DE2050518A1 - Zündgerät an einem Geschoß mit Zusatzantrieb (Raptile) - Google Patents
Zündgerät an einem Geschoß mit Zusatzantrieb (Raptile)Info
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Zündgerät an einem Geschoß mit Zusatzantrieb (Raptile)
Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Zündgerät an . "
einem Geschoß mit Zusatzantrieb, das bei seinem Abschuß aus einem Geschoßrohr ο.dgl. eine Beschleunigung erhält, die sowohl
das Auslösen eines InitialZünders als auch die Lagerverschiebung
eines Trägerteiles verursacht, an dem ein flammenabgebendes Zündorgan angeordnet ist. Die Bezeichnung "Raptile" bezieht
sich hier auf ein Artilleriegeschoß, das mit einem Zusatz-
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Raketenmotor zwecks Erhöhung der Schußweite des Geschosses ausgestattet ist. Die beim Abschuß erhaltene Beschleunigung
besteht in der Regel sowohl aus einer linearen Beschleunigung entlang der Symmetrielinie des Geschosses ,als
auch einer rotationserzeugenden Winkelbeschleunigung um die gleiche Symmetrielinie. Das Zündgerät ist an geeigneter
Stelle am oder im Motor des Zusatzantriebes untergebracht. -
Das Zündgerät soll ein sicheres und explosionsfreies
* Entzünden eines im Triebwerk des Geschosses befindlichen
Treibstoffes, beispielsweise in Form von Pulver, erzielen,
wobei die Gefahr ausgeschlossen sein soll, daß Konstruktionsteile im Gesehoß oder im Zusatzantrieb beim Entzünden
beschädigt werden. Darüber hinaus soll das Zündgerät in' einfacher Weise die Möglichkeit bieten, im voraus die Zelt
zwischen der Abfeuerung des Geschosses aus dem Artillerlege-
^ schütz und dem Entzünden des Zusatztriebwerkes festlegen
zu können, da diese Zeit in einem gewissen Verhältnis zur
Brenndauer des Triebwerkes stehen sollte, um mit dem Geschoß mit Zusatzantrieb eine optimale Schußweite zu erzielen
bei gleichzeitiger niedriger Streuung an der Aufschlagstelle zwischen verschiedenen Geschossen.
Darüber hinaus ist es eine unabdingbare Forderung an
das Zündgerät, daß es gegen unbeabsichtigtes Entzünden des Zusatztriebwerkee während des Transportes oder der Lagerung
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des Geschosses gesichert sein muß.
Die vorliegende Erfindung löst sämtliche vorstehenden
Probleme und ist in erster Linie dadurch gekennzeichnet,
daß der Initialzünder bei seiner Auslösung einen Verzögerungsbrennsatz
entzündet, der ein ohne Flamme und ohne heiße Gase brennendes Material enthält, daß das Trägerteil
bei seiner Lageverschiebung bewirkt, daß das flammenabgebende Zündorgan mit dem Verzögerungsbrennsatz in Kontakt
kommt, der nach einer im voraus bestimmten Zeitspanne durch die Kontaktwärme das flammenabgebende Zündorgan '
entzündet, und daß ferner das flammenabgebende Zündorgan aus einem Brennstoff besteht, der unexplosiv mit heißer
Flamme von langer Dauer brennt, wobei das Zündorgan eine
solche Anordnung hat, daß es seinerseits über eine gleichfalls nicht explosiv brennende Entzündungsladung das Entzünden
des im Zusatztriebwerk befindlichen Treibstoffes verursacht.
Eine Ausführungsform der Erfindung wird nachstehend an Hand |
der beigefügten Zeichnungen beschrieben, von denen
Fig. 1 in Seitenansicht und teilweise im Schnitt ein Zündgerät in Ruhezustand zeigtj
Fig. 2 in Horizontalansieht einen Querschnitt A-A des
Zündgerätes nach Fig. 1 darstellt und
— 3 —
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Pig. 3 in Seitenansicht und teilweise im Schnitt das
Zündgerät in Pig. I im ausgelösten Zustand veranschaulicht.
In den Figuren sind einander entsprechende Teile mit gleichen Bezugszeichen versehen. In Figur 1 ist mit 1 eine
im Zündgerät vorhandene Entzündungsladung bezeichnet, die über Kanäle 2 in einem die Ladung umgebenden Teil J>
in Verbindung mit dem (nicht eingezeichneten) Treibstoff im Motor des Zusatzantriebes in Verbindung steht. Die Entzündungsladung
steht über einen weiteren Kanal 4 in Verbindung mit einem Sicherungs- und Entsicherungsteil 5* das
mit dem die Ladung 1 umgebenden Teil 3 durch ein Gewinde verbunden ist.
