DE2050490A1 - Fadenbremsvorrichtung an Doppeldrahtzwirnspindeln - Google Patents
Fadenbremsvorrichtung an DoppeldrahtzwirnspindelnInfo
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Description
Patentanwälte ÄÄ Dip,. In, F. «ta™, 205049O
44- Münster (West f.) 01P1- inS- Η· W1»1*"'*1" Ί» DiP!- P^ys. Dr. K. Fincke
Dablv/eg 102 Oipl. Jog. F. Ä. Weiskmann, Dipl. Chern.B. Huber
8 München 27, Möhlstr. 22
Fadenbremsvorrichtung an Doppeldrahtzwirnspindeln
Die Erfindung bezieht sich auf eine Fadenbremsvorrichtung
an Doppeldrahtzwirnspindeln, bei denen die zu verzwirnenden Fäden ohne Zwirnflügel und ohne Verwendung sogenannter Ablaufhilfen
von einer Fachspule oder von mindestens zwei koachsia.i übereinander angeordneten Einzelspulen über Kopf
abgezogen werden»
Bei der Herstellung von Zwei- oder Mehrfachzwirnen auf Doppeldrahtzwirnspindeln entstehen bekanntlich häufig dadurch Fehler im Zwirnprodukt, weil die Fäden nicht ständig
längen- und spannungsgleich in die Hohlspindel einlaufen. Als Ursache hierfür wurde gefunden, daß bereits bei Abzug
der Fäden von den vorgelegten Einzelspulen Spannungsunterschiede dadurch auftreten, weil die beiden Fäden unterschiedliche
Wege zurücklegen. Insbesondere der Faden, der von der
untenliegenden Spule abgezogen wird, ist auf seinem Wege größerer Raibung, beispielsweise durch Schleifen an der oberen
Spule, unterworfen. Auch bei der Verarbeitung von Fachspulen, und hier wiederum besonders häufig bei hohen Spulen, die über
Kop." abgezogen werden, entstehen dadurch Fehler im Zwirn, weil die einzelnen gefachten Fäden nicht immer gleichmäßig
nebeneinanderliegen, sondern sich gelegentlich nach vor- oder rückwärts überspringen oder sogar verheddern.
Bei hohen Spulen kommt erschwerend hinzu, daß sich beim Abzug
aus den tiefsten Lagen die gefachten Fäden leicht gegeneinander verrollen, weil die Ablaufstellen der Fäden beim changierenden
Abzug sowohl auf der Fachspule als auch bei mehreren Spulen ständig wechseln.
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Die genannten Schwierigkeiten treten besonders dann auf, wenn feine Materialien verarbeitet werden, bei denen der
Einsatz-eines-Zwirnflügels aus Festigkeitsgründen nicht
möglich ist. Die in die Hohlspindel einlaufenden Fäden können sich nicht mehr durch leichte Reibung in der Öse
des Zwirnflügels egalisieren und laufen mehr oder weniger unterschiedlich durch die Fadenbremse. Somit entstehen
rippige oder korkenzieherartige Zwirne, die sich bei der» Hqiterverarbeitung in verschiedener Weise nachteilig auswirken.
Zur Behebung diener Schwierigkeiten ist durch die OS 1 510 u.a. bereits vorgeschlagen worden, eine flexible Scheibe
oberhalb der jeweiligen Spule auf der Hohlspindel drehbar anzuordnen. Diese aufgesteckte. Scheibe wird in ihrem Randteil
vom jeweils auftretenden Fadenzug aufgebogen, und die Nachgiebigkeit der Scheibe bewirkt, dass hierdurch Spannungsschwankungen zwischen den einzelnen Fäden ausgeglichen werden.
Diese Äbzugsart hat aber den Nachteil, daß am Ende des Zwirnvorganges,
also bei fast abgearbeiteter Spule, der Abzugswinkel sehr ungünstig wird und die Spannung im Faden erhöht.
Außerdem jcommt noch hinzu, daß sich bekanntlich bei fast
abgearbeiteter Vorlagespule die Abzugsgeschwindigkeit des Fadens stark erhöht, wodurch die Drehzahl der aufgesteckten
flexiblen Scheibe ebenfalls ungünstig ansteigt. Diese Erscheinung ist bei allen Abzugsverfahren festzustellen, wenn
ein vom .Faden in Umlaufgebrachter Zwirnflügel oder ähnliche
Ablaufhilfen verwendet werden, und der Spannungsverlauf ist
immer dann am ungünstigsten, wenn der Faden am oberen Teil
der fast abgearbeiteten Spule abgezogen wird.
