DE19961382A1 - Elektrische Schaltung, insbesondere für einen Mittelspannungsstromrichter - Google Patents
Elektrische Schaltung, insbesondere für einen MittelspannungsstromrichterInfo
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Abstract
Es ist eine elektrische Schaltung (10) beschrieben, insbesondere für einen Mittelspannungsstromrichter. Die Schaltung (10) ist mit mindestens vier Halbleiterschaltern (15, 16, 17, 18) versehen, die eine Reihenschaltung bilden und mit Polen einer Gleichspannung (Ud) verbunden sind. Jedem der Halbleiterschalter (15, 16, 17, 18) ist eine Diode (27, 28, 29, 30) gegensinnig parallelgeschaltet. Zu den beiden mittleren Halbleiterschaltern (16, 17) der Reihenschaltung ist ein Kondensator (35) parallelgeschaltet. Die Schaltung (10) ist mit einem Pol einer Ausgangsspannung (Ua) versehen, der mittig mit der Reihenschaltung verbunden ist. Die Schaltung (10) ist mit einem Steuergerät zur aufeinanderfolgenden Ansteuerung der Halbleiterschalter (15, 16, 17, 18) versehen. Der zeitliche Abstand zwischen dem Übergang zweier (15, 16; 16, 17) in den jeweils leitenden Zustand ist sehr klein.
Description
Die Erfindung betrifft eine elektrische Schaltung,
insbesondere für einen Mittelspannungsstromrichter, mit
mindestens vier Halbleiterschaltern, die eine Reihenschaltung
bilden und mit Polen einer Gleichspannung verbunden sind,
wobei jedem der Halbleiterschalter eine Diode gegensinnig
parallelgeschaltet ist, und wobei zu den beiden mittleren
Halbleiterschaltern der Reihenschaltung ein Kondensator
parallelgeschaltet ist, mit einem Pol einer Ausgangsspannung,
der mittig mit der Reihenschaltung verbunden ist, und mit
einem Steuergerät zur aufeinanderfolgenden Ansteuerung der
Halbleiterschalter. Die Erfindung betrifft ebenfalls ein
entsprechendes Verfahren zum Betreiben einer elektrischen
Schaltung, insbesondere für einen Mittelspannungsstromrichter.
Eine derartige elektrische Schaltung ist allgemein bekannt und
wird insbesondere bei Mittelspannungsstromrichtern eingesetzt.
Die Gleichspannung ist mit den äußeren beiden Abgriffen der
eine Reihenschaltung bildenden Halbleiterschalter verbunden
und an deren gemeinsamen, mittleren Abgriff liegt die
Ausgangsspannung an. Die Halbleiterschalter werden von einem
Steuergerät nacheinander in ihren leitenden und ihren
sperrenden Zustand geschaltet. Die entstehende Wechselspannung
besteht aus einer Abfolge von Pulsen.
Aufgrund von immer vorhandenen Unterschieden der
Betriebsgrößen der in Reihe geschalteten Halbleiterschalter
kann es zu unsymmetrischen Spannungsaufteilungen auf die
verschiedenen Halbleiterschalter kommen, was zu
Überbeanspruchungen einzelner Halbleiterschalter führen kann.
Ebenfalls hat die Umschaltung der Halbleiterschalter zur
Folge, dass der Spannungssprung der einzelnen Pulse der
Ausgangsspannung sehr groß ist, was zu Überspannungsspitzen
führen kann. Diese Nachteile werden bei bekannten
Stromrichtern mit erheblichem schaltungstechnischen Aufwand
ausgeräumt oder zumindest gemindert.
Aufgabe der Erfindung ist es, eine elektrische Schaltung und
ein Verfahren der eingangs genannten Art zu schaffen, die
geringe Überspannungsspitzen erzeugen, ohne dass hierzu ein
besonderer Aufwand erforderlich ist.
Diese Aufgabe wird bei einer elektrischen Schaltung der
eingangs genannten Art erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass
der zeitliche Abstand zwischen dem Übergang zweier
Halbleiterschalter in den jeweils leitenden Zustand sehr klein
ist. Diese Aufgabe wird bei einem Verfahren der eingangs
genannten Art entsprechend gelöst.
Mit Hilfe der erfindungsgemäßen Schaltung ist es möglich, die
einzelnen Pulse der Ausgangsspannung stufenförmig auszubilden.