Das Sicherungs- und Entsicherungsteil 5 enthält einen
Initialzünder 6 in Form eines Zündhütchens, das in einer
Aussparung 7 beweglich angeordnet ist, wo es in unbeeinflußtem Zustand des Geschosses von einer Feder 8 in seiner
einen Außenlage gehalten wird. Die beim Abschuß des Geschosses aus einem Geschützrohr oder dgl. auftretende
lineare Beschleunigung verursacht infolge der Trägheitskräfte im Zündhütchen, daß die Federkraft der Feder 8
überwunden und das Zündhütchen gegen eine Schlagbolzenspitze 9 geschlagen wird, so daß eine Auslösung erfolgt. Die Aussparung
7 für das Zündhütchen steht über eine Verbindung 11 mit einem Verzögerungsbrennsatz Io in Verbindung, woraus
'sich ergibt, daß das Zündhütchen bei seiner Auslösung den
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Verzögerungsbrennsatz entzünden wird. Dieser Brennsatz besteht aus einem brennbaren Material, das ohne Flamme und
heiße Gase abbrennt und ist in einer zylindrischen Aussparung angeordnet, so daß die Entzündung des Verzögerungsbrennsatzes
nur an dessen einem Ende erfolgt. Das brennbare Material enthält im Ausführungsbeispiel Zirkon-Nickel, Bor
und Bariumchromat.
Das Entsicherungs- und Sicherungsteil 5 enthält ferner
ein in einer Ausnehmung 12 beweglich angeordnetes Trägerteil IJ. Genannte Ausnehmung 12 erstreckt sich in radialer Richtung
des Geschosses mit Zusatzantrieb längs einem gedachten Durchmesser und das Trägerteil 15 ist von einer gesicherten
Mittenlage (siehe Fig. 1) nach zwei Außenlagen, von denen die eine in Fig. 3 dargestellt worden ist, durch
Zentrifugalkraft antreibbar, die von der rotationerzeugenden Winkelbeschleunigung des Geschosses mit Zusatzantrieb
verursacht wird. Die Sicherung in der Mittenlage wird durch zwei Kolben 14 erzielt, die in entsprechenden Ausnehmungen
beweglich angeordnet sind, die sich ebenfalls in radialer Richtung des Geschosses erstrecken, aber rechtwinklig zur
Richtung der Ausnehmung 12, Jeder Kolben 14 ist iJede* mit
seinem Stift versehen, die in Ausnehmungen an dem beweglich angeordneten Trägerteil IJ eingreifen, wenn das Geschoß
seine Ruhelage einnimmt, da die Kolben in dieser Lage von je einer Feder 16 gegen das Trägerteil 15 gepreßt werden.
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Bei auftretender Zentrifugalkraft werden die Federkräfte
der Federn 16 überwunden und die Kolben nach außen gepreßt, woraus sich ergibt, daß die Stifte ihren Eingriff
in die Ausnehmungen im Trägerteil 13 verlieren und das
Trägerteil 13 dabei durch die Zentrifugalkraft in eine seiner Außenlagen bewegt wird, beispielsweise in die in
Fig· 3 gezeigte Außenlage.
Das Trägerteil 13 trägt zwei flammenabgebende Zündorgane
ψ in Form von Pulverpillen 17, von denen die eine bei der
angenommenen Außenlage des Trägerteiles 13 in Verbindung
mit dem Verzögerungsbrennsatz an dessen Seite.kommt, die
nicht vom Zündhütchen entzündet wird. Die Pulverpille steht bei der vom Trägerteil 13 eingenommenen Außenlage
ferner,über den zusätzlichen Kanal 4 in Verbindung mit der
Entzündungsladung 1.
Wenn also der Verzögerungsbrennsatz Io ausgebrannt ist,
^ wird mit der Kontaktwärme die Pulverpille explosionsfrei entzündet und sie brennt danach unexplosiv mit heißer Flamme
von langer Dauer, wobei die Flamme die ebenfalls nicht explosiv brennende Entzündungsladung entzündet, die ihrerseits
den Treibstoff des Geschosses mit Zusatzantrieb zündet.