Durch die DAS 1 510 811 ist weiterhin bekanntgeworden, Führungskörper
auf die Hohlspindel aufzusetzen, die für die ein-
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laufenden Fäden eine gewisse Führung und Bremsung darstellen.
Diese Führungskorper können als sogen. Wendel aus Draht
bestehen, dessen Windungen in Umlaufrichtung des einlaufenden Fadens oder der einlaufenden Fäden ansteigend angebracht
sind, wobei der Durchmesser der unteren Wendel großer ist
als der obere Durchmesser der Hülse der Ablaufspule, mit der· die Vorrichtung zusammenarbeiten soll. Der Durchmesser
nimmt von dem größten Durchmesser an zu dem oberen Ende der Hohlspindel stetig ab, so daß sich ein glatter Konus ergibt.
Es sind daher auch Formen vorgesehen, die Pilzen, Tannenzapfen,
Kugelkalotten, Zuckerhüten oder dgl. entsprechen. λ
Da die von den Spulen kommenden Fäden oft sehr locker und
unterschiedlich springend in die Spindel einlaufen, sind aueti die Führungskorper nur bedingt geeignet, die Spannungsunterschiede
zwischen den Fäden auszugleichen. Alle diese Ausführungen haben aber noch einen weiteren gemeinsamen Nachteil,
der es erforderlich macht, beim Wechseln der Vorlagespule
die Führungskorper von der Hohlspindel abzunehmen. Dies wij?d auch dann erforderlich sein, wenn im unteren Teil der
Voriagespule ein Fadenbruch entsteht, der ohne Herausnehmen der Spule nicht bezoben werden kann. Diese erschwerte Bedienung
verlängert die Handzeiten des Bedienungspersonals und wirkt sich nachteilig auf die Produktion der Maschine aus. \
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Einrichtung
zu schaffen, die die bekannten Nachteile ausschaltet und ein einwandfreies Einlaufen eines oder mehrerer Fäden in
die Hohlspindel gewährleistet.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelost, daß die
die Hohlspindel durchlaufenden Fäden von mindestens zwei
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«nabhängig voneinander wirkenden Bremsorganen beeinflußt
werden, welche am Ein- und Auslauf der Hohlspindel angeordnet sind.
Eine bevorzugte Ausführungsform besteht darin, daß die
einlaufenden Fäden am oberen Ende der Hohlspindel von einer in einem trichterförmigen Druckstück liegenden Kugel vorgebremst
werden, während die eigentliche Fadenbremsung durch eine nahe dem unteren Ende de'r Hohlspindel angeordnete,
an sich bekannte Fadenbremse ausgeübt wird, die aus teleskop- ^ artig ineinandergeschobenen Hülsen mit halbkugelformigen En-"^
den besteht, in die eine Bremsfeder eingeschlossen ist.
Um die Vorbremsung auf die verschiedenen Garnarten abstim-■en
zu können, ist in weiterer Ausgestaltung der.Erfindung
vorgeschlagen, daß die am oberen Ende der Hohlspindel befindliche Einlauföse losbar, beispielsweise durch ein Gewinde,
angeordnet ist, um die die Vorbremsung bewirkende Kugel durch Auswechseln gewichtsmäßig verändern zu können.
Eine weitere Ausführung des Erfinduiigsgedankens ist derart,
daß die Hohlspindel, welche das Druckstück trägt, in einem Gewinde des Führungsrohres achsial verstellbar geführt ist
W Vina durch einen elastisch vorgespannten Bremsring gegen unbeabsichtigtes
Verdrehen gesichert wird.
Damit alle Fadenbremsvorrichtungen untereinander einheitlich, eingestellt werden können, ist die erfindungsgemäße Ausfuhrung
derart, dass die Hohlspindel mit einem Einstellring verseben ist, Welcher eine Skala trägt und mit einer Gegenslcala
am oberen Ende des Führüngsrohr-es abgestimmt werden
kann. ,
Ein Ausführ'Ungsbeispiel der Erfindung ist in der schematischen
Zeichnung teilweise geschnitten dargestellt und wird im folgenden näher beschrieben.
