DE1939008A1 - Arzneimittelkombination zur Behandlung von Mangeldurchblutungen des Gehirns - Google Patents
Arzneimittelkombination zur Behandlung von Mangeldurchblutungen des GehirnsInfo
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Description
- Arznemittelkombination zur Behandlung von Mangeldurchblutungen des Gehirns Die Erfindung betrifft die Zusammensetzung eines neuen pharmazeutischen Kombinationspräparates zur Behandlung von Funktionsstörungen und Funktionsausfällen bei akuten und chronischen Mangeldurchblutungen des Gehirns.
- Bei der akuten cerebralen Ischämie liegt dem rasch fortschreitenden Funktionsverlust metabolisch ein fortschreitendes Energiedefizit zugrunde, Bei der chronischen Mangeldurchblutung spielt dieses Energiedefizit eine entscheidende Rolle. Die Energiebereitstellung in Gehlin erfolgt aerob über biochemische Cyclen und Ketten von Redoxysystemen. Am Beginn dieser Systeme stehen die Eingangsstoffe wie Sauerstoff, Glucose, Vitamine, Ionen u.a.q die auf dem Blutwege herangeschaft werden. Endprodukte des Energiestoffwechsels sind unter anderem energiereiche Phosphate, vornehmlich Adenosintriphosphat ( ATP ), die als chemische Energieträger sofort und ohne weitere Umsetzungen metabolisch verwertbar sind. Ihre Gewebskonzentration stellt eine der wichtigsten Regelgrössen des Intermediärstoffwechsels dar. Die Verminderung ihrer Gewebskonzentration ist ein Masts für das metabolische Energiedefizit des betreffenden Gewebes.
- Die klassischen Therapieverfahren zur Behebung des cerebralen metabolischen Energiedefizits folgen dem skizzierten physiologischen Weg der Energiebereitstellung im Gehirn, indem sie das angebot an Eingangsstoffen; vornehmlich an Sauerstoff, anzuheben suchen. Hierzu bildet das Blutgefässystem den wesentlichen Angriffspunkt. Es sind zahlreiche gefässrwirk same Medikamente bekannt, welche die Durchblutung eines Organs beispielsweise durch Erweiterung der zuführenden Gefässschenkel und durch Verbessaung des venösen Abflusses steigern sollen, welche durch eine Erhöhung der Kapillarwandpermeabilität den Stoffaustausch zwischen Blut und Organ erleichtern oder welche die Bildung von Kollateralen fördern sollen.
- Die alleinige Therapie mit solchen gefässwirksamen Substanzen ist mit erheblichen Vorbehalten behaftet. Bei vielen der im Handel befindlichen Substanzen ist wissenschaftlich umstritten, ob sie im Gehirn tatsächlich zu der behaupteten Gefässerweiterung und DurcXblutungßsteigerung führen oder nicht, vor allem in Bezug auf die terminale Strombahn, deren Durchblutung ein entscheidender Parameter für die Versorgung eines Organs darstellt. Selbst wo die Wirksamkeit auf das Gefässsystem unbestritten ist, besteht der prinzipielle Nachteil, dass die vermehrt angebotenen Eingangsstoffe nicht direkt energetisch verwertbar sind, sondern erst die biochemischen Redoxsysteme durchlaufen müssen,welche ihrerseits im Krankheitsfall bereits derart geschädigt sein können, dass trotz der Wiederherstellung eines ausreichenden Angebots an Eingangsstoffen die entscheidenden Endprodukte, die energiereichen Phosphate nicht mehl synthetisiert werden. Zudem erfordert das Durchlaufen der Redoxsystome eine gewisse Zeit. Der verzögerte Wirkungseintritt einer therapeutischen Massnahme führt beim Gehirn wegen seiner ausgesprochen geringen Ischämietoleranz zu einem schwereren Schaden als bei allen übrigen Organen; Sekunden und Minuten entscheiden bei der akuten cerebralen IsehamSe über den Behandlungserfolg. Aus diesem Grunde sind auch alle diejenigen gefässwirksamen Substanzen fur die Behandlung des akuten Falles ungeeignet, deren Wirkung nicht augenblicklich einsetzt.
- Neben diesen klassischen, gefässwirksamen Medikamenten werden in jüngerer Zeit die en.rgiereichen Phosphate einschliesalich des ATP direkt verabfolgt, parenteral oder oral, beispielsweise in Form des Präparates Laevadosin (R).
- Diese Methode geht von der Überlegung aus, nicht die Eingangsstoffe, sondern unmittelbar die Endprodukte des Energiestoffwechsels zu substituieren. Dennoch haben sich derartige Präparate in der Ärtteschaft nicht zur Behandlung der cerebralen Durchblutungsstörungen durchgesetzt, weil die alleinige Anwendung energiereicher Phosphate zu einseitig ist. Auch die energiereichen Phosphate bedürfen einer optimierten Blutzirkulation, um überhaupt zu ihrem Wirkungsort zu gelangen.
- Die Lösung des Problems einer derzeit optimalen Behandlung des cerebralen Energiedefizits wird erfindungsgemäss durch die Entwicklung eines pharmazeutischen Kombinationspräparates angestrebt, das einerseits gefässwirksame Substanzen und andererseits energiereiche Phosphate, vorzugsweise ATP enthält. Die hierbei zu verwendenden Einzelsubstanzen sind bekannt. Neu ist die Anwendungsart der energiereichen Phosphate, vorzugsweise ATP , in gleichteitiger Kombination mit gefässwirksamen Stoffen.
