[go: up one dir, main page]

DE1939759B2 - Verfahren zur Herstellung von Cyclopropylamin - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Cyclopropylamin

Info

Publication number
DE1939759B2
DE1939759B2 DE19691939759 DE1939759A DE1939759B2 DE 1939759 B2 DE1939759 B2 DE 1939759B2 DE 19691939759 DE19691939759 DE 19691939759 DE 1939759 A DE1939759 A DE 1939759A DE 1939759 B2 DE1939759 B2 DE 1939759B2
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
reaction
stage
ammonia
cyclopropylamine
solution
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Withdrawn
Application number
DE19691939759
Other languages
English (en)
Other versions
DE1939759A1 (de
Inventor
Roger Paul Merriam Cahoy
Lee Vern Overland Park Phillips
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Gulf Research and Development Co
Original Assignee
Gulf Research and Development Co
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Gulf Research and Development Co filed Critical Gulf Research and Development Co
Publication of DE1939759A1 publication Critical patent/DE1939759A1/de
Publication of DE1939759B2 publication Critical patent/DE1939759B2/de
Withdrawn legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07CACYCLIC OR CARBOCYCLIC COMPOUNDS
    • C07C51/00Preparation of carboxylic acids or their salts, halides or anhydrides
    • C07C51/09Preparation of carboxylic acids or their salts, halides or anhydrides from carboxylic acid esters or lactones

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Oil, Petroleum & Natural Gas (AREA)
  • Organic Low-Molecular-Weight Compounds And Preparation Thereof (AREA)