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In der» Zeichnung ist der Antriebswirtel rait 2 bezeichnet. Am
oberen Ende des Antriebswirteis ist eine Speicherscheibe 4 und ei'n Abwurfteller 6 angeordnet, die mit dem Antriebswirtel
2 drehfest verbunden sind. Am Umfang der Speicherscheibe
ist eine Führungsöse 8 angebracht, die einen nicht.dargestellten
Fadenführungskanal abschließt, der radial zur Spindelachse
verläuft. In dem System der drehenden Teile 2, 4, 6 ist ein Spulenträger 10 drehbar gelagert und durch mindestens
zwei stationäre Magnete 12 und deren Gegenmagnete 12* in bekannter
Weise am Drehen gehindert. Auf dem Spulenträger 10 sind zwei Vorlagespulen 14 und 14* koachsial übereinander
aufgesteckt, die von einer Zentrierhülse 16 aufgenommen werden. Am oberen Ende der Spule 14f ist über einem von dem
Spulenträger 10 ausgehenden Gestänge 18 ein Ballonführungsring 20 angebracht.
Mit dem Spulenträger 10 ist weiterhin ein Tragrohr 22 drehfest
verbunden, welches ein mit einer Ausnehmung 24 versehenes , durch die Zentrierhülse 16 hindurchgehendes Führungsrohr
26 aufnimmt. In dem Führungsrohr 26 ist am inneren Ende
der* Ausnehmung 24 ein ringförmiges Druckstück 28 eingesetzt,
welches an seinem oberen Ende eine konische Bremsfläche 30 aufweist und sich mit seinem unteren Ende 32 auf das Tragrohr
22 abstützt.
Am oberen Ende des Führungsrohres 26 ist ein Gewinde 34 angebracht,
welches in einer umlaufenden, halbkreisförmigen Ringnute 36 endet. In dem Gewinde 34 wird eine mit einem
erhabenen Gewindeteil 38 versehene Hohlspindel 40 drehbar geführt, welche an ihrem unteren Ende ein weiteres Druckstück
42 unverdrehbar aufnimmt. Das Druckstück 42 weist an seiner dem Druckstück 28 zugekehrten Seite ebenfalls eine
konische Bremsfläche 44 auf. Zwischen beiden konischen Bremsflächen 30 und 44 wird eine bekannte, patronenartige
Fadenbremse 46 achsial geführt, welche aus teleskopartig
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ineinandergeschobenen Hohlkörpern 48 und 48' mit halbkugelförmigen
Endflächen 50 und 50f besteht. Diese halbkugelförmigen
Endflächen werden durch eine innerhalb der Hohlkörper 48 und 48' eingesetzte Druckfeder 52 nach aussen gegen
die konischen Bremsflächen 30 und 44 gedrückt. Damit die Bremskraft der Fadenbremse 46 auf die jeweils zur Verarbeitung
kommenden Garne eingestellt werden kann, ist an der Hohlspindel 40 ein Einstellring 54 drehfest angeordnet. Durch
Verdrehen des Einstellringes 54 wird die Hohlspindel 40 mit dem Druckstück 42 achsial bewegt, und die in der Fadenbremse
46 eingesetzte Druckfeder 52 wird je nach Drehrichtung zusam-™'
mengedrückt oder entlastet. Da die die Höhlspindel 40 durchlaufenden ungezwirnten Fäden durch die halbkugelförmigen
Endflächen 50 und 50' der Fadenbremse 46 gegen die konischen Bremsflächen 44 und 30 gedrückt werden, ist durch die achsiale
Verschiebung des Druckstückes 42 eine Beeinflussung der Bremsspannung
möglich.
Um die Bremsspannung der Doppeldrahtspindeln untereinander einheitlich einstellen zu können, ist an dem Einstellring 54
eine Skala 56 angebracht, welche mit einer Gegenskala 58 am
oberen Ende des Führungsrohres 26 abgestimmt werden kann. Damit die eingestellte Position der Hohlspindel 40 auch erhalten
W bleibt, ist in der halbkreisförmigen Ringnute 36 ein elastisch vorgespannter Bremsring 60 angeordnet, der reibschlüssig auf
die Hohlspindel 40 einwirkt.