Es entsteht also ein stufenförmiger Verlauf insbesondere der
Flanken der Ausgangsspannung. Dies bedeutet gleichzeitig, dass
nur ein Teil der gesamten Gleichspannung in ein- und demselben
Zeitpunkt bei der Ausgangsspannung geschaltet wird. Die
Spannungssprünge der einzelnen Stufen der Ausgangsspannung
sind damit kleiner als bei der bekannten Schaltung. Dies führt
zu kleineren Überspannungsspitzen und Spannungssteilheiten bei
der Ausgangsspannung.
Der für die Erfindung erforderliche schaltungstechnische
Aufwand beschränkt sich im Wesentlichen im Vergleich zum Stand
der Technik auf eine unterschiedliche Ansteuerung der
Halbleiterschalter.
Bei einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist der
zeitliche Abstand zwischen dem Übergang zweier
Halbleiterschalter in Abhängigkeit von der Schaltzeit eines
der Halbleiterschalter und/oder der Resonanzfrequenz der Last,
gegebenenfalls einschließlich der vorhandenen Kabel gewählt.
Vorzugsweise beträgt der zeitliche Abstand zwischen dem
Übergang zweier Halbleiterschalter zwischen etwa 0,01
Mikrosekunden und etwa 10 Mikrosekunden, vorzugsweise etwa 2
Mikrosekunden. Damit wird eine Reduktion der resultierenden
Spannungsanstiegsgeschwindigkeit sowie der
Überspannungsspitzen an der Last erreicht.
Auf diese Weise wird der zeitliche Abstand zweier
aufeinanderfolgender Stufen der Ausgangsspannung festgelegt.
Ein derartiger kleiner zeitlicher Abstand zwischen den
erfindungsgemäßen Stufen bringt den wesentlichen Vorteil mit
sich, dass aufgrund des kurzen zeitlichen Abstands die
Kondensatoren, über die während dieses Abstands ein Strom
fließt, nur geringfügig belastet werden. Es ist damit nicht
erforderlich, große Kondensatoren vorzusehen, so dass der
schaltungstechnische Aufwand diesbezüglich gering bleibt und
im Vergleich zum Stand der Technik sogar vermindert werden
kann.
Bei einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung sind
entsprechende weitere Halbleiterschalter, Dioden und
Kondensatoren vorgesehen, wobei die Halbleiterschalter der
Reihenschaltung durch das Steuergerät nacheinander in den
leitenden Zustand steuerbar sind. Damit können die einzelnen
Pulse der Ausgangsspannung beliebig feinstufig ausgebildet
werden. Gleichzeitig werden Überspannungsspitzen aufgrund der
immer kleiner werdenden Spannungssprünge weiter reduziert.
Besonders vorteilhaft ist es, wenn die Kapazität des
Kondensators bzw. der Kondensatoren sehr klein ist. Wie
bereits erwähnt, wird damit der Aufwand für die Realisierung
der erfindungsgemäßen feinstufigen Ausgangsspannung weiter
reduziert.
Bei einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist der
zeitliche Abstand zwischen dem Übergang zweier benachbarter
Halbleiterschalter in den jeweils leitenden Zustand groß,
insbesondere zwischen etwa 100 Mikrosekunden und etwa 500
Mikrosekunden, vorzugsweise etwa 250 Mikrosekunden.
Durch diesen großen zeitlichen Abstand wird - bildlich gesehen
- ein Absatz in der stufenförmigen Ausgangsspannung erzeugt.
Dieser Absatz bringt den Vorteil mit sich, dass
Stromoberschwingungen, die an sich bei den üblichen
Schaltfrequenzen der Halbleiterschalter von etwa 500 Hz bis
etwa 1000 Hz entstehen würden, stark gedämpft werden bzw. in
geringerem Umfang entstehen. Die genannten verminderten
Stromoberschwingungen werden dabei im Wesentlichen nur durch
die entsprechende Ansteuerung der Halbleiterschalter erreicht,
so dass insoweit kein besonderer schaltungstechnischer Aufwand
erforderlich ist.
