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DE1932640A1 - Abwasserreinigungsanlage nach dem Belebungsverfahren zur biologischen Reinigung von Abwasser - Google Patents

Abwasserreinigungsanlage nach dem Belebungsverfahren zur biologischen Reinigung von Abwasser

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DE1932640A1
DE1932640A1 DE19691932640 DE1932640A DE1932640A1 DE 1932640 A1 DE1932640 A1 DE 1932640A1 DE 19691932640 DE19691932640 DE 19691932640 DE 1932640 A DE1932640 A DE 1932640A DE 1932640 A1 DE1932640 A1 DE 1932640A1
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wastewater
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H Graefen
Dr-Ing K H Kalbskopf
Dipl-Ing D Londong
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Kalbskopf Dr Ing K H
LONDONG DIPL ING D
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Kalbskopf Dr Ing K H
LONDONG DIPL ING D
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    • C02TREATMENT OF WATER, WASTE WATER, SEWAGE, OR SLUDGE
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Description

  • Abwasserreinigungsanlage nach dem Belebungsverfahren zur biologischen Reinigung von Abwasser Die Erfindung betrifft eine Abwasserreinigungsanlage nach dem Belebungsverfahren zur biologischen Reinigung von Abwasser allein oder in Mischung mit einer vielfachen Regenwassermenge. Die Anlage eignet sich besonders für den Einsatz in kleinen und mittleren Gemeinden.
  • Kleine Kläranlagen nach dem Belebungsverfahren gibt es bereits in verschiedenen Verfahrens- und Bauweisen. Auf eine Vorklärung des zu behandelnden Abwassers wird dabei in der Regel verzichtet. Da in die Kanalisation vor allem bei Anwendung des Mischverfahrens oft erhebliche Sandmengen eingespült werden, kann selten jedoch auf einen Sandfang verzichtet werden. Der in die Kläranlage Mit dem Abwasser eingebrachte Schlamm wird bei den meisten Anlagen aerob stabilisiert. Das geschieht bei der Vielzahl der bekannten Anlagen bei niedriger Schlammbelastung (0,10 kg BSB5/kg TS.d) w parallel zum Reinigungsvorgang im Belebungsbecken. Es gibt jedoch auch Kläranlagen, bei denen die getrennte Stabilisation des anfallenden Schlammes in einem separaten Becken oder Beckenteil praktiziert wird. Diese Verfahrensweise wird oft bei weiterem Ausbau der Kläranlage angewandt, wenn bei angestiegener Belastung die Belebtschlammenge im Belebungsraum nicht entsprechend proportional gesteigert werden kann, so daß zwar noch eine gute Reinigungsleistung aber infolge gestiegener Schlammbelastung keine gleichzeitige Stabilisation des Schlammes mehr erreicht werden kann. Einige bekannte Anlagen sind auf diese Weise um 100 t überlastbar, wenn sie zusätzlich mit einem Raum für die getrennte aerobe oder anaerobe Stabilisation des Schlammes ausgertstet werden. Einer weiteren Oberbelastung wird durch die Größe der Nachklärung und auch des Belebungsraumes, in dem dann Stoßbelastungen nicht mehr ausgeglichen werden können, Grenzen gesetzt. Es hat sich gezeigt, daß eine Erweiterungsmöglichkeit von 100 t bei vielen schneliwachsenden Gemeinden, insbesondere bei den von Strukturverbesserungsprograuen betroffenen, nicht ausreicht.