Description

(a) die Umsetzung des 4-Chlorbuttersäuremethylesters mit Natriummethylat in einer inerten Gasatmosphäre und unter wasserfreien Bedingungen in Gegenwart einer aus der nachstehend angegebenen Verfahrensstufe (e) im Kreislauf geführten flüssigen organischen Phase durchführt,
(b) die Umsetzung mit Ammoniak ohne Abtrennung des Cyclopropancarbonsäuremethylesters in Abwesenheit von Wasser jedoch in Gegenwart von Natriummethylat und 40 bis 80 ml Methanol je MoI Cyclopropancarbonsäuremethylester durchführt,
(c) aus dem erhaltenen Reaktionsgemisch das Methanol und das überschüssige Ammoniak abdestilliert,
(d) den aus dem inerten flüssigen organischen Reaktionsmedium, Cyclopropancarbonsäureamid und nichtumgesetztem Cyclopropancarbonsäuremethylester bestehenden Destillationsrückstand mit genügend Wasser und Mineralsäure versetzt, um das Cyclopropancarbonsäureamid in Lösung zu bringen,
(e) die flüssige organische Phase von der in Stufe (d) erhaltenen wäßrigen Lösung abtrennt, trocknet und im Kreislauf in die Verfahrensstufe (a) zurückführt,
(f) den Hofmannschen Abbau in der Weise durchführt, daß man eine konzentrierte wäßrige Natriumhypochloritlösung zu der in Stufe (d) erhaltenen wäßrigen Lösung bei etwa 0°C gibt und die erhaltene homogene Lösung mit Natronlauge versetzt, anschließend auf eine Temperatur von 45 bis 50°C erwärmt und
(g) das erhaltene Reakiionsgemisch destilliert.
Cyclopropylamin gehört zu den sogenannten »Feinchemikalien« und wild als Zwischenprodukt bei der Herstellung bestimmter biologisch aktiver Chemikalien verwendet. Insbesondere kann dieses Amin in herkömmlicher Weise mit Cyanursäurechlorid zu 4- und 6-cyclopropylaminosubstituierten 2-Chlor-s-triazinen umgesetzt werden, die eine neue und wertvolle Klasse von als Unkrautvertilgungsmittel wirkenden aminosubstituierten s-Triasinen darstellen.
Cyclopropylamin ist in allen Verhältnissen mit Wasser mischbar. Zu den in der Literatur für diese Verbindung angegebenen Eigenschaften gehören die folgenden:
Dichte D;j = 0,8240;
Brechiingszahl /K0= 1.4210:
Siedepunkt = 500C.
Bisher war die Verwendung von Cyclopropylamin durch die Herstellungskosten dieser Verbindung beschränkt, weil die herkömmliche Synthese mehrere Stufen erfordert und in jeder Stufe erhebliche Verluste stattfinden. Die Herstellung von Cyclopropylamin im Laboratorium ist in »Journal of American Chemical Society«, Band 63, 1941, Seite 1733 und in der GB-PS 10 65 534 beschrieben.
Eine im Handel erhältliche Verbindung, die als
ίο Ausgangsstoff für die Herstellung von Cyclopropylamin verwendet wird, ist y-Butyrolacton, das seinerseits aus Acetylen, Formaldehyd und Ammoniak hergestellt wird. y-Butyrolacton läßt sich durch Chlorwasserstoffanlagerung leicht in 4-Chlorbuttersäure überführen. Diese Säure wird verestert und der Ester durch basischen Ringschluß in den entsprechenden Cyclopropancarbonsäureester umgewandelt
Der Cyclopropancarbonsäureester wird dann durch umkehrbare Reaktion mit Ammoniak in das entsprechende Amid übergeführt Diese Herstellungsweise liefert geringere Ausbeuten als andere Verfahren, die von der freien Säure ausgehen. Das Amid wird dann durch Hofmannschen Abbau mit stark alkalischem Hypochlorit in das Amin übergeführt. Die Gesamtausbeute bei einem solchen Mehrstufenverfahren war aber bisher sehr niedrig und für die technische Herstellung völlig unzureichend.
Es wurde nun gefunden, daß dieses Verfahren dadurch verbessert werden kann, daß die Reaktionspro-
jo dukte teilweise nicht mehr abgetrennt werden und die Aminierung sich vollständiger durchführen läßt, wenn man ein inertes organisches flüssiges Reaktionsmedium verwendet und dieses nach der Aminierung zurückgewinnt und im Kreislauf in die Stufe des Ringschlusses zurückführt. Ferner wird auch durch die Art der Zugabe der Reaktionspartner beim Hofmannschen Abbau die erzielte günstige Gesamtausbeute bedingt, wie nachstehend an Hand von Beispielen erläutert wird. Gegenstand der Erfindung ist also ein Verfahren zur Herstellung einer wäßrigen Lösung von Cyclopropylamin durch basische Kondensation von 4-Chlorbuttersäuremethylester in einem inerten flüssigen organischen Reaktionsmedium, Umsetzen des erhaltenen niederen Cyclopropancarbonsäuremethylesters mit Ammoniak unter Erwärmen und Umsetzen des erhaltenen Cyclopropancarbonsäureamids durch Hofmannschen Abbau, das dadurch gekennzeichnet ist, daß man