Die Erfindung besteht auch in einem Verfahren zum Betreiben
einer elektrischen Schaltung, insbesondere für einen
Mittelspannungsstromrichter, wobei die Schaltung mit einer
Mehrzahl von Halbleiterschaltern versehen ist, die eine
Reihenschaltung bilden und mit Polen einer Gleichspannung
verbunden sind, wobei jedem der Halbleiterschalter eine Diode
gegensinnig parallelgeschaltet ist, wobei ausgehend von den
beiden mittleren Halbleiterschaltern jeweils ein Kondensator
parallelgeschaltet ist, wobei die Schaltung mit einem Pol
einer Ausgangsspannung versehen ist, der mittig mit der
Reihenschaltung verbunden ist, wobei die Halbleiterschalter
nacheinander in ihren leitenden Zustand gesteuert werden, und
wobei der zeitliche Abstand zwischen dem Übergang zweier
Halbleiterschalter in den jeweils leitenden Zustand sehr klein
ist.
Mit dem vorgenannten erfindungsgemäßen Verfahren wird der
bereits beschriebene stufenförmige Verlauf der
Ausgangsspannung erzeugt. Wie ebenfalls bereits erwähnt, ist
hierzu im Wesentlichen nur eine entsprechende Ansteuerung der
Halbleiterschalter erforderlich, wobei in Abhängigkeit von den
zeitlichen Abständen dieser Ansteuerungen entweder kurz
aufeinanderfolgende Stufen oder länger beabstandete Absätze
erzeugt werden können.
Weitere Merkmale, Anwendungsmöglichkeiten und Vorteile der
Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung von
Ausführungsbeispielen der Erfindung, die in den Figuren der
Zeichnung dargestellt sind. Dabei bilden alle beschriebenen
oder dargestellten Merkmale für sich oder in beliebiger
Kombination den Gegenstand der Erfindung, unabhängig von ihrer
Zusammenfassung in den Patentansprüchen oder deren
Rückbeziehung sowie unabhängig von ihrer Formulierung bzw.
Darstellung in der Beschreibung bzw. in der Zeichnung.
Fig. 1 zeigt einen schematischen Schaltplan eines ersten
Ausführungsbeispiels einer erfindungsgemäßen
elektrischen Schaltung,
Fig. 2 zeigt ein schematisches Zeitdiagramm der
Ausgangsspannung der Schaltung der Fig. 1,
Fig. 3 zeigt einen schematischen Schaltplan eines zweiten
Ausführungsbeispiels einer erfindungsgemäßen
elektrischen Schaltung,
Fig. 4 zeigt einen schematischen Schaltplan eines dritten
Ausführungsbeispiels einer erfindungsgemäßen
elektrischen Schaltung,
Fig. 5 zeigt ein schematisches Zeitdiagramm der
Ausgangsspannung der Schaltung der Fig. 3, und
Fig. 6 zeigt ein schematisches Zeitdiagramm der
Ausgangsspannung der Schaltung der Fig. 4.
In der Fig. 1 ist eine elektrische Schaltung 10 dargestellt,
die insbesondere bei einem Mittelspannungsstromrichter
anwendbar ist, mit dem beispielsweise ein Elektromotor als
Last gespeist wird.
Die Schaltung 10 ist eingangsseitig mit einer Gleichspannung
Ud beaufschlagt, die entsprechend den Angaben in der Fig. 1
gepolt ist. Die Gleichspannung Ud kann in einem Bereich von
etwa 1 kV bis etwa 100 kV, vorzugsweise bei etwa 16 kV liegen.
Von der Schaltung 10 wird die Gleichspannung Ud in eine
Wechselspannung Ua umgeformt, die aus einer Abfolge von Pulsen
besteht.
Üblicherweise sind in einem Mittelspannungsstromrichter drei
derartige Schaltungen 10 vorhanden, mit denen jeweils eine
Phase einer dreiphasigen Wechselspannung erzeugt wird.
In der Schaltung 10 sind zwischen dem Plus- und dem Minuspol
der Gleichspannung Ud zwölf Halbleiterschalter 11 bis 22 in
Reihe geschaltet. Die Ansteuerung der Halbleiterschalter 11
bis 22 wird von einem in der Fig. 1 nicht dargestellten
Steuergerät durchgeführt.
Jedem der Halbleiterschalter 11 bis 22 ist eine Diode 23 bis
34 gegensinnig parallelgeschaltet.
Parallel zu den beiden Halbleiterschaltern 16, 17 mit den
zugehörigen Dioden 28, 29 ist ein Kondensator 35 geschaltet.
