderen Ende ausgehend bis zu
dem entgegen der Festziehdrehrichtung näehstfolgcnden Einschnitt zunehmend radial nach innen versetzt.
Bei Benutzung wirken die Backen r'es Sch'üsscls auf
die Ecken 14 beim Anziehen der Schraubenmutter und auf das freie Ende 9 der Zunge 8 beim Lösen,
wobei wie in der zuvor beschriebenen Ausführungsform das Spiu zwischen den Schlüssclbacken und dor
Schlüs:. Jansatzfläche erhöht wird. In einer Modifikation
der zuletzt beschriebenen Ausführungsform ist die Schlüssclansatzfläche Ί3 nickt eben und kann
sich beispielsweise zwischen der Ecke 14 und dem Einschnitt 5 krimmen.
Die Erfindung ist. ebenfalls bei Schraubenmuttern anwendbar, die zylindrische Seiten mit vier oder
sechs Vorsprüngen von den Seiten besitzen, die derart
angeordnet sind, daß sie in die Backen eines Schlüssels eingreifen. Solche Vorsprünge sind in ihrer
Form gewöhnlich halbzylindrisch; erfindungsgemäß ist jeder Halbzylinder oder jeder zweite Halbzylinder
über seine gesamte Länge hinterschnitten, um eine
Aussparung analog dem Einschnitt 5 in den vorstehend
beschriebenen Ausführungsformen zu bilden.
Eine erfindungsgemäße Schraubenmutter, die angeschraubt
ist. wobei die freien Enden der Zungen eine Schleppkantc bezüglich der Festziehdreh richtung
bilden, kann nicht leicht, wenn überhaupt, mit einem offenendigen Schlüssel abgeschraubt werden.
Es besteht daher ein Vorteil darin, eine derartige Schraubenmutter auf diese Weise zur Sicherheit oder
für Sicherungsanwendungen zu benutzen.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Claims (3)
1. Bis zu einem vorbestimmten Drehmoment s fesi.ziehbare Schraubenmutter mit Schlüsselansatzflächen,
insbesondere aus Kunststoff, d a durch
gekennzeichnet, daß die Schlüsselansatzflächen
(4) an ihren in Festziehdrehrichtung vorderen Enden je eine elastische, bei dem ία
gewünschten Drehmoment ihre Lage ändernde Zunge (8) aufweisen, die durch einen etwa parallel
zur jeweiligen Schlüsselansatzfläche geführten Einschnitt (5) gebildet ist.
2. Schraubenmutter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Zungen (8) an jeweils
abwechselnd aufeinanderfolgenden Schlüsselansatzflächen (4) vorgesehen sind.
3. Schraubenmutter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß jede Schlüsselansatzfläche
(13) von ihrem in Festziehdreh richtung vorderen
Ende ausgehend, bis zu dem entgegen der Fcstziehdrehrichtung nächstfolgenden Einschnitt (5)
zunehmend radial nach innen versetzt ist, derart, daß die freien Enden (9) der Zungen (8) über die
benachbarten Schlüsselansatzflächen vorstehen.
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