(a) die Umsetzung des 4-Chlorbuttersäuremethylesters mit Natriummethylat in einer inerten Gasatmosphäre und unter wasserfreien Bedingungen in Gegenwart einer aus der nachstehend angegebenen Verfahrensstufe (e) im Kreislauf geführten flüssigen organischen Phase durchführt,
(b) die Umsetzung mit Ammoniak ohne Abtrennung des Cyclopropancarbonsäuremethylesters in Abwesenheit von Wasser jedoch in Gegenwart von Natriummethylat und 40 bis 80 ml Methanol je Mol Cyclopropancarbonsäuremethylester durchführt,
bo (c) aus dem erhaltenen Reaktionsgemisch das Methanol und das überschüssige Ammoniak abdestilliert, (d) den aus dem inerten flüssigen organischen Reaktionsmedium, Cyclopropancarbonsäureamid und nichtumgesetztem Cyclopropancarbonsäuremethylester bestehenden Destillationsrückstand mit genügend Wasser und Mineralsäure versetzt, um das Cyclopropancarbonsäureamid in Lösung zu bringen,
.'■'■'•ι
(e) die flüssige organische Phase von der in Stufe (d) erhaltenen wäßrigen Lösung abtrennt, trocknet und im Kreislauf in die Verfahrensstufe (a) zurückführt,
(f) den Hofmannschen Abbau in der Weise durchführt, daß man eine konzentrierte wäßrige Natriumhypochloritlösung zu der in Stufe (d) erhaltenen wäßrigen Lösung bei etwa 00C gibt und die erhaltene homogene Lösung mit Natronlauge versetzt, anschließend auf eine Temperatur von 45 bis 500C erwärmt und
(g) das erhaltene Reaktionsgemisch destilliert.
Herstellung des Ausgangsmaterials
Der niedere 4-Chlorbuttersäuremethylester wird in folgender Weise hergestellt:
A) y-Chlorbuttersäure
Ein mit Glas ausgekleideter, mit Tauchrohr ausgestatteter trockener Rührautoklav von 2 I Inhalt wird mit 1 kg (11,6 Mol) y-Butyrolacton und 4 g (0,029 Mol) frisch geschmolzenem Zinkchlorid beschickt. Nach Ingangsetzen des Rührers beginnt man mit dem Einleiten von wasserfreiem Chlorwasserstoff. Zuerst verläuft die Reaktion stark exotherm, und der Chlorwasserstoffzusatz wird so gesteuert, daß die Temperatur unter etwa 1200C bleibt und man als Wärmeaustauschmittel zum Kühlen, falls dies erforderlich sein sollte. Wasser verwenden kann. Das Einleiten von Chlorwasserstoff wird fortgesetzt, bis sich bei 12O0C ein Druck von 21 atü leicht aufrechterhalten läßt. Dann wird das Reaktionsgefäß weitere 2 Stunden unter Rühren unter einem Druck von 21 atü auf 1200C gehalten. Das Reaktionsgefäß wird gekühlt und entleert, wobei man 1455 g Produkt erhält, das zufolge der Analyse zu 70 bis 90% aus y-Chlorbuttersäure und zum Rest hauptsächlich aus dem Ester der Strukturformel
CI-(CH2)3-COO-(CH2)3-COOH
besteht. Dieses Nebenprodukt wird teilweise in der nächsten Verfahrensstufe verwendet, so daß eine Reinigung in dieser Verfahrensstufe unnötig ist.
B) y-Chlorbuttersäuremethylester
Ein mit Magnetrührer und Rückflußkühler ausgestatteter trockener 5-Liter-Dreihalskolben wird mit 1810 g (2280 ml; 56,5 Mol) Methanol und 1415 g (11,3 MoI) der in der vorhergehenden Verfahrensstufe gewonnenen rohen y-Chlorbuttersäure beschickt. Das Reaktionsgemisch wird 2 Stunden unter Rühren auf Rückflußtemperatur erhitzt; dann wird die Lösung auf Raumtemperatur gekühlt und folgendermaßen aufgearbeitet:
Das Reaktionsprodukt wird destilliert, bis die Temperatur in der Destillierblase bei Atmosphärendruck 90°C erreicht und 85 bis 90% des nichtumgesetzten Methanols übergegangen sind. Der Destillationsrückstand wird auf Raumtemperatur gekühlt und in ein gleiches Volumen Wasser gegossen. Das Gemisch trennt sich in eine obere wäßrige Schicht und eine untere organische Schicht, die hauptsächlich aus y-Chlorbuttersäuremethylester besteht. Eine weitere Produktmenge kann durch Extrahieren der wäßrigen Schicht mit Toluol gewonnen werden. Der Toluolextrakt kann dann zu dem abgetrennten Ester für die Verwendung in der nächsten Verfahrensstufe zugesetzt werden. Die Esterausbeute beträgt etwa 90 bis 95%, bezogen auf dasy-Butyroiacton.
Beispiel
Stufe (a):
Cyclopropancarbonsäuremethylester
Diese Verfahrensstufe kann im Laboratorium folgendermaßen durchgeführt werden:
Ein mit Trichter, Rührer, Rückflußkühler und Thermometer versehener 5-Liter-Dreihalskolben wird mit Inertgas (Stickstoff oder Argon) gespült und dann mit 119 g (2,2 Mol) trockenem, pulverförmigem Natriummethylat und 340 ml trockenem Toluol beschickt. Die Aufschlämmung wird auf 1000C erhitzt und langsam im Verlaufe von 2 Stunden mit 560 g einer 48,9%igen Lösung von y-Chlorbuttersäuremethylester in Toluol versetzt 30 Minuten nach Beginn des Zusatzes fängt das Gemisch an, mäßig unter Rückfluß zu sieden, und die Temperatur beginnt dann zu sinken. Wenn man die Zusatzgeschwindigkeit erhöht, führt dies zu stärkerem Sieden am Rückflußkühler. Nach beendetem Zusatz wird die Aufschlämmung noch 6 Stunden auf Rückflußtemperatur erhitzt In den ersten 2'/2 Stunden nach Beendigung des Esterzusatzes sinkt die Temperatur im Kolben langsam auf 76° C und bleibt während des Restes der Umsetzung auf dieser Höhe. Die sehr zähflüssige Aufschlämmung wird vorzugsweise gekühlt und in der Stufu (b) eingesetzt Wenn man die Ausbeute bestimmen will, kann man das Produkt isolieren.
Die Ergebnisse, die man bei der Neutralisation mit Säure und bei der Isolierung des Produktes in dieser Verfahrensstufe erhält, zeigen, daß die Ausbeute in dieser Stufe etwa 92% beträgt. Bei der kontinuierlichen Arbeitsweise wird ein beträchtlicher Teil des in dieser Verfahrensstufe verwendeten Toluols durch Kreislaufführung der organischen flüssigen Phase erhalten, die in der Verfahrensstufe (e) anfällt und etwas nichtumgesetzten Ester aus der Verfahrensstufe (c) enthält. Das im Kreislauf geführte Material wird vor der Verwendung in der Stufe (a) getrocknet.
Stufe (b):
Herstellung des Amids aus Cyclopropancarbonsäuremethylester
Die Herstellung des Amids kann im Laboratorium folgendermaßen durchgeführt werden:
Ein mit Rührer versehener 2-Liter-Autoklav wird mit Stickstoff gespült und dann mit einer Lösung von 8 g (0,15 Mol) Natriummethylat in 40 ml Methanol beschickt. Dann setzt man 390 ml Toluol und 95,2 g (0,95
so Mol) Cyclopropancarbonsäuremethylester zu. Der Autoklav wird verschlossen und in einen Heizmantel eingesetzt. Ein Motor wird mit dem Rührer verbunden. Eine Ammoniakbombe wird über entsprechende Anschlüsse und Ventile mittels Druckschlauch an das Gefäß angeschlossen. Dreimal wird der Autoklav mit Ammoniak bis zu einem Druck von 1,75 atü gefüllt und der Druck wieder entspannt, worauf der Autoklav verschlossen und 5 Stunden unter Rühren erhitzt wird. Ein typisches Zeit-Temperatur-Druckprogramm für diese Reaktion ist das folgende:
Zeit
Uhr: Min.
Temperatur
0C
Druck
atü
11:10 11:11 11:14
28
28-33
36
3,5-0-3,5
Fortsetzung
Zeit
Uhr: Min.
Temperatur
°C
Druck
atü
11:30 45 1,95
11:37 60 2,45
11:48 73-77 3,26-7
11:50 88 5,95-7,14
12:15 78 5,25-7,14
12:35 80 6,51-7,35
13:40 80 5,46-7,49
15:07 73 5,46-7,49
16:07 78 (Erhitzer abgestellt) 5,46 -7,49
16:30 58 (Rührer abgestellt) 7,49
Nach dem Stehenlassen bis zum folgenden Tag befindet sich der Autoklavinhalt bei 22°C unter einem Druck von 1,4 atü.
Der Umwandlungsgrad des Ausgangsmaterials zu Cyclopropancarbonsäureamid bei dem obigen Verfahren beträgt etwa 85 bis 90%. Gewünschtenfalls läßt sich bei der Durchführung dieser Verfahrensstufc in technischem Maßstäbe ein Umwandlungsgrad von etwa 88% erreichen.
Einige Merkmale des obigen Verfahrens, sind für die erfolgreiche Durchführung wesentlich. Es wurde gefunden, daß die Methanolkonzentration 40 bis 80 ml je Mol Cyclopropancarbonsäuremelhylester (20- bis 25%ige Lösung in Toluol) beträgt. Wenn das Toluol fortgelassen wird, erhält man niedrige Amidausbeuten. Diese zeigt, daß ein Reaktionsgleichgewicht besteht. Wenn das Natriummethylat fortgelassen wird, erhält man überhaupt kein Produkt. Ammoniumchlorid wirkt nicht als Katalysator. Wenn das Methanol fortgelassen wird, sinkt der Umwandlungsgrad zum Produkt auf etwa 59% ab, woraus sich ergibt, daß die Löslichkeit des Katalysators eine notwendige Bedingung ist. Katalysator und Reaktionsteilnehmer sollen so trocken wie möglich sein. In Gegenwart von Natriummethylat und Wasser wird das Amid leicht zu dem Natriumsalz der Cyclopropancarbonsäure hydrolysiert, was zu einem Ausbeuteverlust an Endprodukt führt.
Die Reaktionszeiten können 2 bis 5 Stunden betragen. Unter den günstigsten Bedingungen verläuft die Reaktion recht schnell. Wenn sich das Ammoniak in dem flüssigen Gemisch löst (d. h. wenn der Rührer in Gang gesetzt wird), entwickelt sich etwas Wärme. Wenn der Gefäßinhalt 70°C erreicht, kann durch exotherme Reaktion ein Temperaturanstieg um mehrere Grad Celsius stattfinden.
Stufe (c):
Abtreiben von Ammoniak und Methanol aus dem
Amid enthaltendem Reaktionsgemisch