Parallel zu den vier Halbleiterschaltern 15 bis 18 mit den
zugehörigen Dioden 27 bis 30 ist ein Kondensator 36
geschaltet. Parallel zu den sechs Halbleiterschaltern 14 bis
19 mit den zugehörigen Dioden 26 bis 31 ist ein Kondensator 37
geschaltet. Parallel zu den acht Halbleiterschaltern 13 bis 20
mit den zugehörigen Dioden 25 bis 32 ist ein Kondensator 38
geschaltet. Und schließlich ist parallel zu den zehn
Halbleiterschaltern 12 bis 21 mit den zugehörigen Dioden 24
bis 33 ein Kondensator 39 geschaltet.
Es wird davon ausgegangen, dass die Kondensatoren 35 bis 39,
wie in der Fig. 1 angegeben, auf folgende Spannungen
aufgeladen sind: der Kondensator 35 ist auf 1/6 der
Gleichspannung Ud aufgeladen, der Kondensator 36 ist auf 1/3
der Gleichspannung Ud aufgeladen, der Kondensator 37 ist auf
1/2 der Gleichspannung Ud aufgeladen, der Kondensator 38 ist
auf 2/3 der Gleichspannung Ud aufgeladen, und der Kondensator
39 ist schließlich auf 5/6 der Gleichspannung Ud aufgeladen.
Diese Aufladung der Kondensatoren 35 bis 39 kann durch
entsprechende schaltungstechnische Maßnahmen erreicht werden.
In der Fig. 2 ist ein Zeitdiagramm eines Pulses der
Wechselspannung Ua über der Zeit t dargestellt. Es wird davon
ausgegangen, dass in einem Zeitpunkt t0 alle
Halbleiterschalter 11 bis 16 gesperrt und alle
Halbleiterschalter 17 bis 22 leitend sind. Weiter wird davon
ausgegangen, dass die Ausgangsspannung Ua im Zeitpunkt t0
gleich -3/6 Ud ist und ein Ausgangsstrom Ia über die Dioden 29
bis 34 zur Last fließt. Ebenfalls wird davon ausgegangen, daß
immer komplementäre Halbleiterschalter geschaltet werden, also
z. B. der Halbleiterschalter 11 gesperrt und dann der
Halbleiterschalter 22 leitend geschaltet wird, oder der
Halbleiterschalter 11 leitend geschaltet und dann der
Halbleiterschalter 22 gesperrt wird.
Wenn im Zeitpunkt t1 z. B. der Halbleiterschalter 11 leitend
gesteuert und der Halbleiterschalter 22 gesperrt wird und die
Halbleiterschalter 12 bis 16 gesperrt sowie die
Halbleiterschalter 17 bis 21 leitend bleiben, fließt ein Strom
von dem Pluspol der Gleichspannung Ud über den
Halbleiterschalter 11, über den Kondensator 39 und über die
Dioden 33, 32, 31, 30 und 29 zu dem Pol der Ausgangsspannung
Ua.
Es ist sinnvoll mit der Ansteuerung des Halbleiterschalters 11
zu beginnen, wenn der Kondensator 39 eine Spannung kleiner als
5/6 Ud aufweist und die Abweichung betragsmäßig die größte von
allen Kondensatoren ist, da mit dem Einschalten des
Halbleiterschalters 11 dieser Kondensator 39 aufgeladen wird.
In dieser Art und Weise lässt sich über die Reihenfolge der
Ansteuerung der Halbleiterschalter und über den Zeitverzug die
Symmetrie der Kondensatorspannungen steuern.
Aufgrund des auf 5/6 der Gleichspannung Ud aufgeladenen
Kondensators 39 verbleiben von der Gleichspannung -3/6 Ud nur
noch -2/6 Ud derselben als Ausgangsspannung Ua in diesem
Zeitpunkt t1. Dies ist in der Fig. 2 durch die entsprechende
Stufe im Zeitpunkt t1 dargestellt.
Von dem vorgenannten Strom würde der Kondensator 39 nach dem
Zeitpunkt t1 an sich von 5/6 auf die gesamte Gleichspannung Ud
aufgeladen werden. Bevor dies jedoch der Fall ist, wird in
einem Zeitpunkt t2 zusätzlich zu dem gesperrten
Halbleiterschalter 22 auch der Halbleiterschalter 21 gesperrt
sowie zusätzlich zu dem eingeschalteten Halbleiterschalter 11
auch der nächste Halbleiterschalter 12 leitend gesteuert,
wobei die anderen Halbleiterschalter 13 bis 16 gesperrt und
die Halbleiterschalter 17 bis 20 leitend bleiben. Dies hat zur
Folge, dass ein Strom von dem Pluspol der Gleichspannung 3/6
Ud über die Halbleiterschalter 11 und 12, über den Kondensator
38 und über die Dioden 32, 31, 30 und 29 zu dem Pol der
Ausgangsspannung Ua fließt.