  • Bei der Abwasserreinigung nach dem Belebungsverfahren muß den Mikroorganismen im Belebungsbecken ausreichend Sauerstoff zugeführt werden. Die erforderliche Sauerstoffmenge ist von der Belastung des Beckens mit biologisch abbaubaren Stoffen und der Belebtschlammmenge im Becken abhängig. Um eine hohe Reinigungsleistung zu erzie--len ist ferner eine ständige Uinwälzung des Beckeninhaltes notwendig. Dadurch wird ein inniger Kontakt zwischen Abwasserinhaltsstoffen, Biomasse und gelöstem Sauerstoff geschaffen und Sand- und Schlainmablagerungen an der Beckensohle vermieden. Bei den bekannten Bauweisen wird der Inhalt des Belebungsbeckens infolge der beim Sauerstoffeintrag durch die Belüftungseinrichtung erzeugten Turbulenz und Strömungsgeschwindigkeiten gleichzeitig mit dem Sauerstoffeintrag umgewälzt. Diese Belüftungseinrichtungen sind zwar fÜr einen möglichst wirtschaftlichen Sauerstoffeintrag, nicht aber für-eine wirtschaftliche Abwasserumwälzung ausgelegt. Zur Erzeugung einer Umwälzströmung von 20 - 30 cm/s an der Beckensohle, bei der Schlammablagerungen verhindert werden, benötigen diese Belüftungseinrichtungen je nach Wahl des Belüftungssystems und der Form und Größe der Becken 5 - 20 W/m3 Beckenvolumen. Bei sehr schwach belasteten Anlagen und vor allem bei unterbelasteten Anlagen mit großem spezifischen Beckenvolumen (m3/B), ist der Energieaufwand für die Umwalzung daher unnötigerweise oft höher als der für den erforderlichen Sauerstoffeintrag und wird so ausschlaggebend für den spezifischen Energiebedarf (WIE) der Kläranlage.
  • Sofern die Belüftungseinrichtung aber den Bedarf an Sauerstoff hinaus lediglich wegen der notwendigen Umwälzung mit unnötig hoher Leistung betrieben wird, kann neben dem wirtschaftlichen noch ein betrieblicher Nachteil entstehen. Der stark erhöhte Sauerstoffgehalt im Belebungsraum verändert das Sedimentationsverhalten des Schlammes oft negativ. Aus diesen Gründen wird bei den meisten der bekannten Bauweisen mit relativ kleinen spezifischen Beckenvolumen tus 0,1 m3/E) gearbeitet und vor starker Unterbelastung gewarnt.
  • Bei kleinen und mittleren Gemeinden sollte das Volumen des Belebungsbeckens jedoch möglichst groß sein, un die dort häufig vorkommenden Stoßbelastungen (z.B. durch Ablassen von Jauche und Silagen) auffangen zu können.
  • Ein weiterer Nachteil der bekannten Klärsysteme ist, daß ihre Nachklärräume für die Behandlung größerer Abwassermengen bei Regen zu klein ausgelegt sind. Bei einer Zunahme der Belastung von 100 tt die, wie geschildert, für den Belebungsraum bei Verzicht auf eine gleichzeitige Schlammstabilisation noch hingenonen werden kann, muß die Regenwassermenge daher erheblich reduziert werden.
  • Bei Beschickung einer Kläranlage mit Regenwasser gelangt mit dem Wasser auch sehr viel Belebtschlamm aus dem Belebungsbecken in die Nachklärung. Um auch bei großem Regenwasserzufluß noch eine hinreichende Reinigungsleistung zu gewährleisten, muß daher die Rücklaufschlammenge aus der Nachklärung bei Regenwasserzufluß so erhöht werden, daß sie den Erforderhissen beim höchsten Regenwasserzufluß genügt. Bei den bekannten Anlagen, die eine selbsttätige oder auch maschinelle Schlammrückführung besitzen, wird die Forderung für größere Regenwassermengen zumeist nicht voll erfüllt.
  • Um die beschriebenen Nachteile bekannter Klärsysteme zu beheben, wurde daher erfindungsgemäß ein neuer Kläranlagentyp konzipiert, der durch die gewählte räumliche Zuordnung und spezielle saschinelle Ausrüstung der Abwasser- und Schlammbehandlungseinheiten die vorerwähnten Mängel ausschaltet.
  • Diese Abwasserreinigungsanlage nach dem Belebungsverfahren zur biologischen Reinigung von Abwasser allein oder in Mischung mit einer vielfachen Regenwassermenge ist gekennzeichnet durch eine Blockbauweise, bei der ein Belebungsbecken mit großem Speicherraum in Form eines Umlaufgrabens zur Langzeitbelebung eingesetzt wird und das so angeordnet ist, daß in dem vom Umlaufgraben umschlossenen Raum ein Nachklärbecken mit einem weiteren Becken kombiniert werden kann, das stufenweise mit zunehmender Belastung der Abwasserreinigungsanlage zunächst als Schlammbehälter für aerob stabilisierten Schlamm eingesetzt werden kann, dann als bekken zur aeroben Schlamistabilisierung und schließlich als Intensivbelebungsbeckeq mit einem besonderen Nachklärteil, das dem Belebungsbecken des Umlaufgrabens als 1. Stufe vorgeschaltet wird.