In dieser Verfahrensstufe wird das in Stufe (b) erhaltene Reaktionsgemisch eingesetzt. Nachdem das Druckgefäß zur Atmosphäre hin geöffnet worden ist, wird das ganze Reaktionsgemisch zusammen mit weiteren 200 ml Toluol in einen Destillierkolben überführt. Unter vermindertem Druck werden 521 ml Destillat aufgefangen. Aus diesem Destillat wird vorzugsweise Methanol durch Abdestillieren zurückgewonnen. Der Rest des Destillats, der hauptsächlich aus nichtumgesetztem Ester und Toluol besteht, wird vorzugsweise im Kreislauf in die Verfahrensstufe (b)
zurückgeführt, kann aber auch mit der in der Verfahrensstufe (e) abgetrennten organischen Phase vereinigt und im Kreislauf in die Verfahrensstufe (a) zurückgeführt, werden, um d=n Bedarf an nichtreaktionsfähigem !Lösungsmittel in der ersten Stufe zu decken.
Stufe (d):
Zusatz von Wasser zu dem bei der Destillation
hinnerbliebenen Amid enthaltenden
Reaktionsgemisch und Phasentrennung
Der Destillationsrückstand wird mit 450 ml Wasser versetzt Unter Kühlen und Rühren wird der pH-Wert durch Zusatz von 20 ml konzentrierter Salzsäure auf 4 eingestellt Diese Ansäuerung ist aber nicht erforderlich, wenn die Verfahrensstufe (f) unverzüglich durchgeführt wird. Die wäßrige Schicht wird in einem Scheidetrichter abgezogen und die organische Phase noch zweimal mit Wasser extrahiert. Die wäßrigen Extrakte werden vereinigt (840 ml). Diese Extraktion ist nicht unbedingt erforderlich, aber vorteilhaft, weil die starke Löslichkeit des Cyclopropancarbonsäureamids in Wasser zu einem günstigen Verteilungsverhältnis führt. Die Werte für die Wasserlöslichkeit von Cyclopropancarbonsäureamid bei Raumtemperatur und niedrigeren Temperaturen sind die folgenden:
Temperatur Löslichkeit g Cyclopropancarbonsäureamid je 100 g H2O
21,4
18,5
6,9
Da der Hofmannsche Abbau zu dem Amin in wäßriger Lösung vor sich geht, kann die vereinigte wäßrige Phase zweckmäßig ohne weitere Behandlung in der Verfahrensstufe (f) verwendet werden.
Stufe (e):
Kreislaufführung der bei der Umsetzung mit
Ammoniak erhaltenen flüssigen organischen Phase
Die bei der Umsetzung mit Ammoniak anfallende flüssige organische Phase kann erhebliche Mengen an nichtumgesetzen Cyclopropancarbonsäuremethylester enthalten. Diese flüssige Phase wird in der Verfahrensstufe (a) entweder als Lösungsmittel für den y-Chlor- buttersäuremethylester oder als Verdünnungsmittel für die Natriummethylataufschlämmung verwendet. Auf diese Weise wird der Lösungsmittelbudarf der Stufe (a) gedeckt und gleichzeitig gewährleistet, daß die nichtumgesetzten Anteile des Esters wieder durch die Umsetzungsstufe mit Ammoniak geführt werden, wo der Umwandlungsgrad in technisch in Betracht kommenden Reaktionszeiten nur etwa 90% beträgt.
Stufe (f):
Umwandlung des Amids in das Amin durch
Hofmannschen Abbau
In dieser Verfahrensstufe wird die wäßrige Lösung des Cyclopropancarbonsäureamids bei Temperaturen in der Nähe von 0°C mit Natriumhypochloril umgesetzt. b5 Gewöhnlich führt man diese Umsetzung durch, indem man das Amid zu einer stark alkalischen verdünnten Natriumhypochloritlösung zusetzt. Im Sinne der Erfindung wurde iedoch gefunden, daß sich Verluste durch
Hydrolyse vermindern lassen und konzentriertere Reaktionslösungen verwendet werden können, wenn man zunächst eine konzentrierte Hypochloritlösung zu dem Amid zusetzt, statt umgekehrt zu verfahren, und dann die erforderliche Menge an starker Base zusetzt, \. um die Umwandlung zu dem Amin zu vervollständigen. Diese Methode läßt sich im Laboratorium folgendermaßen durchführen:
Eine Lösung von 50 g (1,25 Mol) Natriumhydroxid in 250 ml Wasser wird unter Rühren und Zusatz von 35,5 g (0,5 Mol) Chlor auf 0 bis 5°C gekühlt. Ein mit Rührer, Thermometer, Kühlbad und mit Kühlmantel versehenem Zugabetrichter ausgestatteter 2-Liter-Dreihalskolben wird mit 42,5 g (0,5 Mol) Cyciopropancarbonsäureamid und 150 ml Wasser beschickt. Durch den Mantel des Zugabetrichters wird Eiswasser geleitet. Die oben beschriebene kalte Natriumhypochloritiösung wird in den Tropftrichter überführt und zu der Suspension in dem Reaktionsgefäß bei 0°C zugetropft. Der Zusatz dauert etwa 30 Minuten. Man erhält eine homogene Lösung, die dann noch 45 Minuten unter Rühren gekühlt wird. Der Zugabetrichter wird mit einer Lösung von 40 g (1 Mol) Natriumhydroxid in 200 ml Wasser beschickt. Diese Lösung wird unter Kühlen und Rühren im Verlaufe von 15 Minuten zugesetzt. Nach weiteren 30 Minuten wird die Reaktionslösung 2 Stunden auf 45 bis 5O0C erwärmt. In dieser Verfahrensstufe kann man die Lösung gegebenenfalls über Nach bei Raumtemperatur stehenlassen.