Aufgrund des auf 2/3 der Gleichspannung Ud aufgeladenen
Kondensators 38 verbleiben von der gesamten anliegenden
Gleichspannung Ud nur noch -1/6 Ud derselben als
Ausgangsspannung Ua in diesem Zeitpunkt t2. Dies ist in der
Fig. 2 durch die entsprechende weitere Stufe im Zeitpunkt t2
dargestellt.
Dieses Verfahren wird fortgesetzt, bis die Halbleiterschalter
11 bis 16 leitend gesteuert und die Halbleiterschalter 17 bis
22 gesperrt sind und damit der Pluspol der Gleichspannung 3/6
Ud über die Halbleiterschalter 11 bis 16 direkt mit dem Pol
der Ausgangsspannung Ua verbunden ist. Dies bewirkt dann in
der Fig. 2 in einem Zeitpunkt t6 eine letzte Stufe zur
gesamten Gleichspannung 3/6 Ud. Im Zeitpunkt t6 ist somit die
gesamte Gleichspannung 3/6 Ud als Ausgangsspannung Ua
vorhanden.
Insgesamt ist damit die Ausgangsspannung Ua von einem ersten
Niveau, nämlich -Ud/2, in sechs Stufen auf ein zweites Niveau,
nämlich die Gleichspannung Ud/2, angestiegen.
Danach werden die Halbleiterschalter 11 bis 16 wieder in ihren
gesperrten Zustand und die Halbleiterschalter 17 bis 22 wieder
in ihren leitenden Zustand gesteuert. Dies hat zur Folge, dass
die Ausgangsspannung Ua stufenförmig wieder auf -Ud/2
zurückgeht. Die Stufen entsprechen dabei den in der Fig. 2
gezeigten Stufen in umgekehrter Richtung.
Insgesamt ist damit ein Puls der Ausgangsspannung Ua von der
Schaltung 10 erzeugt worden. Die Einschaltflanke und die
Ausschaltflanke dieses Pulses sind dabei stufenförmig
ausgebildet.
Die Reihenfolge der Ansteuerung der Halbleiterschalter 11 bis
22 der Fig. 1 wird, soweit es die Erzeugung von positiven und
negativen Flanken betrifft, in Abhängigkeit von dem
Ladezustand der zugehörigen Kondensatoren 35 bis 39
ausgeführt. Diese Reihenfolge hat dabei keinen Einfluß auf die
stufenförmige Form der erzeugten Spannung.
Insgesamt kann mit Hilfe der vorstehend beschriebenen
Ansteuerung der Halbleiterschalter 11 bis 22 aus der
eingangsseitigen Gleichspannung Ud die Ausgangsspannung Ua in
der Form von Pulsen erzeugt werden, wobei die Einschalt- und
Ausschaltflanken dieser Pulse jeweils stufenförmig ausgebildet
sind.
Der zeitliche Abstand der einzelnen Zeitpunkte, in denen die
Halbleiterschalter 11 bis 22 nacheinander umgesteuert werden,
ist sehr klein. Insbesondere wird dieser zeitliche Abstand in
Abhängigkeit von der Schaltzeit der verwendeten
Halbleiterschalter 11 bis 22 und/oder der Resonanzfrequenz der
Last, gegebenenfalls einschließlich der vorhandenen Kabel
gewählt. Insbesondere kann dieser zeitliche Abstand so gewählt
werden, daß die Überspannungsspitzen an der Last minimiert
werden. Beispielsweise liegt der zeitliche Abstand in einem
Bereich zwischen etwa 0,01 Mikrosekunden und etwa 10
Mikrosekunden. Vorzugsweise beträgt dieser Abstand, wie dies
auch in der Fig. 2 angegeben ist, 2 Mikrosekunden.
Aufgrund der vorstehenden Zeitabstände zwischen den einzelnen
Zeitpunkten, in denen die Halbleiterschalter 11 bis 22
nacheinander umgesteuert werden, können die Kapazitäten der
Kondensatoren 35 bis 39 relativ klein gewählt. Sie können
dabei nach der folgenden Gleichung berechnet werden:
C = (I × delta t)/delta U
C ist dabei die zu berechnende Kapazität, I der Ladestrom
durch den jeweiligen Kondensator, delta t ist der zeitliche
Abstand der einzelnen Zeitpunkte, in denen die
Halbleiterschalter 11 bis 22 nacheinander umgesteuert werden,
z. B. 2 Mikrosekunden, und delta U beträgt etwa 10% der
Nennspannung des zugehörigen Kondensators.