  • Weiterhin ist diese Abwasserreinigungsanlage dadurch gekennzeichnet, daß der Sauerstoffeintrag in der Langzeitbelebungszone durch Förderung und Verstrahlen von Rücklaufschlamm aus der Nachklärung oder von Schlamm-Wasser-Gemischen aus dem Langzeitbelebungsbecken über Strahlbelüfterrohre erfolgt, bei denen sowohl durch Veränderung des Ausstrahlwinkels der Sauerstoffeintrag oder der Aufstrahleffekt zur Erzeugung der Umlaufströmung optimal eingestellt werden kann sowie das Strahlbelüftersystem sich dadurch auszeichnet, daß das Wasser durch langsam umlaufende Pumpen oder Förderschnecken flockenschonend nur geringfügig über den Wasserspiegel gehoben und mit niedriger Druck- und Fallhöhe verstrahlt wird.
  • Die Abwasserreinigungsanlage ist weiterhin dadurch gekennzeichnet, daß die Umwälzung des Abwassers in dem Umlaufgraben mit Langzeitbelebung durch einen Rohrpropeller erfolgt, bei dem die Antriebsschraube mit großen Propellerblättern in einem Rohrstück umläuft, dessen Durchmesser etwa der Wassertiefe des Beckens gleichkommt und durch das die langsam umlaufenden Propellerblätter das durchgesetzte Abwasser in Richtung der Umlaufströmung lenken.
  • Darüberhinaus ist das Langzeitbelebungsbecken der Abwasserreinigungsanlage oder sonstige Systeme von Belebungsbecken in Form von Umlaufgräben dadurch gekennzeichnet, daß durch Einhängen von Tauchwänden bis etwa zur halben Beckentiefe im -Umlaufgraben eine Absetzeone dadurch eingerichtet wird, daß durch parallele und schräg in Umlaufrichtung des Abwassers angeordnete Leitwände (Tafeln) oder Formkörper schmale Absetzkammern geschaffen werden, in denen das Abwasser laminar nach oben aufsteigt, so daß in dieser turbulenzarmen Zone optimale Absetzeffekte erzielt werden und daß der auf den schrägen Leitwänden nach unten abrutschende Schlamm unterhalb der Absetzzone wieder von dem umlaufenden Abwasser erfaßt wird und so im Kreislauf des Langzeitbelebungsbeckens verbleibt sowie das geklärte Wasser durch Ablaufrinnen aus der obersten Schicht der Absetzzone gleichmäßig abgezogen werden kann, wobei die Oberfallkanten des Rinnensystems so hoch angeordnet werden, daß über sie entweder bei normalem Wasserstand bei Trockenwetter geklärtes Abwasser abgezogen wird oder nur bei erhöhtem Wasserstand beispielsweise bei Regenwasserzufluß geklärtes Abwasser zusätzlich zur Leistung des eigentlichen Nachklärbeckens zwecks Erzielung niedrigerer Oberflächenbeschickungen [ m/h ] abfließt.
  • In Fig. 1 ist ein Ausführungsbeispiel dieses Kläranlagentyps in der Aufsicht dargestellt. Es soll nachfolgend näher beschrieben werden.
  • Die Abwasserreinigungsanlage ist durch eine Blockbauweise gekennzeichnet, bei der ein Langzeitbelebungsbecken (1) mit großem Speicherraum in Form eines Umlaufgrabens zur Langzeitbelebung eingesetzt wird und das so angeordnet ist, daß in dem vom Umlaufgraben umschlossenen Raum ein Nachklärbecken (2) mit weiteren Becken (3) und (4) kombiniert wird. Dabei dient in der ersten und zweiten Ausbaustufe erfindungsgemäß dieses Becken t3) unter Einschluß des Beckens (4) als Schlammsilo für den im Umlaufgraben (hier auch Langzeitbelebungszone genannt) stabilisierten Schlamm.