Der Umwandlungsgrad von Amid zu Amin in dieser j« Verfahrensstufe beträgt etwa 85 bis 95%. Bei kontinuierlicher Arbeitsweise lassen sich Umwandlungsgrade in der Nähe von 90% leicht erzielen. Durch die Anwendung der Verfahrensweise mit umgekehrter Reihenfolge des Zusatzes wird eine Umwandlung des Amids in das Alkalisalz der Cyclopropancarbonsäure vermieden. Stufc(g):
Gewinnung von wäßrigem Cyclopropylamin durch
Wasserdampfdestillation
Das in Stufe (f) erhaltene Reaktionsgemisch läßt sich leicht durch Erhitzen destillieren, wobei man als Destillat ein Gemisch aus Cyclopropylamin und Wasser gewinnt.
Bei der hier erläuterungsweise beschriebenen Durchführung im Laboratorium kann man den Rührer aus dem oben beschriebenen Reaktionskolben herausnehmen und durch eine Vigreaux-Kolonne ersetzen, die mit Kühler und Vorlage zum Auffangen des Destillats versehen ist. Das Reaktionsgemisch wird erhitzt, so daß eine Wasserdampfdestillation stattfindet Der größte Teil des Cyclopropylamins wird in den ersten 100 ml Destillat gewonnen. Eine typische Analyse des in vier Anteilen aufgefangenen Destillationsprodukts ist die folgende:
Anteil Volumen
ml
g Cyclopropylamin, bestimmt
durch Gas-Flüssigkeits-Chromatographie
60
1 79 26,7 (0,468MoI)
2 91 0,22
3 150 0,02
4 202 0,01
Nach dem beschriebenen Verfahren lassen sich leicht wäßrige Lösungen von Cyclopropylamin mit Konzen-
65 trationen von 25 bis 30% herstellen, die sich zur Weiterverarbeitung auf als Unkrautvertilgungsmittel wirkende Cyclopropylamino-s-triazinderivate eignen. Die wäßrige Lösung kann hierbei direkt angewandt werden, ohne daß das Wasser zuvor entfernt zu werden braucht.
Das oben beschriebene Laboratoriumsverfahren kann ohne Schwierigkeiten auch großtechnisch durchgeführt werden:
(a) Eine Aufschlämmung von 29,7 g (0,55 Mol) pulverförmigem Natriummethylat in Toluol wird unter Rühren bei 1000C langsam im Verlaufe einer Stunde mit einer Lösung von 68,3 g (0,5 Mol) y-Chlorbuttersäuremethylester in 160 ml Toluol versetzt. Dann wird die Aufschlämmung 6 Stunden auf Rückflußtemperatur erhitzt, wobei die Temperatur auf 76°C sinkt. Das Reaktionsgemisch wird auf Raumtemperatur gekühlt und die ganze Reaktionsmasse, die aus einer Aufschlämmung von Natriumchlorid, Cyclopropancarbonsäuremethylester. Methanol und unverändertem Natriummethylat in Toluol besteht, in einen 1-Liter-Autoklav überführt.
(b) Der Autoklav wird mit Ammoniak gespült und dann mit Ammoniak unter einen Druck von 7,7 atü gesetzt. Durch die inneren Kühlschlangen des Autoklavs wird kaltes Methanol geleitet, und wenn der Druck auf Atmosphärendruck abgesunken ist, setzt man 110 g flüssiges Ammoniak zu. Man beginnt zu rühren, erhitzt den Autoklav langsam auf 8O0C und hält ihn 8 Stunden bei einem Druck von 28 atü auf dieser Temperatur. Dann wird der Autoklav langsam auf Raumtemperatur abgekühlt und langsam zur Atmosphäre hin geöffnet.
(c) Das Reaktionsgemisch wird in einen mit Rührer und Destillierkoionne ausgestatteten Dreihalskolben überführt, wo Methanol und Ammoniak langsam abdestilliert werden, bis die Erhitzungstemperatur 1000C erreicht. Bei dieser Destillation beginnt Cyclopropancarbonsäureamid auszukristallisieren, und wenn man das Reaktionsgemisch auf Raumtemperatur erkalten läßt, schreitet die Kristallisation fort, bis sich der Gefäßinhalt nur noch schwer rühren läßt.
(d) Die Reaktionsmasse wird dreimal mit je 200 ml kaltem Wasser extrahiert, und die vereinigten wäßrigen Extrakte werden unmittelbar der Verfahrensstufe (f) zugeführt, während die organische Phase im Kreislauf zur Stufe (a) zurückgeführt wird.
Die Stufen (f) und (g) werden wie oben beschrieben durchgeführt. Die Gesamtausbeute an Cyclopropylamin, bezogen auf den y-Chiörbuttersäuremethylester beträgt etwa 80%.
Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren entfällt die Reinigung der Zwischenprodukte, wodurch entsprechende Produktverluste vermieden werden. Nichtumgesetzte Stoffe werden im Kreislauf geführt, so daß mar die höchsten Gesamtausbeuten erhält Es wurde fernei gefunden, daß die Umkehr in der Reihenfolge de; Zusatzes der Reaktionsteilnehmer beim Hofmannscher Abbau nicht nur die Gesamtausbeute stark verbessert sondern auch dazu führt, daß sich keine wesentlicher Mengen an unerwünschten Nebenprodukten bilden, die eine zusätzliche Verfahrensstufe zur Reinigung erforderlich machen wurden.