Die Reihenfolge der Ansteuerung der einzelnen in Reihe
geschalteten Halbleiterschalter einer Halbgruppe sollte sich
vorzugsweise danach richten, welche Kondensatoren die am
meisten von ihrem Nennwert abweichende Spannung aufweisen. Auf
diese Weise kann jeweils ein Stromfluss durch die
Kondensatoren eingeleitet werden, der die Kondensatoren so
umlädt, dass der unsymmetrischen Spannung entgegengewirkt
wird.
In jeder der vorstehend beschriebenen Stufen wird nur 1/6,
also etwa 17% der gesamten Gleichspannung Ud an die
Ausgangsspannung Ua weitergegeben. Dies führt dazu, dass
mögliche Überspannungsspitzen beispielsweise in einem
nachfolgenden Elektromotor nur von diesen Stufen herrühren.
Der Elektromotor muss also nicht für Überspannungsspitzen
ausgelegt sein, die beim Schalten der gesamten Gleichspannung
Ud auftreten würden.
In den Fig. 3 und 4 sind elektrische Schaltungen 50 und 60
dargestellt, die weitgehend der elektrischen Schaltung 10 der
Fig. 1 entsprechen. Gleiche Bauteile sind deshalb mit
gleichen Bezugsziffern gekennzeichnet.
Zu der Schaltung 50 der Fig. 3 gehört das Zeitdiagramm der
Fig. 5 und zu der Schaltung 60 der Fig. 4 gehört das
Zeitdiagramm der Fig. 6. Die Zeitdiagramme der Fig. 5 und
6 sind dem Zeitdiagramm der Fig. 2 ähnlich. Gleiche Merkmale
sind deshalb mit gleichen Bezeichnungen versehen.
Bei der Schaltung 50 der Fig. 3 ist als Unterschied zu der
Schaltung 10 der Fig. 1 ein größerer Kondensator 51 anstelle
des Kondensators 37 vorgesehen. Des Weiteren ist gemäß dem
Zeitdiagramm der Fig. 5 zwischen den Zeitpunkten t3 und t4
ein längerer zeitlicher Abstand vorgesehen als bei dem
Zeitdiagramm der Fig. 2.
Der zeitliche Abstand zwischen beispielsweise den Zeitpunkten
t1 und t2 beträgt bei der Fig. 5 wie bisher beispielsweise 2
Mikrosekunden. Der zeitliche Abstand zwischen den Zeitpunkten
t3 und t4 ist aber etwa um einen Faktor 100 größer. Dieser
zeitliche Abstand liegt z. B. in einem Bereich von etwa 100
Mikrosekunden bis etwa 1000 Mikrosekunden. Vorzugsweise
beträgt der zeitliche Abstand etwa 250 Mikrosekunden, wie dies
auch in der Fig. 5 angegeben ist.
Dies hat zur Folge, dass in der Fig. 5 in den Zeitpunkten t1
und t2 die bereits aus der Fig. 2 bekannten Stufen ebenfalls
vorhanden sind. Zwischen den Zeitpunkten t3 und t4 ist jedoch
in der Fig. 5 aufgrund des größeren zeitlichen Abstands ein
Absatz 52 vorhanden.
Während dieses Absatzes 52 fließt ein Strom von dem Pluspol
der Gleichspannung Ud über die Halbleiterschalter 11, 12 und
13, über den Kondensator 51 und über die Dioden 31, 30 und 29
zu dem Pol der Ausgangsspannung Ua. Aufgrund des größeren
zeitlichen Abstands zwischen den Zeitpunkten t3 und t4 fließt
dieser Strom länger als zwischen beispielsweise den
Zeitpunkten t1 und t2. Durch diesen eine längere Zeitdauer
fließenden Strom wird der Kondensator 51 der Fig. 3 höher
belastet als der Kondensator 37 der Fig. 1. Aus diesem Grund
ist die Kapazität des Kondensators 51 größer gewählt als die
Kapazität des Kondensators 37. Sie kann wiederum anhand der
bereits angegebenen Gleichung berechnet werden, wobei sich der
größere Wert der Kapazität aus dem größeren delta t ergibt.