- Die mit der Erfindung erzielbaren Vorteile bestehen insbesondere darin, dass eine bessere therapeutische Wirkung im Vergleich zum jetzigen Stand der Entwicklung zu erwarten ist.
- Die erflndungsemässe Arzneimittelkombination nutzt die Vorteile der gefässwirksamen Stoffe aus und behebt durch den Zusatz von energiereichen Phosphaten, die als Nebenwirkung gleichfalls gefässwirksam sind , die beschriebenen Nachteile bei der alleinigen Verabreichung der gefässwirksamen Substanzen.
- Gleichzeitig mit den Eingangsstoffen des Energiestoffwechsels werden erfindungsgemäss Substanzen substituiert, welche die Endprodukte des physiologischen Energiestoffwechsels sind und sofort und ohne weitere biochemische Umsetzungen energetisch verwertet werden können. Die Gewebskonzentration an energiereichen Phosphaten, von der die Regelung des Intermediärstoffwechsels abhängt und die ein Mass für die bioenergetische Situation eines Gewebes darstellt, kann auf diese ^ioise unmittelbar und ohne den Umweg iiber Gefässsystem, über Sauerstoff und über die Mechanismen der metabolischen Energiebereitstellung erhöht werden. Auf Grund des Zusammenwirlrens mit gef.issalçtiven Substanzen gelangen die energiereichen Phosphate schneller und in grösserer Konzentration an ihren Wirkungsort als ohne den Zusatz gefässwirksamer Stoffe.
- Wenn sich die Ge fässwirkung des erfindungsgemässen Präparates durch den Zusatz entsprechender Venenmittel auch auf die Verbesserung des venösen Abflusses erstreckt, werden toxische Metaboliten rascher ausgeschwemmt.
- Neben den grundsätzlichen Vorteilen bietet die Erfindung dem Arzt und dem Patienten eine Reihe von praktischen und wirtschaftlicllen Vorteilen. Es sind dies die allgemeinen Vorteile von Arzneimittelkombinationen gegenüber mehreren Reinsubstanzen.
- Ausführungsbeispiel Ein Theophyllinderivat, Nikotinsäure, Rosskastanienextrakt und Adenosintriphosphät ( ATP ) werden nach den Regeln der Arzneimittelzubereitung in jeweils geeigneter IIenge zusammengegeben, sowohl in Lösung wie in Tablettenform. Ampullen werden zur pal enteralen Soforttherapie per injectionem oder per infusionen bei akut Erkrankten oder zur Intensivtherapie bei chronisch Kranken hergestelt, Tabletten zur oralen Anwendung als Nachbehandlung oder zur Prophylaxe.
Claims (2)
1. Arzneimittel zur Behandlung von Funktionsstörungen und Funktionsausfällen
des Gehirns bei akuten und chronischen Dlangeldurchblutungen, dadurch gekennzeichnet,
dass gefässwirksame Substanzen und energiereiche Phosphate zu einer neuartigen Arzneimittelkombination
zusammengesetzt werden
2. Anspruch nach 1., dadurch gekennzeichnet, dass als gefässwirksame
Substanzen ein Theophyllinderivat und/oder Nikotinsäure und/oder Rosskastanienextrakt
und als energiereiches Phosphat Adenosintriphosphat ( ATP ) verwendet werden
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19691939008 DE1939008A1 (de) | 1969-07-31 | 1969-07-31 | Arzneimittelkombination zur Behandlung von Mangeldurchblutungen des Gehirns |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19691939008 DE1939008A1 (de) | 1969-07-31 | 1969-07-31 | Arzneimittelkombination zur Behandlung von Mangeldurchblutungen des Gehirns |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE1939008A1 true DE1939008A1 (de) | 1971-02-11 |
Family
ID=5741528
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19691939008 Pending DE1939008A1 (de) | 1969-07-31 | 1969-07-31 | Arzneimittelkombination zur Behandlung von Mangeldurchblutungen des Gehirns |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE1939008A1 (de) |
Cited By (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| WO1983002391A1 (en) * | 1982-01-18 | 1983-07-21 | Hultman, Jan, Lennart | A pharmaceutical composition for preventing and treating ischemic cell damage and methods for the use and preparation thereof |
| AT397201B (de) * | 1988-06-03 | 1994-02-25 | Birkmayer Joerg Ddr | Verwendung des enzym-cofaktors nadph zur herstellung eines arzneimittels |
| EP0692250A3 (de) * | 1994-07-12 | 1996-10-23 | Indena Spa | Esculosid enthaltende Zubereitungen und ihre Verwendung in der Kosmetik und Pharmazie |
-
1969
- 1969-07-31 DE DE19691939008 patent/DE1939008A1/de active Pending
Cited By (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| WO1983002391A1 (en) * | 1982-01-18 | 1983-07-21 | Hultman, Jan, Lennart | A pharmaceutical composition for preventing and treating ischemic cell damage and methods for the use and preparation thereof |
| AT397201B (de) * | 1988-06-03 | 1994-02-25 | Birkmayer Joerg Ddr | Verwendung des enzym-cofaktors nadph zur herstellung eines arzneimittels |
| EP0692250A3 (de) * | 1994-07-12 | 1996-10-23 | Indena Spa | Esculosid enthaltende Zubereitungen und ihre Verwendung in der Kosmetik und Pharmazie |
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