  • In der dritten Ausbaustufe kann er als offener Faulraum oder als Raum für die aerobe Stabilisation des anfallenden Schlammes genutzt werden. Dazu muß er mit einem Kreiselbelüfter ausgestattet werden. In der vierten und fünften Ausbaustufe wird dieses Becken nach Abtrennung einer Zwischenklärung (4) als Intensivbelebungszone benutzt und so eine biologische Vorbehandlungsstufe geschaffen.
  • Die b a u t e c h n i s c h e Wirtschaftlichkeit dieses KlArsystems wird durch eine flache Gründung und die Möglichkeit, den Graben aus großen Pertigelementen zu erstellen, erreicht. Für die innenliegenden Räume können die Querwände und Schrägflächen aus Fertigteilen oder Ortbeton errichtet werden.
  • Die b e t r i e b 1 i c h e Wirtschaftlichkeit des vorgeschlagenen Klärsystems ist durch nachfolgend beschriebene Neuerungen gegeben.
  • Die Sauerstoffversorgung der Biomasse in der Langzeitbelebungszone erfolgt über Strahlbeltifter (5), die orfindungsgemß mit Rücklaufschlan aus der Nachkllrung gespeist werden. Die Strahlbelflftor sind an einer oder mehreren Stellern, vorzugsweise jedoch in Höhe der beiden Kopfseiten des Nachklärbeckens installiort. Der Rücklaufschlamm kann an dieser Stelle durch eine langsam laufende Förderschnecke aus der Nachklärung in einer Menge gefördert werden, die erforderlich ist, us durch Verstrahlen den Sauerstoffbedarf des Langzeitbelebungsbeckens zu decken. Diese Fördermenge ist erheblich großer als bei den bekannten Verfahren und reicht aus, um auch bei starkem Regenwasserzufluß genügend Belebtschlamm in den Belebungsraum zurückzubringen. Die Fördermenge kann durch Variation der Drehzahl der Rücklaufschlamiförderschnecke erreicht werden. Ein Zerschlagen von Schlammflocken durch die Förderschnecke tritt bei den niedrigen Drehzahlen nicht ein. Die Strahlbelüfterrohre (5) werden in ihrer horizontalen Achse drehbar gelagert, so daß durch Veränderung des Ausstrahlwinkels der Sauerstoffeintrag oder der Strahleffekt zur Erzeugung einer u.laufströmung optimal eingestellt werden kann. Der wirtschaftliche Sauerstoffeintrag wird erfindungsgemäß dadurch erreicht, daß das Wasser nur geringzügig über den Wasserspiegel gehoben und mit niedrigen Druck- und Fallhöhen verstrahlt wird.
  • Grundsätzlich ist bei dem vorgeschlagenen Klärsystem jedoch auch der Einsatz jedes anderen geeigneten Belüftungssystems möglich.
  • Das in der Mitte des Kombinationsbauwerkes gelegene Nachklärbecken (2) kann als Langsbecken mit Schlammsammeltrichter und einfachem Sch1eppr#umer oder zweckmäßiger als vertikal durchströmtes Becken gebaut werden, bei dem der Schwebefiltereffekt des Belebtschlammes wie im vertikal durchströmten Becken genutzt werden kann. Das Becken wird dann von den beiden Kopfenden über die Durchlässe (14) her beschickt und bei (12) der Rücklaufschlaai abgezogen. An der Sohle abgesetzter Schlamm wird durch schräg angeordnete senkrechte Räumschilde eines Räumerwagens (11) in dem Bereich der Rohröffnungen des Rücklaufschlammsystems (12) geschoben. Die Förderung des Rücklaufschlammes erfolgt durch die Förderschnecken der Strahlbelüfterrohre.
  • Is Langzeitbelebungsraum wird als eine weitere wesentliche Neuerung ein Rohrpropeller (6) eingebaut, durch den eine gleichmäßige über den Querschnitt verteilte Fließströmung im Umlaufbecken von 20 - 30 cm/s erzeugt werden kann, die ausreicht, us das Absetzen von Belebtschlamm zu verhindern.
