DE19961852A1 - Pumpe mit geregeltem Ventil - Google Patents
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Abstract
Die Erfindung betrifft eine Pumpe, insbesondere zur Förderung von Druckmittel in geregelten Bremssystemen von Fahrzeugen. Üblicherweise werden die Einlass- bzw. Auslassventile derartiger Pumpen durch den Druckabfall an den entsprechenden Ventilen betätigt. Um die Pumpe zu optimieren und deren Wirksamkeit insbesondere bei hohem Saugdruckbedarf (niedrige Temperaturen) herabzusetzen, wird vorgeschlagen, die Ventile elektromechanisch zu betätigen, wobei insbesondere der Druck oder der Druckabfall pro Zeiteinheit innerhalb des Pumpenraums zur Ansteuerung der elektromechanisch arbeitenden Ventile herangezogen wird.
Description
Die Erfindung betrifft eine Pumpe zum Fördern bzw. Druck
aufbau von Flüssigkeiten, insbesondere Hydraulikflüssigkeit
für geregelte Bremssysteme in Fahrzeugen.
Hierbei ist die zur Verfügung stehende Energie zum Betrei
ben der Pumpe stark beschränkt. Weiterhin soll die Pumpe
möglichst geringe Abmessungen und ein kleines Gewicht ha
ben. Man ist daher bestrebt, die Pumpe derart auszulegen,
dass sie unter den üblichen Betriebsbedingungen sehr effek
tiv arbeitet und dabei möglichst kleine Abmessungen bei ge
ringem Gewicht besitzt. Bei den üblichen Pumpen ist ein
Einlassventil und ein Auslassventil vorgesehen, die in der
Regel als Rückschlagventile ausgestaltet sind. Das heißt,
dass die Ventile in Abhängigkeit von der an dem Ventilkör
per anliegenden Druckverhältnisse geöffnet bzw. geschlossen
sind. Dabei gibt es einen Übergangsbereich, bei dem der
Druckunterschied an dem Ventilkörper so groß ist, dass das
Ventil zu öffnen beginnt bzw. der Ventilkörper sich in
Schließrichtung bewegt. Insbesondere bei tiefen Temperatu
ren sind die notwendigen Druckunterschiede zur Bewegung des
Ventilkörpers erheblich, so dass die Pumpe schon größere
Saug- bzw. Druckkräfte aufgebracht haben muss, bevor die
Ventilkörper sich öffnen bzw. schließen. Betrachtet man ei
ne Radialkolbenpumpe mit sich hin- und herbewegendem Kol
ben, so muss der Kolben schon einige Zeit den Totpunkt des
Kolbenweges überfahren haben, bevor die Druckverhältnisse
sich in der Pumpenkammer umkehren und ein entsprechender
die Ventile öffnender bzw. schließender Druck neu aufgebaut
ist. Als Folge daraus resultiert, dass die Pumpe bei tiefen
Temperaturen unter Umständen anfangs nur eine sehr geringe
Förderleistung hat, die ein schnelles Regelverhalten insbe
sondere bei ASR oder ESP behindert, da in diesen Fällen die
Pumpe selbsttätig anlaufen muss und die Bremsbetätigung
nicht durch die Betätigung der Bremsen über das Bremspedal
durch den Fahrer unterstützt wird.
Aufgabe der Erfindung ist es daher, eine Pumpe vorzuschla
gen, die unabhängig von dem Zustand der zu fördernden Flüs
sigkeit bzw. der Umgebungstemperatur sehr schnell ihre Ven
tile betätigt und damit den Wirkungsgrad der Pumpe, insbe
sondere bei niedrigen Temperaturen erheblich verbessert.
Die vorliegende Erfindung geht daher aus von einer Pumpe
der sich aus dem Oberbegriff des Anspruchs 1 ergebenden
Gattung. Die Aufgabe wird durch die in dem kennzeichnenden
Teil des Hauptanspruchs aufgeführte Merkmalskombination ge
löst. Die Erfindung besteht im Prinzip also darin, die Ven
tile der Pumpe nicht passiv aufgrund der am Ventilkörper
auftretenden Druckunterschiede zu betätigen, sondern aktiv
mit Hilfe elektrischer Kräfte anzusteuern. Damit wird die
Betätigung der Ventile von den an diesen anliegenden Druck
unterschieden weitgehend unabhängig. Vielmehr kann die
Stellung der Ventile in Abhängigkeit von vorgebbaren Para
metern eingestellt werden.
Bei einer derartigen Einstellung bedient man sich in vor
teilhafter Weiterbildung der Erfindung der Merkmalskombina
tion nach Anspruch 2. Als Parameter wird dabei bevorzugt
die Druckänderung pro Zeit in dem Pumpenzylinder verwendet.