Claims (1)

  1. Patentanspruch:
    Verfahren zur Herstellung einer wäßrigen Lösung von Cyclopropylamin durch basische Kondensation von 4-Chlorbuttersäuremethylester in einem inerten flüssigen organischen Reaktionsmedium, Umsetzen des erhaltenen niederen Cyclopropancarbonsäuremethylesters mit Ammoniak unter Erwärmen und Umsetzen des erhaltenen Cyclopropancarbonsäureamids durch Hofmannschen Abbau, dadurch gekennzeichnet, daß man
DE19691939759 1968-08-29 1969-08-05 Verfahren zur Herstellung von Cyclopropylamin Withdrawn DE1939759B2 (de)

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
US75628868A 1968-08-29 1968-08-29

Publications (2)

Publication Number Publication Date
DE1939759A1 DE1939759A1 (de) 1970-03-05
DE1939759B2 true DE1939759B2 (de) 1979-07-19

Family

ID=25042820

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DE19691939759 Withdrawn DE1939759B2 (de) 1968-08-29 1969-08-05 Verfahren zur Herstellung von Cyclopropylamin

Country Status (6)

Country Link
JP (1) JPS51104B1 (de)
CH (1) CH503691A (de)
DE (1) DE1939759B2 (de)
ES (1) ES370147A1 (de)
FR (1) FR2016569A1 (de)
GB (1) GB1257097A (de)

Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
CN1050597C (zh) * 1995-11-15 2000-03-22 中国石油化工总公司上海石油化工研究院 环丙羧酸酯合成方法