  • Der Rohrpropeller zeichnet sich erfindungsgenäß wie auf Fig. 3 ersichtlich dadurch aus, daß die Antriebsschraube (7) ia einem Rohrstück (8) umläuft, dessen Durchmesser etwa der Wassertiefe des Beckens entspricht. Die erforderliche Schubleistung des Propellers zur Erzeugung der Umlaufströmung wird durch groBe Propellerblätter gewährleistet, die bei niedrigen Drehzahlc-n von etwa 20 - 30 UpM umlaufen. Der belebte Schlamm wird dadurch nicht zerschlagen. Durch diese langsame Umwälzung können sogar der Flockungseffekt begünstigt und damit gute Voraussetzungen für einen besseren Absetzeffekt in der Nachklärung geschaffen werden.
  • Der Durchmesser des Propellers entspricht des Durchmesser des Rohres, so daß die Wirbelverluste niedrig gehalten werden. Entscheidend ist, daß das Rohr das durchgesetzte Wasser in Richtung der Umlaufströiung lenkt.
  • Durch diesen neuartigen Rohrpropeller ist es möglich, die gewünscht Umwälzströmung bereits bei einem spezifischen Leistungsaufwand von weniger als 2 W/m3 Beckeninhalt zu erzeugen. Die große Bedeutung des Rohrpropellers liegt darin, daß die erforderliche Umlaufströmung zur Verhinderung von Schlammablagerungen infolge der speziellen Bauform des Rohrpropellers bei einem Leistungsaufwand gesichert ist, der weit unter den sonst üblichen Grenzwerten mechanischer Belüftungseinrichtungen liegt. Bei nicht voller Auslastung der Kläranlage besonders @@@ zunächst erheblicher Unterschreitung der Anschlußwerte in den Nachtstunden und zu anderen Zeiten mit sehr geringem Sauerstoffbedarf kann damit -der Betrieb der Langzeitbelebungszone vorwiegend nur mit Einsatz des Rohrpropellers durchgeführt werden. Damit wird die energiewirtschaftliche Trennung und !#nabhängigkeit von Strömungserzeugung und Sauerstoffeintrag erreicht. Infolge des geringen spezifischen Leistungsbedarfs zur Erzeugung von Umlaufströmungen kann der Belebungsraum somit gleichzeitig größer als bei sonstigen Klärsystemen dimensioniert werden, ohne den Gesamtstrombedarf der Kläranlage dadurch ungünstig zu beeinflussen. Die betriebliche Wirtschaftlichkeit eines großen Belastungsspielraumes auch für die Aufnahme von Regenwasserzuflüssen bis 10 TW ist in dieser Hinsicht damit gewährleistet.
  • Die verfahrenstechnischen Vorteile dieses Systems bestehen weiter darin, daß infolge Sicherung der Umwälzströmung durch den Rohrpropeller der Sauerstoffeintrag auf den minimal erforderlichen Bedarf reduziert bzw. durch vollständiges Abstellen der Belüftung in der Langzeitbelüftungszone die Nitrifikation bzw. Denitrifikation planmäßig gesteuert werden kann und damit in dieser Kläreinheit gleichzeitig Effekte einer dritten Reinigungsstufe erzielt werden können. Für die verschiedenen Ausbaustufen des beschriebnen Klärsystems gelten die auf der Tafel 1 aufgeführten Belastungsskennwerte. Sie sind hier als Beispiel für die Typen 1.n (Grundtyp - 1000 E), und 3.n (Grundtyp - 3000 E) aufgeführt worden.
  • Hiernach. ist ersichtlich, daß infolge der großen Rauminhalte die Plaranlage bis zur 5-fachen Auslegungsgröße der 1. Ausbaustufe belastet werden kann. Bei dieser höchstbelasteten 5. Ausbaustufe kann bei Regen dann noch immer die 2,3-fache Schmutzwassermenge mitbehandelt werden, ohne zulässige Bemessungswerte zu unterschreiten. Bei Einhängung der Tauchwände (9) lassen sich die durchnehmbaren Regenmischwassermengen noch merklich erhöhen.