Die Ausgangsspannung Ua steigt damit bei der Schaltung 50 von
dem ersten Niveau, nämlich -Ud/2, über drei Stufen zu einem
zweiten Niveau an, nämlich dem Absatz 52, und von dort in
weiteren drei Stufen zu einem dritten Niveau, nämlich zu der
Gleichspannung Ud/2.
Bei Verwendung der Schaltung 50 der Fig. 3 in einem
Mittelspannungsstomrichter können die Halbleiterschalter 11
bis 22, beispielsweise entsprechende IGBTs, üblicherweise mit
einer Schaltfrequenz von etwa 500 Hz bis etwa 1000 Hz
betrieben werden. Diese Schaltfrequenzen haben bei 2-Stufen-
Wechselrichtern Stromoberschwingungen in dem ausgangsseitigen
Strom der Wechselspannung zur Folge, die nicht unerheblich
sind.
Entsprechend der Fig. 5 wird die Zwischenkreisspannung mit
einem längeren Absatz 52 von Plus nach Minus geschaltet, was
zu einer Reduktion der Spannungsoberschwingungen führt. Bei
der Schaltung 50 der Fig. 3 mit dem zugehörigen Absatz 52
entsprechend der Fig. 5 weist folglich der ausgangsseitige
Strom geringere Stromoberschwingungen auf als bei der
Schaltung 10 der Fig. 1.
Bei der Schaltung 60 der Fig. 4 sind als Unterschied zu der
Schaltung 10 der Fig. 1 zwei größere Kondensatoren 61 und 62
anstelle der Kondensatoren 38 und 36 vorgesehen. Die Kapazität
der Kondensatoren 61, 62 entspricht etwa der Kapazität des
Kondensators 51 der Fig. 3.
Des Weiteren ist gemäß der Fig. 6 zwischen den Zeitpunkten t2
und t3 und zwischen den Zeitpunkten t4 und t5 jeweils ein
längerer zeitlicher Abstand vorgesehen als bei der Fig. 2.
Dieser längere zeitliche Abstand entspricht etwa demjenigen
der Fig. 5.
Dies hat zur Folge, dass gemäß der zu der Schaltung 60
zugehörigen Fig. 6 zwei Absätze 63 und 64 vorhanden sind.
Die Ausgangsspannung Ua steigt damit bei der Schaltung 60 von
dem ersten Niveau, nämlich -Ud/2, über zwei Stufen zu einem
zweiten Niveau an, nämlich dem Absatz 63, von dort in weiteren
zwei Stufen zu einem dritten Niveau, nämlich dem Absatz 64,
und von dort in weiteren zwei Stufen zu einem vierten Niveau,
nämlich zu der Gleichspannung Ud/2.
Bei der Schaltung 60 der Fig. 4 mit den zugehörigen Absätzen
63 und 64 entsprechend der Fig. 6 weist der ausgangsseitige
Strom der Wechselspannung damit noch geringere
Stromoberschwingungen auf als bei der Schaltung 50 der Fig. 3.
Claims (11)
1. Elektrische Schaltung (10; 50; 60), insbesondere für
einen Mittelspannungsstromrichter, mit mindestens vier
Halbleiterschaltern (15, 16, 17, 18), die eine
Reihenschaltung bilden und mit Polen einer Gleichspannung
(Ud) verbunden sind, wobei jedem der Halbleiterschalter
(15, 16, 17, 18) eine Diode (27, 28, 29, 30) gegensinnig
parallelgeschaltet ist, und wobei zu den beiden mittleren
Halbleiterschaltern (16, 17) der Reihenschaltung ein
Kondensator (35) parallelgeschaltet ist, mit einem Pol
einer Ausgangsspannung (Ua), der mittig mit der
Reihenschaltung verbunden ist, und mit einem Steuergerät
zur aufeinanderfolgenden Ansteuerung der
Halbleiterschalter (15, 16, 17, 18), dadurch
gekennzeichnet, dass der zeitliche Abstand zwischen dem
Übergang zweier Halbleiterschalter (15, 16; 16, 17) in
den jeweils leitenden Zustand sehr klein ist.
2. Schaltung (10; 50; 60) nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß der zeitliche Abstand zwischen dem
Übergang zweier Halbleiterschalter (15, 16 oder 16, 17)
in Abhängigkeit von der Schaltzeit eines der
Halbleiterschalter (15 bis 18) und/oder der
Resonanzfrequenz der Last, gegebenenfalls einschließlich
der vorhandenen Kabel gewählt ist.