Da bei dieser Abzugsart ohne einen die Einlaufspannung regulierenden Zwirnflügel gearbeitet werden soll, ist am Eingang
der Hohlspindel 40 ein weiteres, unabhängiges Bremsorgan 62 vorgesehen. Es besteht aus einer überwiegend hohl-,
zylindrischen Trägerhülse 64, deren achsiale Aussparungen 66, 68 von einem ringförmigen Steg 70 begrenzt werden. Die
Trägerhülse 64 ist mit der Aussparung 6 8 auf dem oberen Ende der Hohlspindel 40 unverschiebbar befestigt, und in der Aussparung 66 ist ein ringförmiges Druckstück 72 fest angeordnet,
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welches mit seinem oberen, trichterförmigen Ende 74 eine
Kugel 76 ti'ägt. Ausserdem ist die Trägerhülse 64 am oberen
Ende' mit einer Einlauf öse 7 8 versehen, welche lösbar, beispielsweise
mit einem Gewinde 80, befestigt ist.
Die von den Vorlagespulen 14 und 14' kommenden Fäden 82 und
82· laufen durch die Einlauföse 7 8 zur Fadenbremse 62, weiter
durch die Bohrung der Hohlspindel 40 aum Bremsorgan 46 \tnd anschliefsend durch das Tragrohr 22. Nach dem radialen
Austritt aus der Führungsöse 8 legen sich die Fäden 82 und
82' über einen mehr oder weniger großen Teil des Umfanges ·*
der Speicherscueibe 4 herum-, bevor sie, abgestützt durch den 3a3.1onbeg^enzungsmantel 849 unter Ballonbildung zu dem
in der Verlängerung der Spindelachse angeordneten Fadenleitorgan
86 und schließlich zu einem üblichen, nicht dargestellten Abzugs- bzw. Aufwindezylinderwerk gelangen. *
Es hat sich gezeigt, daß die von beiden Bremsorganen eingeschlossene
Fadenstrecke spannungsregulierend auf die ungezwirnt durchlaufenden Fäden einwirkt und alle auftretenden
Unregelmäßigkeiten, wie Längenunterschiede, Schleifen und Schlingen, zwischen den Fäden ausgleicht.
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Claims (5)
- — ft —Patentansprüche) Die Erfindung bezieht sich auf eine Fadenbremsvorrichtung an Doppeldrahtzwirnspindeln, bei denen die zu verzwirnenden Fäden ohne Zwirnflugel und ohne Verwendung sogenannter Ablaufhilfen von einer Fachspule oder von mindestens zwei koachsial übereinander angeordneten Einzelspulen über Kopf abgezogen werden» dadurch gekennzeichnet, daß die die Hohlspi.ndel (40) durchlaufenden Fäden (82, 82') von mindestens z^ei unabhängig voneinander wirkenden Bremsorganen (62, 46) beeinflußt werden, welche am Ein- und Auslauf der Hohlspindel (40) angeordnet sind.
- 2) Fadenbremsvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die einlaufenden Fäden (82, 82') am oberen Ende der Hohlspindel (40) von einer in einem trichterförmigen Druckctück (72) liegenden Kugel (76) vorgebremst werden, während die eigentliche Fadenbremsung durch eine nahe dem unteren Ende der-Hohlspindel (40) angeordnete, an sich bekannte Fadenbremse (46) ausgeübt wird, die aus teleskopartig ineinandergeschobenen Hülsen (48, 48') mit halbkugelformigen Enden (50, 501) besteht, in die eine Bremsfeder (52) eingeschlossen ist.
- 3) Fadenbremsvorrichtung nach Anspruch'2 i~dadurch gekennzeichnet, daß die am oberen Ende der Hohlspindel (40) befindliche Einlauföse (78) losbar, beispielsweise durch ein Gewinde (80), angeordnet ist, um die die Vorbremsung bewirkende Kugel (76) durch Auswechseln gewichtsmäßig verändern zu können.
- 4) Fadenbremsvorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Hohlspindel (40), weiche das Drückstück (42) trägt, in einem Gewinde (34) des Führungsröhres '.(26) verstellbar geführt ist und durch einen elastisch Bremsring (60) gegen unbeabsichtigtes Verdrehen20981 Th 1732050Λ90
- 5) Fädenbremsvorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Hohlspxndel (40) mit einem Einstellring (5t) versehen ist, welcher eine Skala (56) trägt und mit einer Gegenskala (58) am oberen Ende des Führungsrohres (26) abgestimmt werden kann.209817/1173Leerseite
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