  • In der 1. und 2. Ausbaustufe wird der Schlamm in der Langzeitbelebungszone (1) aerob stabilisiert. Bei Oberschreitung der doppelten Auslegungsgröße, d.h. in der 3. Ausbaustufe wird eine gesonderte Schlammbehandlung notwendig, die, wie beschrieben, anaerob oder aerob in einem abgetrennten Becken (3, 4) im Innenraum des Umlaufgrabens erfolgt. In der 4. und 5. Ausbaustufe wird dieses Becken als Intensivbelebungszone mit abgetrennten Nachklärtaschen ausgebaut.
  • Diese Intensivbelebungszone wird mit einem Belüfterkreisel ausgerüstet, der konstant mit einem hohen spezifischen Leistungsaufwand in W/m3 gefahren werden kann, da bei dieser Betriebsweise besonders hohe Sauerstoffertragsleistungen erzielt werden. Dle Belüftungsschaufeln des Kreisels werden so geformt und so angeordnet, daß bei erhöhtem Zufluß infolge des steigenden Wasserstandes und damit höherer Eintauchtiefe die Sauerstoffeintragsleistung und Umwälzleistung so stark vergrößert werden, daß diese der erhöhten Belastung der Intensivbelebungszone infolge verstärktem Abwasser zufluß entsprechen.
  • Die so variable Förderleistung des Kreisels wird gleichzeitig ausgenutzt, um Rücklaufschlamm im Wirbelschlauch des Kreisels bei zunehmendem Abwasserzufluß mengenmäßig entsprechend proportional zu fördern und so durch verstärkte Rücklaufschlammförderung den gewünschen Schlangehalt im Belebungsbecken und bei Weiterfluß in die Langzeitbelüftungszone gleichzeitig auch dort zu halten. Die erhöhte Rücklaufschianenge kann auch durch eine wasserstandsabhängige Klappensteuerung aus#der Hauptrücklaufschlammrinne des Nachkllrbeckens zusätzlich erfolgen. Nicht ausgenutzter Sauerstoffeintrag der Intensivbelebungszone wird in jedem Falle in der Langzeitbelebungszone genutzt.
  • In der 4. und 5. Ausbaustufe wird in der Intensivbelebungszone somit eine biologische Vorbehandlung durchgeführt, durch die der Gesamtreinigungseffekt der Kläranlage trotz der gestiegenen Belastung den Anforderungen einer biologischen Vollreinigung noch gentgt.
  • Eine weitere Verbesserung der bautechnischen Wirtschaftlichkeit bzw. der betrieblichen Belastbarkeit kann bei der beschriebenen Abwasserreinigungsanlage oder auch sonstigen Systemen von Belebungsbecken in Form von Umlaufgräben dadurch erreicht werden, daß erfindungsgemäß durch Einhängen von Tauchwänden im Unlaufgraben selbst eine Absetzzone (9) dadurch eingerichtet wird, daß wie in Fig. 1 und Fig. 4 gezeigt1 durch parallele oder schräg in Umlaufrichtung des Abwassers angeordnete Leitwände (10) (Tafeln) oder Formkörper schmale Absetzkammern geschaffen werden, in denen das Abwasser laminar nach oben aufsteigt, so daß in dieser turbulenzarmen Zone optimale Absetzeffekte erzielt werden. Der auf den schrägen Leitwänden nach unten abrutschende Schlamm wird unterhalb der Absetzzone wieder von dem umlaufenden Abwasser erfaßt und verbleibt so im Kreislauf des Belebungsbeckens. Das geklärte Wasser wird durch Ablaufrinnen (13) aus der obersten Schicht der Absetzzone gleichmäßig abgezogen. Die Oberfallkanten des Rinnensystems (13) können so hoch angeordnet werden, daß Uber sie entweder bei normalem Wasserstand bei Trockenwetter geklärtes Abwasser abgezogen wird oder nur bei erhöhtem Wasserstand beispielsweise bei Regenwasserzufluß geklärtes Abwasser zusätzlich zur Leistung des eigentlichen Nachklärbeckens zwecks Erzielung niedrigerer Oberflächenbeschickungen (mlh) abfließt.