Es können aber auch andere Parameter innerhalb oder außer
halb des Pumpenzylinders gemessen und die Ventilansteuerung
von dem Messergebnis abhängig gemacht werden. Denkbar ist
beispielsweise der Druck in der Pumpenkammer, der Wende
punkt der Druckänderung über die Zeit gesehen oder ähnliche
Größen. Ein Auslösekriterium zum Öffnen des Einlassventils
kann beispielsweise auch der Druckzusammenbruch innerhalb
der Pumpenkammer einer Radialkolbenpumpe sein. Die vorange
gangenen Merkmalskombinationen sind im übrigen auch insbe
sondere für Pumpen mit großen Druckschwankungen innerhalb
der Pumpenkammer wie beispielsweise Radialkolbenpumpen be
sonders geeignet.
Als Ventile für den Auslass und insbesondere auch den Ein
lass der Pumpe haben sich besonders elektromagnetisch betä
tigte Ventile aufgrund ihrer schnellen Reaktionszeit gemäß
der Merkmalskombination nach Anspruch 2 bewährt. Die An
steuerung kann aber auch durch eine geeignete andere Kraft,
beispielsweise hydraulisch oder mechanisch erfolgen. Mit
Hilfe der Erfindung ist auch die Merkmalskombination nach
Anspruch 3 effektiv einsetzbar. Dabei wird innerhalb der
Steuereinrichtung ein Kennlinienfeld verankert und es wird
aufgrund der durch die Sensoreinrichtung gemessenen Werte
der entsprechende Schaltzeitpunkt in der Tabelle bzw. dem
Kennlinienfeld abgelesen. Dieses Kennlinienfeld kann sowohl
die Öffnungszeit als auch die Schließzeit der Auslassventi
le insbesondere aber auch der Einlassventile festlegen, so
dass die Ventile in optimaler Weise zur Verbesserung der
Effektivität der Pumpe ansteuerbar sind.
Als Ventile insbesondere des Einlassventils haben sich ins
besondere Ventile gemäß der Merkmalskombination nach An
spruch 4 bewährt. Dabei muss man bestrebt sein, dass die
Verzögerungszeiten insbesondere der Einlassventile so kurz
wie möglich sind.
Die erfindungsgemäße Pumpe ist insbesondere auch hinsicht
lich der Merkmalskombination nach Anspruch 5 besonders vor
teilhaft einsetzbar. Da die Öffnung der Einlass- bzw. Aus
lassventile nicht mehr von den Druckverhältnissen an den
Ventilen selbst sondern von elektrischen Ansteuersignalen
abhängig ist, lässt sich hierdurch die Pumpe auch leicht
entlüften oder auch entleeren, indem man ein bzw. beide
Ventile gleichzeitig offen hält.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachfolgend an
hand der Zeichnung erläutert. Dabei zeigt
Fig. 1 in symbolischer Darstellung die mit dem erfin
dungsgemäßen Ventil versehene Radialkolbenpumpe.
Fig. 2 eine veränderte Ausführungsform des Ventils in
Fig. 1 und
Fig. 3 weitere Einzelheiten der Ausführungsform der Pum
pe nach Fig. 1.
In Fig. 1 ist ein Pumpenkolben 2 einer erfindungsgemäßen
Pumpe symbolisch dargestellt, der innerhalb eines Zylinder
raums 3 durch einen Kurbelantrieb 4 hin- und herbewegt
wird. Der Kurbelantrieb kann auch durch einen Exzenter er
setzt sein, wobei die Exzenterwelle bzw. der Kurbelantrieb
mit einer Drehgeschwindigkeit u umlaufen. Der Pumpenkolben
2 ist in üblicher Weise mit einer Kolbendichtung 5 und ei
nem Stützring 6 versehen, die die Kolbenfläche gegenüber
der Mantelfläche 7 des Pumpenzylinders 3 abdichtet. Symbo
lisch sind ein Einlassventil 8 und ein Auslassventil 9 dar
gestellt, die nachfolgend vielfach auch als Saugventil 8
und Druckventil 9 bezeichnet werden. Das Einlassventil ist
in Fig. 1 ein SG-Ventil, welches durch eine nicht darge
stellte Steuerung elektrisch angesteuert wird. Das Auslass
ventil ist ein übliches Druckventil, kann aber ebenfalls
wie weiter oben schon erläutert, elektromechanisch ange
steuert werden.
Wie aus Fig. 2 ersichtlich, kann das Einlassventil aber
auch als SO-Ventil ausgestaltet sein. Eine symbolisch dar
gestellte Sensoreinrichtung 10 misst die Druckänderung pro
zeiteinheit, also die Ableitung des Drucks nach der Zeit,
wie durch eine Wirkverbindung 11 angedeutet ist. Von der
Sensoreinrichtung 10 kann dann ein Kennlinienfeld angesteu
ert werden, welches in Abhängigkeit von dem gemessenen und
in das Feld eingegebenen Wert die Öffnungs- bzw. Schließ
zeiten des Saugventils bestimmt und es dementsprechend
elektromechanisch ansteuert. Entsprechendes kann aber auch
für das Auslassventil 9 gelten, welches in Fig. 1 als ein
faches Druckventil dargestellt ist.