3. Schaltung (10; 50; 60) nach einem der Ansprüche 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, daß der zeitliche Abstand
zwischen dem Übergang zweier Halbleiterschalter (15, 16
oder 16, 17) zwischen etwa 0,01 Mikrosekunden und etwa 10
Mikrosekunden, vorzugsweise etwa 2 Mikrosekunden beträgt.
4. Schaltung (10; 50; 60) nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
gekennzeichnet durch entsprechende weitere
Halbleiterschalter (14, 13, 12, 11, 19, 20, 21, 22),
Dioden (26, 25, 24, 23, 31, 32, 33, 34) und Kondensatoren
(36, 37, 38, 39; 51; 63, 64), wobei die
Halbleiterschalter (14, 13, 12, 11, 19, 20, 21, 22) der
Reihenschaltung durch das Steuergerät nacheinander in den
leitenden Zustand steuerbar sind.
5. Schaltung (10; 50; 60) nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, dass die Kapazität des
Kondensators (35) bzw. der Kondensatoren (35 bis 39) sehr
klein ist.
6. Schaltung (50; 60) nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, dass der zeitliche Abstand
zwischen dem Übergang zweier benachbarter
Halbleiterschalter (13, 14; 12, 13 und 14, 15) in den
jeweils leitenden Zustand groß ist, insbesondere zwischen
etwa 100 Mikrosekunden und etwa 1000 Mikrosekunden,
vorzugsweise etwa 250 Mikrosekunden.
7. Verfahren zum Betreiben einer elektrischen Schaltung (10;
50; 60), insbesondere für einen
Mittelspannungsstromrichter, wobei die Schaltung (10; 50;
60) mit einer Mehrzahl von Halbleiterschaltern (11 bis
22) versehen ist, die eine Reihenschaltung bilden und mit
Polen einer Gleichspannung (Ud) verbunden sind, wobei
jedem der Halbleiterschalter (11 bis 22) eine Diode (23
bis 34) gegensinnig parallelgeschaltet ist, wobei
ausgehend von den beiden mittleren Halbleiterschaltern
(16, 17) jeweils ein Kondensator (35 bis 39)
parallelgeschaltet ist, wobei die Schaltung (10; 50; 60)
mit einem Pol einer Ausgangsspannung (Ua) versehen ist,
der mittig mit der Reihenschaltung verbunden ist, und
wobei die Halbleiterschalter (11 bis 16) nacheinander in
ihren leitenden Zustand gesteuert werden, dadurch
gekennzeichnet, daß der zeitliche Abstand zwischen dem
Übergang zweier Halbleiterschalter (11 bis 16) in den
jeweils leitenden Zustand sehr klein ist.
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß
der zeitliche Abstand zwischen dem Übergang zweier
Halbleiterschalter (15, 16 oder 16, 17) in Abhängigkeit
von der Schaltzeit eines der Halbleiterschalter (15 bis
18) und/oder der Resonanzfrequenz der Last,
gegebenenfalls einschließlich der vorhandenen Kabel
gewählt ist.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 7 oder 8, dadurch
gekennzeichnet, daß der zeitliche Abstand zwischen dem
Übergang zweier Halbleiterschalter (15, 16 oder 16, 17)
zwischen etwa 0,01 Mikrosekunden und etwa 10
Mikrosekunden, vorzugsweise etwa 2 Mikrosekunden beträgt.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 7 bis 9, dadurch
gekennzeichnet, daß der zeitliche Abstand zwischen dem
Übergang zweier benachbarter Halbleiterschalter (13, 14;
12, 13 und 14, 15) in den jeweils leitenden Zustand groß
ist, insbesondere zwischen etwa 100 Mikrosekunden und
etwa 1000 Mikrosekunden, vorzugsweise etwa 250
Mikrosekunden.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 7 bis 10, dadurch
gekennzeichnet, daß die Reihenfolge der Ansteuerung der
Halbleiterschalter (15 bis 18) in Abhängigkeit von dem
Ladezustand der zugehörigen Kondensatoren (35) ausgeführt
wird.
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| Date | Code | Title | Description |
|---|---|---|---|
| 8127 | New person/name/address of the applicant |
Owner name: ALSTOM POWER CONVERSION GMBH, 12277 BERLIN, DE |
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