  • Durch die beschriebene bautechnische Maßnahme kann bei dem konzipierten Klärsystem ein wirtschaftlicher Absetzraum im Umlaufgraben geschaffen werden, der in der 1. und 2. Ausbaustufe gegebenenfalls die volle Funktion der Nachklärung übernehmen kann oder der in den weiteren Ausbaustufen als zusätzlicher Absetzraum eine höhere Belastung der Kläranlage mit Regenwasser erlaubt.

Claims (4)

Patentansprüche
1. Abwasserreinigungsanlage nach dem Belebungsverfahren zur biologischen Reinigung von Abwasser allein oder in Mischung mit einer vielfachen Regenwassermenge, gekennzeichnet durch eine Blockbauweise, bei der ein Belebungsbecken mit großem Speicherraum in Fort eines Umlaufgrabens zur Langzeitbelebung eingesetzt wird und das so angeordnet ist, daß in dem vom Umlaufgraben umschlossenen Raum ein Nachklärbecken mit einem weiteren Becken kombiniert werden kann, das stufenweise mit zunehmender Belastung der Abwasserreinigungsanlage zunächst als Schlammbehälter für aerob stabilisierten Schlamm eingesetzt werden kann, dann als Becken zur aeroben Schlammstabiliaierung und schließlich als Intensivbelebungsbecken mit einem besonderen Nachklärteil, das dem Belebungsbecken des Umlaufgrabens als 1. Stufe vorgeschaltet wird.
2. Abwasserreinigungsanlage nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, daß der Sauerstoffeintrag in der Langzeitbelebungszone durch Förderung und Verstrahlen von Rücklaufschlamm aus der Nachklärung oder von Schlamm-Wasser-Gemischen aus dem Belebungsbecken über Strahlbelüfterrohre erfolgt, bei denen sowohl durch Variation der Fördermenge als auch durch Veränderung des.Ausstrahlwinkels der Sauerstoffeintrag oder der Aufstrahleffekt zur Erzeugung der Umlaufströmung optimal eingestellt werden kann sowie das Strahlbelüftersystem sich dadurch auszeichnet, daß das Wasser durch langsam umlaufende Pumpen oder Förderschnecken flockenschonend nur geringfügig über den Wasserspiegel gehoben und mit niedriger Druik- und Fallhöhe verstrahlt wird.
3. Abwasserreinigungsanlage nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, daß die U-älzung des Abwassers in dem Umlaufgraben mit Langzeitbelebung durch einen Rohrpropeller erfolgt, bei dem die Antriebs schraube mit großen Propellerblättern in einem Rohrstück umläuft, dessen Durchmesser etwa der Wassertiefe des Beckens gleichkommt und durch das die langsam umlaufenden Propellerblätter das durchgesetzte Abwasser in Richtung der Umlaufstromung lenken.
4. Abwasserreinigungsanlage nach Anspruch 1 oder sonstige Systeme von Belüftungsbecken auch in Form von Umlaufgräben dadurch gekennzeichnet, daß durch Einhängen von Tauchwänden bis etwa zur halben Beckentiefe im Umlaufgraben eine Absetzzone dadurch eingerichtet wird, daß durch parallele und schräg in Umlaufrichtung des Abwassers angeordnete Leitwände (Tafeln) oder Formkörper schmale Absetzkammern geschaffen werden, in denen das Abwasser laminar nach oben aufsteigt, so daß in dieser turbulenz armen Zone optimale Absetzeffekte erzielt werden und daß der auf den schrägen Leitwänden nach unten abrutschende Schlamm unterhalb der Absetzzone wieder von dem umlaufenden Abwasser erfaßt wird und so im Kreislauf des Langzeitbelebungsbeckens verbleibt sowie das geklärte Wasser durch Ablaufrinnen aus der obersten Schicht der Absetzzone gleichmäßig abgezogen werden kann, wobei die flberfallkanten des Rinnensystems so hoch angeordnet werden, daß über sie entweder bei normalem Wasserstand bei Trockenwetter geklärtes Abwasser abgezogen wird oder nur bei erhöhtem Wasserstand beispielsweise bei Regenwasserzufluß geklärtes Abwasser zusätzlich zur Leistung des eigentlichen Nachklärbeckens zwecks Erzielung niedrigerer Oberflächenbeschickungen Cm/h7 abfließt.
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