Bei vorstehender Anordnung besteht das Zündgerät aus einem Sicherungstell und einem Entzündungeteil· Das Sicherungs-
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teil enthält die genannten Sicherungs- bzw. Entsicherungsfunktionen,
während das Entzündungsteil die eigentliche
Entzündungsladung für das Triebwerk des Zusatzantriebes enthält. Dabei kann man ein sicheres Überzünden des Treibstoffes
des Geschosses mit Zusatzantrieb dadurch erhalten, indem man das Entzündungsteil eine kräftige Flamme von
langer Dauer abgeben läßt. Das Entzündungsteil wird weiter auf eine nicht brisante Art mit heißer Flamme gezündet;
dem kommt sowohl aus Sicherheitsgründen als auch hinsichtlich der Funktion des Geschosses mit Zusatzantrieb große
Bedeutung zu.
Ferner ist die ZUndpille 7 in gesicherter Lage so weit
von dem gasfreien Verzögerungsbrennsatz entfernt, daß sie nicht durch die Wärme vom Verzögerungsbrennsatz entzündet
werden kann, wenn dieser unabsichtlich vom Zündhütchen entzün det werden sollte. Darüber hinaus kann die Brenndauer für
den Verzögerungsbrennsatz in einfacher Weise variiert werden, indem man seine Höhe verändert.
Im übrigen ist dem Zündgerät nach der vorliegenden Erfindung
eine solche Konstruktion gegeben worden, daß ein oder mehrere von dessen Teilen leicht ausgetauscht oder
beispielsweise bei der Lagerung vorübergehend entfernt werden können.
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Die Erfindung ist nicht auf die vorstehend als Beispiel gezeigte Ausführungsform begrenzt, sondern kann Abänderungen
innerhalb des Rahmens für nachfolgende Patentansprüche unterworfen werden.
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Claims (4)
- PatentansprücheΓΐJ Zündgerät an einem Geschoß mit Zusatzantrieb, das bei seinem Abschuß aus einem Geschützrohr oder dgl. eine Beschleunigung erhält, die sowohl das Auslösen eines Initialzünders als auch die Lageverschiebung eines Trägerteiles verursacht, an dem ein flammenabgebendes Zündorgan ange- ,ordnet ist, dadurch gekennzeichnet, daß der Initialzünder (6) bei seiner Auslösung einen Verzögerungsbrennsatz (Io) entzündet, der ohne Flamme und ohne heiße Gase brennendes Material enthält, daß das Trägerteil (13>) bei seiner Lageverschiebung bewirkt, daß das flammenabgebende Zündorgan (17) in Verbindung mit dem Verzögerungsbrennsatz (Io) kommt, der nach einer im voraus bestimmten Zeitspanne mit der Kontaktwärme das flammenabgebende Zündorgan (17) entzündet, und daß das flammenabgebende Zündorgan (17) aus einem Stoff besteht, der explosionsfrei mit heißer Flamme von langer Dauer brennt, wobei das Zündorgan (17) eine solche Anordnung hat, daß es seinerseits über eine gleichfalls nicht explosiv brennende Entzündungsladung (1) das Entzünden des im Triebwerk des Geschosses mit Zusatzantrieb befindlichen Treibstoffes verursacht.109818/ 1 388
- 2. Zündgerät nach Patentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Initialzünder (6) ein Zündhütchen od.dgl. enthält, das von einer im Geschoß auftretenden linearen Beschleunigung durch Schlag gegen eine Schlagbolzenspitze (9) auslösbar ist.
- 3. Zündgerät nach Patentanspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das im Verzögerungsbrennsatz (Io) enthaltene Material in einer säulenförmigenW Aussparung angeordnet ist, wobei der Verzögerungsbrennsatz an seinem einen Ende mit den Zündhütchen (6) od.dgl. und in seinem anderen Ende mit dem flammenabgebenden Zündorgan (17) in Verbindung steht.
- 4. Zündgerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Lageverschiebung dadurch erzielt wird, daß das Trägerteil (15)in einer Ausnehmung (12) in radialer Richtung des Geschosses fe von einer Mittenlage (Fig. 2) nach einer von zwei Außenlagen beweglich angeordnet ist, wobei das Trägerteil in seiner Mittenlage mi% durch Kolben (14) gesichert ist, die in zur Bewegungsrichtung des Trägerteiles (13) senkrechter Radialrichtung verschiebbar in Ausnehmungen angeordnet und durch eine bei der Winkelbeschleunigung des Geschosses auf-. · tretenden Zentrifugalkraft nach außen treibbar sind, wodurch- Io -109818/1388das Trägerteil entsichert wird und durch die Zentrifugalkraft in die eine Außenlage bewegt wird, in der das flammenabgebende Zünäorgan einerseits mit dem Verzögerungsbrennsatz (Io) und andererseits über die Entzündungsladung (1) mit dem Treibstoff des Geschosses mit Zusatzantrieb in Verbindung kommt.- 11 -109818/ 1388
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