In Fig. 3 ist eine mögliche Ausführungsform nach Fig. 1
mehr ins Einzelne gehend dargestellt. Der Kurbelantrieb 4
(Fig. 1) ist durch einen gebräuchlichen Exzenterantrieb 12
ersetzt, wobei das Zurückholen des Pumpenkolbens 2 mittels
eines Rückholarms 13 geschieht. Das Pumpengehäuse 14 ist
mit einem Anschlussstutzen 15 versehen, der eine Eins
lassöffnung 16 und eine Auslassöffnung 30 besitzt, wobei
die Auslassöffnung 17 zum in Fig. 3 nicht dargestellten
Druckventil (Fig. 1) führt.
Fig. 3 zeigt nun eine mögliche Ausgestaltung des Einlass
ventils, welche den Druckmittelzufluss zum Pumpenraum 3
steuert. Der Pumpenraum 3 wird abgeschlossen durch einen
ringförmigen Ventilsitz 17, an den die Ventildichtung 18
eines Ventilkörpers 19 mittels der Vorspannkraft einer Fe
der 20 anlegbar ist. Die Feder 20 stützt sich an dem Ven
tilkörper 19 über einen geeigneten Vorsprung 21, beispiels
weise einen Klemmring am Ventilkörper 19 ab und zieht damit
den Ventilkörper 19 mit seiner Ventildichtung 18 im strom
losen Zustand gegen den Ventilsitz 17. Die Einlassöffnung
16 ist somit im stromlosen Zustand gegenüber dem Pumpenraum
3 verschlossen. Soll nun das Einlassventil geöffnet werden,
so wird ein Strom bzw. eine Spannung an eine Magnetspule 22
angelegt, die über einen Magneten 23 den Ventilkörper 19 in
Fig. 3 nach rechts verschiebt und damit das Einlassventil
elektromechanisch öffnet. Damit entsteht im Bereich der
Ventildichtung 18 ein Verbindungskanal zwischen der Ein
lassöffnung 16 und dem Pumpenraum 3, so dass ohne den sonst
üblichen Saugdruck dieser Pumpenraum 3 mit dem Einlasskanal
weitgehend verlustfrei verbunden ist. Soll die Ventildich
tung 18 wieder schließen, so wird die Spannung bzw. der
Strom an der Magnetspule beendet, so dass durch die Kraft
der Feder 20 das Einlassventil wieder schließt.
Claims (5)
1. Mit zumindest einem Ventil, vorzugsweise Einlassventil
versehene Pumpe zur Förderung von Flüssigkeit, insbe
sondere für geregelte Bremsanlagen in Kraftfahrzeugen,
dadurch gekennzeichnet, dass das Ventil vorzugsweise
Einlassventil, (17 bis 20) eine Sensoreinrichtung (10)
besitzt, welche zumindest eine von dem Druck in dem
Pumpenzylinder (3) abhängige Größe insbesondere die
Druckänderung pro Zeiteinheit (dp/dt)bestimmt und in
Abhängigkeit von der gemessenen Größe den Schaltzeit
punkt des Ventils insbesondere des Einlass- und/oder
Auslassventils (17 bis 20 bzw. 9) bestimmt.
2. Pumpe nach einem der vorangegangenen Ansprüche, da
durch gekennzeichnet, dass das Ventil (17 bis 20, Fig. 3)
elektromagnetisch betätigt wird.
3. Pumpe nach einem der vorangegangenen Ansprüche, da
durch gekennzeichnet, dass in der Sensoreinrichtung
(10) eine oder mehrere Tabellen bzw. Kennlinienfelder
hinterlegt sind, deren Ergebniswerte von den eingege
benen im Pumpenraum gemessenen Messwerten abhängen,
wobei unter Verwendung der Ergebniswerte die Öffnungs-
und/oder Schließzeiten des Ein- und/oder Auslassven
tils bestimmt werden.
4. Pumpe nach einem der vorangegangenen Ansprüche, da
durch gekennzeichnet, dass das Ventil oder die Ventile
Reaktionszeiten (8, 9) für die Signalerfassung, Aus
wertung und das Schließen bzw. Öffnen des Ventils be
sitzen, welche insgesamt kleiner als 2 ms ist.
5. Pumpe nach einem der vorangegangenen Ansprüche, da
durch gekennzeichnet, dass zum Entlüften der Pumpe
und/oder eines an die Pumpe angeschlossenen Hydraulik
kreises das Einlass- und ggf. das Auslassventil elek
trisch offen gehalten sind.
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Family Applications (1)
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