Families Citing this family (13)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
JPS5391001A (en) * 1977-01-22 1978-08-10 Sumitomo Metal Ind Ltd Control method for raw material particle size distribution in sintering pallet
DE3026094C2 (de) * 1980-07-10 1983-01-05 Degussa Ag, 6000 Frankfurt Verfahren zur Herstellung von Cyclopropancarbonsäureamiden
FI86889C (fi) * 1984-03-29 1992-10-26 Lonza Ag Foerfarande foer framstaellning av av l-karnitin pao mikrobiologiskt saett
US4590292A (en) * 1985-06-10 1986-05-20 Ciba-Geigy Corporation Process for the manufacture of cyclopropylamine
JPH0291049A (ja) * 1988-09-21 1990-03-30 Lonza Ag r―ブチロベタインの製造方法
DE3836782A1 (de) * 1988-10-28 1990-05-31 Bayer Ag Verfahren zur herstellung von cyclopropancarbonsaeureamid
DE3836917A1 (de) * 1988-10-29 1990-05-17 Bayer Ag Verfahren zur herstellung von cyclopropylamin
DE4222497A1 (de) * 1992-07-09 1994-01-13 Huels Chemische Werke Ag Verfahren zur Herstellung von chlorfreiem Cyclopropancarbonsäuremethylester
DE4400328A1 (de) * 1994-01-07 1995-07-13 Huels Chemische Werke Ag Verfahren zur Herstellung von Cyclopropancarbonsäureamid
DE19617991A1 (de) * 1996-05-04 1997-11-13 Huels Chemische Werke Ag Verfahren zur kontinuierlichen Herstellung von Estern thermisch labiler Säuren
DE19830633A1 (de) * 1998-07-09 2000-01-13 Degussa Verfahren zur Herstellung von Cyclopropylamin
DE10162684A1 (de) * 2001-12-19 2003-07-10 Bayer Ag Verfahren zur Herstellung von Aminen
US6683216B1 (en) 2002-11-06 2004-01-27 Eastman Chemical Company Continuous process for the preparation of amines

Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
CN1050597C (zh) * 1995-11-15 2000-03-22 中国石油化工总公司上海石油化工研究院 环丙羧酸酯合成方法

Also Published As

Publication number Publication date
JPS51104B1 (de) 1976-01-05
GB1257097A (de) 1971-12-15
ES370147A1 (es) 1971-04-01
FR2016569A1 (de) 1970-05-08
DE1939759A1 (de) 1970-03-05
CH503691A (fr) 1971-02-28

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE2850680C2 (de)
DE1939759B2 (de) Verfahren zur Herstellung von Cyclopropylamin
EP0040356A2 (de) Verfahren zur Herstellung von Trimethylsilylcyanid
DE69408085T2 (de) Verfahren zur Herstellung von 2,2-Diphenylhexafluorpropanen
DE2614241C3 (de) Verfahren zur Herstellung von Acylcyaniden
DE2443142C2 (de) Verfahren zur Herstellung von Cyclopropancarbonsäurenitril
DE2015840A1 (de) Verfahren zur Herstellung von aliphatischen, tertiären Amiden
DE69010571T2 (de) Verfahren zur Herstellung von Acylcyaniden.
DE765734C (de) Verfahren zur Herstellung von Methacrylsaeureverbindungen
DE69012424T2 (de) Verfahren zur Herstellung von Acylcyaniden in wasserfreien Medien.
DE2123989A1 (de) Verfahren zur Herstellung von C tief 1bis C tief 10-Alkylestern der Chrysanthemsäure
DE709227C (de) Verfahren zur Herstellung von Kondensationsprodukten mittels Alkali- oder Erdalkalimetallhydriden als Kondensationsmittel
DE2721265C2 (de) Verfahren zur Herstellung von Di- n-propylacetonitril
DE2708185A1 (de) Verfahren zur herstellung von alpha- ketocarbonsaeuren (b)
DE2614827C2 (de) Verfahren zur Herstellung von 3-Phenylpyridazon-(6)
EP0158932B1 (de) Verfahren zur Herstellung von 3-Cyano-4-aminoacetophenonen
DE2604278C2 (de) Verfahren zur Herstellung von 2,5- Dichlor-p-xylol
EP0045414B1 (de) Verfahren zur Herstellung von 3-Amino-1-phenylpyrazol-5-on
DE69914719T2 (de) Verfahren zur Herstellung von 1-[(Cyclopent-3-en-1-yl)-methyl]-5-ethyl-6-(3,5-dimethylbenzoyl)-2,4-pyrimidindion
CH668422A5 (de) 4-benzyloxy-3-pyrrolin-2-on, dessen herstellung und verwendung zur synthese von tetramsaeure.
DE1493817C (de) Verfahren zur Herstellung von aromatischen Aminoketonen
DE2245827C3 (de) Verfahren zur Herstellung von 1,1,2-Trichlorbutadlen-i ,3
AT227254B (de) Verfahren zur Herstellung von 2, 3, 6-Trichlorbenzonitril und 2, 3, 6-Trichlorbenzoesäure
DE3700764A1 (de) Verfahren zur herstellung von 2,5-dichlor-3-fluorpyridin
DE1294362B (de) Verfahren zur Herstellung von Tetrafluorbenzodinitrilen

Legal Events

Date Code Title Description
8239 Disposal/non-payment of the annual fee